DE1158365B - Photographische Gelatine-Silberhalogenidemulsionen, Emulsionsschichten und Materialien - Google Patents
Photographische Gelatine-Silberhalogenidemulsionen, Emulsionsschichten und MaterialienInfo
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Description
Die Erfindung betrifft verbesserte photographische Silberhalogenidemulsionen, Emulsionsschichten und
mit diesen Emulsionen beschichtete Filme.
Zur Verwendung in der Graphik bestimmte photographische Filme sollen so raumbeständig sein, daß,
wenn mehrere Filme übereinandergelegt werden, wie es bei der Farbwiedergabe üblich ist, diese Filme zur
Deckung kommen, d. h. sich in genauer räumlicher Übereinstimmung befinden. Um eine hochgradige
Raumbeständigkeit zu erzielen, werden die photographischen Emulsionen oft auf Glasplatten aufgetragen.
In neuerer Zeit hat man hydrophobe Grundlagefilme, ζ. B. solche aus Polyäthylenterephthalat,
an Stelle von Glas für diese Zwecke verwendet; hierdurch werden jedoch die Unzulänglichkeiten der
Emulsionen nicht beseitigt.
Eine unerwünschte Eigenschaft der gegenwärtig erhältlichen graphischen Filme ist die Änderung in
der optischen Dichte des Bildes beim Übergang aus dem nassen in den trockenen Zustand. In der
Praxis ist es üblich, den Film bis zu der erforderlichen optischen Dichte zu entwickeln, die durch
Augenschein oder in einem Densitometer festgestellt wird, solange der Film noch naß ist. Dann wird die
Entwicklung unterbrochen. Diese ist keine genaue Methode, weil die optische Dichte sich beim Trocknen
des Films ändert, und es ist daher oft erforderlich, eine ganze Reihe von Entwicklungsvorgängen
durchzuführen, um ein einziges Negativ mit der richtigen optischen Dichte zu erhalten. Außerdem
schwankt die Größe der Dichteänderung beim Trocknen mit den Trocknungsbedingungen. Die bisherigen
Verfahren waren kostspielig und zeitraubend.
Man hat bereits versucht, die Gelatine durch synthetische
Bindemittel zu ersetzen, um ihre Eigenschaften für die Anwendung in der Graphik zu verbessern;
dies war aber in Anbetracht der einzigartigen photographischen und kolloidchemischen
Eigenschaften der Gelatine als Bindemittel nur teilweise von Erfolg begleitet. Verbesserungen in einer
Hinsicht gehen gewöhnlich auf Kosten einer anderen und wichtigeren Eigenschaft.
So beschreibt z. B. Ewa in der »Zeitschrift für wissenschaftliche Photographic, Photophysik und
Photochemie«, 52. 1957,"S. 1 bis 24. Silberhalogenidemulsionen
unter Verwendung von Dextran, einer in ]-6-Bindung gebundenen Polyglucose. Die Verwendung
von Dextran als alleinigem Bindemittel für Silberhalogenidkömer hat jedoch verschiedene Nachteile.
Es ist z. B. schwierig oder unmöglich, eine Emulsion, die Dextran als einziges Kolloidbindemittel enthält, in der für Gelatineemulsionen all-
Photographische
Gelatine-Silberhalogenidemulsionen,
Emulsionsschichten und Materialien
Emulsionsschichten und Materialien
Anmelder:
E. I. du Pont de Nemours and Company,
Wilmington, Del. (V. St. A.)
Wilmington, Del. (V. St. A.)
Vertreter: Dr.-Ing. W. Abitz, Patentanwalt,
München 27, Pienzenauer Str. 28
München 27, Pienzenauer Str. 28
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 27. Februar 1962 (Nr. 176 140)
V. St. v. Amerika vom 27. Februar 1962 (Nr. 176 140)
Abraham Bernard Cohen, Springfield,
und Comer Drake Shacklett, Roselle, N. J.
und Comer Drake Shacklett, Roselle, N. J.
(V. St. A.),
sind als Erfinder genannt worden
sind als Erfinder genannt worden
gemein üblichen Art durch Kühlen erstarren zu lassen. Ein weiterer Nachteil des Dextrans ist seine schlechte
Schutzkolloidwirkung für Silberhalogenidkömer. Es sind noch viele andere Bindemittelabänderungen vorgeschlagen
worden; keine von ihnen liefert jedoch das richtige Gleichgewicht zwischen den hauptsächlichen
physikalischen und photographischen Eigenschaften, die für graphische Filme erforderlich sind.
Die Erfindung stellt eine einzigartige photographische Silberhalogenidemulsion und Emulsionsschicht
zur Verfügung, bei der die Vorteile der Gelatine erhalten bleiben, gewisse Nachteile jedoch beseitigt
werden. Ein weiterer Zweck der Erfindung ist die Schaffung von photographischen Emulsionsschichten
und Filmen für die Graphik, die eine verbesserte Raumbeständigkeit aufweisen und bei denen
die optische Dichte des entwickelten Bildes beim Übergang vom nassen in den trockenen Zustand
stabil bleibt. Weiterhin bezweckt die Erfindung die Herstellung von Emulsionsschichten und photographischen
Elementen, die schneller getrocknet werden können.
309 750/322
Die verbesserten Gelatine-Silberhalogenidemulsionen gemäß der Erfindung enthalten außer den Silberhalogenidkörnern
1. eine wäßrige Phase, die als Bestandteile
a) 20 bis 85 Gewichtsteile Gelatine und
b) 2,5 bis 40 Gewichtsteile eines wasserlöslichen Polysaccharids der empirischen Formel
(C6H10O.),, oder (C5H8O4),,
enthält, in der die Monomereneinheiten in der Natur vorkommende Aldosen oder Ketosen
sind, die durch Glykosidbindungen miteinander verbunden sind, und in der η einen Wert von 20
bis 600 hat, und
2. 10 bis 70 Gewichtsteile einer darin dispergierten nichtwäßrigen Phase von in Wasser dispergierbaren
kolloidalen Teilchen (vorzugsweise von
Vinyl-Additionspolymeren eines äthylenisch ungesättigten
Monomeren von einem Molekulargewicht von weniger als 250.
Beschaffenheit, Raubeständigkeit und praktische photographische Hantierbarkeit sind jedoch merklich
verbessert. Zum Beispiel sind der Feuchtigkeits-Ausdehnungskoeffizient und die Größenänderung beim
Verarbeiten des lichtempfindlichen Silberhalogenides zu einem Silberbild deutlich vermindert. Die optische
Dichte des Bildes beim Übergang vom nassen in den trockenen Zustand ist in bemerkenswerter Weise
stabilisiert, so daß die schließliche optische Dichte in
ίο trockenem Zustande aus der Messung der optischen
Dichte im nassen Zustande genau vorausgesagt werden kann.
Ferner ist die Trocknungsgeschwindigkeit des behandelten, belichteten Films höher, die Neigung, sich
bei niedrigen Feuchtigkeitswerten einzurollen, vermindert und die Stoßfestigkeit sowie die Bindungsfestigkeit an die Unterlage erheblich verbessert. Diese
Kombination von Eigenschaften und Ergebnissen ist
• 1 τ-. i__i ·ι überraschend und von besonderer technischer Be-
emem nuttleren Durchmesser von weniger als 20 deut f& photographische Filme die für ^ Gra_
400 πΐμ) aus einem praktisch wasserunlöslichen pMk be 5 stimi£t sin J ^1 bei diesen FUmen oft dicke
Emulsionsschichten für die Wiedergabe kontinuierlicher Töne verwendet werden.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Er-
Außerdem kann die Emulsion noch geringere 25 findung können zu der Gelatine-Silberhalogenidemul-Mengen,
gewöhnlich weniger als 5 Gewichtsprozent sion ein kationischer optischer Sensibilisierungsfarbder
drei Bindemittel, an verschiedenen Emulsions- stoff und eine Dispersion des wasserunlöslichen Vinylhilfsmitteln,
Dispergiermitteln, Beschichtungshilfs- polymeren zugesetzt werden, welches darin mit Hilfe
mitteln usw. enthalten. eines amphoteren Dispergiermittels, vorzugsweise eines
Die neuen, die drei Komponenten enthaltenden 30 amphoteren Alkyliminomonocarboxylates der Formel
kolloidalen Bindemittel - Silberhalogenidemulsionen
können auf verschiedene Weise hergestellt werden.
