-
Haltevorrichtung für das Bügelgut bei einer Bügelpresse Die Erfindung
bezieht sich auf eine Haltevorrichtung für das Bügelgut bei einer druckmittelbetätigten
Bügelpresse, bei welcher durch frei tragende elastische Haltefinger das Bügelgut
auf den Pressenunterteil aufpreßbar ist.
-
Derartige Haltevorrichtungen sind bei sogenannten Ganzteilpressen
besonders vorteilhaft, die ein vollständiges Kleidungsstück, beispielsweise ein
Hemd, in zwei oder mehr Lagen fertig bügeln. Diese Pressenart besteht gewöhnlich
aus einem feststehenden, gepolsterten Pressenunterteil, auf den das zu bügelnde
Kleidungsstück aufgelegt wird, und einem Pressenoberteil, der in Zusamenarbeit mit
dem Pressenunterteil den Bügelvorgang durchführt.
-
Bei den meisten bisher bekannten Pressen muß mehr oder weniger die
ganze Geschicklichkeit der Bedienungsperson dafür aufgewendet werden, das Kleidungsstück
in straff ausgebreiteter Lage zu halten, bis es zwischen Pressenunterteil und Pressenoberteil
festgeklemmt ist. Mit Rücksicht darauf, daß die Bedienungsperson nur zwei Hände
hat, mit denen sie das Kleidungsstück allenfalls in zwei entgegengesetzten Richtungen
straff ziehen kann, leuchtet es ein, daß selbst sehr geschickte Bedienungspersonen
nicht vermeiden können, daß von Zeit zu Zeit ein Kleidungsstück mit Falten herauskommt,
weil die Bedienungsperson das Kleidungsstück gerade im Zeitpunkt des Schließens
zwischen Pressenunterteil und Pressenoberteil schief oder stark einseitig zieht.
Dieses ist ein häufiger Fehler und macht das Nachbügeln des Kleidungsstückes notwendig,
wenn beispielsweise die Faltenbildung gerade am Brustteil eines Oberhemdes auftritt.
-
Zu der oben geschilderten Erschwerung der Bedienung kommt noch hinzu,
daß der Auflegevorgang, beispielsweise das straffe Auflegen des Kleidungsstückes,
bei den bisher bekannten Bügelpressen für Bekleidungsstücke zuviel Zeit in Anspruch
nahm, wenn Faltenbildung möglichst vollständig vermieden werden sollte. Bei den
Bemühungen, diesem übelstand abzuhelfen, wurde versucht, Klammern in Form von Drähten
anzuwenden, die sich innerhalb der Bügelzone quer über das Kleidungsstück erstrecken
und beim Bügelvorgang selbst dort belassen wurden. Als Nachteil dieser Maßnahme
traten alsdann auf dem Bekleidungsstück bleibende Markierungen auf, die von den
Klammern herrührten und das Aussehen des Kleidungsstückes beeinträchtigten. Es wurde
weiter bekannt, Kleidungsstückklammern außerhalb der Bügelzone anzuwenden. Diese
Ausführungsart hat indessen den Nachteil, daß der Pressenunterteil länger sein muß
als der Pressenoberteil. Weiterhin sind die Klammern nutzlos, wenn das zu bügelnde
Kleidungsstück kürzer ist als der Pressenoberteil.
-
Ferner sind in verschiedenartigen Formen ausgebildete Klemmbänder,
die mit beiden Enden an bewegbaren Armen befestigt sind, als Haltevorrichtung für
das Bügelgut bekanntgeworden, ebenso auch von rückwärts oder von der Seite her einschwenkbare
Greifer und Halteplatten.
-
Alle diese bekannten Haltevorrichtungen weisen den Nachteil auf, daß
sie entweder zu frühzeitig vom Bügelgut wieder entfernt wurden, d. h. ehe der Pressenoberteil
das einwandfrei auf dem Pressen-«nterteil aufgelegte Bügelgut in seiner Lage festhält,
oder daß sie während des eigentlichen Bügelvorganges im Bügelgut verbleiben bzw.
bei unrichtiger Bedienung verbleiben können, so daß auch entsprechende Markierungen
im fertiggebügelten Kleidungsstück nicht zu vermeiden sind.
