DE1124851B - Hand- und Wurfgranate - Google Patents
Hand- und WurfgranateInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Hand- und Wurfgranate von kugel-, ei- oder tropfenförmiger Gestalt
und mit einem Gehäusemantel aus Kunststoff.
Hand- und Wurfgranaten werden am allgemeinen als splitterwirksame Kampfmittel verwendet, wobei
die wirksamen Splitter im allgemeinen jene sind, die bei der Zerlegung des Gehäusemantels durch die
Detonation des Sprengstoffes erzeugt werden.
Man hat bisher vor allem Eisenwerkstoffe für den Gehäusemantel von Hand- und Wurfgranaten verwendet.
Dabei mußte im Hinblick auf eine günstige Zerlegung des Gehäusemantels bei der Detonation
des Sprenstoffes gefordert werden, daß der zur Anwendung gelangende Eisenwerkstoff eine hinreichende
Sprödigkeit aufweist und daß der Gehäusemantel relativ dickwandig ausgebildet ist. Man hat nämlich
erkannt, daß eine gewisse Sprödigkeit des Eisenwerkstoffes und eine relativ dickwandige Ausbildung des
Gehäusemantels nötig ist, damit bei der Detonation des Sprengstoffes die Anzahl und Größe der Gehäusesplitter
in einer für die beabsichtigte Splitterwirkung der Hand- oder Wurfgranate günstigen
Weise in Erscheinung treten.
Auch bei den bisher bekannten Anwendungen nichtmetallischer Werkstoffe für den Gehäusemantel
von Sprenggeschossen und Handgranaten hat man sich an die für die Verwendung von Eisenwerkstoffen
als zweckmäßig erkannten Forderungen nach hinreichender Sprödigkeit des zur Anwendung gelangenden
Werkstoffes und nach relativ großer Wandstärke des Gehäusemantels gehalten. Beispiele hierfür sind
die bekannten Sprenggeschosse und Handgranaten mit einem Gehäusemantel aus Beton, Zement, Ton,
Steingut od. dgl., welche typische spröde Werkstoffe sind. Auch da, wo man für den Gehäusemantel von
Munitionskörpern der erwähnten Art Kunststoffe verwendete, hat man bisher relativ spröde Kunststofftypen
gewählt.
Der Nachteil, welcher durch die bisher zur Anwendung gelangenden Werkstofftypen für den Gehäusemantel
von Sprenggeschossen allgemein bzw. von Hand- und Wurfgranaten im besonderen in Kauf
genommen werden mußte, liegt einerseits darin, daß für einige dieser Werkstoffe (Eisenwerkstoffe) ein
großer Anteil der Energie des Sprengstoffes allein schon für die Zerlegung des Gehäusemantels verlorengeht,
anderseits in der geringen Resistenz des Gehäusemantels aus relativ sprödem Werkstoff insbesondere
gegenüber den Beanspruchungen beim Transport, beim Abschuß bzw. Abwurf und beim Aufprall des Munitionskörpers am Ziel.
Der Erfindung, welche sich mit der Verwendung Hand- und Wurfgranate
Anmelder:
Dipl.-Ing. Karl Leitner,
Schwechat-Kledering (Österreich)
Schwechat-Kledering (Österreich)
Vertreter: Dipl.-Ing. K. Siebert, Patentanwalt,
Starnberg (Obb.), Almeidaweg 12
Starnberg (Obb.), Almeidaweg 12
Beanspruchte Priorität:
Österreich vom 21. April 1958 (Nr. A 2895)
Österreich vom 21. April 1958 (Nr. A 2895)
Dipl.-Ing. Karl Leitner, Schwechat-Kledering
(Österreich),
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
von Kunststoffen für den Gehäusemantel von Hand- und Wurfgranaten befaßt, liegt die Erkenntnis zugrunde,
daß man durch die allfälligen Splitter des Gehäusemantels aus Kunststoff höchstens eine unzureichende
Splitterwirkung erzielen kann. Dies ist eine Folge des geringen spezifischen Gewichtes der
Kunststoffe. Eine der Voraussetzungen für eine gute Splitterwirkung ist es nämlich, daß das Gewicht der
Splitter im Durchschnitt nicht zu gering sein darf, infolge des geringen spezifischen Gewichtes der
Kunststoffe wird man aber bei der Zerlegung des Gehäusemantels immer nur relativ leichte, also nicht
sehr wirksame Splitter erzeugen können.
