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Beutel Die Erfindung bezieht sich auf einen Beutel für kosmetische,
medizinische und hygienische Watte od. dgl. aus folienartigem Werkstoff, wie Papier,
Textilien- oder Kunststoffen, mit einer oberen, durch Kordel od. dgl. verschließbaren
Einfüllöffnung und einer unteren, kleiner gehaltenen Entnahmeöffnung, bei welchem
längs der Seiten nach innen gelegte Falten vorgesehen sind.
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Ein bekannter Beutel dieser Art ist vornehmlich für die Aufbewahrung
von flüssigem oder pastenförmigem Gut für medizinische oder kosmetische Zwecke vorgesehen.
Er besteht aus einem folienartigen Stoff, bei dem eine Endschweißnaht und im Abstand
davo.n zwei verjüngende Schweißnähte vorgeseh,en sind, so daß eine Querschnittverengung
im Bereich der Austrittsöffnung n.ach Abschneiden der unteren Schweißnaht gebiLdet
wird. Bei diesem Beutel sind jedoch keine Falten vorgesehen, derart, daß bei Einfüllen
von bauschigem Gut, wie vorzugsweise Watte od. dgl., das Volumen des Beutels erheblich
vergrößert werden könnte. Auch weist dieser Beutel keine jederzeit zu öffnende Einfüllöffnung
auf, welche es ermöglicht, den Beutelinhalt jederzeit nachzufüllen.
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Eine andere bekannte Behälterausführung ist als Verpackung für Stahlwollebänder
ausgebildet. Dieser Behälter besteht aus einem festen, nicht deformierbaren Werkstoff,
wie beispielsweis.e Karton, und hat einen trapezförmigen Querschnitt. D'ie breitere
Grundfläche des Behälters ist als Deckel ausgebildet und trägt eine Schlaufe zur
leichteren Abnahme des Dekkels, während die schmalere Grundfläche als Entnahmeöffnung
ebenfalls mit einem besonderen Deckel versehen ist. Nach Abnahme des unteren schmalen
Deckels können die in dem annähernd obeliskförmig ausgebildeten Behälter in Windungen
an'geordneten Stahlwollebänder nach Bedarf entnommen werden.
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Bei einer anderen bekannten Verpackungsart, die aus einem schweißbaren
Werkstoff besteht, sind am oberen oder unteren Ende eines flachen, ohne Faltungen
versehenen Beutels zwei gegenülberliegende Schweißflächen vorgesehen, zwischen welche
eine Entnahmeöffnung ausgebildet ist. In dieser Entnahmeöffnung befindet sich wieder
eine im Querschnitt dreieckförmilge Schweißstelle, die gegenüber der unverschweißten
FoLie durch eine V-förmige Perforation abgesetzt ist.
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Bei einer weiteren anderen Ausführungsform dieses Beutels ist eine
annähernd Z-förmige Schw.eißnaht angebracht, bei welcher ein kurzer, an der oberen
Beutellcante befindlieber Teil der Schweißnaht durch eine schräg verlaufende Perforation
abgetrennt werden kann, so daß eine verengte Austrittsöffnung geschaffen wird.
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Die bekannten B eu telausführungen haben durchweg
keine seitlich vorgesehenen
Falten, so daß sie zur Verpackung von Watte oder anderem bauschigen Gut weniger
geeignet sind. Der für die Verpackung von Stahlwolle bekannte Behälter ist im Aufbau
kompl.iziert und teuer und kann nicht als eine billige und einfache Versandpackung
benutzt werden. Dieser Behärter ist ausschließlich als Entnahmebehälter vorgesehen,
in welchen die in anderer Weise verpackten Stahlwollebündel nach Lösung der Verpackung
eingelegt werden müssen.
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Gegenüber Iden bekannten Behälterausführungen soll ein für die Verpackung
von Watte geeigneter Beutel geschaffen werden, mit welchem diese verpackt und zugleich
versandt werden kann und der darüber hinaus als Aufbewahrungs- und Entnahmebehälter
gleich gut geeignet ist, so daß aus ihm jederzeit eine beliebige Menge Watte aus
einer kleiner gehaltenen Entnahmeöffnung entnommen werden kann, ohne daß zusätzliche
Handgriffe am Beutel selbst erforderlich werden.
