DE1173650B - Verfahren zur Herstellung von hoch-molekularen Polyoxymethylenen oder deren Estern bzw. AEthern - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von hoch-molekularen Polyoxymethylenen oder deren Estern bzw. AEthernInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Internat. Kl.: C 08 g
Deutsche Kl.: 39 c -18
Nummer: 1173 650
Aktenzeichen: F 38026 IV d / 39 c
Anmeldetag: 13. Oktober 1962
Auslegetag: 9. Juli 1964
Es ist bekannt, daß praktisch wasserfreier, hochgereinigter Formaldehyd mit einem Wassergehalt von
weniger als 0,05 °/0 mit Hilfe von zahlreichen Katalysatoren,
wie Bortrifluorid, Oxoniumsalzen, tertiären und quartären Stickstoffbasen, Metallsalzen, Metallalkoholaten,
metallorganischen Verbindungen, Sulfoniumsalzen und Phosphoniumsalzen, in inerten
Lösungsmitteln zu hochmolekularen Polyoxymethylenen polymerisiert werden kann. Es ist ferner bekannt,
relativ wasserhaltige Formaldehydgase mit Hilfe von speziellen Katalysatoren zu hochmolekularen PoIyoxymethylenen
zu polymerisieren. Hierbei wird unreiner Formaldehyd mit einem Wassergehalt von etwa
0,5 bis 5°/o in ein indifferentes organisches Lösungsmittel
bzw. in ein acylierend oder alkylierend wirkendes Lösungsmittel eingeleitet oder aber in Abwesenheit
von Lösungsmitteln auf hochmolekulare Polyoxymethylene aufgeleitet und dem Polymerisationsansatz
spezielle Katalysatoren, vorzugsweise Verbindungen des zweiwertigen Zinns, zugesetzt. Bei dieser Arbeitsweise
gelingt es, die durch Wasser und andere Verunreinigungen bedingten Kettenabbruchreaktionen weitgehend
in ihrem Ablauf zu verlangsamen, so daß hochwertige Polyoxymethylene mit inneren Viskositäten
(gemessen in Dimethylformamid oder Butyrolacton bei 15O0C in 0,5%iger Lösung) von etwa 0,6 bis 3, was
Durchschnittsmolekulargewichten von etwa 30 000 bis 150 000 entspricht, erhalten werden.
Bisher haben bei den bekannten Verfahren aus der Reihe der Zinn(II)-verbindungen vorwiegend Zinn(II)-salze
organischer Carbonsäuren sowie frisch hergestellte, kolloidal gelöste Zinn(II)-hydroxyde praktische
Bedeutung bei der Polymerisation von Formaldehyd erlangt. Mit zahlreichen anderen Zinn(II)-verbindungen,
anorganischen wie auch organischen, konnten die außergewöhnlichen Eigenschaften des Zinn(II)-restes
als Initiator bei der Formaldehydpolymerisation nicht bestätigt werden, so daß angenommen werden
mußte, daß das Anion des Katalysators, d. h. vorwiegend Acylreste organischer Carbonsäuren bei der
durch Wasser relativ wenig gestörten Polymerisationsreaktion für das Polymerisationsgeschehen (Kettenstart,
Kettenabbruch, Übertragungsreaktionen) von entscheidender Bedeutung ist. Diese, z. B. aus Zinndichlorid
herstellbaren und bisher nicht brauchbaren Katalysatoren sind zwar gegenüber hochgereinigtem
Formaldehyd sehr aktive Polymerisationskatalysatoren, aus wasserhaltigeren Formaldehyddämpfen
werden jedoch bei der Polymerisation mit den genannten Katalysatoren nur Paraformaldehydähnliche
Polyoxymethylene erhalten.
