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DE1218113B - Verfahren zur Herstellung von hochgereinigtem weissem Bacitracin - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von hochgereinigtem weissem Bacitracin

Info

Publication number
DE1218113B
DE1218113B DEP33808A DEP0033808A DE1218113B DE 1218113 B DE1218113 B DE 1218113B DE P33808 A DEP33808 A DE P33808A DE P0033808 A DEP0033808 A DE P0033808A DE 1218113 B DE1218113 B DE 1218113B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
bacitracin
solution
water
lignin
extracted
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEP33808A
Other languages
English (en)
Inventor
Jack Ziffer
Thomas J Cairney
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Pabst Brewing Co
Original Assignee
Pabst Brewing Co
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Pabst Brewing Co filed Critical Pabst Brewing Co
Priority to DEP33808A priority Critical patent/DE1218113B/de
Publication of DE1218113B publication Critical patent/DE1218113B/de
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07GCOMPOUNDS OF UNKNOWN CONSTITUTION
    • C07G11/00Antibiotics

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Pharmacology & Pharmacy (AREA)
  • Compounds Of Unknown Constitution (AREA)
  • Preparation Of Compounds By Using Micro-Organisms (AREA)

Description

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. CL:
C12d
Deutsche Kl.: 30 h-6
Nummer: 1218113
Aktenzeichen: P 33808IV a/30 h
Anmeldetag: 7. November 1962
Äuslegetag; 2. Juni 1966
Die Erfindung betrifft die Gewinnung von Bacitracin, insbesondere von antibiotischern, hochgereiijigtem weißem Bacitracin, das eine außerordentlich hohe Stabilität aufweist.
Der Wert des Bacitracins in der tierisphen Ernährung und in der tierischen \md menschlichen Therapie ist bekannt, und es sind für diesen Zweck bereits verr schiedene Bacitraeinpräparate und Verfahren zu deren Gewinnung und Reinigung vorgeschlagen worden. Die im Handel erhältlichen Präparate und die bekannten Verfahren weisen jedoch Nachteile auf, die aus? zuschalten sehr erwünscht ist. Ein wichtiges Problem ist beispielsweise der allmähliche Verlust der antibior tischen Wirkung bei längerem Lagern unter ungünstigen oder schlechten Bedingungen^ wie hohe Feuchtigkeit und Temperatur. Ferner ist es äußerst schwierig, hochreines Bacitracin herzustellen und ein weißes Endprodukt ohne farbige Verunreinigungen zu schaffen, und es ist bekannt, daß bei den üblichen Verfahren zur Bacitracingewinnung Verluste an Endprodukt auftreten.
Nach einem bekannten Verfahren wird eine unreine wäßrige Lösung des Bacitracins bei einem pH von etwa 1,5 bis etwa 4,0 mit einem löslichenMolybdat versetzt. Das dabei gebildete Baeitracin-Molybdat wird in Wasser auf einen pH von mindestens 5,0 eingestellt und die Bacitracinlösung mit einem teilweise mit Wasser mischbaren polaren organischen Lösungsmittel extrahiert. Das dabei gebildete Bacitracin ist verhältnismäßig rein, jedoch seine Stabilität läßt zu wünschen übrig. Bei einer Temperatur von 55 bis 57° C hat es eine berechnete Halbwertszeit von 26 bis 31 Tagen.
Es ist auch mehrfach vorgeschlagen worden, mit Ionenaustauschharzen zu arbeiten, um das Bacitracin zu reinigen. Von diesen haben sich gewisse carboxylgruppenenthaltende Ionenaustauschharze als recht zweckmäßig erwiesen. Die Durchführung weiterer experimenteller Versuche mit Ionenaustauschharzen erwies sich aber a}s nicht ratsam, weil viele dieser Versuche erfolglos blieben. Die nach einem anderen bekannten Verfahren verwendeten synthetischen quervernetzten Kationenaustauscherharze, die dUTeh Sulf o~ nieren γοη Mischpolymeren aus Styrol und Divinyl· benzol hergestellt werden, zeigen gewisse Vorteile gegenüber den carboxylgruppenenthaltenden Austauschharzen, lassen jedoch unter anderem auch in ihrer Leistungsfähigkeit zu wüngchen übrig.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung» ein Verfahren zu schaffen, mit dessen Hilfe ein antibiotisphes stabiles, gegen ungünstige Feuch.tigkeits- und Temperaturbedingungen widerstandsfähiges Bacitracin in hohen Verfahren zur Herstellung von hochgereinigtem
weißem Bacitracin
Anmelder:
Pabst Brewing Company, Chicago, 111. (V, St. A.)
