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Fahrtschreiber für Fahrzeuge Die Erfindung bezieht sich auf einen
Fahrtschreiber für Fahrzeuge mit einem Gehäuse, in dem wenigstens je eine Einrichtung
zur Messung der Geschwindigkeit und der zurückgelegten Wegstrecke sowie zur Registrierung
dieser Größen angeordnet sind, und mit einem Klappdeckel, an dem die Einrichtungen
zur Halterung und Mitnahme der Fahrtdiagramme sowie mindestens ein Kilometerzählwerk
angeordnet sind, dessen Anzeige durch ein Ablesefenster im Deckel sichtbar ist.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine lösbare kinemaXische
Verbindung zwischen einem im Gehäuse angeordneten und stetig von der Tachometerwelle
angetriebenen Teil sowie einem im Deckel des Fahrtschreibers gelagerten und den
Kilometerzähler fortschaltenden Teil herzustellen, wobei diese kinematische Verbindung
beim Schließen des Klappdeckels des Fahrtschreibers automatisch hergestellt und
beim Öffnen des Deckels gelöst wird.
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Bisher bekannte Vorrichtungen zur Übertragung des Antriebs von einer
im Gehäuse eines Fahrtsdu eibers gelagerten Antriebswelle auf einen in einem Klappdeckel
angeordneten Anzeigeteil sind derart ausgebildet, daß die Triebverbindung zwischen
Antriebswelle und Anzeigeteil durch besondere Mittel auch bei aufgeklapptem Gehäusedeckel
aufrechterhalten wird. Diese Maßnahme war bei Fahrtschreibern älterer Bauart wünschenswert,
um zu gewährleisten, daß die Anzeigevorrichtung auch dann in Tätigkeit bleibt, wenn
entweder der Gehäusedeckel versehentlich nicht vollständig geschlossen wurde oder
aber, wenn ein unbefugter Benutzer des Fahrzeugs den Deckel des Fahrtschreibers
mit der Absicht öffnet, die Fahrt nicht registrieren zu lassen.
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Derartige Vorsichtsmaßnahmen sind jedoch bei modernen Fahrtschreibern,
bei denen die Verschlußvorrichtung für den Deckel im allgemeinen mit der Zündvorrichtung
des Fahrzeugs gekuppelt ist, überflüssig, da das Fahrzeug sowieso nur bei ordnungsgemäß
geschlossenem Gehäusedeckel des Fahrtschreibers in Betrieb genommen werden kann.
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Obwohl also bei modernen Fahrtschreibern keine Notwendigkeit mehr
besteht, die erwähnte kinematische Verbindung auch bei aufgeklapptem Deckel aufrechtzuerhalten,
hat man den direkten und ständigen Anschluß der biegsamen Tachometerwelle an den
Kilometerzähler beibehalten, da andere Lösungen zu kompliziert schienen. Der Nachteil
dieser bekannten Tachographen besteht darin, daß die biegsamen Wellen sehr empfindlich
sind und nach verhältnismäßig kurzer Betriebszeit ausgewechselt werden müssen, um
eine dauernde Verformung zu verhüten.
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Andererseits ist es bereits bekannt, unter Verzicht auf eine empfindliche
biegsame Welle eine ständige Antriebsverbindung zwischen der Tachometenvelle und
einem im Deckel des Fahrtschreibers gelagerten Anzeigeteil dadurch herzustellen,
daß eine starre, jedoch um einen Betrag in sich abwinkelbare und längenveränderbare
Welle einerseits im festen Gehäuse teil und andererseits schwenkbar im Klappdeckel
gelagert ist und daß dabei das Schwenklager des getriebenen Wellenteils bei geschlossenem
Gehäuse etwa in der Verlängerung des antreibenden Wellenteils zwischen dem Schwenkpunkt
des Klappdeckels und dem freien Ende des antreibenden Wellenteils liegt. Bei dieser
Konstruktion wird mit Zahnrädern gearbeitet, die während der Schwenkbewegung des
Deckels in Drehung versetzt werden, was bei einem schnellen Aufklappen des Deckels
zu einer erheblichen Beanspruchung und Abnutzung der Getriebeteile führt.
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Zur Beseitigung der mit einer mechanischen Verbindung zwischen antreibender
Welle und Anzeigeteil zusammenhängenden Probleme ist auch bereits ein Fahrtschreiber
bekanntgeworden, bei dem der Zähler elektromagnetisch mittels einer Vorrichtung
im Deckel angetrieben wird, die von Impulsen gespeist wird, welche eine im Gehäuse
angeordnete Einrichtung liefert. Diese Fahrtschreiber haben jedoch den Nachteil,
daß sie den verschiedensten elektrischen Störungen ausgesetzt sind, insbesondere
einer Unterbrechung der Verbindung, beispielsweise durch Beschädigung der Leitungen
beim Schließen des Deckels.
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Alle diese Nachteile der bisher bei Fahrtschreibern bekanntgewordenen
Antriebsverbindungen zwischen einer im Fahrtschreibergehäuse angeordneten Antriebswelle
und einem im Fahrtschreiberdeckel untergebrachten Kilometerzähler werden durch die
Erfindung vermieden, welche mit sehr einfachen Mitteln eine lösbare kinematische
Verbindung zwischen den erwähnten Teilen herstellt.
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Ausgehend von einem Fahrtschreiber des eingangs erwähnten Typs, ist
die Erfindung zur Lösung der genannten Aufgabe dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung
zur Messung der zurückgelegten Wegstrecke einen die stetige Drehbewegung der Antriebswelle
dieser Einrichtung in eine periodische Hin- und Herbewegung umformenden Mechanismus
aufweist, der bei geschlossenem Deckel die periodische Bewegung auf einen den Zähler
periodisch weiterschaltenden Klinkenantrieb überträgt.
