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Verfahren zur Polymerisation von aliphatischen diolefinischen Kohlenwasserstoffen
mit einer konjugierten Doppelbindung Es wurde bereits die Verwendung von Aluminiumtrialkylverbindungen
als Katalysatoren in der Polymerisation von Äthylen zu Polymerisaten, » die nicht
wesentlich oberhalb des Flüssigkeitsbereichs liegen «, und die Verwendung von Nickel
oder Kobalt als ) >Hilfskatalysatoren « (in Kombination mit Aluminiumtrialkylen)
in einem Verfahren zur Polymerisation oder » Telomerisation « von Äthylen zu)) niedrigmolekularen
Polymerisationsprodukten, wie Buten- (1) « vorgeschlagen. Hierbei wurde auch die
Verwendung von Katalysatoren, die durch Reaktion eines Aluminiumtrialkyls mit einer
Verbindung eines Metalls der Gruppe IVB, VB oder VI B hergestellt sind, vorgeschlagen.
Der letztgenannte Katalysator soll Äthylen zu hochmolekularen, festen Polyäthylenen
polymerisieren.
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Weitere Vorschläge betreffen die Herstellung von Katalysatoren (für
die Polymerisation von Äthylen) durch Reaktion einer Verbindung eines Metalls der
VIII. Gruppe mit einer Dialkyl-oder Diarylmonohalogenidverbindung. Ein solcher Katalysator
eignet sich, wie es heißt, für die Polymerisation von Äthylen.
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Es wurden auch schon verschiedene » stereospezifische « Katalysatoren
vorgeschlagen, die in der Lage sind, monomere Dienkohlenwasserstoffe zu festen,
hochmolekularen Polymerisaten umzuwandeln, die im wesentlichen nur die 1,4-Struktur
aufweisen, d. h. in denen die Dieneinheiten Kopf an Schwanz verknüpft sind. Zu den
letztgenannten Katalysatoren gehören solche, die durch Reaktion erstens einer Verbindung
eines Metalls der IV. bis X. Position der langen, waagerechten Perioden des Periodischen
Systems mit zweitens einer metallorganischen Verbindung hergestellt wurden.
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Das Verfahren zur Polymerisation von aliphatischen diolefinischen
Kohlenwasserstoffen mit einer konjugierten Doppelbindung in einem inerten Lösungsmittel
und in Gegenwart eines Katalysators, der durch Kombination einer Kobaltverbindung
mit einer aluminiumorganischen Verbindung erhalten worden ist, ist dadurch gekennzeichnet,
daß für die Polymerisation ein Katalysator verwendet wird, der hergestellt worden
ist durch Vermischen einer praktisch wasserfreien Kobaltverbindung der allgemeinen
Formel Co n in der A ein einwertiges Anion und n = 2 oder 3 ist, mit aluminiumorganischen
Verbindungen oder deren Gemischen mit der allgemeinen Formel Rz-gAlXj-o worin R
Alkylreste und X Halogen oder Alkoxy-, Aroxy-oder Carboxyreste bedeutet.
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Aus Butadien- (1, 3)-Kohlenwasserstoffen bilden diese Kobaltkatalysatoren-gleichgültig,
ob löslich oder nur teilweise löslich-feste, kautschukartige, hochmolekulare Polymerisate,
die im wesentlichen nur die 1,4-Struktur aufweisen. Die löslichen Katalysatoren
können entweder durch Wechselwirkung der genügend entwässerten Kobaltverbindung
mit der stark reduzierenden aluminiumorganischen Verbindung in Gegenwart eines aromatischen
Kohlenwasserstoffs und anschließende Abtrennung der restlichen Feststoffe oder durch
Kombination der Kobaltverbindung mit dem aromatischen Kohlenwasserstoff und einer
hydridfreien halogenhaltigen metallorganischen Aluminiumverbindung hergestellt werden.
In einigen Fällen, in denen z. B. Diisobutylaluminiumchlorid verwendet wird, findet
die Katalysatorbildung mit geringen Anzeichen einer Reaktion statt. Offenbar geht
hierbei die Kobaltverbindung. in Lösung oder wird irgendwie in eine Komplexverbindung
umgewandelt.
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Es wurde ferner gefunden, daß der Grad der Entwässerung und der Sauerstoffgehalt
der Kobaltverbindung einen starken Einfluß auf die Eigenschaften des Katalysators
und sein Verhalten bei der Polymerisation ausüben. In einigen Fällen bildet eine
Kobaltverbindung, die geringe Wassermengen ent-
hält, keine aktiven
Katalysatoren. In den mei sten Fällen bewirken ganz geringe Änderungen des Wassergehalts
eine Änderung des Anteils der cis-1, 4- und trans-1, 4-Struktur im Polymerisat.
