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Verfahren zur Herstellung von Aluminiumoxyd-Träger-Katalysatoren Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Katalysatoren, insbesondere
Reformierungskatalysatoren, welche auf Aluminiumoxyd als Träger in feiner Verteilung
eines oder mehrere Metalle der Platingruppe, insbesondere Platin, enthalten. Das
Aluminiumoxyd wird durch Calcinieren von Aluminiumoxydhydrat gewonnen.
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Wesentliches Erfordernis für das Alurriniumoxydhydrat ist seine hohe
Konzentration an Trihydratphasen und die weitgehende Abwesenheit unerwünschter Elemente
in den: fertigen Katalysator.
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Es ist bekannt, daß bei gewissen katalytischen Verfahren, z. B. der
katalytischen Reformierung oder Hydroformierung leichter Ko"lenwasserstoffraktionen
zwecks Erzeugung von hochoctanigem Motorbenzin, Benzol und anderen Aromaten, wie
Toltiol und den Xylolen, wichtige Vorteile hinsichtlich der Lebensdauer und der
Regenerierbarkeit des Katalysators erzielt werden, wenn als Träger für das Katalysatormetall,
z. B. Platin, Rhodium, Palladium oder Iridium, vorteilhaft Platin, ein Aluminiumoxyd
verwendet wird, das durch Calcinieren eines Aluminiumhydratgemisches gewonnen ist,
welches einen hohen Gehalt an kristallinen Trihydraten, d. h. Gibbsit, Randomit
oder Bayerit oder Kombinationen derselben, und einen niedrigen Gehalt an störenden
Eigenverunreinigungen, insbesondere an Schwermetallen und Alkalimetallen besitzt,
die von Verunreinigungen der Ausgangsstoffe herrühren, im Gegensatz zu äußeren Verunreinigungen,
wie Eisen, welche gelegentlich im Verlauf des Verfahrens aufgenommen werden. Die
Stoß- und Abriebfestigkeit derartiger Katalysatoren wird, wie bekannt, erhöht, wenn
ein geringer Anteil des Alurniniumoxydhydrii ts, aus dem das Aluminiumoxyd durch
Calcinieren gewonnen wird, in Form von amorphem Oxydhydrat oder in einer Form vorliegt,
die nach dem Trocknen dem Monohydrat, z. B. Boehmit, entspricht oder ein Gemisch
derartiger Formen darstellt. Derartige Katalysatoren besitzen eine große Oberfläche
im Bereich von etwa 350 bis 550, gewöhnlich etwas über 400 m2/g, bestimmt nach der
BET-Methode (Brunauer-Emmet-Registriermethode). Ferner liegt bei diesen Katalysatoren
ein verhältnismäßig großer Anteil des Porenvolumens in einem Größenbereich der Poren
von etwa 100 bis 10C0 A, und zwar in einer Größenordnung von 0,2 bis 0,5 cm3 Porenvolumen
je Gramm, obgleich die mechanischen Stufen der Verformung des Katalysators z. B.
durch Tablettieren oder Pressen durch Lochplatten den Anteil des Porenvolumens an
Poren dieser hohen Größe beeinflussen. Die Kristallitgröße der Aluminiumoxydtrihydrate
liegt gewöhnlich im Bereich von 100 bis 1000 Ä, kann aber auch über diesem Bereich
liegen, wenn das Aluminiumoxydhydratgemisch weitgehend aus Bayerit besteht. In dem
calcinierten Produkt ist das Aluminiumoxydhydrat in -y-Modifikationen des Aluminiumoxyds
umgewandelt. Das hier als »Bayerit« bezeichnete Trihydrat wird auch als »ß-Trihydrat«
und der »Gibbsit« als » x-Trihydrat« oder »Hydrargillit« bezeichnet. »Randomit«
ist eine dritte Phase, die eine Zwischenphase zwischen den beiden erstgenannten
zu sein scheint.
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Ein bekannter Weg zur Herstellung des Aluminiumoxydträgers derartiger
Katalysatoren besteht darin, daß man zunächst Aluminiumchlorid mit Ammoniak umsetzt.
Hierdurch bildet sich ein Aluminiumoxydhydrathydrogel, welches durch Altern oder
Beimpfen in ein Aluminiumoxydhydratgemisch umgewandelt wird, in welchem die Trihydratphasen
vorherrschen. Das Hydrogel wird durch wiederholtes Waschen und Filtrieren von Elektrolyten
und allen anderen auf diesem Wege entfernbaren Verunreinigungen befreit. Um nach
dieser Methode Katalysatoren von höchster Wirksamkeit herzustellen, muß man von
einem hochreinen Aluminiumchlorid ausgehen, welches aus hochgereinigtem Aluminium
hergestellt ist, weil es nicht möglich ist, Fremdmetalle aus dem Aluminiumoxydhydratgemisch
durch Auswaschen oder andere Methoden zu entfernen, wenn diese bereits in dem Aluminiumchlorid
oder in dem Aluminium selbst enthalten waren. Das gewöhnliche Reinaluminium des
Handels
führt zu einem Produkt, welches zuviel Eigenverunreinigungen
enthält, und es besteht keine Möglichkeit, diese hinreichend zu entfernen. Ferner
ist es schwierig, die relativen Anteile an Gibbsit, Randoinit und Bayerit in der
Trihydratkomponente des Hydratgemisches zu lenken. Das Beimpfen ist zwar von gewissem
Wert, löst aber das Problem nicht grundlegend, weil hierdurch eine Trihydratkomponente
mit hohem Gehalt an Bayerit entsteht; der Anteil an Bayerit entspricht nicht seinem
Anteil im Impfgut, sondern herrscht in dem durch Beimpfung gewonnenen Gemisch vor.
