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DE1468013B - Verfahren zur Sulfonierung von Kohlen Wasserstoffgemischen - Google Patents

Verfahren zur Sulfonierung von Kohlen Wasserstoffgemischen

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Publication number
DE1468013B
DE1468013B DE1468013B DE 1468013 B DE1468013 B DE 1468013B DE 1468013 B DE1468013 B DE 1468013B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
sulfonation
stage
olefin
reaction
sulfur trioxide
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
4010 Hilden Stein Werner. Dipl Chem Dr 4006 Erkrath Unterbach Baumann Horst Dipl Chem Dr
Original Assignee
Henkel & C ie GmbH 4000 Dusseldorf

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Description

Es ist aus den USA.-Patentschriften 2 061618 bis 2 061 620 sowie 2 094 451 bekannt, Olefine mittels starker Sulfonierungsmittel, wie Oleum, Chlorsulfonsäure oder Schwefeltrioxid, in Gegenwart von Lösungsmitteln zu sulfonieren und das Reaktionsprodukt anschließend einer Hydrolyse zu unterwerfen. Diese Verfahren weisen jedoch verschiedene Nachteile auf. So kommt man beispielsweise bei Verwendung von Oleum oder Chlorsulfonsäure zu mangelhaften, unter 90% liegenden Sulfonierungsgraden. Sulfonierte Produkte mit hohem Olefingehalt sind jedoch technisch unbrauchbar; darauf aufgebaute Wasch- oder Reinigungsmittel lassen sich nicht in Sprühtürmen verarbeiten und zeigen keine befriedigende Reinigungswirkung. Eine Abtrennung des nicht umgesetzten Olefins vom sulfonierten Produkt stößt auf erhebliche technische Schwierigkeiten und ist unwirtschaftlich. Bei Verwendung von Oleum enthält das Reaktionsgemisch nach beendeter Sulfonierung darüber hinaus noch große Mengen an nicht umgesetzter Schwefelsäure, was einen hohen Alkaliverbrauch, bei der Neutralisation bzw. alkalischen Hydrolyse bedingt und zu hohen Salzgehalten im Endprodukt führt. Im Falle der Chlorsulfonsäure muß man vielfach den bei der Sulfonierung entbundenen Chlorwasserstoff auffangen bzw. das bei der Sulfonierung in das Olefinsulfonatmolekül eingetretene Chloratom durch Hydrolyse abspalten. Sulfoniert man die Olefine mit dem wesentlich stärker wirkenden, nicht gebundenen Schwefeltrioxid, so fallen die Sulfonierungsprodukte als zähe braunschwarze Massen an, die zu einer weiteren technischen Verwendung kaum geeignet erscheinen.
Bei den bisher bekanntgewordenen Verfahren, wozu neben den USA.-Patentschriften 2 061 618 und 2 094 451 auch die Veröffentlichung von Bordwell und Peterson im »Journal of the American Chemical Society«, 76 (1954), S. 3952 bis 3956, zählt, wird die Sulfonierung mit Schwefeltrioxid daher stets in Gegenwart inerter Lösungsmittel durchgeführt und betont, daß bei Abwesenheit der Lösungsmittel eine Zersetzung bzw. Polymerisation des Olefins eintritt. Die stets mit Verlusten und zusätzlichem Aufwand verbundene Rückgewinnung der verwendeten Lösungsmittel und die Notwendigkeit, -bei der Sulfonierung größere Flüssigkeitsmengen durchzusetzen, stellen die Wirtschaftlichkeit der beschriebenen Verfahren in Frage.
Es wurde nun eine Arbeitsweise gefunden, bei der man ohne Anwendung von Lösungsmitteln zu hell gefärbten, wasserlöslichen »Olefinsülfonaten« mit hohem Sulfonierungsgrad und guter Wasch- und Reinigungskraft gelangt.
