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Arbeitsbühne zum Ausmauern von metallurgischen Gefäßen Die Erfindung
bezieht sich auf eine Arbeitsbühne zum Ausmauem von metallurgischen Gefäßen in senkrechter
Mittelachslage mit abnehmbarer Bodeneinsatzplatte, insbesondere von Konvertern,
wobei die Bühne an einer ins Gefäßinnere eingeführten Säule höhenverstellbar geführt
ist.
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Derartige Bühnen werden als Nürnberger Schere ausgeführt. Für heutige
Großgefäße reichen diese Gelenksysteme nicht mehr aus; sie vermögen die Lasten des
für die Ausmauerung benötigten Materials nicht mehr zu tragen. Zudem wird die freie
Innenraumfläche fast ganz von der Bühnenkonstruktion eingenommen. Die Materialanlieferung
muß von außen in das Gefäßinnere erfolgen.
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Es ist auch bekannt (deutsche Patentschrift 409 276), eine
Mittelsäule in das Innere eines Konverters einzuführen. Ein höhenverstellbarer Ausleger
trägt einen Stampfapparat zum Ausstampfen der Konverterwandung mittels Schablone.
Unter dem Ausleger befindet sich ein Absatz für den Standort der Bedienungsmannschaft.
Sinn und Zweck einer solchen Vorrrichtung ist, die Wandung allein durch Stampfen
herzustellen. Es fehlen die Voraussetzungen der Tragfähigkeit großer Lasten der
ausreichenden Arbeitsfläche in der steigenden Arbeitsebene und der entsprechend
übertragbaren Hubantriebsleistung.
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Dem Bekannten gegenüber richtet sich die vorliegende Erfindung mehr
auf große Konverter mit den heute üblichen Abmessungen von beispielsweise acht Meter
lichtem Durchmesser und etwa elf Meter Höhe. Die Erfindung beschäftigt sich deshalb
mit der Aufgabe, eine belastungsfähige, trotzdem rasch verstellbare, den Großraumverhältnissen
angepaßte Arbeitsbühne zu schaffen.
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Nach der Lehre der Erfindung wird das gesteckte Ziel dadurch erreicht,
daß die Arbeitsbühne mittels eines im Innern eines Säulenrohres geführten, mit Antrieb
versehenen Huborgans und an dessen Kopfende fest angebrachter Umlenkrollen für jeweils
an ortsfester Stelle und an der Bühne befestigte Zugorgane höhenverstellbar ist.
Damit ist eine robuste, auf engem Raum unterzubringende und tragfähige Vorrichtung
geschaffen, die den besonderen Vorteil aufweist, im eingezogenen Zustand leicht
in die öffnung der hohen Gefäße eingeführt werden zu können. Die Vorrichtung ist
trotz großer Abmessung leicht zu transportieren, dank deren Prinzip der teleskopartigen
Bauweise.
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Kennzeichnend für die Erfindung ist ferner, daß das Huborgan aus einem
druckbeaufschlagbaren Kolben oder Plunger besteht. Große Kräfte können mittels dieses
Merkmals genutzt werden. Ebenso sind stufenlose Verstellbarkeit sowie äußerst schnelle
Verstellbarkeit gegeben.
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In Ausgestaltung der Erfindung ist die Arbeitsbühne abschnittweise
auf dem Säulenrohr bzw. auf einem durchmessergleichen Aufsatz geführt, welcher lose
verschiebbar auf dem Plunger angeordnet ist. In jeder Höhenlage bleibt die Arbeitsbühne
sicher geführt. Diese Maßnahme dient weiterhin zur Stabilisierung der horizontalen
Lage der Arbeitsfläche. Auf die vorgeschlagene Art ist es auch möglich, in weiteren
Stufen sich mehreren gegebenen Durchmesserstufen anzupassen.
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Von besonderem Vorteil für die weitere Verbesserung der Erfindung
ist, daß sich die Längen von Säulenrohr und Plunger etwa wie 1 : 1 verhalten.
Um den vollen Hubweg der Arbeitsbühne zu durch-fahren, ist lediglich der
Hubkolben, d. h. die Hälfte der Hubsäulenlänge auszufahren. Nach den Gesetzen
der Mechanik ist also ein Gewinn an Weg zu verzeichnen. Die hierfür erforderliche
Kraft kann beispielsweisehydraulisch oder pneumatischaufgebracht werden.