Wenn man Gemische mit hohem Gehalt an Gibbsit oder Randomit durch Altern statt durch
Beimpfen herstellen will, so sind sehr lange Alterungszeiten erforderlich, und außerdem
besteht die Gefahr, daß Impfkristalle von vorhergehenden Ansätzen an der Apparatur
haften und störend wirken.
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Es ist auch bekannt, Trägerkatalysatoren für Hydrierungs-Dehydrierungs-Reaktionen
und insbesondere zur Aromatisierung von Kohlenwasserstoffen durch Erhitzen des beim
Bayer-Verfahren anfallenden, harten, steinartigen, kristallinen Aluminiumoxyds auf
600 bis 900°C und nachfolgendes Tränken mit katalytisch aktiven Metallverbindungen
herzustellen. Dieses beim Bayer-Verfahren gewonnene Aluminiumoxyd besteht jedoch
im wesentlichen aus stark verunreinigtem, großkristallinem Gibbsit und geht beim
Calcinieren in ein Aluminiumoxyd über, welches nach heutigen Begriffen als Katalysatorträger
wenig geeignet ist.
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Andererseits sind auch verschiedene Verfahren zur Herstellung von
als Trockenmittel, Füllmittel für Papier und Kautschuk, Pigment, Schleifmittel sowie
für therapeutische und kosmetische Zwecke, z. B. als Puder, bestimmtem A luminiumhydroxyd
durch Hydrolyse von Alkoholaten des Aluminiums bekannt.
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Diese Methode wurde auch bereits zur Herstellung von Katalysatoren
bzw. Katalysatorträgern angewandt. So ist ein Verfahren zur Herstellung von Aluminiumoxydsolen
durch Hydrolyse von wasserfreien Aluminiumalkoholaten bekannt, wobei dem Hydrolysegernisch
als Peptisierungsmittel eine organische Säure oder eine andere saure Verbindung,
wie Aluminiumchlorid, Chlorwasserstoff oder Bromwasserstoff, zugesetzt wird. Das
entstehende Aluminiumoxydhydrat wird nach dem Abtrennen des Alkohols 1 bis 20 Stunden
gealtert. Unter diesen Bedingungen der Hydrolyse des Alkoholates in Gegenwart saurer
Peptisierungsmittel kann jedoch mit der Bildung von Aluminiumoxydtrihydraten bei
der Alterung nicht gerechnet werden.
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Nach einem anderen bekannten Verfahren zur Herstellung von Katalysatoren
wird ein Aluminiumalkoholat eines wasserunlöslichen Alkohols, wie n-Amylalkohol,
mit Wasser hydrolysiert, die aus dem erhaltenen Hydrosol nach dem Absitzenlassen
gewonnene Tonerdesuspension getrocknet und gegebenenfalls durch Erhitzen aktiviert.
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Das erfindungsgemäße Verfahren bedient sich ebenfalls der Hydrolyse
von Aluminiumalkoholaten, wendet jedoch eine besondere Destillationsteclinik an,
um zu besonders reinem Aluminiumoxydhydrat zu gelangen. Zu diesem Zweck kann Aluminium-ri-amylat
nicht verwendet werden, da es nur unter sehr niedrigen Drücken, wie sie für eine
großtechnische Arbeitsweise aus wirtschaftlichen Gründen nicht in Betracht kommen,
destillierbar ist.
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Es ist an sich bekannt, reines Aluminiumhydroxyd aus Aluminiumlegierungen
herzustellen, indem man legiertes Aluminium nach einer Aktivierung rnit sekundären
Alkoholen unter Bildung von Alkoholaten umsetzt und das Reaktionsgemisch einer fraktionierten
Destillation unterwirft, worauf das dabei erhaltene Aluminiumalkohola t mit Wasser
zersetzt und das angefallene Aluminiumhydroxyd von dem gleichzeitig gebildeten sekundären
Alkohol abgetrennt wird. Nach diesem bekannten Verfahren sollen sämtliche Legierungsbestandteile
außer Aluminium als Destillationsrückstand abgetrennt werden.
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Es hat sich jedoch herausgestellt, daß es zur Gewinnung eines sehr
reinen Alutniiiiumoxydliydrates durch Hydrolyse von Aluniiniumalkoholaten nicht
genügt, bei der Destillation der A lkoholate nur den Destillationsrückstand abzutrennen,
sondern daß auch im Destillatvorlauf Alkoliolate von Fremdmetallen enthalten sind,
und daß diese Metalle auf die katalytische Aktivität des schließlich erhaltenen
Katalysators eine sehr nachteilige Wirkung haben,.
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Erfindungsgemäß wird daher von einem destillierbaren AIuminiumalkoholat
eines niederen aliphatischen wasserlöslichen Alkohols ausgegangen und bei der Destillation
desselben nicht nur eine geringe Rückstandsfraktion, sondern auch ein geringer Vorlauf
verworfen.
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Auf diese Weise gelingt es, Aluminiumoxydkatalysatorträger herzustellen,
die nicht nur auf Grund des hohen Trihydratgehaltes des Aluminiumoxydhydratgemisclies
wertvolle physikalische Eigenschaften, wie eine hohe spezifische Oberfläche und
ein hohes Volumen an großen Poren aufweisen, sondern auch eine hohe Reinheit besitzen.
Man kann daher an Stelle des bisher benötigten Reinstaluminiums gewöhnliches Aluminium
als Ausgangsstoff verwenden. Außerdem ermöglicht das erfindungsgemäße Verfahren
eine bessere Lenkung der Verteilung der Trihydratkoniponenten des Aluminiumoxydliydratgemisches
auf die einzelnen Trihydratpliasen, d. h. Bayerit, Rando:nit und Gibbsit, wobei
die Alterung zu dem gewünschten hohen Trihydratgelialt schneller erfolgt, wenn man
die Technik des Bettupfens anwendet.
