DE1227455B - Verfahren zur Herstellung von Boroxolen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von BoroxolenInfo
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-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07F—ACYCLIC, CARBOCYCLIC OR HETEROCYCLIC COMPOUNDS CONTAINING ELEMENTS OTHER THAN CARBON, HYDROGEN, HALOGEN, OXYGEN, NITROGEN, SULFUR, SELENIUM OR TELLURIUM
- C07F5/00—Compounds containing elements of Groups 3 or 13 of the Periodic Table
- C07F5/02—Boron compounds
- C07F5/04—Esters of boric acids
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- Pharmaceuticals Containing Other Organic And Inorganic Compounds (AREA)
Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. Cl.:
C07d
Deutsche KX: 12 ο-26/01
Nummer: 1227455
Aktenzeichen: St 23574IV b/12 ο
Anmeldetag: 26. März 1965
Auslegetag: 27. Oktober 1966
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Boroxolen durch Umsetzung von Boroxyd
mit einem Borsäureester der allgemeinen Formel B(OR)3, in der jede R-Gruppe einen einwertigen
Kohlenwasserstoffrest mit bis zu 6 Kohlenstoffatomen darstellt.
Boroxole sind bekannte Verbindungen. Sie werden im allgemeinen durch Umsetzung von wasserfreiem
Boroxyd mit Borsäureestern, welche die gewünschten Kohlenwasserstoffoxy-Gruppen aufweisen, hergestellt.
So läßt sich beispielsweise Trimethoxyboroxol durch Umsetzung von wasserfreiem Boroxyd
mit Borsäuretrimethylester herstellen. Die bisher bekannten Herstellungsverfahren erfordern jedoch
Reaktionszeiten von 3 bis 4,5 Stunden und mehr. Durch das Verfahren gemäß der Erfindung wird die
Umsetzungsdauer auf eine Zeitspanne von nur unwesentlich mehr als 1 Stunde herabgesetzt, und
gleichzeitig werden hohe Ausbeuten an Boroxolen erzielt. Außerdem läßt sich das Verfahren leicht in ao
üblichen technischen Apparaturen durchführen.
Demnach betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von Boroxolen durch Umsetzung von
Boroxyd mit einem Borsäureester der allgemeinen Formel B (OR)3, in der jede R-Gruppe einen einwertigen
Kohlenwasserstoffrest mit bis zu 6 Kohlenstoffatomen darstellt, und ist dadurch gekennzeichnet,
daß die Umsetzung in Gegenwart von Wasser in Mengen von etwa 1,9 bis etwa 3,5 Gewichtsprozent, bezogen
auf das Gewicht des Boroxyds, bei einer Temperatur zwischen 125° C und der Zersetzungstemperatur des Borsäureesters, durchgeführt wird. Die bevorzugte
Umsetzungstemperatur für die Herstellung von Trimethoxyboroxol beträgt 140 bis 200ü C.
Das Boroxyd kann entweder in einer seiner beiden Kristallformen oder in Form von Flocken, Pulver
oder Körnchen verwendet werden. Vorzugsweise verwendet man es in Form eines feinen Pulvers, um
bei einer gegebenen Menge Boroxyd eine möglichst große Oberfläche für die Reaktion zur Verfügung zu
haben. Wird das Boroxyd in einer seiner beiden Kristallformen verwendet, so enthalten diese im allgemeinen
eine bestimmte Wassermenge. Das Boroxyd muß infolgedessen genau analysiert werden, um eine
ausreichende Kontrolle über die in dem Reaktionsgemisch vorhandene Wassermenge zu haben. Im
allgemeinen wird das Wasser als Teil des Boroxyds zugegeben, kann jedoch auch als freies Wasser zugefügt
werden.
Geeignete Borsäureester sind solche der vorstehend angegebenen allgemeinen Formel. Insbesondere kann
R bedeuten: Alkylreste, z. B. Methyl-, Äthyl-, Pro-Verfahren zur Herstellung von Boroxolen
Anmelder:
Stauffer Chemical Company,
New York, N. Y. (V. St. A.)
Vertreter:
Dr. W. Beil, A. Hoeppener, Dr. H. J. Wolff
und Dr. H. Chr. Beil, Rechtsanwälte,
Frankfurt/M.-Höchst, Adelonstr. 58
und Dr. H. Chr. Beil, Rechtsanwälte,
Frankfurt/M.-Höchst, Adelonstr. 58
Als Erfinder benannt:
Russell Smith Towers, Adrian, Mich. (V. St. A.)
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 6. April 1964 (357 799) - -
pyl-, Butyl- oder Hexylgruppen; Cycloalkylreste, z. B.
