DE1265729B - Verfahren zur Herstellung von AEthylenchlorhydrin - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von AEthylenchlorhydrinInfo
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- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07C—ACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
- C07C29/00—Preparation of compounds having hydroxy or O-metal groups bound to a carbon atom not belonging to a six-membered aromatic ring
- C07C29/64—Preparation of compounds having hydroxy or O-metal groups bound to a carbon atom not belonging to a six-membered aromatic ring by simultaneous introduction of -OH groups and halogens
- C07C29/66—Preparation of compounds having hydroxy or O-metal groups bound to a carbon atom not belonging to a six-membered aromatic ring by simultaneous introduction of -OH groups and halogens by addition of hypohalogenous acids, which may be formed in situ, to carbon-to-carbon unsaturated bonds
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. CL:
C 07c
Nummer:
Aktenzeichen:
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Auslegetag:
Anmeldetag:
Auslegetag:
1265 729
F47997IVb/12o
24. Dezember 1965
11. April 1968
F47997IVb/12o
24. Dezember 1965
11. April 1968
Äthylenchlorhydrin wird technisch aus Äthylen und unterchloriger Säure hergestellt. Es ist Zwischenprodukt
bei der Gewinnung von Glykol, das entweder durch alkalische Verseifung des Äthylenchlorhydrins
oder durch Abspaltung von Chlorwasserstoff unter Bildung von Äthylenoxyd und dessen nachfolgende
Hydratisierung erhalten wird. Während bei dem letzteren Verfahren das Äthylenoxyd als ein Folgeprodukt
des Äthylenchlorhydrins anzusehen ist, wird neuerdings^ Äthylenoxyd vielfach durch direkte Oxydation
von Äthylen an Silberkatalysatoren gewonnen. Neben der Weiterverarbeitung des Äthylenoxyds zu Glykol
spielt nun auch die Anlagerung von Chlorwasserstoff an Äthylenoxyd unter Bildung von Äthylenchlorhydrin
technisch eine Rolle, so daß damit jetzt umgekehrt Äthylenchlorhydrin als Folgeprodukt des Äthylenoxyds
aufgefaßt werden kann.
Die Direktoxydation des Äthylens zu Äthylenoxyd hat aber das ältere Verfahren der Anlagerung von
unterchloriger Säure an Äthylen bisher nicht völlig zu ao verdrängen vermocht, obwohl bei dem älteren Verfahren
je Mol Äthylenchlorhydrin 1 Mol elementares Chlor eingesetzt werden muß und 1 Mol Chlorwasserstoff,
bei der Weiterverarbeitung des Äthylenchlorhydrins sogar noch ein weiteres Mol Chlorwasserstoff
bzw. die äquivalente Menge Chlorid, zwangsweise anfällt. Der Nachteil des Direktoxydationsverfahrens
besteht nämlich darin, daß die Ausbeute an Äthylenoxyd, bezogen auf das eingesetzte Äthylen, nur etwa
50 bis 60°/0 beträgt, während sie bei dem Verfahren
der Anlagerung von unterchloriger Säure an Äthylen wesentlich höher liegt.
Gegenstand der Erfindung ist nun ein Verfahren zur Herstellung von Äthylenchlorhydrin, das dadurch
gekennzeichnet ist, daß man Äthylen, Sauerstoff und Chlorwasserstoff in Gegenwart von Wasser in der
flüssigen oder in der Gasphase an Katalysatoren umsetzt, die Tellur und/oder Tellurverbindungen enthalten.
Das Arbeiten in der Flüssigphase ist in vielen Fällen bevorzugt. In diesem Fall setzt man Lösungen leicht
zugänglicher Tellurverbindungen, wie Tellur(IV)-oxyd, Tellur(IV)-chlorid oder Tellursäure, ein. Man kann
aber auch Lösungen von Alkalitelluriten oder -telluraten, Tellursulfat oder -nitrat verwenden. Als Lösungsmittel
wird wäßrige Salzsäure bevorzugt. Diese kann auch im Gemisch mit organischen, insbesondere mit
Wasser mischbaren organischen Lösungsmitteln, beispielsweise Äthanol, Glykol und anderen Alkoholen,
vorliegen. Zur Verminderung der Löslichkeit der Reaktionsprodukte, insbesondere des Äthylenchlorhydrins,
kann die Katalysatorlösung gelöste Salze enthalten, beispielsweise Alkalichloride.