Vertreter:
Dipl.-Chem. I. Schulze, Patentanwalt,
Heidelberg, Gaisbergstr. 3
Als Erfinder benannt:
Jack Ziffer,
Thomas J. Cairney, Milwaukee, Wis. (V. St. A.)
Ausbeuten gewonnen werden kann. Es ist insbesondere Aufgabe der Erfindung, ein hochgereinigtes, weißes pharmazeutisches Bacitracin zu schaffen.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von antibiotischem Bacitracin, insbesondere hochgereinigtem weißem Bacitracin unter Verwendung einer Bacitracinlösung, die durch Gärung eines wäßrigen Nährbodens mit einer bacitracinbildenden Kultur hergestellt wurde, das sieh dadurch kennzeichnet, daß eine Lösung aus Bacitracin und einem alialilöslichen Ligninniederschlag aus Alkalilignin und Ligninsulfonaten gebildet wird und diese Lösung nut einem nicht vollständig wassermischbaren, polaren, organischen Lösungsmittel extrahiert wird. Die Gewinnung des Bacitracins durch Ausfällen aus einer Lösung, die Verunreinigungen, wie Gärflüssigkeit oder daraus erhaltene Produkte, in unterschiedlichen Rjnheitsgradeu enthält, ist äußerst vorteilhaft, da dieses Verfahren weitgehende Konzentration und Reinigung des Bacitracins bewirkt.
Um den ausgefällten Ligno-BaeitraciurKomplex löslich zu machen, wird er alkalisch gemacht, d. h., das pH wird im wäßrigen Medium erhöht, bis sicn die Fällung löst· Das pH der Lösung kann von etwa 4,5 bis 9 liegen. Ein höheres pH als 9 wird zweckmäßiger^ weise vermieden, um Bacitracinverlust auf Grund von Instabilität zu vermeiden.
Zur Herstellung des pharmazeutischen weißen Bacitracins wird die Lösung mit einem nicht vollständig wassermischbaren p,olaren organischen Lösungsmittel, d. h. höchstens teilweise mischbaren
609 577/4Q1
Lösungsmittel, extrahiert werden, wobei das Bacitracin in das Lösungsmittel extrahiert wird und das Lignin in der wäßrigen Schicht bleibt. Für die Extraktion ist das pH vorzugsweise auf 7 bis 9 eingestellt. Das Bacitracin kann direkt aus dem Lösungsmittel 5 gewonnen werden. Zur weiteren Reinigung wird das Bacitracin vorzugsweise aus einer wäßrigen sauren Lösung bei einem pH von etwa 2 bis 4 extrahiert. Ein niedriger pH-Wert kann, auf Grund der Instabilität, zu einem Verlust an Bacitracin führen, und ein höherer pH-Wert kann sich in einer ungünstigen Verteilungskonstante auswirken.
Das pharmazeutische Bacitracin wird aus der wäßrigen Phase vorzugsweise nach dem Alkalischmachen gewonnen, wobei der pH-Wert auf etwa 5 bis 7 eingestellt wird, um die Stabilität zu erhalten. Die Gewinnung kann durch Konzentration zu einer Festsubstanz erfolgen. Lyophilisation (Gefriertrocknen) ist das bevorzugte Gewinnungsverfahren. Die Gewinnung des Bacitracins bei tiefer Temperatur, wie sie üblicherweise durchgeführt wird, wird bevorzugt, um Inaktivierung zu vermeiden.
