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DE1230562B - Verfahren zur Herstellung von Polysiloxanelastomeren - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Polysiloxanelastomeren

Info

Publication number
DE1230562B
DE1230562B DED43776A DED0043776A DE1230562B DE 1230562 B DE1230562 B DE 1230562B DE D43776 A DED43776 A DE D43776A DE D0043776 A DED0043776 A DE D0043776A DE 1230562 B DE1230562 B DE 1230562B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
silicon
silica
aging
oxides
hydrophobic
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DED43776A
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Hanns Biegler
Dr Helmut Bruenner
Dr Horst Ferch
Gottfried Kallrath
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Evonik Operations GmbH
Original Assignee
Degussa GmbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Degussa GmbH filed Critical Degussa GmbH
Priority to DED43776A priority Critical patent/DE1230562B/de
Priority to NL6501075A priority patent/NL6501075A/xx
Priority to GB668565A priority patent/GB1087584A/en
Priority to FR6682A priority patent/FR1425713A/fr
Publication of DE1230562B publication Critical patent/DE1230562B/de
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08KUse of inorganic or non-macromolecular organic substances as compounding ingredients
    • C08K9/00Use of pretreated ingredients
    • C08K9/04Ingredients treated with organic substances
    • C08K9/06Ingredients treated with organic substances with silicon-containing compounds

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Compositions Of Macromolecular Compounds (AREA)

