-
Vorrichtung zum Bewegen eines gasdicht schließenden, waagerecht verschiebbaren
Torflügels für Schutzraumabschlüsse Die Erfindung richtet sich auf eine Vorrichtung
zum Bewegen eines gasdicht schließenden, waagerecht verschiebbaren Torflügels für
Schutzraumabschlüsse.
-
Für den druckfesten und gasdichten Abschluß großräumiger Massenbunker
ist es bekannt, maschinell betätigte Schiebetore zu verwenden, da diese im Gegensatz
zu den sonst üblichen Schwenktüren größere Öffnungsweiten zulassen. Sie sind insbesondere
dort unerläßlich, wo es sich um den Abschluß von als Massenzufluchtsstätten dienenden
U-Bahntunneln oder unterirdischen Parkanlagen für Kraftfahrzeuge handelt, die für
ihren normalen Bestimmungszweck Öffnungsweiten in einer Größenordnung bis zu etwa
100 m2 erfordern.
-
Der gasdichte Abschluß durch Schiebetore solcher Flächengröße und
entsprechend hohen Gewichts stößt jedoch auf besondere Schwierigkeiten, die bei
Schwenktüren entweder nicht bestehen oder bei diesen leichter behoben werden können.
Die wesentliche Schwierigkeit liegt darin, den Torflügel zwar einerseits in der
Schließstellung am Torrahmen so fest zu verriegeln, daß er trotz seiner Größe überall
dicht schließt und auch unter Sogwirkung von außen nicht von den Dichtungen abhebt,
andererseits aber zugleich sicherzustellen, daß er im Zuge seiner öffnungs- und
Schließbewegung sowie ferner während seiner Verschiebebewegung keine Beschädigungen
der verhältnismäßig empfindlichen Dichtungen durch Reibungsverschleiß hervorruft.
Es liegt auf der Hand, daß die aufgezeigte Schwierigkeit um so stärker ins Gewicht
fällt, je größer die Torflügel bemessen werden müssen.
-
Bei großen und entsprechend schweren Schiebetoren für ähnliche Zwecke
ist es an sich bekannt, den Torflügel mittels eines Gehänges auf einer Laufschiene
in solchem Abstand vom Rahmen zu führen, daß er beim Verschieben in seiner Ebene
keine Beschädigungen an den Dichtungen hervorrufen kann. Um ihn gleichwohl in der
Schließstellung dichtend an den Rahmen andrücken zu können, ist es hierbei ferner
bekannt, mit Rollen versehene Winkelhebel, Fanghaken od. dgl. vorzusehen, die im
Zuge des öffnungsvorganges zugleich ein zwangsweises Abheben vom Rahmen bewirken
und teilweise auch die Führung des Torflügels beim Verschieben in seiner Ebene ermöglichen.
In allen diesen Fällen ist jedoch mit dem dichtenden Andrücken des Torflügels in
der Schließstellung eine unvermeidliche Relativverschiebung mit Bezug auf die Dichtungen
verbunden und/oder keine so zuverlässige Verriegelung des Torflügels in der Schließstellung
gewährleistet, wie sie notwendig wäre, um einen gasdichten Abschluß nicht nur gegenüber
von außen einwirkenden, insbesondere von Detonationen ausgehenden Druck- sondern
auch Sogbeanspruchungen sicherzustellen, die zumal bei großen Schiebetoren im allgemeinen
eher zu einem Abheben des Torflügels von den Dichtungen bzw. vom Rahmen führen.