Nach einer praktischen Ausführungsform der Erfindung wird lichtempfindliches Silberhalogenid oder ein
Gemisch solcher Halogenide in einer wäßrigen photo- 35 ρ den Wert 2 — m hat und M ein Wasserstoff-, Nagraphischen Gelatinelösung ausgefällt. Die erhaltene trium-, Kalium- oder Ammoniumion bedeutet. Im Emulsion oder Dispersion behält die Schutzkolloid-
und sonstigen Eigenschaften der Gelatine von photographischem Gütegrade bei. Zu der ausgefällten Silberhalogenidemulsion, die gewaschen, gereift werden 40
kann usw., werden geeignete Sensibilisatoren und
gegebenenfalls andere Emulsionshilfsmittel zugesetzt,
und die Emulsion wird digeriert. Zu der digerierten
Emulsion werden gesondert oder gleichzeitig eine
können auf verschiedene Weise hergestellt werden.
Nach einer praktischen Ausführungsform der Erfindung wird lichtempfindliches Silberhalogenid oder ein
Gemisch solcher Halogenide in einer wäßrigen photo- 35 ρ den Wert 2 — m hat und M ein Wasserstoff-, Nagraphischen Gelatinelösung ausgefällt. Die erhaltene trium-, Kalium- oder Ammoniumion bedeutet. Im Emulsion oder Dispersion behält die Schutzkolloid-
und sonstigen Eigenschaften der Gelatine von photographischem Gütegrade bei. Zu der ausgefällten Silberhalogenidemulsion, die gewaschen, gereift werden 40
kann usw., werden geeignete Sensibilisatoren und
gegebenenfalls andere Emulsionshilfsmittel zugesetzt,
und die Emulsion wird digeriert. Zu der digerierten
Emulsion werden gesondert oder gleichzeitig eine
wäßrige Lösung oder Dispersion des Polysaccharids 45 von N-Dodecyl-^-iminodipropionat. Bei dem erstund
des wasserunlöslichen Vinyl-Additionspolymeren genannten Dispergiermittel bedeutet »Talg« ein Gezugesetzt.
Nachdem eine gründliche Durchmischung misch aus Kohlenwasserstoffresten, und zwar Oleyl-,
stattgefunden hat, wird die die drei Komponenten Palmityl-, Stearyl- und Myristylresten in der Reihenenthaltende
kolloidale Silberhalogeniddispersion auf folge abnehmender Konzentration. Man kann nichteinen
Träger, z. B. einen hydrophoben Trägerfilm, 50 ionogene oder kationische oberflächenaktive Mittel
RNHm (CH2CH2COOM),,
dispergiert ist, in der R eine Alkylgruppe mit 12 bis 18 Kohlenstoffatomen bedeutet, m den Wert 0 oder 1,
allgemeinen wird das Dispergiermittel in Mengen von 0,5 bis 15,0 Gewichtsprozent des wasserunlöslichen
Vinylpolymeren angewandt.
Geeignete Aminosäuredispergiermittel sind in der USA.-Patentschrift 2 816 920 beschrieben und im
Handel erhältlich. Zwei dieser Dispergiermittel, die von besonderem Interesse sind, sind Dinatrium-N-»Talg«-/Hminopropionat
und das Dinatriumsalz
aufgetragen und getrocknet. Zusammen mit den anderen beiden Kolloiden kann weitere Gelatine zugesetzt
werden, damit die fertige Silberhalogenidemulsion oder -dispersion die erforderliche Gelatinemenge
enthält.
Nach dem Trocknen wird die lichtempfindliche Silberhalogenidschicht sensitometrisch durch einen
neutralen Dichtekeil belichtet, durch Entwickeln, Fixieren usw. verarbeitet, und die Bilddichten werden
verwenden; die besten Ergebnisse werden jedoch, besonders im Falle von panchromatischen Silberhalogenidemulsionen,
mit Hilfe des oben beschriebenen amphoteren Alkyliminodicarboxylates als Dispergiermittel
erzielt.
Die erfindungsgemäß verwendeten Polysaccharide können als wasserlösliche Polykondensate von Monosacchariden
gekennzeichnet werden, die durch Abspaltung von Wasser unter Bildung von Glykosid-
auf einem Desitometer bekannter Art abgelesen. Die 60 bindungen miteinander verbunden sind. Hierzu ge
neue, die Gelatine, das Polysaccharid und das wasserunlösliche Vinylpolymere enthaltende Silberhalogenidemulsion
liefert einen klaren Film, der, ebenso wie ein reiner Gelatinefilm, für wäßrige Entwicklungsund
Fixierbäder durchlässig ist und infolge der Ahn-Iichkeit
im Korngefüge und in der Kerngrößenverteilung des Silberhalogenides ähnliche photosensitometrische
Eigenschaften aufweist. Seine physikalische hören sowohl Pentose- als auch Hexosederivate nach
den folgenden empirischen Gleichungen:
η C6H12O6
(C6H10O5)„+ (W
(C5H8O4),, +(H-I)H2O
Während bei den in der Natur vorkommenden Polysacchariden die Zahl η von zehn bis zu mehreren
"C5H10O5
tausend variieren kann, besitzen die erfindungsgemäß bevorzugten Polysaccharide zwanzig bis sechshundert
solche Einheiten oder Molekulargewichte im Bereich von 2500 bis 100 000. Polysaccharide mit Molekulargewichten
unterhalb des niedrigsten Wertes dieses Bereiches diffundieren so leicht in Waser, daß sie
bei dem photographischen Behandlungsverfahren aus den Filmen ausgewaschen werden, während Polysaccharide
mit Molekulargewichten von mehr als 100 000 eine zu geringe Wasserlöslichkeit besitzen,
mit Gelatine unverträglich sind oder Lösungen von zu hoher Viskosität ergeben. Die Viskositäten von
5°/oigen wäßrigen Lösungen sollen bei 25° C vorzugsweise
unterhalb 100 cP liegen.
Die meisten der erfindungsgemäß verwendeten Polysaccharide können auch mit dem Gattungsnamen
»Glykane« bezeichnet werden, und die meisten derselben sind unter Gattungsnamen bekannt, bei denen
die Endung »-öse« des Stammzuckers durch die Endung »-an« ersetzt ist, z. B. Glucan oder Dextran,
Galactan, Mannan usw.; in einigen Fällen werden jedoch die Trivialnamen verwendet, wie z. B. Inulin.
Die erfindungsgemäß verwendeten Polysaccharide können lineare oder verzweigtkettige Homo- oder
Heteroglykane nach dem Klassifizierungssystem in Tabelle V auf S. 22 bis 26 des Werkes »Polysaccharide
Chemistry« von R. L. Whistler und C.L.Smart
(Academic Press, New York, 1953) sein. Jede wiederkehrende Einheit in den obigen empirischen Formeln
kann als ein Derivat einer in der Natur vorkommenden Hexose oder Pentose angesehen werden, wie
CHO
CHOH
CHOH
CHOH
CHOH
CH0OH
CHO
CHOH
CH0OH
C = O
CHOH CHOH
oder I
CHOH CHOH
CHOH CHOH
f
CH0OH
CH0OH
CHOH
CH2OH
wobei eine der Hydroxylgruppen mit der Carbonylgruppe
des gleichen Moleküls durch Hemiacetalbildung und Bildung einer Glykosid- (Acetal-) Bindung
mit einem zweiten Hemiacetal unter Bildung eines Pyranose- oder Furanoseringes reagiert. Mit
Ketosen bilden sich die entsprechenden Ketale.
Die genaue Bindungsstelle der Glykosidbindung (1,4', 1,6' usw.) und Orientierung (α oder ß) ist nicht
immer bekannt, scheint aber auch nicht von Bedeutung zu sein, vorausgesetzt, daß das Polysaccharid
wasserlöslich ist. So sind gewisse wasserunlösliche Polysaccharide mit l,4-/?-Bindungen, wie Xylan und
Cellulose, von der erfindungsgemäßen Verwendung ausgeschlossen; jedoch gehört Galactan, welches eine
ähnliche Bindung hat, aber wasserlöslich ist, in Anbetracht der Beschränkung auf wasserlösliche Glykane
zu den erfindungsgemäß verwendbaren Verbindungen. Inulin, welches ein Fructan von geringer
Wasserlöslichkeit und hoher Viskosität ist, zeigt die vorteilhaften Wirkungen gemäß der Erfindung zu
einem geringeren Grade als die stärker löslichen Polysaccharide. Diese Polysaccharide können außer den
Zuckerresten noch bis 15 Gewichtsprozent an anderen, in der Natur vorkommenden Protein- oder Kohlehydratresten
enthalten, vorausgesetzt, daß diese Reste die Löslichkeit oder Viskosität der Verbindungen
nicht beeinträchtigen.
