DE1292276B - Disazo-Dispersionsfarbstoffe und Verfahren zu ihrer Herstellung - Google Patents
Disazo-Dispersionsfarbstoffe und Verfahren zu ihrer HerstellungInfo
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- C09B—ORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
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- C09B31/02—Disazo dyes
- C09B31/06—Disazo dyes from a coupling component "C" containing a directive hydroxyl group
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Description
Die Erfindung betrifft Disazo-Dispersionsfarb· stoffe der allgemeinen Formel
OH
COOH
in welcher A einen Benzol- oder Naphthalinkern und R Wasserstoff oder Methyl bedeutet, sowie ein
Verfahren zu ihrer Herstellung.
Es ist bekannt, daß sich Polyolefinfasern mit bisher bekannten Farbstoffen nicht mit genügender Echtheit
färben lassen. Derartige Farbstoffe sind beispielsweise in der österreichischen Patentschrift
222 254 beschrieben. Wie Vergleichsversuche ergaben, sind die erfindungsgemäß hergestellten Verbindungen
den in dieser Patentschrift beschriebenen Verbindungen hinsichtlich Anfärbbarkeit als auch
Farbechtheit überlegen.
Die erfindungsgemäßen Disazo-Dispersionsfarbstoffe besitzen eine hervorragende Anfärbbarkeit
gegenüber Fasern, Filmen und ähnlichen geformten Gegenständen, insbesondere gegenüber synthetischen
Fasern, welche Polyolefin, wie Polyäthylen und Polypropylen, enthalten. Die so gefärbten Produkte
weisen große Lichtechtheit sowie Beständigkeit gegenüber organischen Lösungsmitteln und Waschmitteln
auf.
Die erfindungsgemäßen Disazofarbstoffe können hergestellt werden, indem man disazotiertes 4-Amino-3,2'-dimethoxy-6,5'-dimethyl-l,r-azobenzol
(die Diazokomponente) mit einer Hydroxycarbonsäureverbindung (die Azokomponente) der allgemeinen Formel
OH
COOH
worin A einen Benzol- oder Naphthalinkern und R Wasserstoff oder Methyl bedeutet, kuppelt.
Die Diazokomponente, 4-Amino-3,2'-dimethoxy-6,5'-dimethyl-l,r-azobenzol,
kann hergestellt werden, indem man diazotiertes 2-Methoxy-5-methylanilin
(Cresiolin) mit 2-Methoxy-5-methylanilin (Cresidin) in an sich bekannter Weise diazotiert und
kuppelt.
Die mit den hergestellten Diazokomponenten zu kuppelnde Azokomponente besteht aus einer Hydroxycarbonsäureverbindung
mit Benzol- oder Naphthalinkern. Beispiele hierfür sind 2-Hydroxybenzoesäure, 3 - Hydroxybenzoesäure, 4 - Hydroxybenzoesäure,
1-Hydroxynaphthalin-2-carbonsäure, 2-Hydroxynaphthalin-S-carbonsäure^-Hydroxy-ö-methylbenzoesäure,
2 - Hydroxy - 4 - methylbenzoesäure u. dgl. Die Arbeitsweise für das Diazo tieren der
Diazokomponenten und deren Kuppeln mit der Hydroxycarbonsäureverbindung ist dem Fachmann
bekannt.
Die erfindungsgemäßen Disazofarbstoffe können bei Fasern (in Form von Faden, Garn und gewobenen
und gewirkten Geweben und Textilien), bei Filmen und anderen geformten Gegenständen, welche Polyolefine,
beispielsweise Polyäthylen und Polypropylen, enthalten, unter Dispersionsbedingungen in einem
wäßrigen Medium in herkömmlicher Weise zum Anfärben mit hohem Erschöpfungsgrad und großer
Echtheit verwendet werden.
Bei den erfindungsgemäßen Farbstoffen befinden sich die 2-Methyl- und 2-Methoxyreste in spezifisehen
Stellungen zur Diazogruppe, und in der Azokomponente liegt die Struktur einer aromatischen
Hydroxycarbonsäure vor. Die erfindungsgemäßen Farbstoffe weisen spezifische Farbtöne auf und sin!
denjenigen Farbstoffen weit überlegen, deren Diazokomponente nicht substituiert ist, wie z. B. 4-Amino-1,1'-azobenzol,
oder deren Diazokomponente aus einem in anderen Stellungen durch einen oder mehrere nichtdissoziierende Substituenten, wie Methyl-,
Methoxy-, Halogen oder Nitro, substituierten 4-Amino-l,l'-azobenzolderivat besteht. Die erfindungsgemäßen
Farbstoffe weisen auf Polyolefin, verglichen mit den bisher bekannten Farbstoffen
analoger Struktur, einen hervorragenden Erschöpfungsgrad und hohe Beständigkeit gegen Licht, organische
Lösungsmittel und Sublimation auf. Verwendet man bei der erfindungsgemäßen Diazokomponente
eine Azokomponente ohne Carboxylgruppe, dann ist der so erhaltene Farbstoff zu öllöslich
und besitzt eine schlechte Beständigkeit gegen Sublimation. Demgegenüber bewirkt die aromatische
Hydroxycarbonsäureverbindung als Azbkomponente bei dem Farbstoff gewisse organische
Eigenschaften, ohne daß die Affinität gegen Polyolefingegenstände verlorengeht. Auf diese Weise sind
die spezifischen Eigenschaften der Diazokomponente mit derjenigen der Azokomponente kombiniert.
