DE1226955B - Verfahren zur Herstellung einer pulverfoermigen, backfertigen Mischung zum Backen von Brot od. dgl. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer pulverfoermigen, backfertigen Mischung zum Backen von Brot od. dgl.Info
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Classifications
-
- A—HUMAN NECESSITIES
- A21—BAKING; EDIBLE DOUGHS
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. α.:
A21d
Deutsche Kl.: 2 c-3/03
Nummer: 1226 955
Aktenzeichen: St 22746IV a/2 c
Anmeldetag: 29. September 1964
Auslegetag: 20. Oktober 1966
Die Erfindung betrifft die Herstellung eines backfertigen, pulverförmigen, hefehaltigen Trockengemisches
zum Backen von Brot, Brötchen, Hefegebäck od. dgl. Ein derartiges, Mehl, sonstige Zutaten
und Hefe enthaltendes Gemisch ermöglicht es dem Verbraucher, in bequemer Weise sein eigenes
Brot, Hefegebäck, Brötchen od. dgl. zu backen.
Es ist bekannt, backfertige Trockengemische, die jedoch nicht zur Herstellung von Brot od. dgl. geeignet
sind, dadurch herzustellen, daß aus den Bestandteilen, wie Mehl, Fett, Melasse und Ei, ein Teig
angerührt, dieser getrocknet und pulverisiert, und dem Pulver ein Treibmittel, wie Backpulver, sowie
gegebenenfalls Gewürze zugesetzt werden. Es ist jedoch noch kein Verfahren bekannt, mit dem es möglich
wäre, ein stabiles Trockengemisch herzustellen, das Hefe enthält. Wegen des unvermeidlichen Feuchtigkeitsgehaltes
der Trockenmischung, zumindest auf Grund der Luftfeuchtigkeit, geht auch eine trockene
Mischung von Hefe und Mehl sofort in Fermentation über, so daß die Haltbarkeit der Mischung zerstört
wird. Als Ausweg wurde bereits ein getrenntes Verpacken des Hefepulvers und der restlichen Mischung
oder der Ersatz der Hefe durch Backpulver durchgeführt, was jedoch zu einer unerwünschten Geschmacksänderung
des fertigen Ezeugnisses führt.
Um diese Schwierigkeiten zu beheben, wird nach dem erfindungsgemäßen Verfahren so vorgegangen,
daß zur Herstellung eines hefehaltigen Gemisches zum Backen von Brot od. dgl. der aus Hefe, den
übrigen Bestandteilen und Wasser angerührte Teig der Fermentation ausgesetzt, das entstehende Gas
durch Rühren entfernt, die entstandene Paste der Gefriertrocknung unterworfen, und dem getrockneten
und pulverisierten Produkt als Treibmittel zugesetzt wird. Vorteilhafterweise kann dem Teig nach
der Fermentation Wasser zum Strecken und Verflüssigen des Teiges zugesetzt werden.
Wie allgemein bekannt ist, spielt die Hefe in fermentierten Teigen eine vierfache Rolle:
I. Kohlendioxydgas zu erzeugen, um den Teig zu lockern und dadurch dem gebackenen Erzeugnis
das Volumen zu geben;
II. durch die Arbeit dieses Gases in dem Teig die in dem Mehl enthaltene Stärke zu konditionieren
und mürbe zu machen, was die gewünschte Struktur und Eßqualitäten des gebackenen Produktes
bewirkt;
Verfahren zur Herstellung einer pulverförmigen,
backfertigen Mischung zum Backen von Brot od. dgl.
Anmelder:
WM. Stewart & Arnold Limited, High Wycombe, Buckinghamshire (Großbritannien)
Vertreter:
Dr. W. Koch, Dr. R. Glawe
und Dipl.-Ing. K. Delfs, Patentanwälte,
München 22, Liebherrstr. 20
Als Erfinder benannt:
Arnold Spicer,
Herbert SIy,
High Wycombe, Buckinghamshire (Großbritannien)
Beanspruchte Priorität:
Großbritannien vom 23. Dezember 1963 (50 740)
ΙΠ. den charakteristischen und erwünschten schmack von gutem Brot zu erzeugen;
IV. durch die Erzeugung reduzierender Zucker in dem Teig die Krustenfarbe und die Haltbarkeit
des gebackenen Erzeugnisses zu verbessern.
Es ist allgemein bekannt, daß zur Verbesserung des Geschmacks lange Fermentationszeiten wünschenswert
sind, damit sowohl das Hauptenzymsystem der Hefe, das Kohlendioxydgas und Alkohole
erzeugt, als auch zusätzliche Enzymsysteme in der Hefe wirksam werden können. Es ist anzunehmen,
daß diese Zusatzenzyme zusätzliche geschmackswirksame Verbindungen erzeugen, möglicherweise in
Form von Estern, die eine überlegene Geschmackskombination liefern.