Die Kobaltverbindung muß wasserfrei oder zumindest so trocken sein, wie es eben
möglich ist. Unter » wasserfrei « ist die Abwesenheit von adsorbiertem, absorbiertem
und chemisch gebundenem Wasser zu verstehen. Hydratisierte Salze, wie CoCl2 H 2
H20 oder CoCl2 6 H20, bilden erst dann aktive Katalysatoren, wenn die 2 oder 6 Mol
Kristallwasser abgetrieben sind. Eine wirklich wasserfreie Kobaltverbindung ist
gewöhnlich nicht einfach durch Verfahren zu gewinnen, bei denen wasserfreie Feststoffe
oder Flüssigkeiten im Vakuum oder unter inerten Gasen behandelt werden. Bei Durchführung
der Entwässerung in einem inerten flüssigen Lösungs-oder Verdünnungsmittel, vorzugsweise
in einem Kohlenwasserstoff, der im Polymerisationsmedium verwendet werden kann,
wird die Kobaltverbindung viel wirksamer getrocknet und bei der anschließenden Handhabung
geschützt. Wasserfreie, feste Kobaltverbindungen lassen sich sehr leicht trocknen
und schützen, wenn ein Lösungs-oder Verdünnungsmittel verwendet wird, das ein azeotrop
siedendes Gemisch bildet, das bei einer Temperatur, bei der das Wasser in das Destillat
abgetrieben wird, übergeht. Hierbei werden die Feststoffe gewöhnlich in Form sehr
fein verteilter Dispersionen erhalten, die in der katalysatorbildenden Stufe sehr
reaktionsfähig sind. Am wichtigsten ist jedoch der hohe Grad der Reproduzierbarkeit,
der bei der Entwässerung durch azeotrope Destillation erzielt wird. Eine wasserfreie
Kobaltverbindung mit hoher Aktivität läßt sich auch durch Trocknen bei hoher Temperatur
(150 bis 400° C) unter hohem Vakuum herstellen, wenn der wasserfreie Feststoff zu
jeder Zeit durch eine trockene Atmosphäre geschützt wird. CoCl2 6 H20 kann durch
Erhitzen mit Acetylchlorid oder Essigsäureanhydrid entwässert werden.
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Die erfindungsgemäß zu verwendenden kobalthaltigen Katalysatoren
besitzen Vorteile, die sich aus ihrer löslichen Form ergeben, sowie weitere Vorteile,
die die eigentliche chemische und physikalische Natur der Katalysatoren selbst nicht
bietet. Beispielsweise sind die durch die löslichen Katalysatoren gebildeten Lösungen
der kautschukartigen Butadien-oder Isoprenpolymerisate nahezu transparent. Die Gewinnung
eines reinen Polymerisats aus einem solchen Produkt ist sehr einfach im Gegensatz
zu dem Fall, in dem eine feste, schwerlösliche Fällung aus einem gelösten oder gefällten
Polymerisat gelöst und extrahiert werden muß. Der bereits geringe Gehalt an Kobalt
und anderen Metallen in einem solchen Produkt läßt sich leicht auf äußerst niedrige
Werte herabsetzen. Ein Vorteil der löslichen Form des Katalysators ist ferner die
leichtere Handhabung und die höhere Genauigkeit in der Dosierung des Katalysators.
Ferner ergeben sich weniger Unannehmlichkeiten als bei Katalysatoren, die Fällungen
enthalten (von denen sich einige während des Alterns weitgehend verändern).
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Die löslichen Katalysatoren haben eine starke Neigung zur Bildung
von 1,4-Dienpolymerisaten. Bei Butadien und Isopren verläuft die Polymerisation
bevorzugt unter weitgehender Bildung der cis-1, 4-Struktur. Die Spezifität dieser
Katalysatoren wird durch das molare Verhältnis von Kobalt zu metallorganischer Verbindung
nicht wesentlich beeinflußt. Die löslichen Katalysatoren sind sehr aktiv. Sie lösen
die Polymeri-
sation mit kurzer oder ohne Induktionsperiode aus und haben eine sehr
hohe Wirksamkeit bei der Polymerisation von Butadien (das auf Katalysatoren, die
aus anderen Schwermetallverbindungen hergestellt sind, bisweilen weniger gut anspricht
als beispielsweise Isopren). Die für gute Reaktionsgeschwindigkeiten erforderliche
Katalysatormenge ist sehr gering. Die löslichen Katalysatoren bilden ferner Dienpolymere
mit hohem Molekulargewicht und niedrigem Gelgehalt (d. h. hoher Löslichkeit).
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Wie bereits erwähnt, wird die azeotrope Destillation in Gegenwart
von destillierbaren Flüssigkeiten oder verdampfbaren Substanzen (oder Dämpfen) durchgeführt,
die mit Wasser ein azeotrop siedendes Gemisch bilden, das bei so hoher Temperatur
siedet, daß das Wasser, insbesondere das Kristallisationswasser, aus der Kobaltverbindung
ausgetrieben wird. Mit wasserfreiem Chlorwasserstoff geschieht dies bei Temperaturen
bis zu 400° C oder mehr. Ferner gibt es eine ganze Reihe von Kohlenwasserstoffen,
die mit Wasser ein solches azeotrop siedendes Gemisch bilden, insbesondere die Aromaten,
wie Benzol, Toluol und Xylol.
