DE1568555B - Verfahren zur Herstellung von geradkettigen aliphatischen und cycloaliphatischen Sulfonsäuren - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von geradkettigen aliphatischen und cycloaliphatischen SulfonsäurenInfo
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Description
Nach deutscher Patentschrift 735 096 ist die Her- , ., stellung von Sulfonsäuren von Paraffinkohlenwasserstoffen
durch Belichten eines Gemisches der Kohlenwasserstoffe mit Schwefeldioxid und Sauerstoff mittels
photoaktiver Strahlen bekannt. Nach deutscher Patentschrift 903 815 ist bekannt, unter anderem aliphatische
Sulfonsäuren von Paraffinkohlenwasserstoffen durch Einleiten von Schwefeldioxid und Sauerstoff unter
Einwirkung von Ozon und anschließender Extraktion des Reaktionsgemisches herzustellen. Nach deutscher
Patentschrift 887 503 können auch organische Peroxide diese Reaktion auslösen.
Weiterhin ist nach deutscher Patentschrift 1139 116
bekannt, aliphatische und cycloaliphatische Sulfonsäuren durch gleichzeitige Umsetzung gesättigter,
unverzweigter, aliphatischer Kohlenwasserstoffe mit 10 bis 30 C-Atomen bzw. cycloäliphatischer Kohlenwasserstoffe
mit Schwefeldioxid und Sauerstoff unter Einwirkung von y-Strahlen kontinuierlich herzustellen.
Nach deutscher Patentschrift 1 206 890 ist weiterhin bekannt, daß die Reaktion auch bei intermittierender
Bestrahlung abläuft. Aus der kanadischen Patentschrift 697 085 ist bekannt, beim Bestrahlen von
η-Hexan in Gegenwart von Schwefeldioxid und Sauerstoff eine selbsterhaltende Sulfoxidationsreaktion
auszulösen. Nach Anlaufen der Reaktion können dem η-Hexan längerkettige Kohlenwasserstoffe in gewissen
Anteilen zugesetzt werden, wonach ein Gemisch von kurzkettigen und längerkettigen Sulfonsäuren erhalten
wird; nach dem Abtrennen der Sulfonsäuren aus dem Reaktionsgemisch mit Hilfe von Wasser und Alkohol
müssen die nicht umgesetzten Kohlenwasserstoffe zum Zwecke einer kontinuierlichen Reaktionsführung einem
besonderen Trockenprozeß mit wasserentziehenden Mitteln unterworfen werden, bevor sie in das Reaktionsgefäß
zurückgelangen. Es wurde auch schon vorgeschlagen, die Reaktion langkettiger Kohlenwasserstoffe,
die 10 bis 30 Kohlenstoffatome pro Molekül enthalten, mit Schwefeldioxid und Sauerstoff lediglich
durch Einwirkung energiereicher Strahlen zu starten und anschließend ohne Energiezufuhr weiterzuführen.
Bei allen derartigen Verfahren erhält man Sulfonsäuren
mit wechselnden Gehalten an Disulfonsäuren; insbesondere bei Verwendung von y-Strahlung ist der
Gehalt an Disulfonsäuren im allgemeinen so hoch, daß die Waschmitteleigenschaften der daraus hergestellten
Natriumsulfonate dadurch beeinträchtigt werden.
Es wurde nun ein Verfahren' zur Herstellung von
geradkettigen aliphatischen und cycloaliphatischen Sulfonsäuren mit 10 bis 30 Kohlenstoffatomen durch
kontinuierliche Umsetzung der entsprechenden Kohlenwasserstoffe mit Schwefeldioxid und Sauerstoff
unter Einwirkung energiereicher Strahlen und an-·...· schließender Extraktion des Reaktionsgemisches gefunden,
das dadurch gekennzeichnet ist, daß man das Reaktionsgemisch mit einer Mischung aus 20 bis 40 °/0
Sulfonsäuren, 10 bis 30% Wasser, 25 bis 45% geradkettigen aliphatischen Kohlenwasserstoffen und 4 bis
8% Schwefelsäure extrahiert. Die Mischung der vorstehend genannten Zusammensetzung wird am unteren
Ende des Extraktionsgefäßes abgezogen und der Aufarbeitung zugeführt, während die überstehenden
unveränderten Kohlenwasserstoffe vom oberen Ende des Extraktionsgefäßes wieder in das Reaktionsgefäß
zurückgeführt werden.