-
Weiterhin ist noch eine Haltevorrichtung bekanntgeworden, bei der
frei tragende elastische Haltefinger in zu bügelnde Hosenbeine von Hand eingeführt
und auf diese Weise die Hosenbeine in ausgerichteter Lage auf dem Pressenunterteil
gehalten werden. Diese elastischen Haltefinger verbleiben während des eigentlichen
Bügelvorganges in ihrer vor Beginn desselben festgelegten Stellung, so daß bei empfindlichem
Bügelgut trotz der Elastizität der Haltefinger durch
diese hervorgerufene
Markierungen nicht zu vermeiden sind.
-
Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Haltevorrichtung für das
Bügelgut an Bügelpressen für Bekleidungsstücke der eingangs erwähnten Art zu schaffen,
bei der die Haltemittel einem leichten Druck unterworfen werden, der gerade ausreicht,
um die Bekleidungsstücke in ihrer ausgebreiteten Lage so lange zu halten, bis -der
Pressenoberteil mit dem eigentlichen Bügelvorgang beginnt.
-
Zur Lösung dieser Aufgabe ist eine Bügelpresse, bei welcher durch
frei tragende elastische Haltefinger das Bügelgut auf den Pressenunterteil aufpreßbar
ist, gemäß Erfindung derart ausgebildet, daß die Haltevorrichtung unterhalb des
Pressenunterteiles an einer am Pressengestell angelenkten Schwinge gelagert ist,
wobei durch Betätigung eines Initialschalters über ein druckmittelbetätigtes und
mit Rückhohnitteln versehenes Hebel-Kurvengetriebe die Haltevorrichtung nach dem
Pressenunterteil hin in eine in Abstand zu dessen Oberfläche befindliche Zwischenstellung
einschwenkbar und aus dieser im wesentlichen parallel zu sich selbst auf den Pressenunterteil
absenkbar und danach unter dem Einfluß der Steuerelemente des Bügelkopfes zurückschwenkbar
ist, sobald der Bügelkopf während seiner Bewegung in die Preßstellung das Bügelgut
berührt, aber noch keinen Bügeldruck darauf ausübt.
-
Die erfindungsgemäß ausgebildete Haltevorrichtung stellt sicher, daß
zunächst das Bügelgut in ausgebreiteter Lage auf dem Pressenunterteil gehalten ist,
bis der Pressenoberteil diese Lagesicherung gewährleistet, d. h. bis dieser das
zu bügelnde Bekleidungsstück unter leichtem Druck hält, so daß es sich auf dem Pressenunterteil
nicht noch verschieben kann. Da der letztere infolge einer Polsterung etwas nachgeben
kann, ist es daraufhin möglich, die Haltevorrichtung vom Bekleidungsstück zurückzuziehen
und dabei die Lagesicherung durch den Pressenoberteil aufrechtzuerhalten. Erst danach
findet der eigentliche Bügelvorgang ohne nachteilige Beeinflussung durch irgendwelche
das Bügelgut markierende Haltemittel statt.
-
Eine bevorzugte Ausführungsform ist gemäß Erfindung derart ausgebildet,
daß die Haltevorrichtung annähernd im Krümmungsmittelpunkt der Oberfläche des Pressenunterteiles
an der Schwinge gelagert ist. Ferner ist es zweckmäßig, daß die Haltefinger in Abstand
voneinander an einem Halter angeordnet sind, der an der Schwinge angelenkt ist.
Weiterhin ist vorgesehen, daß beim Einschwenken des Halters eine an diesem befestigte
Rolle mit einem am Pressengestell befestigten Nocken zusammenarbeitet, der eine
ansteigende vordere Nockenbahn zum Anheben der Haltefinger während des Einschwenkens
in ihre angehobene Zwischenstellung und eine abfallende obere Nockenbahn zum Absenken
der Haltefinger aufweist. Zur Steuerung des Bewegungsablaufs ist die Anordnung so
getroffen, daß durch Betätigung des Initialschalters über ein Einlaßventil der Antriebszylinder
der Haltevorrichtung beaufschlagt und diese eingeschwenkt wird und daß das Einlaßventil
mittels einer Sperrvorrichtung dessen Öffnungsstellung festhält, während bei Annäherung
des Pressenoberteiles an dessen Endstellung eine Auslösevorrichtung die Sperrvorrichtung
freigibt und dadurch den Antrieb der Haltevorrichtung abschaltet, wobei eine mit
dem Antrieb verbundene 'Vorgespannte Rückholfeder die Haltefinger zurückschwenkt.