Weißes pharmazeutisches Bacitracin, das eine Wirksamkeit von 60 000 bis 80 000 Einheiten pro Gramm hat, ist leicht und in hohen Ausbeuten herstellbar. Die Präparate haben ungewöhnlich hohe Stabilität. Ein nach dem vorliegenden Verfahren hergestelltes typisches pharmazeutisches Präparat wurde über einen Zeitraum von 381 Tagen bei einer Temperatur von 52 bis 580C auf Stabilität geprüft. Nach dieser Zeit verblieb noch eine Wirksamkeit von 66,6%. Es trat, außerhalb der Versuchsfehler, während der letzten 234 Tage keine Änderung der Wirksamkeit auf, wie aus der folgenden Tabelle I ersichtlich ist. Die Temperaturstabilitätswerte für dieses Präparat sind weit höher als die von ähnlichen Präparaten bekannten.
Tabelle I
Tage Wirksamkeit
Einheiten pro Gramm
Verbleibende
Wirksamkeit
7o
0
15
39
65
147
381
59 000
59 000
54 000
49 000
40 000
39 300
100
91,5
83
67,8
66,6
Dieser Versuch wurde über eine Zeitspanne von 725 Tagen durchgeführt. Nach Ablauf dieser Zeit hatte das Präparat immer noch eine Wirksamkeit von 48%· Vergleichsweise wurde ein im Handel erhältliches, von der S. B. Penick Company gewonnenes Bacitracin unter denselben Bedingungen getestet. Am Ende der 725 Tage betrug die noch verbliebene Wirksamkeit nur noch 19%. Nach 381 Tagen, als eine Wirksamkeit des nach dem vorliegenden Verfahren gereinigten Bacitracins von 66,6 % (s· Tabelle I) ermittelt wurde, wies das Handelsprodukt nur noch eine Wirksamkeit von 41,4% auf. Die berechnete Halbwertszeit bei 55 bis 57 ° C betrug für das vorliegende Bacitracin 230 Tage.
Die folgende Tabelle II zeigt eine Gegenüberstellung der Leistungsfähigkeit sowie der Kosten von carboxylgruppenenthaltenden Harzen, sulfonierten Mischpolymeren aus Styrol und den erfindungsgemäß verwendeten Ligninsulfonaten. Die Überlegenheit des des letzten Produktes ist deutlich ersichtlich.
Tabelle II Reinigung von Bacitracin
Zur Reinigung verwendetes Präparat
Einheiten von gereinigtem
Bacitracin, berechnet pro
Pfund des Produktes
Ungefähre Kosten
pro Pfund des Produktes
Carboxylgruppenenthaltendes Harz ...
Sulfoniertes Mischpolymeres aus Styrol
Ligninsulfonate
1170 000
1 816 000
3 400 000
$ 1,20 bis 1,70
(DM 4,80 bis 6,80)
$ 0,35 bis 0,50
(DM 1,70 bis 2,00)
0,025 bis 0,05
(DM 0,10 bis 0,20)
Zur Fällung einer Ligno-Bacitracin-Verbindung, die leicht durch Alkalischmachen auf ein pH von 4,5 bis 9 löslich gemacht werden kann, dienen vorzugsweise Lignosulfonate. Die gefällten Alkali-Lignin^Komplexe sind unter praktischen Bedingungen zum Löslichmachen nicht zweckmäßig.
Die Fällung kann im wesentlichen in einer Stufe vollständig sein, oder es kann eine Mehrstufenfällung durchgeführt werden, um Anfangsfraktionen von höherer Wirksamkeit herzustellen. Es kann jede beliebige Menge Lignin, die zur Fällung des Bacitracins ausreichend ist, verwendet werden. Mit einer Menge von etwa 0,001 mg Lginin pro Einheit Bacitracinaktivität kann eine ausreichende Menge von wirksamem Präparat ausgefällt werden. Es kann auch weniger verwendet werden, obwohl es scheint, daß es ohne Vorteil ist, weniger zu verwenden. Bei der Mehrstufenfällung kann bei Verwendung von etwa 0,003 bis 0,03 mg Lignin pro Einheit eine hochwirksame erste Fraktion von etwa 15 bis 20% °der mehr Wirksamkeit erhalten werden. Bei Erhalt einer maximalen Fällung in einer Stufe sind mindestens etwa 0,05 mg pro Einheit erforderlich, um das Bacitracin in Gegenwart von Gärlöslichen in eine Komplexverbindung überzuführen. Es scheint, daß eine Menge von mehr als etwa 0,25 mg pro Einheit Bacitracinwirkstoff keine Vorteile bringt.