Beansprucht wird ein Verfahren zum Sulfonieren von Kohlenwasserstoffgemischen, die zu mindestens 85 °/0) vorzugsweise zu mehr als 90 '% aus Monoolefinen mit 8 bis 22 Kohlenstoffatomen und endständiger Doppelbindung bestehen, mit gasförmigem, mit Inertgas verdünntem Schwefeltrioxid, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man je Mol a-Olefin insgesamt 1,1 bis 1,5 Mol Schwefeltrioxid anwendet und die Sulfonierung in zwei Stufen vornimmt, wobei man in der ersten Stufe unter Einhaltung einer Temperatur von 10 bis 5O0C und einer Konzentration des Schwefeltrioxids im Inertgas von 0,5 bis 20 Volumprozent die Sulfonierung so lange fortsetzt, bis der Gehalt des noch nicht sulfonierten a-Olefins auf 70 bis 25%, vorzugsweise 65 bis 30%, abgesunken ist, und dann in der zweiten Stufe bei Temperaturen von 20 bis 60° C und einer Schwefeltrioxidkonzentration, die weniger als 75% der in der ersten Stufe angewendeten Konzentration ausmacht und im Bereich von 0,2 bis 10 Volumprozent liegt, sowie einer Reaktionszeit, die höchstens 80% der in der ersten Stufe aufgewendeten Zeit beträgt, die Sulfonierung bis zu einem Sulfonierungsgrad von über 90% fortführt.
Beide Sulfonierungsstufen können dabei in mehrere aufeinanderfolgende Reaktionszonen unterteilt sein.
ίο Vorzugsweise besteht die erste Sulfonierungsstufe aus zwei bis zehn, die zweite Sulfonierungsstufe aus einer bis drei Reaktionszonen.
Die als Ausgangsmaterialien dienenden Monoolefine mit vorzugsweise 10 bis 20 Kohlenstoffatomen im Molekül oder deren Gemische können gerad- oder verzweigtkettig sein und auch cycloaliphatische Gruppen enthalten, wenn nur im Molekül eine endständige Doppelbindung vorhanden ist. Diese Olefine brauchen nicht ganz rein zu sein; außer den «-Olefinen können in geringer Menge auch Paraffine oder Olefine mit innenständiger Doppelbindung vorhanden sein, wobei jedoch die Menge dieser Begleitstoffe nicht größer als 15 % und vorzugsweise geringer als 10 % sein soll. Von besonderer praktischer Bedeutung sind durch Kracken von Paraffinwachsen hergestellte endständige Olefine, die technisch in einer Reinheit von wenigstens 90%, vorzugsweise mehr als 93 % hergestellt werden können.
Das als Sulfonierungsmittel dienende gasförmige
Schwefeltrioxid wird mit Inertgasen verdünnt angewandt, wobei die Schwefeltrioxidkonzentration des gasförmigen Sulfonierungsmittels in der ersten Reaktionsstufe vorzugsweise 1 bis 10 Volumprozent betragen kann. In der zweiten Stufe soll die Konzentration des Schwefeltrioxids weniger als 75% der in der ersten Stufe angewendeten betragen und vorzugsweise im Bereich von 0,5 bis 5 Volumprozent liegen. Als Inertgas kommen beispielsweise Luft und Stickstoff in Frage, jedoch eignen sich auch andere Inertgase, wie Kohlendioxid oder Schwefeldioxid. Die insgesamt anzuwendende Menge an Schwefeltrioxid liegt vorzugsweise bei 1,15 bis 1,35 Mol Schwefeltrioxid je Mol Olefin.