Außerdem kann eine mit der Rückholfeder verbundene Stoßfängerfeder vorgesehen sein,
mit der in bekannter Weise die Rückschwenkbewegung der Haltefinger abdämpfbar ist.
-
Auf diese Weise kann auch empfindliches Bügelgut maschinell und einwandfrei
gebügelt werden, ohne daß die bekannten Nachteile in Kauf genommen werden müssen.
-
Die Erfindung wird in der Beschreibung an Hand des in den Zeichnungen
dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
-
Fig. 1 stellt eine Bügelpresse teils in Ansicht, teils im Schnitt
dar, die mit einer Haltevorrichtung ausgerüstet ist, wobei die Bügelpresse und die
Haltevorrichtung in ihrer voll zurückgezogenen Stellung gezeichnet sind; Fig. 2
ist eine Ansicht ähnlich jener der Fig. 1, bei der aber die Haltevorrichtung sich
in einer Zwischenstellung befindet, beispielsweise auf ihrem Wege in die Arbeitsstellung;
Fig. 3 ist eine Ansicht mit teilweisem Schnitt der Bügelpresse nach Fig. 1, bei
welcher die Haltevorrichtung in ihrer Arbeitsstellung gezeigt ist, während der Pressenoberteil
noch nicht die endgültige Schließ-oder Bügelstellung erreicht hat; Fig. 4 zeigt
die Presse nach Fig. 1, wobei die Haltefinger der Haltevorrichtung vom Pressenunterteil
zurückgezogen sind und der Pressenoberteil dicht schließend auf dem Pressenunterteil
aufliegt; Fig. 5 zeigt einen Teil der Bügelpresse gemäß Fig.1, jedoch um 180° gedreht;
Fig. 6 ist ein Schnitt nach Linie VI-VI der Fig. 5 in gegenüber Fig. 5 vergrößertem
Maßstäbe; Fig. 7 zeigt einen Ausschnitt aus dem unteren Teil der Fig. 1 in etwas
größerem Maßstäbe; Fig. 8 ist eine schaubildliche Ansicht der Haltevorrichtung und
ihrer Verbindung mit den jeweilig zugehörigen eigentlichen Haltefingern; Fig. 9
zeigt den Heizkreislauf im Pressenober- und -unterteil; Fig. 10 veranschaulicht
das Schema für die Druckluftbetätigung der in der Zeichnung dargestellten Presse.
-
Die Bügelpresse besteht aus einem allgemein mit 1
bezeichneten
Rahmengestell, das eine Stütze 2 trägt, an der ein wie üblich gepolsterter Pressenunterteil
3 befestigt ist, welcher zur Auflage für das zu bügelnde Kleidungsstück dient. Vom
Fußteil des Rahmengestelles 1 ragt an der einen Seite eine geneigte Strebe 4 nach
oben, während eine zweite entsprechende, jedoch kürzere Strebe 5 von einer der Verstrebungen
6 des Rahmengestelles nach oben ragt. Die beiden Streben 4 und 5 tragen im Gelenkpunkt
7 einen Schwenkarm 8, der aus zwei in einem gewissen Abstand voneinander stehenden
Einzelarmen 8 a und 8 b (Fig. 1, 5) besteht. Das vordere Ende des Schwenkarmes 8
ist im Gelenkpunkt 9 mit dem Vorderteil eines Preßhebels 10 drehbar verbunden, an
welchem der Pressenoberteil 11 wie üblich angebracht ist. Das andere Ende des Schwenkarmes
8 ist im Gelenkpunkt 12 mit einem Schwinghebel 13 drehbar verbunden, welcher wiederum
mit einer Kulisse 14 fest verbunden ist. Die Kulisse 14 besitzt eine
Kulissenführung 15, welche eine untere Kulissenbahn 16 und eine zweite, darüber
befindliche Kulissenbahn 17 aufweist. Der Schwinghebel 13 ist ein Teil einer Kniehebelanordnung,
wobei deren anderer Teil von
einer Schwinge 18 (Fig. 4) gebildet
wird. Das eine Ende der Schwinge 18 ist im Gelenkpunkt 19 (Fig. 3) mit dem Schwinghebel
13 drehbar verbunden, während das andere Ende der Schwinge 18 im Anlenkpunkt 20
mit einem Druckregulierhebel 21 drehbar verbunden ist, dessen freies Ende im Gelenkpunkt
20a mittels einer Druckregulierstange 20b und eines Handrades 20e (Fig. 3) eingestellt
werden kann. In der Kulissenführung 15, und zwar in die Kulissenbahnen 16 und 17
eingreifend, ist eine Rolle 22 geführt, und zwar von dem vom Pressenoberteil 11
abgelegenen Ende des Preßhebels 10. Am letzterwähnten Ende des Preßhebels 10 ist
auch noch ein Gabelstück 23 drehbar befestigt, in dessen unteres Ende die Enden
von zwei gegenüberliegenden Rückzugfedern 24 eingreifen. Die anderen Enden
der Rückzugfedern 24 sind an einer mit dem Rahmengestell 1 verbundenen Konsole 25
befestigt.
