DE1168010B - Getter-Ionenpumpe mit einem einem Magnetfeld unterworfenen Ionisationsraum - Google Patents
Getter-Ionenpumpe mit einem einem Magnetfeld unterworfenen IonisationsraumInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Internat. Kl.: F04f
Deutsche Kl.: 27 d-5/04
Nummer: 1 168 010
Aktenzeichen· C 24527 VIII c / 27 d
Anmeldetag: 4. Juli 1961
Auslegetag: 16. April 1964
Die Erfindung betrifft eine Ionenpumpe der Getter-Type mit selbständiger Entladung in einem Magnetfeld,
die auf Grund ihrer erfindungsgemäß gewählten Ausbildung die Vorteile besitzt, daß das
äußere Magnetfeld vernachlässigbar, der Raumbedarf beträchtlich vermindert und ihr Gewicht sehr gering ist.
Bekanntlich benutzt man in gewissen Ionenpumpen der Getter-Type, wie solche beispielsweise in
der französischen Patentschrift 1101 015 beschrieben
sind, eine selbständige Ionenentladung, eine sogenannte Penning-Entladung, die sich in nichtparallelen
elektrischen und magnetischen Feldern aufbaut. Nach einer bevorzugten Ausführungsform enthält die
Ionisationskammer einer solchen Pumpe eine in Form eines Hohlzylinders gehaltene positive Elektrode
und zwei aus einem die Gasionen absorbierenden Werkstoff wie Titan oder Kohlenstoff bestehende
negative Elektroden. Diese beiden Elektroden sind auf den offenen endseitigen Stirnflächen der positiven
Hohlzylinderelektrode angeordnet. Dieser Aufbau befindet sich in einem zur Achse des Zylinders
parallelen Magnetfeld, das durch einen außerhalb des Gehäuses angeordneten Magneten erzeugt wird.
Wenn zwischen diesen Elektroden eine Ionenentladung stattfindet, können die erzeugten Elektronen
die positive Elektrode nur auf sehr langen spiralförmigen Bahnen erreichen. In dem Zeitpunkt, da
die Entladung äußerst niedrige Drucke besitzt, ist somit die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von
Ionisationsstößen beträchtlich erhöht. Die erzeugten Ionen laufen dann in Richtung auf die sie absorbierenden
negativen Elektroden.
Diese Pumpen, die außer einer Hochspannungsquelle keine weiteren Betriebsorgane benötigen, sind
zwar dazu geeignet, um ständig an Elektronenröhren luftdicht angeschlossen zu bleiben, um in diesen ein
Hochvakuum aufrechtzuerhalten. Jedoch können solche Pumpen bisher nicht für Röhren mit elektronenoptischen
Präzisionssystemen, insbesondere solche nicht verwendet werden, in denen Elektronen
mit geringer Geschwindigkeit laufen, wie in Bildabtast- und Bildwiedergaberöhren. Diese Pumpen besitzen
nämlich ein beträchtliches äußeres Magnetfeld, das in die Elektronenoptik unzulässige Fehler
einbringt. Eine wirkungsvolle magnetische Abschirmung entweder der Pumpe oder der Elektronenröhre
ist zwar grundsätzlich möglich, vergrößert jedoch den Raumbedarf und das Gewicht des Gesamtaufbaus in
unannehmbarer Weise, insbesondere in den äußerst häufigen Fällen, in denen die Elektronenröhre zerbrechlich
ist und in denen sie darüber hinaus in transportablen Einrichtungen arbeiten muß.
Getter-Ionenpumpe mit einem einem Magnetfeld unterworfenen Ionisationsraum
Anmelder:
Compagnie Frangaise Thomson-Houston, Paris
Vertreter:
Dipl.-Ing. Dipl. oec. publ. D. Lewinsky,
Patentanwalt,
München-Pasing, Agnes-Bernauer-Str. 202
Als Erfinder benannt:
Luden Guyot, Paris
Luden Guyot, Paris
Beanspruchte Priorität:
Frankreich vom 8. Juli 1960 (832 470)
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, eine Ionenpumpe der Getter-Type mit einem einem
Magnetfeld unterworfenen Ionisationsraum zu schaffen, die einen gegenüber den bisher bekannten derartigen
Ionenpumpen wesentlich geringeren Raumbedarf hat, ein geringeres Gewicht aufweist und
praktisch kein äußeres Magnetfeld besitzt. Der der Erfindung zugrunde liegende Grundgedanke besteht
darin, das äußere Magnetfeld mittels eines seine Kompensierung bewirkenden Magnetaufbaus zu verringern.
