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Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum chargenweisen
Uberziehen von gleichförmigen pharmazeutischen Tabletten, Pillen oder Granulaten
mit einem auf diesen Werkstücken zu verfestigenden Uberzugsmaterial, welche Vorrichtung
eine drehbare, die Werkstücke aufnehmende zylindrische Trommel sowie Zufuhreinrichtungen
zum Einführen des Uberzugsmaterials in einer Trägerflüssigkeit sowie von Trockenluft
oder -gas umfaßt.
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Es wurde bereits ein Verfahren zum Granulieren feinteiliger Festkörper
mit Flüssigkeiten -beschrieben.
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Hierbei wird jedoch nur feinteiliges Pulver granuliert.
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Eine andere Veröffentlichung bezieht sich auf eine in bestimmter
Weise zusammengesetzte Uberzugsmasse.
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Bei den angeführten Trommelmischern handelt es sich um Vorrichtungen,
die es erforderlich machen, daß die überzogenen Tabletten in einer Poliervorrichtung
weiter behandelt werden müssen, so daß es also zusätzlicher Rühr- oder Mischvorrichtungen
bedarf.
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Uberdies haben in den verwendeten Dragiertrommeln die zu dragierenden
Gegenstände je nach ihrer Lage im Kessel verschiedene Umlaufwege und Umlaufgeschwindigkeiten.
Das bewirkt, daß die größeren Objekte schneller als die kleineren überzogen werden,
und um diesen Ubelstand zu vergrößern, neigen die größeren Gegenstände dazu, in
die Bereiche des Kessels abzuwandern, wo die Dragierung am schnellsten vor sich
geht. Es bedarf deshalb bei den konventionellen Dragierkesseln großer Erfahrung,
um gleichmäßige Produkte zu erhalten, bzw. der zusätzlichen Verwendung einer Sortiermaschine.
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Die Schwierigkeiten des Uberziehens von Tabletten und Pillen sind
ausführlich beschrieben in R e m i n gt 0 n, »Practice of Pharmacy«, 1 1.Ausgabe,
auf Seite 401 : »Das Verfahren und die Techniken, die beim Uberziehen von Tabletten
und Pillen angewandt werden, waren mehr oder weniger mit Geheimnis umgeben. Das
Uberziehen von Tabletten und Pillen wurde als handwerkliche Kunst angesprochen.«
Auf Seite 406 heißt es: »Das übliche Verfahren zum Uberziehen von Tabletten, das
Uberziehen in einer Pfanne, erfordert Geschick und Erfahrung. Das Verfahren hat
bestimmte Nachteile; es ist zeitraubend und erfordert gelernte Arbeiter; somit ist
es teuer.« Im Hinblick auf diese Tatsachen und darauF,'daß ausreichend geschickte
Arbeiter immer schwerer zu bekommen sind, machte sich in der Industrie die Tendenz
bemerkbar, das Dragieren mit Zucker zurückzudrängen und anderen Verfahren, wie etwa
dem Uberziehen durch Umpressen, den Vorzug zu geben.
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Da es oft nicht zu umgehen ist, weniger geübte Fach. arbeiter zu
verwenden, hat man sich dann so geholfen, unter Verwendung spezieller Maschinen
die erzeugten Dragees nach Größe zu sortieren, so daß jeweils wenigstens die Produkte
in einer Packung immer die gleiche Größe hatten. Selbstverständlich hat man bereits
früher versucht, das Dragieren mit Zucker zu mechanisieren, um ohne das Geschick
des Facharbeiters auszukommen. Man versuchte, mit Leitflächen und anderen Umrührmitteln
innerhalb der Dragierpfanne dem Problem der Klassierung entgegenzuwirken. Diese
Versuche brachten jedoch keinen ausreichenden Erfolg. Das Uberzugsmaterial trocknet
auf den Rührinstrumenten an, Stücke desselben brechen ab, und diese Stücke werden
dann ebenfalls weiter überzogen und bilden so Kleinteile unter den dragierten Tabletten.