Die Funktionen Π, ΠΙ und IV der Hefe werden
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren benutzt, während hinsichtlich der Funktion I der Verlust an
Hefeauflockerung auf chemischem Wege ersetzt wird.
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Nachfolgend wird die Erfindung an Hand von zwei Beispielen erläutert:
Eine Trockenmischung zum Backen von Brot wird aus bekannten Zutaten hergestellt (vorzugsweise
unter Verwendung der aufgeführten Mengenverhältnisse): ' : "
Gewichtsteile
Brotmehl 100
Fett (Backfett) 3
Salz 1,25
Entrahmtes Milchpulver 4
Hefe 2
Wasser ... 57
Es wurde: festgestellt, daß die angegebenen Mengenverhältnisse
ausgezeichnete Resultate liefern, daß aber Abänderungen möglich sind entsprechend den
gewünschten Qualitäten im Endprodukt. So kann, bei. 100 Teilen Brotmehl, der Fettanteil zwischen
0 und 5 Teilen, der Salzanteil zwischen 0,5 und 2 Teilen der Gehalt an Milchpulver zwischen 0 und
4 Teilen und der Hefeanteil zwischen 1 und 3 Teilen liegen. Die Wassermenge: kann zwischen 50 und
100 Teilen betragen.;
Die Bezeichnung »Brotmehl« ist die im Handel gebräuchliche, die besagt, daß es sich um ein Weizenmehl
mit einem höheren Proteingehalt als bei dem sogenannten »Kuchenmehl« handelt; unter
»Backfett« ist gewöhnlich ein im wesentlichen wasserfreies weißes Fetivzu verstehen.
Die im Beispiel genannte oder in den angegebenen Grenzen variierte Mischung wird bei etwa 26° C zu
einem normalen Teig verarbeitet und 2 Stunden der Fermenteinwirkung überlassen. Der Teig wird
dann mit 20 bis 70 Teilen zusätzlichen Wassers gestreckt (d. h. verflüssigt) und das Gas durch mechanische
Bewegung entfernt. Die erhaltene Paste wird nach dem bekannten Verfahren gefriergetrocknet,
d. h. durch Sprüh-Einfrieren (blast freezing) schnell auf wenigstens —25° C gefroren und dann die
Feuchtigkeit im Vakuum so weit entzogen, daß nur die monomolekulare Feuchtigkeitsschicht verbleibt,
die für. die Substanz charakteristisch ist. Am Ende des Tröckenprozesses wird die getrocknete Substanz
leicht zu einem feinen Pulver zerkleinert, zu dem nunmehr das oder die chemischen Auflockerungsmittel in der erforderlichen Menge zugegeben werden,
um ein gebackenes Produkt mit dem notwendigen Volumen zu liefern. In diesem Beispiel wurden
zu jeweils 100 Gewichtsteilen der gepulverten, getrockneten Masse 4,5 Teile Backpulver zugegeben.
Das resultierende, leicht schüttbäre Pulver kann durch Züfügung einer erforderliehen Menge Wasser
(z.-B. 60 Teile Wasser auf 104 Teile der trockenen Mischung) schnell und leicht in einen Teig zurückverwandelt
werden -und entweder unmittelbar oder nach einer kurzen Verweilzeit von etwa 15 Minuten
gebacken werden, wobei ein fertiges Erzeugnis erhalten
- wirdi das dem nach dem herkömmliehen
Back-Fermentationsverfahren hergestellten gleichwertig ist. ■
" ' ] Beispiel 2
; In diesem Fall wird eine Mischung für Kuchenbrötchen
hergestellt aus: ■
. .. Gewichtsteile -
Brotmehl 100
Salz 1 bis 2
Zucker 6 bis 20
Fett (Fett zum Backen) 6 bis 20 .