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Es wird angenommen, daß die letzteren in gewissem Umfang an der Bildung
der kobalthaltigen löslichen Katalysatoren teilnehmen. Mit aliphatischen Lösungs-oder
Verdünnungsmitteln werden gewöhnlich keine löslichen Katalysatoren erhalten. Toluol
siedet bei etwa 1 I I ° C. Dies reicht kaum aus, um das bei etwa 106°C frei werdende
Kristallisationswasser aus CoCI2 zu entfernen. Die Entwässerung mit Toluol verläuft
langsam, und der erzielte Grad der Entwässerung stellt gerade das Minimum dar, bei
dem aktive Katalysatoren erhalten werden. Xylol wird besonders bevorzugt, da das
azeotrop siedende Wasser-Xylol-Gemisch bei etwa 137 bis 138°C siedet. Diese Temperatur
ist durchaus ausreichend, um das bevorzugte CoCla zum charakteristischen hellblauen,
wasserfreien CoCI2 zu entwassern. Liegt die Kobaltverbindung in fester und/oder
unlöslicher Form vor, braucht sie vor dem Trocknen nur auf Korn-oder Kristallgroße
zerkleinert zu werden, da die Destillation eine weitere Zerkleinerung der Körner
bewirkt, so daß sich eine Dispersion eines feinverteilten, leicht reagierenden wasserfreien
Feststoffs bildet. Bei flüssigen Kobaltverbindungen oder solchen, die im Destillationsmedium
löslich sind, bestehen keine Probleme bezug auf die Zerkleinerung. In vielen Fällen
kann es vorteilhaft sein, die hydratisierte Kobaltverbindung an der Luft oder in
einer inerten Atmosphäre auf 100 bis 150°C vorzuwärmen, um große Wassermengen abzutreiben
und dadurch die Destillationszeit und die Menge des zu handhabenden Kohlenwasserstoffdestillats
herabzusetzen. Nach der Destillation wird die wasserfreie Kobaltverbindung gewöhnlich
nicht vom Lösungsmittel der Destillation abgetrennt, sondern die Dispersion oder
Lösung wird als solche unter Inertgas aufbewahrt, bis sie gebraucht wird.
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Der nächste Schritt in der Herstellung des Katalysators besteht in
der Vermischung der Dispersion der Kobaltverbindung mit dem metallorganischen, katalysatorbildenden
Bestandteil unter Bedingungen, die die Katalysatorbildung ermöglichen. Gewöhnlich
erfolgt dies in Gegenwart der geringen Menge des Lösungs mittels, die ursprünglich
in der auf die beschriebene Weise hergestellten Kobaltdispersion vorhanden ist.
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Gegebenenfalls kann weiteres Verdünnungsmittel zugesetzt werden. Die
Reaktion läßt man gewöhnlich I bis 2 Stunden ablaufen, jedoch sind längere tAI-terungszeiten
«
gewöhnlich besser. Die Katalysatorbildungsreaktion kann bei jeder Temperatur unter
etwa 200°C durchgeführt werden. Bevorzugt werden Temperaturen unter etwa 100° C.
Es ist gewöhnlich vorteilhaft, das Gemisch während der Reaktion zu rühren. Natürlich
muß auf Grund der Natur der den Katalysator bildenden Bestandteile dafür Sorge getragen
werden, daß Luft während der Katalysatorbildungsreaktion ausgeschlossen wird. Gegebenenfalls
vorhandene Lösungs-oder Verdünnungsmittel müssen ebenfalls völlig rein sein und
einen sehr niedrigen Wassergehalt aufweisen.
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Soll ein vollständig löslicher Katalysator hergestellt werden, braucht
das Reaktionsgemisch aus dem oben beschriebenen Schritt bei Anwesenheit eines aromatischen
Kohlenwasserstoffs nur filtriert und/oder mit dem Lösungsmittel verdünnt und dann
filtriert zu werden, um eine Lösung des Katalysators zu erhalten.
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Wird die Katalysatorbildungsreaktion in einer geringen Menge Kohlenwaserstoff,
wie Xylol, durchgeführt, die ein Gemisch von CoCI2 und eines Aluminiumtrialkyls,
wie Aluminiumtriisobutyl, enthält, wird als Produkt ein dunkler Brei erhalten. Nach
Filtration oder Zentrifugieren eines solchen Gemisches verbleibt eine klare, nur
leicht gefärbte Lösung, in der kein Tyndall-Effektbeobachtetwerden kann. Dieses
Produkt stellt einen äußerst aktiven, stereospezifischen löslichen Katalysator dar.
Der aus einem solchen Katalysator herausgenommene Feststoff erweist sich zumindest
im stereospezifischen Sinne als katalytisch inaktiv.
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Die Polymerisation der aliphatischen konjugierten Dienkohlenwasserstoffe
kann durchgeführt werden, indem der Katalysator und der monomere Kohlenwasserstoff
unter einer geeigneten inerten Atmosphäre bei einer Temperatur zwischen etwa-30
und etwa 100° C oder mehr und bei niedrigen Drücken zwischen unteratmosphärischem
Druck und etwa 100 Atm. zusammengebracht werden. Am besten erfolgt die Polymerisation,
indem der Katalysator mit einem Lösungs-oder Verdünnungsmittel so weit verdünnt
wird, daß eine kontrollierte Reaktion und eine für wirksame Wärmeabfuhr ausreichende
Fließfähigkeit aufrechterhalten werden können. Es ist im allgemeinen zweckmäßig,
das Gemisch zu rühren. Die Lösungsmittelmenge beträgt etwa 1 bis 20 Volumteile,
vorzugsweise etwa 4 bis 15 Volumteile pro Volumteil Monomeres. Als Lösungs-oder
Verdünnungsmittel eignen sich für diesen Zweck solche, die gegenüber metallorganische
Verbindungen inert sind. Am besten geeignet sind Kohlenwasserstoffe, und zwar aliphatische,
cycloaliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe. Acetylenische Kohlenwasserstoffe
haben hingegen häufig einen inhibierenden Effekt bei der Polymerisation von Dienen
und dürfen im Lösungsmittel oder Monomeren nicht anwesend sein. Monoolefinische
Kohlenwasserstoffe und/oder Dienkohlenwasserstoffe können jedoch als Lösungs-oder
Verdünnungsmittel oder als Teil des Gesamtverdünnungsmittels gegebenenfalls verwendet
werden. Von den Aliphaten werden Butan, Pentan, Hexan oder Heptan und von den Aromaten
werden Benzol, Toluol oder Xylol als Lösungs-und Verdünnungsmittel sowohl für die
Katalysatorherstellung als auch für die Polymerisation bevorzugt.
