DE2251297A1 - Verfahren zur herstellung von organosiliciumverbindungen - Google Patents
Verfahren zur herstellung von organosiliciumverbindungenInfo
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Description
Verfahren zur Herstellung von Organosiliciumverbindungen
Die Erfindung betrifft die bekannte Additionsreaktion von
siliciumgebundenen Wasserstoff enthaltenden Organosiliciumverbindungen
an solche organischen Verbindungen, in denen zwischen mindestens einem Paar benachbarter Kohlenstoffatome
eine aliphatische Doppelbindung besteht, unter deren Aufrichtung die Anlagerungsreaktion nach dem Schema
I 1 I I I I
-Si-H+C=C » -Si-C-C-H
I Il Il
verläuft.
Um bei dieser Reaktion Produkte von guter Qualität in hoher
Ausbeute und mit befriedigender Geschwindigkeit zu erhalten, besteht die Notwendigkeit, geeignete Katalysatoren einzusetzen,
um die erforderliche Temperatur wegen der Gefahr von
Zersetzungen und Nebenreaktionen nicht zu hoch steigern zu
müssen.
Die Verwendung solcher Zusätze ist an sich bekannt. In der Technik werden in der Regel entweder metallisches Platin gegebenenfalls
auf geeignete Trägerstoffe, wie /"-Tonerde,
Le A H 612 - 1 -
4.0 9 8 18/0532
/>?5I297
üi^icagel, pyrogen gewonnene Kieselsäuren oder Aktivkohle
niedergeschlagen - oder aber Verbindungen des Platins eingesetzt. In diesen Verbindungen kann das Platin die Oxydationsstufe null, zwei oder vier besitzen. An das Platinatom können
geladene oder ungeladene Liganden komplex gebunden sein. Obwohl die Reaktion in einigen Fällen bevorzugt in mehrphasigem
System (z. B. fester Katalysator - Lösung eines Reaktions- ^errJ.sches) durchgeführt wird, besteht wiederum in vielen
Fällen die Notwendigkeit, die Umsetzung in homogener Iha^e
durchzuführen - so etwa, wenn das Reaktionsprodukt bei hoher
Viskosität keine Trübung aufweisen darf. Von besonderem technischen Interesse sind Verfahrensweisen, in welchen auf
die Verwendung von Lösungsmitteln oder andere, bei der Refaction nicht unmittelbar beteiligte Stoffe, verzichtet
werden kann.
jie bisher gebräuchlichen Platinkatalysatoren führen jedoch
ir= sehr vielen Anwendungsfällen nicht zu befriedigenden 2rgecnissen,
sei es, daß Wasserstoffabspaltung, Vernetzung ;es Siloxans bis zur Gelbildung oder aber Schwierigkeiten
bei der Dosierung, Verteilung und Reaktionsführung auftraten.
I·".. wurde nun ein neuer Katalysator gefunden, der die ge-
::··:'λ i .Ii] ort en Mängel nicht aufweist. Das damit durchzuführende
V.-ir-r-vhren zur Herstellung von Organosiliciumverbindungen durch
Addition von Hydrogensilanen oder -siloxanen an olefinisch
•ar.resättigte organische Verbindungen in Gegenwart von
katalytisch wirkenden Platinverbindungen ist dadurch
gekennzeichnet, daß man Dicarbonyldichlorplatin als Kata-
Ijir.tor einsetzt.
Γ»! -irbonyldichlorplatin ist eine bekannte Verbindung, deren
:>.'■:-teilung nach mehreren bekannten Verfahren erfolgen kann
(v^l. z. B. Schützenberger, J. prakt. Chera. 2,__4, 159 (1871)).
Diese Verbindung besitzt die gewünschte gute Löslichkeit
Le A H 612 - 2 -
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BAD
in dem Reaktionsmedlum und gestattet es, die Umsetzung in
homogener Phase ohne die Mitverwendung eines Lösungsmittels
durchzuführen.