Es hat sich gezeigt, daß im Verlauf der Sulfonierung zu einem bestimmten Zeitpunkt in verstärktem Maße Nebenreaktionen einsetzen, die unter stetiger Farbverschlechterung des Sulfonierungsproduktes ablaufen. Über die Ursache des raschen Anstiegs dieser Nebenreaktionen läßt sich nichts aussagen. Die nachteiliger? Veränderungen werden jedoch, weitgehend vermieden, wenn man die Sulfonierung in der angegebenen Weise vornimmt. Dabei ist besonders auf den Gehalt des noch nicht sulfonierten Anteils an a-Olefinen zu achten. Dieser bleibt im Verlauf der Sulfonierung über längere Zeit annähernd konstant, um dann gegen Ende des Sulfonierungsprozesses rasch abzusinken, während der Gehalt des Unsulfonierten an Olefinen mit innenständiger Doppelbindung infolge von Isomerisierungsreaktionen ansteigt. Die Überführung des teilsulfonierten Gemisches in die zweite Reaktionsstufe erfolgt vorzugsweise dann, wenn im Verlauf der Sulfonierung der a-Olefingehalt im Unsulfonierten auf 60 bis 30% abgesunken ist. Der für eine vollständige Umsetzung erforderliche Überschuß an Schwefeltrioxid wird erst in der zweiten Sulfonierungsstufe zugegeben, wobei gleichzeitig die Einwirkungszeit und die Konzentration des Schwefeltrioxids im Gas gegenüber der voraufgegangenen Reaktionsstufe herabgesetzt werden. Auf Grund dieser Maßnahmen in der kritischen letzten
3 4
Phase der Olefinsulfonierung wird trotz hoher Sulfo- Schwefeltrioxid-Inertgas-Gemisches von unten nach
nierungsgrade ein bedeutend helleres Produkt als nach oben jedoch verhindern sollen, was beispielsweise
den bisher bekannten Verfahren erhalten. durch eingebaute Überlaufvorrichtungen bewirkt wer-
Die Sulfonierungsreaktion verläuft in der ersten den kann. Die Reaktionszonen können darüber hinaus Stufe bei Temperaturen von 10 bis 50° C, vorzugsweise 5 mit Einbauten beliebiger Art, wie beispielsweise Füll-20 bis 45° C. Die Viskosität des SuIfonierungsproduktes körpern, Siebboden oder anderen bekannten Einnimmt im Verlauf der Sulfonierung stetig zu, so daß bauten versehen sein, die den Kontakt zwischen Gas zur Aufrechterhaltung einer ausreichenden Fließ- und Flüssigkeit verbessern. Beispielsweise können in fähigkeit des Produktes eine Temperatursteigerung auf einer bestimmten Ausführungsform die Trennwände mindestens 20° C beim Übergang in die folgende Sulfo- io aus Glockenboden, die zusätzlichen Einbauten aus nierungsstufe bzw. Reaktionsstufe empfehlenswert ist. Siebboden bestehen. Jede Reaktionszone ist von einem In der zweiten Sulfonierungsstufe soll die Temperatur Temperiermantel 6 umgeben, der Zu- und Abläufe 7 jedoch nicht über 6O0C hinausgehen und vorzugsweise und 8 für das Temperiermittel besitzt. Sie verfügt 30 bis 50° C betragen, da anderenfalls mit einer ferner über eine Leitung 9, durch die das Schwefeltristärkeren Verfärbung des Sulfonate zu rechnen ist. 15 oxid-Inertgas-Gemisch in den Reaktionsraum einge-Die Reaktion ist exotherm, es erübrigt sich daher leitet wird, und eine Austrittsleitung 10 für das von normalerweise eine zusätzliche Wärmezuführung. In Schwefeltrioxid freie Inertgas. Das zu verarbeitende den meisten Fällen ist eine Abführung der über- Ausgangsmaterial tritt durch die Leitung 4 in den schüssigen Reaktionswärme erforderlich, und es Kopf des Reaktionsgefäßes ein, wo es durch den Verempfiehlt sich, die optimale Temperatur in den Sulfo- 20 teiler 5, bei dem es sich um eine Brause, eine Zernierungsstufen bzw. den einzelnen Reaktionszonen Stäuberdüse usw. handeln kann, aufgegeben wird. Das durch eine jeweils angepaßte Kühlung aufrechtzuer- Material fließt nun durch die einzelnen Reaktionshalten, zonen hindurch, in denen es nach Maßgabe der fort-
Die Reaktionszeit hängt von der Schwefeltrioxid- schreitenden Sulfonierung mit frisch eingeleitetem
konzentration und der Art der verwendeten Reaktions- 25 Schwefeltrioxid in Berührung gebracht wird. Das sul-
apparatur ab. Sie läßt sich, wie allgemein bei konti- fonierte Material fließt durch die Leitung 11 und das
nuierlichen Verfahrensweisen, nur im Mittel angeben. Ventil 12 ab.
