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DE1298521B - Verfahren zur Herstellung von Cyanmethylestern der Acrylsaeure, Methacrylsaeure oderCrotonsaeure - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Cyanmethylestern der Acrylsaeure, Methacrylsaeure oderCrotonsaeure

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Publication number
DE1298521B
DE1298521B DEF39034A DEF0039034A DE1298521B DE 1298521 B DE1298521 B DE 1298521B DE F39034 A DEF39034 A DE F39034A DE F0039034 A DEF0039034 A DE F0039034A DE 1298521 B DE1298521 B DE 1298521B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
acid
glycolonitrile
methacrylic
acid chloride
cyanomethyl
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEF39034A
Other languages
English (en)
Inventor
Lendle
Dr Rudolf
Dr Wilhelm
Wirtz
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Hoechst AG
Original Assignee
Hoechst AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Hoechst AG filed Critical Hoechst AG
Priority to DEF39034A priority Critical patent/DE1298521B/de
Publication of DE1298521B publication Critical patent/DE1298521B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C255/00Carboxylic acid nitriles

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
  • Low-Molecular Organic Synthesis Reactions Using Catalysts (AREA)

Description

  • Es ist bekannt, die Ester des Glykolsäurenitrils mit os, ß-ungesättigten Carbonsäuren durch Acylierung nach Schotten-Baumann herzustellen, indem man das Glykolsäurenitril bzw. ein Gemisch aus Formaldehyd und Natriumcyanid in Gegenwart eines basischen Stoffes mit dem Säurechlorid der entsprechenden o a, ß-ungesättigten Carbonsäure umsetzt.
  • Der basische Stoff soll in einem vielfachen Üb erschuß über den Alkohol bzw. das Phenol Z. H.
  • Skraup, Monatshefte für Chemie, Bd. 10, 1891, S. 390, zugesetzt werden. Für alkaliempfindliche Ausgangsstoffe wird ein fünf- bis zehnfacher Überschuß an Pyridin angewendet (vgl. A. Einhorn, F. Hollandt, Liebigs Annalen der Chemie, Bd. 301, 1898, S. 95). Nach der Arbeitsweise von P. T.
  • Mowry, Journal of the American Chemical Society, Bd. 66, 1944, S. 371, wird als basischer Stoff z. B. wäßrige Natronlauge angewendet; zur Herstellung von Acrylsäurecyanmethylestem wurde auch schon Dimethylanilin (vgl. C. S. Marvel, Industrial Engineering Chemistry, Bd. 47, 1955, S. 344, oder zur Herstellung von Methacrylsäurecyanmethylestern Pyridin angewendet (vgl. USA. - Patentschrift 2 379 297).
  • Die Ausbeuten der nach diesen bekannten Verfahren hergestellten Cyanmethylester der Acryl-bzw. Methacrylsäure sind jedoch unbefriedigend. Sie betragen meist nur unter 500/0, in jedem Fall aber weniger als 60 ovo der Theorie.
  • Erheblich bessere Ausbeuten erhält man dagegen nach dem Verfahren der Erfindung, wenn man dem Glykolsäurenitril zuerst die Säurechloride der os, ßungesättigten aliphatischen Carbonsäuren und anschließend im Unterschuß ein tertiäres Amin zusetzt.
  • Nachdem zu Umsetzungen nach Schotten-B a u m an n stets ein Laugenüberschuß erforderlich ist, war es überraschend, daß eine derartige Acylierung auch in Gegenwart unterschüssiger tertiärer Basen durchführbar ist und daß außerdem befriedigende Ausbeuten erhalten wurden. Es bedurfte ferner der Überwindung eines Vorurteils, zumal auch die Umsetzung bei den Arbeitsweisen nach D. T.
  • Mowry (s. a. a. 0.) und nach der USA-Patentschrift 2 379 297, selbst unter Berücksichtigung der technischen Lehre von Gluud und W. Klempt, Berichte der Gesellschaft für Kohltechnik, Bd. 5, 1939/50, S. 320, nach welcher oc-Hydroxynitrile nur im sauren Bereich ohne Zersetzung haltbar sind, im alkalischen Bereich erfolgte.
  • Es können zwar nach der bekannten Verfahrensweise nach D. T. Mowry Ausbeuten bis zu 73 0/o an Cyanmethylestern der ß-ungesättigten Carbonsäuren erzielt werden, jedoch beträgt die Ausbeute an Cyanmethylester der Acyrlsäure nach dem Verfahren von D. T. Mowry nur 170/o, nach dem von M arvel (s. a. a. 0.) 40,10/0 und an Cyanmethylester der Methacrylsäure nach D. T. Mowry nur 58 0/o und nach dem Verfahren der USA.-Patentschrift 2379 297 nur 41,70/o.