Description

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. Cl.:
C08g
Deutsche Kl.: 39 b-22/10
Nummer: 1230 562
Aktenzeichen: D 43776IV c/39 b
Anmeldetag: 29. Februar 1964
Auslegetag: 15. Dezember 1966
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Polysiloxanelastomeren hoher Alterungsbeständigkeit in nicht geschlossenen Systemen und mit verbesserten, mechanischen Eigenschaften unter Verwendung feinverteilter Oxyde des Siliciums.
Um brauchbare, mechanische Eigenschaften von Polysiloxanelastomeren zu erhalten, ist — ähnlich wie bei vielen anderen Synthesekautschuktypen — ein Zusatz verstärkender Füllstoffe nötig. Die besten Resultate werden nach bekannten Verfahren mit hochaktiven Kieselsäurefüllstoffen, die gegebenenfalls noch einen Gehalt an Titandioxyd aufweisen können, erzielt.
Es ist ferner bekannt, die hydrophile Oberfläche einer gefällten, hydratisierten Kieselsäure zu hydrophobieren, indem man sie in der Fällsuspension mit Organohalogensilanen behandelt oder direkt und unter Zusatz von Mineralsäure aus Wasserglaslösung ausfällt. Auch die auf pyrogenem Wege, z. B. aus der Dampfphasenhydrolyse von Siliciumtetrachlorid oder durch Reduktion von Quarz mit Kohle im Lichtbogenofen und durch nachfolgende Oxydation mit heißen Luftgasen, erzeugten Siliciumdioxyde lassen sich durch Aufdämpfen von Organohalogensilanen in hydrophobe Füllstoffe verwandeln. Infolge ihrer Hydrophobie können dieselben dann verhältnismäßig leicht in Elastomere eingearbeitet werden und führen zu Vulkanisaten mit relativ guten, mechanischen Eigenschaften.
Bei Ermittlung dieser Eigenschaftswerte zeigt sich jedoch häufig, daß man große Streuungen erhält, welche die Reproduzierbarkeit erschweren. Dies gilt insbesondere für die in der Praxis geforderte Alterungsbeständigkeit von Polysiloxanelastomeren bei der Lagerung. Diese Alterungsbeständigkeit ist aber bei den bisher verwendeten Füllstoffen noch nicht in befriedigendem Ausmaße vorhanden. Erfahrungsgemäß lagern dieselben vor dem Vulkanisieren noch einige Zeit und altern, verstrammen, und müssen dann replastiziert werden, d. h. durch Walzen und Kneten muß der frühere plastische Zustand wieder hergestellt werden.
Zur Vermeidung vorgenannter Nachteile und Verbesserung der gummitechnischen Eigenschaften wird nach einem bekannten Verfahren die Verwendung von Oxyden seltener Erden als Wärmestabilisatoren zusammen mit hochdisperser Kieselsäure und Diphenylsilandiol als Verstrammungsschutz in Mischungen mit Polysiloxanen empfohlen.
Der Erfindung lag die Aufgabenstellung zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung von Polysiloxanelastomeren hoher Alterungsbeständigkeit in nicht geschlos-Verf ahren zur Herstellung von
Polysiloxanelastomeren
Anmelder:
Deutsche Gold- und Silber-Scheideanstalt
vormals Roessler, Frankfurt/M.
Als Erfinder benannt:
Dr. Hanns Biegler, Wesseling;
Dr. Helmut Brünner, Rheinfelden (Bad.);
Dr. Horst Ferch, Hanau;
Gottfried Kallrath, Brühl-Vochem
senen Systemen unter Verwendung solcher feinteiligen Oxyde des Siliciums aus Organpolysiloxanen, organischen Peroxyden und üblichen Zusätzen anzugeben, welche dem Vulkanisat eine den Erfordernissen der Praxis angepaßte Alterungsbeständigkeit in nicht geschlossenen Systemen bei gleichzeitiger Verbesserung der mechanischen Eigenschaften verleihen, ohne daß noch besondere Zusätze von z. B. Oxyden seltener Erden als Wärmestabilisatoren erforderlich sind.
Das Kennzeichnende ist darin zu sehen, daß hochdisperse Oxyde des Siliciums, die durch Behandlung mit organischen Siliciumhalogenverbindungen derartig hydrophobiert worden sind, daß sie nur noch eine geringe Silanolgruppendichte aufweisen, verwendet werden.
Es konnte nämlich festgestellt werden, daß bei Verwendung derartig modifizierter Siliciumdioxyde in zu Elastomeren lastenden Polysiloxanen die Replastizierarbeit sich erübrigt, weil die Masse während der Lagerung sich nicht verändert. Mit dem Einsatz derart hydrophobierter Kieselsäuren läßt sich aber auch eine Erhöhung des Füllgrades gegenüber der Verwendung nicht modifizierter Füllstoffe erreichen und dabei verbessern sich auch die mechanischen Eigenschaften des Vulkanisates, Vorteile, die nach dem Verhalten nicht oder nur unge-
609 747/354
3 4