Die mittlere Verweilzeit des Gemisches in der Sulfo- A b b. 2 zeigt eine Variante der Reaktionszonen nierungsapparatur beträgt, sofern auf eine zusätzliche, nach A b b. 1. Hier stellt jede Reaktionszone ein selbstintensive Durchmischung des Reaktionsgutes mittels 30 ständiges Bauelement dar, und es werden mehrere dermechanischer Vorrichtungen verzichtet wird, im allge- artige Reaktoren hintereinandergeschaltet. Man vermeinen 5 bis 120 Minuten. Bei Verwendung von wendet in der ersten Sulfonierungsstufe im allgemeinen Reaktoren, die nach dem Dünnschichtprinzip arbeiten zwei bis zehn, vorzugsweise zwei bis fünf Reaktionsoder in denen das Reaktionsgut, beispielsweise durch zonen und in der zweiten Stufe eine bis drei Reaktions-Versprühen, fein verteilt wird, können diese Zeiten er- 35 zonen an. In A b b. 2 wurden im wesentlichen dieheblich herabgesetzt werden und einige Sekunden be- selben Bezugszahlen wie in A b b. 1 benutzt,
tragen. In den beiden Reaktionsstufen ist die Verweil- A b b. 3 zeigt eine Vorrichtung, wie sie sich für die zeit unterschiedlich lang. Sie soll in der zweiten Stufe produktions- und labormäßige Durchführung des Verkürzer sein als in der vorausgehenden. Gelangt bei- fahrens als geeignet erwiesen hat Das Reaktionsspielsweise in der zweiten Stufe ein Drittel der insge- 40 gefäß 13 ist von einem Temperiermantel 6 mit Zu- und samt vorgesehenen Schwefeltrioxidmenge zur Anwen- Ablauf 7 und 8 umgeben. In das ReaktionsgefäB dung, so soll die Verweilzeit in dieser Stufe weniger als führen die Leitungen 14 und 15 mit den Ventilen 16 em Drittel, beispielsweise ein Viertel der gesamten und 17 hinein, durch die zu sulfonierendes Material mittleren Verweilzeit betragen. Dies läßt sich beispiels- und Schwefeltrioxid-Inertgas-Gemisch eingeleitet werweise dadurch erreichen, daß man das Volumen der 45 den. Das schwefeltrioxidfreie Inertgas verläßt das zweiten Reaktionsstufe kleiner als das der ersten Stufe Reaktionsgefäß durch die Leitung 19; das verarbeitete wählt und so einen schnelleren Durchsatz erzielt. Material tritt in dem Maße, wie neues Material in das
Die Sulfonierung wird unter den angegebenen Be- Reaktionsgefäß eingeleitet wird, durch den Überlauf 18
dingungen so weit geführt, bis das entstandene Sulfo- aus und wird dort in nachgeschaltete Reaktionsgefäße
nierungsprodukt nach der Hydrolyse und Neutrali- 50 geführt.