Die Ursache der Unbrauchbarkeit zahlreicher Verfahren zur Herstellung von hochmolekularen
Polyoxymethylenen oder deren
Estern bzw. Äthern
Estern bzw. Äthern
Anmelder:
Farbenfabriken Bayer Aktiengesellschaft,
Leverkusen
Leverkusen
Als Erfinder benannt:
Dr. Kuno Wagner,
Dr. Ernst-Ulrich Köcher, Leverkusen
Zinn(II)-verbindungen bei ihrem Einsatz besteht darin, daß Zinn(II)-verbindungen, sofern sie ausgehend von
Zinn(II)-chlorid hergestellt werden, meist kleine Mengen an dissozierbaren Halogenverbindungen enthalten,
des weiteren lösliche Anteile an Alkalisalzen und schließlich mehr oder weniger große Anteile an
Zinn(IV)-verbindungen. Der erhöhte Anteil an Zinn(IV)-verbindungen ist darauf zurückzuführen, daß
bisher bei der Herstellung der Katalysatoren der Oxydationsanfälligkeit des Sn(II) nicht genug Rechnung
getragen wurde. Die ersten beiden Verunreinigungskomponenten beeinflussen schon in wenigen Milligramm
pro Liter des Polymerisationsmediums den Polymerisationsablauf sehr störend, während die
dritte Störkomponente, also Zinn(IV)-verbindungen, in Anteilen von mehr als 10%, bezogen auf Sn(II),
die katalytische Wirkung des Katalysators ebenfalls stark herabsetzt. Die durch die genannten Verunreinigungen
ausgelösten Kettenabbruchreaktionen bewirken, daß die den Zinn(II)-katalysatoren zukommende
günstige Eigenschaft der raschen Polymerisationsanregung bei relativ stark verlangsamten Kettenabbruchreaktionen
von dem Einfluß der Störkomponenten vollständig überdeckt wird.
Es wurde nun gefunden, daß man hochmolekulare Polyoxymethylene oder deren Ester bzw. Äther durch
Polymerisation nicht vorgereinigtem Formaldehyd, der 0,5 bis 3 % Wasser und etwas Methanol enthält, mittels
organischer Verbindungen des zweiwertigen Zinns als Katalysatoren in Gegenwart von indifferenten Lösungsmitteln,
Alkylierungs- und/oder Acylierungsmitteln bei Temperaturen von —20 bis +120° C herstellen kann,
409/629/439
indem man als Katalysatoren Verbindungen der allge- sationsmedien nur paraformaldehydähnliche, sehr
meinen Formel niedermolekulare Polyoxymethylene erhältlich sind.
/ R Besonders Zinn(II)-verbindungen, die kleine Anteile an
Q '' — Sn — Cl-Gruppierungen, z. B. als
i>n x -
R . RX
N — C — S — Sn-Cl
verwendet, in der R einen Rest einer Methylolverbin- r 7
dung einer aliphatischen, cycloaliphatischen, aralipha- S
tischen oder aromatischen Carbonsäure oder einer io O(jer
Dithiocarbaminsäure bedeutet. O
Dithiocarbaminsäure bedeutet. O
Diese Formaldehydaddukte bestehen aus 2 Mol
Formaldehyd und 1 Mol des Zinn(II)-salzes der ent- ™ q q ~ ~.
sprechenden Säure.
Das Verfahren kann derart durchgeführt werden, 15 (R = Alkyl) enthalten, wirken bei der Polymerisation
daß man gasförmigen Formaldehyd, der Verunreini- sehr störend, weil hierbei die durch Wasser und andere
gungen, wie 0,5 bis 3% Wasser, enthält, in indiffe- Verunreinigungen verursachten Kettenabbruchreakrenten
Lösungsmitteln, in Acylierungsmitteln und/oder tionen wesentlich rascher ablaufen und die Bildung von
in Alkylierungsmitteln, in Gegenwart katalytischer hochmolekularen Polyoxymethylenen daher nicht zuMengen
der genannten Zinn(II)-verbindungen poly- 20 lassen.
merisiert. Diese Katalysatoren ergeben auch gleichzeitig einen
Beispielsweise können als Katalysatoren eingesetzt erhöhten Schutz gegenüber Oxydationsreaktionen und
werden: die Zinn(II)-verbindungen der Methylol- führen zu Produkten, die nach ihrer Acetylierung oder
N-methyl-N-stearyl-dithiocarbaminsäure, der Methyl- Verätherung einen verminderten Gehalt an Asche-οΙ-Ν,Ν-diphenyl-dithiocarbaminsäure,
der Methylol- 25 resten (oft bedingt durch SnO2) aufweisen, wodurch
Ν,Ν-dibutyl-dithiocarbaminsäure, der Methylol- die Thermostabilität der endgruppenstabilisierten PoIy-N-Phenyl-N-methyldithiocarbaminsäure.