Die Herstellung von Dicarbonyldichlorplatin ist in einfacher
Weise aus handelsüblichen stoffen in nahezu quantitativer Ausbeute durchzuführen. Vorteilhaft ist weiterhin, daß Dicarbonyldichlorplatin
aus Platinmetall, Platinmetallabfällen, Platinmetall-haltigen Rückständen selbst bei Anwesenheit
anderer Metalle der Platingruppe unmittelbar in hoher Reinheit und ebenfalls in nahezu quantitativer Ausbeute hergestellt
werden kann.
Bei vielen Hydrosilylierungskatalysatoren beobachtet man häufig, insbesondere wenn die Reaktion in Gegenwart von
Feuchtigkeit oder anderen Hydroxyverbindungen stattfindet, daß auch die Entwicklung von Wasserstoff aus dem Hydrogensilan
gefördert wird. Dies führt zu Strukturänderungen und
zur Bildung von Gasbläschen, die bei formstabilen Körpern in der Masse fixiert werden und so u.a. die mechanischen
Eigenschaften verschlechtern. Solche Nachteile treten bei dem erfindungsgemäßen Katalysator nicht auf.
Im Hinblick auf einen möglichst breiten Anwendungsbereich erweist sich auch die Tatsache als'sehr vorteilhaft, daß die
erfindungsgemäß verwendete Platinverbindung im Gegensatz zu
vielen bekannten HydrosilyIierungskataIysatoren sowohl
Parb- als auch Geruchlosigkeit aufweist.
Dicarbonyldichlorplatin ist in organischen wie auch in Organosiliciumverbindungen hinreichend löslich, um die
Anlagerungsreaktion in homogener Phase zu katalysieren. Als hierzu vorteilhaft hat sich ein Konzentrationsbereich
zwischen o,1 und 5o mg des neuen Katalysators je Kilogramm
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Reaktionsgemisch erwiesen; obwohl auch in höherer Konzentration noch löslich, wäre die Anwendung einer größeren
Menge als 1oo mg je Kilogramm Gemisch wegen der Kostypir-i I ^-
keit des Platins unwirtschaftlich. Das erfindungcgemiiße
Verfahren ist grundsätzlich auf jede Reaktion nach dem einleitend angegebenen Schema anwendbar.
Durch die Verwendung des erfindungsgemäßen Katalysators
wird die Anwendungsbreite der Hydrosilylierungsreaktion
in keiner V/eise geschmälert. Als Hydrosilylierungsnittel
können die für diese Reaktionsweise bekannten Stoffe und Stoffklassen eingesetzt werden, einschließlich polymerer
Stoffe. An mindestens ein Siliciumatom dieser Verbindungen müssen 1 bis 3 Wasserstoffatome gebunden sein. Im übrigen
kann dieses Hydrogensilan mit verschiedensten Gruppen, welche die Hydrosilylierungsreaktion nicht inhibieren,
substituiert sein. Als Beispiele seien genannt: Alkyl-, Alkenyl-, Aryl-, Aralkyl-, Alkaryl-, Alkoxy-, Acyloxy-,
Alkoxyalkylgruppen, die gegebenenfalls auch halogeniert sein können, Halogenatome, Siloxanylgruppen und andere Substituenten.
Die gemäß der Erfindung mit Hydrosllylierungsmitteln umsetzbaren Verbindungen können somit in der verschiedensten
Weise aufgebaut sein. Notwendig ist nur das Vorhandensein mindestens einer olefinischen Doppelbindung sowie das Fehlen
von bekanntermaßen die Hydrosilylierung behindernden Substituenten, wie z.B. Sulfidgruppen.
Die Verwendung des erfindungsgemäßen Katalysators bedingt keine prinzipielle Änderung in der Durchführung der Reaktion,
sie kann in bekannter Weise in Gegenwart oder Abwesenheit von Lösungsmitteln, Füllstoffen u. ä. bevorzugt im Temperaturbereich
zwischen 0 und 2oo C erfolgen.