Bei Bacitracinlösungen, die durch Gärung und anschließendes Filtrieren zur Entfernung von suspendierten Festsubstanzen hergestellt wurden, die etwa 3 bis 4 Gewichtsprozent gelöste feste Substanzen und etwa 200 bis 400 Einheiten von Wirkstoff pro Milli-
liter enthalten, erfolgt der Ligninzusatz vorzugsweise in Typische Lignosulfonate, die erfindungsgemäß Vereiner Menge von etwa 0,05 bis 10 Gewichtsprozent, Wendung finden können, sind Orzane, die Toranile bezogen auf die Lösung, berechnet auf der Basis des und die Polyfone. Orzan A ist im wesentlichen Ligningehaltes des verwendeten Produktes. Vorzugs- Ammonium-Ligninsulfonat und Holzzucker, mit einem weise werden zu der Lösung, für eine maximale 5 charakteristischen Gewichtsverhältnis von 59,1% Gewinnung in einer Stufe, etwa 2% oder mehr Ligninsulfonsäuren. Es ist vollständig in Wasser Lignin zugegeben. löslich, und das pH in 30%iger Lösung ist 4,3. Eine Die Ligno-Bacitracin-Verbindung kann auf ver- typische Analyse zeigt: C = 45,6%; H = 5,6%; schiedene Weise gefällt werden, wobei Bacitracin und S = 6,4%; N = 3,7%; Ca = 0,2%; O = 38,7%· Lignin in Lösung bei einem pH bis zu 9 gemischt i° Orzan S ist im wesentlichen Natrium-Ligninsulfonat werden. Da es möglich ist, bis herab zu einem pH und Holzzucker mit einem typischen Gehalt von 57,6% von 1 zu arbeiten, werden das Bacitracin und das Ligninsulfonsäuren. Es ist vollständig in Wasser löslich, Lignin vorzugsweise bei einem pH von etwa 2 bis 7,5 und das pH in 30%iger Lösung ist 7. Eine typische gemischt. Bei den höheren pH-Werten wird die Lösung Analyse zeigt: C = 41,6%; H = 5,0%; S = 7,0%; angesäuert, d. h., ihr pH wird erniedrigt, bis Fällung 15 N = 0,5%; Ca = 0,2%; Na = 5,9%; O = 40,0%. eintritt. Bei einem niederen pH kann eine Fällung Orzane A und S sind in der Veröffentlichung »Orzan A gebildet werden, so wie das Lignin zugesetzt wird. an Orzan S« 1956 (Crown Zellerbach Corporation Wenn die Bacitracinlösung ein pH von weniger als 5,5 Chemical Products Division) beschrieben,
hat, wird es vorgezogen, das Lignin in Form einer Die Toranile werden aus entzückertem Extrakt der wäßrigen Lösung zuzugeben. 20 Nadelhölzer hergestellt, und ihr Hauptbestandteil ist Das pH zur Fällung des Komplexes kann variieren, Calcium-Ligninsulfonat in einem Verhältnis von etwa und zwar, wie oben ausgeführt, im allgemeinen von 96 Gewichtsprozent. Das Durchschnittsmolekular-1 bis 6, und es wird für die maximale Fällung einge- gewicht ist etwa 1000, und man nimmt an, daß das stellt. Es wird normalerweise vorgezogen, die Fällung Durchschnittsmolekül etwa drei Methoxyl-, fünf bei einem pH von etwa 2 bis 4 durchzuführen. 25 Hydroxyl- und zwei SuIf onatgruppen hat. Ein typischer Für die Fällung eignen sich verschiedene Säuren, Methoxylgehalt ist 8,8%. Eine typische Analyse zeigt: wie beispielsweise Salzsäure, Schwefelsäure u. dgl., C = 61 %, H = 6 %; S = 2 %; Ca = 3 %; O = 28 %. oder saure Salze, wie Natriumbisulfat, oder Kombina- Toranil A ist eine 50%ige Lösung in Wasser, und Torationen aus sauren Salzen und Säuren, wie z. B. Alu- nil B ist zusammengesetzt aus etwa 94% des Calciumminiumsulfat und Schwefelsäure, Ammonalaun und 30 Ligninsulfonate.