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Gemäß mehreren älteren Vorschlägen werden Katalysatorträger mit hohem
Gehalt an Eta-Tonerde, d.h. Bayerit, durch Hydrolyse von Aluminiumalkoholaten. gegebenenfalls
mit Ammoniak, Alterung des entstehenden Tonerdeschlammes, Filtrieren, Abtrennung
des Wassers und Glühen, gegebenenfalls auch unter Verwendung von Aluminiumalkoholaten
wasserlöslicher Alkoholate, wie Äthanol, Propanol oder Isopropanol, hergestellt.
Nach diesen Verfahren wird jedoch einerseits das Aluminiumalkoholat nicht durch
Destillation gereinigt, und andererseits wird z. B. durch entsprechend lange Bemessung
der Alterungszeit auf einen hohen Gehalt des Aluminiumoxydhydratgemisches ar_ Bay
erit von mindestens 80 °/o und vorzugsweise 100"/, hingearbeitet. Im Gegensatz dazu
werden die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erzeugten Kristallite der gemischten
Trihydratphasen viel kleiner, wahrscheinlich weil die verschiedenen Kristallphasen
sich gegenseitig beim Kristallwachstum behindern, und infolgedessen besitzt das
durch Calcinieren daraus gewonnene Aluniisiiunio,yd viel günstigere physikalische
Eigenschaften, z. B. eine höhere Stoßfestigkeit.
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Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung von Katalysatoren,
insbesondere Reforrnierungskatalysatoren, welche auf Aluniiniunioxyd als Träger
in feiner Verteilung eines oder mehrere Metalle der Platingruppe, insbesondere Platin,
enthalten, durch
Überführen von Aluminium in ein Alkoholat, Reinigung
des Alkoholates durch Destillation, Hydrolysieren mit Wasser, Alterung des Produktes,
Trocknen und Calcinieren desselben und Einverleibung des Katalysatormetalls vor
oder nach dem Trocknen ist dadurch gekennzeichnet, daß man ein destillierbares Alkoholat
aus Aluminium und einem niederen wasserlöslichen aliphatischen Alkohol einer fraktionierten
Destillation unterwirft, hierbei einen geringen Vorlauf und eine geringe Rückstandsfraktion
verwirft, die Mittelfraktion mit Wasser im Temperaturbereich von 25 bis 85'C hydrolysiert
und das Aluminiumoxydhydratgel durch Beimpfen, Altern oder Zusatz von Ammoniak oder
durch eine Kombination dieser Maßnahmen in ein Aluminiumoxydhydrat umwandelt, das
hauptsächlich aus Trihydratkristallen besteht und nicht mehr als 800/, Bayerit
enthält.
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Als Aluminiumalkoholat wird vorzugsweise Aluminiumisopropylat verwendet.
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Es wurde gefunden, daß bei der Umwandlung des Aluminiumoxydhydratgemisches
in Trihydrat, die insbesondere durch Altern, Beimpfen oder eine Kombination dieser
Maßnahmen erfolgt, die Phasenverteilung zwischen den drei Trihydraten durch die
Temperatur der Hydrolyse beeinflußt wird. Hohe Temperaturen, z. B. von etwa 40 bis
etwa 85'C, ergeben eine Trihydratverteilung, bei welcher die drei Phasen Gibbsit,
Randomit und Bayerit in wesentlichen A nteilen enthalten sind, während bei niedrigen
Temperaturen, z. B. unterhalb etwa 40°C, ein hoher Anteil an Bayerit entsteht. Die
Geschwindigkeit, mit der die Alterung zu einem hohen Trihydratgehalt erfolgt, wird
ebenfalls von der Temperatur beeinflußt; sie ist bei hohen Temperaturen, z. B. bei
etwa 50 bis etwa 85°C, höher als bei niedrigen Temperaturen, z. B. Raumtemaeratur;
ferner ist der pH-Wert des Mediums von Einfluß auf die Alterungsgeschwindigkeit,
indem diese bei pH-Werten unterhalb 7,5 niedrig ist oder überhaupt keine Alterung
stattfindet, während sie von pH 7,5 bis 9,5 langsam und von pH 10 bis 11 schnell
verläuft. Zu hohe Temperaturen, z. B. von 90 bis 95°C, führen zur Bildung von Boehmit.
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Die Umwandlung durch Beimpfen erfolgt schnell. Insbesondere begünstigt
die Durchführung der Hydrolyse in Gegenwart von Impfkristallen eine schnelle Umwandlung
in Trihydrat. Wenn man Impfkristalle zusetzt, enthält das gewonnene Trihydratgemisch
im allgemeinen einen größeren Anteil an Bayerit, als er in den Impfkristallen vorhanden
war. Diese Erhöhung des Bayeritanteiles bleibt aber minimal, wenn man die Hydrolyse
bei hohen Temperaturen durchführt und ein Impfgut verwendet, welches einen großen
Anteil an Gibbsit und wenig Bayerit enthält.