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Eine genaue Angabe des für die katalytische Aktivität erforderlichen
Mindestkobaltgehalts ist schwer zu machen, hauptsächlich deswegen, weil die Menge
des in jedem dieser Katalysatoren vorhandenen löslichen
Kobalts gewöhnlich äußerst
gering ist (eine unlösliche, nicht umgesetzte Kobaltverbindung ist wirkungslos).
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Die Analyse der löslichen Katalysatoren zeigt, daß bis zu 50 bis 100
Mol gelöstes Aluminium pro Mol gelöstes Kobalt (in einem durch Reaktion von 4 Mol
CoCI2 mit I Mol Aluminiumtriisobutyl gebildeten Katalysator) vorliegen können. Ferner
haben die Mengenverhältnisse zwischen der Kobaltverbindung und dem bei der Katalysatorherstellung
verwendeten metallorganischen Reduktionsmittel keinen betonten Einfluß auf die stereospezifische
Natur des gebildeten Katalysators. Die Mengen (bezogen auf Monomere) können ferner
innerhalb sehr weiter Grenzen schwanken und beispielsweise zwischen etwa 1 und 100
Millimol pro Liter Lösungsmittel liegen. Diese Mengen werden mit etwa 100 bis I
Millimol des metallorganischen Bestandteils pro Liter umgesetzt. Ein molares Verhältnis
(Co : Al) von etwa 25 : 1 bis etwa 1 : 1, vorzugsweise von etwa 5 : 1, wird verwendet,
um Butadien- (1, 3) in ein cis-1, 4-Polymerisat umzuwandeln.'Bei Isopren werden
mit Co : Al-Verhaltnissen zwischen 15 : 1 und 1 : 5 1,4-Polymerisate gebildet, in
denen die cis-1, 4-Struktur stark überwiegt (d. h. über etwa 80 °/o).
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Werden 4 Mol wasserfreies CoCl2 (dispergiert in Xylol) mit 1 Mol
Aluminiumtriisobutyl umgesetzt, bildet sich eine dunkle, offenbar inaktive Fällung.
Die hieraus erhaltene klare Flüssigkeit ist ein aktiver Katalysator und enthält
etwa 2 Mol Chlor pro Mol Aluminium. Das letztere scheint auf die Bildung einer Verbindung
oder eines Komplexes der Formel RAICI2 schließen zu lassen, wobei R Isobutyl, Wasserstoff,
Kobalt oder eine andere kobaltorganische Kombination sein könnte. Auch ein Gemisch
von solchen Verbindungen oder Komplexen könnte gebildet werden.
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Die für die Herstellung der erfindungsgemäß zu verwendenden Katalysatoren
geeigneten Kobaltverbindungen haben die allgemeine Struktur Co (A) n, in der A ein
einwertiges Anion und n einen der höheren Wertigkeitszustände des Kobalts (d. h.
2 oder 3) bedeutet. Verwendet werden kann somit jedes organische oder anorganische
Salz, z. B. die Halogenide (Chlor, Bromid, Fluorid und Jodid), Sulfat, Oxyhalogenide,
Hydroxyhalogenide, Acetylacetonate, Acetate, Oxalate, Tartrate und Ammonium-Weinsteinsaure-Komplexverbindungen,
Kobaltperfluoroborat, Kobaltstearat, Kobalthexahydrophthalat, Kobaltpolyacrylat
oder Kobaltsorbat. Stark bevorzugt werden die wasserfreien Halogenide von Kobalt
(Chlorid, Bromid, Fluorid und Jodid), insbesondere das Dichlorid.
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Als metallorganische Verbindungen werden aluminiumorganische Verbindungen
oder deren Gemische mit der allgemeinen Formel R-gAlXi-o, in der R Alkylreste und
X Halogen oder Alkoxy-, Aroxy-oder Carboxyreste bedeuten, verwendet. Hierzu gehören
beispielsweise Dialkyl-, Diaryl-, Dialkaryl-und Diaralkylaluminiumverbindungen,
z. B. Diäthylaluminiumchlorid, Diisobutylaluminiumchlorid, Diäthylaluminiumbromid,
Diathylaluminiumfluorid, Diisobutylisobutoxyaluminium, Diäthylphenoxyaluminium,
Diisobutylaluminiumacetylacetonat. Auch Gemische dieser verschiedenen Aluminiumverbindungen
können verwendet werden.
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Am vorteilhaftesten sind die Trialkylaluminium-und Alkylaluminiumhalogenide.
Die ersteren reagieren mit der Kobaltverbindung in regelbarer Weise unter
Bildung
von Katalysatoren mit hoher Aktivität. Die letzteren verbinden sich mit den Kobaltverbindungen,
wobei häufig keine Fällung gebildet wird. Die Dialkylaluminiumderivate sind vorzugsweise
hydridfrei, wenn ein löslicher Katalysator gebildet werden soll, der keine Filtration
erfordert.