Die am unteren Ende des Extraktionsgefäßes abfließende Mischung kann mit besonderem Vorteil in
einem Abscheider durch Erwärmen von der darin enthaltenen Schwefelsäure befreit, und hierauf in
bekannter Weise auf die Sulfonsäure bzw. ihre Salze verarbeitet werden.
Als energiereiche Strahlung wird γ- oder ^-Strahlung
mit einer Dosisleistung zwischen 104 und 107 rad/h
verwendet. Entsprechende y-Strahlung läßt sich z. B. aus 60Co-Quellen von 50 bis 1000000 Ci erhalten oder
aus 137Cs-Quellen.
Weiterhin kann die ^-Strahlung von Radionukliden wie z. B. Strontium-90 verwendet werden. Ebenso ist
die Strahlung von verbrauchten Brennelementen aus Kernreaktoren oder die Strahlung einesKernreaktors
selbst verwendbar. Auch Röntgenstrahlen oder energiereiche Elektronen aus Beschleunigern können zum
Starten der Reaktion benutzt werden.
Die Herstellung von Sulfonsäuren der obengenannten Kohlenwasserstoffe kann bei Temperaturen zwischen
0 und 80° C, vorzugsweise zwischen 10 und 40° C durchgeführt werden. Drücke zwischen 0 und 50 atü,
in besonderen Fällen auch darüber, werden verwendet, vorzugsweise solche zwischen 0 und 5 atü.
Das Gasgemisch aus Schwefeldioxid und Sauerstoff wird zweckmäßig im großen Überschuß eingesetzt,
wobei das Volumen der pro Stunde durchgeleiteten Gasmischung das IQy. bis 1500f ache des Volumens der
verwendeten Kohlenwasserstoffe erreichen kann; vorzugsweise wird das 100- bis lOOOfache Volumen verwendet.
Das Verhältnis Schwefeldioxid zu Sauerstoff muß gemäß der Reaktionsgleichung mindestens 2:1
sein; vorteilhaft werden Gasmischungen mit höherem Schwefeldioxid-Gehalt im Verhältnis zwischen 3:1
und 20:1 verwendet, besonders günstige Ergebnisse erzielt man mit Mischungen zwischen 8:1 und 14:1.
Die Gasmischung wird zweckmäßig in feiner Verteilung, z. B. mit Hilfe eines Begasungsringes, in die
Reaktionsmischung eingeleitet.
Das Verfahren gemäß der Erfindung kann- zweckmäßig nach dem Schema der Abb. durchgeführt
werden. Dabei werden die geradkettigen aliphatischen oder die cycloaliphatischen Kohlenwasserstoffe mit
10 bis 30 Kohlenstoffatomen über die Leitung 2 dem Reaktionsgefäß 1 zugeführt. Die gasförmigen Reaktionspartner
werden über die Leitung 3 für Schwefeldioxid und 4 für Sauerstoff mittels eines Begasungsringes in das Reaktionsgefäß 1 eingeblasen. Bei einer
Verweilzeit der Reaktionspartner im Reaktionsgefäß von 10 bis 200 Minuten, vorzugsweise von 20 bis
120 Minuten, entstehen Sulfonsäuren in einer Konzentration von bis zu 5%. Die flüssige Mischung wird
anschließend über die Pumpe 5 in ein Extraktionsgefäß 6 befördert. Die Gasmischung aus Schwefeldioxid
und Sauerstoff wird mit Hilfe einer weiteren Pumpe 8 im Kreislauf durch das Reaktionsgefäß geführt.