Die Ionenpumpe der Getter-Type gemäß der Erfindung besitzt eine Ionisationskammer, in der ein
Magnetfeld herrscht und die in folgender Weise ausgebildet ist:
Die Ionisationskammer besteht im wesentlichen aus einem aus nichtferromagnetischem Werkstoff gefertigten
Hohlzylinder, der an seinen beiden offenen Stirnseiten mit ferromagnetischen Platten abgedeckt
und verbunden ist. Die Ionisationskammer ist ferner von einem hohlzylinderförmigen Magneten umgeben,
der in der Richtung der Achse magnetisiert und mit den beiden ferromagnetischen Platten magnetisch
verbunden ist. Außerhalb der Kammer und koaxial zu ihr ist ein weiterer Magnet, der sogenannte Kompensationsmagnet,
angeordnet, der vorzugsweise die gleiche Form wie der erstere Magnet aufweist und
diesem gegenüber in entgegengesetzter Richtung magnetisiert und über die eine seiner Polflächen mit
einer der beiden Platten der Kammer und über die andere Polfläche mit einer dritten ferromagnetischen
Platte magnetisch verbunden ist.
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Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der gestellt ist. In diesem Falle trägt jede der beiden
Erfindung ist der Gesamtaufbau von einer büchsen- ferromagnetischen Platten eine aus einem die Ionen
artigen magnetischen Abschirmung umgeben, deren des zu pumpenden Gases absorbierenden Werkstoff
beide einander gegenüberliegende Wände mit den bestehende Elektrode, während eine dritte, ringförbeiden
Außenplatten des Gesamtaufbaus jeweils 5 mige Elektrode auf einem gegenüber den beiden
magnetisch verbunden sind, wobei jede der beiden erstgenannten Elektroden positiven Potential gehal-Platten
eine der Wände der Büchse bilden kann. ten und in einem Raum zwischen denselben koaxial
Der für diese magnetischen Stromkreiselemente bezüglich der sie verbindenden Linie angeordnet ist.
benutzte Ausdruck »magnetisch verbunden« bezieht Jedoch ist die Erfindung auf diese Art von Pumpen
sich in allgemein üblicher Weise auf jede Anordnung, 10 nicht beschränkt; sie ist ebenso anwendbar auf jedes
bei der der magnetische Widerstand zwischen diesen andere System von mit Absorption arbeitenden Ionen-Elementen
gegenüber dem magnetischen Gesamt- pumpen, deren Ionisationskammer einem Magnetfeld
widerstand des Magnetkreises sehr gering ist. Diese unterworfen ist.
magnetisch miteinander verbundenen Elemente kön- Zum besseren Verständnis der Merkmale der Er-
nen demnach entweder miteinander in unmittelbarem 15 findung und der durch sie erzielten Vorteile wird
Kontakt stehen oder miteinander fest verbunden sein folgend an Hand der F i g. 3 ein mit ihr schematisch
oder aber auch durch einen Schlitz geringer Länge veranschaulichtes Ausführungsbeispiel einer Ionenvoneinander
getrennt oder über ein drittes ferro- pumpe gemäß der Erfindung beschrieben,
magnetisches Element miteinander verbunden sein. Diese in F i g. 3 dargestellte Ionenpumpe besteht
Die Ionenpumpe gemäß der Erfindung weist selbst 20 aus einem in einer Ionisationskammer 10 enthalin
seiner einfachsten Ausführungsform, d. h. ohne tenen Entladungsaufbau und einem äußeren Gefüge
magnetische Abschirmung, ein sehr geringes Streu- 11, das mit Teilen der Kammer 10 zusammenwirkt,
feld auf. Ihr magnetischer Aufbau ist nämlich an- um ein auf die Kammer 10 beschränktes Magnetfeld
genähert symmetrisch gegenüber einer Ebene. Die zu schaffen. Die Kammer 10 besteht ihrerseits aus
durch jede der Hälften erzeugten äußeren Felder 25 einem Glaszylinder 12, der mit zwei Platten 13 und
kompensieren sich also praktisch auf eine gewisse 14 aus ferromagnetischem Werkstoff, beispielsweise
Entfernung vom Aufbau. Demzufolge kann die bei Kovar, luftdicht verschlossen ist. Die Platte 13, deren
der bevorzugten Ausführungsform benutzte Abschir- Durchmesser gegenüber dem der Platte 14 größer
mung geringe Abmessungen und eine kleine Wand- ist, besitzt eine Gaseintrittsöffnung 15. Eine an die