Zu den erfindungsgemäß verwendbaren PoIyhexosen gehören die wasserlöslichen Mannane, Galactane,
Fructane (einschließlich der Lävane), Glucofructane, Galactomannane, Laminarine, Dextrane und
Dextrine usw. sowie hydrolysiert^, wasserlösliche ίο Derivate von Cellulose, Stärke und Glykogen. Die
Dextrane, die technisch durch bakterielle Vergärung von Saccharose hergestellt werden, sind eine erfindungsgemäß
besonders bevorzugte Klasse von Polysacchariden. Bevorzugte Dextrine und Dextrane sind
in den belgischen Patentschriften 584132 und 592477 beschrieben. Erfindungsgemäß verwendbare Polysaccharide,
die Pentosen enthalten, sind Araban und Arabogalactane.
In der Wahl der kolloidalen Dispersion der wasserunlöslichen Vinylpolymerisate, zu denen auch Mischpolymerisate
gehören, besteht eine beträchtliche Variationsbreite. Eine bevorzugte Klasse sind die
Acrylsäure- und Methacrylsäurealkylester, z. B. Polymerisate und Mischpolymerisate von Acrylsäuremethyl-,
-äthyl-, -butyl- und äthylhexylester oder Methacrylsäuremethyl- und butylester. Auch Acrylsäure
oder Methacrylsäure selbst können zur Herstellung wertvoller Mischpolymerisate verwendet werden.
Zusammen mit den meisten Mischmonomeren werden jedoch nicht mehr als 10 Molprozent einer
solchen Säure bei der Polymerisation angewandt, damit das Mischpolymerisat wasserunlöslich bleibt.
Andere zur Herstellung von Dispersionen wasserunlöslicher Polymerisate und Mischpolymerisate verwendbare
Klassen von Vinylmonomeren sind die Vinylester, wie das Acetat, Propionat usw., Vinyl-
und Vinylidenhalogenide, wie Vinylidenchlorid, Styrol und substituierte Styrole, die Diene, wie Butadien,
AcrylsäurenitriL Alkene, wie Äthylen oder Propylen
u. dgl. Die wasserunlöslichen Polymerisate sind frei von farbbildenden Kernen oder Gruppen und vorzugsweise
auch von cyclischen Kernen.
Im allgemeinen erzielt man die besten Ergebnisse mit Vinylmonomeren, die zur geringsten Wasserempfindlichkeit
und zum niedrigsten Elastizitätsmodul führen. So werden allgemein Acrylsäureester gegenüber
den Methaerylsäureestern und Polyäthylen gegenüber den Polymerisaten oder Mischpolymerisaten
des Polyvmylidenchlorids bevorzugt. Die Vinylpolymeren
haben im allgemeinen mittlere Molekulargewichte über 10 000.
Die Teilchengröße der Vinyldispersion ist wichtig, da bei dem beabsichtigten Anwendungszweck keine
Lichtstreuung stattfinden darf. Im allgemeinen werden Teilchengrößen unterhalb der Wellenlänge des Lichtes,
d. h. unterhalb 400 mu, bevorzugt. Die Teilchengröße kann nach bekannten Verfahren der Emulsionspolymerisation
gesteuert werden, z. B. durch geeignete Konzentrationen an oberflächenaktiven Mitrein,
die Art des Rührens, die Konzentration der Reaktionsteilnehmer, die Tremperatur, die Geschwindigkeit des Zusatzes der Monomeren usw.
Um die Vorteile der verbesserten Raumbeständigkeit der erfindungsgemäßen Emulsionen voll auszunutzen,
ist es zweckmäßig, die Emulsionen auf einen Trägerfilm aufzutragen, der selbst eine hinreichende
Raumbeständigkeit hat, z. B. Polymethylenterephthalate,
Polystyrol, Polycarbonate, z. B. das Polycarbonat
7 8
von 2,2-Bis-p-hydroxyphenylpropan, Polyäthylentere- Streifen 24 Stunden bei konstanter Temperatur und
phthalat-isophthalat usw. Im allgemeinen gehören zu Feuchtigkeit klimatisiert und unter Innehaltung der
den Polyesterfilmen diejenigen, die aus hochgradig gleichen Bedingungen flach auf die Invarplatte aufpolymerisierten
Estern der Terephthalsäure mit min- gelegt. Zwei mit Gaertner-Fadenmikrometer versehene
destens einem Glykol der Formel 5 Mikroskope mit hundertfacher Gesamtvergrößerung
Tjnrw w rw nw und einer kleinsten Mikrometerablesung von
12 * 5,08 · 10~a cm werden so angeordnet, daß die Abhergestellt
sind, in derW einen Polymethylenrest oder stände zwischen den Bezugsmarken auf den Deckeinen
alkylsubstituierten Polymethylenrest mit 0 bis schichtstreifen und den entsprechenden Bezugsmar-8
Kohlenstoff atomen, z. B. den 2,2-Dimethylpropylen- io ken auf der Invarplatte mit Hilfe einer mit Einteilung
1,3-rest, oder einen Cycloalkylenrest mit 5 bis 6 Koh- versehenen Glasskala gemessen werden können. Die
lenstoffatomen, z. B. den Cyclopentyl-l,3-rest oder Invarplatte, die Mikroskope und der Deckschichtden
Cyclohexyl-l,4-rest, bedeutet. Mischpolymerisat- streifen sind sämtlich in einem klimatisierten Gehäuse
filme, die bis 20 Molprozent, bezogen auf die Gesamt- untergebracht, welches mit Öffnungen für die Betätimolzahl
der Säuren, an aliphatischen Dicarbonsäuren, 15 gungsarme und Beobachtungsfenstern versehen ist.
z. B. Bernsteinsäure, Glutarsäure, Adipinsäure, Hexa- Durch Vektoraddition dieser Abstände und des behydroterephthalsäure
und Sebacinsäure, außer der kannten Abstandes zwischen den Bezugsmarken auf Terephthalsäure enthalten, sind ebenfalls verwendbar. der Invarplatte wird der Abstand zwischen den Be-Diese
Träger können verschiedene Bindeniittelschich- zugsmarken auf dem Streifen bei einer bestimmten
ten, ζ. B. Schichten aus Mischpolymerisaten des ao relativen Feuchtigkeit bestimmt. Das Verfahren wird
Vinylidenchlorids, besitzen, wie es in der USA-Patent- mit 24stündigem Vorklimatisieren wiederholt, um den
schrift 2 779 684 beschrieben ist. Abstand zwischen den beiden Bezugsmarken auf dem
Die oben beschriebenen Polymerisate oder Misch- Streifen bei einer anderen bekannten Feuchtigkeit zu
polymerisate können eine Anzahl, z. B. eine bis zwölf ermitteln. Die Längenänderung bei den beiden Feuch-
oder mehr, Äthergruppen in der Polymerkette enthal- 25 tigkeitswerten, dividiert durch den Mittelwert der beiten.