nügend hydrophobierter Siliciumdioxyde keineswegs nischen Werte bei der Umluftalterung nicht so stark zu erwarten waren. Die Möglichkeit einer höheren absinken wie beim Einsatz nicht hydrophobierter Füllung in Elastomeren ist bei gleicher Shorehärte Füllstoffe,
möglich, die auch durch die Alterung wenig beeinträchtigt wird. Die mit einer hydrophobierten Kiesel- 5 Beispiel
säure gefüllten Polysiloxanelastomeren verstrammen
bei der Lagerung weniger als solche mit nicht hydro- In je 100 Teile eines handelsüblichen Silikon-
phobierten Füllstoffen. kautschukrohstoffes werden bei Walzentemperaturen
Man kann also bis zur gleichen Shore-Härte mehr zwischen 20 bis 30° C unter Zusatz von Dicumyl-Füllstoffe als üblich einarbeiten und erhält bei diesen i° peroxyd (95 °/oig) 35 Teile einer pyrogen gewonnenen höher gefüllten Vulkanisaten die gleiche Zerreiß- hydrophilen Kieselsäure (A), in einer zweiten Charge festigkeit, höhere Bruchdehnung und nahezu die 35 Teile einer pyrogen gewonnenen hydrophoben doppelte Einreißfestigkeit. Neben den Verbesserungen Kieselsäure (B), in einer dritten Charge 35 Teile einer in der Alterungsbeständigkeit und bei den mecha- hydrophobierten ungetemperten feinteiligen Kieselnischen Eigenschaften bewirkt der höhere Füllungs- 15 säure (C) und in einer vierten Charge im gleichen grad auch noch eine Verbilligung des Endproduktes. Mischungsverhältnis das gleiche aber getemperte Man verwendet für die Füllung von Silikonkautschuk Produkt (D) eingearbeitet.
zweckmäßig Siliciumdioxyde, die nach den Ver- Auf die Verwendung von Hilfsstoffen wurde bei fahren gemäß der deutschen Auslegeschriften diesen vier Vergleichsstoffen bewußt verzichtet, um 1172 245 und 1163 784 hydrophobiert worden sind, 20 die Unterschiede zwischen den einzelnen Füllstoffen und geht dabei von gefällten oder thermisch erzeugten deutlicher hervortreten zu lassen.
Siliciumdioxyden mit einer spezifischen Oberfläche Um Schwankungen bei der Ermittlung der Eigenvon 50 bis 300 ma/g aus. Für die vollständige Ab- schaftswerte in Vulkanisaten auszuschalten, wurden Sättigung einer Kieselsäure mit beispielsweise 200m2/g die Mischungen vor der Vulkanisation mindestens spezifischer Oberfläche, bestimmt nach der BET- 25 8 Tage bei Raumtemperatur gelagert, kurz plasti-Methode ■ (Oberflächenmaß nach Brunauer, fiziert und dann vulkanisiert. Die Mischungen wurden E mm et und Teller [vgl. I. Amer. Chem. Soc, 25 Minuten bei 1500C unter einem spezifischen 60, S. 309, 1938]. Die BET-Oberfläche wird ermittelt Plattendruck von 70 kg/cm2 vulkanisiert. Anschliedurch Messen des bei der Temperatur des flüssigen ßend wurden die Vulkanisate 6 Stunden im Umluft-Stickstoffes im Hochvakuum der Oberfläche adsor- 30 schrank bei 200° C nachvulkanisiert,
bierten Stickstoffes bzw. Edelgases), sind z. B. etwa In der nachstehenden Tabelle kommt bei gleichem 14 g Dimethyldichlorsilan pro 100 g der zu hydro- Füllungsgrad das unterschiedliche Verhalten der verphobierenden Kieselsäure oder entsprechende Mengen schiedenen Kieselsäuren in Polysiloxanelastomeren anderer Orgänosilane erforderlich. Das entspricht im zum Ausdruck. Es werden Silikonvulkanisate mit Falle von Dimethylchlorsilan etwa 2,2 % C im hydro- 35 einer hydrophilen pyrogenen Kieselsäure (A), der phoben Produkt. Eine derart hydrophobierte Kiesel- oben beschriebenen pyrogenen hydrophoben Kieselsäure hat nach der Temperung eine spezifische säure (B) sowie den hydrophoben gefällten unge-Oberfläche von 144 m2/g und weist noch eine Silanol- temperten (C) und getemperten Kieselsäuren eingruppendichte innerhalb des Bereiches von 0,1 bis ander gegenübergestellt.
1,0/100 Ä2 auf, vorzugsweise von 0,21 OH/100 Ä2. 40 Die bei der Verwendung der beiden letztgenannten
Für den genannten Bereich von 0,1 bis 1,0 OH/100 Ä2 Kieselsäuren (C) und (D) beobachteten Effekte, die
kann der Kohlenstoffgehalt im hydrophoben Produkt nicht ohne weiteres zu erwarten waren, gehen aus
bei Verwendung von Dimethylchlorsilan zwischen 1 den Zeilen II, 3, 8, 10 hervor. Es mußte überraschen,
und 3% variieren. Durch Verwendung anderer daß sich nach einer Umluftalterung bei 275° C nach
Halogensilane kann man einen höheren Kohlenstoff- 45 6 Tagen noch eine so hohe Bruchdehnung von 220 %
gehalt erhalten, ohne daß die Silanolgruppendichte ergibt.