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Bei der Herstellung des Aluminiumoxydhydratgemisches durch Hydrolyse
des Aluminiumalkoholats müssen mehrere Vorsichtsmaßregeln beachtet werden. Zunächst
soll das verwendete Wasser sehr rein, vorzugsweise destilliert oder entionisiert
sein, um die Einführung von Verunreinigungen möglichst niedrig zu halten. Zweitens
soll die Reaktionstemperatur sorgfältig gelenkt werden. Die Reaktion verläuft stark
exotherm, und das entstandene Hydrat neigt zur Gelbildung. Demzufolge wird das Alkoholat
dem Wasser gewöhnlich unter Kühlung und unter kräftiger Rührung zugesetzt, oder
strömendes Wasser und Alkoholat werden miteinander vereinigt und sofort gründlich
vermischt. Der Zusatz von Wasser zum Aluminiumalkoholat bietet wegen der Verdickungs-
und örtlichen Überhitzungserscheinungen Schwierigkeiten. Das Trihydratimpfgut wird
vorteilhaft in dem Wasser verteilt, zu dem das Alkoholat zugesetzt wird, wie in
einigen Beispielen erläutert wird, aber man kann die Lenkung des Trihydratgehaltes
und der Phasenverteilung im Rahmen dieses Trihydratgehaltes auch ohne Beim )fen
erzielen, wie in einigen weiteren Beispielen gezeigt wird. Wenn das Alkoholat verhältnismäßig
viel Chlor enthält, z. B. von dem Katalysator, der bei der Umsetzung des Alkohols
mit dem Aluminium verwendet wird, kann das Hydrolysat sauer reagieren. In diesen
Fällen ist es manchmal zweckmäßig, dem zur Hydrolyse verwendeten Wasser etwas Ammoniak
zuzusetzen, um den ph:-Wert so weit zu erhöhen, daß die Trihydratbildung sehr langsam
erfolgt, damit das Trihydratgemisch einen hohen Gehalt an Gibbsit und einen niedrigen
Gehalt an Bayerit hat.
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Die Umsetzung des Aluminiums mit dem wasserfreien Alkohol verläuft
exotherm und wird in bekannter Weise in Gegenwart eines Katalysators, wie Tetrachlorkohlenstoff
oder Quecksilber(11)-chlorid, gewöhnlich unter Rückfluß durchgeführt. Die Reaktion
schreitet um so schneller voran, je feiner das Aluminium zerteilt ist. Aluminium
in Form kleiner Stücke oder Körner ist zufriedenstellend. Wenn Tetrachlorkohlenstoff
verwendet wird, bleibt eine erhebliche Chlormenge in dem Alkoholat zurück, die durch
die Destillation offenbar nicht entfernt wird. Wenn Quecksilber(II)-chlorid verwendet
wird, ist die zurückbleibende Chlormenge viel geringer. Das Quecksilber wird offenbar
vollständig entfernt, da es sich nicht einmal spektrographisch in dem destillierten
Alkoholat nachweisen läßt.
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Die Destillation des Aluminiumalkoholats ist einfach. Die dabei anfallende
Mittelfraktion kann im allgemeinen bis zu etwa 96 Gewichtsprozent des ursprünglichen
Alkoholats ausmachen, wenn dieses aus Reinaluminium des I-Iandels hergestellt ist.
Bei der Destillation wird der überschüssige Alkohol zuerst entfernt und das Alkoholat
dann durchRektifikation gereinigt. Es reicht aus, einen Vorlauf von mindestens etwa
2 Gewichtsprozent und einen Rückstand von mindestens etwa 2 Gewichtsprozent (beide
Angaben auf das gesamte Alkoholat bezogen) zu verwerfen, um aus gewöhnlichem Reinaluminium
ein Produkt von hoher Reinheit zu erhalten. Titan und Vanadin reichern sich im Vorlauf
an, andere Metalle dagegen, vielleicht mit Ausnahme von Magnesium, im Rückstand.
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Das Platin wird der Aufschlämmung z. B. in Form von Platinchlorwasserstoffsäure
zugesetzt, worauf das Metall mit Schwefelwasserstoff ausgefällt, die Aufschlämmung
beispielsweise in einem Trommeltrockner zur Trockne eingedampft, zu Tabletten oder
Pillen verformt und calciniert wird. Wenn der Platinkatalysator für die Reformierung
bestimmt ist, scheint es wichtig zu sein, daß das Platin so fein zerteilt ist, daß
sich röntgenographisch keine Platinkristallite nachweisen lassen, deren Größe etwa
50A überschreitet. Es wurde gefunden, daß besonders die Ausfällung des Platins in
der Hydrataufschlämmung eine solche Verteilung der Platinkristallite in dem fertigen
Katalysator unterstützt; man kann jedoch das Platin dem Hydrat auch nach Trocknung,
Tieftemperaturcalcinierung und Wiederaufschlämmung zusetzen, sofern die nötige Vorsicht
beachtet wird.
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In einem guten Platinreformierungskatalysator soll die Eisenmenge,
welche als Eigenverunreinigung
vorhanden ist, sehr niedrig sein,
z. P. unterhalb 0,10/" vorteilhaft sogar in der Größenordnung von 0,0111/0 liegen.
Andererseits kann der Katalysator ohne Einbuße an Wirksamkeit im Verlauf seiner
Herstellung, z. B. beim Trocknen des Hydrates in Trommeltrocknern, beim Strangpressen,
Tablettieren u. dgl. beträchtlich mehr Eisen als Fremdverunreinigung aufnehmen,
als als Eigenverunreinigung zulässig ist. AnaNtische Untersuchungen des Endproduktes
unterscheiden nicht zwischen diesen beiden Arten von Eisenner unrein igungen.
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In den nachfolgenden Beispielen wird das erfindungsgemäße Verfahren
erläutert.
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Beispiel 1 350gAluminium in Stücken (etwa 0,8 - 6,3 - 6,3 mm),
3500 cm3 trockenes Isopropanol (99 °/o) sowie 50 mg Quecl;silber(II)-chlorid in
Form einer Lösung in Isopropanol werden in einem 5-1-Kolben auf dem Wasserbad unter
Rückfluß erhitzt. Die Gasentwicklung beträgt zu Beginn etwa 1201-Stunde und fällt
im Verlauf von etwa 1/2 Stunde auf etwa 601; Stunde. Durch Zusatz von weiteren 10
mg Quecksilber(II)-chlorid wird die Gasentwicklung wieder auf etwa 100 ]/Stunde
erhöht. Die Reaktion wird unter periodischem Zusatz von jeweils etwa 10 mg Quecksilber(1I)-chlorid
so lange fortgesetzt, bis die berechnete Menge an Wasserstoff entwickelt ist, wobei
der Isopropylalkoholdampf zu berücksichtigen ist. Man bringt den Reaktionskolben
in einen Heizmantel ein, setzt einen Claisenaufsatz auf und destilliert das überschüssige
Isopropanol ab. Wenn die Temperatur zu steigen beginnt, wird mit der Vakuumdestillation
begonnen.