Schwefelsäure u. dgl., die zur Bildung von Nieder- Die Polyfone sind Natrium-Ligninsulfonate mit
schlagen, die bei einem pH von 4,5 bis 9 leicht löslich unterschiedlichen Mengen von Natriumsulfonatgrup-
gemacht werden können, führen. Zur Einstellung pen, beispielsweise Polyfon H 5,8%; Polyfon O
des gewünschten pH dienen alikalische Verbindungen, 10,9%; Polyfon T 19,7%; Polyfon R 26,9% und
wie Natriumhydroxyd, Kaliumhydroxyd, Ammonium- 33 Polyfon F 32,8%. Das primäre Rohmaterial ist
hydroxyd, Phosphate, Karbonate, Bikarbonate u. dgl. gereinigtes Fichtenho'lzlignin. Zucker, Hemizellulosen
Der pH-Wert, dessen bevorzugter Bereich von etwa und andere Abbauprodukte von Zellulose werden
6,2 bis 7,5 liegt, hängt von der Art der verwendeten im Verfahren entfernt und sind in den Produkten
Ligninprodukte ab und muß so eingestellt werden, daß nicht vorhanden. Die Polyfone sind im Wasser löslich
eine im wesentlichen vollständige Löslichkeit des 40 und bilden dabei alkalische Lösungen mit einem
Komplexes erhalten wird. Für die Extraktion ver- pH von etwa 8 bis 10,6.
wendete polare, nicht vollständig mischbare, orga- Die Bacitracin-Ausgangsstoffe, die in den folgenden nische Lösungsmittel, die für das erfindungsgemäße Beispielen verwendet werden, wurden durch Gärung Verfahren geeignet sind, sind beispielsweise aliphatische eines wäßrigen Nährbodens mit einer bacitracin-Alkohole, Alkarylalkohole, aromatische Alkohole 45 bildenden Kultur von Bacillus subtilis durch unter- und andere Lösungsmittel, die eine besondere Lösungs- getaucht gerührte und durchlüftete Gärung hergestellt, fähigkeit für Bacitracin besitzen. Bevorzugte Lösungs- wie in der USA.-Patentschrift 2 813 061 beschrieben, mittel sind die Butanole, Pentanole, Hexanole, Phenole, Anschließend folgt übliches Filtrieren, um suspendierte Alkarylalkohole u. dgl., beispielsweise Amylalkohol, Festsubstanzen, die zellenartige Überreste einschließen, Cyclohexanol, Benzylalkohol, und das besonders 50 zu entfernen. Das Bacitracin wurde in der in der bevorzugte n-Butanol. Patentschrift beschriebenen Weise nach der »Cup-Festes Bacitracin kann aus der Lösungsmittellösung plate«-Methode geprüft.
gewonnen werden. Vorzugsweise wird jedoch das Die folgenden Beispiele dienen zur näheren Erläu-
Bacitracin in eine wäßrige Phase extrahiert, indem die terung des erfindungsgemäßen Verfahrens und der
Lösungsmittellösung mit Wasser bei dem bevorzugten 55 erhaltenen Erzeugnisse.
pH von 2 bis 4 zusammengebracht wird. Für das An- . -I1
säuern können verschiedene saure Verbindungen, Beispiel
wie Salzsäure, Schwefelsäure, Phosphorsäure und 30 g Natrium-Ligninsulfonat (Polyfon F), gelöst in
Zitronensäure, dienen. Zunächst wird das pH der 120 ml Wasser, wurden zu 11 Bacitracinfiltrat (pH 6,7)
wäßrigen Lösung vorzugsweise auf etwa 5 bis 7 einge- 60 mit 369 Einheiten pro Milliliter zugegeben. Der
stellt, beispielsweise mit Ammoniumhydroxyd, Na- pH-Wert der Lösung wurde dann mit 18 n-Schwefel-
triumhydroxyd, basischen Anionenaustauscherharzen säure auf 3,5 eingestellt und der gefällte Ligno-
u. dgl. und die Lösung zur Gewinnung von festem Bacitracin-Komplex durch Zentrifugieren gewonnen.