Die Wirkung eines Munitionskörpers, beispielsweise einer Hand- oder Wurfgranate, welche einen
Gehäusemantel aus Kunststoff aufweist, wird daher praktisch nur durch die im Inneren des Munitionskörpers angeordneten Spreng- und Füllstoffe bedingt
sein.
Dem Gehäusemantel aus Kunststoff kommt im wesentlichen die Funktion eines Behälters für die
im Inneren der Hand- oder Wurfgranate angeordneten Spreng- und Füllstoffe zu.
Er muß den Beanspruchungen beim Transport, beim Abschuß bzw. Abwurf und beim Aufprall am
Ziel standhalten. Ferner soll die Zerlegung des Gehäusemantels ohne nennenswerten Aufwand an
Energie vor sich gehen, damit die bei der Detonation des Sprengstoffes entwickelte Energie zu einem
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3 4
größtmöglichen Anteil für eine dem Einsatzzweck der hohe örtliche Spannungen auf, welche beipielsweise
Hand- oder Wurfgranate entsprechende Wirkung zur bei Dauerwechselbelastungen (Vibrationen) sonst
Verfugung steht. Wird die Hand- oder Wurfgranate leicht zu Ermüdungsbrüchen führen könnten,
als Übungsmunition oder als Offensivmunition ein- Man möchte aber meinen, daß durch die erfin-
gesetzt, dann dürfen allfällige, bei der Zerlegung des 5 dungsgemäße hohe Schlagzähigkeit der zur Verwen-Gehäusemantels
entstehende Splitter für eine in der dung gelangenden Kunststoffe der Energieaufwand
Umgebung der Detonationsstelle sich befindende für die Zerlegung des Gehäusemantels sehr groß sein
Person nicht gefährlich werden. Auch dies soll bei müßte, da doch gerade von den hochschlagfesten
der Konstruktion eines Gehäusemantels aus Kunst- Kunststoffen bekannt ist, daß sie unter normalen Bestoff
für eine Hand- oder Wurfgranate beachtet io lastungsverhältnissen ein hohes Arbeitsaufnahmeverwerden,
mögen zeigen, was bedeutet, daß unter diesen Ver-Gemäß
der Erfindung wird eine Erfüllung der hältnissen ein erheblicher Energieaufwand nötig ist,
vorstehenden Forderungen dadurch erreicht, daß der bis ein Bruch des Werkstoffes eintritt. Nun zeigt sich
Gehäusemantel relativ dünnwandig ausgeführt ist, aber gerade bei Kunststoffen eine sehr ausgeprägte
aus elastischem Kunststoff hoher Schlagzähigkeit und 15 Veränderung der mechanischen Eigenschaften, insniedrigem
Ε-Modul besteht und vorzugsweise durch besondere auch der Schlagzähigkeit in Abhängigkeit
eine an der Innenwandung anliegende kompakte von der Belastungsgeschwindigkeit. Bei den extrem
Schicht von Füllstoffen gestützt wird. hohen Belastungsgeschwindigkeiten, wie sie bei der
Ein Beispiel eines im Sinne der Erfindung beson- Detonation des Sprengstoffes auftreten, wird das
ders geeigneten Kunststoffes ist das Polyäthylen. Ein 20 Arbeitsaufnahmevermögen auch hochschlagfester
weiteres Beispiel wäre das Polyvinylchlorid. Poly- Kunststoffe gering und damit der Energieaufwand
äthylen und Polyvinylchlorid sind Kunststoffe, die im für die Zerlegung eines Gehäusemantels aus einem
normierten Schlagversuch für die Bestimmung der Kunststoff hoher Schlagzähigkeit unerheblich.