-
Gemäß einem älteren, nicht zum Stand der Technik gehörenden Vorschlag
ist bereits vorgesehen, den mittels eines Gehänges auf einer Laufschiene geführten
Torflügel zum dichtenden Andrücken in der Schließstellung sowie zum Abheben vom
Rahmen in die Verschiebestellung mittels Fanghaken, die im feststehenden Rahmen
untergebracht und durch eine Antriebsvorrichtung bewegbar sind, im Gehänge quer
zur Verschieberichtung zu bewegen. Die querverschiebliche Aufhängung des Torflügels
im Gehänge mittels Rollen bietet zwar die Möglichkeit, den Torflügel in der Schließstellung
unter Vermeidung von für die Dichtungen schädlichen Relativbewegungen an den Rahmen
anzudrücken oder im Zuge der Öffnungsbewegung von diesem abzuheben. Nachteilig ist
hierbei jedoch der Umstand, daß die den Torflügel von den Kanten her umfassenden
und über dessen Umfang in Abständen verteilt angreifenden Fanghaken zum Zweck dieser
Querverschiebung durch doppeltwirkende Druckmittelzylinder betätigt sind und der
Torflügel in der Schließstellung mithin nicht im eigentlichen Sinn, d. h. mechanisch,
verriegelt, sondern lediglich durch das Druckmittel in der Schließstellung festgehalten
wird. Auf diese Weise ist es schon im Hinblick auf die unvermeidlichen Leckverluste
ausgeschlossen, auf längere Zeit einen absolut gasdichten Abschluß des Torflügels
namentlich dann sicherzustellen, wenn er infolge von Detonationen
wechselweise
nicht nur auf Druck, sondern infolge Sogwirkung auch auf Zug beansprucht wird. Außerdem
erfordern die den Fanghaken jeweils gesondert zugeordneten Druckmittelzylinder bei
großen Torflügeln mit entsprechend vielen, über den Umfang verteilt angreifenden
Fanghaken einen erheblichen Aufwand nicht nur bei der Anschaffung, sondern auch
in der Wartung zur Aufrechterhaltung ihrer Betriebssicherheit.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei Schiebetoren der eingangs
behandelten Gattung den Torflügel zwar ebenfalls so zu bewegen, daß nicht nur beim
Verschieben in seiner Ebene, sondern auch im Zuge seiner Querverschiebungen beim
Andrücken bzw. Abheben von Rahmen Beschädigungen an den Dichtungen vermieden werden,
die dazu verwendeten Mittel aber zugleich so auszubilden, daß sie in der Schließstellung
des Torflügels eine einwandfreie mechanische Verriegelung bewirken.
-
Zur Lösung dieser Aufgabe geht die Erfindung von dem zuletzt behandelten,
älteren Vorschlag aus, kennzeichnet sich diesem gegenüber jedoch dadurch, daß die
Fanghaken nach Art eines Drehriegels um eine feste Achse schwenkbar sind und ein
beim Andrükken des Torflügels eine Keilwirkung ausübendes Hakenende aufweisen; während
am Fanghaken auf der dem Hakenende bezüglich der festen Achse gegenüberliegenden
Seite eine den Torflügel im Zuge des Entriegelungsvorganges vom Rahmen abhebende
Rolle angeordnet ist, deren Achse parallel zur Flügelebene und senkrecht zur Verschieberichtung
liegt, wobei der Torflügel beim Verschieben in seiner Ebene mit den Rollen am feststehenden
Rahmen geführt ist. Durch die exfindungsgemäße Ausbildung der Fanghaken wird nicht
nur eine zuverlässige mechanische Verriegelung des Torflügels in der Schließstellung
bewirkt, sondern in Verbindung mit der querverschieblichen Aufhängung des Torflügels
innerhalb des Gehänges auf baulich einfache Weise zugleich eine Zwangsbewegung des
Torflügels solcher Art erreicht, daß sowohl bei seinem Andrücken an den Rahmen im
Zuge der Verriegelung als auch bei seinem Abheben vom Rahmen im Zuge der Entriegelung
sowie schließlich auch beim Verschieben in seiner Ebene eine Beschädigung der Dichtungen
vermieden wird.
-
Um eine zuverlässige und insbesondere gleichmäßige Betätigung der
Fanghaken ohne allzu großen Aufwand zu erleichtern, ist es gemäß einem weiteren
Merkmal der Erfindung zweckmäßig, die über den Umfang des feststehenden Rahmens
verteilten Fanghaken paarweise an jeder Seite des Torflügels anzuordnen und durch
doppeltwirkende Druckmittelzylinder mittels einer für sämtliche Druckmittelzylinder
gemeinsamen Steuerung im Sinn der Ver- bzw. Entriegelung gleichzeitig und gleichsinnig
zu bewegen.
-
In der Zeichnung ist die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel erläutert.
Es zeigen F i g. 1, 1 a und 1 b das Schiebetor in Ansicht, im Längsschnitt und-
im Querschnitt, F i g. 2, 2 a den Fanghaken in größerem Maßstab in Ver- und Entriegelungsstellung,
F i g. 3, 3 a die Aufhängung des Torflügels im Ausschnitt aus F i g. 1 b in vergrößertem
Maßstab in der Ver- und Entriegelungsstellung.
