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Verfahren zur Herstellung der Perchlorate von 18ß-Acyloxy-17 a-methoxy-16ß-methoxycarbonyl-3,4-dehydro-20
a-yohimbanen Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung der Perchlorate
von 18ß-Acyloxy-17x-methoxy-16ß-methoxycarbonyl-3,4-dehydro-20x-yohimbanen der allgemeinen
Formel
worin R ein Wasserstoffatom oder eine Methoxygruppe und R1 einen 3,4,5-Trimethoxybenzoyl-
oder 3,4,5-Trimethoxycinnamylrest bedeutet.
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Diese Verbindungen werden erhalten, wenn man ein rechtsdrehendes 18ß-Oxy-17x-methoxy-16ß-methoxycarbonyl-3-oxo-2,3-seco-20x-yohimban
der allgemeinen Formel
mit dem Chlorid oder Anhydrid der 3,4,5-Trimethoxybenzoesäure oder der 3,4,5-Trimethoxyzimtsäure
in Gegenwart einer tertiären Base verestert, den so erhaltenen Ester durch Behandlung
mit Phosphoroxychlorid bei erhöhter Temperatur cyclisiert und das erhaltene 3,4-Dehydroyohimbanderivat
als Perchlorat abtrennt.
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Die erste Stufe des beanspruchten Verfahrens, die Veresterung der
rechtsdrehenden Verbindung der allgemeinen Formel II mit dem Chlorid oder Anhydrid
der 3,4,5-Trimethoxybenzoesäure oder der 3,4,5-Trimethoxyzimtsäure, wird vorzugsweise
in Gegenwart von Pyridin oder 2-Methyl-5-äthylpyridin durchgeführt. Der erhaltene
Ester wird hierauf mit Phosphoroxychlorid bei erhöhter Temperatur behandelt und
das gebildete 3,4-Dehydroyohimbanderivat als Perchlorat isoliert. Die dem so erhältlichen
3,4-Dehydroreserpinperchlorat zugrunde liegende Base ist identisch mit dem von Weisenborn
und Diassi (vgl. Journ. amer. chem. soc., 78 [1956], S. 2022) durch Oxydation des
3-Isoreserpins mit Mercuriacetat erhaltenen und in Form des Nitrats isolierten 3,4-Dehydroreserpin.
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Die Verfahrensprodukte dienen als Zwischenprodukte für die Herstellung
von Reserpin, Deserpidin und Rescinnamin, da sie sich in bekannter bzw. an sich
bekannter Weise mittels Zink und Essigsäure zu den genannten Alkaloiden reduzieren
lassen.
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Die als Ausgangsstoffe benötigten rechtsdrehenden Verbindungen der
allgemeinen Formel II werden aus
rechtsdrehenden Lactamen der allgemeinen
Formel
oder aus optisch aktiven Lactonen der allgemeinen Formel
durch Methanolyse in Gegenwart von Natriummethylat hergestellt.
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Es ist bereits bekannt, daß sich Reserpin aus dem racemischen Lactam
der Formel
herstellen läßt (vgl. Woodward, Journ. amer. chem. soc., 78 [1956], S. 2023). Bei
diesem bekannten Verfahren sind folgende Verfahrensstufen erforderlich: a) Cyclisierung
mit Phosphoroxychlorid unter Bildung des 3,4-Dehydroyohimbanderivats.
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b) Reduktion des 3,4-Dehydroyohimbanderivats mit Natriumborhydrid
zum racemischen 18-O-Acetylisoreserpsäure-methylester.
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c) Optische Spaltung dieses Racemats zum 18-O-Acetyl-isoreserpsäure-methylester.
d) Verseifung des letzteren zur Isoreserpsäure.
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e) Lactonisierung der Isoreserpsäure zum Isoreserpsäurelacton.
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f) Umlagerung des Isoreserpsäurelactons mit Pivalinsäure zum Reserpsäurelacton.
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g) Methanolyse des Reserpsäurelactons zum Reserpsäure-methylester.