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Gemäß der nachbeschriebenen Beutelausbi 1 dung wird dies erreicht,
indem bei einem an aus folienartigem Werkstoff mit einer oberen, durch Kordel od.
dgl. verschließbaren Einfüllöffnung und einer unteren, kleiner gehaltenen Entnahmeöffnung,
bei welchem längs der Seiten nach innen gelegte Falten vorgesehen sin!d, erflndungsgemäß
oberhalb einer an sich bekannten, durchgehenden unteren Verschlußnaht vorgesehene
Quernähte von der Breite der eingezogenen Seitenfalten angeordnet werden, wobei
die Quernähte die ihnen zugehörenden Falten- und Beutelflächen miteinander verbinden.
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Vorzugsweise ist zwischen den beiden übereinanderl iegenden Verschlußnähten
leine Trennmarkilerung in Form einer Perforation od. dgl. vorgesehen.
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Durch die Erfindung ist ein billiger und einfacher Verpackungs- und
Entuahmebeutel für Watte geschaffen worden, bei welchem infolge der erfindungsgemäß
vorgesehenen
Quernähte von der Breite der eingezogenen Seitenfalten, welche die ihnen zugehörein
den Falten- und Beutelflächen miteinander verbinden, eine annähernd trichterförmig
zulaufende Ausfüllöffnung geschaffen wird, in welche sich das im Beutel befindliche
Wattegut leicht einlegt und so ein kontinuierliches Sachrutschen der Watte gewährleistet
ist. Die verengte Entnahmeöffnung schützt den Inhalt des Beutels gleichzeitig gegen
Verschmutzung von außen, wobei trotz der engen Entnahmeöffnung ein kontinuierliches
Nachrutschen der im Beutelinnern befindlichen Watte gewährleistet ist, wodurch umständliche
Manipulationen beim Entnahmevorgang vollständig vermieden werden.
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Die zwischen den beiden übereinan.derliegenden Verschlußnähten vorgesehene
Trennmarkierung ermöglicht es, den als Verpackung dienenden Beutel nun in einen
Entnahmebeutel umzuwandeln. in der Zeichnung ist der Gegenstand wider Erfindung
an einem Ausführungsheispiel aus Kunststoffolie dargestellt.
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Fig. 1 ist eine Draufsicht auf den Beutel in planem, nicht gefülltem
Zustand, Fig. 2 eine Ansicht des mit Watte gefüllten Bentels.
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Der in Fig. 1 dargestellte Beutel besteht aus einer schwachen, vorzugsweise
durchsichtigen lE4unststoffhaut. Beim leeren Beutel erkennt man symmetrisch zur
Längrsmittelebene und in der Entnahmerichtung E verlaufende parallele Falten 6,
welche sich beim Füllen des Beutels öffnen und seine beiden Schmalseiten bilden.
Am oberen Ende befindet sich die Einfülliiffnungr des Beutels. Eine Kordel 5, welche
in den eingeschlagenen Rand 8 eingezogen ist, bildet das Versclllußmittel an der
Einfüllseite. Auf der Entnahmeseite, die der Einfüllseite gegenüberliegt, ist der
Beutel dadurch mit einer gegenüber dem Füllungsquerschnitt verkleinerten Entnahmeöffnung
versehen, daß er in der Nähe seines unteren Randes eine Naht 2 trägt, die bei Kunststoffolie
eine Schweißnaht sein kann, und daß in geeignetem Abstand darüber eine vom Seitenrand,
vorzugsweise ljis zu jeder Falte 6, 6' geführte weitere VerschluBstelle3, 3' vorgesehen
ist.
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Die Verschlußstellen 3, 3' sind beim Ausführungsbeispiel ebenfalls
einfache Schweißnähte, welche die übereinandergelegten Falten miteinander verbinden.
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Im gefüllten Zustand ist der Beutel auf der unteren Seite durch die
durchgehende Schweißnaht 2 vollständig geschlossen. Die Einfüllseite wird durch
das Verschlußmittel 5 ebenfalls luft- und staubdicht gemacht.