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Eine Verbesserung der Erfindung ist dadurch gegeben, daß der bewegbare
Plunger im Rohrkörper pneumatisch oder vorzugsweise hydraulisch beaufschlagbar wird.
Die erforderlichen Hubkräfte können leicht mittels bekannter Einrichtungen erzeugt
werden.
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Nach einem anderen Merkmal der Erfindung wird der Plunger durch mehrere,
vorzugsweise zwei Packungen geführt und abgedichtet, wobei die obere Packung durch
einen am Kopf des Rohrkörpers verschraubten Ring gehalten und durch mehrere Distanzstäbe
mit der unteren Packung verbunden ist. Führung und Dichtung sind somit auf allereinfachste
Weise angebracht, dementsprechend leicht zugänglich und trotzdem von ausreichender
Betriebssicherheit.
Die zwischen Führungspackung und Dichtpackung
entstehenden Zwischenräume bilden übergangszonen, wodurch ein sofortiger Austritt
des Druckmittels nach längerem Betrieb der Anlage vermieden wird.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist der ausgefahrene Plunger
durch einen in eins der in Ab-
ständen angeordneten Löcher eingeführten Bolzen
gesichert. Damit ist eine Sicherung geschaffen, womit eine ungewollte Abwärtsbewegung
des hochgefahrenen Plungers im Rohrkörper vermieden wird. Ist diese Sicherung eingerastet,
besteht die Möglichkeit, den Druck des hydraulischen bzw. pneumatischen Mediums
abzubauen, so daß es keinesfalls erforderlich wird, während der gesamten Arbeitszeit
die entsprechenden Druckerzeuger in Betrieb zu halten.
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Nach einem anderen Merkmal der Erfindung ist dieArbeitsbühne durch
ausschiebbareVerlängerungsstreben oder Segmentteile vergrößerbar. Damit wird den
Formgegebenheiten des metallurgischen Gefäßes, d.h. demProfilverlauf seinerAusmauerung
Rechnung getragen. Gleichzeitig tritt aber auch eine Steigerung der Sicherung für
das zum Ausmauern eingesetzte Personal ein, so daß dieses sich unbeschwert seiner
Aufgabe widmen kann.
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Eine weitere Verbesserung der Erfindung wird darin gesehen, daß durch
vorgesehene öffnungen in der Grundplatte und in der Arbeitsbühne das Ausmauerungs-
oder Reparaturmaterial auf Platten mittels eines Elektrozuges zur Verbrauchsstelle
transportiert wird. Es ist damit unerheblich, in welcher Höhenlage sich die Arbeitsbühne
befindet, es ist immer die Möglichkeit gegeben, das Ausmauerungsmaterial auf entsprechenden
Wagen lediglich unterhalb das Gefäß zu transportieren und dann mittels reiner Hubarbeit
auf die Arbeitsbühne abzulagern. Es wird also vermieden, das Material auf eine über
der Konvertermündung gelegene Ebene zu heben, um dann wiederum abzusenken. Die daraus
resultierenden wirtschaftlichen Vorteile äußern sich in einer kürzeren Auskleidungszeit
für einzelne Gefäße sowie in einer verminderten Hubarbeit.
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Schließlich besteht ein Merkmal der Erfindung darin, daß die Arbeitsbühne
als zerlegbare Einzelteile in das Konvertergefäß eingebracht und miteinander verbunden
werden. Auch hieraus resultieren leichte Tranportierbarkeit der Vorrichtung und
an Ort und Stelle schnelle Montage. In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung schematisch dargestellt und im folgenden näher erläutert.
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F i g. 1 zeigt im Axialschnitt den Aufriß eines Konverters
im linken Teil der Symmetrieachse mit der eingefahrenen Arbeitsbühne, im rechten
Teil mit ausgefahrener Arbeitsbühne und dementsprechend fortgeschrittener Ausmauerungshöhe;
F i g. 2 stellt eine Draufsicht auf die Arbeitsbühne entsprechend F i
g. 1 dar; F i g. 3 stellt die erfindungsgemäße Rollenführung als vergrößerte
Einzelheit aus F i g. 1, links von der Symmetrielinie dar.