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h) Veresterung des Reserpsäuremethylesters mit Trimethoxybenzoesäurechlorid
zu Reserpin.
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Diese Synthese umfaßt somit, abgesehen von der optischen Spaltung,
sieben Stufen bis zum Reserpin. Dagegen wird es durch das erfindungsgemäße Verfahren
möglich, aus dem optisch aktiven Lactam der allgemeinen Formel III, worin R eine
Methoxygruppe bedeutet, Reserpin in vier Stufen herzustellen.
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Zwar war zu erwarten, daß man bei der Kombination der Synthese von
Woodward mit dem von Weisenborn (vgl. Journ. amer. chem. soc., 78 [1956], S. 2023)
beschriebenen Verfahren Reserpin in vier Stufen erhält, jedoch nur mit einer Ausbeute
von 22,8 °/o. Dagegen ergibt das erfindungsgemäße Verfahren überraschenderweise
Reserpin mit 31,3°/jger Ausbeute.
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Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung. Die in den Beispielen
angegebenen Schmelzpunkte sind augenblickliche, -im Maquenne-Block bestimmte Schmelzpunkte.
Beispiel 1 a) Herstellung des linksdrehenden 18ß-(3',4',5'-Trimethoxybenzoyloxy)-11,17x-dimethoxy-3
oxo-16ß-methoxycarbonyl-2,3-seco-20x-yohimban aus dem rechtsdrehenden 18ß-Oxy-11,17x-dimethoxy-3-oxo-16ß-methoxycarbonyl-2,3-seco-20oc-yohimban
der Formel II [R = OCH3] 8 g rechtsdrehendes 18ß-Oxy-11,17a-dimethoxy-3-oxo-16ß-methoxycarbonyl-2,3-seco-20x-yohimban
[Formel II: R=OCH,; F. 188 bis 189°C und [x]" = +31' (c = 0,501, in Pyridin)]
werden, gelöst in 80 ccm Pyridin, in einer Stickstoffatmosphäre mit 20 g 3,4,5-Trimethoxybenzoylchlorid
16 Stunden auf 75'C erhitzt. Man kühlt auf 20'C ab, versetzt mit 80 ccm Wasser,
rührt 1/2 Stunde und extrahiert mit Methylenchlorid. Der Extrakt wird mit verdünnter
Salzsäure bis zu einem pH-Wert von etwa 1,5, dann mit Wasser, Ammoniak und wieder
mit Wasser gewaschen, über Magnesiumsulfat getrocknet, filtriert und zur Trockne
eingedampft. Das so erhaltene Harz wird in Benzol gelöst und die Lösung über 500
g neutrales Aluminium gegossen. Die erste Elution mit 1000 ccm Methylenchlorid liefert
2 g Harz, das nicht direkt kristallisiert. Die zweite Elution mit 1000 ccm Methylenchlorid,
das 10/, Methanol enthält, liefert nach Eindampfen der Lösung zur Trockne,
Aufnehmen des Rückstands in 80 ccm Aceton, Ausfällen mit 600 ccm Wasser, Absaugen
und Trocknen 8 g (69 °/9 der Theorie) linksdrehendes 18ß-(3',4',5'-Trimethoxybenzoyloxy)-11,17a-dimethoxy-
3- oxo -16ß-methoxycarbonyl-2,3-seco-20x-yohimban; F. 126'C; [x]ö = -37' (c = 1
% in Chloroform). Analyse: Cg3H39010N2, Molekulargewicht: 624,67. Berechnet
... C 63,5, H 6,3, O 25,67, N 4,49 °/9; gefunden ... C 63,3, H 6,4,
O 25,6, N 4,4 °/o. Die Verbindung ist in der Literatur noch nicht beschrieben. b)
Herstellung von 3,4-Dehydroreserpin der Formel I [R1 = O C -C,