Cyclopropyl-, Cyclobutyl-, Cyclopentyl- oder Cyclohexylgruppen; Alkenylreste, z. B. Vinyl-, Allyl- oder
Hexenylgruppen; Cycloalkenylreste, z. B. Cyclopentadienyl- oder Cyclohexadienylgruppen; Arylreste,
z. B. die Phenylgruppe. Die R-Gruppen in einem bestimmten Borsäureester können verschieden sein, es
ist jedoch vorzuziehen, daß sie alle gleich sind und keine aliphatische Mehrfachbindung aufweisen.
Die Temperatur, bei welcher die gewünschte Umsetzung stattfindet, ist kritisch. Je höher die Temperatur
ist, um so schneller verläuft die Umsetzung. Die Art der Zugabe des Borsäureesters zu dem Boroxyd
bestimmt jedoch die maximale Temperatur, die angewendet werden kann. Gemäß einer Ausführungsform wird zunächst eine Aufschlämmung von Boroxyd
und, falls notwendig, Wasser mit einem Teil, z. B. einem Viertel, einem Drittel oder der Hälfte der
stöchiometrischen Menge an Borsäureester versetzt und das Gemisch zum Rückfluß erhitzt. Die restliche
Boratmenge wird dann ausreichend langsam zuge-
609 708/438
setzt, so daß die Gefäßtemperatur auf einer maximalen,
für eine schnelle Umsetzung ausreichendenJHöhe
bleibt. Die Gefäßtemperatur nimmt infolge der allmählichen Verminderung der Rückflußtemperatur des
Gemisches bei der Zugabe des Borsäureesters ab. Bei einer anderen Ausfuhrungsform wird das Boroxyd
suspendiert und zürn Rückfluß erhitzt,.um'das Wasser
zurückzuhalten; der Borsäureester wird dann mit dem heißen Boroxyd zusammengebracht, wobei eine
augenblickliche Umsetzung stattfindet·'und das gebildete
Boroxol aus der heißen Boroxydschicht heraustropft.
— -Beispiel 1 -
1 Grammol Boroxyd mit einer Teilchengröße entsprechend einem Prüfsieb mit 56 Maschen pro Quadratzentimeter
und dem aus Tabelle 1 ersichtlichen prozentualen Wassergehalt wird unter Rühren mit
0,5 Grammol Borsäuremethylester versetzt, wobei sich eine dicke Aufschlämmung bildet. Das Gemisch
wurde zum Rückfluß erhitzt, bis die Gefäßtemperatur die angegebenen Werte erreicht hatte und der
Rückfluß aufhörte. ■
Anschließend wurden weitere 0,5 Grammol Borsäuremethylester dem Gemisch so schnell wie möglich
zugesetzt, wobei die Kopftemperatur der unter Rückfluß siedenden Mischung 104° C betrug und
die Gefäßtemperatur schließlich 133 bis 135° C erreichte.
Das Endprodukt wurde in jedem Fall filtriert und stellte Trimethoxyboroxol in nahezu quantitativer
Ausbeute dar.
| :. /Λ /Λ'-y <Tabelle-l> : :: | -·- i Maximale Gefäßtemperatur . °C .. . |
Γ: ■·'' /ti ':: ■·.. | |
| Versuch | % H2O im B2O3 | J 160 160 160 148 |
Reaktionszeit ,-. Minuten. |
| A B C D |
1,99 ■- 2,42 2,56 2,83 |
48 45 55 |
Jeder der nachstehend aufgeführten Borsäurealkylester wurde mit 0,5 Grammol Boroxyd mit einer Teilchengröße
entsprechend einem Prüfsieb mit 56 Maschen pro Quadratzentimeter und mit einem Wassergehalt
von 1,99 Gewichtsprozent vermischt, und zwar in solchen Mengen, daß sich dicke Aufschlänl·-
mungen bildeten. In keinem' Fall wurden mehr als 0,25 Grammol Borsäureester verwendet. In einigen
Fällen wurde zusätzlich Wasser in den angegebenen Mengen zugesetzt. Die Gemische wurden auf die
angegebene maximale Gefäßtemperatur erhitzt und mit so viel zusätzlichem Borsäureester versetzt, daß
die Gesamtmenge an Borsäureester je Versuch 0,5 Grammol entsprach. Die Zugabegeschwindigkeit
richtete sich bei jedem Versuch nach den Rückflußbedingungen. Sobald die Gefäßtemperaturen sich
konstant auf ein Minimum eingestellt hatten, wurden die Versuche jeweils als beendet angesehen. In
jedem Fall wurde' das entsprechende Boroxol gewonnen.
| Versuch | Borat | Zusätzliche BfeO-Menge |
Gefäßtemperaturbereich | Reaktionszeit | % Umwandlung ■ 1 |
| g | 0C | Minuten | |||
| E | n-Propyl | 225 bis 150 | 40 | 97 ' | |
| F | n-Propyl | 215 bis 160 | 50 | 97 ; | |
| G | n-Propyl | 0,13 | 225 bis 150 | 30 | 97 , |
| H | i-Propyl | 0,13 | 185 bis 160 | 60 | 85* |
| J | . . i-Propyl | 0,45 | 200 bis 150 | 60 | 99* '.=' |
| K | n-Butyl | 0,13 | 270 bis 150 | 40 | 99 H= - |
| * Geschätzt |
: Das Tri-n-propoxyboroxol wies einen Brechungsindex
von η 2S =. 1,4111 auf. Das Tri-isopropoxyboroxol
zeigte einen Schmelzpunkt von 52° C. Das Trin-butoxyboroxol
wies einen Brechungsindex von η 2S = 1,4197 auf.-.