-
In F i g. 1, 1 a und 1 b sind der druckfeste Torflügel mit 1 und der
im Beton bzw. Mauerwerk verankerte Rahmen mit 2 bezeichnet. Der Torflügel l ist
mittels drei im Abstand zueinander angeordneter Doppelrollen-Laufkatzen 3 an einer
Laufschiene 4 aufgehängt, die mittels Verankerungselementen 4 a in der Betondecke
befestigt ist.
-
Wie insbesondere aus F i.g. 3 und 3 a ersichtlich, weisen die Laufkatzen
3 beiderseits verbreiterte Tragflächen 3 a auf, auf denen die dem Torflügel l zugeordneten
Aufhängeösen 5 mittels Wälzrollen 6 derart abgestützt sind, daß der Torflügel quer
zu seiner Verschiebeebene beweglich ist.
-
Zur Verriegelung des Torflügels mit dem Rahmen 2 dienen bei dem dargestellten
Ausführungsbeispiel insgesamt acht über den Umfang des Rahmens verteilt angeordnete,
nach Art von Drehriegeln um eine feste Achse 9 schwenkbare- Fanghaken 7, die jeweils
paarweise durch doppeltwirkende Druckmittelzylinder 8 zu einer Betätigungseinheit
zusammengefaßt sind, wobei sämtliche Druckmittelzylinder über eine gemeinsame, in
der Zeichnung nicht- dargestellte Steuerung gleichzeitig und gleichsinnig im Ver-
bzw. Entriegelungssinn beaufschlagt-werden. Die gemäß Fig.2 und 2 ä beispielsweise
an die--Kolbenstangen 8 a der Druckmittelzylinder 8 -angelenkten Fanghaken 7 weisen
ein beim Andrücken des Torflügels 1 eine Keilwirkung ausübendes Hakenende 7 a auf,
das eine Ausnehmung 10 in der dem Bunker zugekehrten Rückwand 1 a des Torflügels
hintergreift, wobei der Ausnehmungsrand-bei--10 a ebenfalls keilförmig hinterschnitten
ist, so daß sich im Zuge der Verriegelung ein Keilanzug einstellt.
-
Auf der dem Hakenende 7 a bezüglich der festen Achse 9 gegenüberliegenden
Seite weisen die Fanghaken eine in der Entriegelungsstellung gegenüber dem Hakenende
vorspringende. Rolle 7 c auf, deren Achse parallel zur Flügelebene und senkrecht
zur Verschieberichtung liegt. Die. Rolle 7 c bewirkt im Zuge des Entriegelungsvorganges
das Abheben des Torflügels vom Rahmen-und.-dient beim Verschieben in seiner Ebene
gleichzeitig zur Führung des Torflügels am feststehenden Rahmen.
-
Wie insbesondere aus- F i g. 3 und 3 a ersichtlich, ist der Rahmen
2 mit einer umlaufenden, nach innen gerichteten .Randvertiefung 2 a-: versehen,
die in einer umlaufenden Nut die Dichtleisten 2 b aufnimmt und in welche der Torflügel
l im Zuge der Verriegelung unter Anpressung an die Dichtleisten 2 b eingerückt wird.
Im Zuge der Entriegelung wird der Torflügel gemäß der in F i g. 2 a veranschaulichten
Stellung der Fanghaken 7 mittels der diesen zugeordneten Rollen 7 c an den Stützansätzen
7 b aus der Randvertiefung 2 a herausgerückt, so daß er sich in dieser Stellung
im Öffnungssinn verschieben läßt.
-
Gemäß F i g. 1 a und 1 b ist der Torflügel 1 am unteren Ende im Bereich
einer Einkröpfung der Innenwand 1 a mit einer fest eingebauten Verstellspindel 11
versehen. Die mit dieser zusammenarbeitende Spindelmutter 11 a wird mittels Kettentrieb
durch ein Antriebsaggregat 12 angetrieben, welches in der Verschiebeebene des Torflügels
fest steht, jedoch in der Ebene senkrecht hierzu um ein begrenztes Maß verschieblich
geführt ist, so daß es zusammen mit dem Torflügel an dessen quergerichteten Bewegungen
teilnehmen kann.