  • Die Ausbeuten nach dem Verfahren der Erfindung hingegen sind demgegenüber, auch bei der Verwendung von Acrylsäurechlorid als Säurechlorid, von dem bekannt ist, daß es infolge von Nebenreaktionen nach den bisherigen Verfahren zu sehr geringen Ausbeuten führte, unvergleichlich höher, nach dem Beispiel 2 sogar mehr als doppelt so hoch.
  • Es wurde nun gefunden, daß man Cyanmethylester der Acrylsäure, Methacrylsäure oder Croton- säure durch Umsetzung von Glykolsäurenitril mit den entsprechenden ungesättigten aliphatischen Carbonsäurechloriden in Gegenwart von tertiären Aminen und vorzugsweise organischen Lösungsmitteln dadurch herstellt, daß man bei einer Temperatur von - 10 bis + 800 C, vorzugsweise bis 100 C, zu dem vorzugsweise gelösten Glykolsäurenitril das Acryl-, Methacryl- oder Crotonsäurechlorid und ein tertiäres aliphatisches Amin, gegebenenfalls in Gegenwart eines Schutzgases derart gibt, daß im Reaktionsgemisch das Säurechlorid stets im geringen Überschuß gegenüber dem Amin vorhanden ist und den entstandenen Cyanmethylester nach der Abtrennung des gebildeten Ammoniumchlorids, gegebenenfalls ohne weitere Reinigung, wie üblich, vorzugsweise durch Destillation, gewinnt.
  • Geeignete Amine sind tertiäre aliphatische Amine.
  • Die Kettenlänge der an das Stickstoffatom gebundenen Alkylgruppen ist ausschlaggebend. Jedoch verwendet man aus wirtschaftlichen Gründen besonders tertiäre Amine, deren Alkylgruppen vorzugsweise 1 bis 6 Kohlenstoffatome haben, wie Trimethylamin, Triäthylamin, Trüsopropylamin, Diisopropyläthylamin, Tri-n-butylamin.
  • Die drei Umsetzungsteilnehmer, das Glykolsäurenitril, das Säurechlorid der entsprechenden a, ß-ungesättigten aliphatischen Carbonsäure und das tertiäre Amin können in äquimolaren Mengen eingesetzt werden. Falls als Säurechlorid Acrylsäurechlorid verwendet wird, ist es von Vorteil, das Glykolsäurenitril in einem größeren Überschuß, beispielsweise bis zur zweifach molaren Menge, bezogen auf die beiden anderen Reaktionsteilnehmer, einzusetzen; jedoch muß im Reaktionsgemisch das Säurechlorid gegenüber dem Amin stets im geringen Überschuß vorhanden sein.
  • Die Umsetzung wird bei Temperaturen zwischen - 10 und + 800 C, vorzugsweise zwischen 0 und 100 C, durchgeführt. Im allgemeinen arbeitet man bei Atmosphärendruck. Naturgemäß kann auch Unterdruck oder ein geringer Überdruck angewendet werden, wenn auch diese Maßnahmen keinen besonderen Vorteil mit sich bringen.
  • Die Umsetzung kann ohne Lösungsmittel durchgeführt werden, jedoch führt man die Umsetzung vorzugsweise in Gegenwart eines inerten organischen Lösungsmittels durch. In diesem Lösungsmittel sollen sich die Ausgangsstoffe und der hergestellte Cyanmethylester gut lösen. Das als Nebenprodukt in stöchiometrischen Mengen entstehende Ammoniumchlorid soll dagegen in diesem Lösungsmittel weitgehend unlöslich sein. Geeignete Lösungsmittel sind Ester, besonders aber Äther, wie Diäthyläther und andere Dialkyläther, Tetrahydrofuran und Dioxan. Damit das Ammoniumchlorid möglichst quantitativ in unlöslicher Form entsteht, ist es zweckmäßig, die Ausgangsstoffe und das Lösungsmittel vor der Umsetzung zu trocknen. Jedoch ist diese besondere Maßnahme bei der Durchführung der Umsetzung in technischem Maßstab nicht erforderlich, wenn man in Kauf nimmt, daß geringe Mengen des Ammoniumchlorids in der Lösung verbleiben. Das Lösungsmittel wird mit dem Glykolsäurenitril im Umsetzungsgefäß, in das man dann das Säurechlorid und das tertiäre Amin einführt, vorgelegt. Vorteilhaft wendet man jedoch auch das Säurechlorid und das tertiäre Amin in gelöster Form an.
  • Zur Vermeidung von Nebenreaktionen kann man die Umsetzung unter einem geeigneten Schutzgas, beispielsweise Stickstoff oder Helium, durchführen.
  • Ebenso kann ein Polymerisationsverzögerer, wie Hydrochinon, zur Verhinderung der unerwünschten Polymerenbildung zugesetzt werden.
