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Maschine zum Stopfen der Bälge von Spielzeugfiguren mit Faserinaterial
Die Erfindung bezieht sich auf eine Maschine zum Stopfen der Glieder und Bälge von
Spielzeugliguren, welche die Verarbeitung aller dafür geeigneten Füllmaterialien
ermöglicht.
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Das Stopfen der Hüllen von Spielzeugfiguren erfolgt auch heute noch
überwiegend in althergebrachter Weise von Hand, indem mit Hilfe eines Stößels vorwiegend
Holzwolle durch einen kurzen Trichter zuerst in die Gliedmaßen und danach in den
Körper eingefüllt wird, bis die erforderliche Standfestigkeit erreicht ist. Diese
Arbeit erfordert insofern ein hohes fachliches Können, weil es von der Geschicklichkeit
des Arbeiters abhängt, daß die gestopfte Figur richtige Formen annimmt. Besonders
beim Stopfen größerer Figuren sind auch entsprechende Körperkräfte aufzuwenden,
die den Arbeiter ermüden und seiner Leistungsfähigkeit enge Grenzen setzen.
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Es hat deshalb nicht an Versuchen gefehlt, diese Arbeit zu mechanisieren,
um den Arbeiter von der schweren körperlichen Arbeit zu entlasten und darüber hinaus
auch die Arbeitsproduktivität zu steigern.
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So wurden beispielsweise eine Stopfmaschine zur Herstellung von Puppen
und eine Zuführungsvorrichtung für Puppenstopfmaschinen beschrieben, die Holzwolle
verarbeiten. Die Stopfmaschine ist mit einem senkrecht arbeitenden Stopfstößel ausgerüstet,
dem ein zweiter, horizontal angeordneter, die Holzwolle aus einem Vorratsbehälter
zubringt.
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Die Bewegung der beiden Stößel erfolgt durch Gelenkhebel, deren mit
Langnuten versehene Enden auf Kurbelzapfen gleiten. Daß diese Maschine keine Anwendung
in der Praxis gefunden hat, hängt mit ihrer mangelhaften Funktion zusammen. Durch
die rechtwinklig zueinander arbeitenden Stößel wird die Holzwolle knotig und verhindert
dadurch ein gleichmäßiges modulationsfähiges Stopfen des Körperteiles, Ein weiterer
Nachteil liegt darin begründet, daß die in dem Vorratsbehälter befindliche Holzwolle
kaum nachrutscht und deshalb der stets von der gleichen Stelle entnehmende Zubringerstößel
unzureichend Material fördert.
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Eine weitere bekannte Maschine zum Füllen von Hohlkörpern mittels
Faserrnaterial arbeitet mit zwei einander gegenüber angeordneten zahnstangenähnlichen
Förderarinen, die eine einander gegensinnige, etwa ellipsenförinige Greifbewegung
ausführen und dabei das durch Unterdruck herangeförderte Fasennaterial von zwei
einander gegenüber angeordneten Siebflächen abstreifen, nach unten fördern und durch
ein Mundstück in den zu füllenden Hohlkörper drücken.
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Diese Maschine hat jedoch den Nachteil, daß ein kontinuierliches Stopfen
insbesondere bei Verwendung von langfaserigem Material nicht möglich ist, da durch
das Fehlen von federnden Abstreifern sich das Stopfmaterial nach kurzer Zeit an
den gezahnten Greif- und Stopfarmen verfängt und sich mit diesen ständig mitbewegt,
wodurch es nicht mehr aus dem Mundstück ausgestoßen wird. Dadurch kommt es zwangläufig
zu einem Materialstau, der dazu füh-
ren kann, daß die Maschine beschädigt
wird. Zumindestens muß aber bei einer solchen Störung die Maschine geöffnet und
gereinigt werden. Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß diese Maschine den Hohlkörper
nur locker füllt, während feste Füllungen mit dieser Maschine nicht vorgenommen
werden können.
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Weiterhin ist eine Maschine zum Herstellen eines Faservlieses bekannt,
bei der das Fasergut über einen Tisch und eine Walze der gezahnten öffnertrommel
zugeführt wird, die mit ihren Zähnen vom zugeführten Fasergut einzelne Flocken abzupft
und in den Bereich eines im Kreislauf umlaufenden Luftstromes bringt.
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Durch den Luftstrom wird das Faserinaterial auf eine umlaufende Siebtrommel
geschleudert und durch eine Walze zu einem Faservlies gepreßt. Das gepreßte Faservlies
wird von der Siebtrommel abgehoben und über ein Förderband weiterbefördert.
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Diese Zuführungseinrichtung für Faserinaterial hat jedoch den Nachteil,
daß die das Fasermaterial aufnehmende Siebtrommel durch die feinen Fasern und den
Staub, welche im Material enthalten sind, sich leicht verstopft, wodurch die Materialzufuhr
unterbrochen wird.