Diese Kleinteile können an den überzogenen Tabletten anhaften und
damit das Aussehen
derselben beeinträchtigen. Weit störender ist jedoch die Tatsache, daß sie selbst
immer weiter dragiert werden und so zu Dragees werden, welche den überzogenen Tabletten
ähneln, jedoch kein Medikament enthalten. Dies führt natürlich zu einem Produkt,
welches für die pharmazeutische Industrie nicht tragbar ist. In vielen Fällen kommt
es entscheidend darauf an, daß genau die richtige Menge eines Medikamentes verabreicht
wird.
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Der vorliegenden Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß die
verschiedenen Bewegungsgeschwindigkeiten der Tabletten, welche zu der Klassierung
bei den üblichen Dragierpfannen führen, mit der Tatsache in Zusammenhang stehen,
daß die in diesen Pfannen zu überziehenden Tabletten nicht alle die gleiche Weglänge
in der Pfanne haben. Die Tabletten im rückwärtigen Teil der Pfanne haben bei jeder
Umdrehung einen langen Weg, und diejenigen in dem vorderen Teil haben einen weit
kürzeren Weg. Uberraschenderweise wurde-nun gefunden, daß man durch das Arbeiten
mit einer Vorrichtung gemäß Erfindung diese Problematik tatsächlich beseitigen kann
und zu gleichförmig überzogenen Dragees kommt. Bei einer Vorrichtung gemäß Erfindung
tritt tatsächlich eine Klassierung nicht auf. Dies ist ein nach diesseitiger Ansicht
nicht vorhersehbarer Effekt, welcher die Erteilung eines Patentes tatsächlich rechtfertigt.
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Diese Vorrichtung zum chargenweisen Uberziehen von gleichförmigen
pharmazeutischen Tabletten, Pillen oder Granulaten mit einem auf diesen Werkstücken
zu verfestigenden Uberzugsmaterial, welche Vorrichtung eine drehbare, die Werkstücke
aufnehmende zylindrische Trommel umfaßt sowie Zufuhreinrichtungen zum Einführen
des Uberzugsmaterials in einer - Trägerflüssigkeit sowie von Trockenluft oder -gas,
ist dadurch gekennzeichnet, daß die um ihre waagerecht verlaufende Achse drehbare
zylindrische Trommel in an sich bekannter Weise an beiden Enden durch senkrecht
zu ihrer Achse verlaufende Flächen abgeschlossen ist, von denen zumindest die eine
eine Uffnung aufweist, durch welche die Zufuhreinrichtungen in das Innere der zylindrischen
Trommel ragen, die Uberzugsmaterial und Trockenluft oder -gas gleichförmig über
die Länge der zylindrischen Trommel verteilen, und daß das Innere der zylindrischen
Trommel von mit den Werkstücken in Berührung kommenden Einbauteilen frei ist.
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Der vorliegenden -Erfindung zufolge werden die Gegenstände - in einer
zylindrischen Trommel überzogen, welche sich um eine horizontale Achse dreht, die
mit der Achse der radialen Symmetrie der Trommel zusammenfällt. Infolge der zylindrischen
Form der Trommel legen die zu überziehenden Gegenstände in der Trommel alle ungefähr
die gleiche Bahn zurück, was den großen Vorteil mit sich bringt, daß beim Uberziehen-von
Gegenständen etwa gleicher Größe und Form praktisch gleichmäßige Produkte erhalten
werden können ohne die Notwendigkeit eines Durchmischens von Hand. Dieser Vorteil
ist von besonderer Bedeutung für die pharmazeutische Industrie, wo es sehr erwünscht
ist, daß Produkte, von denen jedes die gleiche vorgeschriebene Menge des Medikaments
enthält, sowohl dem Arzt als auch dem Kranken gleichmäßig erscheinen. Bei den bisher
bekannten Uberziebtrommeln laufen verschiedene Teile des Umfanges der Trommel mit
verschiedenen Geschwindigkeiten und haben verschiedene Längen,
so
daß die zu überziehenden Gegenstände nicht alle die gleiche Bahnlänge zurücklegen
und nicht alle die gleiche Menge an Uberzugsmasse erhalten. Man braucht also noch
fachlich geschulte Handarbeit, um gleichmäßige Fertigprodukte zu erhalten; anderenfalls
müßten die Produkte anschließend je nach Größe sortiert werden.
