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Kinematographisches Aufnahme- oder Wiedergabegerät mit selbsttätiger
Filmeinfädelvorrichtung Zusatz zur Anmeldung: B 67942 IX a / 57 a
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Auslegeschrift 1159 266
Die Erfindung betrifft ein kinematographisches
Aufnahme- oder Wiedergabegerät mit selbsttätiger Filmeinfädelvorrichtung, bei welchem
zwischen dem Antriebsorgan für den Film und dem Kern der Aufwickelspule ein Filmführungskanal
vorgesehen ist, der zumindest mit einem der Aufwickelspule nächstgelegenen Teil
in bekannter Weise mit dem Kern der Aufwickelspule zusammenarbeitet, und der mindestens
ein während des Einfädelns zur Kanalbildung beitragendes und während des gesamten
Aufspulens als Umlenkmittel für den Film dienendes Leitblech aufweist, welches dem
Einfluß des Filmzugs federnd nachgiebig angeordnet ist, nach Patentanmeldung B
67942 IX a / 57 a.
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Es ist schon vorgeschlagen worden, die übertragung des mit dem Anwachsen
des Filmwickels stärker werdenden Filmzuges bis zum Filmtransportorgan durch Verwendung
eines dem Einfluß des Filmzugs federnd nachgiebig angeordneten Leitbleches zu verhindern.
Dabei ist jedoch Voraussetzung, daß die Kraft der Reibkupplung, durch welche die
Aufwickelspule angetrieben wird, ein bestimmtes Maß nicht überschreitet, weil sich
sonst bei größer werdendem Filmwickel der Filmzug trotz des nachgiebigen Leitbleches
bis zum Filmtransportorgan, beispielsweise dem Greifer, auswirkt, was einen unruhigen
Bildstand zur Folge hat. Wird die Reibkupplung so schwach ausgelegt, daß diese Wirkung
nicht eintritt, so besteht die Gefahr, daß beim Beginn des Aufspulvorgangs der von
dem Filmtransportorgan nachgeschobene Film durch die Aufwickelspule nicht in ausreichendem
Maße weggezogen wird, was -
zumindest bei Greiferschaltwerken - ein
von der Filmschleife ausgehendes Zurückspringen des Films und damit Doppelbelichtungen
zur Folge haben kann.
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Diese Nachteile werden erfindungsgemäß dadurch beseitigt, daß im Schwenkbereich
des federnd nachgiebigen Leitbleches ein Hemmkörper mit das Gleiten des Films erschwerdender
Oberfläche angeordnet ist. Dadurch ist es möglich, die Reibkupplung so auszulegen,
daß ein ausreichend starker Filmzug schon zu Beginn des Aufspulvorganges besteht,
ohne befürchten zu müssen, daß sich der mit anwachsendem Filmwickel stärker werdende
Filmzug bis zum Filmtransportorgan hin auswirkt. Bei stärker werdendem Filmzug weicht
nämlich das nachgiebige Leitblech so weit aus, daß das Filmband mit dem insbesondere
als Gummistollen ausgebildeten Hemmkörper in Berührung kommt, welcher sodann als
Bremse wirkt und den von der Aufwickelspule ausgehenden Filmzug abfängt. Zweckmäßig
weist das Leitblech eine Durchbrechung auf, durch welche der Hemmkörper nach einem
bestimmten Schwenkweg des Leitbleches hindurchragt, wodurch sich eine sehr platzsparende
und zudem funktionssichere Bauweise ergibt.
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Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist in der Zeichnung
wiedergegeben. Es zeigt F i g. 1 die Seitenansicht des Ausführungsbeispiels,
wobei sich sämtliche Teile in Ruhestellung befinden, Fig. 2 einen vergrößerten Ausschnitt
aus Fig. 1
während des Aufspulens.
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In dem Gehäuse 1 einer Filmaufnahmekamera ist in bekannter
und deshalb nicht näher erläuterter und gezeigter Art und Weise eine Bildfensterfihnführung
2 angeordnet, mit welcher eine ebenfalls an sich bekannte, nicht zur Erfindung gehörende
Anpreßvorrichtung 3 zusammenarbeitet. Mit 4 ist die Fümvorratsspule und mit
5 die Aufwickelspule bezeichnet. Die beiden Spulen 4 und 5 sind in
bekannter Weise in dem Kameragehäuse 1 gelagert.
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An der Austrittsseite der Bildfensterfilmführung 2 sind in dem Kameragehäuse
1 fest angeordnete Leitbleche 6 und 7 vorgesehen, welche die
Seitenwände eines Filmführungskanals bilden. Ein schwenkbar gelagertes Leitblech
8 steht unter dem Einfluß einer Feder 9, welche bestrebt ist, das
Leitblech 8 stets gegen einen Anschlag 10 zu drücken. Hierdurch entsteht
in Verbindung mit dem festen Leitblech 6 eine Fortsetzung des durch die festen
Leitbleche 6 und 7
gebildeten Filmführungskanals.
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Ein aus den Seitenwänden 11 a und 11 b gebildeter beweglicher
Teil 11 des Filmführungskanals ist um eine im Kameragehäuse 1 fest
angeordnete Achse
17 drehbar gelagert und steht unter dem
Einfluß einer Feder 12, welche bestrebt ist, den beweglichen Teil des Filmführungskanals
im Uhrzeigersinn um seine Achse 17 zu schwenken.