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Die Ergebnisse dieser Destillation sind in der Zeichnung dargestellt.
Bei der Destillation werden eine erste Fraktion von 7°/0, eine zweite Fraktion von
450/" eine dritte Fraktion von 370/0 und ein Destillationsrückstand von 110/, gewonnen,
der 2,5°/o in Reaktion getretene Bestandteile sowie einen Rest an nicht umgesetztem
Aluminium als Bodensatz enthält. Sämtliche Fraktionen sowie der umgesetzte Anteil
des Rückstandes werden spektrographisch untersucht. In der Zeichnung ist auf der
Ordinate der prozentuale Gehalt des als Ausgangsgut dienenden Aluminiums, der drei
Destillatfraktionen und des umgesetzten Anteils des Destillationsrückstandes an
den verschiedenen verunreinigenden Metallen angegeben. Man ersieht daraus z. B.,
daß das Ausgangsmetall etwa 0,090/, Zink enthält, während in den drei Destillatfraktionen
Zink spektrographisch nicht mehr nachweisbar ist. Während das Ausgangsmetall etwa
0,15 °/a Eisen enthält, ist Eisen in den Destillaten im Mittel nur noch in einer
Menge von 0,003 °/o enthalten. An Vanadium enthält das Ausgangsmetall etwa 0,005
°/a; in der ersten Destillatfraktion (7 °/o) hat sich das Vanadium bis auf 0,030/,
angereichert, während der Vanadiumgehalt in der zweiten und dritten Destillatfraktion
auf etwa 0,0020/, gesunken ist.
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Die Ausbeute an destilliertem Aluminiumisopropylat beträgt in diesem
Beispiel 2350 g --- 89 Q/p. Beispiel 2 95g des nach Beispiel l gewonnenen flüssigen
Aluminiumisopropylats werden auf Raumtemperatur gekühlt und im Verlauf von 5 Minuten
unter kräftigem Rühren zu 350 cm3 destilliertem Wasser zugesetzt. Die Anfangstemperatur
beträgt 25°C; während des Zusatzes des Isopropylats wird mit Hilfe von zerstoßenem
Eis ein Temperateranstieg über 30- C verhindert. Der pH-Wert des Hydrolysats beträgt
4,6, was von einer großen Chloridmenge herrührt, die mit dem Alu!ni.iiumisopropylat
übergegangen ist. Das Hydrolysat wird in verschiedene Anteile aufgeteilt, nachdem
der pH-Wert durch Zusatz von wäßrigem Ammoniak auf 7.9 eingestellt ist.
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Zu einem Anteil werden 2,` 1 28°/oigen Ammoniaks je Kilogramm A10,
zugesetzt, wodurch der pH-Wert auf 10,2 steigt. Nach 1 Tag beträgt der Trihydratgehalt
29 °/o, nach 5 Tagen 45 °; o, nach 11 Tagen 49 °!o, nach 18 Tagen 64°/0 (hiervon
31 °/c Bayerit, 21 l',', Randomit und 120/,) Gibbsit).
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Die Mengenangaben des Trihydratgehaltes beruhen in diesem und in den
anderen Beispielen auf der röntgenographischen Untersuchung der getrockneten Aufschlämmungen,
vie es in der USA.-Patentschrift 2 838 444 beschrieben ist, und stellen keine exakten
Angaben dar.
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Ein zweiter Anteil wird filtriert, gewaschen und wieder aufgeschlämmt.
Durch Zusatz von 2,51 280/,i-ein Ammoniak je Kilogramm A1203 wird der pH-Wert auf
10,7 erhöht. Nach 1 Tag beträgt der Trihydratgehalt der Probe 580°/0, nach 5 Tagen
70°,/a (55111, Bayerit und 15111, Randomit + Gibbsit), nach 11 Tagen beträgt
der gesamte Trihydratgehalt immer noch 70°/0, wobei die Phasenverteilung etwa die
gleiche geblieben ist; nach 18 Tagen ist der Trihydratgehalt auf 75 °/o gestiegen
(53 °/o Bayerit und je 11 °; o Randomit und Gibbsit).
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Der dritte Anteil wird abfiltriert, wieder aufgeschlämmt und 4 Tage
stehengelassen, wonach der pH-Wert auf 6,7 gefallen ist, nachdem der gleiche Anteil
an Ammoniak zugesetzt wurde. Nach 11 Tagen beträgt der Trihydra tgehalt
820/, (25 °, Bayerit, 250/, Randomit und 320/, Gibbsit); nach
18 Tagen beträgt der Trihydratgelialt 80 °/o, wobei die Verteilung etwa die gleiche
geblieben ist. Dieses Trihydratgemisch hat einen hohen Gibbsitgehalt, wie er nach
anderen Verfahren zur Herstellung von sehr reinen Alumipiumoxydhydraten nur schwierig
zu erzielen ist.
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Beispiel 3 1,4 kg Aluminium werden mit 131 99°/nigem Isopropylalkohol
umgesetzt, wobei 380 ing H-Ch, in Isopropylalkohol gelöst, anteilweise als Katalysator
zugesetzt werden. Der überschüssige Isopropylalkoliol wird abdestilliert und die
Destillation unter einem Druck von 5 bis 20 mm Hg bei 141 bis 164°C fortgesetzt.