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Jede der kreisförmigen Stirnwände der erfindungsgemäßen zylindrischen
Trommel kann in der Mitte mit einer Uffnung versehen sein. Auf diese Weise können
die zu überziehenden Gegenstände, die Uberzugsmasse und warme oder kalte Luft durch
die eine rrffnang eingeführt werden, während an die andere Uffnung eine Luftabsaugvorrichtung
angeschlossen wird. Die Fertigprodukte können durch eine Austragöffnung in oder
neben dem Umfang der Trommel abgezogen werden. Während des Uberziehens der Gegenstände
kann die Austragöffnung geschlossen bleiben, und wenn die letztere geöffnet ist,
sind Mittel vorhanden, um das Austragen der Produkte aus der Trommel zu regeln.
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Die Erfindung macht es möglich, den Zusatz der Uberzugsrnasse zu mechanisieren
und automatisch zu regeln; ferner kann die zylindrische Trommel leicht und in wirtschaftlicher
Weise durch Tragrollen in Umdrehungen versetzt werden. Man hat auch festgestellt,
daß es möglich ist, auf den Vorgang des Uberziehens einen solchen des Polierens
in der gleichen Trommel folgen zu lassen, ohne die Trommel vorher zu entleeren oder
zu reinigen.
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Die beiliegenden Zeichnungen zeigen geeignete Ausführungsformen einer
zylindrischen Uberziehtrommel, wie sie für das erfindungsgemäße Verfahren verwendet
werden kann.
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F i g. 1 derselben ist eine Stirnansicht einer Ausführungsform mit
einer Falltür zur Regelung der Austragsöffnung; F i g. 2 ist ein Vertikalschnitt
in einer Ebene nach der Linie A-A in F i g. 1; sie zeigt außerdem in schematischer
Weise, wie die Behälter für die Betriebsstoffe angeschlossen werden können; F i
g. 3 und 4 zeigen Teile der F i g. 1 und 2 in größerem Maßstabe bzw. stellen die
Falltür in den Einzelheiten dar; F i g. 5 ist eine Stirnansicht einer Trommel mit
einer anderen Anordnung der Austragsöffnung; F i g. 6 ist ein Vertikalschnitt in
einer Ebene nach der Linie B-B in F i g. 5; F i g. 7 zeigt einen Teil von F i g.
6 in größerem Maßstab, nämlich die Austragsöffnung, die während des Uberziehens
geschlossen gehalten wird.
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Bei der in den F i g. 1 bis 4 dargestellten Ausführungsform besteht
die Trommel aus einer zylindrischen Trommel 1 aus rostfreiem Stahl mit den kreisrunden
Uffnungen 2 und 3 in der Mitte der kreisförmigen Stirnwände 4 bzw. 5. Die Kanten
der Uffnungen 2 und 3 sind mit schmalen, nach innen hervorstehenden Flanschen 6
und 7-versehen, welche alle zu überziehenden Gegenstände 8 ablenken, die sonst durch
die Uffnungen hindurch herausfallen könnten. Die zylindrische Trommel 1 ruht auf
den Rollen 9 und 10; sie wird von der einen derselben in Umdrehungen versetzt, während
die andere lose mitläuft, Die zylindrische Trommel wird ferner in ihrer Lage auf
den Rollen 9 und 10 durch hier nicht dargestellte Leitrollen gehalten. die sich
auf den Stirnwänden 4 und 5 abwälzen.
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Durch die Uffnung 2 hindurch werden die Be-
triebsrohre eingeführt,
nämlich 11 für die Zufuhr trockener warmer Luft und 12 für die Zufuhr von Uberzugsmasse.
Die Mittel für die Zuführung der gewünschten Uberzugsstoffe sind den Fachleuten
wohlbekannt, jedoch ist hier zu Zwecken der Erläuterung ein Paar beheizter Gefäße
aus rostfreiem Stahl 13 und 14 dargestellt, von denen das eine, 13, hell farbigen
Zuckersaft und das andere, 14, weißen Zuckersaft sowie ein Rührwerk 15 enthält.