-
Am unteren Ende des Gabelstückes 23 ist eine Kolbenstange 26 befestigt,
deren unteres Ende einen Kolben 26a (Fig. 5) trägt, der in einem Zylinder 27 eingebaut
ist. Der Zylinder 27 wird von einem am Rahmengestell 1 angebrachten Ansatzstück
28 gehalten und steht mit einem Rohr 29 in Verbindung. Die Rückzugfedern 24 ziehen
das Gabelstück 23 ständig nach unten und bewirken dadurch, daß die Rolle 22 am unteren
Teil der Kulissenbahn 16 aufliegt. Dadurch ist der Preßhebel 10, um die Achse des
Drehgelenkes 7 schwenkend, in öffnendem Sinne vorgespannt.
-
Am Drehgelenk 12 sind gekröpfte Stützarme 30 (Fig.1 und 5) drehbar
angebracht, von denen jeder an seinem anderen Ende eine Schwenkfeder 31 trägt, deren
anderes Ende an der Konsole 25 befestigt ist. Die vorgespannten Schwenkfedern 31
versuchen, den Schwenkarm 8 ständig im Uhrzeigersinn (bei 1 bis 4) um die Achse
des festen Drehgelenkes 7 zu drehen. Um die Drehung im und entgegen dem Uhrzeigersinn
des Pressenoberteiles 11 und der zugehörigen Kniehebelanordnung während der ersten
Schließ- und der letzten Öffnungsphase der Presse zu dämpfen, ist ein üblicher einstellbarer
Stoßdämpfer 32 vorgesehen, der an einer am Rahmengestell angebrachten Strebe 33
befestigt ist. Der Arm 34 des Stoßdämpfers 32 ist im Gelenkpunkt 35 an das eine
Ende einer Verbindungsstange 36 drehbar angeschlossen, während das andere Ende am
Gelenkpunkt 37 (Fig. 4) mit der Kulisse 14 drehbar verbunden ist. Wenn daher die
Kulisse 14 im oder entgegen dem Uhrzeigersinn geneigt wird, je nachdem, ob der Preßhebel
10 sich im oder entgegen dem Uhrzeigersinn bewegt, wird auch der Arm 34 des Stoßdämpfers
32 im oder entgegen dem Uhrzeigersinn bewegt. Die vorbeschriebene Ausbildung des
Pressenoberteilantriebes ist nicht Gegenstand der Erfindung.
-
Die Beheizung des Pressenoberteiles 11 und des Pressenunterteiles
3 erfolgt wie üblich durch eingebaute elektrische Heizkörper. Selbstverständlich
kann jedoch auch die Rückseite des Pressenoberteiles 11 mit einem Dampfeinlaß
110 versehen werden, der über einen beweglichen Schlauch an eine Dampfquelle
angeschlossen ist. Vom Dampfeinlaß 110 geht dann ein Dampfführungskanal durch den
Pressenoberteil hindurch und zum Auslaßstutzen 111, der wieder über eine bewegliche
Schlauchleitung 112 mit dem Dampfeinlaß 113 des Pressenunterteiles 3 verbunden ist.