Der Einsatz oxymethylene ansteigt.
dieser Katalysatoren erbringt ein zügiges und rasches, Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Vergleichmäßiges
Ablaufen der Polymerisation, sobald fahrens wird vorzugsweise mit Formaldehyddämpfen
Konzentrationen von 0,2 bis 0,8 % an Formaldehyd in 30 gearbeitet, die etwa 0,5 bis 1 % Wasser und etwa 0,3 %
verschiedensten indifferenten Lösungsmitteln erreicht Methanol enthalten. Ein Formaldehyd dieses Verunsind.
Auch Addukte von 2 Mol Formaldehyd an 1 Mol reinigungsgrades kann in einfacher Weise hergestellt
der Zinn(II)-salze organischer Carbonsäuren werden werden, indem z. B. Paraformaldehyd mit einem
als Verbindungen der Konstitution Wassergehalt bis 1 °/0 mit oder ohne Wärmeüberträger
R r η rη r» ςη η rτ-τ η r r 35 pyrolysiert wird. Die erhaltenen Pyrolysegase werden
ι sodann bei Temperaturen von etwa 90 bis 150 C unter
n _ Vermeidung jeder Vorpolymerisation in das Polymeri-
sationsgefäß — gegebenenfalls unter vermindertem
angesehen. Beispiele unter diesen aktiven Katalysatoren oder erhöhtem Druck — übergeführt. Eine gute Quelle
sind Formaldehyd-Anlagerungsprodukte an Salze des 40 zur Herstellung methanolhaltiger und wasserärmerer
zweiwertigen Zinns mit Ameisensäure, Essigsäure, Formaldehyddämpfe sind auch Formaldehydgase, die
Propionsäure, Buttersäure, 2-Äthylcapronsäure, Palmi- bei der Dehydrierung von Methanol in Abwesenheit
tinsäure, Stearinsäure, ölsäure, alkylierten Benzoe- von Wasserstoffakzeptoren erhalten werden. Manchsäuren,
alkylierten Salicylsäuren, Phenylessigsäure, mal ist es wünschenswert, derartige Gase von Spuren
Cyclohexancarbonsäure oder anderen aliphatischen, 45 gefärbter, leicht flüchtiger unbekannter Stoffe zu becycloaliphatischen,
aromatischen, araliphatischen Car- freien, indem man sie in auf über 9O0C erhitzten
bonsäuren, die substituiert sein können, beispielsweise Lösungsmitteln wäscht oder durch geeignete Maßdurch
Halogen-, Nitro-, Hydroxy-, verätherte Hy- nahmen von erhöhten Anteilen von Ameisensäure
droxy- und Alkylgruppen. Genannt seien auch Form- befreit, wobei ebenfalls jede Vorpolymerisation bei
aldehydaddukte der Zinn(II)-salze von Polycarbon- 5° ausreichend hoch gewählter Temperatur unterbleibt,
säuren, wie die der Hexahydrophthalsäure und Tetra- Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen PoIy-
propenylbernsteinsäure. merisationsverfahrens ist es von Bedeutung, daß der
Mit Hilfe dieser neuen Zinn(II)-katalysatoren mit Formaldehyd nach und nach in das Polymerisationserhöhtem
Reinheitsgrad gelingt es, relativ unreinen medium eingeführt und hierbei laufend mit frisch zuge-Formaldehyd,
wie er beispielsweise durch Pyrolyse von 55 führtem Katalysator angeregt wird. Dadurch werden
Paraformaldehyd oder «-Polyoxymethylen erhältlich die Ausbeuten an hochmolekularem Polyoxymethylen
ist, ohne Zwischenreinigung z. B. durch Ausfrieren, erhöht. Man arbeitet im allgemeinen mit einer Menge
Vorpolymerisation oder sonstige Maßnahmen, für die von 0,000015 bis 0,01 Mol, vorzugsweise mit 0,0001 bis
Polymerisation zu verwenden und diesen unreinen 0,002 Mol, Katalysator pro Mol Formaldehyd, sofern
Formaldehyd in hochmolekulare Polyoxymethylene 60 man in indifferenten oder alkylierend wirkenden
mit wertvollen technischen Eigenschaften zu über- Lösungsmitteln polymerisiert. Wird dagegen in Essigführen.
