DE1568166B - Verfahren zur Gewinnung von Helvetico sid aus Erysimum Arten - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung von Helvetico sid aus Erysimum ArtenInfo
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Description
Das bekannte Herzglykosid Helveticosid (Strophantidin-digitoxosid)
findet sich in Erysimum-Arten in Form des Erysimosids, das einen zusätzlichen,
endständigen Glucose-Rest enthält. Einen besonders hohen Gehalt an Erysimosid besitzt Erysimum crepidifolium
Rchb. Diese Pflanze muß sich daher bevorzugt zur Gewinnung des therapeutisch wertvollen
Helveticosids eignen, wenn man einen Weg findet, aus Erysimosid durch enzymatische Abspaltung
der Glucose die maximale Menge an Helveticosid frei zu machen und quantitativ zu isolieren.. ·',
Üblicherweise erfolgt die Abspaltung von: Glucose L
aus genuinen Cardenolid-glykosiden durch Autolyse, indem man zelleigene Glucosidasen der -betreffenden
Pflanzen direkt im gemahlenen und angefeuchteten Blatt einwirken läßt; anschließend wird das Glykosid,
oft im Gemisch mit mehr oder weniger zahlreichen verwandten Glykosiden, nach einem gangbaren Verfahren
isoliert. '' ' '
Nach der deutschen Auslegeschrift 1 221 764 ist dieser einfachste Weg bei den Blättern von Erysimum-Arten
insbesondere wegen der stark störenden Anwesenheit von Glucosinolaten in wirtschaftlicher
Form nicht möglich. Aus diesem Grunde werden gemäß dem Verfahren der genannten Auslegeschrift
die frischen oder getrockneten Blätter unter Ausschluß der zelleigenen Enzymaktivität mit Alkohol
extrahiert und der Extrakt nach Passieren eines Anionenaustauschers nachträglich mit dem Enzympräparat
eines höheren Pilzes 5 bis 10 Tage lang fermentiert; dann erst kann der Extrakt auf Helveticosid
aufgearbeitet "werden. *
Es wurde-nun-überraschenderweise gefunden,- daß ,
man doch die Einwirkung der zelleigen'en Erysimosidase zur Abspaltung der Glucose ausnutzen kann,
wenn man die getrocknete und gemahlene Gesamtpflanze (Blätter, Stengel und Wurzeln) als Ausgangsmaterial
einsetzt. Man gelangt hierdurch zu einem sehr einfachen, Zeit, Arbeitsaufwand und Kosten
sparenden Verfahren, welches im Vergleich zu dem Verfahren gemäß deutscher Auslegeschrift 1 221 764
eine um 50 bis 60% bessere Ausbeute an-Helveticosid : "
liefert. Außer dem gesamten Helveticosid der Blätter gewinnt man zusätzlich noch das in den Wurzeln
in nicht zu vernachlässigender Menge enthaltene Glykosid (die getrocknete Wurzel enthält etwa
0,3 % Helveticosid).
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Gewinnung von Helveticosid aus Erysimum-Arten, ist: dadurch .,·.-gekennzeichnet,
daß man, die- aus. ,Wurzeln, Stengeln '59
und Blättern bestehende, getrocknete und gemahlene""'
Gesamtpflanze in mit Wasser angefeuchtetem Zustand
unter Einwirkung der -zelleigenen Erysimosidase fer
mentiert und anschließend .das Glykosid nach an.. sich bekannten' Exträktrons- und Auf arbeitungsvef-'55
fahren isoliert.
Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das gepulverte Drogenmaterial mit etwa
der doppelten Menge Wasser durchmischt und etwa 24 Stunden stehengelassen. Anschließend kann man
das Helveticosid nach den zur Gewinnung von Herzglykosiden üblichen Extraktions- und Aufarbeitungsmethoden isolieren. Als Extraktionsverfahren kommen
z. B. die folgenden in Frage:
65
a) Extraktion der fermentierten Droge mit Wasser, gegebenenfalls unter Zusatz von oberflächenaktiven
Stoffen (z. B. Natriumlaurylsulfat), mit . niederen . Alkoholen bzw. wäßrigen niederen
Alkoholen oder anderen mit Wasser mischbaren organischen Lösungsmitteln (Dioxan, Tetrahydrofuran);
b) Extraktion mit Chlorkohlenwasserstoffen (Methylenchlorid,
Chloroform, Äthylenchlorid usw.) bzw. mit Gemischen von niederen Alkoholen und Chlorkohlenwasserstoffen oder anderen mit
Wasser nicht oder nur teilweise mischbaren organischen Lösungsmitteln (z. B. Methyläthyl-
■ .:'.■; keton).■?_ T.." ;.\ . '
Zur Aufarbeitung werden die gemäß a) erhaltenen Extrakte mit Chlorkohlenwasserstoffen oder Gemischen
aus Chlorkohlenwasserstoffen und niederen Alkoholen ausgezogen. Diese Auszüge oder die
gemäß b) erhaltenen Extrakte konzentriert man zunächst, nimmt sie mit Wasser oder wäßrigen
niederen Alkoholen auf und trennt die Ballaststoffe bzw. unerwünschten Begleitglykoside nach einem der
folgenden Verfahren ab (die man gewünschtenfalls auch in geeigneter Weise miteinander kombinieren