In letzterem, 3, ist ein Dampfkanal zum Dampfauslaßstutzen 114 geführt. Die Betätigung
der Presse erfolgt pneumatisch entsprechend dem in Fig. 10 dargestellten Druckluft
umlauf über ein Zulaufrohr 97, ein Druckregelventil 98 mit einem Druckanzeigegerät
99 und über ein Durchflußbegrenzungsventil 100. An das Durchflußbegrenzungsventil
100 schließt sich eine Rohrleitung 101 an, von der eine Leitung 102 abzweigt.
Die Leitung 101 führt weiter zu jenem Teil des Kreislaufes, der die Tätigkeit des
den Pressenoberteil betätigenden Zylinders 27 schaltet und der aus dem normalerweise
geschlossenen Ventil 54, aus dem normalerweise geöffneten Ventil 53, aus dem die
Ventile steuernden Hebel 52 und aus einem normalerweise geöffneten Durchflußregelventil
103 besteht. Zur Betätigung des Pressenoberteiles ist am Preßhebel 10 am Gelenkpunkt
38 ein von Hand zu betätigender Griff 39 drehbar befestigt, dessen (in Fig.5) rechtes
Ende durch den Bügler betätigt werden kann, während am anderen Ende des Handgriffes
39 eine Stange 40 eingehakt ist, deren anderes Ende an einer Öse 41 eines Ventilbetätigungsgliedes
42 eingehakt ist. Dieses Betätigungsglied 42 ist im Gelenkpunkt 43 an einem am Rahmengestell
1 angebrachten Auge 43 a drehbar aasgelenkt. Wie aus der Zeichnung ersichtlich ist,
trägt das Betätigungsglied 42 eine Rolle 44, die mit einer Nockenstange 45 zusammenarbeitet.
Das untere Ende der Nockenstange 45 ist über einen Bolzen 46 an der Strebe 33 drehbar
gelagert, während das obere Ende der Nockenstange 45 durch eine von einer im Rahmengestell
1 befestigten Stange 48 gehaltenen Spannfeder 47 gegen die Rolle
44 gezogen wird. Die Nockenstange 45 ist mit zwei Nockeneinschnitten 49 und
50 versehen, die mit der Rolle 44 zusammenarbeiten. Das Ventilbetätigungsglied
42 ist weiterhin mit zwei Anschlägen 51 und 52 versehen, die mit den Ventilen 53
bzw. 54 zusamenarbeiten, wobei letzteres die Druckmittelzufuhr zum Zylinder 27 schaltet.
Die Anordnung ist so getroffen, daß, wenn das Betätigungsglied 42 die in Fig. 5
gezeichnete Lage einnimmt, das Ventil 53 geöffnet ist, während das Ventil 54 von
einer eingebauten Feder geschlossen ist. Wenn das Betätigungsglied 42 so geschwenkt
wird, daß die Rolle 44 in den Nockeneinschnitt 49 einrastet, ist Ventil 53 geschlossen,
wogegen Ventil 54 geöffnet ist. Um die Anschläge 51 und 52 und die von ihnen betätigten
Ventilschäfte von unzulässigem Stoß zu entlasten, ist ein z. B. mit Gummi belegter
Anschlag 55 vorgesehen, der an der Strebe 4 so angebracht ist, daß entweder die
untere Stange 56 oder die obere Stange 57 zum Anschlag kommt, wenn das Betätigungsglied
42 in eine seiner Schaltstellungen gebracht wird. Wie ebenfalls aus der Zeichnung
ersichtlich, bewirkt die Spannfeder 47, daß die Nockenstange 45 jederzeit mit der
Rolle 44 im Eingriff gehalten und das Betätigungsglied 42 federnd arretiert wird,
wenn die Rolle 44 mit einer der Nockenflächen 49 oder 50 in Eingriff kommt. Auch
dies ist nicht Gegenstand der Erfindung.