Schlagzähigkeit eines Kunststoffes unter Verwendung Dieses Verhalten zeigt sich jedoch in ausgeprägtem
eines Normstabes als Probekörper nicht brechen. 25 Maße nicht bei allen hochschlagfesten Kunststoff-Dies
bedeutet, daß ihre Schlagzähigkeit größer als typen. Eine Ausnahme bilden die faserverstärkten,
100 cmkg/cm2 ist. Kunststoffe, welche im normierten insbesondere die glasfaserverstärkten Kunststoff-Schlagversuch
ein derartiges Verhalten zeigen, also Konstruktionswerkstoffe und die Elastomeren. Bei
nicht brechen, werden im allgemeinen als hochschlag- den faserverstärkten Kunststoff-Konstruktionswerkfest bezeichnet, sind also Kunststoffe von hoher 30 stoffen sind es die Verstärkungseinlagen, welche das
Schlagzähigkeit. mechanische Verhalten dieser Kunststoff-Konstruk-Unter einem Kunststoff von niedrigem Ε-Modul tionswerkstoffe bestimmen, wodurch unter anderem
wird im Sinne der Erfindung ein solcher Kunststoff auch die sonst bei Kunststoffen so ausgeprägte Abverstanden,
dessen Ε-Modul in der Größenordnung hängigkeit verschiedener mechanischer Eigenschaften
von 100 kg/mm2 liegt, auf alle Fälle aber kleiner ist 35 von der Belastungsgeschwindigkeit teilweise verlorenals
1000 kg/mm2. Die beiden angeführten Beispiele geht.
Polyäthylen und Polyvinylchlorid genügen dieser Bei den Elastomeren, welche sich unter anderem
Festlegung. durch eine extrem hohe Bruchdehnung auszeichnen,
Durch die Angabe, daß der Gehäusemantel gemäß ist auch im Falle einer sehr hohen Belastungsder
Erfindung dünnwandig ausgeführt ist, soll die 40 geschwindigkeit eine noch immer relativ hohe Bruchbesondere Funktion des erfindungsgemäßen Gehäuse- dehnung vorhanden, was wieder zur Folge hat, daß
mantels als Behälter für die im Inneren der Hand- ein größerer Aufwand an Energie notwendig ist, bis
oder Wurfgranate angeordneten Spreng- und Füll- ein Bruch eintritt.
stoffe betont werden. Während bei den meisten Da jene faserverstärkten Kunststoff-Konstruktions-
Munitionskörpern, insbesondere bei denen die Wir- 45 werkstoffe, die, wie oben ausgeführt, im Hinblick auf
kung des Munitionskörpers durch die Splitter des die erfindungsgemäße Aufgabenstellung weniger ge-Gehäusemantels
bedingt ist, das Verhältnis des Kali- eignet sind, einen Ε-Modul aufweisen, welcher größer
bers zur Wandstärke kleiner als 10 ist, was auf eine ist als 1000 kg/mm2, die erfindungsgemäßen Kunstrelativ dickwandige Ausbildung des Gehäusemantels stoffe aber einen Ε-Modul aufweisen sollen, der
hindeutet, da ja in diesem Falle die Wandstärke 50 kleiner ist als 1000 kg/mm2, liegen die erwähnten
mindestens ein Zehntel des Kalibers betragen muß, faserverstärkten Kunststoff-Konstruktionswerkstoffe
wird man gemäß der Erfindung vor allem solche ohnehin nicht im Rahmen der durch die erfindungs-Wandstärken
wählen, für die das Verhältnis des Kali- gemäßen Merkmale charakterisierten Kunststoffe,
bers zur Wandstärke größer als 15 ist, d.h. daß die Dasselbe gilt für die Elastomeren, welche in der
Wandstärke des Gehäusemantels kleiner ist als ein 55 Kunststofftechnik im allgemeinen als hochelastische
Fünfzehntel des Wertes des Kalibers. Einen Gehäuse- Kunststoffe bezeichnet und von den übrigen elastimantel
mit einem derartigen Wandstärkenverhältnis sehen Kunststoffen unterschieden werden. Charaktewird
man als dünnwandig bezeichnen. ristisch für die Erfindung ist aber, wie angegeben, die
Die einleitend geforderte gute Resistenz des Ge- Verwendung elastischer und nicht hochelastischer
häusemantels gegenüber den Beanspruchungen beim 60 Kunststoffe.