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Die beiden Gefäße sind an das Betriebsrohr 12 über einen Dreiwegehahn
16 und eine Pumpe 17 angeschlossen. Mit der Uffnung 3 ist ein Abgasrohrl8 verbunden,
das zu einem Saugzugventilator zum Absaugen der staubgeschwängerten Luft führt.
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Die Falltür 19, welche am Rande mit einem Gummidichtungsstreifen
20 versehen ist, ist an der Stirnwand 4 mittels eines Scharniers 21 angelenkt und
kann in jedem gewünschten Umfange geschlossen oder geöffnet gehalten werden durch
eine Befestigungsvorrichtung, die zu Zwecken der Erläuterung hier dargestellt ist
als eine Mutter 22 auf einem an den Umfang der Trommel 1- angelenkten Bolzen 23,
welcher durch einen an der Falltür angebrachten Gabelarm 24 hindurchgeht. Die Rollen
9 und 10 sind kurz, damit die Falltür 19 und deren Befestigungsvorrichtung den nötigen
Spielraum haben.
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Um die Produkte 8 aus der Trommel zu entfernen, werden die Rohre
11, 12 und 18 aus den Uffnungen 2 bzw. 3 herausgenommen, und die ganze Trommel wird
nun so gekippt bzw. mittels der Rollen 9 und 10 so gedreht, daß die Falltür 19 sich
am untersten Teil der Trommel befindet.
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Bei der in den F i g. S, 6 und 7 dargestellten Ausführungsform sind
die Teile mit den Bezugs nummern 1 bis 8 genau die gleichen wie bei der vorher beschriebenen
Ausführungsform, soweit die letzteren die gleichen Bezugsnummern tragen. Der Mantel
der zylindrischen Trommel 1 ist hier durch einen Stahlreifen 25 verstärkt. Der Rand
des Flansches 6 ist mit einem hier nicht dargestellten Streifen aus Kautschuk oder
einem Plast versehen, um die Maschine oder auch den Arbeiter während jeder mechanischen
oder manuellen Vorrichtung, die durch die Uffnung 2 hindurch vorgenommen werden
muß, zu schützen. Die zylindrische Trommeliruht auf zwei Paaren von Tragrollen,
von denen das eine Paar, 26, mit einem hier nicht dargestellten Elektromotor verbunden
ist und dadurch die Trommel dreht, während die Rollen des anderen Paares, 27, leer
mitlaufen. Die zylindrische Trommel wird in ihrer Lage auf den Tragrollen durch
drei Leitrollen gehalten, von denen sich die beiden Rollen 28 und 29 auf der Stirnwand
4 abwälzen, während sich die Leitrolle 30 an die Stirnwand 5 anlegt. Sowohl die
Leitrollen als auch die Tragrollen und der Elektromotor sind durch hier nicht dargestellte
Mittel in einen Rahmen eingebaut. Wenn man die fertigen Produkte aus der Trommel
- entfernen will, können der Rahmen und die von demselben getragene Uberziehtrommel
um einen Drehzapfen unterhalb der Stirnwand 4 gekippt werden.
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Während des Uberziehens ist die Austragsöffnung durch einen dicht
eingepaßten Stopfen 31 aus rostfreiem Stahl verschlossen, dessen Innenfläche32 so
geformt ist, daß die Umrisse der Innenwandung der Trommel gewahrt bleiben. Der äußere
Teil des Stopfens wird mittels Bolzen und Muttern an einem
Sitz
33, welcher einen Teil der Trommel bildet, angebracht.
