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DE1226781B - Verfahren zum Stabilisieren von linear gebauten, thermoplastischen Polyharnstoffen - Google Patents

Verfahren zum Stabilisieren von linear gebauten, thermoplastischen Polyharnstoffen

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DE1226781B
DE1226781B DESCH35896A DESC035896A DE1226781B DE 1226781 B DE1226781 B DE 1226781B DE SCH35896 A DESCH35896 A DE SCH35896A DE SC035896 A DESC035896 A DE SC035896A DE 1226781 B DE1226781 B DE 1226781B
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DE
Germany
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polyureas
polyurea
brown
mol
stearic acid
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DESCH35896A
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DE1898112U (de
Inventor
Dipl-Chem Dr Rudolf Pasedag
Dipl-Chem Dr Hartmut Voigt
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Bayer Pharma AG
Original Assignee
Schering AG
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Publication date
Application filed by Schering AG filed Critical Schering AG
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Publication of DE1226781B publication Critical patent/DE1226781B/de
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08KUse of inorganic or non-macromolecular organic substances as compounding ingredients
    • C08K5/00Use of organic ingredients
    • C08K5/04Oxygen-containing compounds
    • C08K5/07Aldehydes; Ketones
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08KUse of inorganic or non-macromolecular organic substances as compounding ingredients
    • C08K3/00Use of inorganic substances as compounding ingredients
    • C08K3/32Phosphorus-containing compounds
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08KUse of inorganic or non-macromolecular organic substances as compounding ingredients
    • C08K5/00Use of organic ingredients
    • C08K5/16Nitrogen-containing compounds
    • C08K5/22Compounds containing nitrogen bound to another nitrogen atom
    • C08K5/24Derivatives of hydrazine
    • C08K5/25Carboxylic acid hydrazides

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Compositions Of Macromolecular Compounds (AREA)

Description

  • Verfahren zum Stabilisieren von linear gebauten, thermoplastischen Polyharnstoffen Linear gebaute, nicht vernetzte thermoplastische Polyharnstoffe oder Copolyliarnstoffe, wie sie durch Polykondensation von Diaminen mit Harnstoff, durch Reaktion von Diaminen mit Kohlensäure unter Druck, durch Umsetzung von Diaminen mit Phosgen, Kohlensäureestern oder Diimidazolylcarbonyl in bekannter Weise hergestellt werden, besitzen infolge der periodisch wiederkehrenden Harnstoffgruppierungen eine absolute Hydrolysenbeständigkeit im alkalischen und sauren Milieu, eine allgemein gute Chemikalienbeständigkeit, gute mechanische und elektrische Werte, eine relativ geringe Feuchtigkeitsaufnahme und eine ausgeprägt starke Haftfestigkeit auf anderen Werkstoffunterlagen. Dadurch können sie einen weiten Änwendungsbereich im Spritzgul3-, Extrusions-, Blas-oder Wirbelsintersektor finden.
  • Für viele Anwendungsgebiete der linearen Polyharnstoffe ist aber bisher die nicht genügende Stabilität gegenüber dem Einfluß von Licht und Wärme, insbesondere in Gegenwart von Sauerstoff und Luft, und die damit verbundene allmähliche Vergilbung bzw. das Auftreten einer Geruchsentwicklung als nicht tragbar zu bezeichnen. Nicht stabilisierte Polyharnstoffe zeigen einen besonders starken Geruch bei der Verarbeitung aus der Schmelze.
  • In einer Reihe von Patentschriften, welche die Stabilisierung von Polyamiden, Mischpolyamiden, Polyurethanenbzw. carbonamidgruppenhaltigenKunststoffen gegen Verfärbung und Oxydation unter dem Einfluß von Hitze, Sauerstoff und Licht beschreiben, sind Substanzen genannt, die auch die Stabilisierung von NH - CO - NIt-gruppenhaltigen Kunststoffen bewirken sollen.