-
Weiterhin ist am Rahmengestell 1 ein Auge 58 (Fig. 7) befestigt, an
welchem über einen Bolzen 59 ein Ende eines Druckzylinders 60 drehbar angeschlossen
ist. In diesem Druckzylinder 60 ist ein Kolben 61 mit einer Kolbenstange 62 geführt,
deren freies Ende bei 63 an einer Stange 64 aasgelenkt ist, die z. B. einstellbar
in ein Rohrstück 65 eingreift. Das Rohrstück 65 ist mit dem Fingerhalter 66 starr
verbunden. Das eine Ende 67 des Fingerhalters 66 ist an
einer Schwinge
68 angelenkt, die wiederum an einem Auge 69 des Rahmengestelles
1 angelenkt ist. Das obere Ende des Fingerhalters 66 (Fig. 8) trägt die Finger
70, die z. B. in Form flacher Blattfedern ausgeführt sind. Der eine Fingerhalter
66 (Fig. 8) ist über eine Verbindungslasche 71 starr mit einem zweiten, ähnlichen
Halter 66a und daran befestigten Fingern 70a verbunden, wobei die Finger
70 und 70a einen Zwischenraum ungefähr gleich der Länge des gepolsterten
Pressenunterteiles 3 überdecken.
-
üblicherweise ist die das Kleidungsstück aufnehmende Fläche des Pressenunterteiles
3 gerundet. Der Krümmungsmittelpunkt der Rundung der das Kleidungsstück tragenden
Oberfläche liegt annähernd auf der Achse des Drehgelenks 67, wenn die Haltevorrichtung
die in Fig. 3 gezeichnete abgesenkte Stellung einnimmt.
-
In diesem Falle stimmt der Krümmungsmittelpunkt der das Kleidungsstück
tragenden Oberfläche des Pressenunterteiles 3 mit der Drehachse überein, um welche
der Halter 66 zurückschwingt, wenn die Finger vom Pressenunterteil weggezogen werden.
Die Krümmung der Finger 70 und 70a sind dabei der Krümmung der das
Kleidungsstück tragenden Oberfläche des Pressenunterteiles 3 angepaßt, um das gleitende
Zurückziehen der Finger zu erleichtern. Es sei noch erwähnt, daß selbstverständlich,
obwohl in Fig. 8 die Finger 70 und 70a als an den Haltern 66 und 66a starr befestigt
eingezeichnet sind, sie auch, falls gewünscht, an den Haltern z. B. einstellbar
angeordnet sein können.
-
Am Rohrstück 65 (Fig. 7) ist ein Ansatz 72 starr befestigt, an dem
ein Hebel 73 angelenkt ist. An dessen unterem Ende ist eine Rolle 74 gelagert, die
mit einem Nocken 75 zusammenarbeitet, der eine vordere Nockenfläche 76 und eine
obere Nockenfläche 77 aufweist. Am Rohrstück 65 ist ferner ein Auge 78 starr angebracht,
welches einen einstellbaren Anschlag 79 in Form einer Schraube aufnimmt.
-
An der Verbindungsstange 36 ist in einem Gelenkpunkt 80 eine gekröpfte
Stange 81 angelenkt, deren Länge veränderlich ist. Diese gekröpfte Stange 81 kann
an der Rolle 82 (Fig. 1 bis 5) einrasten, die wiederum am Arm 83 eines doppelt gekröpften
Hebels 84 (Fig.7) angebracht ist. Letzterer ist im Drehpunkt 85 (Fig. 3 bis 4) an
der geneigten Strebe 4 angelenkt. Um die Drehbewegung der gekröpften Stange 81 um
das Gelenk 80 zu begrenzen, ist an dem die Rolle 82 tragenden Drehgelenk auch noch
ein L-förmig ausgebildeter Anschlag 96 angebracht. Mit dem unteren Ende des doppelt
gekröpften Hebels 84 ist eine einstellbare hakenförmige Stange 86 verbunden, die
in eine Rolle 87 einrasten kann. Die Rolle 87 ist an einer Konsole 88 (Fig. 1 und
2) angebracht, die mit einem um das Gelenk 90 schwenkbaren Pedal verbunden ist.
Das Pedal 89 trägt Anschläge 91 und 92, welche die Ventile 93 bzw. 94 betätigen.