Transport, beim Abschuß bzw. Abwurf und beim Im Zusammenhang mit der Erzielung eines mög-
Aufprall der Hand- oder Wurfgranate wird vor allem liehst geringen Energieaufwandes für die Zerlegung
durch die erfindungsgemäße hohe Schlagzähigkeit des des Gehäusemantels ist auch das erfindungsgemäße
zur Verwendung gelangenden Kunststoffes bedingt. Merkmal der relativ dünnwandigen Ausbildung des
Auch der erfindungsgemäße geringe Ε-Modul ist in 65 Gehäusemantels von Bedeutung. Es ist klar, daß ein
diesem Zusammenhang von Bedeutung, denn infolge dünnwandiger Gehäusemantel einen geringeren Aufdes
geringen Ε-Moduls treten auf Grund allfälliger wand an Energie zu seiner Zerlegung bei der Deto-Deformationen
insbesondere beim Transport kaum nation des Sprengstoffes erfordert. Die dünnwandige
Ausbildung des Gehäusemantels ist aber ohne entscheidende Einbuße an Resistenz gegenüber den verschiedenen
Belastungen beim Transport, beim Abwurf bzw. beim Abschuß und beim Aufprall nur im Zusammenhang
mit dem weiteren erfindungsgemäßen Merkmal der hohen Schlagzähigkeit möglich, denn
bei Verwendung eines Kunststoffes von nicht sehr hoher Schlagzähigkeit müßte man die Wandstärke
des Gehäusemantels unbedingt größer wählen, damit
häusemantels mit dem Verschlußkörper, der dann ebenfalls aus einem schweißbaren Kunststoff bestehen
muß, absolut dicht zu verschließen. Vorteilhaft ist ferner die Eigenschaft der thermoplastischen Kunst-5
stoffe, daß sie auf verschiedene Weise der erfindungsgemäßen Formgebung zugänglich sind. Nachteile
hingegen sind nicht zu erwarten, denn aus den thermoplastischen Kunststoffen können ohne Schwierigkeit
solche ausgewählt werden, die die nötige Unempfind-
eine ausreichende Resistenz gegenüber den angeführ- io lichkeit gegenüber Feuchtigkeit haben und die auch
ten Beanspruchungen vorhanden ist. hinreichend temperaturbeständig sind.
Durch die erfindungsgemäßen Merkmale wird auch Um dem Geschoß trotz seines erfindungsgemäßen
die eingangs erwähnte Forderung, daß nämlich all- elastischen Gehäusemantels eine feste Konsistens zu
fällige, bei der Zerlegung des Gehäusemantels auf- geben, ist es zweckmäßig, im Inneren des Geschosses
tretende Splitter praktisch unwirksam bzw. ungefähr- 15 keine freien Hohlräume zu belasen, sondern diese
lieh sein sollen, in einer besonders günstigen Weise Hohlräume mit Füllstoff auszufüllen. Besonders günerfüllt.
Dies beruht einmal darin, daß der Gehäuse- stig ist es, wenn diese Füllstoffe eine an der Innenmantel
gemäß der Erfindung relativ dünnwandig aus- wandung des Gehäusemantels anliegende kompakte
gebildet ist. Das Gesamtgewicht der allfälligen Ge- Schicht bilden. Es kann diese kompakte Schicht
häusesplitter ist daher sehr gering, zumal das spezi- 20 eine im Vergleich zum elastischen Gehäusemantel
fische Gewicht der Kunststoffe ebenfalls gering ist. starre Innenschicht bilden. Dafür eignet sich z. B.