  • Als solche zur Stabilisierung geeigneten Substanzen werden beispielsweise aufgeführt: Säurehydrazide, Schiffsche Basen, die mindestens eine freie, veresterte oder verätherte Hydroxylgruppe tragen, bzw. entsprechende, in der Azomethingruppe selektiv hydrierte Derivate von Schiffschen Basen, N,N'-substituierte p-Phenylendiaminderivate, Kondensationsprodukte von Paraformaldehyd mit sekundären Aminen und/oder X,N' - disubstituierten p - Phenylendiaminen, N - arylsubstituierte sekundäre aromatische Di- oder Polyamine, Hydroxyalkoxycumarinverbindungen, Kombinationen von Metallsalzen von Phosphorsauerstoffsäuren mit Salzen von Alkancarbon- oder Dicarbonsäuren bzw. Kombinationen von Titan(III)-salzen mit unterphosphoriger, phosphoriger oder Unterdiphosphorsäure oder Salzen dieser Säuren unter Zusatz von organischen optischen Aufhellern.
  • Bei den meisten der obengenannten Stabilisatoren wird zwar ein Effekt an Polyamiden und teilweise auch an Polyurethanen einschlägig beschrieben, er wird aber für Polyharnstoffe im allgemeinen nicht durch Beispiele belegt.
  • In einigen Fällen wird von- Polyharnstoffen gesprochen, aber es sind Stabilisierungseffekte an solchen blockcopolymeren Polyäther- oder Polyesterurethanen beschrieben, die außer einer großen Zahl Äther-, Ester- bzw. Urethanbindungen zusätzlich in diiekter Nachbarschaft zu einem aromatischen Kern noch eine Semicarbazid- oder Biuretbindung, mitunter auch Harnstoffbindung aufweisen.
  • Die erfindungsgemäße Stabilisatorkombination soll nun eine Wirkung an linear gebauten Polyharnstoffen oder Copolyharnstoffen aufweisen, die ausschließlich periodisch wiederkehrende Harnstoffbindungen besitzen und die in ihrer Struktur und in ihren Eigenschaften sowohl von den genannten Polyäther- bzw.
  • Polyesterurethanen als auch von den Polyamiden recht verschieden sind. Während z. B. beim Polyharnstoffsystem Isocyanat und Amin bzw. Ammoniak miteinander im Dissoziationsgleichgewicht stehen, steht das Polyamidsystem in bekannter Weise im Gleichgewicht mit Carbonsäure und Amin bzw. Lactam.
  • Dementsprechend konnten die oben angeführten bekannten Stabilisatoren bei der Stabilisierung von linear gebauten thermoplastischen Polyharnstoffen bisher nicht befriedigen. Vergleichsversuche (s. Tabelle II) zeigen, daß Polyhamstoffe, die unter Verwendung von Säurehydiaziden allein bzw. von Titan(III)-salzen in Kombination mit Natriumdihydrogenphosphit stabilisiert sind, den erfindungsgemäß stabilisierten Polyharnstoffen weit unterlegen sind.
  • Die Verwendung von N,N'-disubstituierten p-Phenylendiaminen als Stabilisatoren in linear gebauten Polyharnstoffen verursacht eine nicht erwünschte und störende blaue Fluoreszenzfärbung der erhaltenen Kunststoffe.
  • Es ist weiterhin aus der Patentschrift 4 733 des Amtes für Erfindungs- und Patentwesen in der sowjetischea Besatzungszone Deutschlands bekannt, die durch Einwirkung von Wärme und Licht an Polyamiden, Polyurethanen und Polyharnstoffen auftretende Versprödung durch Zusatz von Aminophenolen, die gegebenenfalls im K,ern oder in der Aminogruppe substituiert sind, zu verhindern. Diese Verbindungen sind jedoch wenig wiiksam, die unter dem Einfluß-von Wärme und Licht auftretende Vergilbung dieser P.olykondensate zu verhindern. Im Gegenteil liefern sie selbst gefärbte Oxydations- und Zersetzungsprodukte.