Dieser Befund ist — wie schon angedeutet — säureanhydrid oder anderen Acylierungsmitteln polyinsofern
überraschend, als bei Verwendung der gleichen merisiert, so verwendet man vorteilhafterweise wesent-Katalysatoren
mit Halogengehalten von nur 0,5 0I0, lieh höhere Konzentrationen, nämlich 0,001 bis
Alkaligehalten von nur 0,3 % und Sn(IV)-Anteilen von 65 0,006 Mol Katalysator pro Mol Formaldehyd. Bei der
15 bis 20% bei der Polymerisation von durch Zer- Polymerisation in Essigsäureanhydrid verwendet man
setzung von Paraformaldehyd hergestellten Form- im übrigen vorteilhaft Formaldehyddämpfe mit einem
aldehyddämpfen in den verschiedensten Polymeri- Wassergehalt von < 1 0I0, da sonst im Verlaufe der
Polymerisation entstehende freie Essigsäure zu einem zunehmend störenden Kettenabbruch führt.
Die Katalysatoren werden vorzugsweise in Form von 0,01- bis l%igen Lösungen in inerten Lösungsmitteln,
in acylierend oder alkylierend wirkenden Lösungsmitteln, beispielsweise in Methylenchlorid,
1,2-Dichlorpropan, Tetrachlorkohlenstoff, in aromatischen
Kohlenwasserstoffen, wie Toluol, Äthylacetat, Essigsäureanhydrid, Orthoameisensäureäthylester,
Formaldehyd-dimethylacetal, zur Anwendung ge- ίο bracht. Der Katalysator soll möglichst gleichmäßig
über die ganze Zeitdauer der Polymerisation dosiert werden. Selbstverständlich ist dabei die Zufuhrgeschwindigkeit
des Katalysators variabel und richtet sich nach der Strömungsgeschwindigkeit, mit der der
Formaldehyd dem Polymerisationsgefäß zugeführt wird. Vorteilhaft legt man z. B. bei diskontinuierlicher
Arbeitsweise 30 bis 70% der benötigten Katalysatorlösung vor und dosiert die restlichen Mengen über das
ganze Zeitintervall der Polymerisation mit einer Dosierpumpe. Eine genaue und kontinuierliche Dosierung
des Katalysators ist deshalb von Bedeutung, weil der Formaldehyd ζ. B. mit einem Verunreinigungsgrad
von 2,5 °/o Wasser und 0,1 bis 0,3% Ameisensäure Verunreinigungen einschleppt, die selbst katalytisch
wirksam sind. Diese katalytische Aktivität fällt aber infolge der vielfach höheren Aktivität der zweiwertigen
Zinn(II)-verbindungen praktisch nicht ins Gewicht, sofern diese Verbindungen in einer ausreichenden
Konzentration im Polymerisationsansatz vorliegen.
Wird die Polymerisation in indifferenten Lösungsmitteln durchgeführt, so können aromatische, araliphatische,
cycloaliphatische und/oder aliphatische Kohlenwasserstoffe sowie ihre Halogenierungsprodukte
als Lösungsmittel Anwendung finden. Vorzugsweise arbeitet man jedoch in Methylenchlorid, da dieses
ein ausgezeichnetes Lösungsmittel für sich bildende sehr niedermolekulare Formaldehydhydrate darstellt
und weil dieses Lösungsmittel in besonderer Reinheit hergestellt werden kann. Brauchbar sind auch Lösungsmittel
wie 1,3-Dichlorpropan. Tetrachlorkohlenstoff und Chloroform können bei ausreichender Chlorwasserstofffreiheit
und Phosgenfreiheit ebenfalls zur Polymerisation verwendet werden.