sation mit Alkalien zu wenigstens 90°/0 wasserlöslich Die Abbildungen sollen nur einige appaTative Möggeworden ist. Da sich erfindungsgemäß Produkte mit lichkeiten schematisch, wiedergeben. Vielfache Ab-Sulfonierungsgraden Von 92°/0, vorzugsweise von 94% Wandlungen sind möglich. Insbesondere können Reak- und mehr herstellen lassen, erübrigt sich eine Ab- tionsapparatüren benutzt werden, die eine mechanische trennung des UnsXilfonierten. 55 Bearbeitung des Reaktionsgutes, z. B. durch Rühren,
Da die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren er- Schwingungen, Versprühung usw. ermöglichen. Als
haltenen Olefinsulfonate nur wenig gefärbte Neben- vorteilhaft haben sich Reaktionsäpparate erwiesen,
produkte enthalten, zeichnen sie sich durch eine gute die nach dem Dünnschicht- oder Ringspaltprinzip
Bleichbafkeit und einen geringen Verbrauch an Bleich- unter mechanischer Bewegung arbeiten,
mitteln aus. Hydrolyse und Bleichung können auch 60 Die Olefine, deren Verarbeitung in den folgenden
gleichzeitig vorgenommen werden. Beispielen beschrieben wird, sind durch Cracken von
Zur Durchführung des Sulfonierungsverfahrens Erdölparaffinen hergestellt worden und bestehen zu kann beispielsweise eine Apparatur nach A b b. 1 96 bis 97 Gewichtsprozent aus endständigen, aliphatidienen. Das Reaktionsgefäß besteht aus dem Rohr 1, sehen Olefinen. Der Rest besteht aus gesättigten das durch Trennwände 2 in Reaktionszonen eingeteilt 65 Kohlenwasserstoffen und Diolefinen. Zur Durchist. Diese Trennwände stellen Abschlußorgane dar, die führung der Versuche wurden 4rei hintereinandergeein Durchströmen des zu sulfonierenden Materials von schaltete Gefäße der Art benutzt, wie sie in A b b. 3 oben nach unten gestatten, das Hindurchtreten des dargestellt und oben beschrieben worden sind. Die
Gefäße 1 und 2 stellen die erste Sulfonierungsstufe, das Gefäß 3 die zweite Sulfonierungsstufe dar.
Zur Bestimmung der a-Olefingehalte im Unsulfonierten wurden jeweils am Ablauf der einzelnen Gefäße Proben entnommen und 4- bis 5mal mit der gleichen Menge Benzin (Siedepunkt 80 bis HO0C) extrahiert. Nach Abdampfen des Lösungsmittels wurde das zurückbleibende Öl bei einem Druck von 12 Torr bei 80 bis 2000C destilliert und der Gehalt des Destillats an «-Olefin durch Infrarot-Spektralanalyse ermittelt. Die angeführten Farbwerte wurden in einer 4-Zoll-Küvette im Lovibond-Tintometer von 5%igen wäßrigen Lösungen der Sulfonate bestimmt. Etwa vorhandene unsulfonierte Anteile wurden nicht als Sulfonat gerechnet.
Beispiell
Als Ausgangsmaterial diente ein Gemisch von Olefinen der Kettenlänge C15 bis C18 (mittlere Kettenlänge Ciei5) mit der Jodzahl 118,5. In der ersten Sulfonierungsstufe wurden zwei Reaktionsgefäße, in der zweiten Stufe ein Reaktionsgefäß verwendet. Der Inhalt der hintereinander geschalteten graduierten Reaktionsgefäße konnte durch Regulierung des Überlaufs von 2,5 bis 3,5 Liter variiert werden. Die Apparatur . wurde mit Olefin gefüllt und das Gefäß 1 auf einen Flüssigkeitsinhalt von 3 1 eingestellt. In das Reaktionsgefäß 1 wurden nun kontinuierlich 11,8 kg Olefin je Stunde entsprechend 15 1 Olefin je Stunde eingespeist und in·die drei Reaktionsgefäße gleichzeitig,stündlich die insgesamt l,3fache molare Menge SO3 mit Luft verdünnt eingeleitet, wobei die SO3-Konzentration in der ersten Stufe (Gefäß 1 und 2) 2 Volumprozent und in der zweiten Stufe (Gefäß 3) 1 Volumprozent SO3 betrug. Während im ersten Gefäß 50% SO3, bezogen auf 100 % Olefin, zur Anwendung gelangten, wurde die Füllungshöhe der Gefäße 2 und 3 und die darin eingeführte SO3-Inertgasmenge schrittweise so verändert, bis am Übergang vom zweiten Gefäß in das dritte. Gefäß ein a-Olefingehalt im Unsulfonierten von 58 bis 60°/0 gemessen wurde. In diesem Falle betrug die angewendete SO3-Menge, bezogen auf eingesetztes Olefin, im zweiten Gefäß 42 % und im dritten Gefäß 38 % bei einem Flüssigkeitsinhalt der Gefäße 2 und 3 von 3,5 und 2,7 1.