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Die genannten Nachteile werden bei einer Stopfmaschine mit einer rotierenden
Raspelscheibe, die das Stopfmaterial aus einem drehbaren Materialbehälter abreißt
und gegen eine mit Absaugung versehene Siebfläche schleudert, von der ein Stopfstößel
das Stopfmaterial durch ein Stopfrohr in das auf dessen
Mündung
aufgesetzte Spielzeugteil stopft, dadurch vermieden, daß nach der Erfindung der
Stopfstößel an seinem Stopfende eine Nadelkrone, die mit im Stopfrohr und nahe seiner
Mündung angeordneten federnden Abstreifem zusammenarbeitet, an seinem Schaft eine
die Siebfläche reinigende Bürste trägt.
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Durch den mit der Nadelkrone versehenen Stopfstößel wird das an der
Siebfläche locker haftende Stopfinaterial nicht nur sicher in das Stopfrohr befördert,
sondern auch durch die federnden Abstreifer zuverlässig vor einer Rückförderung
bewahrt, so daß beim nächsten Stopfinaterialnachschub dieses mit großer Kraft in
den Hohlkörper gestopft wird. Dadurch erlangt der Hohlkörper die für ein gestopftes
Spielzeug erforderliche Steifheit. Die bei jedem Hub des Stopfstößels über das Sieb
fahrende Bürstt beugt einer Verstopfung des Siebes unabhängig von der Konsistenz
des FüRmaterials, welches aus Holzwolle, Watte, Kapok oder Kunststoffasem bestehen
kann, wirksam vor. Zwecks gleichmäßiger Förderung des Stopfmaterials aus dem Vorratsbehälter
ist nach einem weiteren Merkmal der Erfindung die Raspelscheibe gegenüber dem Stopfmaterialbehälter
verstellbar.
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Ferner ist es für eine gleichmäßige Beaufschlagung des Siebes mit
lockerem Faserinaterial und zur Verhinderung des Verlustes von Stopfmaterial durch
die die Siebfläche reinigende Bürste zweckmäßig, den Schaft des Stopfstößels durch
einen Bürstenkranz nach außen abzudichten.
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Weitere Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der
folgenden Beschreibung derselben an Hand der Zeichnungen, die ein auf die wesentlichsten
Funktionselemente beschränktes Ausführungsbeispiel der neuen Einrichtung ohne Antriebsmittel
veranschaulichen. In den Zeichnungen stellt F i g. 1 einen Ausschnitt der
Einrichtung in Vorderansicht dar; F i g. 2 ist eine Seitenansicht der Einrichtung
im Schnitt; F i g. 3 zeigt die vergrößerte Mündung eines Stopfrohres mit
den federnd angeordneten Abstreifern; F i g. 4 zeigt ein Bruchstück des Stopfrohres
mit der darin gleitenden Nadelkrone des Stopfstößels. Auf einer Arbeitsplatte
1 ist ein mittels Zahnkranz 3 in langsame Umdrehung versetzter Materialbehälter
2 angeordnet. In dessen Bodenteil ragt eine rotierende Raspelscheibe 4, die das
Stopfmaterial abreißt und innerhalb des durch das Schutzgehäuse 6
gebildeten
Stopfraumes 5 gegen eine Siebfläche 8
schleudert, wo es in aufgelockerter
Form durch über eine flexible Rohrleitung 7 wirkenden Unterdruck, der zugleich
für die Entstaubung des Stopfmaterials sorgt, so lange festgehalten wird, bis es
die Nadelkrone 10 eines sich in steter Auf- und Abwärtsbewegung befindlichen
Stopfstößels 9 erfaßt und durch das auswechselbare Stopfrohr 11 in
das auf dessen Mündung als Werkstück aufgebrachte Spielzeugteil 12 befördert wird.
Um die Zurücknahme des Stopfmaterials durch die Nadelkrone 10 zu verhindern,
sind nahe der Mündung des Stopfrohres 11
mit ihren Spitzen in sein Inneres
ragende federnde Abstreifer 13 angeordnet. Eine am Stopfstößel
9 angebrachte Bürste 9' streicht während der Hubbewegungen über die
Siebfläche 8 und bewirkt damit deren selbsttätige Reinigung, wogegen ein
Bürstenkranz 14 in der Gehäusebuchse 15 der Abdichtung dient. Die Zuführungsmenge
an Stopfmaterial läßt sich vorn Bedienenden den jeweiligen Erfordernissen entsprechend
dadurch regeln, daß eine mit einem Gestänge 16 verbundene Platte
17, am zweckmäßigsten durch Fuß betätigt, das Füllmaterial mehr oder weniger
kräftig in das Innere des Behälters 2 drückt, worauf die Riffelscheibe 4 durch Veränderung
der Fördermenge an Stopfmaterial reagiert.
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Die wesentlichste Betätigung beim Stopfen von Gliedern und Bälgen
von Spielzeugfiguren mit der erfindungsgemäßen Einrichtung besteht nun darin, daß
der Arbeiter den Behälter 2 mit Stopfmaterial füllt, danach die der Einfachheit
halber nicht dargestellten Antriebsmittel in Gang setzt und das zu stopfende Werkstück
12 zuerst ganz über das im Durchmesser entsprechend gewählte Stopfrohr
11
stülpt, wobei er mit zunehmender Füllung die Formgebung mit beiden Händen
unterstützt und gleichzeitig die Füllmenge nach seinem Ermessen durch Fußbetätigung
des Gestänges 16 regelt.