Verfahren zur Herstellung von
Äthylenchlorhydrin
Äthylenchlorhydrin
Anmelder:
Farbwerke Hoechst Aktiengesellschaft
vormals Meister Lucius & Brüning,
6000 Frankfurt
vormals Meister Lucius & Brüning,
6000 Frankfurt
Als Erfinder benannt:
Dipl.-Chem. Dr. Günter Mau,
6230 Frankfurt-Höchst;
Dipl.-Chem. Dr. Lothar Hörnig,
6000 Frankfurt-Schwanheim
Dipl.-Chem. Dr. Günter Mau,
6230 Frankfurt-Höchst;
Dipl.-Chem. Dr. Lothar Hörnig,
6000 Frankfurt-Schwanheim
Man kann die Umsetzung des Äthylens und des Sauerstoffs in der Katalysatorlösung so vornehmen,
daß man ein Gemisch beider Gase einsetzt. Man kann aber auch zunächst das Äthylen mit der Katalysatorlösung
umsetzen, wobei die in der Katalysatorlösung enthaltene Tellurverbindung zum elementaren Tellur
reduziert wird, anschließend Sauerstoff in die Lösung einleiten und damit das elementare Tellur reoxydieren.
In beiden Fällen führt man dem System Chlorwasserstoff und Wasser nach Maßgabe ihres Verbrauchs zu,
vorteilhaft in Form wäßriger Salzsäure.
Im einzelnen geht man zweckmäßig so vor, daß man in einem mit der Wasser und Chlorwasserstoff enthaltenden
Katalysatorlösung gefüllten Reaktor, der beispielsweise als Rührkessel, Blasensäule, Strömungsrohr, Rieselturm oder Mammutpumpe ausgebildet
sein kann, Äthylen und Sauerstoff einbläst. Es ist zweckmäßig, die Temperatur und den Druck so einzustellen,
daß das entstehende Äthylenchlorhydrin dampfförmig entweichen kann. Arbeitet man bei
Normaldruck, so ist eine Reaktionstemperatur von etwa 95 bis 1000C vorteilhaft. Man kann das Äthylenchlorhydrin
jedoch zunächst auch in der Reaktionslösung belassen und es an anderem Ort, beispielsweise
durch Destillation der Reaktionslösung oder eines Teils derselben, aus ihr entfernen.
Die Einführung von Äthylen und Sauerstoff kann zeitlich oder örtlich getrennt erfolgen; im letzteren
Fall kann man ein Reaktionssystem mit zwei hintereinandergeschalteten Reaktoren verwenden, die von
dem Katalysator durchlaufen werden. Eine bevorzugte Ausführungsform besteht darin, daß man zunächst
Äthylen mit der Katalysatorlösung umsetzt und dann
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3 4
den Katalysator zeitlich oder örtlich getrennt mit Zusammensetzung des Azeotrops entspricht, kann
Sauerstoff reoxydiert. man das Kondensat zur Gewinnung des Azeotrops
Den Gehalt der Katalysatorlösung an Tellur in einer Destillation unterwerfen. Gegebenenfalls ausge-
Form von Tellurverbindungen stellt man zweckmäßig tragene wäßrige Salzsäure kann, zweckmäßig nach
so ein, daß 11 Lösung zwischen 10 und 200 g Tellur 5 Abtrennen des Äthylenchlorhydrins bzw. des Azeo-
enthält. Doch kann man auch schon bei Konzentra- trops Äthylenchlorhydrin·—Wasser, in den Reaktor
tionen von 1 g Tellur pro Liter Lösung arbeiten. Aber zurückgeleitet werden.
auch mit höheren Konzentrationen an Tellur, beispiels- Als Nebenprodukte des Verfahrens werden Äthanol,
weise 500 g pro Liter Lösung, ist das Verfahren mit Äthylchlorid und Glykol gebildet. Äthanol und Äthyl-Vorteil
durchführbar, insbesondere dann, wenn man io chlorid leitet man zweckmäßig in den Reaktor zurück,
Äthylen und Sauerstoff zeitlich oder örtlich getrennt, weil man durch diese Maßnahme die weitere Bildung
d. h. nacheinander, mit dem Katalysator umsetzt. dieser Stoffe im Reaktor vermindern kann. Glykol
Zweckmäßig führt man die Reaktion bei Tempera- verbleibt im allgemeinen in der Katalysatorlösung;
türen zwischen 50 und 2500C aus. Bei Wahl höherer nach Erreichen eines Glykolgehaltes von mehreren
Temperaturen als 100° C ist die Anwendung von Druck 15 Gewichtsprozenten beobachtet man auch hier ein Aus-
im allgemeinen notwendig. Wie erwähnt, arbeitet man bleiben bzw. eine Abnahme der Bildung von Glykol.
