DE1175672B - Verfahren zur Herstellung von phosphorhaltigen Siloxanen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von phosphorhaltigen SiloxanenInfo
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND Internat. Kl.: C07f
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Deutsche Kl.: 12 ο-26/03
Nummer: 1175 672
Aktenzeichen: M 53843IV b / 12 ο
Anmeldetag: 9. August 1962
Auslegetag: 13. August 1964
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von phosphorhaltigen Siloxanen durch Umsetzung
von olefinisch ungesättigten Silanen mit Phosphinen in Gegenwart eines freie Radikale liefernden
Katalysators, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man ein Silan der allgemeinen Formel
Verfahren zur Herstellung von
phosphorhaltigen Siloxanen
phosphorhaltigen Siloxanen
in der Y ein hydrolysierbares Atom oder eine hydrolysierbare Gruppe, R" ein niederer Alkylrest, B ein
Vinyl- oder Allylrest und b = 0, 1 oder 2 bedeutet, mit Phenylphosphin umsetzt und das so erhaltene
phosphorhaltige Silan in an sich bekannter Weise hydrolysiert und gegebenenfalls anschließend mit
Wasserstoffperoxyd oder Schwefel umsetzt.
In einem älteren Vorschlag des Erfinders wird unter anderem die Herstellung von Organosiloxanpolymeren,
die Phosphor in der Seitenkette enthalten, beschrieben. Erfindungsgemäß können jedoch Organosiliciumpolymere
hergestellt werden, in welchen der Phosphor in der Hauptpolymerkette vorhanden ist.
In der deutschen Patentschrift 1 086 897 ist beschrieben,
daß Polymerisate, die Phosphor und Siliciumatome in der Hauptpolymerkette enthalten,
durch Umsetzung von Disiloxanen, die an das Siliciumatom gebundene ungesättigte Gruppen, z. B.
Vinylgruppen, enthalten, mit primären Phosphinen Anmelder:
Midland Silicones Limited, London
Vertreter:
Dr.-Ing. R. Poschenrieder
und Dr.-Ing. E. Boettner, Patentanwälte,
München 8, Lucile-Grahn-Str. 38
Als Erfinder benannt:
William John Owen,
Sully, Penarth, Glamorgan,
Frederick Charles Saunders,
Constitution Hill, Llanblethin Cowbridge,
Glamorgan (Großbritannien)
William John Owen,
Sully, Penarth, Glamorgan,
Frederick Charles Saunders,
Constitution Hill, Llanblethin Cowbridge,
Glamorgan (Großbritannien)
Beanspruchte Priorität:
Großbritannien vom 11. August 1961 (29 068)
hergestellt werden können. Diese Umsetzung führt zu Polymerisaten, in welchen die sich wiederholende
Einheit die Form hat:
R"
R'
R'
— P — CH2 — CH — (CH2)„ — Si — O — Si(CH2),, — CH — CH2 —
In dieser können R und R" Alkyl-, Aryl- oder Cycloparaffinreste sein und R' Wasserstoff oder ein
Alkyl- oder Cycloparaffinrest. Diese Polymerisate haben jedoch die Neigung, sich während der Herstellung
durch die Vinylgruppen zu vernetzen, dies führt zu der Bildung eines teilweise vernetzten Produktes.
Weiterhin sind diese Polymeren durch Endgruppen charakterisiert, die sich für weitere Polymerisation
oder Mischpolymerisation nach den üblichen Verfahren nicht eignen.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es möglich, lineare Siloxane, die Phosphor und Silicium
in der Kette enthalten, reproduzierbar herzustellen. Sie können mit anderen Silicium enthaltenden Polymerisaten
viel leichter mischpolymerisiert werden und können selbst zu Polymeren mit höherem MoIe-
kulargewicht umgewandelt werden und zwar durch die üblichen Siloxanpolymerisationsverfahren.
Die neuen in der ersten Stufe des erfindungsgemäßen Verfahrens erhaltenen Silane haben die
allgemeine Formel
in welcher R' ein Phenylrest, R" ein niederer Alkylrest,
Q ein Phosphoratom, eine Phosphoryl- oder Thiophosphorylgruppe, Z ein zweiwertiger Kohlenwasserstoffrest
mit mindestens zwei Kohlenstoffatomen, der nicht aliphatisch ungesättigt ist, Y ein
hydrolysierbares Atom oder eine hydrolysierbare Gruppe ist, χ den Wert 0 oder 1 und b den Wert 0, 1
oder 2 hat. Y kann z. B. ein Halogenatom, wie Chlor
409 640/434
oder Brom, eine Alkoxy- oder Acetoxygruppe sein, R" vorzugsweise ein Methyl-, Äthyl- oder Propylrest.
