DE1469718C - Verfahren zum Farben von Faser materialien mit wasserlöslichen Ester salzen von Leukokupenfarbstoffen - Google Patents
Verfahren zum Farben von Faser materialien mit wasserlöslichen Ester salzen von LeukokupenfarbstoffenInfo
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Description
Bei den bekannten Verfahren zum Färben von Fasermaterialien mit Estersalzen von Leukoküpenfarbstoffen
werden die mit den Leukoküpenestern behafteten Fasermaterialien zur Entwicklung der Färbung,
gegebenenfalls bei erhöhter Temperatur, in Gegenwart von Säuren, der Einwirkung eines Oxyd.ationsmittels,
wie z. B. Alkalinitrit, -chromat oder -chlorat, ausgesetzt. Die Entwicklung kann dabei entweder
durch Nachbehandlung mit einem Säure oder Säure abspaltenden Mittel enthaltenden Bad.des Oxydationsmittels
vorgenommen werden; meist wird jedoch das Oxydationsmittel sowie ein Säure abspaltendes
Mittel bereits der Lösung des Leukoküpenesters zugesetzt, so daß die Entwicklung beim nachgeschalteten
Dämpfen oder trockenen Erhitzen erfolgt. Ein Nachteil dieser bekannten Arbeitsweise ist, daß
sich hiernach auf Mischgeweben aus synthetischen Fasern, wie z. B. Polyesterfasern und Zellulosefasern,
nur faserungsgleiche und unegale Färbungen erzielen lassen.
Es wurde nun gefunden, daß sich Fasermaterialien mit wasserlöslichen Estersalzen von Leukoküpenfarbstoffen
in einfacher Weise, auch ohne Mitverwendung von Oxydationsmitteln und Säuren, färben lassen,
wenn man auf die Fasermaterialien Leukoküpenester aus einer wäßrigen, gegebenenfalls Verdickungsmittel
enthaltenden Zubereitung aufbringt, trocknet und danach kurze Zeit auf hohe Temperaturen (Thermofixierbedingungen)
erhitzt. Bei den wäßrigen Zubereitungen kann es sich um Druckpasten oder vorzugsweise
Klotzfiotten handeln.
Die Umwandlung des Leukoküpenesters zum Farbstoffpigment findet unter den für die einzelnen Faserarten
in der Praxis üblichen Thermofixierbedingungen, d. h. durch trockenes Erhitzen auf Temperaturen im
Bereich von etwa 170 bis 2400C während etwa 5 Sekunden
bis 4 Minuten statt. Hierbei tritt offenbar eine thermische Abspaltung der Estergruppe vom Estersalz des
Leukoküpenfarbstoffes und eine Oxydation zum Küpenfarbstoff durch den Luftsauerstoff ein. Im allgemeinen
ist die Farbstoffausbeute um so größer, je höher die Fixiertemperatur gewählt wird. Bei Mischgeweben
erfolgt die Fixierung des Farbstoffes gleichzeitig sowohl auf den synthetischen Fasern als auch
auf den Naturfasern.
Als Fasermaterialien, die nach dem Verfahren der vorliegenden Erfindung gefärbt werden können, kommen
Faserstränge, Gewebe, Gewirke, Faservliese u. dgl. aus natürlichen Fasern, wie z. B. Baumwolle
oder anderen Zellulosefasern, Wolle, Seide und insbesondere aus synthetischen Fasern aus linearen PoIyestern,
Polyamiden, Polyacrylnitril u. dgl. sowie Gemische aus» natürlichen und synthetischen Fasern in
Frage. Bevorzugt kommen Fasermaterialien aus linearen Polyestern und vor allem Gemische aus Polyester-
und Zellulosefasern in Betracht.
ίο Ein Vorteil des Verfahrens ist die sehr einfache
Arbeitsweise, die in der Praxis bei zunehmendem Einsatz wenig geschulter Arbeitskräfte von Bedeutung ist.
Wegen des sehr einfachen Färberezeptes ist eine gute Reproduzierbarkeit beim Färben großer Metragen gewährleistet.