  • Bei der Mitverwendung von Calciumstearat in Stabilisatorkombinationen tritt eine starke Blasigkeit der Polyharnstoffschmelzen auf, die zu Verarbeitungsfehlern Anlaß gibt. Die anderen genannten Verbindungen zeigen ebenfalls unzureichende Wirkungen, insbesondere verhindern sie nicht die Geruchsbildung der thermoplastischen Polyharnstoffe, oder sie geben gar selbst-zu Verfärbungen Anlaß.
  • Es wurde nun ein Verfahren zum Stabilisieren von thermoplastischen, linear gebauten Poly- oder Copolyharnstoffen mit N-haltige Verbindungen und Antioxydantien aufweisenden Gemischen gefunden, das dadurch gekennzeichnet ist, daß als Gemisch ein solches von 0,05 bis 7 Gewichtsprozent eines aliphatischen Carbonsäurehydrazids und 0,01 bis 5 Gewichtsprozent Benzaldehyd und 0,01 bis 5 Gewichtsprozent eines Alkalihydrogenpliosphits verwendet wird.
  • Als aliphatische Carbonsäurehydrazide kommen solche von 2 C-Atomen bis zu etwa 25 C-Atomen in Betracht. Da aber die Verarbeitung der thermoplastischen Polyharnstoffe im allgemeinen aus der Schmelze und ihre Herstellung vielfach durch Schmelzkondensation bei Temperaturen über 200 " C und zusåtzlichem Vakuum von beispielsweise 1 mm Hg erfolgt, ist es von besonderem VoIteil, Säurehydrazide zu verwenden, die bei den Herstellungs- bzw. Verarbeitungsbedingungen nicht flüchtig sind. Es konnte auch gezeigt werden (vgl. Tabelle 1), daß Acethydrazid verwendbar ist, daß aber die Wirkung der aliphatischen Carbonsäurehydrazide mit höheIer Kettenlänge ansteigt. Als vielfach geeignetes Säurehydrazid kann z. B.
  • Stearinsäurehydrazid angesehen werden.
  • Wie der tabellarischen Aufstellung der Versuchsergebnisse zu entnehmen ist, zeigt die Verwendung der erfindungsgemäßen Kombination einen unerwarteten synergistischen Effekt, der darin zum Ausdruck kommt, daß weder Stearinsäurehydrazid und Benzaldehyd noch Stearinsäurehydrazid und ein Alkalidihydrogenphosphit allein eine Wirkung zeigen, die der erfindungsgemäßen gleichkommt.
  • Die erfindungsgemäß zu verwendenden aliphatischen Carbonsäurehydrazide haben den Vorteil, daß -sie gleichzeitig als Kettenabbrecher dienen und damit als Viskositätsstabilisator wirken. Es war nun sehr überraschend, daß gerade nur bei Verwendung von aliphatischen Carbonsäurehydraziden als Viskositätsstabilisatoren für Polyharnstoffe die stabilisierende Wirkung zusammen mit Benzaldehyd und einem Alkalidihydrogenphosphit auftritt. Beispielsweise konnte bei der Viskositätsstabilisierung eines Copolyharnstoffes aus 1 Mol eines Gemisches von 9- bzw.
  • 10-Aminomethylstearylamin, 5 Mol Nonamethylendiamin und 6 Mol Harnstoff weder mit Stearinsäure noch. mit ß-Naphthalinsulfonsäure noch mit N-Pelargonoylnonamethylendiamin bei zusätzlicher Verwendung von Benzaldehyd und einem Alkalidihy- drogenphosphit eine ausreichende Stabilisierung gegen Verfärbung und Geruch festgestellt werden.
  • Im allgemeinen sind nur geringe Mengen der Stabilisatoren erforderlich. Die optimalen Mengen an benötigtem Stabilisator hängen von der Temperatur und der Dauer der Temperatureinwirkung ab, der die Polyharnstoffe ausgesetzt werden. Alle Prozentangaben sind auf das Gewicht mit Bezug auf die Polyharnstoffe berechnet.