kann):" .„*■"··'■...-; ->.:;.... .■
1. Ausschütteln mit Petroläther oder aromatischen Kohlenwasserstoffen (Benzol, Toluol usw.) bzw.
Tetrachlorkohlenstoff .oder niederen aliphatischen Äthern; ' * " ' '·
2. Filtration über Adsorptionsmittel (Kieselgur,
Al2O3); :,;. ·:
3. Adsorptions- oder Verteilungschromatographie an Säulen; " * j;* '
4. multiplikative Verteilung;· - "
5. fraktionierte Kristallisation aus geeigneten Lösungsmitteln
(z. B-. wäßrigen Alkoholen).
In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, daß die in der deutschen Auslegeschrift 1221764 als
besonders nachteilig geschilderte Bleiacetat-Vorreinigung-bei
dem erfindungsgemäßen Verfahren' nicht erforderlich ist.
Das erfindungsgemäße -Verfahren ist in den folgenden
Beispielen näher beschrieben.
20 kg getrocknete, feingemahlene ganze Pflanzen von Erysimum crepidifolium werden mit 40 1 Wasser
vermischt und 24 bis 48 Stunden bei 35 bis 400C zur Fermentation stehengelassen. Danach wird vier-
; mal-mit je 65.1 .Wasser..je.-I1J9 Stunden ausgerührt,
worauf man den wäßrigen Extrakt fünfmal mit 501
Chloroform—Äthanol (2:1) je 1 Stunde ausrührt. Die Chloroform-Äthanol-Auszüge, werden im Vakuum
auf etwa 11 eingeengt und nach-Zugabe von 300,ml Wasser dreimal mit .30QmI Tetrachlorkohlenstoff
au's^escriüttelt.'-Dann-versetzt man die' wäßrigalkoholische Phase mit 21 Wasser, saugt die ausgefallene
dunkle Schmiere über Kieselgur ab und verdünnt das Filtrat bis zur beginnenden Trübung
weiter mit Wasser. Man erhält 124 g Helveticosid-Kristallisat (Fp. 172 bis 174°C, [<x]? = 32 ± 0,50C)0
20 kg getrocknete, feingemahlene ganze Pflanzen von Erysimum crepidifolium werden mit 40 1 Wasser
vermischt und 24 bis 48 Stunden bei 35 bis 40° C zur Fermentation stehengelassen. Danach wird
einmal mit 601 Chloroform—Äthanol (2:1) 2 Stunden
und zweimal mit 401 Chloroform—Äthanol (2:1)
je 1 Stunde ausgerührt. Man konzentriert die abgetrennten Chloroform-Äthanol-Extrakte im Vakuum
auf etwa 11, löst das Konzentrat in 241 Methanol und 8 1 Wasser und rührt dreimal mit je 6,41 Tetrachlorkohlenstoff
aus. Die Methanol-Wasser-Phase wird nach Zugabe von 101 Wasser fünfmal mit 9 1
Chloroform—Äthanol (2:1) ausgerührt, im Vakuum
eingeengt, der Extrakt in 3,5 1 Chloroform (+ 5 % Methanol) gelöst über 900 g Bleicherde (»Floridin«)
filtriert und im Vakuum eingeengt. Der auf diese Weise vorgereinigte Extrakt wird in 3,5 1 Essigester
gelöst und mit 9,7 1 Benzol und 13 1 Wasser versetzt. Nach Trennung der Phasen wird die Benzol-Essigester-Phase
noch zweimal mit 3,51 Wasser ausgeschüttelt. Die gesammelten wäßrigen Phasen werden
fünfmal mit V5 Volumen Chloroform—Äthanol (2:1)
ausgeschüttelt und ergeben nach dem Eindampfen 210 g Trocken-Extrakt, der beim Umkristallisieren
aus 630 ml Äthanol und 3,15 1 Wasser 122 g Helveticosid-Kristallisat
liefert; Fp. 172 bis 1740C.
20 kg Erysimum-crepidifolium-Droge werden wie im Beispiel 2 beschrieben fermentiert, extrahiert und
vorgereinigt. Der vorgereinigte Extrakt wird einer Gegenstromverteilung mit dem Phasengemisch
Benzol — Essigester — Methanol — Wasser (3:1:2:2) unterworfen. Die Methanol-Wasser-Phasen werden
mit Chloroform—Äthanol (2:1) ausgeschüttelt, im
Vakuum eingeengt und wie im Beispiel 1 beschrieben
ίο aus Äthanol—Wasser umkristallisiert. Man erhält
g Helveticosid; Fp. 172 bis 174° C.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Gewinnung von Helveticosid aus Erysimum-Arten, dadurch gekennzeichnet, daß man die aus Wurzeln, Stengeln und Blättern bestehende, getrocknete und gemahlene Gesamtpflanze in mit Wasser angefeuchtetem Zustand unter Einwirkung der zelleigenen Erysimosidase fermentiert und anschließend das Glykosid nach an sich bekannten Extraktions- und Aufarbeitungsverfahren isoliert.
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