Ein Vorlauf von 0,33 kg wird verworfen, während ein Destillationsprodukt von 9,2
kg aufgefangen wird und ein Rückstand von 0,75 kg hinterbleibt. Das destillierte
Aluminiumisopropylat wird auf Raumtemperatur gekühlt. JH-in Teil desselben wird
im Verlauf von 15 Minuten unter kräftigem Rühren zu destilliertem `'Wasser zugesetzt,
wobei genügend zerstoßenes Eis aus destilliertem Wasser zugesetzt wird, uni einen
Temperaturanstieg über 30°C zu verhindern. Der pir-Wert des Hydrolysats beträgt
8,6, und die erhaltene Aufschlämmung entspricht etwa 6°/o Al.03.
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Zu einer Probe dieser Aufschlämmung setzt man 21 280/(,i,-es Ainmonial:
je Kiloramm A1.03. Nach 1 Tag beträgt der Trihydratgehalt 48 % und nach 3
Tagen 64"/, (22 °/9 Bayerit, 21 % Randomit, 11 %
Gibbsit).
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Zu einer anderen Probe setzt man 5°/o Aluminiumoxydhydratimpfgut voi:
hohem Bayeritgehalt zu. Nach 1 Tag beträgt der Trihydratgehalt 400/0 und nach
3
Tagen 52 % (33 °/o Bayerit, 10 % Randomit, 9 °/o Gibbsit).
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Es wird das gleiche Präparat hergestellt, jedoch mit dem Unterschied,
daß das 50/, betragende Impfgut von hohem Bayeritgehalt in dem Wasser verteilt
wird, dem das Aluminiumisopropylat zugesetzt wird. Nach 1 Tag beträgt der Trihydratgehalt
720/, und nach 3 Tagen 79 °/o (im wesentlichen vollständig Bayerit). Beispiel
4 Gemäß Beispie13 wird unter Verwendung von destilliertem Aluminiumisopropylat als
Ausgangsgut eine Reihe von Hydraten hergestellt, wobei aber das Aluminiumisopropylat
zu einem destilliertem Wasser zugesetzt wird, welches als Impfgut 5°/o Aluminiumoxydhydrat
enthält. Die Temperatur wird während des Zusatzes des Aluminiumalkoholats auf etwa
30'C gehalten. Bei Beimpfung mit 501, Impfgut von hohem Bayeritgehalt
enthält das Hydrat nach 1 Tag 70 bis 800/, Trihydrat, und zwar fast alles
Bayerit. Nach 3 Tagen ist der Trihydratgehalt etwas höher. Bei Verwendung eines
Impfgutes, welches 160/, Boehmit, 9 °/o Bayerit, 22 °/o Randomit und 36 °/a
Gibbsit enthält, ist nach 1 Tag ein Hydratgemisch entstanden, welches 420/, Bayerit,
160/, Randomit und 380/, Gibbsit enthält. Nach 3 Tagen enthält es
45 °/o Bayerit, 15 °/a Randomit, 41"/, Gibbsit und 16"/, Boehmit. Das soeben beschriebene
Reaktionsprodukt wird als Impfgut (5 °/o) für eine weitere Hydrolyse verwendet,
die in der gleichen Weise durchgeführt wird, jedoch mit der Maßgabe, daß die Temperatur
50°C beträgt und anschließend bei 50°C gealtert wird. Nach 4 Stunden beträgt der
Trihydratgehalt 33 °/o, nach 1 Tag 42 °/o und nach 4 Tagen 46"/, (320/, Bayerit
und 140/, Randomit und Gibbsit).
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Beispiel s Gemäß Beispiel 1 wird- Aluminium in das Isopropylat übergeführt.
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Ein Teil der Hauptfraktion wird bei einer Temperatur von 45 bis 50°C
unter Rühren zu destilliertem Wasser zugesetzt. Der pH-Wert des Hydrolysates beträgt
9,5 und wird dann durch Zusatz von 21 28°/@gem Ammoniak je Kilogramm A1,03 auf 11,6
eingestellt. Nach 7tägiger Alterung der Aufschlämmung bei Raumtemperatur enthält
die Probe 51 % Boehmit, 13 °/o Bayerit, 29 % Randomit und 8 °/o Gibbsit.
Nach 21tägiger Alterung beträgt der gesamte Trihydratgehalt 72 °/o (17 °/o Bayerit,
44 °/o Randomit und 11. °/a Gibbsit).
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Ein anderer Teil wird auf Raumtemperatur gekühlt und im Verlauf von
15 Minuten bei einer Temperatur von 25 bis 30°C unter Rühren zu destilliertem Wasser
zugesetzt. Der pH-Wert des Hydrolysates beträgt 8,8. Er wird durch Zusatz von 2128
°/oigem NH3 je Kilogramm A1,03 auf 11,4 eingestellt. Nach 7 Tagen enthält die Probe
790/, Trihydrat (600/0 Bayerit, 130/,
Randomit, 6 °/o Gibbsit). Der
starke Einfluß der Temperatur der Hydrolyse auf die Geschwindigkeit der Alterung
in Trihydrat und auf den Bayeritgehalt des Trihydratgemisches ist hieraus deutlich
zu erkennen.