Die erfindungsgemäßen Disazofarbstoffe können in fein zerteiltem Zustand verwendet werden, vorzugsweise
im Gemisch mit einem Alkylnaphthalinsulfonsäure-Formaldehyd-Kondensat.
Das Anfärben von Polyolefin erfolgt, wie bei den üblichen Dispersionsfarbstoffen,
in Form einer wäßrigen Dispersion oder Suspension bei einer Badtemperatur von 80 bis
120°C in Gegenwart eines anionischen oder nichtionischen oberflächenaktiven Mittels.
Die folgenden Beispiele dienen zur weiteren Erläuterung der Erfindung. Teil- und Prozentangaben
beziehen sich auf das Gewicht, wenn nichts anderes angegeben ist.
Zu 250 Teilen Wasser setzt man 28,5 Teile 4 - Amino - 3,2'- dimethoxy - 6,5'- dimethyl -1, Γ - azobenzol
und 30 Teile 35%ige Salzsäure zu und rührt das Gemisch. Hierzu werden dann unter Rühren
7 Teile Natriumnitrit, aufgelöst in 20 Teilen Wasser, zugesetzt.
Die Diazotierung wird unter 2stündigem Rühren
bei 20 bis 25" C ausgeführt. Hierzu wird eine gekühlte Lösung von 18,8 Teilen l-Hydroxynaphthalin-2-carbonsäure,
6 Teilen Natriumhydroxyd und 8 Teilen Natriumcarbonat in 150 Teilen Wasser durch Zusetzen
von 100 Teilen Eis hergestellt. Zu dieser Lösung setzt man tropfenweise die wie oben hergestellte
Lösung der diazotierten Monoazo-aminoverbindung zu; anschließend wird das Reaktionsgemisch noch 2 Stunden bei einer Temperatur von
höchstens 5"C gerührt.
Das Reaktionsgemisch wird filtriert und der abgetrennte feste Farbstoff mit Wasser gewaschen und
getrocknet.
Bei dieser Umsetzung werden 44Teile Farbstoff der folgenden Formel erhalten:
Bei dieser Umsetzung werden 44Teile Farbstoff der folgenden Formel erhalten:
CH
N = N COOH
OH
OH
OCH,
OCH,
2 Teile des auf diese Weise hergestellten Farbstoffs werden fein zerteilt und einer wäßrigen Lösung
von 3 Teilen Natriumoleylsulfat in 8000 Teilen Wasser zugesetzt.
In die Farbstoffdispersion werden 200 Teile eines Gewebes aus Polyolefinfaser eingetaucht. Man steigert
die Temperatur langsam bis auf 80 bis 120 C und färbt das Gewebe bei dieser Temperatur
1 Stunde.
Dann wäscht man das Gewebe 10 Minuten bei 95 C mit 10 000 Teilen einer 0,2°/oigen wäßrigen
Natriumalkylbenzolsulfonatlösung, wäscht anschließend mit Wasser und trocknet.
CH
Auf diese Weise kann die Polyolefinfaser mit großer Lichtechtheit und großer Beständigkeit gegenüber
Waschen, Sublimation und organischen Lösungsmitteln in purpurartigroter Farbe angefärbt
werden.
Ähnlich wie im Beispiel 1 werden 28,5 Teile 4 - Amino - 3,2' - dimethoxy - 6,5' - dimethyl -1, Γ - azobenzol
diazotiert und mit 18,8 Teilen 2-Hydroxynaphthalin-3-carbonsäure gekuppelt.
Hierbei werden 44 Teile Farbstoff der folgenden Formel erhalten:
HO COOH
OCH3
Nach der Arbeitsweise des Beispiels 1 färbt der Farbstoff Polyolefinfasern in graublauer Farbe mit
großer Lichtechtheit und Beständigkeit gegen Sublimation
und organische Lösungsmittel an.
Ähnlich wie im Beispiel 1 werden 28,5 Teile 4 - Amino - 3,2' - dimethoxy - 6,5' - dimethyl -1, Γ - azobenzol
diazotiert. Eine Lösung von 13,8 Teilen 4-Hydroxybenzoesäure, 6 Teilen Natriumhydroxyd und
8 Teilen Natriumcarbonat in 120 Teilen Wasser wird
CH,
<f V-N = N
OCH3
OCH3
durch Zusetzen von 100 Teilen Eis gekühlt. Hierzu wird die wie im Beispiel 1 hergestellte Lösung der
diazotierten Monoazoaminoverbindung tropfenweise zugesetzt und anschließend wird das Reaktionsgemisch 2 Stunden bei einer Temperatur von höchstens
5°C gerührt.