Solche Äthergruppen können in Form eines äther- den Längen und dividiert durch die Differenz in der
gruppenhaltigen Glykolderivates eingef ührt oder wäh- prozentualen relativen Feuchtigkeit, ergibt den Feuchrend
der Polymerisation durch Nebenreaktionen er- tigkeits-Ausdehnungskoeffizienten. Invar ist eine
zeugt werden. Die photographischen Emulsionen kön- Nickel-Stahl-Legierung.
nen auch auf verschiedene Filme, Folien und Platten 30 Die Raumbeständigkeit wird in Form der Größenaus
Glas, Metall, z. B. Aluminium, auf verschiedene änderung bei der Behandlung auf ähnliche Weise bewasserdichte
Papiere, Cellulosederivate, z. B. Cellu- stimmt. Der Abstand zwischen den Bezugsmarken
loseacetat, Cellulosepropionat, Cellulosebutyrat, CeI- wird auf einem Deckschichtstreifen bestimmt, der
luloseacetat-butyrat und Cellulosenitrat, Filme aus 24 Stunden bei konstanter Temperatur und Feuchtiganderen
Superpolymeren, z. B. aus Polyamiden, Poly- 35 keit klimatisiert worden ist. Dann wird der Streifen
vinylchlorid, Mischpolymerisaten aus Vinylchlorid in üblicher Weise behandelt und getrocknet, bei der
und Vinylacetat usw., aufgetragen werden. gleichen Temperatur und Feuchtigkeit, wie vorher,
Die nach einer bevorzugten Ausführungsform der 24 Stunden klimatisiert und gemessen, um die Ände-Erfindung
verwendeten Polymerdispersionen werden rung im Abstand zwischen den beiden Bezugsmarken
auf an sich bekannte Weise aus einem polymerisier- 40 zu ermitteln. Die Größenänderung bei der Behandbaren
flüssigen Monomeren hergestellt. Dieses Mono- lung wird berechnet, indem man diese Längenändemere
wird mit Hilfe der oben beschriebenen Disper- rung durch den mittleren Abtand dividiert,
giermittel in Wasser emulgiert und der bekannten Die Stabilität der optischen Dichte wird durch
Emulsionspolymerisation mit Hilfe eines Radial- Dichtemessungen auf Grund der Durchlässigkeit für
kettenkatalysators, z. B. eines Peroxydes oder 45 diffuses Licht bestimmt (American Standards Associa-
«,a'-Azobis-Cisobutyronitril), unterworfen. In dem tion, Normvorschrift Z38.2.5-1946). Die Messungen
nachstehenden Verfahren A wird die Herstellung einer der optischen Dichte werden an nassen und trockenen
besonders bevorzugten Dispersion, nämlich einer sol- Filmen sowie an Filmen während des Trocknungschen
von Polyacrylsäureäthylester, erläutert. Andern- Vorganges bei verschiedenen Naßthermometertempefalls
kann man die Polymerisation auch in Masse 50 raturen der Trocknungsluft ausgeführt,
durchführen und die Dispersionen durch Dispergieren Die Werte für die Stoßfestigkeit unter verschiede-
des geschmolzenen Polymerisats in Wasser in Gegen- nen Bedingungen werden mit der von R. D. Sp angwart
eines Dispergiermittels herstellen, wie es im all- ler und E. B. Cooper in »Journal of Applied Phygemeinen
bei Polyäthylen geschieht. sics«, Bd. 28, Nr. 3, März 1957, S. 329 bis 333, be-
Die folgenden Verfahrensvorschriften und Ausfüh- 55 schriebenen Vorrichtung bestimmt. In dieser Vorrichrungsbeispiele,
in denen die Beläge auf ihren Feuch- tang wird die von dem Film absorbierte Energie getigkeits-Ausdehnungskoeffizienten,
ihre Raumbestän- messen, wenn eine in Bewegung befindliche Stahldigkeit,
ihre Dichtebeständigkeit, ihre Stoßfestigkeit, kugel durch den Film hindurchdringt. Mit Hilfe einer
ihr Haftvermögen und ihre Neigung zum Einrollen photoelektrischen Zelle kann die Geschwindigkeit der
untersucht werden, sollen die Erfindung weiter erläu- 60 Stahlkugel in freiem Fluge mit der Geschwindigkeit
tern, ihren Umfang jedoch nicht beschränken. nach dem Hindurchdringen durch den zu untersuchen-
Zur Bestimmung des Feuchtigkeits-Ausdehnungs- den Film verglichen werden.
koeffizienten wird ein 76,2 cm langer Streifen eines Die Trockenhaftfestigkeit der Emulsion an dem
Belages mit einem Ritzstift in der Nähe eines jeden Träger wird durch die übliche Prüfung bestimmt, bei
Endes mit Bezugsmarken versehen, die sich dicht bei 65 der kreuzweise schraffierte Linien durch die Emulsion
den Bezugsmarken einer geeichten Invarplatte befin- geschnitten werden und ein Stück selbstklebendes
den, wenn der Streifen und die Invarplatte mitein- Klebeband auf eine Oberfläche der Emulsion aufgeander
in Berührung gebracht werden. Dann wird der drückt und dann rasch abgezogen wird. Wenn hierbei
ein Teil der Emulsion von der Unterlage abgelöst wird, bedeutet dies ein schlechtes Haftvermögen. Die
Naßhaftfestigkeit kann in ähnlicher Weise nach der normalen photographischen Behandlung bestimmt
werden, indem die Neigung der nassen Emulsion zum Abheben von der Grundlage gemessen wird, wenn
eine Kraft tangential an der Kante der kreuzschraffierten Linien angreift.
Die Neigung zum Einrollen wird gemessen, indem das Gewicht bestimmt wird, welches erforderlich ist,
um einen bei 20% relativer Feuchtigkeit und 24° C klimatisierten Film (25,4 ■ 30,5 cm) wieder in eine
flache Lage zu bringen.
Verfahren A
Ein 221 fassendes, geriffeltes Reaktionsgefäß wird mit Thermometer, Ankerrührer und einem Dreihalsaufsatz
ausgestattet, der ein Gaseinleitungsrohr und zwei Rückflußkühler enthält. Das Gefäß wird 10 bis
20 Minuten mit Stickstoff gespült und während der Polymerisation unter Stickstoffüberdruck gehalten.
Das Gefäß wird nun mit 101 destilliertem Wasser, 484 g Dinatrium-N-»Talg«-y9-iminodipropionatflocken
(96%) und 50 g Gelatine (als Wärmestabilisiermittel) mit 1040 ml destilliertem Wasser beschickt. Das Gemisch
wird 10 bis 15 Minuten unter mäßigem Rühren auf Raumtemperatur gehalten und dann 15 bis
20 Minuten unter Rühren im Wasserbad auf 50 bis 55° C erhitzt, bis Lösung eingetreten ist. Die wäßrige
Lösung wird mit 3300 g Acrylsäureäthylester versetzt (aus welchem der Polymerisationsverzögerer zuvor
mit Alkali extrahiert worden ist). Das Reaktionsgemisch wird unter Rühren im Wasserbad auf 80 bis
85° C erhitzt, 10 Minuten in diesem Temperaturbereich gehalten und auf 75° C gekühlt. Dann wird
das Reaktionsgemisch mit 60 ml 30gewichtsprozentiger wäßriger Wasserstoffperoxydlösung versetzt, und
die Temperatur wird auf 75° C gehalten, bis die Polymerisation beginnt. Nachdem die anfängliche exotherme
Reaktion nachgelassen hat (Anmerkung: Die Reaktion wird nach Bedarf durch kaltes Wasser gemäßigt,
um eine übermäßige Schaumentwicklung zu verhindern), werden 1700 g Acrylsäureäthylester zugesetzt.
Die Badtemperatur wird auf 75 ± 3° C eingestellt, und es werden 19 ml 30gewichtsprozentige
wäßrige Wasserstoffperoxydlösung zugesetzt. Nach
ίο Beendigung der zweiten Polymerisationsstufe wird die
Temperatur auf 80 bis 85° C gesteigert und 2 Stunden in diesem Bereich gehalten. Dann wird die Dispersion
auf 90° C erhitzt, 10 Minuten auf dieser Temperatur gehalten und im Verlaufe von 1 bis 2 Stunden einer
Wasserdampfdestillation unterworfen, um restliches Monomeres zu entfernen. Die Dispersion wird auf
50° C gekühlt und zwecks Entfernung eines etwaigen Rückstandes durch Filz filtriert. Die so erhaltene Dispersion
enthält 30 Gewichtsprozent Polyacrylsäureäthylester und 2,79 Gewichtsprozent Dinatrium-N-
»Talg«-/?-iminodipropionat.