H2 (O C H3)3; R = O C H3] aus linksdrehendem 18ß-(3',4',5'-Trimethoxybenzoyloxy)-11,17a-dimethoxy-3-oxo-16ß-methoxycarbonyl-2,3-seco-20x-yohimban
Man erhitzt eine Lösung von 4 g der gemäß Stufe a) erhaltenen Verbindung in 8 ccm
Phosphoroxychlorid in einer Stickstoffatmosphäre 2 Stunden unter Rückfluß. Die zu
Beginn grüne Farbe der Lösung schlägt nach Dunkelrotorange um. Die abgekühlte Lösung
wird
unter Rühren und Stickstoff in ein Gemisch aus 150 g Eis und 8 ccm Perchlorsäure
von 55° B6 eingebracht. Man saugt ab und wäscht mit Wasser. Nach dem Trocknen im
Vakuum erhält man 4,46 g rohes Perchlorat des 3,4-Dehydroreserpins, was einer Ausbeute
von 98 °/o entspricht. Das Produkt kann durch Umkristallisation gereinigt werden,
indem man es in Chloroform oder in Methylenchlorid löst und hierauf Benzol oder
Essigsäureäthylester zusetzt. Das so gereinigte Perchlorat des 3,4-Dehydroreserpins
schmilzt bei 230°C; [x] ö° _ -128 ° (c = 1 °/a in wäßrigem Tetrahydrofuran mit 55
°/o Wasser). Analyse: C"H390"N,Cl, Molekulargewicht: 707,11. Berechnet
... C 56,05, H 5,56, N 3,96 °/a; gefunden ... C 56,01, H 5,62, N 4,04°/o.
Die Verbindung ist in der Literatur noch nicht beschrieben.
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UV-Spektrum in 95°/oigem Alkohol: itmax = 360 m#t, 266 %t;
E = 25 000, 17 100.
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Das als Ausgangsmaterial benötigte rechtsdrehende 18ß-Oxy-11,17a-dimethoxy-3-oxo-16ß-methoxycarbonyl-2,3-seco-20a-yohimban
wird folgendermaßen hergestellt: Man stellt eine Lösung von 120 ccm wasserfreiem
Methanol mit einem Gehalt von 0,1g Natriummethylat her und löst darin in der Wärme
10 g rechtsdrehendes 18ß-Acetoxy-11,17a-dimethoxy-3-oxo-16ß-methoyxcarbonyl-2,3-seco-20a-yohimban
der Formel III [R = OCHS; [a]0 = -I-31 ±2° (c = 0,5°/o in Äthanol)], dessen Herstellung
in der deutschen Patentschrift 1096 363 beschrieben ist. Dann erhitzt man
1 Stunde zum Sieden unter Rückfluß, kühlt anschließend ab und säuert durch Zugabe
von Essigsäure (etwa 1 ccm) auf den pH-Wert 5 an. Durch Abdestillieren des Lösungsmittels
engt man etwa auf das halbe Volumen ein und kühlt auf etwa 10°C ab. Das rechtsdrehende
18ß-Oxy-11,17a - dimethoxy - 3 - oxo - 16ß - methoxycarbonyl -2,3-seco-20x-yohimban
kristallisiert. Man vervollständigt die Ausfällung durch Zugabe von 100 ccm Wasser,
saugt ab, wäscht mit Wasser und trocknet. Auf diese Weise erhält man 8,1 g rechtsdrehendes
18ß-Oxy-11,17a - dimethoxy - 3 - oxo - 16ß - methoxycarbonyl -2,3-seco-20a-yohimban,
was einer Ausbeute von 89 °/o entspricht, nach Umkristallisieren aus Methanol weist
die Verbindung die folgenden Kennzahlen auf: F. 188 bis 189°C; [x] ö = +31'
(c = 0,5 °/p in Pyridin). Analyse: C"Hg006N" Molekulargewicht: 430. Berechnet ...
C 64,16, H 7,02, O 22,30, N 6,51°/0; gefunden ... C 63,9, H 7,1, O 22,40,
N 6,5 °/o. Die Verbindung ist in der Literatur noch nicht beschrieben.