Die Anwendung des Verfahrens der vorliegenden Erfindung auf Fasergemischen aus Polyester- und
Zellulosefasern ist besonders vorteilhaft, da hierbei überraschend Färbungen mit sehr guter Egalität, Tongleichheit
und Farbtiefengleichheit bei gleichzeitigen guten Echtheitseigenschaften erhalten werden. Diese
Fasergemische bieten beim Färben mit Estersalzen von Leukoküpenfarbstoffen nach den bekannten Verfahren
unter Anwendung von Oxydationsmitteln besondere Schwierigkeiten, weil infolge stärkerer Anfärbung der
Zellulosefasern leicht eine Ton- und Farbtiefenungleichheit
der Färbungen eintritt.
Beim Färben von Zellulosefasern kann es zur Verhütung von Farbtonverschiebungen, wie sie beim
Färben großer Metragen leicht auftreten, angebracht .sein, dem Estersalze von Leukoküpenfarbstoffen enthaltenden
Klotzbad Anlagerungsverbindungen von Äthylenoxyd an Alkylphenole zuzusetzen. Vorzugsweise
kommen Anlagerungsverbindungen von 7 bis
10 Mol Äthylenoxyd an 1 Mol Nonylphenol zur Anwendung. Hierdurch werden auch bei Verwendung von
Gemischen von Leukoküpenestern mit unterschiedlicher Substantivität Farbtonverschiebungen ausgeglichen und endengleiche Färbungen erhalten. Durch
den Zusatz dieser Oxäthylierungsprodukte wird beim Färben von synthetischen Fasern oder synthetische
Fasern enthaltenden Mischgeweben in vielen Fällen ferner eine Erhöhung der Farbausbeute auf dem synthetischen
Fasermaterial bewirkt.
Eine 1 g/l des Farbstoffes C. I. 69 526 (Colour Index, Vol. 3, 1956) enthaltende Flotte wird bei 200C auf
ein Mischgewebe aus Polyäthylenterephthalatfasern und Baumwolle (67/33) mit einem Abquetscheffekt von
etwa 65% aufgeklotzt. Anschließend wird "bei 1300C
getrocknet, 60 Sekunden bei 2100C fixiert und danach wie üblich kochend geseift und fertiggestellt. Es wird
eine Graufärbung erhalten, bei der beide Faserarten tongleich angefärbt sind.
Ein Gewebe aus Polyäthylenterephthalatfasern wird mit einem Abquetscheffekt von etwa 45°/0 mit einer
Flotte bei 20° C geklotzt, die im Liter 1 g des Farbstoffes C. I. 73 361 (Colour Index, Vol. 2, 1956) enthält.
Anschließend wird bei 1200C getrocknet, 60 Sekunden auf 2100C trocken erhitzt und kochend geseift.
Es wird eine Rosafärbung erhalten.
3 4
Beispiel 3 bei 20° C ein Polyamidgewebe geklotzt. Die Ware wird
kontinuierlich bei 1000C zwischengetrocknet, zur
Mit einer wäßrigen Flotte, die im Liter 1 g des Färb- Fixierung 60 Sekunden auf 180° C erhitzt und danach
stoffes C. I. 59 106 (Colour Index, Vol. 3, 1956) ent- kochend geseift. Es7 wird eine ] Goldgelbfärbung erhält,
wird mit einem Abquetscheffekt von etwa 45% 5 halten.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zum Färben von Fasermaterialien aus natürlichen und/oder synthetischen Fasern, vorzugsweise von Gemischen aus Polyester- und Zellulosefasern mit Estersalzen von Leukoküpenfarbstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß man auf die Fasermaterialien wäßrige Zubereitungen aufbringt, welche die Leukoküpenester enthalten, anschließend trocknet und zur Fixierung ohne Anwendung von Oxydationsmitteln oder Säuren kurze Zeit einer trockenen Erhitzung bei etwa 170 bis 2400C unterzieht.
Applications Claiming Priority (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEF0042759 | 1964-04-30 | ||
| DEF0045426 | 1965-03-05 | ||
| DEF0045426 | 1965-03-05 |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1469718A1 DE1469718A1 (de) | 1969-01-02 |
| DE1469718C true DE1469718C (de) | 1973-07-19 |
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