Bei der in Fig. 3 dargestellten Stellung des Pedals 89 öffnet Anschlag 92 das Ventil
94, wobei Ventil 93 geschlossen bleibt. Eine Feder 95 wirkt auf das Pedal 89 ständig
so ein, daß es in der Darstellung von Fig. 3 im Uhrzeigersinn gedreht werden würde,
wobei das Ventil 94 geschlossen und das Ventil 93 geöffnet werden würde. Wenn also
das Fußpedal 89 und die gekröpfte Stange 86 die in Fig. 3 gezeichnete Stellung einnehmen,
hakt die Stange 86 unter der Rolle 87 ein und hält dadurch das Pedal 89 in
der in Fig. 3 gezeichneten Stellung fest. Arbeitsweise Es sei angenommen, daß die
Bügelpresse die in Fig. 1 gezeichnete Lage einnimmt und daß ein Kleidungsstück auf
den Pressenunterteil aufgelegt ist. Um den ersten Teil des zu bügelnden Kleidungsstückes
zu bügeln, wird dieser Teil auf dem Pressenunterteil in glattgestrichener oder fast
glattgestrichener Lage von Hand gehalten. Danach tritt der Bügler kurz auf das Pedal
89 und zieht seinen Fuß dann wieder fort, so daß das Pedal in die in Fig. 2 gezeichnete
Stellung gelangt. Wenn das Pedal 89 diese Stellung einnimmt, schwenkt die Stange
86 durch ihr Eigengewicht um das Gelenk 85 und faßt unter die Rolle 87, wodurch
das Pedal 89 in der Stellung nach Fig. 2 gehalten bleibt. Daher wird das Auslaßventil
94 geschlossen, während das Einlaßventil 93 geöffnet wird. Die durch die
Leitung 97 (Fig. 10) einströmende Druckluft strömt durch Leitung 101 und
von dort durch Leitung 102 weiter und tritt über das jetzt geöffnete Einlaßventil
93 in den Druckzylinder 60 ein. Die in den Druckzylinder 60 eintretende Druckluft
bewegt den Kolben 61 (Fig. 7) gegen die Spannung einer Rückholfeder 105 in Fig.
7 nach links, wodurch die Kolbenstange 62 über die Stangen 64 und 65 den Halter
66 um das Gelenk 67 schwenkt, wobei die am Hebel 73 befindliche Rolle 74 sich zwangläufig
längs der vorderen Nockenbahn 76 nach oben bewegt. Durch diese Aufwärtsbewegung
der Rolle 74 auf der vorderen Nockenbahn 76 vollführt der Halter 66 zusätzlich zu
seiner Schwenkbewegung um das Gelenk 67 auch noch eine Aufwärtsbewegung, die durch
die zwischengeschaltete Schwinge 68 möglich ist. Fig. 2 zeigt, wie der Halter 66
bei seinem größten Schwenkwinkel auch zugleich in seine höchste Stellung angehoben
ist.
-
Sobald die Rolle 74 den Scheitel der vorderen Nockenbahn 76 erreicht
hat, rollt sie auf der oberen Nockenbahn 77 nach unten weiter, so daß der Halter
66 durch sein Eigengewicht nach unten fällt, dabei aber in seiner Schwenklage verbleibt.
Infolgedessen drücken jetzt die Finger 70 und 70a von oben auf den zu bügelnden
Teil des Kleidungsstückes, so daß dieser Teil des Kleidungsstückes fest auf dem
gepolsterten Pressenunterteil gehalten wird. Der Bügler kann jetzt die Lage des
aufgespannten Teiles des Kleidungsstückes betrachten, um zu überprüfen, ob dieser
Teil des Kleidungsstückes sich in sauber ausgerichtetem Zustand befindet. Wenn es
nicht ordentlich und glatt liegt, kann ein stärkeres Ziehen an jeder Seite des Kleidungsstückes
eine etwaige Faltenbildung beseitigen, während der unmittelbar vor dem Bügler liegende
Teil des Kleidungsstückes mit einer Hand leicht geglättet werden kann. Das Kleidungsstück
kann danach fertiggebügelt werden.
-
Um diesen Bügelvorgang durchzuführen, drückt der Bügler das vordere
Ende des Handgriffes 39 (Fig. 5) nach oben, so daß die Stange 40 das Ventilbetätigungsglied
42 um das Gelenk 43 entgegen dem Uhrzeigersinn aus der in Fig. 5 dargestellten Lage
in eine solche Stellung schwenkt, daß die Rolle 44 in den Nockeneinschnitt 49 einrastet.