wesentlich beeinflußt wird und ohne daß die mecha- Vergleicht man die Zerreißfestigkeit nach diesem
rüschen Eigenschaften des Vulkanisates wesentlich Alterungsprozeß, so findet man für das Produkt (A)
verändert werden. Vorzugsweise verwendet man jedoch ausgesprochen hohe Werte. Diese Zahlen sind jedoch
Dimethylchlorsilan. 50 insofern fiktiv, als das Material weitgehend versprödet
Die Vorteile, die sich aus der Einarbeitung von ist und für praktische Zwecke auf Grund dieser hohen
nahezu völlig hydrophobierter und getemperter Kiesel- Sprödigkdt nicht mehr eingesetzt werden kann,
säure bei der Verarbeitung mit Silikonkautschuk Zerreißfestigkeit und Bruchdehnung wurden nach
ergeben, seien an einem Beispiel erläutert, in dem das DIN 53 504 nach St II mittels einer elektronischen
unterschiedliche Verhalten von pyrogen gewonnener 55 Zerreißmaschine bei Raumtemperatur bestimmt. Die
hydrophiler Kieselsäure (A), von pyrogen gewon- Abzugsgeschwindigkeit betrug 100 mm/Min. Die
nener und hydrophobierter Kieselsäure (B), von Shore-Härte wurde nach DIN 53 505 ermittelt,
einer gefällten, hydrophobierten aber ungetemperten Bei gleichem Füllungsgrad (26 Gewichtsprozent)
Kieselsäure (C) und schließlich einer gleichen, aber ergibt das Vulkanisat (D) nur eine Shore-Härte von 37. getemperten Kieselsäure (D) in Polysiloxanelasto- 60 Um auf die Shore-Härte der Vulkanisate (A) und (B)
meren bei gleichem Füllungsgrad einander gegenüber- zu kommen, ist es möglich, erheblich mehr Füllstoff
gestellt ist. einzumischen. Die Festigkeit solcher höher gefüllten
Eindeutig geht daraus das bessere Verhalten einer Vulkanisate (D) entspricht erfahrungsgemäß durchaus
hydrophobierten und bei 400 bis 600° C getemperten der Zerreißfestigkeit des Vulkanisats (A), jedoch wird Kieselsäure bei der sogenannten Umluftalterung und 65 die Einreißfestigkeit nochmals erhöht, so daß eine
die bessere Temperaturbeständigkeit in nicht ge- annähernde Verdoppelung der Einreißfestigkeit bei
schlossenen Systemen gegenüber den anderen Silicium- Raumtemperatur beobachtet wird. Dieser Punkt ist
dioxydfüllstoffen hervor. Es zeigt, daß die mecha- für die Praxis besonders wichtig.
1 230 562
5
Tabelle I
Dimension Zerreißfestigkeit
Bruchdehnung
Shore Härte A
kp/cma
0/
/o
i. E.
Zerreißfestigkeit
Bruchdehnung
Shore Härte A
kp/cm2
o/
/0
i. E.
Zerreißfestigkeit
Bruchdehnung
Shore Härte A
kp/cm2
O/
/0
i.E.
Einreißfestigkeit
Einreißfestigkeit nach 1 Tag bei +2750C
kp/cm
kp/cm
A
35 TeUe
Werte der
B
35 TeUe
6 elastomer«
D1
35 TeUe
1
D2
45 TeUe
Versuchsbedingungen Minuten
Minuten
1 Tag Umluftalterung bei 6 Tage Umluftalterung bei ungealtert 12
10
10
2
PolysUoxan
C
35 Teile
8
0,5
10
0,5
I
II
Mischzeit
Plastizierzeit nach 12 Tagen
ungealtert 8
0,5
70
280
54
75
350
45
55
600
42
70
550
59
1
2
3
+ 275° C 50
400
45
34
160
48
45
200
40
36
450
41
35
400
52
4
5
6
+ 275° C 32
340
43
50
20
80
35
30
80
30
220
52
35
200
65
7
8
9
30
200
46
10
10
12
13
16
13
18
14
10
11
co co
T-I T-I
In der Tabelle ist das unterschiedliche Verhalten hydrophiler (A) und hydrophober (B) und (C) Kieselsäuren besonders deutlich im Alterungsverhalten in nicht geschlossenen Systemen ersichtlich, wobei zwischen pyrogenen und gefällten hydrophoben Kieselsäuren ebenfalls ein unterschiedliches Verhalten erkennbar ist.
In einem weiteren Vergleichsversuch wurden die Wirkungsweisen einer Anwendung von Oxyden seltener Erden zusammen mit hochdisperser Kieselsäure nach dem eingangs erwähnten bekannten Verfahren gegenüber dem erfindungsgemäßen Vorgehen untersucht, dessen Ergebnisse in der Tabelle II wiedergegeben sind.
Für diesen Versuch wurde das aus Monazitsand gewonnene Ceritoxyd, Type A 1, eingesetzt (Lieferfirma: Auer-Remy Vertriebsgemeinschaft Seltene Erden. H. Blum & Co., K. G., Hamburg).
Diese Ceritoxyd-Type besteht aus:
CeO2 46,5 bis 48,5 °/0
Pr6O11 5 bis 6%
Nd2O3 17 bis 20%
Sm2O3 2 bis 3,5%
La2O3 und übrige Seltene
Erden Rest
bezogen auf den Gesamtoxydgehalt der Ware von 99%·