Bacitracin konzentriert. Andererseits kann die Folge Die erhaltene Feststubstanz wurde mit Wasser
von Extrahieren des Bacitracins aus dem Lösungsmittel 65 (455 ml), dessen pH bei 3,5 lag, gewaschen. Die
in angesäuerte wäßrige Lösung ein oder mehrere Male gewaschene Festsubstanz wurde dann mit Wasser
vor der Gewinnung von festem Bacitracin wiederholt (480 ml) aufgeschlämmt und die Aufschlämmung
werden. mit konzentriertem Ammoniumhydroxyd auf pH 8
eingestellt, um den Ligno-Bacitracin-Komplex löslich zu machen.
Die wäßrige Lösung wurde dann mit n^-Butanol (ungefähr 50 ml ) gesättigt und mit B,utanol, das mit Wasser gesättigt war (6 ·- IQQ ml), extrahiert· Dann wurde Wasser (100 ml) zu dem getrennten. Lösungsmittelextrakt (520-rol) zugefügt und der pH-Wert des Gemisches mit 18 η-Schwefelsäure auf 3 eingestellt. Die wäßrige Schicht wurde abgetrennt und die
Ein zweiter Teil (150 ml) der mit Harz behandelten Lösung wurde mit 4 n-NH^QH auf pH 8 eingestellt und mit ButanoJ, der mit Wasser gesättigt war (6 · 25 ml) extrahiert. Dann wurde Wa.ss.er (25 ml) zu dem abgetrennten Lösungsmittelextrakt (150 ml) zugefügt und der pH-Wert des Gemisches mit 6 n-HCi auf pH 3 eingestellt. Die wäßrige Schicht wurde abgetrennt und die Lösungsmittellösung mjt Wasser, dessen pH bei 3 lag und das mit Butanol gesättigt
sungsmittellösung mit Wasser, dessen pH bei 3 lag io war (6 · 25 nil), extrahiert, Der pH-Wert des wäßrigen und das mitButanol gesättigt war (4 · 100 rnl), extrahiert. Extraktes wurde dann mit dem Anionenaustauscher-
Die wäßrige Lösung (495 ml) wurde dann mit konzentriertem Ammpniumhydroxyd auf pH 8 eingestellt
und mit n-Butanpl, dej mit Wasser gesättigt war harz auf 5,7 eingesMlt, Das mit den Waschflüssigkeiten vereinigte FÜtrat hatte nach der Harzbehandlung (196 ml) 1180 Einheiten pro Milliliter mit einer
(6 · IQO ml), extrahiert. Dann wurde zu der getrennten 15 Ausbeute von 2,24 g einer weißen Festsubstanz mit Lösungsmittelschicht (570 ml) Wasser (50 ml) züge- 74 000 Bacitracin?in,heiten pro Gramm,
fügt und der pH-Wert des Gemisches mit 18 U-H2SO4 Das. unter Verwendung von Orzan A hergestellte
auf 3 eingestellt. Die wäßrige Schicht wurde abger hpshgereinigte weiße Bacitracin hatte eine, anfängliche trennt und die Lösjmgsrnittellpsung mit Wasser, Wirksamkeit (Einheiten in Gramm) von 60 000 und dessen pH bei 3 lag und das mit Butanol gesättigt war 20 Prozent Wirksamkeit, die nach den angegebenen (5-5OmI), extrahiert. Stunden bei 110 bis 112° C verblieb, war wie folgt
Die wäßrige. Schicht wurde dann auf pH 6,2 eingestellt, wobei 3,2 g eines stark basischen quaternären Aminanionenaustauscherharzes in der Hydroxylfprrn (Amberlite IRA-40Q) verwendet wurden. Das Filtrat + Waschflüssigkeiten wurden im Vakuum konzen? triert, um das Lösungsmittel zu entfernen, Die farblose Lösung (400 ml) zeigte bei diesem Punkt 405 Einheiten prq Milliliter mit einer Gesamtausbeute von 44°/q. Eine Hälfte dieser Lösung wurde lyophüisiert, wobei 0,98 g einer weißen Festsubstanz erhalten wurde, mit
Stunden 52
6 Stunden 45
4 Stunden 49
24 Stunden 20
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wird mit großer Ausbeute ein stabiles, hochgereinigtes, weißes, pharmazeutisches Bacitracin gewönnen, das eine hohe Wirksamkeit hat. Im Endprodukt sind keine farbigen Verunreinigungen vorhanden.
