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Hydraulisch betätigtes Zuggerät zur Bewegung von Bauteilen im Untertagebetrieb
Die Erfindung bezieht sich auf ein hydraulisch befätigtes Zuggerät zum Bewegen von
Bauteilen im Untertagebetrieb, das für alle Zwecke, in denen es sich darum handelt,
schwere Bauteile in den beengten Grubenräumen zu bewegen, wie insbesondere für das
Rauben von Streckenausbaubögen, das Hochziehen von im Streb abgerutschten Förderern,
gegebenenfalls auch für das Bewegen von Förderwagen -über kurze Steilstrecken, und
in zahlreichen anderen Fällen verwendbar ist.
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Für diese Zwecke werden in der Regel mit Druckluft betriebene Raubwinden
bzw. Zuggeräte verwendet, mittels deren jedoch nur eine Zugkraft in der Größenordnung
von 6 bis 10 t erzeugt werden kann. Der wesentlichste Nachteil &r
bekannten Geräte besteht aber darin, daß sie intermittierend arbeiten und deshalb
der Raubvorgang vergleichsweise lan Ige Zeit in Anspruch nimmt, insbesondere wenn
bei ihrer Verwendung zum Rauben von Streckenausbaubögen, wie das aus Sicherheitsgründen
die Regel ist, das Gerät in verhältnismäßig großer Entfernung von dem zu raubenden
Streckenausbaubogen angeordnet ist.
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Es sind auch bereits hydraulisch betriebene, Zuggeräte, mit denen
weit größere Zugleistungen erzielt werden können, vorgeschlagen und praktisch verwendet
worden. Auch diese Geräte haben, abgesehen von ihrer vergleichsweise komplizierten
Bauart, den Nachteil der intermittierenden Arbeitsweise.
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Das trifft auch auf ein zum Ziehen schwerer Lasten, nämlich zum Entrümpeln
bei Eisenbahnbetriebsunfällen vorgeschlagenes hydraulisch betriebenes Zuggerät zu,
bei welchem das Zugmittel - eine Kette oder ein Seil -, das örtliche Mitnehmeransätze
aufweist, durch hinter diese Ansätze greifende, an dem Kolben eines hydraulischen
Raubzylinders angebrachte Klauen gezogen wird.
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Durch die Erfindung wird ein im Gegensatz zu den bekannten Geräten
kontinuierlich arbeitendes, hy-
draulisch betätigtes Zuggerät von sehr platzsparender
Bauweise für die eingangs erwähnten Zwecke geschaffen, welches es ermöglicht, Zugkräfte
in der Größenordnung von 20 t und mehr zu erzeugen.
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Das Zuggerät gemäß der Erfindung weist zwei achsparallel zueinander
angeordnete hydraulische Zylinder, zwischen denen das Zugmittel geführt ist, auf,
die wechselweise beaufschlagt werden und an deren Kolbenstangen Klauen angeordnet
sind, die, sich in ihrer Wirkung ablösend, nach dem Tandem-Prinzip in das derart
fortlaufend gezogene Raubseil od. dgl. eingreifen.
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Außer dem grundsätzlichen Vorteil der sich hierdurch ergebenden ununterbrochenen
Arbeitsweise wird es nunmehr möglich, hydraulische Zylinder von nur geringer Länge
zu verwenden, weil nunmehr nicht mehr wie bei den bekannten Geräten die Notwendigkeit
besteht, jeweils möglichst lange Arbeitsintervalle durch einen langen Hub des Zylinders
herbeizuführen. Es genügen deshalb im Falle der Erfindung Hübe der beiden Zwillingszylinder
von allenfalls 350 mm und entsprechend geringem Platzbedarf, deren
Kolbenfläche andererseits innerhalb weiter Grenzen beliebig vergrößert werden kann.
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Von besonderem Vorteil ist es, daß gemäß einem weiteren Merkmal der
Erfindung die beiden Zylinder auch so geschaltet werden können, daß sie gleichzeitig
in ein und derselben Richtung aus- und einfahren. Diese Betriebsweise wird gewählt,
wenn im Einzelfalle eine besonders große Zugkraft zur Verfügung stehen soll und
dieser Gesichtspunkt gegenüber dem Nachteil des dann intermittierenden Betriebs
überwiegt.
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Als Zugmittel kann ein Seil verwendet werden, an welchem in bekannter
Weise in gleichen Abständen voneinander Mitnehmerkörper angebracht sind, hinter
welche die an ;den Kolbenstangen der beiden Zylinder angebrachten Klauen greifen.
Vorteilhafter ist aber die Verwendung einer Kette als Zugmittel, wobei dann selbstverständlich
die Hübe der Zylinder der Kettenteilung angepaßt werden müssen. Selbstverständlich
muß das Zugmittel in dem Bereich, in' welchem die Klauen an ihm angreifen,
d. h. einem Bereich, der dem Hub ödes Zylinders entspricht, seitlich gegen
den Andruck der Klauen abgestützt bzw. gegen seitliches Ausweichen gesichert sein.
Das erfolgt gemäß der vorzugsweisen Ausführungsform der Erfindung dadurch, daß das
Seil oder die Kette in diesem Bereich durch einen Rohrkörper läuft, welcher beiderseits
in sich gegenüberliegender Anordnung Schlitze aufweist, durch welche hindurch sich
die in das Zugmittel eingreifenden Klauen erstrecken.
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Statt eines Rohres genügen gegebenenfalls auch Abstützbleche von entsprechender
Wirkung.