Während des gesamten Versuches wurde mittels entsprechender Kühlung im ersten Reaktionsgefäß . eine Temperatur von 25° C, im zweiten von 33° C und im dritten von 37 bis 39°C aufrechterhalten. Die mittlere Verweilzeit des Reaktionsgemisches in der Gesamtapparatur betrug 36 Minuten. Das aus dem letzten Gefäß ablaufende Produkt wurde nach Entnahme eines Vorlaufes, der unberücksichtigt blieb, unter Kühlung mit der l,07fach molaren Menge an 10%iger Natronlauge versetzt und anschließend durch . 3stündiges Erhitzen auf 100° C hydrolysiert. Im Druckgefäß bei 160°C nahm die Hydrolyse einer Vergleichs-. probe nur 15 Minuten in Anspruch. Eine 5°/oige Lösung des hydrolysierten Olefinsulfonates ergab im Lovibond-Tintometer folgende Farbwerte: Gelb = 18, Rot = 9,3, Blau = 0.
Auch am Überlauf der Reaktionsgefäße 1 und 3 wurden während des Versuches zum Vergleich Proben entnommen und der Gehalt an a-Olefin im Unsulfonierten bestimmt. Sie betrugen am Ausgang des ersten Gefäßes 90% und am Ausgang des dritten Gefäßes 7%.
In einem Vergleichsversuch mit einer einstufig durchgeführten Sulfonierung wurde ein 7,5 Liter fassendes Reaktionsgefäß gemäß Abb. 3 mit dem gleichen Olefin gefüllt und stündlich 15 Liter entsprechend 11,8 kg davon eingespeist. Sulfoniert wurde mit einem l,3fachen Überschuß (auf Olefin bezogen) an 3%igem Schwefeltrioxid im Gemisch mit Luft. Die Temperatur betrug 35°C, die mittlere Verweilzeit des Olefins 30 Minuten und der Sulfoniergrad 92%. Nach der Hydrolyse wurde ein dunkelgefärbtes Sulfonat erhalten, dessen Farbzahlen in 5%iger Lösung oberhalb des Meßbereiches des Tintometers (Gelb > 27, Rot > 27, Blau > 27) lagen.
In einer weiteren Versuchsreihe wurde die im Beispiel 1 beschriebene Anordnung beibehalten, die Reaktionsbedingungen jedoch so abgeändert, daß der «-Olefingehalt im Unsulfonierten vor Eintritt in die letzte Sulfonierungsstufe außerhalb der angegebenen Grenzen von 30 bis 75% lag. Die beiden Vergleichsversuche a und; b sind in der nachfolgenden Tabelle dem Beispiel 1 gegenübergestellt. Die stündlich durchgesetzte Olefinmenge betrug wie im Beispiel 1 jeweils 151, entsprechend 11,8 kg Olefin/Std., die mittlere Verweilzeit 36 Minuten. SO3-Konzentration (im ersten und zweiten Gefäß 2%, im dritten Gefäß 1%) und Temperatur (erstes Gefäß 25° C, zweites Gefäß 33 0C und drittes Gefäß 38°C) wurden ebenfalls konstant gehalten. Die Hydrolyse erfolgte gemäß der im Beispiel 1 angegebenen Weise.