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Das rechtsdrehende 18ß-Oxy-11,17a-dimethoxy-3-oxo-16ß-methoxycarbonyl-2,3-seco-20x-yohimban
kann auch auf folgende Weise hergestellt werden: 2 g linksdrehendes Lacton des l8ß-Oxy-11,17a-dimethoxy-3-oxo-16ß-carboxy-2,3-seco-20x-yohimbans
der Formel IV [R=OCH,; F. 175°C; [a]ö =-83° (c = 0,25 °/o in Äthanol)] werden in
100 ccm wasserfreiem Methanol gelöst und mit 12 ccm einer Natriummethylatlösung
mit einem Gehalt von 1 mg Natrium je ccm Methanol versetzt. Man erhitzt 2 Stunden
zum Sieden unter Rückfluß, kühlt auf 20°C ab, säuert mit Essigsäure auf den pH-Wert
5 an und verdampft das Methanol im Vakuum. Der Rückstand wird in Methylenchlorid
gelöst, die Lösung mit verdünntem Ammoniak bis zu dem pH-Wert 10 und dann mit Wasser
gewaschen und schließlich über Magnesiumsulfat getrocknet. Nach Filtrieren und Abdestillieren
des Methylenchlorids kristallisiert man den Rückstand aus Aceton um und erhält so
2 g der gesuchten Verbindung, was einer Ausbeute von 92 °/o entspricht. Beispiel
2 a) Herstellung von linksdrehendem (Chloroform) 18ß - (3',4',5'- Trimethoxybenzoyloxy)
- 17x - methoxy-16ß-methoxycarbonyl-3-oxo-2,3-seco-20x-yohimban aus rechtsdrehendem
(Tetrahydrofuran mit 50°/o Wasser) 18ß-Oxy-17a-methoxy-16ß-methoxycarbonyl-3-oxo-2,3-seco-20ca-yohimban
der Formel II [R = H] 6 g rechtsdrehendes (Tetrahydrofuran mit 5001,
Wasser)
18ß-Oxy-17a-methoxy-16ß-methoxycarbonyl-3-oxo-2,3-seco-20oc-yohimban werden, gelöst
in 60 ccm wasserfreiem Pyridin, mit 15 g Trimethoxybenzoylchlorid 16 Stunden unter
Stickstoff auf 75'C erhitzt. Man kühlt auf 20°C ab, versetzt mit 60 ccm Wasser,
rührt 1/2 Stunde und extrahiert mit Methylenchlorid. Der Extrakt wird mit verdünnter
Salzsäure bis zu einem pH-Wert von etwa 1,5, dann mit Wasser, Ammoniak und erneut
mit Wasser gewaschen, über Magnesiumsulfat getrocknet, filtriert und zur Trockne
eingedampft. Das so erhaltene Harz wird durch Chromatographie an Aluminiumoxyd gereinigt.
Man löst es in Benzol und leitet es durch 400 g neutrales Aluminiumoxyd und führt
dann eine erste Elution mit 800 ccm Methylenchlorid, die ein harziges Produkt liefert,
aus. Eine zweite Elution mit Methylenchlorid mit einem Gehalt von 1 % Methanol
liefert ein teilweise kristallisiertes Produkt, das man durch Auflösen in 50 ccm
Aceton und Ausfällen in 500 ccm eisgekühltem Wasser reinigt. Die Ausbeute an linksdrehendem
18ß-(3',4',5'-Trimethoxybenzoyloxy)-17ca-methoxy-16ß-methoxycarbonyl-3-oxo-2,3-seco-20x-yohimban
beträgt 7 g; F. 130'C,
[«]ö° _ -40 ± 1,5° (c = 10/, in
Chloroform). Das Produkt bildet mikroskopische Prismen, die mit Wasser solvatisieren.