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Bei der Entfernung der Produkte aus der Trommel werden die Rohre
aus den Uffnungen entfernt, und die Trommel wird dann so gedreht, daß die Austragsöffnung
in eine Lage über der Ebene der Produkte in der Trommel kommt. Der Stopfen 31 wird
herausgenommen und durch ein »Mucon«-Ventil mit einem die Uffnung regelnden Irisblendenverschluß
aus Nylon ersetzt. (Die »Mucon«-Ventile sind dabei von der Bauart, die in der britischen
Patentschrift 535 489 beschrieben worden ist.) Nach dem Schließen der Irisblende
des Ventils wird die Austragsöffnung in ihre unterste Lage gebracht, worauf die
Irisblende des Ventils wieder geöffnet wird. Durch die Einstellung der Irisblende
wird der Austrag der Produkte geregelt. Enthält die Trommel verhältnismäßig wenig
Produkte, dann können diese durch Kippen der ganzen Trommel auf ihrem Rahmen ausgetragen
werden, wobei die Austragsöffnung sich im untersten Teil der Trommel befindet.
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Die nachstehenden Beispiele dienen der Erläuterung der vorliegenden
Erfindung: Es werden zwei Trommelgrößen verwendet. Die kleinere Trommel hat Stirnwände
von 0,91 m Durchmesser, die einen Abstand von 0, 61 m voneinander haben und in der
Mitte mit je einer Uffnung von 25 cm Durchmesser versehen sind; sie ist geeignet
für kleine Einsätze von 25 bis 60 kg Ausgangsgewicht (d. h. 200 000 bis 450 000
Gegenstände von je 130mg). Die größere Trommel hat Stirnwände von 1, 83 m Durchmesser,
die einen Abstand von 1,22 m voneinander haben und in der Mitte mit je einer Uffnung
von 30 cm Durchmesser versehen sind; das Fassungsvermögen beläuft sich auf 450 kg
Ausgangsgewicht. Jede der beiden Trommeln hat am Umfang gemessen eine lineare Geschwindigkeit
von 46 imin. Die optimalen Abmessungen der Austragsvorrichtung hängen zu einem bestimmten
Maße von der Art der zu überziehenden Gegen-
stände ab. Bei der kleineren Trommel,
die mit der Austragsvorrichtung nach Fig. 7 ausgestattet ist, genügt ein Lochungsdurchmesser
von 7,6 cm für den Austrag überzogener Tabletten normaler Größe.
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Die Trommeln können aber nicht nut für das Uberziehen von Tabletten
normaler Größe verwendet werden, sondern ebenso auch für das Uberziehen von Gegenständen
anderer Größen, wie z. 3.
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Granulate oder kleine Tabletten (beispielsweise Tabletten von je 25
mg) oder Nüsse und sonstige Konditorwaren.
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Beispiel 1 Uberzuckern von Tabletten Eine Aufzählung der Arbeitsgänge
für das Uberziehen von Tabletten mit Zucker unter Verwendung der größeren Trommel
findet sich in der nachstehenden Tabelle. Der Saugzugventilator für das Absaugen
von Staub läuft dauernd während der Arbeitsgänge 1 bis 56, während warme Luft während
der Arbeitsgänge 2 bis 42 zugeführt wird. Die für das ganze Verfahren erforderliche
Zeitdauer kann durch Ausscheidung von Arbeitsgängen zwischen 6 und 31 sowie 44 bis
54 und/oder durch Herabsetzung der für Arbeitsgang 56 erforderlichen Zeit verkürzt
werden. Das kann nur durch Versuch ermittelt werden und hängt von den Eigenschaften
der Uberzüge und der Tabletten ab. Falls es für notwendig erachtet wird, kann man
vor Arbeitsgang 2 noch eine Grundmasse auftragen. Zusammensetzungen einer geeigneten
Grundierlösung für weißen Sirup und für Wachslösungen sind in dem Werk von R e m
i n g -t 0 n: Practice of Pharmacy (11. Auflage, 1956), Herausgeber: E. W. M a r
t i n und E. F. C o o k, Verlag: Mack Publishing Company, Easton, Pennsylvania,
angegeben. Klarer, heller Sirup ist ein Sirup nach der Brit. Pharmakopoe; es kann
aber auch ein ähnlicher Sirup sein, der Farbstoffe enthält, falls farbige Uberzüge
aufgetragen werden sollen.