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Nach der Polymerisation wird das Reaktionsgemisch mit einem den Katalysator
zersetzenden Stoff behandelt, z. B. mit einem Alkohol, sauerstofffreiem Wasser,
einem Amin, einer Carbonsäure, einem Mittel, das mit dem Schwermetall ein Chelat
oder eine Komplexverbindung bildet, z. B. Weinsteinsäure, Polyphosphaten oder Äthylendiamintetraessigsäure.
Eine Behandlung mit wäßriger Weinsteinsäure und dann mit Ammoniak ergibt stabile
wäßrige Extrakte von Kobalt und Aluminium. Durch Behandlung mit vielen dieser Substanzen
wird der Katalysator nicht deaktiviert oder zersetzt, sondern auch löslich gemacht
und seine Extraktion erleichtert. Die Zersetzung des Katalysators wird vorzugsweise
unter inerter Atmosphäre, z. B. trockenem Stickstoff, trockenem Helium oder Kohlenwasserstoffdämpfen,
vorgenommen.
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Die Extraktion wird vorgenommen, indem das Polymerisat oder die Polymerisatlösung
einmal oder mehrere Male mit frischem Lösungsmittel, Alkohol, Wasser gewaschen wird,
bis es im wesentlichen frei von Katalysatorresten ist. Bleibt das Polymerisat nach
beendeter Extraktion im Lösungsmittel, Verdünnungsmittel usw. gelöst oder damit
verbunden, kann es ausgefällt und dann durch Filtration, Auspressen, Trocknen vom
überschüssigen Lösungsmittel befreit werden. Polymerisate von Dienen, wie Butadien-1,3
und Isopren, sind in Kohlenwasserstoffen vollständig löslich und müssen, falls nicht
sehr große Mengen eines mischbaren, nicht lösenden Stoffs bei der Zersetzung des
Katalysators verwendet werden, durch Zusatz von Alkohol, Aceton gefällt werden.
Nach Abtrennung von den Lösungsmitteln, Alkoholen usw. wird das feste Polymerisat
gewöhnlich stabilisiert und getrocknet und dann zu Fellen gewalzt, die in der Gummifabrik
weiterverarbeitet werden können. Das Produkt, das nach einer solchen Reihe von Behandlungsschritten
anfällt, hat gewöhnlich ein sehr hohes Molekulargewicht, ist sehr rein und hat ausgezeichnete
physikalische Eigenschaften. Die Polymerisate mit im wesentlichen cis-1, 4-Struktur
pflegen weicher, kautschukartiger zu sein, während Polymere mit einem wesentlichen
Anteil der trans-1, 4-Struktur hart und/oder zäher zu sein pflegen.
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Zu den Monomeren, die erfindungsgemäß mit den Kobaltkatalysatoren
polymerisiert werden können, gehören die konjugierten diolefinischen Kohlenwasserstoffe
mit wenigstens einer CH, = C<-Gruppe. Verwendet werden können somit Butadien-
(1, 3), Isopren, Piperylen, 2,3-Dimethylbutadien- (1,3), Pentadien- (1, 3), 2-Methylpentadien-
(1, 3), Hexadien- (2, 4), 4-Methylhexadien- (l, 3), 2-Methylhexadien- (2, 4), 2,4-Dimethylpentadien-
(1, 3), 2-Isopropylbutadien- (1, 3), 1,1,3-Trimethylbutadien- (1, 3), Octadien-
(2, 4), 2,5,5-Trimethylhexadien- (1, 3), 2-Amylbutadien- (1, 3), 1, 1-Dimethyl-3-tert.-butylbutadien-
(1, 3), 2-Neopentylbutadien- (1, 3), Myrcen und Alloocimen. Geeignet sind weiter
konjugierte alicyclische Polyolefine, wie Cyclopentadien, Cyclohexadien-1,3, Cycloheptadien-1,3,
Dimethylfulven, oder arylsubstituierte Diolefine, wie 2-Phenylbutadien- (1, 3),
2,3-Diphenylbutadien- (1,3), Diphenylfulven. Auch Gemische von zwei, drei oder mehr
dieser konjugierten Polyolefine können verwendet werden. Geeignet sind
ferner Gemische
von einer oder mehreren der vorstehenden Verbindungen mit einem oder mehreren Monoolefinen,
die unter diesen Bedingungen copolymerisieren können. In diesem Fall muß der konjugierte
Dienkohlenwasserstoff gewöhnlich überwiegen (d. h. zu wenigstens 50 °/o im Monomerengemisch
vorliegen).
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Bevorzugt als Monomere werden die Butadien- (1, 3)-Kohlenwasserstoffe
mit nicht mehr als 5 Kohlenstoffatomen, speziell Butadien, Isopren und Piperylen.
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Butadien- (1, 3) scheint besonders gut auf die Kobaltkatalysatoren
anzusprechen. Dieses Monomere läßt sich leichter zu einem Polymerisat mit im wesentlichen
cis-1, 4-Struktur polymerisieren als die anderen Monomeren aus der bevorzugten Gruppe
und wird aus diesem Grunde vorzugsweise verwendet.
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Die Erfindung wird nachstehend an Hand einiger spezieller Beispiele
erläutert, die die Herstellung mehrerer Katalysatoren und ihre Verwendung bei der
Polymerisation von Butadien und Isopren beschreiben.
