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Gerüst Die Erfindung betrifft ein Gerüst mit aufeinandersteckbaren
Vertikalrahmen aus jeweils zwei durch Querstreben starr und unlösbar miteinander
verbundenen Stielen mit an den einen Enden angeordneten Steckmuffen.
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Bei einem bekannten Gerüst (USA.-Patentschrift 2 739 848) sind die
zusammengefügten Vertikalrahmen gleichartig ausgebildet, d. h., die Rahmen setzen
sich aus zwei zueinander parallelen, horizontalen Querstreben und zwei als Begrenzung
dienenden, vertikalen Stielen zusammen. Zwischen den Querstreben sind Diagonalstreben
angebracht, die dem Rahmen Steifheit vermitteln. An den oberen Enden der Stiele
sind Steckmuffen vorgesehen, die zur Aufnahme der Stiele eines weiteren Rahmens
dienen, der rechtwinklig auf einem unteren Rahmen steht.
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In den Muffen sind Längsschlitze vorgesehen, die zur Führung der Querstreben
des nächstfolgenden Rahmens dienen. Diese Längsschlitze weisen bei jedem Rahmen
in die gleiche Richtung. Dadurch ist nur ein Aufbau des Gerüstes möglich, bei dem
jedes Rahmenpaar des Gerüstes unter einem Winkel von 90° mit einem darunterliegenden
Rahmenpaar verbunden ist.
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Diese Gerüstkonstruktion weist den Nachteil auf, daß bei einer Arbeit,
die an der Wand eines Gebäudes auszuführen ist, jedes zweite Rahmenpaar parallel
vor der Wand steht, so daß dadurch der Zugang zum Gebäude erschwert wird.
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Bei einer weiteren bekannten Gerüstkonstruktion (deutsche Patentschrift
800 787) sind Vertikalrahmen mit unterschiedlich langen Eckstielen vorgesehen. Ein
Nachteil dieses Gerüstets liegt darin, daß nur ein einziger, dreieckiger Gerüstturm
aufgebaut werden kann, da keine zusätzlichen Verbindungsteile für einen seitlichen
Anbau vorgesehen sind.
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Es ist Aufgabe der Erfindung, den Mängeln bekannter Gerüste abzuhelfen
und ein Gerüst aus wenigen, aber vielseitig verwendbaren Grundelementen vorzuschlagen,
das einmal nach der Seite und Höhe hin fortsetzbar ist und zum anderen nach einer
Seite hin eine große, offene Arbeitsfläche bietet.
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Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Kombination von zwei unterschiedlichen,
an sich bekannten Vertikalrahmen gelöst, von denen die eine Art mit gleich langen
Stielen und die andere Art, die im Gerüst rechtwinklig zur ersten Art gerichtet
ist, mit ungleich langen Stielen versehen und die Stiellänge der Vertikalrahmen
mit den gleich langen Stielen gleich dem Längenunterschied der ungleich langen Stiele
der anderen Vertikalrahmen ist.
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Günstig ist es, wenn die Vertikalrahmen mit den ungleich langen Stielen
mannshohe Durchlässe aufweisen.
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Gemäß einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Gerüstes
kann vorgesehen werden, daß bei Verwendung von Vertikalrahmen mit Steckmuffen an
den Stielen mit, wie bekannt, zum Muffenende offenen Längsschlitzen zur Aufnahme
der Querstrebe eines anderen, rechtwinklig angeordneten Vertikalrahmens bei den
Vertikalrahmen mit den gleich langen Stielen in bekannter Weise je ein Längsschlitz
in den Steckmuffen in gleichem Sinn senkrecht zur Rahmenebene und bei den Vertikalrahmen
mit den ungleich langen Stielen an der Steckmuffe am längeren Stiel jeweils ein
Längsschlitz in der Rahmenebene und an der Steckmuffe am kürzeren Stiel jeweils
zwei Längsschlitze einander diametral und senkrecht zur Rahmenebene gerichtet angeordnet
sind.
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Die nachstehende Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung
dient im Zusammenhang mit der Zeichnung der weiteren Erläuterung. Es zeigt F i g.
1 einen Vertikalrahmen eines erfindungsgemäßen Gerüstes in einer ersten Ausführungsform,
F i g. 2 ein erfindungsgemäßes Gerüst und
F i g. 3 einen Vertikalrahmen
entsprechend F i g. 1 in einer zweiten Ausführungsform.
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Bei dem erfindungsgemäßen Gerüst nach F i g. 2 sind gleichgestaltete
Vertikalrahmen 1 und 2 vorgesehen. Diese Rahmen weisen gleich lange Stiele 3 und
4 auf. Die Verbindung zwischen den Stielen 3 und 4 erfolgt durch parallel angeordnete
Querstreben 5 und 6. Eine zusätzliche Versteifung der Vertikalrahmen 1, 2 wird durch
die Diagonalstreben erreicht. Am oberen Ende der Stiele 3, 4 sind Steckmuffen 7
durch Schweißen, Hartlöten od. dgl. befestigt. Am oberen, offenen Ende dieser Muffen
7 sind senkrecht zur Rahmenebene gerichtete Längsschlitze 8 eingearbeitet, deren
Funktion später noch erläutert wird.
