-
Die Erfindung bezieht sich auf ein Endoskop, insbesondere auf ein
Gastroskop, mit im Bereich des distalen Endes des Körperhöhlenrohres angeordneten
seitlichen Fenstern für den Austritt der Lichtstrahlen einer Lichtquelle und für
den Durchgang der Bildstrahlen eines Sehrohres.
-
Bei bekannten Ausführungen derartiger Endoskope befindet sich am
distalen Ende ein seitliches Fenster für den Durchgang der mittels eines Objektivprismas
um etwa 900 abgelenkten Bildstrahlen und ein weiteres Fenster für den Austritt der
Lichtstrahlen, die mittels einer spiegelnden Schrägfläche in das Blickfeld gebracht
werden. Bei der für den unbehinderten Durchgang der Licht- und Bildstrahlen erforderlichen
Größe dieser hintereinanderliegenden Fenster ergibt sich ein verhältnismäßig großer
Abstand zwischen denselben. Da das Licht annähernd in das Blickfeld gebracht werden
muß, ist bei den bekannten Gastroskopen der Winkel der spiegelnden Schrägfläche
steiler als 450, um das Objekt in etwa 70 mm Entfernung vom Objektiv ausleuchten
zu können.
-
Bei der Gastroskopie, und zwar insbesondere bei der Untersuchung
der Cardia müssen unterschiedliche Abstände zum Objektiv berücksichtigt werden,
die zwischen 2 und 150 mm liegen. Wird der Abstand zwischen Objekt und Objektiv
kleiner als 70 mm, wird das Bild vom Rande her dunkler und ist bei einem kleineren
Abstand als 10 mm nicht mehr erkennbar. Bei einem über 70mm hinausgehenden Abstand
wandern dagegen die Lichtstrahlen in entgegengesetzter Richtung aus dem Blickfeld
hinaus.
-
Nun ist aber beispielsweise bei der Betrachtung des Magenausganges
aus einiger Entfernung eine große Lichtfülle ebenso wichtig wie die Beleuchtung
des Blickfeldes bei sehr kleinem Abstand oder dann, wenn das Ausblickfenster ganz
an der Magenwand oder in der Cardia anliegt. Auch bei der Photographie, Farbphotographie,
Kinematographie und bei Fernsehaufnahmen hat das Abwandern der Lichtstrahlen aus
dem Zentrum des Blickfeldes heraus Unterbelichtungen zur Folge.
-
Ein weiterer Nachteil ist in der Baulänge der Gastroskopspitze zu
erblicken, die sich durch die Hintereinanderanordnung eines Fensters für die Bildstrahlen
und eines zweiten Fensters für die Lichtstrahlen ergibt, wobei den eigentlichen
Abschluß des Körperhöhlenrohres eine Gummi-Leitspitze bildet.
-
Um nämlich beispielsweise den Magen ausgang zur Darstellung bringen
zu können, muß das Körperhöhlenrohr sehr tief eingeführt werden. Trifft die Gummispitze
auf den unteren Magenpol, dann befindet sich das Fenster für die Lichtstrahlen zwar
tief genug, um den Magenausgang zu beleuchten, aber das dahinterliegende Blickfenster
liegt zu hoch, um den Magenausgang in das Blickfeld zu bringen.
-
Es ist schon versucht worden, die Lichtstrahlen und die Bildstrahlen
durch ein gemeinsames Prisma abzulenken. Dabei konnten zwar an der Eingangsfläche
des Prismas störende Lichtreflexe vermieden werden, nicht aber an der Ausgangsfläche.
-
Es ist nun der Zweck der Erfindung, ein Endoskop zu schaffen, das
es ermöglicht, die Lichtstrahlen in die unmittelbare Nähe des Ausblickfensters zu
bringen sowie die Baulänge des Endoskopendes zu verkürzen. Dies wird erfindungsgemäß
dadurch erreicht, daß innerhalb des Körperhöhlenrohres eine Gruppe quer zur Längsachse
desselben in einer Reihe neben-
einanderliegender, jedoch unter sich optisch voneinander
getrennter Prismen mit ihren Abstrahlungsflächen vor einem gemeinsamen seitlichen
Fenster angeordnet ist.
-
Die einander zugeordneten Seitenflächen der einzelnen Prismen haben
eine Metallschicht, so daß jedes Prisma der Gruppe unbeeinflußt vom benachbarten
bleibt. Der mittlere Schacht für den Durchgang der Bildstrahlen ist in seiner Breite
so bemessen, daß der kreisförmige Ausblick gerade noch möglich ist. Die beiden äußeren
Prismen, die zur Ablenkung der Lichtstrahlen dienen, können schmäler sein, als es
die bauliche Breite des Gastroskops erfordern würde, damit beiderseits neben dem
Biidstrahlenschacht ein schmales Lichtbündel austreten kann, dessen Divergenz durch
die mehrfache Brechung der Lichtstrahlen im schmalen Lichtschacht vergrößert wird.
Unmittelbar am Fenster treten die Lichtstrahlen in den Bereich der Bildstrahlen
des mittleren Schachtes ein. Von einer prismatischen Ablenkung der Lichtstrahlen
zum Blickfeld hin wurde Abstand genommen, weil sich sonst bei größerem Objektabstand
zwei Lichtfelder bilden würden und weil bei der Anordnung der Prismengruppe das
Blickfeld auch dann voll ausgeleuchtet ist, wenn sich das Objekt in nächster Nähe
der Prismengruppe befindet.