30 Bei- ■
spiel 1
Vergleichs
versuch
a j b
20
25
85
: 81
87,
25:
21
1,8
% SO3 (bezogen auf 100%
35 Olefin)
Gefäß 1
Gefäß 2
Gefäß 3
% «-Olefin im Unsulfonierten
vor Überführung in die zweite
Stufe
50
42
38
60
93
18
9,3
0
55
55
20
20
92
26
24
2,2
Sulfonierungsgrad, %
Lovibond-Farbzahl der 5%igen
45 Lösung
Gelb ·.
Rot .....,;
Blau
Im Vergleich zu Beispiel 1 wurden in den Vergleichsversuchen a und b erheblich dunkler gefärbte Olefinsulfonate mit niedrigerem Sulfoniergrad erhalten. Die stärkere Verfärbung. der Vergleichsprodukte kommt insbesondere in den erhöhten Rot- und Blauwerten zum Ausdruck.
B e i s ρ i e 1 e 2 bis 4
In den nachfolgenden Beispielen wurde die gleiche Apparatur wie im Beispiel 1 verwendet. Die Füllung betrug je nach Höhe des Überlaufrohres 2,5 bis 3,51 Olefin in den Gefäßen 1 und 2 und 2,5 bis 3,21 im Gefäß 3. Als Ausgangsprodukt diente das im Beispiel 1 verwendete Olefin, als Sulfonierungsmittel mit Luft verdünntes Schwefeltrioxid. Alle weiteren Maßnahmen sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt. Das Sulfonat wurde nach Entnahme eines Vorlaufs in der im Beispiel angegebenen Weise hydrolysiert.
% SO3 (bezogen auf 100 °/0
Olefin)
erste Stufe
Gefäß 1
Gefäß 2
zweite Stufe
Gefäß 3
SO3-Konzentration, Volumprozent
erste Stufe
zweite Stufe
°/0 «-Olefin im Unsulfonierten
am Ausgang der ersten Stufe.. stündlich durchgesetzte Olefin-
menge, kg
Temperatur, 0C
Gefäß 1
Gefäß 2
Gefäß 3
Verweilzeit, Minuten
SuIfoniergrad, °/0
Lovibond-Farbzahl der 5°/oigen Lösung
Gelb
Blau
Beispiel
2 I
49 43
38
4 2
55 23,6
35 42 45 16 92
18 9,8 0
50 40
40
1 0,5
50 5,9
26 32 35 70 94
17 8,7 0
45 37
48
2 1
60 11,8
30
34 40 37 94
15 6,4 0

Claims (1)

  1. Patentanspruch:
    Verfahren zum Sulfonieren von Kohlenwasserstoffgemischen, die zu mindestens 85°/„, vorzugsweise zu mehr als 90% aus Monoolefinen mit 8 bis 22 Kohlenstoffatomen mit endständiger Doppelbindung bestehen, mit gasförmigem, mit Inertgas verdünntem Schwefeltrioxid, dadurch gekennzeichnet, daß man je Mol oc-Olefin insgesamt 1,1 bis 1,5 Mol Schwefeltrioxid anwendet und die Sulfonierung in zwei Stufen vornimmt, wobei man in der ersten Stufe unter Einhaltung einer Temperatur von 10 bis 50° C und einer Konzentration des Schwefeltrioxids im Inertgas von 0,5 bis 20 Volumprozent die Sulfonierung so lange fortsetzt, bis der Gehalt des noch nicht sulfonierten «-Olefins auf 70 bis 25°/0, vorzugsweise 65 bis 30°/0 abgesunken ist, und dann in der zweiten Stufe bei Temperaturen von 20 bis 60° C und einer Schwefeltrioxidkonzentration, die weniger als 75 % der in der ersten Stufe angewendeten Konzentration ausmacht und im Bereich von 0,2 bis 10 Volumprozent liegt, sowie einer Reaktionszeit, die höchstens 80°/0 der in der ersten Stufe aufgewendeten Zeit beträgt, die Sulfonierung bis zu einem Sulfonierungsgrad von über 90% fortführt.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
    009 583/396

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