In das obere Ende 7 eines Extraktionsgefäßes 6 wird das zur Extraktion benötigte Wasser in einer
Menge eingeführt, daß eine Mischung aus 20 bis 40% Sulfonsäuren, 10 bis 30% Wasser, 25 bis 45% geradkettiger
aliphatischer Kohlenwasserstoffe und 4 bis 8% Schwefelsäure entsteht. Diese Mischung wird
kontinuierlich am unteren Ende des Extraktionsgefäßes 10 abgezogen, in einem Abscheider 11 bei
erhöhter Temperatur, vorzugsweise bei 80 bis 1000C, weitgehend von Schwefelsäure befreit, die bei 12 abfließt.
Das resultierende Gemisch, das im wesentlichen aus Sulfonsäuren und aliphatischen Kohlenwasserstoffen
besteht, wird bei 13 der weiteren Verarbeitung auf Sulfonsäuren bzw. ihre Salze, z. B. Natriumsalze,
Calciumsalze und Ammoniumsalze, zugeführt. Der über dem Extrakt stehende Kohlenwasserstoff wird
am Kopf des Extraktionsgefäßes abgenommen und über die Leitung 9 dem Reaktionsgefäß 1 kontinuierlich
ohne weitere Behandlung zugeführt.
Mit Hilfe des Verfahrens gemäß der Erfindung können kontinuierlich in besonders wirtschaftlicher Weise
Sulfonsäuren hergestellt werden. Es ist überraschend, daß in den Verfahrensprodukten die Gehalte an Disulfonsäuren
so klein sind, daß die Waschmittelwirkung nicht beeinträchtigt wird. Weiterhin ist gerade
in den erfindungsgemäß angewandten Konzentrationsbereichen die Abscheidung von Schwefelsäure und
Wasser in besonders günstiger Weise möglich, so daß z. B. eine besondere Abscheidung von Wasser, etwa
durch Destillation, entfällt.
In einem Reaktionsgefäß von 501 Inhalt werden in 401 eines geradkettigen aliphatischen Kohlenwasserstoffes
mit Kohlenstoffzahlen zwischen 10 und 20 Schwefeldioxid und Sauerstoff im Verhältnis 12:1 mit
einer Geschwindigkeit von 6 m3 pro Stunde mittels eines Begasungsringes eingeleitet. In der Mitte des
Reaktionsgefäßes befindet sich eine 60Co-Quelle, die
das Reaktionsgemisch mit einer Dosisleistung von 2 · 105 rad/h bestrahlt. Der Gasdruck im Gefäß
beträgt 0,2 atü, die Temperatur 20° C. Die Reaktionsmischung wird ständig über eine Pumpe 5, das Ex
traktionsgefäß 6 und die Leitung 9 mit einer Geschwindigkeit von 30 l/h umgepumpt und trübt sich nach
einigen Stunden Reaktionszeit. Nach 6 bis 8 Stunden ist der stationäre Zustand des Systems erreicht, in dem
am unteren Ende des Extraktionsgefäßes 10 pro Stunde 3 1 einer Mischung abgezogen werden, die
36°/0 Sulfonsäuren enthält. Diese Sulfonsäuren bestehen
zu 81% aus Monosulfonsäuren und zu 19°/o aus Disulfonsäuren. Diese Mischung wird im Abscheider
11 eine halbe Stunde lang auf 90° C erhitzt, wobei 7 Volumprozent einer farblosen, 45°/oigen
wäßrigen Schwefelsäure abgeschieden werden. Es werden 1,1 kg Sulfonsäuren pro Stunde erhalten.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Herstellung von geradkettigen aliphatischen und cycloaliphatischen Sulfonsäuren mit 10 bis 30 Kohlenstoffatomen durch kontinuierliehe Umsetzung der entsprechenden Kohlenwasserstoffe mit Schwefeldioxid und Sauerstoff unter Einwirkung energiereicher Strahlen und anschließender Extraktion des Reaktionsgemisches, dadurch gekennzeichnet, daß man das Reaktionsgemisch mit einer Mischung aus 20 bis 40% Sulfonsäuren, 10 bis 30% Wasser, 25 bis 45% geradkettigen aliphatischen Kohlenwasserstoffen und 4 bis 8 % Schwefelsäure extrahiert.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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