35
78 000 Bacitracin-Einheiten pro Gramm, was einer Gesamtausbeute van 41,5% entspricht.
Beispiel 2
90 g Ammonium-Ligninsulfqnat (Orzan A) wurden zu 9000 mlBacitracinfiltrat (pH 6,7) pit 318 Einheiten pro Miniliter zugefügt. Die Lösung wurde dann mit 6 n-HCJ auf pH 3,0 eingestellt und der gefällte Lignor Baeitracin-Komplex durch Setzenlassen und Dekan? 40 tieren bei 40° C gewonnen, Die erhaltene Festsupstanz wurde mit Wasser zu einem dünnen Brei aufgeschlämmt und das pH der Aufschlämmung mit 4 n-Ammoniumhydroxyd auf 6,5 eingestellt, um den Ligno-BacitracinrKpmplex löslich zu machen. Es wurden 400 g eines löslich gemachten Konzentrates mj.t 320Q Einheiten pro Gramm erhalten.
Ein Teil (200 g) des löslich gemachten Konzentrates, das hei der ersten Fpungsstufe erhalten worden war, wurde zur Herstellung von gereinigtem Bacitracin verwendet. Das pH des löslich gemachten Konzentrates (200 g) wurde mit 4 H-NH4QH auf 8 eingestellt und mit Butanol, das mit Wasser gesättigt war (6 · 50 ml), extrahiert. Dann wurde Wasser (50 ml) zu dem abgetrennten Lösungsmittelextrakt (300 ml) gegeben und der pH-Wert des Gemisches mit 6 n-HCl auf 3 eingestellt. Die wäßrige Schicht wurde abgetrennt und mit Wasser, dessen pH bei 3 lag und das mit Butanol (5 · 5Q ml) gesättigt war, extrahiert, Der pH-Wert des wäßrigen Extraktes wurde dann mit stark basischem ^.niopenaustauscherharz in der Hydroxylf orm auf 5,7 eingestellt. Das mit den Wasche flüssigkeiten vereinigte Filtrat hatte nach der Be

Claims (5)

Patentansprüche :
1. Verfahren zur Herstellung von hoehgereinigtem weißem Bacitracin unter Verwendung einer Bacitracinlösung, die durch Gärung eines wäßrigen Nährbodens einer bacitracinbildenden Kultur hergestellt wurde, dadurch gekennzeichnet, daß eine wäßrige Lösung aus Bacitracin und einem alikalilöslichen LigmnniedersGhlag aus Alkalüignin und Lignjnsulfpnaten gebildet wird und diese Lösung mit einem nicht vollständig wasser mischbaren, polaren, organischen Lösungsmittel extrahiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Verbindung aus Bacitracin und dem alkalilöslieben Ligninfällungsmittel ausgefällt wird, der Niederschlag abgetrennt und im wäßrigen Medium alkalisch gemacht wird, um den Nieder^ schlag zu lösen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß nach Alkalischmachen des Niederschlages in wäßrigem Medium das Bacitracin daraus mit einem mit Wasser unvollständig mischbaren, pqlaren, organischen Lösungsmittel extrahiert wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis. 3, dadurch gekennzeichnet:, daß das Bacitracin aus der Lösungsmittelphase mittels, angesäuertem Wasser extrahiert und aus dem erhaltenen Extrakt ge? wpnnen wird,.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß für das Löslichmachen des Niederschlages das pH des wäßrigen Mediums auf einen Wert im Bereich von etwa 4,5 bis 9, vorzugsweise von etwa. 5 bis 7, eingestellt wir4,
handJung mit Harz (330 ml) 1,410 Einheiten prp
Milliliter mit einer Ausbeute von 72,7 °/Q, Ein Teil
(150 ml) dieser Lösung wurde lyophilisiert, wohei 3 g In Betrapht gezogene Druckschriften:
einer weißen Festsubs.tanz erhalten wurde mit 65 QQO Deutsche Auslegeschriften Nr. 1026 484,1Q79 278,
Bacitracin-Einheiten pro Gramm· 1116 347,
609 577/401 5,66 @ Bundesdruckerei Berlin
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