Füllstoff, Ceritoxyd und Diphenylsilandiol wurden auf der Mischwalze in den Silikonkautschuk eingearbeitet und die Mischungen 1 Stunde bei 110°C im Wärmeschrank gelagert. Nach Abkühlung wurde das Peroxyd zugegeben. Nach weiteren 24 Stunden Lagerzeit wurden die Mischungen plastifiziert, zu Platten verpreßt und in der Presse 100 Minuten bei 1250C vulkanisiert. Die Nachvulkanisation wurde 1 Stunde bei 15O0C und 24 Stunden bei 25O0C vorgenommen. Die aus diesen Platten herausgestanzten Probekörper nach DIN 53 504 (Normstab II) wurden nun in Exsikkatoren 6 Tage bei 25° C und 75% relativer Luftfeuchtigkeit gelagert. Geprüft wurde:
1. nach Entnahme der Proben aus dem Exsikkator (Zeilen 1, 2 und 3 der Tabelle)
2. nach Einschmelzen der Proben in Glasrohre und 24 Stunden Erhitzen auf 2500C (Zeilen 4, 5 und 6 der Tabelle) und
3. nach 3 Tagen Alterung im Umluftschrank bei 275°C (Zeüen 7, 8 und 9 der Tabelle).
Aus der Tabelle ist ersichtlich, daß bei der Glasrohralterung (Zeilen 4 bis 6) durch Zusatz entweder von Diphenylsilandiol (D) oder von Ceritoxyd (E) jeweils für sich allein zu pyrogen gewonnener hydrophiler Kieselsäure keine Verbesserung gegenüber den Mischungen, die keine Zusätze (C) und (F) enthalten, festzustellen ist. Durch Kombination beider Zusätze (I), (K) und (L) lassen sich die Dehnungswerte nach Glasrohralterung merklich verbessern, mit einem Optimum bei 6 bis 8 % Ceritoxyd. Der Einsatz einer hydrophobierten Kieselsäure (Spalte M und N der Tabelle) ergibt bei dieser Prüfung schlechtere Ergebnisse. Es ist jedoch bereits bekannt, daß auch nichthydrophobierte gefällte Kieselsäuren bei einer Alterung im geschlossenen System schlechtere mechanische Eigenschaften hervorrufen als pyrogen gewonnene Kieselsäuren.
Dagegen ist bei einer Alterung im Umluftschrank nach 3 Tagen bei 2750C eine deutliche Verbesserung der Bruchdehnung und der Härte bei Verwendung von hydrophobierter gefällter Kieselsäure an Stelle von pyrogen gewonnener hydrophiler Kieselsäure gegeben.
(Vergleiche die Spalten D und F mit M bzw. N in Zeile 7, 8 und 9). Ähnliche Verbesserungen lassen sich allerdings auch durch einen Zusatz von Diphenylsilandiol (D) bzw. Ceritoxyd (E) und (H) oder beider Zusätze gemeinsam (I) und (K) erreichen. Im letzteren Falle erkennt man aus den Versuchen wiederum ein Optimum bei 6 bis 8 % (I) und (K) Ceritoxyd. Bei 10 % Ceritoxyd fällt die Dehnbarkeit auf einen sehr niedrigen Wert ab (L).
Die an den Versuchsmischungen ermittelten Weichwalzzeiten (Plastifizierzeiten), die durch eine Verwendung von Diphenylsilandiol als Schutz gegen eine Verstrammung der unvulkanisierten Mischungen auf
IO
kürzeste Plastifizierzeiten herabgesenkt werden können, sind aus Zeile 10 der Tabelle zu ersehen. Wie ersichtlich, wird erfindungsgemäß auch dieser Vorteil durch Verwendung von hydrophobierter gefällter Kieselsäure an Stelle von pyrogen erzeugter Kieselsäure auch ohne sonstige Zusätze erreicht.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren können die nach dem Stande der Technik erforderlichen Zusätze zur Erreichung verbesserter Herstellungsbedingungen und Eigenschaften von Silikonelastomeren bei Beanspruchung in nicht geschlossenen Systemen in Fortfall geraten, wodurch eine wesentliche Arbeits- und Materialersparnis gewährleistet ist.
Tabelle II
A B C D E F G H I K L M N
I Versuchsnummer 4193 4190 4192 4194 4189 4191 4186 4187 4188 4201 4200
II entgastes Dimethyl-
polysiloxan mit ge
ringem Gehalt an
reaktiven Gruppen Teüe 100 92 100 100 92 100 92 92 92 100 100
III pyrogenes hydrophiles Teile 40 40 40 40 40 40 40 40 40
SiO8
IV gefälltes hydropho- Teile 40 40
biertes SiO2
V Diphenylsilandiol Teüe 16 16 16 16 16
(50°/oiginSilopren)
VI Ceritoxyd Type Al Teile 6 6 6 8 10
VII Dicumylperoxyd (95%) Teile 1 1 1 1
VIII Benzoylperoxyd (50 %) Teile 2 2 2 2 2 2 2
Mechanische Werte nach 24 Stunden Nachvulkanisation bei 250° C
Zerreißfestigkeit
Bruchdehnung
Shore Härte A
Zerreißfestigkeit
Bruchdehnung
Shore Härte A
Kp/cm2 45 57 50 49 55 64 53 62 60 57
0/
/o
320 540 330 240 390 320 470 500 500 440
i. E. 57 38 45 50 41 50 39 44 46 40
nach 24 Stunden Alterung im Glasrohr bei 250° C
Kp/cm2 20 14 13 20 19 10 13 12 13 2
°/o 280 310 310 270 350 240 430 390 360 50
LE. 46 27 24 35 30 30 27 33 36 3
nach 3 Tagen Alterung im Umluftschrank bei 2750C
Zerreißfestigkeit
Bruchdehnung
Shore Härte A
Plästizierzeiten nach
24 Stunden Lagerung
Kp/cm'
o/
/0
Minuten
41 49 47
50 300 290
91 53 57
29
80
85
50
190
60
57
190
70
180
Ibis 3
Obisl
2 bis Ibis 2 Obisl
Ibis 2 Obisl
200
Obisl
25
80
68
38
300
42
Obisl Obisl
Obisl