  • Eine vorteilhafte Durchführungsweise der Umsetzung besteht darin, daß man zu der gekühlten Lösung des Glykolsäurenitrils in dem angewendeten Lösungsmittel zunächst eine geringe Menge des Säurechlorids gibt und erst dann mit der Zugabe des tertiären Amins beginnt. Im weiteren Verlauf der Umsetzung wird die Zugabe des Säurechlorids und des Amins derart geregelt, daß das Säurechlorid stets in geringem Überschuß gegenüber dem Amin im Umsetzungsgemisch vorliegt.
  • Zur Aufarbeitung des Reaktionsgemisches nach der beendeten Umsetzung wird das Ammoniumchlorid abfiltriert oder abzentrifugiert und das Filtrat in bekannter Weise aufgearbeitet, vorteilhaft durch Destillation unter vermindertem Druck. Dadurch erhält man ohne weitere Reinigung die Cyanmethylester der entsprechenden a, ß-ungesättigten aliphatischen Carbonsäuren in Ausbeuten von 75 bis 850/0 der Theorie.
  • Die nach dem Verfahren der Erfindung hergestellten Cyanmethylester der a, ß-ungesättigten Carbonsäuren lassen sich polymerisieren und sind wertvolle Ausgangsstoffe zur Herstellung von Mischpolymeren.
  • Beispiel 1 In einem Reaktionsgefäß, das mit einem Rührer, zwei Tropftrichtern und Rückflußkühler versehen ist, wird eine Lösung von 171 g (3 Mol) Glykolsäurenitril in 400 ml wasserfreiem Äther vorgelegt. Als Polymerisationsverzögerer setzt man 3 g Hydrochinon zu. Der eine der beiden Tropftrichter wird mit 303 g (3 Mol) Triäthylamin, der zweite mit 313,5 g (3 Mol) Methacrylsäurechlorid gefüllt. Beide Tropftrichter füllt man mit wasserfreiem Äther auf ein Volumen von je 600 ml auf. Zu der auf 0°C gekühlten Glykolsäurenitrillösung tropft man unter heftigem Rühren zunächst etwa 40 ml der Methacrylsäurechloridlösung und beginnt dann mit dem Zutropfen der Triäthylaminlösung. Im weiteren Verlauf der Reaktion tropft man beide Lösungen gleichzeitig und mit gleicher Geschwindigkeit zu. Die Umsetzungstemperatur wird durch äußere Kühlung zwischen 0 und 50 gehalten. Anschließend wird das entstandene Triäthylammoniumhydrochlorid durch Filtrieren oder Zentrifugieren abgetrennt und der Rückstand mit Äther nachgewaschen. Die vereinigten Filtrate werden nach dem Abdestillieren des Athers im Vakuum über eine kurze Kolonne destilliert. Man erhält 311 g Cyanmethylester der Methacrylsäure, Kp. = 52 bis 530 C. Die Ausbeute beträgt 83 0/o der Theorie.
  • Beispiel 2 In der gleichen Versuchsanordnung wie im Beispiel 1 wird eine Lösung von 171 g (3 Mol) Glykol- säurenitril in 600 ml wasserfreiem Dioxan mit 181 g (2 Mol) Acrylsäurechlorid und 202 g (2 Mol) Triäthylamin, die beide in je 500 ml wasserfreiem Dioxan gelöst sind in der im Beispiel 1 angegebenen Weise umgesetzt. Als Polymerisationsverzögerer werden der Glykolsäurenitrillösung 3 g Hydrochinon zugefügt. Die Reaktion erfolgt unter Stickstoff als Schutzgas. Man arbeitet das Umsetzungsgemisch wie im Beispiel 1 auf und erhält bei der Destillation 176,4 g des Cyanmethylesters der Acrylsäure von Kp.5 570 C in einer Ausbeute von 79,4 0/c der Theorie.
  • Beispiel 3 In der im Beispiel 1 beschriebenen Versuchsanordnung wird eine Lösung von 171 g (3 Mol) Glykolsäurenitril in 500 ml wasserfreiem Äther mit 313,5 g (3 Mol) Crotonsäurechlorid und 303 g (3 Mol) Triäthylamin, die beide in je 500ml Äther gelöst sind, in der im Beispiel 1 angegebenen Weise umgesetzt. Auch die Aufarbeitung des Umsetzungsgemisches erfolgt wie im Beispiel 1. Man erhält durch Destillation 300,2 des Cyanmethylesters der Crotonsäure vom Kp. = 80 bis 820 C in einer Ausbeute von 80°/o der Theorie.
  • Beispiel 4 In der im Beispiel 1 beschriebenen Versuchsanordnung wird eine Lösung von 171 g (3 Mol) Glykolsäurenitril in 500 ml wasserfreiem Äther mit 313,5 g (3 Mol) Crotonsäurechlorid und 556 g (3 Mol) Tri-n-butylamin, die beide in je 500 ml Äther gelöst sind, in der im Beispiel 1 angegebenen Weise umgesetzt. Auch die Aufarbeitung des Umsetzungsgemisches erfolgt wie im Beispiel 1. Man erhält durch Destillation 303,3 g des Cyanmethylesters der Crotonsäure vom Kr. 5 = 80 bis 820 C. Die Ausbeute beträgt 810/0 der Theorie.