vorteilhaft wenig unterhalb des Siedepunktes der un- Neben der beschriebenen Verfahrensausführung in
gebrauchten Katalysatorlösung. Demgemäß liegt der Katalysatorlösungen kann das Verfahren aber auch an
Druckbereich zwischen 1 bis 50, vorzugsweise zwischen festen Katalysatoren, besonders an Trägerkatalysato-1
bis 20 atm. 20 ren, d. h. in der Gasphase, ausgeführt werden. Man
Im allgemeinen steigt der Umsatz mit der Tempe- kann hierbei mit fest angeordneten oder mit bewegten
ratur, dem Druck und der Konzentration des Kataly- Katalysatoren arbeiten. Zur Herstellung der Katalysators
an Tellur an. Zu hohe Temperaturen sind aber satoren geht man zweckmäßig von leicht zugänglichen
wegen zunehmender Nebenproduktbildung nicht zu Tellurverbindungen, wie Tellur(IV)-oxyd oder-chlorid,
empfehlen. 25 Tellursäure, Telluriten, Telluraten, Tellursulfat und
Von Bedeutung ist die Konzentration der wäßrigen anderen sowie von Tellurmetall aus. Als Träger-Katalysatorlösung
an Chlorwasserstoff. Sie liegt materialien eignen sich beispielsweise Kieselsäure und
zweckmäßig zwischen 10 und 35 Gewichtsprozent. Silikagel, Aluminiumoxyd, Aluminiumsilikat, Kohle
Bei niedrigeren Konzentrationen erhält man geringere und andere. Das Aufbringen des Tellurs und/oder der
Umsätze, bei höheren Konzentrationen geringere 30 Tellurverbindungen erfolgt in an sich bekannter Weise,
Ausbeuten. Im letzteren Fall werden in zunehmendem am einfachsten durch Tränken des Trägers mit einer
Maß chlorierte Kohlenwasserstoffe gebildet. Lösung einer Tellurverbindung, beispielsweise einer
Der Gehalt der Katalysatorlösung an Wasser liegt sauren Tellurdioxydlösung, und gegebenenfalls nach-
vorzugsweise zwischen 30 und 90, besonders zwischen folgender Trocknung.
40 und 80 Gewichtsprozent. Da sich die Konzentratio- 35 Im einzelnen geht man zweckmäßig so vor, daß man
nen der Katalysatorlösung an Chlorwasserstoff und durch einen mit dem Katalysator gefüllten Reaktor,
Wasser infolge des Verbrauchs und gegebenenfalls des der als Schachtreaktor, Röhrenbündel, Wirbelbett,
Austrags ändern, werden sie durch entsprechende Zu- Gaslift od. dgl. ausgebildet sein kann, ein Gasgemisch,
gäbe kontinuierlich oder diskontinuierlich korrigiert. das Äthylen, Sauerstoff, Chlorwasserstoff und Wasser-
Die Einsatzstoffe Äthylen und Sauerstoff können in 40 dampf enthält, leitet. Am Ende des Reaktors wird' das
Gemischen mit Inertgasen eingesetzt werden, beispiels- austretende Gemisch gekühlt und, zweckmäßig stufenweise
Äthan, Methan, Stickstoff, Edelgase, Methyl- weise, kondensiert. Dabei erhält man neben Wasser
chlorid, Kohlendioxyd und andere. Insbesondere kann das Reaktionsprodukt Äthylenchlorhydrin, das wie
der Sauerstoff in Form von Luft zum Einsatz gelangen. oben beschrieben aufgearbeitet wird. Nicht umgesetzte
Vielfach ist der Umsatz der Einsatzstoffe nicht voll- 45 Ausgangsstoffe werden zweckmäßig in den Reaktor
ständig; man führt deshalb die nicht umgesetzten zurückgeführt. Auch die bereits bei der Verfahrens-
Anteile nach Entfernung der Reaktionsprodukte ganz weise in Flüssigphase beschriebenen Nebenprodukte
oder zum Teil in den Reaktionsraum zurück. Setzt Äthanol und Äthylchlorid sowie wäßrige Salzsäure
man Äthylen und Sauerstoff gleichzeitig in einem können ebenfalls in die Reaktionszone zurückgeführt
Reaktor ein, so ist das Mischungsverhältnis der Gase 5° werden.