Verfahren B
Ein 221 fassendes geriffeltes Reaktionsgefäß wird, wie für Verfahren A beschrieben, ausgerüstet und in
der gleichen Weise mit Stickstoff gespült. Das Gefäß wird mit 8 1 destilliertem Wasser und 16,7 g eines
Polyacrylamides von hohem Molekulargewicht (als Wärmestabilisiermittel) beschickt, welches langsam
durch einen langstieligen Trichter mit enger Bohrung zugesetzt und mit 2,5 1 destilliertem Wasser hineingespült
wird. Das Gemisch wird 2 bis 3 Stunden bei Raumtemperatur gerührt, bis Lösung eingetreten ist.
Zu der Lösung des Polyacrylamide in dem Reaktionsgefäß werden 667 g einer 30gewichtsprozentigen wäßrigen
Isopropanollösung eines oberflächenaktiven Mittels der Formel
CH3 — C (CHg)2 — CH2 — C (CHS)2 (OCH2CH2)nOSO3Na
zugesetzt, die mit 400 ml destilliertem Wasser hineingespült wird. Wie für das Verfahren A beschrieben,
wird eine zweistufige Polymerisation durchgeführt, wobei jedoch an Stelle des Acrylsäureäthylesters
Acrylsäurebutylester verwendet wird. Die so erhaltene Dispersion enthält 30 Gewichtsprozent Polyacrylsäurebutylester
und 1,2 Gewichtsprozent Polyäthersulfat als oberflächenaktives Mittel.
Verfahren C
Das Verfahren B wird im wesentlichen wiederholt, wobei jedoch 800 g einer 25gewichtsprozentigen wäßrigen
Lösung von »Tamol« 731 (Warenzeichen der Firma Rohm & Haas; in Haynes, »Chemical Trade
Names and Commercial Synonyms«, 2. Auflage, 1955, Van Nostrand & Co., New York, definiert als «Natriumsalz
eines carboxyliertenPolyelektrolyten»), hineingespült mit 267 ml destilliertem Wasser, an Stelle
des Natriumsalzes eines Polyäthersulfates als oberflächenaktives Mittel verwendet werden. Wie für das
Verfahren A beschrieben, wird eine zweistufige Polymerisation
durchgeführt, wobei jedoch Methacrylsäuremethylester an Stelle des Methacrylsäureäthylesters
verwendet wird. Die so erhaltene Dispersion enthält 30 Gewichtsprozent Polymethacrylsäuremethylester
und 1,2 Gewichtsprozent des .Natriumsalzes des carboxylierten Polyelektrolyten.
Verfahren D
Das Verfahren A wird im wesentlichen wiederholt,
jedoch mit 716 g einer 28gewichtsprozentigen wäßrigen Lösung eines oberflächenaktiven Mittels der
Formel
tertCJEL
(OCH2CH2)2SO3Na
hineingespült mit 714 ml destilliertem Wasser, an Stelle des Dinatrium-N-»Talg«-/e-iminodipropionates.
An Stelle des Acrylsäureäthylesters wird in diesem Falle ein Monomerengemisch aus 3500 g Vinylidenchlorid
und 1500 g Acrylsäure-2-äthylhexylester verwendet.
Eine wäßrige Lösung von 33,3 g Ammoniumpersulfat in 100 ml destilliertem Wasser und eine wäßrige
Lösung von 16,7 g Natriummetabisulfit in 50 ml Wasser werden an Stelle des Wasserstoffperoxyds verwendet.
Die Polymerisation wird nicht bei 75° C, sondern bei 25 bis 30° C durchgeführt. Die so erhaltene
Dispersion enthält 21 Gewichtsprozent Polyvinylidenchlorid und 9 Gewichtsprozent Acrylsäure-2-äthylhexylester
in Form eines Mischpolymerisats sowie
309 750/322
1,2 Gewichtsprozent des Natriumsalzes des Alkylarylpolyäthersulfonates
als oberflächenaktives Mittel.
Eine kontraststarke Silberjodid-Silberbromidemulsion wird in bekannter Weise durch Vermischen von
Lösungen von Silbernitrat, Ammoniumbromid und Kaliumiodid unter Verwendung von 14,7 g Gelatine als
Schutzkolloid je Mol Silberhalogenid hergestellt. Die Emulsion wird in zwei Teile A und B geteilt und nach
bekannten photographischen Waschverfahren von unerwünschten löslichen Salzen befreit. Jede der beiden
Emulsionen wird in Gegenwart der üblichen chemischen Sensibilisierungsmittel und Carbocyaninfarbstoffe
digeriert, um ihnen panchromatische Empfindlichkeit zu verleihen. Nach dem Digerieren werden zu
der Emulsion A weitere 191 g Gelatine je Mol Silberhalogenid, zu der Emulsion B jedoch je Mol Silberhalogenid
nur weitere 126 g Gelatine sowie eine Kombination aus 40 g Dextran (mittleres Moekulargewicht
etwa 75 000) und 223 g der nach Verfahren A hergestellten 30°/oigen Polyacrylsäureäthylesterdispersion
zugesetzt. Zu beiden Emulsionen werden die üblicherweise nach dem Digerieren zugegebenen Zusätze (Mittel
gegen Schleierbildung, Netzmittel, Halogenid usw.) hinzugefügt. Jede Emulsion wird in einer Silberhalogenidschichtstärke
von 63 mg Silber je Quadratdezimeter auf einen 0,1778 mm dicken, biaxial orientierten
Polyäthylenterephthalatfilm gemäß Beispiel 4 der USA.-Patentschrift 2 779 684 aufgetragen. Jeder
Film wird auf der Rückseite mit einer Schicht überzogen, die übliche Farbstoffe gegen die Lichthofbildung
enthält. Das Bindemittel für die Schicht der Rückseite wird in einer Schichtstärke von 90 mg/dm2
aufgetragen und besteht beim FiImA aus Gelatine,
beim Film B aus 1 Teil Gelatine und 2 Teilen dispergiertem Polyacrylsäureäthylester. Ein dritter FiImC
ist ein im Handel erhältlicher, nur Gelatine als Bindemittel enthaltender Film mit ähnlichen Eigenschaften
wie der FiImA und dient als zweite Kontrollprobe.
ίο Die Belichtung aller drei Filme erfolgt in einem
normalen Sensitometer mit einem j/2-Stufenkeil. Die
Filme werden dann in dem üblichen p-Monomethylaminophenolsulfat-Hydrochinonentwickler
entwickelt, in einem Natriumthiosulfat enthaltenden Härtungsfixierbad fixiert und gewaschen. Die durch Transmission
von diffusem Licht gemessenen optischen Dichten (American Standards Association, Normvorschrift
Z 38.2.5-1946) werden an dem nassen Film bestimmt, und die Messung wird an dem
ao trockenen Film wiederholt. Um typische Meßwerte zu erhalten, werden die Bestimmungen
für jeden Film an vier Doppelproben ausgeführt und die Ergebnisse als Mittelwerte der gemessenen
Werte angegeben. Diese werden dann als Funktion der Naßthennometertemperatur der Trocknungsluft,
d. h. der Filmtemperatur beim Trocknen, ausgewertet, wenn die Temperatur in Stufen von 5,6° C
von 21,1 auf 37,8° C steigt. Die Änderungen in der optischen Dichte, ausgedrückt in Prozent der optischen
Dichte in nassem Zustand, sind für die drei Fume in Tabelle I angegeben.
Tabelle I
Prozentuale Änderung der optischen Dichte beim Trocknen
Prozentuale Änderung der optischen Dichte beim Trocknen
FiImA
FiImB
FiImC
Naßthennometertemperatur
21,1° C
26,7° C
32,2° C
37,8° C
Bereich der Dichteänderungen
Feuchtigkeits-Ausdehnungskoeffizient, cm/cm/°/o relative
Feuchtigkeit bei 70° C
| -7,5% | +2,5% |
| -7,3Vo | +2,6% |
| + 8,3% | + 1,8% |
| + 16,0% | +2,6% |
| 23,5% | 0,8% |
2,4 · 10-5
1,4 · ΙΟ"5
-11,1%
-11,9%
-12,2%
+2,4%
14,6«/o
2,0 · 10-5
Die Werte zeigen die geringen (und nahezu konstanten) Änderungen der optischen Dichte des FilmsB,
der das erfindungsgemäß modifizierte Bindemittel enthält, im Gegensatz zu den bekannten Filmen A und C,
die nur Gelatine als Bindemittel enthalten. Bei den letzteren tritt bei einer kritischen Temperatur eine
plötzliche Änderung von — zu + ein, was für Filme mit Gelatinebindemitteln bekannter Art charakteristisch
ist. Außer diesen Verbesserungen in der Stabilität der optischen Dichte zeigt Tabelle IV, daß der
Feuchtigkeits-Ausdehnungskoeffizient des Films B (der Dextran und eine Polyacrylsäureäthylesterdispersion
enthält) zwischen 30 und 80% relativer Feuchtigkeit bei 70° C viel niedriger ist als die entsprechenden
Koeffizienten der nur Gelatine als Bindemittel enthaltenden Filme A und C. Der Film B zeigt auch
eine bessere Haftfestigkeit der Emulsion an der Unterlage, eine geringere Neigung zum Einrollen und eine
größere Trockengeschwindigkeit als die Filme A oder C.