  • Die Carbonsäurehydrazide werden im allgemeinen mit 0,05 bis 7 °/0 zugesetzt. Ihr Zusatz wird, wie oben ausgeführt, durch die gewünschte Einstellung einer bestimmten Verarbeitungsschmelzviskosität bestimmt.
  • Der Zusatz von Benzaldehyd macht sich bei der Messung der Stabilisierung ab 0,01 0/o bemerkbar und findet seine obere Grenze bei 50/0. Bei einer Verwendung oberhalb dieser Grenze fallen die mechanischen Werte merklich ab.
  • So zeigt z. B. ein Copolyharnstoff aus 5 Mol Nonamethylendiamin, 1 Mol eines Gemisches von 9- bzw.
  • 10-Aminomethylstearylamin - und 6 Mol Harnstoff eine Fließspannung von 350 kg/cm2 (bestimmt durch Zerreißversuch an abgeschreckten Normstäben StIII nach DIN 53504 bei einer Zerreißgeschwindigkeit von 100 mm/min). Die gleiche, unveränderte Fließspannung zeigt der Polyharnstoff, wenn er z. B. mit 0,6 0/o Stearinsäuiehydrazid, 0,1 °/o Benzaldehyd und Ö,1 0/o eines Alkalidihydrogenphosphits stabilisiert wurde. Bei einer Erhöhung des Benzaldehydgehaltes über 50/o unter Beibehaltung der prozentualen Anteile der anderen beiden Komponenten fällt dagegen die Fließspannung bereits ab.
  • Das für die Mengenabgrenzung des verwendeten Benzaldehyds Gesagte gilt auch analog für die prozentuale Abgrenzung des Alkalidihydrogenphosphits von 0,01 bis 501,.
  • Bei Verwendung der erfindungsgemäßen Stabilisatorkombination in den angegebenen Grenzen bleiben die mechanischen, elektrischen und chemischen Eigenschaften der Polyharnstoffkunststoffe entweder absolut unverändert oder aber in völlig ausreichendem Maße erhalten. Ganz erheblich erweitert hingegen wird das Anwendungsgebiet der Polyharnstoffe hinsichtlich der maximalen Temperaturbelastbarkeit.
  • Die Zugabe der erfindungsgemäß verwendeten Stabilisatorkombination gestaltet sich am einfachsten vor Beginn der Polykondensation zu dem Polykondensationsansatz. Sie können aber auch mit gleichem Erfolg zu einem beliebigen Zeitpunkt während der Polykondensation entweder zusammen oder einzeln und in beliebiger Reihenfolge zugesetzt werden. Ferner ist es ebenso möglich, sie den bereits fertigenPolykondensaten zuzumischen. Es ist auch möglich, einzelne Komponenten erst später dem fertigen Polykondensat zuzusetzen, während die übrigen Komponenten bereits während der Herstellung des Kunststoffes zugesetzt wurden.
  • Das Einarbeiten der Stabilisatorkombination auf-Schneckenpressen, Kalandern oder Knetern bereitet keinerlei Schwierigkeiten, ebensowenig das Zumischen zu Polyharnstoffpulvern. Gegebenenfalls können die Stabilisatoren auch in Form ihrer Lösungen in geeigneten organischen Lösungsmitteln zugesetzt werden. -In manchen Fällen kann es zweckmäßig sein, nicht die Stabilisatorkombination selbst, sondern ein mit dieser angereichertes Polykondensat zuzumischen.
  • Außer der erfindungsgemäß verwendeten Stabilisatorkombination können denjpoiy- oder Copolyharnstoffen noch andere Zusatzstoffe, wie Pigmente, Füllstoffe oder UV-Stabilisatoren, zugesetzt werden.