| Dauer Insgesamt Vorgang |
| Arbeitsgang Minuten Stunden | Minuten |
| 1 30 30 Staub mechanisch aus der Trommel entfernen und dieselbe |
| beschicken. |
| 2 10 40 Warme Luft anstellen, Trommel warm werden lassen. |
| 3 10 50 4,5 1 klaren Sirup einbringen. bis zum Trockenwerden
laufen |
| lassen. |
| 4 10 1 0 Arbeitsgang 3 wiederholen. |
| 5 10 1 10 Arbeitsgang 3 wiederholen. |
| 6 - 10 1 - 20 6,0 1 weißen Sirup einbringen, bis zum Trockenwerden
laufen |
| lassen. |
| 7 bis 30 240 5 20 Arbeitsgang 6 wiederholen. |
| einschließlich |
| 31 10 5 30 6,01 klaren Sirup einbringen, bis zum Trockenwerden
laufen |
| lassen. -. |
| 32 bis 42 110 7 20 Arbeitsgang 31 wiederholen. ç - - - |
| einschließlich |
| 43 Warmluft abstellen.. |
| 44, 45, 46 45 8 5 4,3 1 klaren Sirup einbringen, bis zum Trockenwerden
laufen |
| lassen. |
| Dauer Insgesamt |
| Arbeitsgang Vorgang |
| Stunden Minuten |
| 47, 48, 49 45 8 50 3,41 klaren Sirup einbringen, bis zum Trockenwerden
laufen |
| lassen. |
| 50, 51, 52 45 9 35 2,61 klaren Sirup einbringen, bis zum Trockenwerden
laufen |
| lassen. |
| 53 und 54 30 10 5 1,71 klaren Sirup einbringen, bis zum Trockenwerden
laufen |
| lassen. |
| 55 10 10 15 1,71 klaren Sirup einbringen, fast bis zum Trockenwerden |
| laufen lassen. |
| 56 120 12 15 Sofort 10,51 einer Lösung von Wachs in tetrachlorkohlen- |
| sotff zulaufen lassen, Trommel 2 Stunden lang laufen |
| lassen und die Produkte in Zwischenräumen bzw. Zeitab- |
| ständen mit feinstem Talcum bestäuben. |
| 57 60 13 15 Staubabsaugleitungen entfernen, die überzogenen
und glasier- |
| ten Tabletten durch die Falltür hindurch herausnehmen |
| und Vorratsbehälter damit füllen; falls notwendig, An- |
| triebsrollen kippen. |
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Beispiel 2 Uberziehen von Erdnüssen mit Schokolade Erdnüsse wurden
mit einfacher Schokoladenmasse nach dem folgenden Verfahren überzogen: 33 kg geröstete
Erdnüsse wurden durch Absieben vom Bruch befreit und dann in eine zylindrische Uberziehtrommel
der in den F i g. 5 bis 7 dargestellten Bauart mit kreisrunden Stirnwänden von 0.
91 m Durchmesser und im Abstand von 0, 61 m voneinander eingebracht.
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Die Erdnüsse wurden einmal mit einem Gemisch aus 680 ml Lösung Nr.
1 und 170 ml Lösung Nur. 2 benetzt. (Die Zusammensetzung der Lösungen ist weiter
unten angegeben.) Man ließ die Trommel im Betrieb, bis die Produkte gleichmäßig
überzogen und etwas klebrig waren. Hierauf wurden die Produkte mit Magnesiumstearat
bestäubt, bis sie nicht mehr aneinander haften blieben. Warmluft wurde durch die
Trommel geblasen, um den übermäßigen bzw. iiberschüssigen Staub zu entfernen, was
so lange fortgesetzt wurde. bis die Produkte trocken waren. Dann wurden die Produkte
dreimal mit je 850 ml der Lösung Nr. 3 benetzt; dazwischen wurden sie mit Magnesiumstearat
bestäubt und mit Warmluft getrocknet. Dann wurden die Produkte aus der Trommel genommen
und auf Blechen ausgebreitet. wo man dieselben bei Zimmertemperatur im Verlauf von