Wird die Polymerisation in Acylierungsmitteln ausgeführt, so wird Essigsäureanhydrid, gegebenenfalls in
Mischung mit anderen Lösungsmitteln, bevorzugt. Es können aber auch andere Acylierungsmittel verwendet
werden.
Wird die Polymerisation in Alkylierungsmitteln ausgeführt, so wird bevorzugt Orthoameisensäureäthylester
als Lösungsmittel verwendet.
Die angewendete Menge an Lösungsmittel kann in weiten Grenzen variieren. Es ist meist zweckmäßig, auf
1 Gewichtsteil Formaldehyd 7 bis 12 Volumteile Lösungsmittel anzuwenden. Im allgemeinen wird der
Katalysator in dem gleichen Lösungsmittel gelöst, in dem die Polymerisation durchgeführt wird.
Die Polymerisation kann in einem Temperaturbereich von —20 bis +1200C ausgeführt werden. Es
ist oft vorteilhaft, bei Temperaturen zwischen —20 und +900C zu arbeiten.
Die Strömungsgeschwindigkeit, mit der die Formaldehyddämpfe ins Polymerisationsgefäß aufgeleitet
oder eingeleitet werden, ist variabel und richtet sich nach der Pyrolysegeschwindigkeit wie auch nach der
Temperaturführung im Polymerisationsgefäß.
Sofern man in indifferenten Lösungsmitteln polymerisiert hat, wird das Polymerisat vom Lösungsmittel
durch Filtrieren oder Zentrifugieren abgetrennt. Das Verfahren kann kontinuierlich oder halbkontinuierlich
durchgeführt werden: in dem Maße, wie die Abtrennung des Polymerisates erfolgt, kann neues
Lösungsmittel und neuer Katalysator dem Polymerisationsgefäß zugeführt werden.
Sofern man in acylierend wirkenden Lösungsmitteln polymerisiert hat, setzt man dem Ansatz nach beendigter
Polymerisation Acylierungskatalysatoren zu und erhitzt auf Temperaturen über 1000C, um alle Endgruppen
umzusetzen und Katalysatorreste zu entfernen.
Der große Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens gegenüber den bisher bekannten Polymerisationsverfahren
besteht darin, daß Formaldehyd relativ hohen Wassergehaltes zu hochmolekularen Polyoxymethylenen polymerisiert werden kann und
hierbei eine Reinigung der Formaldehyddämpfe durch Vorpolymerisation sowie die schwierige kontinuierliche
Entfernung der Vorpolymerisate vollständig entfällt. Ein wesentlicher Vorteil besteht ferner in der
leichten Zugänglichkeit des für die Polymerisation eingesetzten unreinen Formaldehyds. Weitere Vorteile
des erfindungsgemäßen Verfahrens bestehen in der erleichterten Entfernbarkeit der Katalysatorreste aus
den hochmolekularen Polyoxymethylenen, wodurch die Thermostabilität und die Farbeigenschaften der
Polymerisate besonders nach ihrer Verarbeitung verbessert werden. Weitere Vorteile bestehen in einer verbesserten
Möglichkeit der Kettenregelung und der Herstellung von leichter verarbeitbaren hochmolekularen
Polyoxymethylenen.
Unerwartete technische Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens gegenüber dem aus der belgischen
Patentschrift 608 622 bekannten Verfahren sind aus den folgenden Versuchen ersichtlich:
Gasförmiger, monomerer Formaldehyd mit einem Wassergehalt von 0,65 % wird in ein flüssiges Polymerisationsmedium
geleitet. Das Polymerisationsmedium besteht aus 1000 Volumteilen Methylenchlorid.
Man verwendet den in der Tabelle angeführten Polymerisationskatalysator und vergleicht das erhaltene
acetylierte Polymerisat mit acetylierten Polymerisaten, die mit dem Zinn(n)-salz der 2-Äthylcapronsäure
erhalten wurden.
Konzentration des Katalysators: 0,005 Mol pro Liter Methylenchlorid.
| Katalysator | Innere Viskosität acetylierter Proben |
Sn-Gehalt | CH2O-Verlust nach 2stündigem Erhitzen auf 222°C |
| (C2H5 · CH2 · CH2 · CH — COO)2 = SnC2H6 [(C4H9)2N — C — S — CH2O]2 = Sn S |
1,75 0,8 |
0,09% <0,03% |
25% S°/o |
Die acetylierten Produkte besitzen folgende innere Viskosität (gemessen in Butyrolacton bei 15O0C in
0,5%iger Lösung): ψ = 0,83.