Die Verbindung ist leicht hygroskopisch. An der Luft stehengelassen, nimmt sie 1
bis 1,7°/o Wasser auf. Sie ist in Wasser, verdünnten wäßrigen Säuren, verdünnten
wäßrigen Alkalien und Isopropyläther unlöslich, in Äther und Tetrachlorkohlenstoff
wenig löslich und in Benzol, Chloroform, Aceton und Äthanol löslich. Analyse: C"H"08N2,
Molekulargewicht: 594,64. Berechnet ... C 64,63,H 6,44,O 24,22,N 4,710/,;
gefunden
... C 64,8, H 6,4, O 24,5, N 4,6 °/o. Die Verbindung ist in der Literatur
noch nicht beschrieben.
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b) Herstellung von linksdrehendem (Chloroform) 18ß - (3',4',5'- Trimethoxybenzoyloxy)
- 17x - methoxy-16ß-methoxycarbonyl-3,4-dehydro-20x-yohimban der Formel 1 [R = H;
R, = CO - C.,H2(OCH3)3] aus linksdrehendem (Chloroform) 18ß-(3',4',5'-Trimethoxybenzoyloxy)-17a-methoxy-16ß-methoxycarbonyl-3-oxo-2,
3-seco-20a-yohimban Man vermischt unter Rühren und Stickstoff 3 g des gemäß Stufe
a) erhaltenen Esters und 6 ccm Phosphoroxychlorid und erhitzt langsam bis zum Sieden
unter
Rückfluß. Es tritt Lösung ein. Nach 31/2stündigem Sieden kühlt
man die Lösung auf 20°C ab, verdünnt mit 6 ccm Aceton und bringt sie langsam unter
Rühren in ein Gemisch aus 120 g Eisstückchen und 6 ccm Perchlorsäure von 55° Be
ein. Das gebildete gelbe Perchlorat des 3,4-Dehydrodeserpidins saugt man ab und
wäscht es mit Wasser, bis der pH-Wert des Waschwassers 4 erreicht. Zur Entfernung
von vorhandenen Spuren an Phosphat und Hydrochlorid des 3,4-Dehydrodeserpidins löst
man die so erhaltene Verbindung in 350 ccm eines Gemisches aus Eis und Wasser, das
10 ccm Perchlorsäure von 55° B6 enthält, rührt 10 Minuten und saugt den gelben kristallinen
Niederschlag ab, wäscht ihn mit Wasser, bis das Waschwasser einen pH-Wert von 3
bis 4 aufweist, und trocknet ihn im Vakuum. Man erhält so 3,23 g des Perchlorats
des 3,4-Dehydrodeserpidins, was einer Ausbeute von 940/Q entspricht. Zur Analyse
reinigt man das Salz durch Lösen in Chloroform oder Methylenchlorid und Zugabe von
Essigsäureäthylester. Das Produkt bildet dann kleine hellgelbe Stäbchen. Es ist
zu 4 bis 4,5 0/Q solvatisiert. Der Schmelzpunkt beträgt 214°C, die optische Drehung
[x]'1)' = -50 ± 3 ° (c = 10/Q in wäßrigem Tetrahydrofuran mit 55 0/Q Wasser) für
das solvatisierte Produkt, was einem [a].ö = -52 ± 3 ° für die trockene Substanz
entspricht. Die Verbindung ist in Wasser, Äther, Benzol und absolutem Alkohol unlöslich,
in wäßrigem Äthanol und Chloroform wenig löslich und in Methylenchlorid und wäßrigem
Tetrahydrofuran mit 50°/o Wasser gut löslich.