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In den F i g. 1 und 3 sind zwei Ausführungsformen von Vertikalrahmen
zu sehen, welche zum Gerüstaufbau benötigt werden und Stiele 16, 17 unterschiedlicher
Länge aufweisen. Der Längenunterschied zwischen den Stielen 16 und 17 entspricht
genau der Höhe der Stiele 3, 4 der Vertikalrahmen 1, 2. Die ungleich langen Stiele
16, 17 sind durch mehrere horizontal angeordnete Streben 13, 13 a ...
13 n
miteinander verbunden (F i g. 1). Den oberen Abschluß dieser Querstreben bildet
eine schrägverlaufende Strebe 18. Die Stiele 16 und 17 besitzen an ihren oberen
Enden ebenfalls Muffen 7, die mit Längsschlitzen 81 und 82 versehen sind.
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In F i g. 2 ist ein Vertikalrahmen dargestellt, bei dem Sprossen 22,
22 a ... 22 n vorgesehen sind, die vorzugsweise halb so lang wie die Querstreben
13 sind. Die Begrenzung der Sprossen 22 erfolgt auf der einen Seite durch den Stiel
16 und auf der anderen Seite durch eine Vertikalstrebe 21.
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Zur Versteifung des Gerüstaufbaues können als Einzelbauteile Querstäbe
19 vorgesehen sein. An den Enden der Querstäbe 19 sind Hülsen 20 angeordnet, welche
auf die Muffen 7 der Stiele 16 aufgeschoben werden.
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Der Zusammenbau des in F i g. 2 dargestellten Gerüstes geschieht in
folgender Weise: Die beiden, z. B. auf Fußplatten abgestützten, Vertikalrahmen 1
und 2 werden so aufgestellt, daß die Längsschlitze 8 der Muffen 7 einander zugekehrt
sind. In die Muffen 7 werden die leiterartigen Vertikalrahmen 11,12 mittels ihrer
Stiele 16,17 eingesetzt. Die Stiele 16,17 werden so tief in die Aufnahmeöffnungen
der Muffen 7 eingeführt, daß die untere Querstrebe 13 des Rahmens 11,12 in den einander
zugekehrten Längsschlitzen 8 der Muffen 7 liegen.
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Durch die Aufnahme der Querstreben 13 in den Längsschlitzen 8 der
Muffen 7 wird eine Verkantung des rechteckigen Gerüstgrundrisses verhindert. Beim
Zusammenbau der Rahmen 11 und 12 mit den Rahmen 1 und 2 ist aber zu beachten, daß
die beiden kürzeren Stiele 17 jeweils auf der gleichen Seite angeordnet sind, wie
es im Ausführungsbeispiel der F i g. 2 oberhalb des Vertikalrahmens 2 dargestellt
ist.
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Als nächstes kann ein Querstab 19 eingesetzt werden. Mit seinem an
den beiden Enden angeordneten Hülsen 20 wird der Stab 19 über die Muffen 7 der Stiele
16 geführt und so weit nach unten gedrückt, bis die Hülsen 20 an den als Anschlag
dienenden Querstreben 18 anliegen.
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Der folgende Montageabschnitt besteht im Aufsetzen eines zweiten-Vertikalrahmens
2 auf die kürzeren Stiele 17 der Vertikalrahmen 11, 12. Die Längsschlitze 82 sind
an den Muffen 7 der kürzeren Stiele 17 zweimal vorhanden und liegen einander diametral
gegenüber. Die Längsschlitze 81 liegen in der Ebene der Rahmen 11, 12, während
die Längsschlitze 82 rechtwinklig zu den Rahmenebenen 11,12 und damit zugleich in
der Ebene der Vertikalrahmen 1, 2 mit den gleich langen Stielen 3, 4 liegen. Dies
hat den Vorteil, daß bei der Montage die Gerüstelemente 11 und 12 in ihren Positionen
ausgetauscht werden können.
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Beim Einstecken der Stiele 3, 4 des Vertikalrahmens 2 in die Aufnahmeöffnungen
der Muffen 7 an den Ständern 17 wird die Querstrebe 6 des Rahmens 2 von den diametral
angeordneten Längsschlitzen 82 geführt, so daß ein Verkanten des Gerüstes vermieden
ist.
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Durch den Einbau des Vertikalrahmens 2 ist das gleiche horizontale
Niveau erreicht, so daß als nächster Arbeitsgang zwei weitere Rahmen 111 und 121
in die Steckmuffen 7 der Stiele 16 bzw. der' Stiele 3, 4 des letztgenannten Vertikalrahmens
2 eingesetzt werden können. Die weitere Montage erfolgt nun wie zuvor beschrieben.
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Das Gerüst ist nach seinem Zusammenbau nach einer Seite hin praktisch
völlig offen, so daß eine große Arbeitsfläche geboten wird.
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Bei der in F i g. 2 dargestellten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Gerüstes können auch die Vertikalrahmen der F i g. 3 verwendet werden. Dabei entsteht
ein mannshoher Durchgang in Querrichtung des Gerüstets, ohne die Starrheit der Gesamtanordnung
zu beeinträchtigen.