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Beispiel I Technisches Butadien- (1, 3), das vorher destilliert worden
ist, wird in trockenem Benzol in Gegenwart eines durch Reaktion von wasserfreiem
CoCI2 mit Aluminiumtriisobutyl hergestellten Katalysators polymerisiert. Als erster
Schritt zur Herstellung dieses Katalysators wird eine völlig wasserfreie Form des
CoCI2 hergestellt. Hierzu werden 238 g CoCIs HO von Reagensreinheit in eine offene
2-1-Harzblase gegeben. Die Blase mit dem Salz werden mehrere Tage bei 138 bis 165°C
in einen Ofen mit Luftumwälzung gestellt. Der Gewichtsverlust in dieser Zeit beträgt
etwa 110 g. Wahrend der Herausnahme aus dem Ofen wird die Blase mit trockenem Stickstoff
gespült. Anschließend werden ein Rückflußkühler, ein mechanischer Rührer angebracht
und 11 Xylol (destilliert und über CaH2 aufbewahrt) zugegeben. Während dieser Maßnahmen
wird weiterhin Stickstoff durch die Blase geleitet. Die Blase mit Inhalt wird unter
kräftigem Rühren des Breies unter Rückfluß erhitzt. Die Temperatur unter Rückfluß
erreicht bei 137° C den stationären Zustand. An diesem Punkt wird mit dem Auffangen
von Kondensat begonnen. Innerhalb von 4 Stunden fallen auf diese Weise 200 cm3 Xylol
an. Die Wasserabtrennung scheint bereits nach der ersten Stunde der Destillation
vollständig zu sein. Nach dieser Behandlung läßt man die Blase unter weiterem kräftigem
Rühren und ständigem Durchleiten von Stickstoff kühlen. Die Blase enthält jetzt
einen Brei sehr feiner hellblauer Teilchen, die als wasserfreies CoCI2 angesehen
werden. Das verlorene Xylol wird durch trockenes Xylol ersetzt. Analyse der fertigen
Suspension ergibt, daß sie etwa I Mol wasserfreies CoCI2 oder etwa 0,1090 g wasserfreies
CoCI2 pro Gramm enthält.
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Die CoCI2-Suspension wird mit Aluminiumtriisobutyl in l-l-Getrãnkeflaschen,
die vorher in einem Heißluftofen getrocknet und durch trockenen Stickstoff gekühlt
worden waren, zusammengegeben. Hierbei wird unter Stickstoff zuerst die CoCI-Suspension
in gewogener Menge und dann eine gemessene Menge Aluminiumtriisobutyl mit einer
Spritze zugegeben.
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Die Flaschen werden verschlossen und in ein Wasserbad von 30°C gestellt,
in dem sie während der Nacht über Kopf gedreht werden. Am folgenden Tag sind die
hellblauen CoCI2-Teilchen vollständig verschwunden.
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Stattdessen enthält die Flasche eine dunkle, schwärzliche
Fällung.
Jeder Flasche werden dann Benzol und 40 g destilliertes technisches Butadien (unter
Stickstoff) zugesetzt. Die Flaschen werden unter einem Überdruck von 1, 05 kg/cm2
trockenem Stickstoff erneut verschlossen, in das Wasserbad von 30°C zurückgestellt
und weitere 21 Stunden bewegt. Nach Herausnahme der Flaschen aus dem Bad enthalten
sie sämtlich eine sehr dunkle, sehr viskose klebstoffartige Lösung. Den Flaschen
wird eine stabilisierende Menge eines Antioxydans und so viel Triäthylamin zugegeben,
daß der Katalysator vollständig deaktiviert wird. Die Zugabe dieser Stoffe erfolgt
als Suspension in einem Benzol-Methanol-Gemisch durch die Verschlußdeckel der Flaschen,
bevor ihr Inhalt der Luft ausgesetzt wird.
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Die Flaschen werden dann in das Wasserbad zurück-
gestellt und so lange
bewegt, bis das Antioxydans dispergiert ist und das Triäthylamin den Katalysator
deaktiviert hat. Die Flaschen werden dann geöffnet und der Inhalt in einen offenen
Becher entleert, der ein Gemisch von Benzol und Methanol im Verhältnis von 4 : 1
enthält. Unter ständigem Rühren des Gemisches wird dem Polymerisat reines Methanol
zugegeben, bis das Polymerisat in Form von Krümeln ausfällt. Nach Abschütten des
Benzol-Methanol-Gemisches wird der krümelartige Feststoff wenigstens einmal mit
reinem Methanol extrahiert. Nach der letzten Alkoholextraktion werden die Krümel
unter Auswaschen mit Wasser zu Fellen gewalzt, die in einem. Vakuumtrockner getrocknet
werden. Die Zusammensetzung der Ansätze in diesen Versuchen ist nachstehend aufgeführt.
| Probe |
| A B C D E F |
| CoCl2-Dispersion, 33 30 30 34 27 27 1 25 |
| CoCI2, Millimol 27, 7 25, 2 25, 2 28,5 22,6 21,0 |
| Xyloldispersion, cm3 34 31 1 31 35 28 27 |
| Benzolzusatz, cm3 466 469 469 465 465 473 |
| Aluminiumtriisobutyl, cm3 0, 915 0, 952 1,11 1,50 1,495 1,87 |
| Gesamtlösungsmittel, cm3 500 500 500 500 500 500 |
| Molverhältnis Co : Al........................... 7, 55 : 1
6, 6 : 1 5,66 : 1 4,72 : 1 3,77 : 1 2,8 : 1 |
| Umsatz, °/0* 97, 5 90 92, 5 95 97,5 95,5 |
* Gewichtsprozent des in trockenes Polymerisat umgewandelten Monomeren.