Verwendete man Phenylborat, Cyclohexylborat, Allylborat oder Cyclohexenylborat an Stelle des in
Versuch K, Beispiel 2, genannten n-Butylborats, so erhielt man in im wesentlichen quantitativer Ausbeute
Triphenoxy-, Tricyclohexoxy-, Triallyloxy- bzw. Tricyclohexenoxyboroxol.
60
63 g Boroxyd mit einem Wassergehalt von 1,99 Gewichtsprozent wurden in eine Kolonne entsprechend
der in der USA.-Fatentschrift 3 094 546 gezeigten Art, welche mit einer zusätzlichen Heizvorrichtung
versehen war, eingebracht; das Boroxyd wurde auf 190° C erhitzt. Der Kolben wurde mit
36,6 g Borsäuremethylester beschickt, welcher zum Rückfluß erhitzt wurde und durch das aufgeheizte
Boroxyd zurücktropfte, wobei die Temperatur der Kolonne auf 160 bisT75°C fiel; in der Kolonne
setzten sich Boroxyd und Methylborat unter Bildung von Trimethoxyboroxol um. In dem Maße, wie sich
der Boroxolgehalt vergrößerte, erhöhte sich auch die Gefäßtemperatur. Sobald die Gefäßtemperatur 15O0G
erreicht hatte, enthielt das Gefäß, wie die Analyse ergab, im wesentlichen nur noch Trimethoxyboroxol.
Die Gesamtreaktionsdauer betrug in diesem Fall 48 Minuten. -'■--■ ,
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung von Boroxolen durch Umsetzung von Boroxyd mit einem Borsäureester
der allgemeinen Formel B(GR)3, ·4η
der jede R-Gruppe einen einwertigen Kohlenwasserstoffrest mit bis zu 6 Kohlenstoffatomen
darstellt, dadurch gekennzeichnet, daß die Umsetzung in Gegenwart von Wasser in Men-
gen von etwa 1,9 bis 3,5 Gewichtsprozent, bezogen auf das Gewicht des Boroxyds, bei einer
Temperatur zwischen 125° C und der Zersetzungstemperatur des Borsäureesters durchgeführt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Umsetzung mit Methylborat
durchgeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Umsetzung zwischen 140
und 200° C durchgeführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man den Borsäureester zunächst
mit wenigstens 2 Mol Boroxyd je Mol Borsäureester zusammenbringt und anschließend
weiteren Borsäureester hinzufügt, bis die Gesamtmenge etwa 1 Mol Borsäureester je Mol
Boroxyd beträgt.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Auslegeschrift Nr. 1096 343;
britische Patentschrift Nr. 815 140.
Deutsche Auslegeschrift Nr. 1096 343;
britische Patentschrift Nr. 815 140.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US357799A US3287391A (en) | 1964-04-06 | 1964-04-06 | Preparation of alkoxy and aryloxy boroxines |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE1227455B true DE1227455B (de) | 1966-10-27 |
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ID=23407068
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEST23574A Pending DE1227455B (de) | 1964-04-06 | 1965-03-26 | Verfahren zur Herstellung von Boroxolen |
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| Country | Link |
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| BE (1) | BE662085A (de) |
| DE (1) | DE1227455B (de) |
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|---|---|---|---|---|
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Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| GB815140A (en) * | 1957-07-16 | 1959-06-17 | Michael Franz Lappert | Improvements in or relating to esters of metaboric acid |
| DE1096343B (de) * | 1958-02-12 | 1961-01-05 | United States Borax Chem | Verfahren zur Herstellung von Metaborsaeureestern |
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- 1964-03-04 GB GB9246/65A patent/GB1058626A/en not_active Expired
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1965
- 1965-03-26 DE DEST23574A patent/DE1227455B/de active Pending
- 1965-04-05 BE BE662085D patent/BE662085A/xx unknown
Patent Citations (2)
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|---|---|---|---|---|
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| DE1096343B (de) * | 1958-02-12 | 1961-01-05 | United States Borax Chem | Verfahren zur Herstellung von Metaborsaeureestern |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| BE662085A (de) | 1965-10-05 |
| US3287391A (en) | 1966-11-22 |
| GB1058626A (en) | 1967-02-15 |
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