aus Gründen der Explosionssicherheit nicht beliebig. Die Ausgangsstoffe können getrennt in den Reaktor
Man arbeitet deshalb zweckmäßig mit Frischgas- geleitet werden. Es können auch für einen oder mehrere
mischungen bzw. mit Kreislaufgasgemischen, die einen Reaktionspartner jeweils mehrere Einführungsstellen
Äthylenüberschuß aufweisen. Das Molverhältnis von vorgesehen werden. Die Ausgangsstoffe können die
Äthylen zu Sauerstoff am Reaktoreingang soll Vorzugs- 55 obenerwähnten Inertgase enthalten. Insbesondere kann
weise zwischen 2 und 20 betragen. Wird neben wäßri- Sauerstoff in Form von Luft sowie Chlorwasserstoff
ger Salzsäure gegebenenfalls auch gasförmiger Chlor- in Form von Dämpfen wäßriger Salzsäure zum Einsatz
wasserstoff als weiteres Einsatzmaterial verwendet, so gelangen.
beträgt das Molverhältnis Äthylen zu gasförmigem Die Konzentration des festen Katalysators an Tellur
Chlorwasserstoff zweckmäßig zwischen 0,5 und 10. 60 in elementarer oder gebundener Form beträgt zweck-
Das Hauptreaktionsprodukt Äthylenchlorhydrin, mäßig zwischen 0,1 und 50 Gewichtsprozent, vorzugs-
das mit Wasser ein konstant siedendes Gemisch bildet, weise zwischen 0,5 und 30 Gewichtsprozent. Doch
wird im allgemeinen in Form des Azeotrops aus der kann sie auch mehr als 50 Gewichtsprozent betragen,
Katalysatorlösung entfernt. Nachdem man dieses in Sonderfällen bis zu 100 %>
nämlich dann, wenn man
Gemisch zweckmäßig kondensiert hat, wird es in an 6g reines elementares Tellur als Katalysator einsetzt,
sich bekannter Weise aufgearbeitet. Falls die konden- In Anbetracht der Explosionsgefahr von Äthyfca-
sierbaren Anteile der aus der Katalysatorlösung aus- Sauerstoff-Gemischen arbeitet man zweckmäßig mit
getragenen Dämpfe mehr Wasser enthalten, als der Frischgas- und/oder Kreisgasgemischen, die Äthylen
im Überschuß enthalten. Zweckmäßig beträgt das Molverhältnis Äthylen zu Sauerstoff zwischen 2 und 20.
Das Molverhältnis von Wasserdampf zu Chlorwasserstoff ist im allgemeinen größer als 2, vorzugsweise
größer als 3, jedoch nicht größer als 25.
Zur Erzielung guter Ausbeuten an Äthylenchlorhydrin wählt man das Molverhältnis Wasser zu
Äthylen zu Beginn der Reaktion zweckmäßig so, daß es größer als 1 ist.
Zweckmäßig arbeitet man bei Drücken zwischen 1 und 50, vorzugsweise zwischen 1 und 20 atm. Die
Temperatur liegt vorteilhaft zwischen 100 und 3000C.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung von Äthylenchlorhydrin, das als Vorstufe der Äthylenoxyd-
und Glykol-Gewinnung dienen kann, hat gegenüber dem alten Verfahren der Anlagerung von unterchloriger Säure an Äthylen den Vorteil, daß man kein
elementares Chlor benötigt und daß nicht nur kein Zwangsanfall von Chlorwasserstoff, Salzsäure oder
anorganischen Chloriden eintritt, sondern sogar Chlorwasserstoff und/oder wäßrige Salzsäure als Chlorlieferanten
eingesetzt werden.
t Von dem _ Verfahren der Direktoxydation des Äthylens zu Äthylenoxyd und dessen Weiterverarbeitung zu Äthylenchlorhydrin unterscheidet sich das erfindungsgemäße Verfahren vorteilhaft dadurch, daß es Äthylenchlorhydrin in einem Reaktionsschritt liefert. Betrachtet man jedoch Äthylenchlorhydrin als Vorstufe des Äthylenoxyds, so sind zwar im Zuge des erfindungsgemäßen Verfahrens zwei Reaktionsschritte erforderlich, doch ist die Ausbeute von über 9O°/o Äthylenchlorhydrin, bezogen auf das eingesetzte Äthylen, gegenüber der wesentlich geringeren Ausbeute des Direktoxydationsverfahrens zum Äthylenoxyd ein deutlicher Fortschritt.