Beispiele von Organosiliciumverbindungen, die als Ausgangsverbindungen verwendet werden können,
sind Vinyldimethylchlorsilan, Vinylmethyldichlorsilan
und Allyltrichlorsilan.
Die Reaktion wird durch die folgende Gleichung dargestellt, in welcher R' und R" die oben angegebenen
Bedeutungen haben:
Gegenwart eines Katalysators, wie Azobisisobutyronitril
oder einer anderen geeigneten freie Radikale liefernden Verbindung oder im ultravioletten Licht
durchgeführt.
Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren herstellbaren Siloxane bestehen aus Einheiten der allgemeinen
Formel
R'.,Q ZSi(R")6O/i
R"2
2 CH2 = CH — SiCl + RTH2
RT
R"
CH2CH2SiCl
R"
in welcher R', R", Q, Z. b und χ die oben angegebenen
Bedeutungen haben. Diese Siloxane werden durch Hydrolyse erhalten. Die Hydrolyse eines Silans der
allgemeinen Formel
CH2CH (CHo)nSi(R ")ft Y3 t>
3 X
Die Umsetzung des Phosphins und der Organosiliciumverbindung kann bei Temperaturen durchgeführt
werden, die zwischen Zimmertemperatur und in welcher χ = 1, b = 2, R ein Wasserstoffatom
der Rückflußtemperatur der Reaktionsteilnehmer 25 oder ein Alkylrest und η eine ganze Zahl ist, ergibt
liegen, sie wird vorzugsweise zwischen 80 und 1200C z. B. ein Siloxan, in welchem die sich wiederholenden
durchgeführt. Die Umsetzung wird vorzugsweise in Einheiten die folgende Form haben:
R"
R"
— O — Si — (CH2)„CHCH2 — P — CH2CH(CH2)„ — Si R"
R' R"
Im Gegensatz zu den Phosphor enthaltenden Organosiliciumpolymeren des Standes der Technik,
die oben besprochen sind, sind die linearen Verbindungen der vorliegenden Erfindung dadurch charakterisiert,
daß die Siliciumatome an den Enden der Kette vorhanden sind und daß an diese Siliciumatome
z. B. Hydroxyl- oder Alkoxylreste gebunden sind, wobei die Art des Restes von dem besonderen Hydrolysemedium
oder dem verwendeten Verfahren abhängig ist. Die Anwesenheit dieser endständigen, an
das Silicium gebundenen reaktionsfähigen Gruppen ermöglicht es, das Hydrolyseprodukt durch diese
Gruppen nach den üblichen Siloxanpolymerisationsverfahren weiter zu polymerisieren. Ein weiterer
Vorteil dieser endständigen, an das Silicium gebundenen reaktionsfähigen Gruppen liegt darin, daß die
Polymeren sich leichter zur Mischpolymerisation mit anderen Organosiliciumpolymeren, wie linearen oder
cyclischen Siloxanen, eignen und auch für andere Reaktionen, z. B. Vernetzung mit Silikaten oder
Polysilikaten.
Wenn in der Formel χ = 0 und b = 2 ist, ergibt die Hydrolyse des Silans ein Siloxan, welches aus
Einheiten der allgemeinen Formel
CH2CH(CHa)nSiIr2OjL
besteht, in welcher die Symbole die oben angegebenen Bedeutungen haben.
Ein bequemes Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen Siloxane besteht darin, daß das
hydrolysierbare Silan oder die Mischung der Silane in einem indifferenten Lösungsmittel, wie Benzol oder
Toluol, gelöst wird und daß zu dieser Lösung Wasser gegeben wird. Vorzugsweise wird die Reaktionstemperatur der Hydrolyse durch äußere Kühlung
innerhalb eines Bereiches von 0 bis 15°C gehalten.
Die Konsistenz der Siloxane nach der vorliegenden
Erfindung kann zwischen viskosen Flüssigkeiten und harten harzartigen Feststoffen variieren, sie sind
brauchbar für die Herstellung von Elastomeren, Schmierfetten, Fetten und harzartigen Uberzugsmaterialien.
44,8 g Phenylphosphin (=0,40 Mol) werden bei 1000C in einer Stickstoffatmosphäre gerührt. Es wird
eine kalte Lösung von 0.2 g Azobisisobutyronitril in
162 g Dimethylvinylchlorsilan innerhalb mehrerer Stunden zu dem Phenylphosphin hinzugegeben, und
die Mischung wird dann weitere 4 Stunden unter Rückfluß erhitzt.
Die fraktionierte Destillation des Reaktionsproduktes bei 134 bis 156 0C und 0,3 bis 0,9 Torr ergibt
129 g (90%ige Ausbeute) von Phenyl-bis-(dimethylchlorsilyläthyl)-phosphin.