Man arbeitet nach Beispiel 1; in diesem Falle wird jedoch die Ausfällung des Silberhalogenides in bekannter
Weise derart durchgeführt, daß eine kontrastschwache Emulsion entsteht. Wie im Beispiel 1 wird
die Emulsion in zwei Teile D und E geteilt. Teil D wird nur mit Gelatine versetzt, während zu Teil E
eine Polyacrylsäureäthylesterdispersion und Dextran zugesetzt werden. Mit diesen Emulsionen werden die
Filme D und E beschichtet.
Die Bewertung dieser Füme gemäß Beispiel 1 zeigt, daß die Stabilität der optischen Dichte beim Übergang
vom nassen in den trockenen Zustand bei dem Film E viel größer ist als bei dem Kontrollfilm D.
Ebenso übertrifft der Film E den Film D hinsichtlich Raumbeständigkeit, Stoßfestigkeit und Trockengeschwindigkeit.
Die Filme des Beispiels 1 werden weiteren Prüfungen unterworfen. Jeder Film wird belichtet und weiterbehandelt,
und die optischen Dichten werden in der oben beschriebenen Weise im nassen Zustand für
jeden Film in der Nähe des Wertes 1,0 und des Wertes 2,0 bestimmt. Dann wird jeder Film in einem
unter den folgenden Bedingungen klimatisierten Raum trocknen gelassen.
Naßthermometertemperatur 13,9° C
Trockenthermometertemperatur .. 21,7° C Relative Feuchtigkeit 40 %
Die Änderungen der optischen Dichte werden in Zeitabständen von 2 Minuten verzeichnet. Der Film
wird als trocken angesehen, wenn keine weitere Änderung der optischen Dichte erfolgt. Dann wird jeder
Film wieder befeuchtet, und die Dichtemessungen werden während der zweiten Trocknung wiederholt.
Die Ergebnisse finden sich in Tabelle II. Man sieht, daß FiImB viel geringere Schwankungen in der optischen
Dichte beim Übergang vom nassen in den trockenen Zustand zeigt als Film A, und zwar sowohl
bei der ersten Trocknung als auch nach dem Wiederanfeuchten bei der zweiten Trocknung. Außerdem
trocknet Film B viel schneller als Film A.
Erste Trocknung
Naßdichte
maximale Dichte
Trockendichte Trockenzeit
Minuten
Minuten
Zweite Trocknung
Naßdichte
Trockendichte
Trockenzeit Minuten
Optische Dichte
bei etwa 1,0
bei etwa 1,0
FiImA
Film B
Optische Dichte
bei etwa 2,0
bei etwa 2,0
FiImA
FiImB
1,25 1,19
2,23 2,00
1,30 1,20
2,32 2,05
1,18 1,17
2,14 2,02
1,08
1,14
1,14
1,94
1,94
1,94
1,16
1,13
1,13
2,08
1,96
1,96
22
10
10
20
12
12
Beispiel 4 sion in 4 Teile geteilt. Dextran (mittleres Molekular-Eine
blauempfindliche Silberjodid-Silberbromid- gewicht 75 000) und eine nach Verfahren A heremulsion
wird auf bekannte Art durch Vermischen gestellte Dispersion von Polyacrylsäureäthylester wervon
Lösungen von Silbernitrat, Ammoniumbro- 35 den in den in Tabelle III angegebenen Mengen zumid
und Kaliumiodid in Gegenwart von 14,6 g GeIa- gesetzt, und es werden Filme nach Beispiel 1 betine
je Mol Silberhalogenid hergestellt. Nach dem schichtet, wobei die folgenden Ergebnisse erhalten
Auswaschen der unerwünschten löslichen Salze nach werden. Die Kontrastwerte und die relativen Empdem
Verfahren der USA.-Patentschrift 2 772165 und findlichkeiten werden aus den üblichen Kurven für
dem Digerieren in Gegenwart einer Gesamtmenge von 40 die optische Dichte in Abhängigkeit vom Logarith-133
g Gelatine je Mol Silberhalogenid wird die Emul- mus der Belichtungszeit erhalten.
Film
Bindemittelmenge je Mol AgX
Gelatine, g
Dextran, g
Polyacrylsäureäthylester*, g
Relative Empfindlichkeit
Kontrast
Änderung der optischen Dichte beim Trocknen**
beim Dichtewert 1,0
beim Dichtewert 2,0
133 0 0
1,00 1,97
-0,06 -0,14 133
40
67
1,32
1,97
40
67
1,32
1,97
+ 0,01
+0,04
+0,04
133
40
40
100
1,42
1,93
1,42
1,93
-0,03
+0,04
+0,04
133
20
67
1,23
1,95
1,23
1,95
0
-0,05
-0,05
* Berechnet als Gewichtsmenge der reinen Verbindung in 3O°/oiger Dispersion.
** Werte gemessen bei Naßthermometertemperatur von 32,2° C.
Die gleichen vier Filme werden gemäß Beispiel 1 behandelt und bei vier verschiedenen Naßthermometertemperaturen
getrocknet, wobei die relative Feuchtigkeit konstant gehalten wird.
Aus diesem Beispiel ergibt sich die Wechselwirkung des Dextrans und des dispergierten Polymerisats auf
die Stabilisierung der optischen Dichte. Es ist zu bemerken, daß die Filme G, H und I eine geringere
65 Empfindlichkeit gegen die Änderung der Trocknungsbedingungen zwischen 32 und 38° C zeigen. Das Dextran
scheint hauptsächlich die Lage der Kurve, das dispergierte Polymerisat dagegen ihre Form zu beeinflussen.
Durch Interpolieren gelangt man zu einer Menge an Dextran und Polymerdispersion, die praktisch
zum Konstantbleiben der optischen Dichte beim Übergang vom nassen in den trockenen Zustand bei
einem Dichtewert von 2,0 über den gesamten Trocknungsbereich hinwegfuhrt.
Die Filme A und B des Beispiels 1 werden bei verschiedenen relativen Feuchtigkeiten klimatisiert, und
die Feuchtigkeits-Ausdehnungskoeffizienten werden
für jeden Bereich nach dem oben beschriebenen Verfahren bestimmt, indem die Änderung der Lage von
zwei Bezugsmarken an den Enden eines Filmstreifens (1,9 · 25,4 cm) in bezug auf die Marken auf einem
Invarstab unter Verwendung von zwei mit Fadenmikrometern ausgestatteten Mikroskopen gemessen
wird. Die Ergebnisse finden sich in Tabelle IV.
Tabelle IV Feuchtigkeits-Ausdehnungskoeffizient, cm/cm/°/o RF *
| 30 bis 50% RF | 50 bis 65% RF | 65 bis 80 Ve RF | Mittelwert 30 bis 80% RF |
Bereich | |
| FiImA Film B |
1,62 1,73 |
4,24 2,60 |
1,42 1,25 |
2,43 1,86 |
2,82 1,35 |
* RF = Relative Feuchtigkeit.
Diese Ergebnisse zeigen, daß der Feuchtigkeits-Ausdehnungskoeffizieni
des Films B gegen Änderungen in der Feuchtigkeit viel weniger empfindlich ist als derjenige des Films A. Außerdem besitzt dieser
Koeffizient beim Film B einen niedrigeren Mittelwert für den relativen Feuchtigkeitsbereich von 30 bis
80% als bei dem dem Stand der Technik entsprechenden Film A.