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Die Erfindung wird an Hand der Zeichnungen an einem Ausführungsbeispiel
näher erläutert. Es zeigt F i g. 1 eine Draufsicht auf einen geöffneten Fahrtschreiber,
bei dem die Deckelinnenseite, in welcher die Diagrammscheiben angeordnet werden,
nur teilweise dargestellt ist, F i g. 2 einen Schnitt längs der Linie II-II nach
Fig. 1, F i g. 3 das Zifferblatt des Fahrtschreibers und F i g. 4 und 5 Darstellungen
von Einzelheiten des Antriebes des Kilometer-Zählwerkes.
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Der Fahrtschreiber weist ein Gehäuse 1 auf, an dem mit Hilfe eines
Gelenks2 ein Deckel3 angebracht ist. Im Gehäuse 1 sind in bekannter Weise zur Aufzeichnung
der Fahrzeuggeschwindigkeit, der Fahrt- und Stillstandzeiten des Fahrzeugs sowie
der zurückgelegten Fahrtstrecke Schreibstifte angeordnet, die von üblichen, hier
nicht weiter beschriebenen Einrichtungen betätigt werden.
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Auf der Vorderseite des Deckels ist das in F i g. 3 dargestellte
Zifferblatt 12 angeordnet, vor dem sich die Tachometernadel 13 und außerdem die
Zeiger 14 und 15 einer üblichen Uhr bewegen. Durch ein Fenster 16 des Zifferblattes
12 ist ein Teil der Ziffernrollen des Kilometerzählers 17 sichtbar.
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Der Antrieb des Kilometerzählers 17 durch die zentrale Welle 21 wird
bei geschlossenem Tachographen erfindungsgemäß in folgender Weise hergestellt: Eine
den Kilometerzähler schrittweise fortschaltende und der Wirkung einer Feder unterliegende,
nicht dargestellte Klinke sitzt auf der im Deckel des Tachographen drehbar gelagerten
Achse 75 (F i g. 5), auf welcher außerdem ein Ritzel 76 angeordnet ist.
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Dieses Ritzes 76 kämmt mit einem Zahnsegment 77, das am Ende eines
Hebels 78 befestigt ist. Der Hebel 78 ist um die ebenfalls im Deckel gelagerte Achse
79 drehbar und weist an seinem anderen freien Ende ein Plättchen 80 auf. Wenn der
Deckel des Fahrtschreibers auf dem Gehäuse aufliegt (F i g. 5), dann stößt das Plättchen
80 gegen das obere Ende eines Mitnehmerteils 81, das an einer zwischen einer Brücke
37 und der Platte 35 parallel zur Gehäuseachse verschiebbar gelagerten Stange 82
befestigt ist (man vgl. auch F i g. 2). Das verstärkte Mittelteil 83 der Stange
82 hat eine Kerbe84, in die eine Rolle 8 eingreift. Diese Rolle 85 ist am Ende eines
Armes 86 eines auf F i g. 1 dargestellten, wenigstens annähernd in einer zur Gehäuseebene
parallelen Ebene liegenden T-förmigen Schwenkhebels 87 drehbar gelagert. Die-
ser
Schwenkhebel 87 ist um die etwa parallel zur Gehäuseebene orientierten Achsen 91
drehbar, welche in entsprechenden Augen 90 des Gehäuses angeordnet sind. Der andere
Arm 88 des Schwenkhebels 87 liegt auf dem Umfang eines Exzenters89 auf, welcher
auf dem Ritzel 70 der auch den Nocken 65 antreibenden Welle 69 sitzt. Die Untersetzung
zwischen der zentraIen Welle 21 und dem Ritzel 70 ist derart bemessen, daß dieses
Ritzel 70 und damit der Exzenter89 eine volle Umdrehung ausführt, wenn das Fahrzeug
eine Strecke von einem Kilometer zurücklegt.
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Einer vollen Umdrehung des Exzenters 89 entspricht eine einmalige
Hin- und Herbewegung des Schwenkhebels 87 derart, daß dessen freies Ende von der
Platte 35 abgehoben und anschließend wieder auf die Platte 35 aufgesetzt wird. Dementsprechend
wird der Mitnehmerteil 81, der mit dem Hebel 87 über die erwähnte Rolle 85 kinematisch
verbunden ist, zunächst in Richtung auf den Deckel des Fahrtschreibers vorgeschoben,
wobei es den Kilometerzähler über den Hebel 78, das Zahnsegment 77, das Zahnrad
76 sowie die nicht dargestellte Fortschaltklinke um einen einem Kilometer entsprechenden
Schritt weiterbewegt und anschließend wieder unter der Wirkung der nicht dargestellten
Rückholfeder der Fortschaltklinke bis zur Anlage an die Brücke 37 zurückgezogen.
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Die beschriebenen, die kinematische Verbindung zwischen Gehäuse und
Deckel herstellenden Teile bedürfen keiner exakten Justierung, da lediglich dafür
gesorgt werden muß, daß das Plättchen 80 am Hebel 78 in der Verschiebungsbahn des
Mitnehmerteils 81 liegt. In einem nicht dargestellten Ausführungsbeispiel kann die
Betätigung des beschriebenen Klinkenantriebs des Kilometerzählers auch mit Hilfe
eines umlaufendenNockens verwirklicht werden, der vom Ritzel 70 angetrieben wird
und von dem ein Ansatz periodisch eine Auslenkung des Schwenkhebels 78 bewirkt.