  • Die stabilisierende Wirkung der verschiedenen Zusätze kann am besten vergleichend beobachtet werden, indem die Poly- oder Copolyharnstoffe in Form von Granulat, Folien oder Formkörpern für Testzweck an der Luft bei 120"C einer Behandlung ausgesetzt werden. Unter diesen Bedingungen erfolgt im allgemeinen eine genügende Differenzierung bereits nach 100 Stunden Beobachtungszeit, wobei Polyharnstoffe ohne wirksame Stabilisatoren eine zunehmend braune Verfärbung aufweisen. Die Versuchsergebnisse bei verschiedenen Polyharnstoffen mit den erfindungsgemäßen Zusätzen an Stabilisatorkombinationen sind in Tabelle I und Ergebnisse von Vergleichsversuchen mit verschiedenen anderen Zusätzen sind in Tabelle II aufgeführt. Hierbei wurde als Kriterium die Verfärbung an der Luft bei 120"C nach 25 Stunden und nach 100 Stunden verwendet.
  • Infolge der grundsätzlich jeweils verschiedenen Licht- und Hitzebeständigkeit der Polyharnstoffe auf Basis verschiedener Diamine kann die Dauer der StabilisierunggegenüberVerfärbungjeweils verschieden sein. Es kann den Tabellen I und II aber mühelos entnommen werden, daß bei den verschiedenen Copolyharnstoffen die erfindungsgemäß eingesetzte Stabilisatorkombination immer überlegen ist.
  • Die stabilisierende Wirkung der erfindungsgemäß verwendeten Kombination läßt sich auch am Abfall der mechanischen Werte nach dem Einfluß von Licht, Sauerstoff und Hitze feststellen. Zum Beispiel zeigt ein Polyharnstoff aus 5 Mol Nonamethylendiamin, 1 Mol eines Gemisches aus 9- bzw. 10-Aminomethylstearylamin und 6 Mol Harnstoff, der nur mit 0,6 0/o Stearinsäurehydrazid stabilisiert wurde, zunächst eine Kerbschlagzähigkeit nach der DIN-Norm 53453 von 60 cmkg/cm2, die nach 100stündigem Erhitzen an der Luft bei 120"C auf 31 cmkg/cm2 abfällt.
  • Wird derselbe Polyharnstoff mit 0,6 °/0 Stearinsäurehydrazid und 0,1 0/o Benzaldehyd stabilisiert, so fällt die Kerbschlagzähigkeit in 100 Stunden bei 120"C an der Luft von 63 auf 24 cmkg/cm2 ab.
  • Wird dagegen derselbe Polyharnstoff erfindungsgemäß mit 0,6 O/o Stearinsäurehydrazid, 0,1 0/o Benzaldehyd und 0,1 0/o Natriumdihydrogenphosphit stabilisiert und dann 100 Stunden der gleichen Behandlung bei 120"C ausgesetzt, so fällt seine Kerbschlagzähigkeit von 65 cmkg/cm2 überhaupt nicht meßbar ab.
  • Parallel zu der stabilisierenden Wirkung der erfindungsgemäß verwendeten Kombination gegen Verfärbung in der Hitze bzw. gegen das Abfallen der mechanischen Werte läuft eine Verminderung - des Geruchs der Polyharnstoffe sowohl in der Schmelze als auch im festen geformten Zustand nach der Verarbeitung. Ferner ist eine Vergilbung der Polyharnstoffe bei Raumtemperatur unter dem Einfluß von Licht völlig zurückgedrängt.