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Das nachfolgende Beispiel zeigt die Herstellung eines Platin-Reformierungskatalysators
gemäß der Erfindung Es wurde nun gefunden, daß die röntgenographisch ermittelte
Verteilung der Teilchengröße des Platins in den erfindungsgemäß hergestellten Katalysatoren
von dem pH-Wert und wahrscheinlich auch von dem Elektrolytgehalt des Aluminiumoxydhydratgemisches
beeinflußt wird, in dem das Platin dispergiert wird. So wurde gefunden, daß zwar
die Entstehung der gewünschten Phasenverteilung häufig beschleunigt wird, wenn der
pH-Wert des Hydrates bei 10 oder 11 liegt, was z. B. durch Zusatz von etwas Ammoniak
zu der Aufschlämmung erreicht werden kann, daß es aber wichtig ist, den pH-Wert
durch Filtrieren, durch Wiederaufschlämmen oder durch Erhitzen der Aufschlämmung
auf etwa 90°C zwecks Entfernung eines wesentlichen Teiles des Ammoniaks auf unter
etwa 9 zu senken, wenn die Anwesenheit großer Platinkristallite im Endprodukt vermieden
werden soll. Wenn man den pH-Wert auf andere Weise, z. B. durch Zusatz von Essigsäure
oder Kohlendioxyd, senkt, lassen sich die gleichen Ergebnisse nicht erzielen, was
vielleicht mit dem dadurch entstehenden hohen Elektrolytgehalt zusammenhängt. Die
übliche Methode der Verteilung des Platins in dem Träger durch Zusatz von Platinchlorwasserstoffsäure
zu der Aufschlämmung und anschließende Ausfällung mit Schwefelwasserstoff verringert
den pH-Wert der Aufschlämmung wesentlich, und zwar gewöhnlich bis auf die saure
Seite. Ein niedriger Elektrolytgehalt der Aufschlämmung selbst vor dem Zusatz der
Platinchlorwasserstoffsäure ist wichtig, um die richtige Verteilung des Platins
zu erzielen. Es wurde gefunden, daß die von der Hydrolyse herrührende Anwesenheit
von Isopropylalkohol die Ausfällung des Platins nicht stört.
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Beispiel 6 Reinaluminium wird gemäß Beispiel l unter Verwendung von
Quecksilber(II)-chlorid als Katalysator in das Isopropylat übergeführt. Bei drei
verschiedenen Ansätzen werden folgende Ergebnisse erzielt:
| Ansatz Produkt, kg |
| Nr. Rückstand |
| erstes Destillat zweites Destillat |
| 1 0,26 9,8 0,41 |
| 2 0,30 9,4 0,28 |
| 3 0,28 9,45 0,43 |
Die zweiten Fraktionen der beiden ersten Ansätze werden auf Raumtemperatur gekühlt
und im Verlauf von 15 Minuten gemeinsam unter kräftigem Rühren zu destilliertem
Wasser von 55 bis 63 ° C zugesetzt. Der dritte Ansatz des Aluminiumisopropylats
wird in ähnlicher Weise bei einer Temperatur zwischen 40 und 50°C hydrolysiert.
In beiden Fällen enthält das Wasser als Impfgut 1,7 °/o, bezogen auf A1,03 eines
Aluminiumoxydhydratgemisches, welches aus 40/, Boehmit, 120/, Bayerit,
250/, Randomit und 680/0 Gibbsit besteht. Wenn man bei Raumtemperatur altert,
enthält die erste Aufschlämmung nach 5 Tagen 38 °/o Boehmit, 43 °/o Bayerit, 8 °/o
Randomit und 20
% Gibbsit, während die zweite Aufschlämmung nach 4 Tagen
14 °/o Boehmit, 72 °/o Bayerit und 12 °/o Gibbsit enthält. Die erste Aufschlämmung
enthält 0,010/, Cl und
0,0010/, Fe, die zweite 0,02 °/o Cl und 0,001 °/o
Fe. Man vermischt die beiden Ansätze nach 7tägiger Alterung der ersten Aufschlämmung
und 6tägiger Alterung der zweiten Aufschlämmung, und setzt zu diesem Gemisch wäßrige
Platinchlorwasserstoffsäure in einer .Menge von 0,60/, Platin, bezogen auf Aluminiumoxyd,
unter Rühren hinzu. Das Platin wird durch langsamen Zusatz von 2,5 Äquivalenten
wäßrigem H,S unter
kräftigem Rühren ausgefällt. Die Reaktionsmi
sse wird in einem Tromiiieltrockner getrocknet und als 1,588-mm-Pellets ausgestoßen.
Diese werden nun in verdünntem Sauerstoff calciniert und schließlich einer 6stündigen
Endbehandlung in strömender Luft bei 482-C anterv:rorfen. Dieser Katalysator v.ird
als Katalysator A bezeichnet.
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Das hier verwendete Impfgut wird erhalten, indem man ein aus Reibaluminium
und trockenem Isopropylalkohol unter Verwendung von Tetrachlorkohlenstoff und Quecksilber(II)-chlorid
als Katalysatoren hergestelltes Aluminiumisopropylat hydrolysiert. Der pH-Wert beträgt
nach der Hydrolyse 5,3 und wird durch Zusatz von Ammoniak auf 7,9 eingestellt. Im
Verlauf der A tterung fällt er auf 5,6 ab, und am 59. Tag werden 1,11 28°/oigen
Ammoniaks je Kilogramm A1203 zugesetzt. Zu diesem Zeitpunkt enthält die Masse
180/, Boehmit, 5111, Bayerit, 100/,
Randomit und 28 °/o Gibbsit. Am
66. Tag enthält das Hydratgemisch 12°/o Bayerit, 25°/o Randomit und 68
% Gibbsit. Das Reaktionsprodukt hat einen Chlorgehalt von etwa 8 °/o, bezogen
auf A1203, der wahrscheinlich aus dem Tetrachlorkohlenstoff stammt. Die Masse wird
abfiltriert, ausgewaschen und als Impfgut verwendet.