Eine panchromatisch sensibilisierte Silberjodid-Silberbromidemulsion
wird ähnlich wie nach Beispiel 1 hergestellt, wobei das Silberhalogenid auf bekannte
Weise derart ausgefällt wird, daß eine Emulsion von mittlerer Kontraststärke entsteht. Nach dem
ao Digerieren wird so viel Gelatine zu der Emulsion zugesetzt, daß die Gesamtkonzentration an Gelatine auf
133 g je Mol Silberhalogenid gebracht wird. Nachdem ein Teil der Emulsion für Vergleichszwecke als nur
Gelatine enthaltende Kontrollemulsion entnommen worden ist, wird der Rest der Emulsion mit 223 g
einer 30gewichtsprozentigen kolloidalen Dispersion von Polyacrylsäureäthylester (hergestell nach Verfahren
A) je Mol Silberhalogenid versetzt, was 67 g reinem Polyacrylsäureäthylester je Mol Silberhalogenid
entspricht. Dann wird die Emulsion in eine Anzahl von Teilen geteilt, und zu jedem Teil wird eines
der in Tabelle V angegebenen Polysaccharide zugesetzt. Die Emulsionen werden gemäß Beispiel 1
auf Filme aufgetragen.
Polysaccharid
Bindemittelmenge je Mol AgX Polyacrylsäure äthylester
Gelatine
Polysaccharid
Relative
Empfindlichkeit
Empfindlichkeit
Kontrast
| Änderung | Einrollen |
| der optischen | |
| Dichte | |
| beim | D |
| Trocknen* | A |
| -0,11 | C |
| 0 | B |
| + 0,06 | C |
| -0,09 | — |
| -0,02 | — |
| -0,20 | C |
| -0,15 | — |
| -0,01 | — |
| +0,07 | — |
| -0,01 | |
| -0,03 | |
Stoßfestigkeit
Keines (Kontrollprobe)
Dextran
Dextran
Dextrin
Dextrin
Araban
Araban
Galactan
Galactan
Mannan ,
Mannan
133
133
133
133
133
133
133
133
133
133
133
133
133
133
133
133
133
133
133
133
133
* Bei einer optischen Dichte von
40 67 40 67 40 67 40 67 40 67
0 67 67 67 67 67 67 67 67 67 67 1,0
1,3
1,6
1,7
1,7
1,9
2,0
1,7
1,3
1,5
1,7
1,6
1,7
1,7
1,9
2,0
1,7
1,3
1,5
1,7
1,4
1,5
1,7
1,9
1,7
1,9
2,0
2,2
1,4
1,4
1,8
1,5
1,7
1,9
1,7
1,9
2,0
2,2
1,4
1,4
1,8
C A B B
C C
2,0.
Die Werte der obigen Tabelle werden durch Auswertung der Filme gemäß Beispiel 4 erhalten. Die
Neigung zum Einrollen und die Stoßfestigkeit werden, wie oben beschrieben, bestimmt. Man sieht, daß das
modifizierte Bindemittel eine Erhöhung der Empfindlichkeit und des Kontrastes, eine verbesserte Stabilität
der optischen Dichte beim Trocknen, eine verringerte Neigung zum Einrollen und eine bessere
Stoßfestigkeit zur Folge hat. Ferner ist zu bemerken, daß zwischen den verschiedenen Polysacchariden ein
Unterschied in der für die höchste Stabilität der optischen Dichte erforderlichen Konzentration be-
steht. Im Falle von Araban wird die Stabilität der optischen Dichte mit steigender Konzentration verbessert,
und die Ergebnisse zeigen, daß noch höhere Konzentrationen erforderlich sein würden, um mit
Araban die gleiche Stabilität der optischen Dichte zu erzielen, wie sie mit besseren Polysacchariden erzielt
wird.
Man arbeitet nach Beispiel 6 bis einschließlich zur Verfahrensstufe des Gelatinezusatzes bis zu einer
Konzentration von 133 g je Mol Silberhalogenid und
des Entnehmens eines Teiles der Emulsion als Kontrollprobe, die nur Gelatine als Bindemittel enthält.
Der Rest der Emulsion wird in eine Anzahl von Teilen geteilt, und zu jedem Teil werden verschiedene
Mengen an Dextran und kolloidal dispergiertem PoIyacrylsäureäthylester
(SOgewichtsprozentige Dispersion, hergestellt nach Verfahren A) gemäß Tabelle VI
zugesetzt. Die Emulsionen werden aufgetragen und nach den vorhergehenden Beispielen bewertet. Man
sieht, daß sämtliche Emulsionen mit modifizierten Bindemitteln eine größere Empfindlichkeit und eine
bessere Stabilität der optischen Dichte aufweisen als die Kontrollprobe. Die Emulsion Nr. 4 zeigt die beste
Gesamtkombination von Eigenschaften.
| Tabelle | Bindemittelmenge je Mol AgX | Dextran | Polyacrylsäure- äthylester |
100 | VI | Änderung der optischen Dichte beim Trocknen * |
Stoßfestigkeit | |
| Gelatine | g | g | 67 | Dyn/cm2 | ||||
| Nr. | g | O | 0 | Relative Empfindlichkeit |
-0,11 | 53 | ||
| 133 | 13 ! 93 | -0,04 | 82 | |||||
| 1 | 133 | 27 80 | 1,0 | -0,09 | 70 | |||
| 2 | 133 | 40 67 | 1,1 | 0 | 69 | |||
| 3 | 133 | 53 53 | 1,3 | +0,02 | 58 | |||
| 4 | 133 | 40 | 1,3 | -0,03 | 57 | |||
| 5 | 133 | 67 | 1,5 | + 0,06 | 58 | |||
| 6 | 133 | 1,5 | ||||||
| 7 | 1,5 | |||||||
* Gemessen bei einer optischen Dichte von 2,0.
Man arbeitet nach Beispiel 6 bis einschließlich zu den Verfahrensstufen des Zusatzes von Gelatine bis
zu einer Konzentration von 133 g je Mol Silberhalogenid und der Entnahme eines Teiles der Emulsion
als Kontrollprobe für eine nur Gelatine als Bindemittel enthaltende Emulsion. Zu dem Rest der Emulsion
werden 40 g Dextran je Mol Silberhalogenid zugesetzt, worauf dieser Rest in 4 Teile geteilt wird. Zu
jedem der vier Teile werden je Mol Silberhalogenid 223 g einer 30gewichtsprozentigen kolloidalen Dispersion
eines der nach den Verfahren A, B, C bzw. D hergestellten Polymerisate zugesetzt. Dieser Zusatz
entspricht einer Menge von 67 g des reinen Polymerisats je Mol Silberhalogenid. Dann werden die Emulsionen
aufgetragen und nach Beispiel 6 mit den folgenden Ergebnissen bewertet.
Dispergiertes Polymerisat
Dispergiermittel
Gelatine
Bindemittelmenge
je Mol AgX
Polymerisat
je Mol AgX
Polymerisat
Dextran
g
g
Relative
Empfindlichkeit
Empfindlichkeit
Änderung
der optischen
Dichte
beim
Trocknen*
Stoßfestigkeit Dyn/cm2
Keines Keines 133 0 0 1,0 -0,11
Polyacrylsäureäthylester Iminodipropionat 133 67 40 1,4 0
Polyacrylsäurebutylester Polyäthersulfat 133 67 40 1,0 -0,05
Polymethacrylsäuremethyl- Polycarboxylat 133 67 40 0,7 -0,05
ester
Mischpolymerisat aus Vinyl- Polyäthersulfonat 133 67 40 1,2 —0,05
Mischpolymerisat aus Vinyl- Polyäthersulfonat 133 67 40 1,2 —0,05
idenchlorid und Acryl-
säureäthylhexylester
* Gemessen bei einer optischen Dichte von 2,0.
Das in diesem Beispiel und im Beispiel 7 verwendete Dextran ist das gleiche wie im Beispiel 1.
0,53 0,65 0,60 0,23
0,22
Aus der obigen Tabelle ist ersichtlich, daß alle modifizierten Bindemittel eine wesentliche Verbesserung
der Stabilität der optischen Dichte beim Übergang vom nassen in den trockenen Zustand verursachen.
Die beste Kombination von Eigenschaften findet sich in der Emulsion, in welcher Polyacrylsäureäthylester
mit dem amphoteren Dispergiermittel Dinatrium-N-»Talg«~/Mminodipropionat dispergiert
ist. Durch weiteren Austausch der Polymerisate und der Dispergiermittel kann man zu verschiedenen jeweils
erwünschten Kombinationen von Eigenschaften gelangen.