Das Reaktionsgemisch wird filtriert und der abgetrennte Farbstoff mit Wasser gewaschen und getrocknet.
Hierbei werden 39,5 Teile Farbstoff der folgenden Formel erhalten:
OH
N = N
OCH, COOH
Nach der Arbeitsweise des Beispiels 1 färbt der Ähnlich wie im Beispiel 3 wird 4-Amino-3,2'-di-
Farbstoff Polyolefinfasern mit großer Lichtechtheit methoxy-6,5'-dimethyl-l,l'-azobenzol diazotiert und
und großer Beständigkeit gegenüber Sublimation 55 mit 15,2 Teilen 2-Hydroxy-3-methylbenzoesäure an
und organischen Lösungsmitteln orange an. Stelle der 4-Hydroxybenzoesäure gekuppelt.
Hierbei werden 41 Teile Farbstoff der folgenden Formel erhalten:
CH3 CH3 CH3
N = N
N = N
OH
OCH3
OCH, COOH
Nach der Arbeitsweise des Beispiels 1 färbt der Farbstoff Polyolefinfasern in Orangefärbung mit
großer Echtheit an.
Die Überlegenheit der erfindungsgemäßen Disazo-Dispersionsfarbstoffe
ergibt sich aus folgenden Vergleichsversuchen :
Vergleichsversuche
Polypropylenfasern wurden mit einem erfindungsgemäß hergestellten Disazo-Dispersionsfarbstoff und
dem im Beispiel 5 der österreichischen Patentschrift 254 beschriebenen Farbstoff gefärbt. Die hierbei 5
erhaltenen Ergebnisse hinsichtlich Farbechtheit sind in der folgenden Tabelle zusammengestellt.
Färbebedingungen:
Gefärbte Faser: Polypropylen Menge des verwendeten Farbstoffs:
4%ige Lösung
Färbehilfsmittel: Dispersionsmittel nichtionische 1 g/l; anionische 1 g/l Badverhältnis: 1 : 40
Temperatur: 100'C
Dauer: 90 Minuten
Färbehilfsmittel: Dispersionsmittel nichtionische 1 g/l; anionische 1 g/l Badverhältnis: 1 : 40
Temperatur: 100'C
Dauer: 90 Minuten
Verwendete Echtheitsprüfungsverfahren:
1. Gegenüber Sonnenlicht: ISO H105-1959
Fade-O-meter
2. Gegenüber Waschvorgängen: ISO TC 38/SCI-
1962 Test 1
3. Gegenüber Trockenreinigung: ISO R105-1959
(Perclene)
4. Gegenüber Abrieb: ISO R105/1 part 18
5. Gegenüber Sublimation: 1300C, 2 Minuten
Farbstoff
Echtheit gegenüber
Sonnenlicht
Waschvorgänge
Farbänderung
Abfärben
Trockenreinigung
Abrieb
Sublimation 130 C, 2 Minuten
CH3
COOH
I—<^~\-N==N
OH
Orange 4 bis 5
3 bis 4
OCH3
<ζ~^— N=N
OCH3
CH3
CH3
CH3 COOH
N=N
OH
Gelb 3 bis 4
3 bis 4
COOH
(österreichische Patentschrift 222 254)
Aus der obigen Tabelle ergibt sich eindeutig die Überlegenheit des erfindungsgemäß hergestellten
Farbstoffs.
Claims (2)
- Patentansprüche: 1. Disazo-Dispersionsfarbstoff der allgemeinen Formel N=NOCH3COOHin welcher A einen Benzol- oder Naphthalinkern und R ein Wasserstoffatom oder einen Methylrest bedeutet.
- 2. Verfahren zum Herstellen von Disazo-Dispersionsfarbstoffen der allgemeinen FormelN=Ndurch gekennzeichnet, daß man ein diazotiertes 4-Amino-3,2'-dimethoxy-6,5'-dimethyl-l,r-azobenzol mit einer Hydroxycarbonsäureverbindung der allgemeinen FormelOHN=NOCH3OCH360COOHin welcher A einen Benzol- oder Naphthalinrest und R Wasserstoff oder Methyl bedeutet, da-COOHworin A und R die obige Bedeutung haben, kuppelt.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| JP4181362 | 1962-09-24 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1292276B true DE1292276B (de) | 1969-04-10 |
Family
ID=12618737
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES87287A Pending DE1292276B (de) | 1962-09-24 | 1963-09-13 | Disazo-Dispersionsfarbstoffe und Verfahren zu ihrer Herstellung |
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| CH (2) | CH396260A (de) |
| DE (1) | DE1292276B (de) |
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| US4143035A (en) * | 1974-07-19 | 1979-03-06 | Toms River Chemical Corporation | Disazo dyestuffs having an alkoxy group on the first and/or second component |
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1963
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- 1963-09-23 CH CH1172263A patent/CH402809A/fr unknown
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