Herstellung des Katalysators 20 Gewichtsteile der Verbindung
C18-H37-N-C-SX =Sn
CH, S
Die Tabelle zeigt die Vorteile des erfindungsgemäßen
Verfahrens gegenüber den bekannten Polymerisationsverfahren mit Zinn(II)-salzen organischer
Carbonsäuren. Die Entfern barkeit des Sn-Katalysators
ist verbessert, wodurch nicht nur die Thermostabilität, 5
sondern auch die Farbeigenschaften nach Verformung
der Polyoxymethylene im Spritzguß deutlich verbessert werden, da erhöhte Sn-Gehalte zu gelblichen
Verfärbungen der Polyoxymethylene neigen. Ein
weiterer Vorteil besteht in der verbesserten Möglich- io
keit der Herstellung leichter verarbeitbarer Polyoxymethylene ohne spezielle Kettenregler. Wie aus der
Tabelle zu ersehen ist, liegen die inneren Viskositäten
der Polymerisate in einem Bereich, der gute Fließeigenschaften gewährleistet. Demgegenüber sind Pro- 15 Gegenwart eines hochgereinigten, sauerstofffreien dukte, die mit Zinn(II)-salzen organischer Carbon- Stickstoffstroms hochgereinigter, wasserfreier Formsäuren hergestellt werden (vgl. innere Viskosität: 1,75) aldehyd eingeleitet. Die intensiv gelb gefärbte Lösung durch wesentlich schlechtere Fließeigenschaften und entfärbt sich im Verlaufe der Formaldehydeinleitung schwere Verarbeitbarkeit gekennzeichnet. und ist, nachdem 15 Gewichtsteile Formaldehyd ein-
Carbonsäuren. Die Entfern barkeit des Sn-Katalysators
ist verbessert, wodurch nicht nur die Thermostabilität, 5
sondern auch die Farbeigenschaften nach Verformung
der Polyoxymethylene im Spritzguß deutlich verbessert werden, da erhöhte Sn-Gehalte zu gelblichen
Verfärbungen der Polyoxymethylene neigen. Ein
weiterer Vorteil besteht in der verbesserten Möglich- io
keit der Herstellung leichter verarbeitbarer Polyoxymethylene ohne spezielle Kettenregler. Wie aus der
Tabelle zu ersehen ist, liegen die inneren Viskositäten
der Polymerisate in einem Bereich, der gute Fließeigenschaften gewährleistet. Demgegenüber sind Pro- 15 Gegenwart eines hochgereinigten, sauerstofffreien dukte, die mit Zinn(II)-salzen organischer Carbon- Stickstoffstroms hochgereinigter, wasserfreier Formsäuren hergestellt werden (vgl. innere Viskosität: 1,75) aldehyd eingeleitet. Die intensiv gelb gefärbte Lösung durch wesentlich schlechtere Fließeigenschaften und entfärbt sich im Verlaufe der Formaldehydeinleitung schwere Verarbeitbarkeit gekennzeichnet. und ist, nachdem 15 Gewichtsteile Formaldehyd ein-
Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren herge- ao geleitet worden sind, wieder fast vollständig farblos,
stellten und nach den oben angegebenen Verfahren Methylenchlorid und überschüssiger Formaldehyd
stabilisierten hochmolekularen Polyoxymethylene kön- werden durch Destillation im Vakuum entfernt und die
nen mit und ohne Zusätze anderer Substanzen zu hoch- eingeengte Methylenchloridlösung in Methanol eingewertigen
Kunststoffen verarbeitet werden; derartige tropft. Dabei wird eine pulvrige Substanz erhalten, die
Substanzen sind beispielsweise Wärmestabilisatoren, 25 nach dem Trocknen im Vakuum nicht mehr nach
Antioxydantien, Weichmacher, Füllstoffe, Pigment- Formaldehyd riecht, aber nach Analyse 2 Mol Form
werden in 1000 Volumteilen Methylenchlorid gelöst. Unter gutem Rühren wird bei Raumtemperatur in
farben, Lichtschutzmittel oder optische Aufheller.