Auch der geringe Ε-Modul ist in diesem Zusammen- Beton.
hang von Bedeutung. Insbesondere dann, wenn dieser Als Füllstoff kann man auch, gegebenenfalls neben
Ε-Modul kleiner als 100 kg/mm2 ist, entstehen bei anderen Füllstoffen, auf den bestimmten Einsatzder
Zerlegung des Gehäusemantels höchstens flexible 25 zweck des Geschoßkörpers abgestimmte Substanzen,
Bruchstücke, die weder wirksam noch gefährlich sind. wie z. B. Nebelstoffe (Phosphor), Brennstoffe, ver-Darüber
hinaus ergibt sich aus dem besonderen wenden. Für splitterwirksame Geschosse kann man
Temperaturverhalten der Kunststoffe eine im Sinne als Füllstoffe Eisenteile im Inneren des Geschoßder
Erfindung günstige Veränderung der Bildung körpers anordnen. Es ist dabei zweckmäßig, die
wirksamer und gefährlicher Splitter. Bei Kunst- 30 Eisenteile in die vorerwähnte kompakte Innenschicht
stoffen tritt nämlich ab einer für die betreffende (Betoninnenmantel) einzuschließen. Auf diese Weise
ist die im Geschoßbau völlig ungewohnte erfindungsgemäße Maßnahme auch für splitterwirksame Geschosse
anwendbar.
Die Erfindung ist an Hand der Zeichnungen näher erläutert.
Fig. 1 zeigt im Längsschnitt ein Ausführungsbeispiel einer Handgranate und
Fig. 2 ebenfalls im Längsschnitt den Körper einer der Fall eintreten, daß der Kunststoff des Gehäuse- 40 Wurfgranate (ohne Spitze und Stabilisierungsflügel),
mantels entweder bereits vor der mechanischen Zer- Die Erfindung ist jedoch auf die gezeigten Ausstörung
durch den Druck der Verbrennungsgase des führungsbeispiele keineswegs eingeschränkt.
Sprengstoffes eine thermische Zerstörung (Zerfließen, Die in Fig. 1 dargestellte Handgranate lehnt sich
Zersetzen) erfährt oder daß eine nachträgliche ther- in der äußeren Form an die bekannten, mit einem
mische Zerstörung der Bruchstücke des Gehäuse- 45 Eisenmantel umgebenen Handgranaten an. Der Gemantels
infolge der Überschreitung der Fließtempe- häusemantel 1 besteht jedoch aus Kunststoff, beiratur
bzw. Zersetzungstemperatur des betreffenden spielsweise aus Polyäthylen. Die Wandstärken dieses
Kunststoffes eintritt. Mantels aus Kunststoff schwanken zwischen 1,5 und
Neben den angeführten mechanischen Eigen- 2,5 mm. Im Inneren der Handgranate ist in Berühschaften
müssen die verwendeten Kunststoffe die 50 rung mit dem Gehäusemantel 1 eine Innenschicht 2
Eigenschaften aufweisen, gegenüber Feuchtigkeits- aus Beton angeordnet. In der inneren Höhlung der
und Temperatureinflüssen in einem Bereich von Handgranate befindet sich ein Metallröhrchen 3, in
—40 bis +60° C beständig zu sein. welches ein Verzögerungssatz 4 von etwa 4,5 Sekun-
Von den zur Verfügung stehenden Kunststoffen, den Brenndauer eingeschraubt ist. Am unteren Ende
welche alle diese Voraussetzungen erfüllen, wird man 55 des Verzögerungssatzes 4 ist eine kräftige Sprengvor
allem den thermoplastischen Kunststoffen den kapsel 5 angewürgt. In dem verbleibenden Raum
Vorzug geben, da gerade bei den thermoplastischen zwischen der Innenschicht 2 und der Sprengkapsel 5
Kunststoffen das besondere Verhalten der Kunststoffe bzw. dem Metallröhrchen 3 des Verzögerungssatzes 4
bei hohen Belastungsgeschwindigkeiten in ausgepräg- ist eine Sprengladung 6 vorgesehen. Als Sprengter
Weise in Erscheinung tritt. Auch im Hinblick auf 60 ladung 6 wird vorzugsweise ein plastischer Sprengdie
erwähnten Vorteile des besonderen Temperatur- stoff verwendet.