  • Die zu stabilisierenden linear gebauten thermoplastischen Poly- oder Copolyharnstoffe können in ihrer Hauptvalenzkette aus den verschiedenartigsten Diaminen aufgebaut sein. Als solche Diamine kommen z. B. in Betracht: aliphatische, geradkettige Diamine mit mindestens 3 C-Atomen zwischen den Stickstoffatomen, wie z. B. Hexamethylen-, Nonamethylen-oder Dodecamethylendiamin, an der C-Kette substituierte diprimäre aliphatische Diamine, wie z. B. 9- bz 10-Aminomethylstearylamin, 9- bzw. 10-Aminostearylamin oder Diphenylhexamethylendiamin, cycloali- phatische Diamine, wie 4,4'-Diaminodicyclohexylmethan oder Cyclohexan-1,4-bis-methylamin, durch Heteroatome, wie Sauerstoff- oder Schwefelatome, unterbrochene aliphatische Diamine, wie 1,2-Bis-(3-aminopropoxy)-äthan, 1,2-Bis-(3-aminopropoxy)-propan oder Bis-(3-aminopropyl)-sulfid, araliphatische Diamine, wie m- oder p-Xylylendiamin oder am Stickstoff substituierte aliphatische Diamine, wie N-Nonyl-1,3-propylendiamin, N-Cyclohexyl-1,3-propylendiamin, N-Hexyl-1 , 3-propylendiamin oder 9,9-Bis-(3-aminopropyl)-fluoren.
  • Die hier nicht beanspruchte Herstellung der linearen Polyharnstoffe kann in bekannter Weise, z. B. durch Schmelzkondensation der entsprechenden Diamine mit Harnstoff oder Harnstoffverbindungen oder durch Polykondensation in geeigneten Lösungsmitteln, wie m-Kresol, durch Reaktion der Diamine mit Kohlensäure unter Druck, durch Umsetzung der Diamine mit Kohlenoxysulfid oder durch Kondensation der Diamine mit Phosgen, Kohlensäureestern oder Diimidazolylcarbonyl nach dem Grenzflächenpolykondensationsverfahren oder in Lösung erfolgen. Das jeweils angewandte Herstellungsverfahren für die linearen Polyharnstoffe beeinflußt die Wirksamkeit der erfindungsgemäßen Stabilisierung in keiner Weise.
  • Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren stabilisierten Polyharnstoffe können einen stark erweiterten Anwendungsbereich im Spritzguß-, Extrusions-, Blas-, Monofil-, Faser-, Folien- oder Wirbelsintersektor finden.
  • In den nachfolgenden Beispielen bedeutet r, die relative Viskosität Xr einer zeigen Lösung des jeweiligen Polyharnstoffs in m-Kresol bei 25"C und o die grundmolare Viskositätszahl, die durch den Ausdruck fl%1 1 zu (c o Null) gegeben ist, wobei c die Konzentration des Polykondensats in Gramm je 100 ccm Lösung bedeutet.
  • Beispiel 16,0 kg Nonamethylendiamin der Aminzahl 700 (=100Mol), 5,96 kg eines Gemisches aus 9- und 10-Aminomethylstearylamin der Aminzahl 375 (= 20 Mol), 7,2 kg Harnstoff (= 120 Mol), 159,0 g Stearinsäurehydrazid, 25,2 g Benzaldehyd und 25,2 g Natriumdihydrogenphosphit werden vermischt und unter einer Atmosphäre von Reinstickstoff in einem VA-Gefäß unter Rühren auf 1300 C erhitzt, wobei Ammoniakentwicklung erfolgt. Diese läßt nach 210 Minuten Reaktionszeit nach, und der Kondensationstopf wird auf 2400 C erhitzt, wobei erneute Ammoniakentwicklung einsetzt und die Schmelze langsam viskos wird. Nach 110 Minuten Reaktionszeit bei 2400 C wird die Temperatur auf 2300 C zurückgenommen und innerhalb von einer Stunde ein Vakuum von 3 mm Quecksilber angelegt, das noch 30 Minuten voll aufrechterhalten wird. Es wird ein glasklarer Copolyharnstoff mit einer Lösungsviskosität nl = 3,4 und 210 = 2,0 ausgepreßt.
  • Die Zusätze beeinflussen die Transparenz des Copolyharnstoffs in keiner Weise. Dieser Copolyharnstoff wurde als erfindungsgemäß stabilisierter Polyharnstoff für die vergleichenden Messungen verwendet.