In den folgenden Beispielen sind die für die Lösungsmittel angeführten Teile Volumteile, die übrigen Teile
Gewichtsteile.
140 Gewiehtsteile Paraformaldehyd mit einem Wassergehalt von 0,65% werden bei 124 bis 14O0C in
einem indifferenten Wärmeüberträger, bestehend aus einem Kohlenwasserstoffgemisch mit 12 bis 18 Kohlenstoffatomen,
in einem Rundkölbehen in bekannter Weise zersetzt. Die heißen Formaldehyddämpfe treten
durch ein mit Wasserdampf auf 1000C beheiztes Doppelmantelrohr aus VA-Stahl über einen ebenfalls
mit Wasserdampf beheizten Deckel, der mit einem Thermometerstutzen, einer Rührvorrichtung und einem
Ableitungsrohr versehen ist, in ein zylindrisches Reaktionsgefäß ein. Das Reaktionsgefäß besitzt einen Querschnitt
von 12 cm und einen Rauminhalt von 2000 cm3 und ist über eine isolierend wirkende Dichtung mit dem
heißen Deckel verbunden. Die Austrittsstelle des beheizten VA-Aufleitungsrohres befindet sich 2 cm über
dem Flüssigkeitsspiegel des Polymerisationsmediums. Der Ableitungsstutzen des beheizten Deckels wird mit
einer Wulfschen Flasche verbunden, die als Absperrund Aufnahmeflüssigkeit Wasser enthält und gegen
Überdruck mit einem kleinen Steigrohr gesichert ist. Das Polymerisationsmedium besteht aus 1000 Volumaldehyd
auf 1 Mol der Zinn-dithiocarbaminat-Verbindung gebunden enthält. Nach nochmaligem Umfallen
der Verbindung aus Methanol wird in kleinen Anteilen beigemengtes Methylen-bis-stearyl-methylamin
praktisch vollständig entfernt und der Katalysator gemäß Beispiel 1 zur Polymerisation verwendet.
In einem Parallelversuch ersetzt man den im Beispiel 1 genannten Katalysator mit dem schwefelfreien
Katalysator:
/C2H5 CH2 CH2 CH C O CH2 O\ Sn
teilen Essigsäureanhydrid mit einem Gehalt an freier 55 gereinigtem
Essigsäure von 0,35% und enthält 2 Gewichtsteile schonenden
\ QH5 O J2
Die Ausbeute beträgt 101 Gewichtsteile hochmolekulares Polyoxymethylen.
Die acetylierten Produkte besitzen folgende innere Viskosität (gemessen in Butyrolacton bei 1500C in
0,5%iger Lösung): ψ = 1,35.
Herstellung des Katalysators
20 Gewichtsteile Zinn(II)-octoat werden in Methylenchlorid gelöst und wie im Beispiel 1 mit hoch-
eines Katalysators folgender Konstitution
Formaldehyd behandelt. Nach dem Abtreiben des überschüssigen Form-
/C1S — H37 — N — C — S — CH,
CH, S
Im Verlaufe der Polymerisation werden weitere 0,6 Gewichtsteile des gleichen Katalysators, gelöst in
30 Volumteilen Methylenchlorid, über die gesamte Polymerisationszeit gleichmäßig dem Polymerisationsansatz zugeführt. Ausbeute: 98 Gewichtsteile hochmolekulares
Polyoxymethylen.