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Die Seitenwand Ila des beweglichen Teils 11 des Filmführungskanals
weist an ihrem der Aufwickc!-spule 5 zugewandten Ende einen Vorsprung
11 cauf, welcher für die Zusammenarbeit mit einem Schlitz 5 b
im
Kern 5 a der Aufwickelspule 5 bestimmt ist. Die Seitenwand
11 a des beweglichen Teils 11 des Filmführungskanals trägt außerdem
ein Lager für eine Gleitrolle 13.
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Im Schwenkbereich des Leitbleches 8 ist im Kameragehäuse
1 ein Halter 18 befestigt, der einen Gummistollen 19 trägt.
Das Leitblech 8 weist eine Durchbrechung 20 aüf, durch welche der Gummistollen
19 hindurchragt, wenn das Leitblech 8 um ein gewisses Maß gegen die
Kraft der Feder 9 geschwenkt wird.
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Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende: Nach Einführen des
Anfangs des auf der Filmvorratsspule 4 befindlichen Films 14 in die Bildfensterfilmführung
2 wird der Film 14 so lange in Filmtransportrichtung geschoben, bis er von dem Filmtransportorgan
der Kamera erfaßt wird. Der bewegliche Teil 11 des Filmführungskanals stützt
sich unter dem Einfluß der Feder 12 auf dem Umfang des Kerns 5
a der Aufwickelspule 5 ab.
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Setzt man die Kamera in Gang, so wird der in die Bildfensterfilmführung
2 eingeführte Film selbsttätig weitertransportiert, wobei er nach Verlassen der
Bildfensterfilmführung 2 in den aus den beiden fest angeordneten Leitblechen
6 und 7 gebildeten Filmführungskanal eintritt. Gleichzeitig hat die
Aufwickelspule 5 begonnen, sich im Uhrzeigersinn zu drehen. Sie dreht sich
so lange, bis der an der Seitenwand11a des beweglichen Teils11 des Filmführungskanals
vorgesehene Vorsprung 11c in den Schlitz 5 b im Kein 5
a der Aufwickelspule 5 einfällt. Damit wird die Aufwickelspule5 trotz
des weiterlaufenden Transportmechanismus der Kamera gegen die Kraft ihres als Reibkupplung
ausgebildeten, aus der Zeichnung nicht ersichtlichen Antriebs festgehalten. Der
Schlitz5b in dem Kern5a der Aufwickelspule 5 steht dabei dem aus den beiden
Seitenwänden 11 a und 11 b des beweglichen Teils
11 des Filmführungskanals gebildeten Austrittsschlitz gegenüber.
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Der Film 14 ist inzwischen weitertransportiert worden. Der Filmanfang
ist dabei durch die Wölbung des Leitbleches 6 so gelenkt worden, daß er in
den aus dem fest angeordneten Leitblech 6 und dem beweglich gelagerten Leitblech
8 gebildeten Kanal und unmittelbar anschließend in den aus den beiden Seitenwänden
11 a und 11 b gebildeten beweglichen Teil des Filmführungskanals eingetreten
ist. Mit Hilfe der beiden Seitenwände 11 a und 11 b des beweglichen
Teils 11 des Filmführungskanals wird der Film 14 durch den Schlitz
5 b in das Innere des Spulenkerns 5 a der Aufwickelspule
5 eingeleitet.
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Da der Film 14 ständig weitertransportiert wird, entsteht innerhalb
des beweglichen Teils 11 des Filmführungskanals ein Stau, welcher zur Folge
hat, daß der Film 14 in Richtung der Seitenwand 11 b
auszuweichen versucht.
Dabei drückt der Film 14 gegen diese Seitenwand und bewirkt dadurch ein Verschwenken
des beweglichen Teils 11 gegen die Kraft der Feder 12 entgegen dem Uhrzeigersinn.
Durch dieses Verschwenken des Teils 11 wird der Vorsprung 11c aus dem Schlitz
5b des Kerns 5a der Aufwickelspule 5 ausgehoben. Dadurch wird die
Aufwickelspule 5 freigegeben. Letztere beginnt nun, sich im Uhrzeigersinn
zu drehen, wodurch der Film 14 auf den Kein 5a der Aufwickeispule 5 aufgespult
wird. Der bewegliche Teil 11 des Filmführungskanals stützt sich dabei mittels
der Gleitrolle 13 auf der je-
weils äußersten Windung des Filmwickels
ab.
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Mit zunehmender Dicke des Filmwickels auf dem Kern 5a der Aufwickelspule
5 verändert sich der auf den Film 14 ausgeübte Zug mehr und mehr, was zur
Folge hat, daß das nunmehr als Umlenkmittel für den Film 14 dienende Leitblech
8 gegen die Kraft der schwach ausgebildeten Feder 9 im Uhrzeigersinn
geschwenkt, d. h. von dem Anschlag 10 abgehoben wird. Unregelmäßigkeiten
in Richtung des Filmzugs werden somit dadurch aufgefangen, daß das Leitblech
8 nachgiebig die Länge der Filmschleife ändert. Wird der Filmzug so stark,
daß er das Leitblech 8
über ein bestimmtes Maß hinaus gegen die Kraft der
Feder 9 schwenkt, so ragt der Gummistollen 19 durch die Durchbrechung
20 des Leitbleches 8 hindurch und kommt mit dem Film 14 in Berührung. Der
Gummistollen 19 wirkt dabei als Bremse, welche einen Teil der von der Aufwickelspule
ausgehenden, auf den Film wirkenden Zugkraft abfängt und somit zur Erzielung eines
ruhigen Bildstandes beiträgt.