Claims (2)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von Polysiloxanelastomeren hoher Alterungsbeständigkeit in nicht geschlossenen Systemen unter Verwendung hochdisperser Oxyde des Siliciums aus Organopolysiloxanen, organischen Peroxyden und üblichen Zusätzen, dadurch gekennzeichnet, daß hochdisperse Oxyde des Siliciums, die durch Behandlung mit organischen Siliciumhalogenverbindungen derartig hydrophobiert worden sind, daß sie nur noch eine geringe Silanolgruppendichte aufweisen, verwendet werden, welches in an sich bekannter Weise einer Vulkanisation unterzogen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß hochdisperse Oxyde des Siliciums verwendet werden, die durch Behandlung mit vorzugsweise Dimethylchlorsilan so weit hydrophobiert worden sind, daß sie bei einem Kohlenstoffgehalt von 1,00 % °is 3,00 % und bei einer spezifischen Oberfläche nach BET von 50 bis 300 ma/g nur noch eine Silanolgruppendichte von 0,1 bis 1,0/100 Ä2 aufweisen.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Französische Patentschrift Nr. 1 284 864.
DED43776A 1964-02-29 1964-02-29 Verfahren zur Herstellung von Polysiloxanelastomeren Pending DE1230562B (de)

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Application Number Priority Date Filing Date Title
DED43776A DE1230562B (de) 1964-02-29 1964-02-29 Verfahren zur Herstellung von Polysiloxanelastomeren
NL6501075A NL6501075A (de) 1964-02-29 1965-01-28
GB668565A GB1087584A (en) 1964-02-29 1965-02-16 Process for the production of silicone rubber vulcanisates
FR6682A FR1425713A (fr) 1964-02-29 1965-02-23 Procédé de fabrication de vulcanisats de caoutchoucs silicones ainsi que les produits conformes à ceux obtenus par le présent procédé ou procédé similaire

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FR (1) FR1425713A (de)
GB (1) GB1087584A (de)
NL (1) NL6501075A (de)

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0033843B1 (de) * 1980-02-12 1983-02-09 Degussa Aktiengesellschaft Cerhaltige Fällungskieselsäure, Verfahren zu deren Herstellung, sowie zu Elastomeren härtbare Massen, die die cerhaltige Fällungskieselsäure enthalten
FR2741885A1 (fr) * 1995-12-01 1997-06-06 Gen Electric Procede de preparation de caoutchoucs durcis par la chaleur, ameliores, et composition de caoutchouc silicone durcissable par la chaleur

Citations (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
FR1284864A (fr) * 1960-03-23 1962-02-16 Thomson Houston Comp Francaise Nouvelles compositions de caoutchouc de silicone

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Also Published As

Publication number Publication date
GB1087584A (en) 1967-10-18
NL6501075A (de) 1965-08-30
FR1425713A (fr) 1966-01-24

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