Verhaltens der Kunststoffe sind die Thermoplaste in Die Handgranate wird durch den Zünderkörper 7,
besonderer Weise geeignet. Darüber hinaus zeichnen welcher nach unten hin den Verzögerungssatz 4 und
sich die thermoplastischen Kunststoffe auch durch die Sprengkapsel 5 trägt, verschlossen. Der nach
verarbeitungstechnische Vorteile aus. Beispielsweise 65 außen ragende Teil des Zünderkörpers kann aus
sind die thermoplastischen Kunststoffe fast durchweg Kunststoff hergestellt sein. Die abgeworfene Handgut schweißbar. Es besteht daher die Möglichkeit, granate besitzt auf diese Weise keinerlei metallische
den Geschoßkörper durch Verschweißen des Ge- Außenteile.
Kunststofftype charakteristischen Temperatur ein Fließen bzw. ein Zersetzen ein. Diese Temperaturen
liegen nicht sehr hoch. Die Fließtemperatur von Thermoplasten liegt meist unter 100° C. Die Zerset- 35
Zungstemperatur von Duroplasten liegt meist zwischen 100 und 150° C. Der Sprengstoff des Geschosses verursacht
aber unmittelbar nach der Zündung Temperaturen, die weitaus höher liegen. Es wird daher auch
Die Füllung der beschriebenen Handgranate bereitet keinerlei Schwierigkeiten. Zunächst wird eine
Betonmischung im pastösen Zustand eingefüllt. Dann wird ein Stab eingeführt, welcher die pastöse Betonmischung
an die Innenwandung des Gehäusemantels drängt. Nachdem der Beton mindestens teilweise ausgehärtet
ist, wird der Stab wieder herausgezogen und die Handgranate bis zur vollständigen Aushärtung
des Betons liegengelassen. Im Anschluß daran wird der plastische Sprengstoff der Sprengladung 6 in den ίο
Hohlraum innerhalb der nunmehr erstarrten Innenschicht 2 aus Beton eingefüllt.
Hierauf muß nur noch der Zündkörper mit dem Verzögerungssatz 4 und der Sprengkapsel S aufgeschraubt
werden, wobei der plastische Sprengstoff durch den in den Hohlraum hineinragenden Teil zur
Seite verdrängt wird. Es wird vorzugsweise so viel plastischer Sprengstoff eingefüllt, daß nach dem Verdrängen
der gesamte Hohlraum ausgefüllt ist.
Die beschriebene Handgranate wird bei der Deto- ao nation der Sprengladung keine wirksame Splitterwirkung
hervorruf en. Die Detonation gestaltet sich jedoch sehr eindrucksvoll, insbesondere in einem Wirkungsbereich
von etwa 10 m. Es liegt ein typisches Beispiel einer sogenannten Sturmhandgranate vor.
Das in Fig. 2 dargestellte Ausführungsbeispiel bezieht
sich auf eine Wurfhandgranate. Wiederum besteht der Geschoßkörper aus einem thermoplastischen
Kunststoff, z. B. Polyäthylen. Die Wandstärken des Gehäusemantels 8 betragen beispielsweise 3 bis 5 mm.