In dieser Stellung ist das Auslaßventi153 geschlossen, während das Einlaßventi154
geöffnet ist. Dadurch kann jetzt die Druckluft aus der Leitung 101 durch das geöffnete
Ventil 54 und die Zuleitung 29 in den Zylinder 27 einströmen. über die zwischengeschaltete
Gabelstange 23 schwenkt die Kolbenstange 26 nunmehr den Schwinghebelarm 8 zusammen
mit dem Preßhebe
110 in Fig. 3 entgegen dem Uhrzeigersinn. Die Figur
zeigt, wie sich der Bügelkopf 11 seiner Schließstellung nähert. Wie aus Fig. 3 weiterhin
ersichtlich, halten die Finger 70 und 70 a das zu bügelnde Kleidungsstück
jetzt noch fest. Während der Bewegung des Bügelkopfes 11 aus der Lage' gemäß
Fig. 1 in diejenige gemäß Fig.3, hat sich die Verbindungsstange 36 ebenfalls entgegen
dem Uhrzeigersinn gedreht und dabei die hakenförmige Stange 81 aus der in Fig. 1
gezeichneten Stellung in eine Stellung gebracht, in der die Hakenstange praktisch
unter die vom doppelt gekröpften Hebel 84 getragene Rolle 82
(Fig.
3) greift. Aus Fig. 3 ist zu ersehen, daß die Nockenrolle 22 noch nicht ganz
den Scheitel zwischen den Kulissenbahnen 16 und 17 erreicht hat. Bei der nächsten
Phase der fortgesetzt entgegen dem Uhrzeigersinn stattfindenden Bewegung des Pressenoberteiles
11, d. h. ehe die Rolle 22 die Bewegung auf der Kulissenbahn 17 beginnt,
hebt die gekröpfte Stange 81 die Rolle 82 an und dreht den doppelt gekröpften Hebel
so, daß der Haken 86 aus der Rolle 87 aushakt. Sobald das geschieht, zieht
die Feder 95 das Pedal 89 in die Stellung gemäß Fig.4 zurück, wobei das Auslaßventi194
geöffnet und das Einlaßventil 93 geschlossen wird. Dadurch kann die Druckluft aus
dem Zylinder 60 über das Auslaßventil 94 und über das Durchfiußregelventi1104 entweichen,
die Feder 105 zieht den Kolben 61 in die Stellung gemäß Fig. 7 zurück,
und die Halter 66 und 66 a gehen durch ihr Eigengewicht in ihre in
Fig. 1 gezeigte Stellung zurück. Um ein stoßartiges Zurückfallen der Halter
66 und 66a in ihre Ausgangsstellung zu vermeiden, ist zwischen Zylinder
60 und einem auf der Kolbenstange 62 nahe dem Gelenk 63
(Fig.7)
befestigten Anschlag 107 zusätzlich eine Druckfeder 106 eingebaut.
Die Finger 70 und 70a werden auf diese Weise gerade in dem richtigen Augenblick
zwischen dem Pressenoberteilll und dem Pressenunterteil3 herausgezogen, wenn die
Rolle 22 ihre Bewegung auf der Kulissenbahn 17 beginnt, um auf den
Pressenoberteil 11 den endgültigen Bügeldruck auszuüben.
-
Wenn der aufgelegte Kleidungsstückteil gebügelt ist, gibt der Bügler
dem Handgriff 39 einen leichten Schlag nach unten, schwenkt dadurch das Ventilbetätigungsglied
42 in die in Fig. 5 gezeichnete Stellung zurück, so daß das Auslaßventi153
wieder geöffnet und das Einlaßventil54 wieder geschlossen wird. Dadurch kann die
Druckluft aus dem Zylinder 27 entweichen, wobei die Rückzugfedem 24 in Aktion treten.
Die Rückzugfedern 24 bewirken die erste Öffnungsphase des Pressenoberteiles
11 und ziehen zusammen mit den Schwenkfedern 31 den Pressenoberteil
11 in seine in Fig. 1 dargestellte, voll geöffnete Stellung zurück. Das Kleidungsstück
kann nun zum Weiterbügeln verschoben oder neu aufgelegt werden, wonach die Bügelpresse
wieder in der oben beschriebenen Weise betätigt wird.