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Das mit dem trockenen Produkt bestimmte und berechnete UV-Spektrum
in n/10-alkoholischer Salzsäure hat folgende Banden: a.ax 356 m(t, a = 24 400. ),Max
253 bis 254 mp., a = 15 800. Analyse: C32H37012N,Cl; Molekulargewicht: 677,10. Berechnet
C 56,76, H 5,51, O 28,36, N 4,13, Cl 5,24°/o; gefunden C 58,8, H 5,5, O 28,7, N
4,3, Cl 5,2 0/Q. Das als Ausgangsstoff verwendete rechtsdrehende (Tetrahydrofuran
mit 50 0/Q Wasser)18ß-Oxy-17a-methoxy-16ß-methoxycarbonyl-3-oxo-2,3-seco-20a-yohimban
der Formel 1I (R = H) wird auf folgende Weise hergestellt: a) Einer auf eine Temperatur
zwischen -10 und 0°C abgekühlten Suspension von 8,5 g Iß-Carboxymethyl-2ß-methoxycarbonyl-3a-methoxy-4ß-acetoxy-6ß-formyl-cyclohexan
in 34 ccm Methylenchlorid setzt man unter mechanischem Rühren und unter Stickstoff
eine Lösung von Diazomethan in Methylenchlorid zu, bis man einen schwachen Überschuß
des Methylierungsmittels feststellt. Man destilliert im Vakuum, ohne 5°C zu überschreiten,
Methylenchlorid ab, bis man das Volumen der Ausgangssuspension wieder erreicht.
Dann kühlt man auf -10 bis -15°C ab und versetzt unter Rühren mit 4,8 g Tryptamin,
rührt noch 3 Stunden bei der gleichen Temperatur weiter, kühlt auf -20 bis -30°C
ab, verdünnt durch Zugabe von 34 ccm wasserfreiem Methanol, setzt 1,3 g Kaliumborhydrid
zu, rührt bei -10°C 15 Minuten weiter und läßt die Temperatur dann in etwa 1/2 Stunde
auf 20°C ansteigen. Nach beendeter Reduktion zerstört man den Überschuß des Kaliumborhydrids
durch Zugabe von Essigsäure bis zu einem pH-Wert von 4 bis 5 und dampft im Vakuum
zur Trockne ein. Der so erhaltene schmierige Rückstand wird in 80 ccm Chloroform
und 30 ccm Wasser aufgenommen. Man dekantiert und extrahiert die wäßrige Schicht
erneut mit Chloroform, vereinigt die Chloroformextrakte und wäscht diese zuerst
mit 2 n-Salzsäure, dann mit einer gesättigten wäßrigen Natriumbicarbonatlösung und
schließlich mit Wasser bis zur Neutralität. Der Chloroformextrakt wird über wasserfreiem
Natriumsulfat getrocknet, filtriert und im Vakuum zur Trockne eingedampft. Den Rückstand
nimmt man in der Wärme in 60 ccm Isopropanol auf, von dem man im Vakuum etwa 25
ccm abdestilliert. Das linksdrehende 18ß-Acetoxy -17a - methoxy -16ß - methoxycarbonyl
- 3 - oxo - 2,3
seco-20a-yohimban kristallisiert. Man läßt über Nacht kristallisieren,
saugt ab, wäscht mit Isopropanol und trocknet. Man erhält so 7,8 g linksdrehendes
18ß-Acetoxy-17a-methoxy-16ß-methoxycarbonyl-3-oxo-2,3-seco-20a-yohimban; F. 180,5°C;
[a]ö = -14,5 ± 1,5° (c = 10/Q in Chloroform). Das Produkt ist in Wasser und verdünnten
wäßrigen Säuren unlöslich, in Alkohol, Äther und Benzol wenig löslich und in Aceton
und Chloroform löslich. Es läßt sich leicht aus Isopropanol oder 2 Volumina Methylisobutylketon
umkristallisieren. Weder der Schmelzpunkt noch das Drehvermögen der Substanz werden
durch das Umkristallisieren verändert. Analyse: C2qHg006N2, Molekulargewicht: 442,50.
Berechnet ... C 65,14,H 6,83,O 21,70,N 6,33 0/Q; gefunden ... C 65,1,
H 6,8, O 21,5, N 6,3 0/Q. Die Verbindung ist in der Literatur noch nicht beschrieben.