In analoger Weise wie beim Ausführungsbeispiel der Handgranate gemäß Fig. 1 ist der Innenraum des
Geschoßkörpers mit einer Innenschicht 9 aus Beton ausgekleidet. Der verbleibende Hohlraum innerhalb
dieser Innenschicht 9 dient zur Aufnahme des Sprengstoffes 10.
Die Füllung des Inneren des Geschoßkörpers kann auch bei diesem Ausführungsbeispiel in gleicher
Weise vorgenommen werden, wie beim Ausführungsbeispiel der Handgranate beschrieben.
In der Fig. 2 sind die zur Erläuterung der Erfindung
unwesentlichen Teile der Wurfgranate, wie z. B. der Zündkörper, die Granatspitze und die Flügelstabilisatoren,
nicht dargestellt.
Ein zwar zweckmäßiges, aber nicht unbedingtes Merkmal der Erfindung ist die Innenschicht aus
Beton. Sie kann ersetzt werden durch einen anderen Füllstoff, z. B. einen Kunststoff, der in flüssiger oder
zähflüssiger Form in den Hohlraum des Geschoßkörpers eingeführt werden kann. Auch dieser Kunststoff
läßt sich durch einen stabförmigen Körper verdrängen, so daß eine Innenschicht gebildet wird, die
an den Innenwandungen des elastischen Gehäusemantels anliegt und diesen vor einem Eindrücken
schützt.
Bei gewissen Spezialgeschoßkörpern, wie z. B. Nebelhandgranaten oder Brandhandgranaten, bieten
allein schon die für die Spezialwirkung vorgesehenen Füllstoffe (Phosphor, Brennstoffe) gleichzeitig Gewähr
dafür, daß der Kunststoffmantel des Geschoßkörpers nicht eingedrückt wird. Eine Auskleidung aus Beton,
Kunststoff od. dgl. erübrigt sich daher.
Die Verwendung eines plastischen Sprengstoffes ist eine ebenfalls zweckmäßige, aber durchaus nicht notwendige
Maßnahme. Der Sprengstoff kann auch in gegossener, gepreßter oder gekörnter Form zur Anwendung
gelangen.
Claims (4)
1. Hand- und Wurfgranate von kugel-, ei- oder tropfenförmiger Gestalt und mit einem Gehäusemantel
aus Kunststoff, dadurch gekennzeichnet, daß der Gehäusemantel (1, 8) dünnwandig ausgeführt
ist, aus Kunststoff hoher Schlagzähigkeit und niedrigem Ε-Modul besteht und vorzugsweise
durch eine an der Innenwandung anliegende kompakte Schicht von Füllstoffen (2, 9) gestützt wird.
2. Hand- und Wurfgranate nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kunststoff des
Gehäusemantels (1, 8) einen Ε-Modul aufweist, welcher kleiner ist als 100 kg/mm2.
3. Hand- und Wurfgranate nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Gehäusemantel
(1, 8) aus einem thermoplastichen Kunststoff besteht.
4. Hand- und Wurfgranate nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Gehäusemantel
(1, 8) aus Polyäthylen besteht.
In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 308 445, 370 830,
382707, 399 594, 569406, 622256, 711903; österreichische Patentschrift Nr. 46 388;
französische Patentschriften Nr. 488 026, 491 085; britische Patentschriften Nr. 696 887, 745 078;
kanadische Patentschrift Nr. 385 040.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
© 209 517/55 2.62
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEL32655A DE1124851B (de) | 1958-04-21 | 1959-03-07 | Hand- und Wurfgranate |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT289558A AT227573B (de) | 1958-04-21 | 1958-04-21 | Geschoß mit Sprengladungsfüllung |
| DEL32655A DE1124851B (de) | 1958-04-21 | 1959-03-07 | Hand- und Wurfgranate |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1124851B true DE1124851B (de) | 1962-03-01 |
Family
ID=25599237
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEL32655A Pending DE1124851B (de) | 1958-04-21 | 1959-03-07 | Hand- und Wurfgranate |
Country Status (1)
| Country | Link |
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