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.. ν : : -^09818/0532
Da die Additionsreaktion in erheblichem Maße exotherm verläuft, ist auf hinreichende Abführung der Reaktionswärme
zu achten, um Überhitzung zu vermeiden. Man kann das erreichen, indem man eine der Reaktionskomponenten vorlegt,
zweckmäßigerweise mitsamt dem Katalysator, um dessen Konzentration von vornherein hochzuhalten, und nach Aufheizen
der Vorlage die andere Reaktionskomponente allmählich zugibt oder indem man in kontinuierlichem Verfahren beide Komponenten
gleichzeitig im stpchiometrischen Verhältnis in ein Reaktionsgefäß fließen läßt, aus dem das Reaktionsprodukt
fortlaufend abgeführt wird und dessen Dimensionen nach Maßgabe der Durchflußmenge so bemessen sind, daß die notwendige
Wärmeabfuhr gewahrt ist. Im letzterwähnten Falle wirkt sich di'e Löslichkeit des erfindungsgemäßen Katalysators,
der einer der Reaktionskomponenten zugemischt werden kann,
besonders vorteilhaft aus, da sich hier keine Schwierigkeiten für die Dosierung ergeben.
Die Anwendungsmöglichkeiten der erhaltenen Reaktionsprodukte
sind äußerst vielfaltig. Als Beispiele sollen hier nur die Anwendung für die Hydro- und Oleophobierung, als Trennmittel,
Anstrichmittel, bei Raumtemperatur oder leicht erhöhter Temperatur vulkanisierbare Kautschuke genannt werden. Das
erfindungsgemäße Verfahren soll anhand der nachstehenden
Beispiele verdeutlicht werden.
In einer Glasapparatur wurden zu 122 g technisch reinem
Methylbutadien und 2,47 . 1o J Mol cis-Dicarbonyldichlorplatin
in 1,3,5,7-Tetramethyl-1,3,5,7-tetravinylcyclotetrasiloxan
(in Form einer Mischung von 2 Gewicht st eilen Platinverbindung in 6o Gewichtsteilen Siloxan) 115 g Methyldichlorsilan
(technisch) zugetropft und zum Rückfluß erhitzt. In 36 Stunden stieg die Temperatur der Mischung
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allmählich auf 660C an. Die fraktionierte Destillation des
Gemisches ergab 122 g eines Anlagerungsproduktes mit dem Siedepunkt 5o - 530C / 12 Torr und 42 g höhersiedende Produkte
neben überschüssigem Methylbutadien.
—5 Die Mischung von 1oo g Vinylacetat und 2 . 1o Mol cis-Dicarbonyldichlorplatin
wurde auf 6o°C erwärmt, mit Methyldichlorsilan tropfenweise versetzt und hiernach 14 Stunden
unter Rückfluß erhitzt, wobei die Sumpftemperatur bis 980C
anstieg. Die Reaktionsprodukte wurden destilliert und hierbei 99 g eines Additioneproduktes mit dem Siedebereich
75 - 820C / 12 Torr erhalten. In der Destillationsapparatur
verblieben weitere 12g höhersiedende Anlagerungsprodukte.
176 g 1,3,5,7-Tetramethy1-1,3,5,7-tetravinyIcyclotetrasiloxan
wurden mit 3,5 . 1o Mol cis-Dicarbonyldichlorplatin
versetzt und auf 8o°C erwärmt. Zu dieser Mischung wurden 115 g Methyldichlorsilan zugetropft, wobei die Zugabegeschwindigkeit
so bemessen wurde, daß die Temperatur 11 ο C nicht überstieg. Fach erfolgter Zugabe wurde noch eine Stunde bei
1oo°C gerührt.
Das Reaktionsprodukt wurde 1 Stunde bei 3o°C und 1 Torr von flüchtigen Anteilen ( <
1 <$>) befreit. Ausbeute: 288 g Anlager
ungsprod ukt e.
Die Mischung von 17,2 Teilen 1,3,5,7-Tetramethy1-1,3,5,7-tetravinylcyclotetrasiloxan
und 2 . 1o~" Mol cis-Dicarbonyldichlorplatin in Form einer 3#igen benzolischen Lösung wurde
mit wechselnden Mengen eines Oligosiloxans der durchschnittlichen Zusammensetzung
Le A 14 612 - 6 -
409 818/0532 ORIGINAL INSPECTED
2 2 B 1 ? 9
ΪΗ3
CH, - Si - O -
CH, - Si - O -
CH
3 Si-O
16
Si - CH, CH,
gleichmäßig vermengt und bei 25°C stehengelassen.