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ß) Man erhitzt 1,68 g der gemäß der vorstehenden Stufe a) erhaltenen
Verbindung, 17 ccm Methanol und 3,4 ccm einer wasserfreien Lösung von Natriummethylat
mit einem Gehalt von 5 g Natriummethylat je Liter 1 Stunde zum Sieden unter Rückfluß.
Dann kühlt man auf 20°C ab, säuert durch Zugabe von 0,1 ccm Essigsäure auf einen
pH-Wert von 4 bis 5 an und destilliert unter Stickstoff 10 ccm Methanol ab. Beim
Abkühlen kristallisiert das gesuchte rechtsdrehende (Tetrahydrofuran mit 50°1o Wasser)
18ß-Oxy-17a-methoxy-16ß-methoxycarbonyl-3-oxo-2,3-seco-20a-yohimban der Formel Il
[R = H]. Man versetzt langsam unter Rühren mit 16 ccm Wasser, saugt ab, wäscht mit
Wasser, saugt erneut ab und trocknet. Man erhält so 1,45 g des gesuchten Produkts,
was einer Ausbeute von 94°/Q entspricht; F. 192,5 bis 193,5°C. Zur Analyse kristallisiert
man aus siedendem Methanol um. Die Verbindung besitzt dann einen Schmelzpunkt von
193 bis 194°C und einen optischen Drehwert [a] ö = +38 ± 1,5° (c = 10/Q in Tetrahydrofuran
mit 500/Q Wasser). Die Verbindung ist in Wasser, verdünnten wäßrigen Säuren, verdünnten
wäßrigen Alkalien und Benzol unlöslich, in Aceton, Chloroform und Äther sehr wenig
löslich, in Äthanol wenig löslich und in 9 Volumina siedendem Methanol sowie in
Tetrahydrofuran mit 500/0 Wasser löslich. Analyse: C22H2805N2; Molekulargewicht:
400,46. Berechnet ... C 65,98,H 7,05, O 19,98, N 7,00 0/Q; gefunden
... C 66, 1, H 7,0, O 20,2, N 7,2 0/Q. Die Verbindung ist in der Literatur
noch nicht beschrieben.
Beispiel 3 a) Herstellung von rechtsdrehendem
(Chloroform) 18ß-(3',4', 5'- Trimethoxycinnamyloxy)-11,17a-dimeth oxy-16.-methoxycarbonyl-3-oxo-2,3-seco-20a-yohimban
aus rechtsdrehendem (Pyridin) 18ß-Oxy-11,17oc-dimethoxy-16ß-methoxycarbonyl-3-oxo-2,3-seco-20a-yohimban
der Formel 11 [R = OCHS] Man verestert unter den im Beispiel 2 beschriebenen Bedingungen
1 g rechtsdrehendes (Pyridin) 18ß-Oxy-11,17a - dimethoxy - 16ß - methoxycarbonyl
- 3 - oxo -2,3-seco-20a-yohimban, das gemäß den in den vorhergehenden Beispielen
für die Herstellung der Ausgangsstoffe angegebenen Arbeitsweisen erhalten wurde,
mit 2,8 g 3,4,5-Trimethoxyzimtsäurechlorid. Nach Chromatographie des erhaltenen
Produktes an Aluminiumoxyd und Abtrennen der an der gesuchten Verbindung reichen
Fraktion dampft man zur Trockne ein, nimmt in einem Minimum an Aceton auf und gibt
die Lösung in eine große Menge Wasser. Man saugt die ausgefallene Verbindung ab,
rührt sie mit 15 bis 20 ccm eisgekühltem Wasser an, saugt sie erneut ab und trocknet
sie im Vakuum bei 70°C. Die Ausbeute an zur Cyclisierung mit Phosphoroxychlorid
ausreichend reinem 18ß-(3',4',5'-Trimethoxycinnamyloxy)-11,17a-dimethoxy-16ß-methoxycarbonyl-3-oxo-2,3-seco-20a-yohimban
beträgt 67 °/o. Zur Herstellung des analysenreinen Produkts führt man eine zweite
Kristallisation aus wäßrigem Aceton durch. Nach Trocknen im Vakuum bei 70°C schmilzt
die Verbindung bei 123 bis 125°C; [x]o° = -r7 y1,5° (in Chloroform). Die
nicht getrockneteVerbindungenthält etwa 1,7 °/o Solvatationswasser. Die so erhaltene
Verbindung ist in Wasser, verdünnten wäßrigen Säuren, verdünnten wäßrigen Alkalien
und Äther unlöslich und in Alkohol, Aceton, Benzol und Chloroform gut löslich. Analyse:
C35H42010N2, Molekulargewicht: 650,71. Berechnet ... C 64,59, H 6,51, O 24,58,
N 4,31 °/o; gefunden ... C 64,5, H 6,5, O 24,7, N 4,2 °/o. Die Verbindung
ist in der Literatur noch nicht beschrieben.