stärke aufweisen. 30 Platte 13 angegossene Glasleitung 16 verbindet die
Ein weiterer Vorteil dieser Ionenpumpe beruht auf Pumpe mit der auszupumpenden Elektronenröhre,
der Tatsache, daß der Kompensationsmagnet, ob- Die beiden Platten 13 und 14 weisen in die Kamwohl
er das Streufeld schwächt, das Feld in dem mer 1 ragende Vorsprünge 17 und 18 auf, die mit
Nutzraum der Pumpe verstärkt. Diese Wirkung wird dünnen Schichten 19 und 20 aus einem Material wie
veranschaulicht durch die F i g. 1 und 2, von denen 35 Kohlenstoff oder Titan belegt sind, um Gase im
F i g. 1 schematisch das Induktionsspektrum für ionisierten Zustand absorbieren zu können. Diese
einen nichtkompensierten Aufbau und F i g. 2 das Schichten sind dazu bestimmt, die negativen Eleksich
in einem Aufbau gemäß der Erfindung auf- troden einer Penning-Entladung zu bilden, während
bauende Induktionsspektrum zeigt. Im ersteren Falle die positive Elektrode aus einem koaxial zu den beierzeugt
der Elektromagnet 1 einen Fluß, dessen den 40 den ersteren Elektroden angeordneten Hohlzylinder
Induktionslinien 2 entsprechende Störkomponente 21 besteht, der von seinem Zuführungsleiter 22 gevergleichbar
mit der Nutzkomponente 3 ist. Dies halten wird, der durch die Öffnung 15 hindurchragt,
rührt von dem großen Ausmaß der Polflächen her, Der Außenaufbau 11 besteht aus folgenden Elemenvon
denen die eine durch die gesamte eine Seite der ten, die auf den Rand der Platte 13 aufgesetzt sind:
Platte 4, die andere durch die innere Oberfläche der 45 Ein hohlzylinderförmiger Permanentmagnet 23, der
mit der Platte 6 verbundenen Abschirmbüchse 5 ge- längs seiner Achse magnetisiert ist, ein die Platte 14
bildet ist. in geringem Abstand umgebender flacher Ring 24,
Anders verhält es sich in dem schematisch in ein in der gleichen Form wie der Magnet 23 gehal-F
i g. 2 dargestellten Aufbau gemäß der Erfindung. tener Magnet 25, der jedoch in umgekehrter Rich-In
diesem ist ein zweiter Magnet 7, der gegenüber 50 tung magnetisiert ist, und eine den beschriebenen
dem Magneten 1 in umgekehrter Richtung magneti- Gesamtaufbau umschließende Büchse 26 aus ferrosiert
ist, einerseits mit der Außenfläche der Platte 4 magnetischem Werkstoff. Die Wandung 27 der
und andererseits mit einer Innenfläche der Abschirm- Büchse 26 besitzt eine Öffnung, in die sich die Platte
büchse 5 verbunden. Der Störfluß ist auf Grund der 13 einfügt, während die gegenüberliegende Wandung
Tatsache sehr vermindert, daß die Störinduktions- 55 28 mit dem Magneten 25 in Berührung steht. Schließlinien
nur von der dem Magneten 1 zugewandten lieh sind zylindrische Teile 29 und 30 aus ferro-Hälfte
des umfänglichen Bereichs der Platte 4 aus- magnetischem Material, ähnlich den Teilen 17 und
gehen können. Keine von dem Magneten 1 erzeugte 18, in der Achse des Aufbaues auf der Innenfläche
Induktionslinie kann nämlich die Symmetrieebene 9 der Wand 28 und der Außenfläche der Platte 14 bedes
Aufbaus durchqueren. Die Verminderung des 60 festigt. Bei diesem Pumpenaufbau ist die Platte 14
Störflusses hat eine vorteilhafte Verstärkung der über den ferromagnetischen Ring 24 mit den Pol-Nutzinduktion
zur Folge, die das Volumen der flächen der beiden Magnete 23 und 25 magnetisch Pumpe zu verringern gestattet und somit ihre Ver- verbunden, und die Wand 28 der Büchse 26 bildet
wendung bei zerbrechlichen Elektronenröhren er- die ferromagnetische Platte, die gemäß der Erfindung
leichtert. 65 mit dem Ende des Kompensationsmagneten 25 ver-
Die Erfindung ist insbesondere anwendbar auf bunden ist. Der in dieser Pumpe erzielte Induktionsionenpumpen
der Art, wie sie in F i g. 3 der bereits fluß weist daher das schematisch in F i g. 2 verangenannten
französischen Patentschrift 1 101 015 dar- schaulichte Spektrum auf. In Anbetracht des gerin-
gen Werts des Störflusses kann die Abschirmbüchse 26 sehr leicht und äußerst klein gehalten sein.