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Die Kordel 5 dient zugleich als Aufhängevorrichtung, so daß der gefüllte
Verpackungsbeutel mit dem Band an einem Toilettentisch oder im Bad usw. aufgehängt
werden kann. Der Beutel ist mit den entsprechenden Aufdrucken versehen und kann
als allseitig geschlossener Beutel in den Läden zum Verkauf angeboten werden. Die
in dem Beutel befindliche Watte ist vorzugsweise in Zick-Zack-Form gelegt, was die
Entnahme der Watte aus dem Beutel ebenfalls erleichtert.
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Seine Verpackungsfunktion verliert der Beutel erst, wenn er zwecks
Entnahme von Watte an der Markierungsstelle 4 durchgetrennt wird. Die Stelle 4 kann
besonders durch die Perforation od. dgl. gekennzeichnet und so ausgebildet sein,
daß man den unteren Ma-
terialstreifen in einfacher Weise trennen kann. Dabei bleiben
die Nähte 3, 3' unverändert und bilden somit die Verengung der Entnahmeöffnung 1.
Der Beutel dient also im Gegensatz zu allen bekannten Beute!n sowohl als Verpackungslbeutel
al.s auch als Entnahmebeutel. Infolge der am einen Ende vorgesehenen kleineren Entnahmeöffnung
kann, vorzugsweise für kosmetische Zwecke, ein kleiner Wattebausch entnommen werden.
Man kann aber im Bedarfsfalle aus dieser Öffnung Watte in der Form, wie sie eingelegt
ist, auch in einer beliebigen Länge entnehmen. Ein besonderes Umfüllen der Watte
ist nicht mehr erforderlich.
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Die Herstellung ist einfach und gegenüber,den bekannen Einrichtungen
wesentlich billiger. Es sei noch betont, daß der Beutel auch dadurch seine zweifache
Verwendung erhalten kann, indem beispielsweise der untere Teil ganz geschlossen
ausgebildet ist und lediglich eine Aufhängevorriebtung, z. B. eine Öse od. dgl.,
eingearbeitet ist, während die Einfüllseite durch entsprechende Ausbildung des Verschlußmittels
zugleich als Entnahmeöffnung dienen kann.
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Dies kann z. B. dadurch geschehen, daß man die Verschlußkordel lösbar
macht, und zwar so, daß sie. nachdem sie einmal geschlossen worden ist, nur einen
begrenzten Öffnungsquersebnitt freigibt. In diesem Falle wäre der Beutel zur Entnahme,
umgekehrt als in Fig. 2 dargestellt, aufzuhängen.
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Falls es notwendig ist, kann zur Verseifung des Beutels und um ein
etwaiges Einreißen der Folie beim Entnehmen der Watte zu verhindern, eine Pappeinlage
im unteren Teil des Beutels vorgesehen werden.
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In Fig. 2 ist diese Pappeinlage mit 7 bezeichnet. Sie weist eine der
Entnahmeöffnung 1 angepaßte Öffnung auf und hat vorzugsweise zwei sich an die Seitenwände
des Beutels anlegende Zungen. Durch den eingelegten Pappstreifen 7 wird erreicht,
daß der durch die Entnahme bedingte Zug nicht auf die dünne Folie, sondern auf den
Pappstreifen übertragen wird, so daß die Folie vor erhöhter Beanspruchung beim Herausnehmen
der Watte geschützt ist.
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PATENTANSPROCHE: 1. Beutel für kosmetische, medizinische und hygienische
Watte od. dgl. aus folienartigem Werkstoff, wie Papier, Textilien- oder Kunststoffen,
mit einer oberen, durch Kordel od. dgl. verschließbaren Einfüllöffnung und einer
unteren, kleiner gehaltenen Entnahmeöffnung, bei welchem längs der Seiten nach innen
gelegte Falten vorgesehen sind, gekennzeichnet durch oberhalb einer an sich bekannten
durchgehenden unteren Verschlußnaht (2) vorgesehene Quernähte (3, 3') von der Breite
der eingezogenen Seitenfalten (6, 6'), welche Quernähte (3, 3') die ihnen zugehörenden
Falten-und Beutelflächen miteinander verbinden.