48 Stunden gründlich trocknen ließ.
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Die Produkte kamen dann nochmals in die Ilberziehtrommel und wurden
mit 2,4 kg eines innigen Gemisches aus Kakaopulver und einem weißen, feinkörnigen
Zucker eingestäubt. Man ließ dann die Trommel laufen, bis das Pulver gleichmäßig
unter den Erdnüssen verteilt war. Man setzte 600ml der Lösung Nr. 7 hinzu und ließ
die Trommel laufen, bis die Lösung von dem Pulver absorbiert worden war und das
letztere an die Erdnüsse gebunden hatte. In diesem Stadium war ein Trocknen nicht
erforderlich. Dieser Vorgang wurde wiederholt bei wechselnden Anteilsverhältnissen
zwischen Lösung Nr. 7 und dem Pulver aus Kakao und Zucker, so weit es nötig war.
um die Produkte zu überziehen. bis eine Gesamtmenge von 55.5 kg des Pulvers aus
Kakao
und Zucker verbraucht worden war. Die Produkte wurden dann mit Warmluft im Verlauf
von 5 bis 10 Minuten getrocknet. Es folgten dann fünfzehn Benetzungen mit 3 1 der
Lösung Nr. 4, wobei zwischen je zwei Benetzungen mit Warmluft getrocknet wird. Dann
wurden die Produkte 24mal mit je 280 ml der Lösung Nr. 5 benetzt, wobei nach den
ersten zwölf Benetzungen Warmluft zum Trocknen verwendet wurde, während nach den
letzten zwölf Benetzungen weder Luft noch Wärme verwendet wurde. Auf die nach der
letzten Benetzung praktisch trockenen Produkte wurde 11 der Lösung Nr. 6 aufgebracht.
Man ließ die Trommel dann noch laufen, bis der Tetrachlorkohlenstoff verdampft war
und die Produkte eine Glasur angenommen hatten. Die Produkte wurden aus der Trommel
durch ein »Mucon«-Ventil hindurch in geeignete Behälter abgefüllt.
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In ähnlicher Weise wurden die Erdnüsse anstatt mit einfacher Schokolade
mit Milchschokolade überzogen, indem bei dem innigen Gemisch aus Kakaopulver und
feinkörnigem Zucker, das bei dem oben beschriebenen Verfahren verwendet worden war,
das Kakaopulver durch ein Milchschokoladenpulver ersetzt wurde.
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Lösung Nr. 1 wurde hergestellt durch Auflösen von 200 g Gelatine
in 1 1 heißem Wasser und Vermischen mit einer Lösung von 2,4 kg Zucker in 11 heißem
Wasser.
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Lösung Nr. 2 war ein Akazienschleim nach der Brit. Pharmakopoe 1953.
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Lösung Nr. 3 bestand aus 13,6 kg Zucker in 5,68 1 destilliertem Wasser.
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Lösung Nr. 4 wurde in der folgenden Weise hergestellt: In einem geeigneten
mechanischen Mischer wurde die Lösung Nr. 3 2,8 kg Kakaopulver hinzugesetzt, bis
ein Volumen von 13,6 1 erreicht worden war. Eine Lösung von 90, 6 g Gelatine in
363g Wasser sowie eine Lösung von 17 g Vanillin in 100 ml gewerblichem absolutem
Alkohol wurden unter Rühren hinzugesetzt. Das Gemisch ließ man durch ein Sieb mit
11,8 Maschen/cm passieren.
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Die Lösung Nr. 5 bestand aus 9 g des Dinatriumsalzes des bis-(4-Sulfo-1
-naphthaiindiazo)-2,4-dioxybenzylalkohols
(oder einer äquivalenten
Menge eines anderen braunfärbenden Stoffes, der fur den Zusatz zu Nahrungsmitteln
zugelassen ist) in 4,51 der Lösung Nr. 3.
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Die Lösung Nr. 6 bestand aus 2,5% Bienenwachs und 2,5% Carnaubawachs
in Tetrachlorkohlenstoff.
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Die Lösung Nr. 7. bestand aus 90zog Melasse, 75 g Gelatine und 21
Wasser.