Die Ionenpumpe gemäß der Erfindung kann zahlreiche Änderungen erfahren, von denen nachfolgend
einige aufgezählt sind, ohne daß dadurch das Wesen der Erfindung geändert werden würde. So kann beispielsweise
der durch den Kompensationsmagneten und die beiden an seinen Enden anliegenden ferromagnetischen
Platten gebildete Hohlraum die Ionisationskammer einer zweiten, mit der ersteren zusammenwirkenden
Pumpe einschließen. Zum anderen kann in den nur einen einzigen wirkenden Aufbau enthaltenden Pumpen der Kompensationsmagnet
aus einem in der Achse der Pumpe angeordneten Vollzylinder gebildet sein. Schließlich können die
Entladungselektrode oder -elektroden der Pumpe unmittelbar von den Stromzuführungen der zu pumpenden
Elektronenröhre gespeist werden, wobei der Verbindungsleiter im Innern des Vakuumbehälters
liegt.
Claims (5)
1. Getter-Ionenpumpe mit einem einem Magnetfeld unterworfenen Ionisationsraum, dadurch
gekennzeichnet, daß ihre Ionisationskammer (10) im wesentlichen aus einem
aus nichtferromagnetischem Werkstoff gefertigten Hohlzylinder (12) besteht, der beiderseits mit
ferromagnetischen Platten (13,14) abgeschlossen ist, und von einem hohlzylinderförmigen, axial
magnetisierten und mit den beiden ferromagnetischen Platten (13,14) magnetisch verbundenen
Magneten (23) umgeben ist, und außerhalb der Kammer (10) koaxial mit ihr ein zweiter, vorzugsweise
gleicher, jedoch in entgegengesetzter Richtung magnetisierter Magnet (25) als Kompensationsmagnet
vorgesehen ist, der über eine seiner Polflächen mit der einen. Platte (14) der
Kammer (10), über die andere mit einer dritten ferromagnetischen Platte magnetisch verbunden
ist.
2. Ionenpumpe nach Anspuch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der aus Ionisationskammer
(10) und den beiden Magneten (23, 25) gebildete Aufbau von einer ihn magnetisch abschirmenden
Büchse (26) umgeben ist, deren beide einander gegenüberliegende Stirnwände (27, 28) mit den
beiden ferromagnetischen Außenplatten (13 und die dritte ferromagnetische Platte) des Aufbaus
magnetisch verbunden sind, wobei die eine (dritte) dieser beiden Platten die eine Wand (28) der
Büchse (26) bilden kann.
3. Ionenpumpe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der durch den Kompensationsmagneten
(25) und die beiden an dessen Enden angrenzenden Platten (14,28) gebildete
Hohlraum die Ionisationskammer einer mit der Ionenpumpe zusammenwirkenden weiteren
Ionenpumpe einschließt.
4. Ionenpumpe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Kompensationsmagnet aus einem Vollzylinder besteht.
5. Ionenpumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Entladungselektrode
oder -elektroden unmittelbar von den Stromzuführungen der auszupumpenden Elektronenröhre gespeist werden, wobei der Verbindungsleiter
im Innern des Vakuumraums liegt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
409 559/130 4.64 © Bundesdruckerei Berlin
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