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Das in F i g. 1 dargestellte Großkonvertergefäß 1
besitzt
links unten eine Teilausmauerung 1 d und in der rechten Hälfte eine mit der
Aufwärtsbewegung einer Arbeitsbühne 4 bereits eingebrachte Ausmauerung
1 a, die sich auf das ringförmige Konverterunterteil 1 b abstützt.
Unterhalb dieser ist die ringförmige Befestigungsvorrichtung 1 c für die
spätere Einbringung eines Konverterbodens angeordnet, an die für die Reparaturvornahme
die erflndungsgemäße Vorrichtung mit einer Grundplatte 2 und deren Außenring 2 a
mittels Keilen 2 k od. dgl. befestigt wird, wobei sich der Außenring
2 a gegen das Konverterunterteil 1 b anlegen läßt. In der Grundplatte 2 ist
eine öffnung 2 o angeordnet, durch die eine Palette 10 mit dem Ausmauerungsmaterial
über einen beispielsweise Elektrozug 11 auf die Arbeitsbühne 4 befördert
wird, die selbst auch eine entsprechend gleiche öffnung 4 o aufweist.
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In der Grundplatte 2 ist mittels eines Flansches 3
ein hohler
Rohrkörper 3 befestigt, dessen Länge in etwa der halben Höhe des Konverteraefäßes
1 entspricht. Im Inneren des Rohrkörpers 3 ist ein geschlossener Plungerkörper
3 i bewegbar angeordnet, der mittels zweier Packungen 3 p", 3
p" am Kopf des Rohrteils 3 geführt und abgedichtet wird. Die obere Packung
3 p' wird gemäß F i g. 3 durch einen verschraubbaren Ring
3 r gehalten, während die untere Packung 3 p" als Anhängerpackung
über mehrere Distanzstäbe 3 s mit der oberen Packung 3 p' verbunden
ist. Der Plunger 3 i wird mittels Preßluft oder Preßflüssigkeit im Rohrkörper
3 in seine jeweils gewünschte Höhe eingestellt. Der Plunger 3 i trägt
am freien oberen Ende ein Kopfteil 3 k mit mehreren, im Beispiel drei Lagerstellen
5 1, in die drei Rollen 5 gelagert sind, worüber drei Ketten
5 k umgelenkt werden, die einerseits mit einem Haken 5
h an der Arbeitsbühne 4 und andererseits mit dem Haken 5 h'
am
Flansch 3 f des Rohrkörpers 3 verbunden sind.
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Bei im Rohrkörper 3 eingefahrenem Plunger 3 i befindet
sich die Arbeitsbühne 4 in der unteren Grundstellung, wie in F i g. la dargestellt
ist. Auf dem Rohrkörper 3 führt sich eine ringförmige Führung 4 f an der
Bühne 4 bei deren Auf- oder Abwärtsbewegung. Sobald die Bühne 4 über den Rohrkörper
3 hinaus weitergehoben wird, muß eine zusätzliche Führung gegen den Plunger
31 erfolgen, die von dem als Losteil durchgebildeten Aufsatz 3 a übernommen
wird, der sich gegen das Führungsteil 4 f der Arbeitsbühne 4 anlegt, zum
anderen auf dem Plunger 3 1 mit entsprechendem Spiel bewegt.
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Der Aufsatz 3 a findet bei seiner Aufwärtsbewegung am Ende
des Plungers einen nicht dargestellten Sicherungsanschlag. Im Plunger
3 i sind auch Bohrlöcher 3 1 angeordnet, in die ein Sicherungsstift
eingeführt werden kann, um ein ungewolltes, Abgleiten des Plungers 3 1 zu
verhindern.
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Die Arbeitsbühne ist durch ausschiebbare Verlängerungen 4 v in ihrem
Durchmesser vergrößerbar, wobei durch Auflage von Brettern od. dgl. eine notwendige
Flächengröße erhalten wird. Durch ein nur teilweise dargestelltes Geländer 4
g ist die öffnung 4 o
gemäß den Unfallvorschriften abgesichert.
Die Gesamtvorrichtung kann so zerlegbar vorgesehen werden, daß zunächst der Rohrkörper
3 mit der Arbeitsbühne 4 in den Konverter eingeführt wird, der in die dann
untergefahrene und befestigte Grundplatte 2 eingesetzt und verschraubt wird.