t Von dem _ Verfahren der Direktoxydation des Äthylens zu Äthylenoxyd und dessen Weiterverarbeitung zu Äthylenchlorhydrin unterscheidet sich das erfindungsgemäße Verfahren vorteilhaft dadurch, daß es Äthylenchlorhydrin in einem Reaktionsschritt liefert. Betrachtet man jedoch Äthylenchlorhydrin als Vorstufe des Äthylenoxyds, so sind zwar im Zuge des erfindungsgemäßen Verfahrens zwei Reaktionsschritte erforderlich, doch ist die Ausbeute von über 9O°/o Äthylenchlorhydrin, bezogen auf das eingesetzte Äthylen, gegenüber der wesentlich geringeren Ausbeute des Direktoxydationsverfahrens zum Äthylenoxyd ein deutlicher Fortschritt.
35
80 g Tellur(IV)-oxyd (= 0,5 Mol) wurden in lkg
wäßriger Salzsäure (20 Gewichtsprozent Chlorwasserstoff) gelöst; die Lösung wurde in einem mit Gaseinleitungsrohr,
Rückflußkühler und Rührer versehenen Rundkolben durch äußere Heizung auf 1000C
erwärmt. Dann leitete man Äthylen in die Lösung ein. Dabei wurde elementares Tellur ausgefällt. Nach
Einspeisung von 90 Nl Äthylen wurde der Versuch abgebrochen und die Lösung filtriert. Der Filterrückstand
bestand aus reinem Tellur. Das Tellur wurde in die Lösung zurückgegeben und das Gemisch wieder
in die Apparatur gefüllt.
Nach Ersetzen des Rückflußkühlers durch eine Destillationsbrücke wurde die Lösung wieder auf
1000C erwärmt; nach Abnahme von 332 ml Destillat
wurde dieses an einer Laborkolonne destilliert. Dabei erhielt man 59 g des Azeotrops Äthylenchlorhydrin—
Wasser mit 42 Gewichtsprozent Äthylenchlorhydrin (entsprechend 24,8 g = 0,308 Mol). Der Destillationsrückstand,
der aus verdünnter wäßriger Salzsäure bestand, wurde in den Destillationskolben zurückgegeben.
Nach Wiedereinbau des Rückflußkühlers in die Reaktionsapparatur leitete man in die Reaktionslösung, die zur Aufwirbelung des Tellurs kräftig gerührt
wurde, Sauerstoff ein. Nach Durchleiten von 26 Nl Sauerstoff war das elementare Tellur gelöst. Schließlich
wurde die Lösung zur Deckung des Verlustes an Wasser, das in dem Azeotrop enthalten war, und des
Verlustes an Chlorwasserstoff, der zur Herstellung des Chlorhydrins verbraucht wurde, mit 50 g wäßriger
22gewichtsprozentiger Salzsäure versetzt.
Eine Untersuchung der reoxydierten __ Katalysatorlösung
ergab einen Gehalt von 1 g Äthylenglykol (= 0,016 Mol). Die Untersuchung der Abgase während
der Äthyleneinleitung, während der Einengung der Katalysatorlösung und der Destillation des Azeotrops
und während der Sauerstoffeinleitung ergab die Bildung von 0,01 Mol Äthanol, 0,005MoI Äthylchlorid
und 0,010 Mol Kohlendioxyd. Die Ausbeute an Äthylenchlorhydrin betrug danach 0,308 Mol/
0,344MoI = 89,5%.
Claims (5)
1. Verfahren zur Herstellung von Äthylenchlorhydrin, dadurch gekennzeichnet, daß
man Äthylen, Sauerstoff und Chlorwasserstoff in Gegenwart von Wasser in der flüssigen oder in der
Gasphase an Katalysatoren umsetzt, die Tellur und/oder Tellurverbindungen enthalten.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man Katalysatorlösungen einsetzt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man wäßrige salzsaure Lösungen einsetzt.
4. Verfahren nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß man beim Arbeiten in der
Flüssigphase zunächst Äthylen mit der Katalysatorlösung umsetzt und dann den Katalysator zeitlich
oder örtlich getrennt mit Sauerstoff reoxydiert.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man beim Arbeiten in der Gasphase
den Katalysator auf Trägern einsetzt.
809 558/537 4.68 © Bundesdruckerei Berlin
Priority Applications (5)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEF47997A DE1265729B (de) | 1965-12-24 | 1965-12-24 | Verfahren zur Herstellung von AEthylenchlorhydrin |
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Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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|---|---|
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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Also Published As
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