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b) Herstellung von linksdrehendem (Tetrahydrofuran mit 50 % Wasser)
3,4-Dehydrorescinnamin I [R = O C H 3 ; R1 = O C - C H = CH-C,H2(OCH3)3] aus rechtsdrehendem
(Chloroform) 18ß-(3',4',5'-Trimethoxycinnamyloxy)-11,17a-dimethoxy-16ß-methoxycarbonyl-3-oxo-2,3-seco-20a-yohimban
2 g der gemäß Stufe a) hergestellten und vollständig entwässerten Verbindung versetzt
man unter Stickstoff mit 4 ccm Phosphoroxychlorid und erhitzt, ohne den Gasstrom
zu unterbrechen, 2 Stunden zum Sieden unter Rückfluß. Dann läßt man auf Zimmertemperatur
abkühlen, verdünnt mit 2 ccm Aceton und gießt die Lösung rasch in ein Gemisch aus
80 g Eis und 4 ccm Perchlorsäure von 55° Be ein. Die so gebildete hellgelbe Substanz
wird abgesaugt, mit 15 bis 20 ccm Wasser in mehreren Anteilen angeteigt, bis der
pH-Wert des Waschwassers 4 bis 5 beträgt. Man saugt ab, trocknet im Vakuum und erhält
in theoretischer Ausbeute (2,26 g) 3,4-Dehydrorescinnamin-perchlorat.
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Zur Analyse reinigt man das Perchlorat durch Auflösen in Methylenchlorid
und Zugabe von Benzol, bis 3 Volumina Benzol pro Volumen Methylenchlorid vorliegen.
Nach Abkühlen saugt man die ausgefallene Substanz ab, wäscht sie mit Benzol und
trocknet. Der Schmelzpunkt der Verbindung beträgt 190 :L2°. Das Produkt ist zu etwa
8 °/o solvatisiert; [a] ö = -116±3' (c = 10/, in Tetrahydrofuran mit 55 °/o Wasser),
was einem [oc]ö = -126 ±3° für das entwässerte Produkt entspricht.
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Das mit einem zu 6,60/, solvatisierten Produkt bestimmte UV-Spektrum
in n/10-äthanolischer Salzsäure zeigt folgende Banden: @max 314 m#L, E = 19 900
entsprechend 21400 für das entwässerte Produkt.
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amax 268 mtj,, e = 9 550 entsprechend 10 250 für das entwässerte Produkt.
@ma@ 389 m#t, a = 22 850 entsprechend 24 5000 für das entwässerte Produkt. Die Verbindung
ist in Wasser, verdünnten wäßrigen Säuren, Äther und Benzol unlöslich, in Alkohol
wenig löslich und in Aceton und Chloroform gut löslich. Analyse: C"H"01aN,Cl, Molekulargewicht:
733,22. Berechnet C 57,33, H 5,64,O 28,37, N 3,82, Cl 4,83 °/o; gefunden: C 57,2,
H 5,8, O 28,1, N 3,8, Cl 5,1 °/o. Die Verbindung ist in der Literatur noch nicht
beschrieben.