Entrahmtes Milchpulver' .7..." 1 "bis" 4" ~
Hefe 2 bis 6
Wasser von 41° C 54 bis 126
ίο Die vorstehenden Zutaten -werden zu einem normalen
Teig gemischt und 2 Stunden der Fermentation überlassen. Das Gas wird durch mechanische
Bewegung entfernt, danach wird wie im Beispiel 1 gefriergetrocknet. Die" getrocknete-Masse wird~zu
einem Pulver zerkleinert, und 22 Teile der getrockneten Mischung werden mit 1 Teil Backpulver vermischt
und ergeben so die backfertige Kuchenbrötchenmischung. -■·■■- -~
Die Gesamtmenge an Wasser sowohl für die vorläufige
Teigmischung wie auch —falls erforderlich—
für eine nachfolgende Streckung (Verflüssigung und Bewegung) nach der Fermentation liegt
etwa zwischen der; oben angegebenen oberen Grenze von 126 Teilen und einem Wert von etwa 100 Teilen;
a5 die genaue Menge ist im übrigen abhängig von den
für die festen Bestandteile innerhalb der angegebenen Grenzen· ausgewählten Mengenverhältnisse. Bei
einer sogenannten Kuchenbrötehenmischung kann das ganze-notwendige Wasser der vorläufigen-Teigmischung
zugegeben-werden, falls es nicht erfordere lieh ist, die Teigmasse nach der Fermentation zu
strecken. Gewöhnlich wird jedoch zur Erzielung der besten Resultate ein niedrigerer-Wasseranteil für das
Anrühren des Teiges verwendet, etwa zwischen 54 und lOOTeilen^ und der Rest wird zum Strecken
nach der Fermentation und vor der Entfernung des
Gases verwendet. " -'■■ : -"---"
Die gepulverte Kuchenbrötehenmischung kann
durch Mischen von 23 Teilen der getrockneten Misehurig
mit 13 Teilen Wasser in einen Teig zurückverwandelt werden. Der Teig wird in gewöhnlicher
Weise geknetet, 15 Minuten stehengelassen und ausgebacken.
Die gepulverte Mischung gemäß der Erfindung ist ein sehr leicht fließendes Pulver, in dem die Partikeln kristalline Aggregate der Ausgangsbestandteile darstellen, einschließlich der Hefe, welche mit dem Mehl in der vorstehend geschilderten Weise biologisch reagiert hat und von Feuchtigkeit nicht mehr angegriffen werden kann, um die Fermentation wieder aufzunehmen.
Die gepulverte Mischung gemäß der Erfindung ist ein sehr leicht fließendes Pulver, in dem die Partikeln kristalline Aggregate der Ausgangsbestandteile darstellen, einschließlich der Hefe, welche mit dem Mehl in der vorstehend geschilderten Weise biologisch reagiert hat und von Feuchtigkeit nicht mehr angegriffen werden kann, um die Fermentation wieder aufzunehmen.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung einer backfertigen, pulverförmigen Mischung zum Backen von
Brot u. dgl. durch Trocknen und Pulverisieren eines die gewünschten Bestandteile enthaltenden
Teiges und Mischen des Pulvers mit einem trokkenen, pulverförmigen Treibmittel, dadurch
gekennzeichnet, daß zur Herstellung eines hefehaltigen Gemisches zum Backen von Brot
od. dgl. der aus Hefe, den übrigen Bestandteilen und Wasser angerührte. Teig -der Fermentation
ausgesetzt, das entstehende Gas. durch Rühren entfernt, die entstehende Paste der Gefriertrocknung
unterworfen und dem getrockneten und pulverisierten Produkt das Treibmittel zugesetzt
wird.
5 6
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch ge- Sprüheinfrieren auf wenigstens —25° C und ankennzeichnet,
daß dem Teig nach der Fermenta- schließenden Feuchtigkeitsentzug im Vakuum tion Wasser zum Strecken und Verflüssigen des erfolgt.
Teiges zugesetzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch 5 In Betracht gezogene Druckschriften:
gekennzeichnet, daß das Gefriertrocknen durch USA.-Patentschriften Nr. 2016320, 1931892.
609 707/47 10.66 © Bundesdruckerei Berlin
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| GB1226955X | 1963-12-23 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1226955B true DE1226955B (de) | 1966-10-20 |
Family
ID=10884134
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEST22746A Pending DE1226955B (de) | 1963-12-23 | 1964-09-29 | Verfahren zur Herstellung einer pulverfoermigen, backfertigen Mischung zum Backen von Brot od. dgl. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1226955B (de) |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US1931892A (en) * | 1930-12-10 | 1933-10-24 | Duff & Sons Inc P | Process of making alpha dehydrated flour mixture |
| US2016320A (en) * | 1933-06-13 | 1935-10-08 | Duff & Sons Inc P | Dehydrated flour mix and process of making the same |
-
1964
- 1964-09-29 DE DEST22746A patent/DE1226955B/de active Pending
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US1931892A (en) * | 1930-12-10 | 1933-10-24 | Duff & Sons Inc P | Process of making alpha dehydrated flour mixture |
| US2016320A (en) * | 1933-06-13 | 1935-10-08 | Duff & Sons Inc P | Dehydrated flour mix and process of making the same |
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