  • Beispiel 16,05 kg Nonamethylendiamin der Aminzahl 700 (= 100 Mol), 5 96 kg eines Gemisches aus 9- und 10-Aminomethylstearylamin der Aminzahl 375 (= 20 Mol) und 7,2 kg Harnstoff (= 120 Mol) werden vermischt und unter einer Atmosphäre von Reinstickstoff in einem VA-Gefäß unter Rühren auf 1300C erhitzt. Wie im Beispiel 1 a wird nach 210 Minuten die Temperatur auf 240°C erhöht und dort 110 Minuten belassen. Nach dieser Zeit läßt die Ammoniakentwicklung nach. Mittels einer geeigneten Vorrichtung werden nunmehr unter Stickstoff 159,0 g Stearinsäurehydrazid, 25,2 g Benzaldehyd und 25,2 g Natriumdihydrogenphosphit dem Polykondensat unter Rühren zugesetzt. NachEinrührenwährend 10 Minutenwird das Polykondensat bei 230° C 1 Stunde einem ansteigenden Vakuum bis zu 3 mm ausgesetzt, das weitere 30 Minuten aufrechterhalten wird. Es können 24 g eines Copolyharnstoffs ausgepreßt werden, der sich in den Viskositäts- und Stabilitätseigenschaften nicht von dem Copolyharnstoff des Beispiels la unterscheidet.
  • In Tabelle I ist die Wirkung einer erfindungsgemäß verwendeten Stabilisatormischung an verschieden zusammengesetzten Copolyharnstoffen aufgeführt.
  • In Tabelle II ist eine Reihe von Vergleichsversuchen wiedergegeben. Die darin genannten Polyharnstoffe sind folgendermaßen aufgebaut: A = Polyharnstoff aus 1 Mol Gemisch 9- bzw.
  • 10-Aminomethylstearylamin, 5 Mol Nonamethylendiamin, 6 Mol Harnstoff, B = Polyharnstoff aus 1 Mol Nonamethylendiamin, 1 Mol Harnstoff; C = Polyharnstoff aus 4 Mol Nonamethylendiamin, 1 Mol Gemisch 9- bzw. 10-Aminomethylstearyl amin, 1 Mol 4,4'-Diaminodicyclohexylmethan, 6 Mol Harnstoff; D = Polyharnstoff aus 5 Mol Nonamethylendiamin, 1 Mol Gemisch 9- bzw. 10-Aminomethylstearylamin, 2 Mol Cyclohexan-1,4-bis-methylamin, 8 Mol Harnstoff; E = Polyharnstoff aus 2 Mol 9,9-Bis-(3-aminopropyl)-fluoren, 1 Mol Nonamethylendiamin, 1 Mol Hexamethylendiamin, 4 Mol Harnstoff; F = Polyharnstoff aus 1 Mol 1,2-Bis-(3-aminopropoxy)-äthan, 1 Mol Hexamethylendiamin, 2 Mol Harnstoff; G = Polyharnstoff aus 1 Mol 1,2-Bis-(3-aminopropoxy)-propan, 1 Mol 9,9-Bis-(3-aminopropyl)-fluoren, 2 Mol Harnstoff; H = Polyharnstoff aus 1 Mol 4,4'-Diaminodicyclohexalmethan, 1 Mol Gemisch 9- bzw. 10-Aminomethylstearylamin, 2 Mol Harnstoff.