-
Die untereinander verkittete Prismengruppe ist an den Außenflächen
glatt, so daß es keines abschließenden Deckglases bedarf. Ein Deckglas kann jedoch
vorgesehen werden, wenn man bei bestimmten Objektivarten, die nur in einer bestimmten
Entfernung scharfe Bilder ergeben, einen gewissen Abstand von der Magenwand einhalten
und von der Verwendung eines verstellbaren Okulars zur Einstellung der Bildschärfe
absehen will.
-
Auch bei solchen Gastroskopen, bei denen die Bildübertragung über
Glasfaserbündel erfolgt und die bis in das Duodenum eingeführt werden, bringt die
Verwendung der Prismengruppe Vorteile.
-
Die im Körperhöhlenrohr des Gastroskops verlaufenden flexiblen Lichtleiter
sind an ihren Enden mit Metallfassungen versehen, wodurch das Einfallen von Lichtstrahlen
in den mittleren Schacht für die Bildstrahlen im Bereich der Einstrahlungsflächen
vermieden wird. Auch können die beiden Schächte für die Lichtstrahlen in ihrer Länge
geringfügig gekürzt werden, damit ihre Einstrahlungsflächen hinter der Einstrahlungsfläche
des mittleren Schachtes der Bildstrahlen liegen. Es ist dies eine andere Möglichkeit,
störende Lichtreflexe zu vermeiden, wobei der Schacht für die Bildstrahlen gleichzeitig
als seitliche Begrenzung für die Lichtleiter dient.
-
Ferner ist es möglich, die Prismengruppe bei solchen Gastroskopen
vorzusehen, bei denen die Beleuchtung im distalen Ende mittels Glühlampe erfolgt.
Dabei ist die Prismengruppe in einer Schraubkappe so angeordnet, daß beiderseits
neben dem Schaft des teleskopischen Sehrohres zwei zylindrische Lampen mit eingeschmolzener
Sammellinse in Fassungen eingeschraubt sind, zu denen die Stromleitungen führen.
Die Schraubkappe greift über die beiden Lampen, so daß das Instrument außen ebenfalls
glatt und ohne Vorsprünge ist. Innerhalb der Schraubkappe stehen die Glühlampen
den außenliegenden Prismenschächten gegenüber.
-
In der Zeichnung ist der Gegenstand der Erfindung an einem Ausführungsbeispiel
veranschaulicht, und zwar zeigt
Fig. 1 einen teilweisen Längsschnitt
durch das Körperhöhlenrohr eines Endoskops und Fig. 2 einen dem Endoskop gemäß F
i g. 1 entsprechenden Längsschnitt des distalen Endes in einer abweichenden Schnittebene.
-
Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind das Körperhöhlenrohr mit
1, das teleskopische Sehrohr mit 2, das Okular mit 3, die proximale Lichtquelle
mit 4, der Brennspiegel derselben mit 5 und der aus einem Faserbündel bestehende
Lichtleiter mit 6 bezeichnet. Der Anschaulichkeit halber ist die Darstellung nicht
als Konstruktionsschnitt, sondern als Schemaschnitt ausgeführt.
-
Am distalen Ende des Körperhöhlenrohres 1 befindet sich eine elastische
Endoskopspitze 7 und unmittelbar dahinter das in gestrichelten Linien gezeigte Fenster
8 für den seitlichen Durchgang der Bildstrahlen und der Lichtstrahlen. Die von der
Lichtquelle 4 ausgehenden Lichtstrahlen werden über den Lichtleiter 6, der um das
Sehrohr 2 herum angeordnet ist, zum distalen Ende des Körperhöhlenrohres 1 geleitet.
-
Die Lichtstrahlen treffen dort im Bereich des Fensters 8 auf eine
Gruppe von nebeneinander angeordneten, unter sich jedoch getrennten Prismen 9, 10
und 10'. Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind drei Prismen vorgesehen, von
denen die beiden äußeren, nämlich 10 und 10' zur seitlichen Ablenkung der Lichtstrahlen
dienen, während das mittlere Prisma 9 zur Ablenkung der Bildstrahlen bestimmt ist.
Auf dieses mittlere Prisma 9 trifft das Objektiv 11 des Sehrohres 2.
-
Die zu einer Gruppe vereinigten Prismen 9, 10 und 10' besitzen an
den einander zugekehrten Flächen Metallschichten, die sie optisch voneinander trennen,
und zwar können die einzelnen Prismen einer Gruppe lose aneinandergereiht oder aber
untereinander verkittet sein.
-
Das mittlere Prisma ist in seiner Breite so bemessen, daß der kreisförmige
Ausblick des Sehrohres gerade noch möglich ist. Die beiden äußeren Prismen 10 und
10' sind etwas schmaler als es die bauliche Breite des Körperhöhlenrohres erfordern
würde, damit beiderseits neben dem mittleren Prisma ein
schmales Lichtbündel austreten
kann, dessen Divergenz durch die mehrfache Brechung der Lichtstrahlen in den für
die Ablenkung derselben vorgesehenen Prismen vergrößert wird.
-
Die Prismengruppe ist an ihren Außenflächen glatt, weshalb es keines
abschließenden Deckglases bedarf. Ein Deckglas kann aber vorgesehen werden, wenn
es erforderlich sein sollte.
-
Die den äußeren Prismen zugeordneten Enden der Lichtleiter können
mit einer Metalleinfassung versehen sein, damit vermieden wird, daß streuende Lichtstrahlen
auf das mittlere Prisma 9 im Bereich des Objektivs des Sehrohres treffen. Zu diesem
Zweck kann auch die Anordnung so getroffen sein, daß die beiden Prismen 10 und 10'
um ein geringes kürzer sind als das mittlere Prisma 9, damit ihre Einstrahlungsflächen
hinter die Abstrahlungsfläche des mittleren Prismas 9 zu liegen kommen. Auf diese
Weise können störende Lichtreflexe wirksam verhindert werden.