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Die Untersuchung mit dem Infrarot-Spektrophotometer nach der von
Richardson und Sacher beschriebenen Methode (Rubber Chemistry and Technology, 27,
Nr. 2, S. 348 bis 362) ergibt für die auf diese Weise hergestellten Polybutadiene
ein Infrarotspektrum, das zeigt, daß die Polymerisate im wesentlichen die cis-1,
4-Struktur aufweisen. Bei dieser Bestimmung wird nur in geringem Maße oder überhaupt
nicht die trans-1,4- oder 1,2-Struktur festgestellt. Das Spektrophotometer ist nicht
in der Lage, eine Spitze im Spektrum aufzuzeigen, wenn die Strukturgruppen weit
über die Länge der Polymerenkette verteilt sind.
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Anders ausgedrückt, eine genügende Zahl der Gruppen muß hintereinander
verbunden sein, um in der Bande zu erscheinen. Weitere Vergleichsuntersuchungen
scheinen zu zeigen, daß gleichmäßig verteilte sterische Konfigurationen außer cis-1,
4-Einheiten in diesen Polymeren nicht in nennenswertem Maße auftreten.
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Die Polymerisate werden ferner durch Vulkanisation in den für Laufflächen
und Karkassen aus Naturkautschuk üblichen Ansätzen geprüft. Die physikalischen Festigkeitseigenschaften
sind ausgezeichnet.
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Sie liegen etwas unter denen des üblichen Butadien-Styrol-Kautschuks,
aber viel höher als bei Polybutadienen mit regelloser Struktur. Die Hysteresewerte
liegen zwischen denen von Butadien-Styrol-und Hevea-Kautschuk. Dies läßt sehr gute
Eignung als Karkassenmaterial für schwere Reifen erkennen. Die Kristallisationsgeschwindigkeit
(bei 65°C) und die Kristallschmelzpunkte zeigen, daß diese Polybutadiene mit im
wesentlichen cis-1, 4-Struktur hochkristallin sind (d. h. wenigstens so kristallin
wie Hevea-Kautschuk).
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Mit dem aus zwei Phasen bestehenden Kobaltkatalysator (fest und $iissig)
des vorstehend beschriebenen Typs hergestellte Polybutadiene mit im wesentlichen
cis-1, 4-Struktur haben Kristallschmelzpunkte, die im Bereich von-60 bis-85°C liegen.
Das Röntgen-
strahlenbeugungsbild dieser Polybutadiene zeigt ein scharfes Ringmuster,
das für eine Probe, die Kristallite mit regelloser Orientierung enthält, charakteristisch
ist.
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Beispiel 2 Katalysatoren nach Beispiel 1 werden zentrifugiert, um
die dunkle, feste Fällung abzutrennen. Diese Maßnahme und alle weiteren Schritte
werden unter einem ständigen Stickstoffstrom durchgeführt. Die klare Flüssigkeit
in jedem Rohr wird dann dekantiert, das Rohr mit Benzol aufgefüllt und geschüttelt,
um den Feststoff wieder zu dispergieren. Diese Maßnahme wird noch zweimal wiederholt.
Die aus jedem Rohr entnommene klare Flüssigkeit wird mit der üblichen Butadienmenge
wie im Beispiel 1 in eine 1-1-Flasche gegeben. Der nach der letzten Wäsche in jedem
Rohr zurückbleibende Feststoff wird wieder in 400 cms frischem, trockenem Benzol
dispergiert und in einer Flasche mit 30 g Butadien zusammengegeben. Die Flaschen
werden dann unter trockenem Stickstoff von etwa I kg/cm2 verschlossen und 16 bis
25 Stunden in ein Wasserbad von 30°C gestellt. Am nächsten Tag zeigte nur eine der
vier Flaschen, die den Feststoff enthalten, Anzeichen eines Viskositätsanstiegs.
Diese Flasche wird mit 10 Volumprozent Methanol behandelt, um den (etwa vorhandenen)
Katalysator zu zersetzen und ein etwa vorhandenes Polymerisat auszufällen. Nur etwa
3 g eines amorphen Polymerisats mit hohem Gelgehalt (bis zu 65 °/o) werden erhalten.
Dieses Polymerisat hat eine regellose Struktur mit einem hohen oder vielleicht sogar
überwiegenden Gehalt an 1,2-Polymerisat, einem ziemlich hohen Gehalt an cis-1, 4-Polymerisat
und etwas trans-1, 4-Polymerisat.
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Der Feststoff ist somit verhältnisrnäßig unwirksam als Katalysator.
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Die übrigen Flaschen mit Feststoffinhalt werden in ein Bad von 50°C
gestellt und drei weitere Tage darin
bewegt. Der Flascheninhalt
wird dann mit Methanol behandelt. Hiernach werden sehr geringe Mengen von amorphem
Polymerisat daraus isoliert. Infrarotuntersuchung der Proben zeigt, daß ihre Struktur
fast die gleiche ist wie bei der erstgenannten Probe, wobei die Bande zusätzlich
eine Hydroxylspitze zeigt.
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Im Gegensatz dazu ist die mit der Waschlösung der Zentrifuge entfernte
klare Flüssigkeit äußerst aktiv und ergibt hohe Ausbeuten (90 bis 100°/o) an weichen,
kautschukartigen Polybutadienen mit im wesentlichen cis-1, 4-Struktur.