aldehyde hinterbleibt eine sirupöse, in organischen Lösungsmitteln leicht lösliche Flüssigkeit, die auf
■ O\ = Sn 1 Äquivalent Zinn 1 Äquivalent Formaldehyd gebun-
60 den enthält. Infolge der Beständigkeit der Verbindung
J2 ist das Reaktionsprodukt nicht etwa ein Anlagerungs-
Komplex sondern ein echtes Sn-Halbacetal-Derivat
der Formel
/CoH, CH. CH9 CH CO OCH9 O\
C2H5
9 10
Beispiel 3
Man verfährt wie im Beispiel 1, als Katalysator werden die folgenden Zinn(II)-verbindungen verwendet:
| Versuch | Katalysator | = Sn 2 |
2 | Menge in Gewichtsteilen |
Polymerisationsmedium |
| a) | = Sn | /C6H5-N-C-S-CH2-OX =Sn | 0,8 | Orthoameisensäure- äthylester |
|
| ο) | \ CH3 S /, | 0,65 | Toluol | ||
| /CH3 — CH2-CH2-C — O — CH2-ON = Sn | |||||
| c) | [(C6Hj)2N — C — S — CH2 — Ol Il S |
I ο j, | 0,8 | Methylenchlorid | |
| "(C4H9)2N — C — S — CH2 — O" | /C6H5- CH2- C — 0 — CH2-ON = Sn | ||||
| d) | S | I Ö L / H2 H2 N |
0,75 | Essigsäureanhydrid | |
| I H2-( >—H — C — 0 —CH2-O I = Sn | |||||
| e) | V H2 H2 ° /2 | 0,95 | Benzol | ||
| /- >— C — 0 — CH2- θ\ = Sn | |||||
| f) | 1 | 1,2 | Methylenchlorid | ||
| ^ O J2 | |||||
| g) | 0,9 | Methylenchlorid | |||
Man polymerisiert gemäß Beispiel 1 und erhält nach der Acetylierung bzw. Verätherung mit Orthoameisensäureäthylester
[Versuch a)] Polyoxymethylene mit folgenden inneren Viskositäten (gemessen in Butyrolacton bei 1500C in O,5°/Oiger Lösung) und
Ausbeuten:
| Versuch | Ausbeute | Innere Viskosität |
| a) | 67 Gewichtsteile | 0,72 |
| b) | 106 Gewichtsteile | 1,13 |
| c) | 95 Gewichtsteile | 0,93 |
| d) | 91 Gewichtsteile | 1,35 |
| e) | 93 Gewichtsteile | 1,3 |
| f) | 102 Gewichtsteile | 1,25 |
| g) | 93 Gewichtsteile | 1,19 |
55
Die Herstellung der Katalysatoren a) bis g) erfolgt nach der Verfahrensweise der Beispiele 1 und 2 aus
den entsprechenden Zinn(II)-Salzen von Dithiocarbaminsäuren bzw. organischen Carbonsäuren und
überschüssigem Formaldehyd.
Die Herstellung der Katalysatoren erfolgt in bekannter Weise.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Herstellung von hochmolekularen Polyoxymethylenen oder deren Estern bzw. Äthern durch Polymerisation von nicht vorgereinigtem Formaldehyd, der 0,5 bis 3°/o Wasser und etwas Methanol enthält, mittels organischer Verbindungen des zweiwertigen Zinns als Katalysatoren in Gegenwart von indifferenten Lösungsmitteln, Alkylierungs- und/oder Acylierungsmitteln bei Temperaturen von —20 bis +1200C, dadurch gekennzeichnet, daß man als Katalysatoren Verbindungen der allgemeinen Formelverwendet, in der R einen Rest einer Methylolverbindung einer aliphatischen, cycloaliphatischen, araliphatischen oder aromatischen Carbonsäure oder einer Dithiocarbaminsäure bedeutet.In Betracht gezogene Druckschriften:
Belgische Patentschrift Nr. 608 622.
Priority Applications (7)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| NL299150D NL299150A (de) | 1962-10-13 | ||
| BE638455D BE638455A (de) | 1962-10-13 | ||
| DEF38026A DE1173650B (de) | 1962-10-13 | 1962-10-13 | Verfahren zur Herstellung von hoch-molekularen Polyoxymethylenen oder deren Estern bzw. AEthern |
| CH1171363A CH430215A (de) | 1962-10-13 | 1963-09-23 | Verfahren zur Herstellung von hochmolekularen Polyoxymethylenen |
| US311296A US3313780A (en) | 1962-10-13 | 1963-09-25 | Process for the production of high molecular weight polyoxymethylenes |
| GB40025/63A GB998546A (en) | 1962-10-13 | 1963-10-10 | A process for the production of high molecular weight polyoxymethylenes |
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Patent Citations (1)
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