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Beispiel ? Zu Vergleichszwecken wird nach dein eingangs beschriebenen
bekannten Verfahren ein Katalysator hergestellt. Zu diesem Zwecke werden 270g Reinaluminiumstreifen
mit 51 eines paraffinischen Kohlenwasserstofflösungsmittels (Siedebereich 154 bis
201'C), 250 cm3 wasserfreiem n-Amylalkohol und 10 cm 3 0,4°/oiger HgC12-Lösung in
einem Kolben am Rückflußkühler erhitzt. Weiterer Amylalkohol bis zu einer Gesamtmenge
von 51 und weitere 8 bis 10 cm3 HgC12 Lösung werden unter ständigem Rückfluß des
Gemisches mit solcher Geschwindigkeit zugesetzt, daß die Umsetzung stetig fortschreitet.
Ein zweiter Ansatz wird in gleicher Weise hergestellt, beide Ansätze werden vereinigt,
und 411/" des Aluminiumalkoholates werden abdestilliert. Das hinterbleibende Aluminiumamylat
entspricht 520 g metallischem Aluminium.
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33,61 destilliertes Wasser werden in einem offenen Gefäß unter Rühren
im Verlauf von 20 Minuten mit 14,9 kg der verdünnten Aluminiumamylatlösung (entsprechend
520 g Aluminium) versetzt. Die Aufschlämmung wird noch 15 Minuten gerührt und 22
Stunden stehengelassen. Dann wird von der überstehenden klaren Flüssigkeit soviel
wie möglich abgesaugt. Zu der Aufschlämmung wird unter Rühren eine Lösung von 14,7
g Platinchlorwasserstoffsäure (entsprechend 5,88 g Platin oder 0,6 °/o Pt, bezogen
auf das A1203) in 100 cm3 destilliertem Wasser im Verlauf von 15 Minuten zugesetzt.
1520 cm3 destilliertes Wasser werden bei Raumtemperatur mit Schwefelwasserstoff
gesättigt, und die gesättigte Lösung wird unter Rühren im Verlauf von 15 Minuten
zu der Aufschlämmung zugesetzt. Der pH-Wert des Tonerdegels beträgt 8,3. Nach dem
Zusatz der Platinchlorwasserstoffsäure sinkt der pF;-Wert auf 6,1.
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Das so behandelte Gel wird in der Trockentrommel getrocknet, durch
Öffnungen von 1,6 mm Durchmesser stranggepreßt und in einem trockenen Luftstrom
durch 3stündiges Erhitzen bis auf eine Endtemperatur von 482'C calciniert.
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Dieser Vergleichskatalysator wird als Katalysator B bezeichnet. Die
Katalysatoren A und B werden in einer Kurzzeitprüfung zur Reformierung eines Benzins
von einem Siedebereich von 119 bis 182'C (ASTM) der Zusammensetzung
| Paraffine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
46,70/, |
| Clefine .......................... 1 °/a |
| Naphthene . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44,80/, |
| Aromaten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
8,3"/, |
und einer Research-Octanzahl (ungebleit) von 38 eingesetzt. Die Reformierung wird
in jedem Falle 48 Stunden bei 504"C, 14 atü und 5 Mol Kreislaufgas je ".hol Koblervisserstoffbeschicktina
durchgeführt. Das Kreislaufgas besteht hauptsächlich aus Wasserstoff mit einem geringen
Gehalt an Methan. Die Benzinbeschickung wird dem Reaktionsgefäß mit einer Geschwindigkeit
von 15 Gewichtsteilen Kohlenwasserstoffgut je Gewichtsteil Katalysator und Stunde
zugef ührt.
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Unter Bezugnahme auf einen zuvor hergestellten Bezugskatalysator werden
die relativen Aktivitäten und die relativen Lebensdauern der drei Katalysatoren
bestimmt, wobei die entsprechenden Werte für den Bezugskatalysator mit 100 angesetzt
werden. Die Ergebnisse sind die folgenden:
| R. A.* R. L.** R. A. - R. L. |
| 100 |
| Katalysator A ..... 89 112 100 |
| Katalysator B ..... 77 72 55 |
| * R. A. = Relative Aktivität. |
| ** R. L. = Relative Lebensdauer. |
Zur Herstellung von Reformierungskatalysatoren können außer Platin auch andere Metalle
der Platingruppe, z. B. Rhodium, Palladium und Iridium, verwendet werden, aber Platin
scheint die Reformierung wirksamer als die anderen Metalle der Platingruppe zu katalysieren.
Im allgemeinen beträgt der Platinmetallgehalt dieser Katalysatoren etwa 0,1 bis
etwa 10/,.
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Dem Katalysator können außerdem noch in bekannter Weise saure Proinotoren,
z. B. Fluoride, zugesetzt werden.
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Zum Unterschied von der im Beispiel 6 beschriebenen Herstellungsweise
können gute Katalysatoren aus den gleichen oder ähnlichen Aluminiumoxydhydratgemischen
auch durch Trocknen, Calcinieren bei verhältnismäßig niedriger Temperatur, z. B.
bei etwa 300`C, Suspendieren des Calcinierungsproduktes in Wasser und anschließenden
Zusatz des Platins hergestellt werden.
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Mit Ausnahme der röntgenographischen Daten beziehen sich die prozentualen
Angaben der Zusammensetzung der Gemische stets auf Gewichtsmengen, bezogen auf das
geglühte Produkt, wenn nichts anderes angegeben ist. Die Zahlenwerte für die Größe
der Oberfläche sind ebenfalls auf das Gewicht des geglühten Produktes bezogen.
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Die erfindungsgemäß hergestellten Katalysatoren eignen sich außer
zum Reformieren von Benzin auch in hervorragender Weise zur Durchführung vieler
anderer Reaktionen. Die Hydrierung von Benzol zu Cyclohexan oder von Toluol zu Methylcyclohexan
kann mit Erfolg an Katalysatoren durchgeführt werden, die 0,6°/o Platin, 0,4°/o
Ruthenium #. 0,2°;a
Platin oder 0,6 °/o Rhodium jeweils auf dem
erfindungsgemäß hergestellten Aluminiumoxydträger enthalten.