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Beispiel 3 Ein Katalysator wird wie im Beispiel 1 aus 8 g einer Dispersion
von wasserfreiem CoCl2 in Xylol (entsprechend 22,1 Millimol CoCI2), 2,7 cm3 Aluminiumtriisobutyl
(11 Millimol) und 160 cm3 trockenem Benzol hergestellt. Dies entspricht einem molaren
Mengenverhältnis von Co : A1 wie 2 : 1. Die Mischung, die ständig durch trockenen
Stickstoff geschützt wird, läßt man insgesamt 16 Stunden bei 50°C reagieren.
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Die Flasche wird dann stehen gelassen, bis der schwarze Feststoff
sich abgesetzt hat. Jetzt wird etwa ein Drittel der klaren Flüssigkeit, die keinen
Tyndall-Effekt aufweist, abgezogen und in einer anderen Flasche mit 20 g eines gereinigten
Isoprens gemischt, das insgesamt weniger als etwa 0,1 Molprozent Inhibitoren enthält.
Die neue Flasche wird 3 bis 4 Tage in einem Wasserbad von 50°C über Kopf gedreht.
Hiernach ist der Inhalt der Flasche klar, sehr viskos und hat eine leicht gelbliche
Farbe. Dann werden etwa 10°/o Methanol zugeführt. Die Flasche wird bewegt, bis das
Methanol vollständig verteilt ist. Die Flasche wird dann an der Luft geöffnet und
ihr Inhalt mit so viel weiterem Methanol behandelt, daß das feste Polymerisat ausfällt,
das darauf nur einmal mit frischem Methanol gewaschen und getrocknet wird. Erhalten
wird in 100°/oiger Ausbeute ein kautschukartiges 1,4-Polyisopren, das zu mehr als
85 °/o die cis-1, 4-Struktur (Rest weitgehend trans-1, 4) aufweist. Das Polymerisat
enthält nur 9"/o Gel und nur 0,08°/o Asche.
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Hieraus ist ersichtlich, daß der lösliche Kobaltkatalysator Isopren
sehr wirksam polymerisiert und sich ferner sehr leicht aus dem Produkt auswaschen
läßt.
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Beispiel 4 Katalysatoren werden aus wasserfreiem CoCI2 in Xylol (hergestellt
wie im Beispiel 1) und Diisobutylaluminiumchlorid hergestellt. In einem Fall beträgt
das molare Verhältnis von Co : A13 1 : 2 und die CoCl2-Konzentration 20 Millimol
je Liter. Der Katalysator ist mit etwa 20 cm3 Xylol als Lösungsmittel gemischt.
Das Gemisch wird etwa 24 Stunden unter Stickstoff auf 90°C erhitzt, um es beschleunigt
zu » altern «. Nach dieser Zeit enthält die Flasche eine nur leicht gelbliche und
völlig fällungsfreie Lösung. Nun wird Butadien zugesetzt und die Polymerisation
bei 50°C durchgeführt. Ein Polymerisat, dessen Viskosität in verdünnter Lösung mehr
als 2,34 beträgt, wird in einer Ausbeute von über 90 °/0 erhalten. Das Polymerisat
besteht im wesentlichen aus cis-1, 4-Polybutadien (d. h. wenigstens 90°/0 cis-1,4).
Ähnliche Ergebnisse werden mit löslichen Katalysatoren der gleichen Art erhalten,
in denen das molare Verhältnis von Co : Al von etwa 30 : 1 bis etwa 1 : 10 verändert
wird. Alle Polymerisate sind im wesentlichen 1,4-Polybutadiene mit sehr niedrigem
Anteil der 1,2-Struktur.
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Beispiel 5 CoCI2 2 H2O wird in einen Kolben gegeben und der Kolben
in einem Ölbad gedreht. Gleichzeitig wird der Kolben außen unter Vakuum gesetzt.
Die Temperatur wird innerhalb von 5 oder 6 Stunden oder länger langsam auf 161°C
erhöht. Der Feststoff im Kolben verfärbt sich und nimmt die für wasserfreies CoCl,
charakteristische hellblaue Farbe an. Das trockene CoCI2 wird allmählich unter strömendem
Stickstoff gekühlt und direkt in einen Polymerisationskolben gegeben, dem schnell
hintereinander Diisobutylaluminiumchlorid, Benzol als Lösungsmittel und Butadien
zugesetzt werden. Der Kolben wird unter Stickstoff von I kg/cma verschlossen und
in ein Wasserbad von 30°C gestellt. In jedem Fall wird eine klare, praktisch wasserhelle
viskose Lösung von Polymerisat erhalten.
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In dem Fall, in dem das Co : Al-Verhältnis 1 : 1 und die CoCI2-Konzentration
0,8 Millimol je Liter beträgt, wird nach Aufarbeitung in der beschriebenen Weise
eine Ausbeute von 95°/0 Polymerisat erhalten. Das Polymerisat erweist sich als ein
Polybutadien, das zu etwa 95°/0 die cis-1, 4-Struktur hat.
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Beispiel 6 Mit einem aus wasserfreiem CoCI2 (als Dispersion in Xylol)
und Aluminiumtriisobutyl hergestellten Katalysator nach Beispiel 1 werden Copolymere
von Butadien und Isopren hergestellt. Die Copolymerisate sind sehr zäh.