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Die Einzelheiten und weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus
der folgenden Beschreibung
einer vorzugsweisen Ausführungsform des
neuen Zuggerätes an Hand der Figuren.
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F i g. 1 ist eine teilweise geschnittene und teilweise weggebrochene
Aufsicht auf das Gerät; F i g. 2 veranschaulicht die hydraulische Schaltung.
In F i g. 1 sind mit d, d' die beiden h ydraulischen Zylinder
bezeichnet, ' die # miteinander durch Seinplatten b, Y' zu
einer starren Gesamtheit verbunden sind. Zwischen den' 'beiden Zylindern erstreckt
sich in zentrischer Anordnung das Rohr c, durch welches das gemäß dem Ausführungsbeispiel
durch eine Kette d gebildete Zugmittel hindurchläuft, das an den zu bewegenden,
in der Figur nicht dargestellten zu
ziehenden Körper in zweckentsprechender
Entfernung angeschlagen ist. Das Rohr c weist gemäß dem Ausfübxungsbeispiel-. einen,
Einlauftrichter e für die Kette a'u- f.
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An der AusläÜfseite--ik-t*d-ie Kette auf einer dem Hub der Zylinder
a', a" entsprechenden Länge seitlich abgestützt, gemäß dem Ausführungsbeispiel
durch ein Rohrf geführt, das seinerseits öinen Bestandtßil- eines an -der
Platte. b' festen Vorbaus g bildet.' Die Kolbensfangen h' ' h" der
beiden Zylinder a, a', tragen an ihren Enden gegen die Wi.rkung von an den
Kolbenstangen festen Zugfedem i', l" verschwenkbare und,derart-beim Rückhub ausschaltbare
Klauenkörper# kl, k", -deren in die Kette d eingreifende wirksame Teile der
Größe und Form der, Kettenglieder angepaßt sind.
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Der Körper des Gerätes ist durch nur schematisch dargestellte Seile
l', l" an einem Festpunkt Angel schlagen bzw. abgespannt.
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Das Gerät kann im Falle des,Vorhandensßins einer Hochdruckleitung,
wie sie in mit hydraulischem Ausbau versehenen Streb.en vorhanden ist, aus diesem
Leitungsaetz betrieben werden.In. der Regel wird aber, -um einen beliebigen wandernden
Einsatz des Gerätes, der: ja durch seinen Verwendungszweck bedingt ist, zu. ermöglichen,
die Ausrüstung des Ge-. rätes mit einer besonderen Hochdruckpumpe-zweckmäßig sein.
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Fi g# -2 zeigt das sich hiernar h ergebende Schema der hydraulischen
Schaltung, welche es ermöglicht, die Kolben der beiden Zylinder sich ablösend alternativ
aus- und einzuführen. Die Möglichkeit" erwünschtenfall§ beide Kolben gleichzeitig
in der einen oder anderen Richtung zu bewegen, ist in dipsein Schgltschema- nicht
dargestellt. Sie ergibt sich aber für den Fachmann ohne weiteres.
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Mit m ist die aus dem Vorratsbehälter n saugende Hochdruckpumpe bezeichnet,
die nach- öffnen des' Ha#uptvpntilg o das gesamte System versorgt. -
Je
der Betriebsphase des einen Zylinders a', d/ erh41t1, dieser die Druckflüssigkeit
über die Leitung p
und das zweckgiltsp#rechend geschaltete Ventiliq. Die Schaltung
des Ventils ei in diese Stellung erfolgt über die gleichzeitig beaufschlagte
Leitung r. Das durch den Vorwärtshub des Kolbens des Zylinders d aus diesem
verdrängte öl fließt über die Leitung.s m'- den Zylinder a" und beaufschlagt
die' Ringfläghe des, Kolbens dieses Zylinders, der demgemäß unter Verdrängung der
in dem anderen Zylinderraum befindlichen Druckflüssigkeit, die über die Leitung
t und das Ventil q in den Vorratsbehälter n und die Leitung u zurückfließt, ausfährt.
Am Ende seines Hubes schaltet der Kolben des Zylinders a' das Ventil derart um,
daß nunmehr die Druckflüssigkeit über die Leitung w- strömt, so daß nunmehr über
die Leitung w das Ventil q umgesteuert wird und die Druckflüssig,keit
p den Weg in die Leitung t freigibt, d. h., df,-j# Zylinder a" im
Ausfahrsinne beaufschlagt wird. Mit x ist ein üblicher Speicher zum Ausgleich
von. etwaigen Schlägen in dem Leitungssystem bezeichnet.
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,Die Arbeitsweise der neuen Vorrichtung bedarf" hiernach keiner weiteren
Erläuterung. In. ununter-, brochen sichablösender Folge steht jeweils eine der Klauen
k', k" im Eingriff mit dem Zugmittel, während die andere einschwenkt,
sich rückwärts beweg4 und derart das Zugmittel kontinuierlich gezogew wird.
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.Zwecks Zurückziehens des Zugmittels nach be-: endetem Arbeitsvorgang
wird das hydraulische, System entlastet, und es werden die beiden Klauen, von Hand
unter Benutzung von zweckentsprechenden Feststellvorrichtungen in eine wirkungslose
Stellung verbracht.
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Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf Dieb vorstehend im
einzelnen beschriebenen und in der Figur dargestellten Ausführungsformen beschränkt"
sondern es sind de.mgegenüber Änderungen möglich; ohne von ihrem Grundgedanken abzuweichen.