90 g des so erhaltenen phosphorhaltigen Chlorsilans werden in 200 ml Äther gelöst, und die Lösung
wird dann zu 500 ml eiskaltem Wasser gegeben. Nach Neutralisation der Chlorwasserstoffsäure mit Natriumhydroxyd
läßt man die Mischung absetzen und trennt die Ätherschicht ab. Nach Entfernung des
Äthers durch Destillation werden 65,2 g (85%ige Ausbeute) eines viskosen flüssigen Siloxans erhalten,
das ein Molekulargewicht von 2745 hat.
Die Elementaranalyse des Polymers zeigt, daß 18,3 Gewichtsprozent Silicium und 10,9 Gewichtsprozent
Phosphor vorhanden sind im Vergleich mit den berechneten Werten für die Einheit
(C6H5)P
CH3^j CH2CH2SiO1
I 2
CH3/
IO
von 18,9 bzw. 10,5%.
Das im Beispiel 1 hergestellte phosphorhaltige Chlorsilan wird in Benzol gelöst und nach dem im
Beispiel 1 beschriebenen Verfahren hydrolysiert. Die Benzolschicht wird dann abgetrennt und langsam
mit 30%igem wäßrigem Wasserstoffsuperoxyd behandelt. Nach Beendigung der Zugabe wird die
Mischung von überschüssigem Wasserstoffsuperoxyd befreit, die Benzolschicht abgetrennt und das Benzol
durch Vakuumdestillation entfernt. Es wurde eine quantitative Ausbeute des oxydierten Siloxans vom
Molekulargewicht 5300 erhalten.
Analyse des Polymeren ergab die folgenden Ergebnisse :
Gefunden (Gewichtsprozent)
Si 17,7, P 10,2, C 53,7, H 8,1.
Berechnet
Si 17,9, P 9,95, C 53,8, H 8,0 für die Einheit
Das Produkt der Hydrolyse des phosphorhaltigen Chlorsilans vom Beispiel 1 wurde mit der äquivalenten
Menge von elementarem Schwefel behandelt. Es wurde eine quantitative Ausbeute des Siloxans
erhalten, dessen Analyse die folgenden Ergebnisse zeitigte.
Gefunden (Gewichtsprozent)
Si 16,8, P 9,85, S 9,00.
Si 16,8, P 9,85, S 9,00.
Berechnet
Si 17,1, P 9,45, S 9,50
für die Einheit
für die Einheit
(C6H5)P
S
S
CH3
CH2CH2SiO1
CH2CH2SiO1
I 2
CH3 J1
(C6H5)P
O
O
CH3^ CH2CH2SiO1
I 2
ι CH3/2
35
40
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Herstellung von phosphorhaltigen Siloxanen durch Umsetzung von olefinisch ungesättigten Silanen mit Phosphinen in Gegenwart eines freie Radikale liefernden Katalysators, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Silan der allgemeinen FormelY3-ö(R")&SiBin der Y ein hydrolysierbares Atom oder eine hydrolysierbare Gruppe, R" ein niederer Alkylrest, B ein Vinyl- oder Allylrest und b = 0, .' oder 2 bedeutet, mit Phenylphosphin umsetzt und das so erhaltene phosphorhaltige Silan in an sich bekannter Weise hydrolysiert und gegebenenfalls anschließend mit Wasserstoffperoxyd oder Schwefel umsetzt.In Betracht gezogene ältere Patente:
Deutsches Patent Nr. 1 118 781.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| GB2906861A GB1014051A (en) | 1961-08-11 | 1961-08-11 | Novel silanes and siloxanes |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1175672B true DE1175672B (de) | 1964-08-13 |
Family
ID=10285673
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEM53843A Pending DE1175672B (de) | 1961-08-11 | 1962-08-09 | Verfahren zur Herstellung von phosphorhaltigen Siloxanen |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1175672B (de) |
| GB (1) | GB1014051A (de) |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CA1143925A (en) * | 1978-03-30 | 1983-04-05 | Dow Corning Corporation | Stabilization of aqueous silicates using alkali siliconates of silylalkyl phosphonates |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1118781B (de) | 1959-02-12 | 1961-12-07 | Koppers Co Inc | Verfahren zur Herstellung von Phosphor und Silicium enthaltenden organischen Verbindungen |
-
1961
- 1961-08-11 GB GB2906861A patent/GB1014051A/en not_active Expired
-
1962
- 1962-08-09 DE DEM53843A patent/DE1175672B/de active Pending
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1118781B (de) | 1959-02-12 | 1961-12-07 | Koppers Co Inc | Verfahren zur Herstellung von Phosphor und Silicium enthaltenden organischen Verbindungen |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB1014051A (en) | 1965-12-22 |
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