  • Tabelle I
    Farbe des Polyharnstoffs nach
    Poly-
    Bei- Erhitzen an der Luft bei 120°C
    harn- #no #n1
    spiel
    nach nach
    stoff
    23 Stunden 100 Stunden
    Polyharnstoffe, stabilisiert mit 0,6 0/o Stearinsäurehydrazid, 0,1 0/o Benzaldehyd und 0,1 0/o NaH2PO3
    1 a A 2,0 3,4 farblos schwach gelblich
    1b A 2,0 3,4 farblos schwach gelblich
    2 B 0,9 2,2 farblos farblos
    3 C 2,6 4,0 farblos schwach gelblich
    4 D 1,7 3,4 farblos farblos
    5 E 2,1 3,5 farblos farblos
    6 F 1,3 2,7 farblos schwach gelblich
    7 G 1,2 2,6 farblos farblos
    8 H 2,1 3,5 farblos farblos
    Polyharnstoff, stabilisiert mit 0,15% Acethydrazid, 0,1% Benzaldehyd und 0,1% NaH2PO3 9 | A | 2,0 | 3,4 | farblos | gelb Tabelle 2 Vergleichsversuche
    Farbe des Polyharnstoffs nach
    Bei- Poly
    Zusätze in %, bezogen auf Polyharnstoff Erhitzen an der Luft bei 120°C
    spiel harn- #0 #1
    Nr. stoff - nach nach
    Viskositätsstabilisator Benzaldehyd NaH2PO3 25 Stunden 100 Stunden
    1 A 2,0 3,4 0,6 0/o Stearinsäurehydrazid - - gelbbraun braun
    2 A 2,0 3,4 0,6% Stearinsäurehydrazid 0,1 ~ gelb hellbraun
    3 A - 2,0 3,4 0,6% Stearinsäurehydrazid ~ 0,1 gelb hellbraun
    4 A 1,3 2,7 0,6 0/o Stearinsäure 0,1 ~ gelbbraun braun
    5 A 1,3 2,7 0,6 0/o Stearinsäure 0,1 0,1 gelb gelb
    6 A 1,7 3,0 0,6% N-Pelargonoylnona- - - braun braun
    methylendiamin
    7 A 1,7 3,0 0,6 0/o N-Pelargonoylnona- 0,1 ~ gelbbraun braun
    methylendiamin
    8 A 1,7 3,0 0,6 0/o N-Pelargonoylnona- 0,1 0,1 gelbbraun braun
    methylendiamin
    9 B 0,9 2,2 0,6% Stearinsäurehydrazid 0,1 ~ farblos gelb
    10 C 2,6 4,0 0,6 % Stearinsäurehydrazid 0,1 - braun braun
    11 D 1,7 3,4 0,6% Stearinsäurehydrazid - - gelb braun
    12 D 1,7 3,4 0,6 % Stearinsäurehydrazid 0,1 - gelb hellbraun
    .13 E 2,1 3,5 0,6% Stearinsäurehydrazid - - heligeib gelb
    14 F 1,3 2,7 0,6% Stearinsäurehydrazid - - gelbbraun braun
    15 G 1,2 2,6 0,6% Stearinsäurehydrazid - - gelb hellbraun
    16 H 2,1 3,5 0,6% Stearinsäurehydrazid - - gelb braun
    17 A 2,0 3,4 0,15% Acethydrazid - - - braun braun
    18 A 0,1 °/o Titan(III)-chlorid- ~ 0,1 gelbbraun tiefbraun
    hexahydrat

Claims (1)

  1. Patentanspruch: Verfahren zum Stabilisieren von thermoplastischen, linear gebauten Poly- oder Copolyharnstoffen mit N-haltige Verbindungen und Antioxydantien aufweisenden Gemischen, d a d u r c h gekennzeichnet, daß als Gemisch ein solches von 0,05 bis 7 Gewichtsprozent eines aliphatischen Carbonsäurehydrazids und 0,01 bis 5 Gewichtsprozent Benzaldehyd und 0,01 bis 5 Gewichtsprozent eines Alkalidihydrogenphosphits verwendet wird.
    In Betracht gezogene Druckschriften: Patentschrift Nr. 4733 des Amtes für Erfindungs-und Patentwesen in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands.
DESCH35896A 1964-10-06 1964-10-06 Verfahren zum Stabilisieren von linear gebauten, thermoplastischen Polyharnstoffen Pending DE1226781B (de)

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Citations (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE4733C (de) * R. JAEGER, Maschinenfabrikant, "in Dortmund Neuerungen an Futterschneidemaschinen

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DE4733C (de) * R. JAEGER, Maschinenfabrikant, "in Dortmund Neuerungen an Futterschneidemaschinen

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