Claims (1)

  1. Patentanspruch: Verfahren zur Herstellung von Cyanmethylestern der Acrylsäure, Methacrylsäure und Crotonsäure durch Umsetzung von Glykolsäurenitril mit den entsprechenden ungesättigten aliphatischen Carbonsäurechloriden in Gegenwart von tertiären Aminen und vorzugsweise organischen Lösungsmitteln, d a d u r c h g ekennzeichnet, daß man bei einer Temperatur von - 10 bis + 800 C, vorzugsweise 0 bis 100 C, zu dem vorzugsweise gelösten Glykolsäurenitril das Acryl-, Methacryl- oder Crotonsäurechlorid und ein tertiäres aliphatisches Amin, gegebenenfalls in Gegenwart eines Schutzgases, derart gibt, daß im Reaktionsgemisch das Säurechlorid stets in geringem Überschuß gegenüber dem Amin vorhanden ist, und den entstandenen Cyanmethylester nach der Abtrennung des gebildeten Ammoniumchlorids, gegebenenfalls ohne weitere Reinigung, wie üblich, vorzugsweise durch Destillation, gewinnt.
DEF39034A 1963-02-16 1963-02-16 Verfahren zur Herstellung von Cyanmethylestern der Acrylsaeure, Methacrylsaeure oderCrotonsaeure Pending DE1298521B (de)

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