Innerhalb von 12 Stunden bildeten sich hochmolekulare Kondensationsprodukte,
die beim Einsatz von Beispiel 4: 3g des obigen Siloxane gelartige,
Beispiel 5: 6g desselben Siloxans weiche und Beispiel 6: 12 g wiederum des gleichen Siloxans glasartig/
spröde Beschaffenheit aufwiesen.
Ein in bekannter Weise durch alkalische Polymerisation von 99 Gewichteteilen 1,3» S^-Octamethylcyclotetrasiloxan,
1 Gewichtsteil 1,3,5,7-Tetramethyl-1,3,5,7-tetravinylcyclotetrasiloxan
und 2 Gewichtsteilen eines Oligosiloxans der durchschnittlichen Zusammensetzung
OH,
CH, -Si-CH,
CH,
- 0 - Si CH
■5-1
1o
CH3
- 0 - Si - CH, CH,
hergestelltes Siloxan wurde mit einer Menge an Dicarbonyldichlorplatin
versetzt, die 2o mg Platin in 1 kg Polymermischung, entspricht . Als Hydrosilylierungsmittel wurden zu
25o g dieser Mischung nach
Le A 14 612
— 7 ~
40981 8/0532
ORrQiNAL INSPEQTID
J?
3,6 g eines Siloxane der mittleren Zusammensetzung
CH3 -Si-O CH,
-Si-O
. H
Si - CH3 CH,
nach Beispiel 8 3,4 g eines Siloxane der durchschnittlichen Zusammensetzung
CH3 Si -
CH
0 - Si I CH,
0 - Si - CH
CH,
und nach Beispiel 9 7,67 g eines in bekannter Weise durch Cohydrolyse der Halogensilane
hergestellten Siloxanmischung der mittleren Zusammensetzung
OH,
-SICH,
| OH, | 6 | CH3 | OH, |
| 0 - Si - | 0 - Si - | 0 - Sl - OH | |
| i — CH3 _ |
H _ |
OH
3.6 CH3 |
|
zugegeben und innig vermengt. Die Mischungen vernetzen bei Zimmertemperatur zu Elastomeren.
1oo g Vinylsiloxan aus Beispiel 7 wurden mit 5 g eines
Methylwasserstoffsiloxane der Zusammensetzung
Le A 14
4098 18/0532
OWOlNAL INSPECTED
A3
GH, - Si - O
5 I
CH,
f 3
Si-O
- H
- Si - GH,
vermischt und mit je 10 mg Platin in Form von
A) Hexachloroplatinsäure / i-Propanol;
B) einer Platinverbindung, hergestellt nach USA-Patentschrift 3 288 879, Beispiel Ij
C) Platincarbonylpyridindichlorid / Benzolj
sowie erfindungsgemäß in Form von
D) Dicarbonyldichlorplatin / Benzol
als Katalysator versetzt, erneut vermengt und bei Zimmertemperatur
stehengelassen. Die Ergebnisse nach 2 Stunden und 24 Stunden Wartezeit sind in der folgenden Aufstellung
enthalten:
24 Stunden Wartezeit
Mischung Aushär- Oberflächenbe- Farbe Geruchs- Wasserstofftung
nach schaffenheit entwick- entwicklung 2 Stunden lung
| A | nicht | klebrig | keine | stark | |
| B | nicht | klebrig | grau braun |
stark | wenig |
| C | nicht | klebrig | grau braun |
keine | wenig |
| D | Ja | 'klebfrei | —_- | keine | wenig |
Le A 14 612
A0981 3/0532
Claims (1)
- Patentanspruch: *™Verfahren zur Herstellung von Organosiliciumverbindungen durch Addition von Hydrogensilanen oder -siloxanen an olefinisch ungesättigte organische Verbindungen in Gegenwart von katalytisch wirkenden Platinverbindungen, dadurch gekennzeichnet, daß Dicarbonyldichlorplatin als Katalysator eingesetzt wird.Le A Ik 612 - 10 -409818/0532
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