Die Filme können verschiedene Zwischenschichten aufweisen, um die Emulsionsschicht an den Träger
zu binden, wie es bei der Herstellung von photographischen Filmen und Platten üblich ist. Ebenso
können sie verschiedene Hilfsschichten, wie abriebverhindernde Schichten und Rückschichten oder
Unterschichten gegen die Lichthofbildung, enthalten.
Die Emulsionen können durch Zusatz von Emulsionssensibilisatoren
modifiziert werden, z. B. durch Zusatz von Alkylthioharnstoff, Phenylisothiocyanat,
Natriumthiosulfat, Alkylisothiocyanat, Metallverbindungen, z. B. Gold, Platin, Palladium, Iridium, Rhodium,
Quecksilber, Cadmium usw., Mitteln gegen die Schleierbildung, z. B. 2-Mercaptotetrazol, Benztriazol,
Triazinden, Tetrazinden und 5-Nitrobenzimidazol, sensibilisierenden Farbstoffen, Farbbildnern, den in
309 750/322
den USA.-Patentschriften 2 400 532, 2 423 549 und 1925 508 beschriebenen Polyoxyalkylenäthern, Polyglykolen
und Aminen, Härtungsmitteln, z. B. Formaldehyd und anderen aliphatischen Aldehyden, Dimethylolharnstofr,
Trimethylohnelamin, Chromalaun und anderen Chromverbindungen, Beschichtungshilfsmitteln,
Bildfarbenmodifiziermitteln, Aufhellungsmitteln,
Färbemitteln, z. B. Pigmenten, Mattierungsmitteln und anderen Emusionshilfsmitteln.
Den photographischen Erfordernissen für Emulsionen,
die für die Graphik bestimmt sind, wird im allgemeinen am besten durch Silberhalogenide genügt,
bei denen das vorwiegende Halogenid das Bromid ist. Um das photographische Verhalten abzuändern, werden
bis 10 Molprozent Jodid sowie die üblichen chemischen Sensibilisatoren und optischen Sensibilisierungsfarbstoffe
zugesetzt. Die besonderen Vorteile der erfindungsgemäßen Bindemittelkombination, wie
die Stabilität der optischen Dichte beim Übergang vom nassen in den trockenen Zustand, die Stoßfestig- ao
keit, die Raumbeständigkeit, die Haftfestigkeit an der Unterlage, die Ebenheit und Trockengeschwindigkeit,
werden in verschiedenen Graden auch bei anderen Halogeniden innerhalb eines weiten Bereichs von Zusammensetzungen
erzielt, z. B. bei Silberchlorid-, Silberchloridbromid- und Silberjodid-chlorid-bromidemulsionen.
Obwohl die erfindungsgemäßen Filme ihren größten Wert bei der Verwendung in der Graphik
haben, sind viele der außergewöhnlichen Eigenschäften auch bei anderen photographischen Filmen
von Vorteil, z. B. bei kinematographischen Filmen, Röntgenfilmen, Porträtfilmen und Farbfilmen. Die
Bindemittel können bei einschichtig oder mehrschichtig überzogenen Produkten verwendet werden. Im allgemeinen
können diese Materialien auch bei besonderen Abänderungen in der Verarbeitung angewandt
werden, wie sie bei den bekannten Filmen, z. B. zur Herstellung von Farbstoffinhibitionsfilmen oder zur
Herstellung von pianographischen Druckplatten, Abwasch-Relieffilmen
und Abziehfilmen, z.B. für den Seidenrasterdruck und die Gravierung, üblich sind.
Die Erfindung stellt besonders wertvolle photographische Emulsionen zur Herstellung von Finnen
zur Verfügung, die verbesserte physikalische Eigenschäften und eine verbesserte Stabilität der optischen
Dichte des entwickelten Bildes beim Übergang von dem nassen in den trockenen Zustand aufweisen. Die
erfindungsgemäß hergestellten Filme zeigen nicht den Nachteil, daß die optische Dichte des entwickelten
Bildes beim Trocknen des Films abnimmt. Von den verbesserten physikalischen Eigenschaften ist die .,
Raumbeständigkeit besonders wichtig; wichtig sind jedoch auch die verbesserte Biegsamkeit und das verbesserte
Haftvermögen an der Unterlage. Diese Vorteile werden ohne Verzicht auf sensitometrische oder
sonstige physikalische Eigenschaften des Firnis erreicht. So wird, wie sich aus den Beispielen ergibt,
die photographische Empfindlichkeit bedeutend erhöht. Die erfindungsgemäß verwendeten bevorzugten
Klassen von ionischen Dispergiermitteln ermöglichen die Bildung von Polymerteilchen von hinreichend
kleiner Größe, um nach dem Mischen mit Gelantine, dem Beschichten und dem Trocknen einen durchsichtigen
Film zu erzeugen.
Die für panchromatische Emulsionen besonders bevorzugten amphoteren Dispergiermittel beeinträchtigen
im Gegensatz zu den bisher verwendeten anionischen und kationischen oberflächenaktiven Mittel»
die Farbstoffsensibilisierung nicht. Ein weiterer Vorteil ist die Einfachheit des erfindungsgemäßen
Verfahrens. Da sämtliche Zusätze in Form wäßriger Lösungen oder Dispersionen erfolgen, kann das Verfahren
in einfacher und wirtschaftlicher Weise in technischem Maßstab durchgeführt werden, ohne daß
eine besondere Anlage, z. B. zur Rückgewinnung des Lösungsmittels, erforderlich ist.
Polymerisate sind oft miteinander unverträglich, und daraus ergeben sich im Falle von Gemischen
aus zwei oder drei Polymerisaten Schwierigkeiten, wenn es, wie bei photographischen Filmen, auf die
Klarheit ankommt. In der Technik der Polymerisate sind keine zuverlässigen Regeln bekannt, nach denen
sich voraussagen ließe, in welchen Fällen Polymerisate miteinander verträglich sind und welche Kombination
von Eigenschaften das fertige Polymerisatgemisch hat. In dem erfindungsgemäß zu verwendenden
Bindemittelgemisch sind die drei verschiedenen Polymerisate miteinander verträglich und liefern
photographische Emulsionen von ausgezeichneter optischer Klarheit und sonstigen wertvollen photographischen
und physikalischen Eigenschaften. Bei den erfindungsgemäßen Emulsionen entspricht im
allgemeinen die Summe des durch die Kombination der drei polymeren Bindemittelkomponenten in Abwesenheit
von Silber und Silbersalzen absorbierten und gestreuten Lichtes einer optischen Dichte von
nicht mehr als 0,1, was von Vorteil ist.
Claims (12)
1. Photographische Gelatine-Silberhalogenidemulsion,
dadurch gekennzeichnet, daß sie aus
1. einer wäßrigen Phase, die als Bestandteile
a) 20 bis 85 Gewichtsteile Gelatine und
b) 2,5 bis 40 Gewichtsteile eines wasserlöslichen Polysaccharides der empirischen
Formel
(C6H10O5),, oder (C5H8O4),
enthält, worin die Monomereneinheiten in der Natur vorkommende AMose- oder
Ketoseeinheiten sind und die Zahl η einen Wert von 20 bis 600 hat, und
2. 10 bis 70 Gewichtsteilen einer in der wäßrigen Phase dispergierten nichtwäßrigen
Phase von in Wasser dispergierbaren kolloidalen Teilchen aus einem praktisch wasserunlöslichen
Additionspolymeren eines äthylenisch ungesättigten Monomeren von einem Molekulargewicht von weniger als 250 besteht.
2. Emulsion nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Teilchen des Additionspolymeren
einen mittleren Durchmesser von weniger als 400 ιημ und ein mittleres Molekulargewicht
von mehr als 10 000 haben.
3. Emulsion nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Additionspolymere ein PoIyacrylsäurealkylester
ist, bei welchem die Alkylgrappe 1 bis 8 Kohlenstoffatome enthält.
4. Emulsion nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Additionspolymere ein PoIyacrylsäureäthylester
ist.
5. Emulsion nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Polysaccharid Dextran ist.
6. Emulsion nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie mindestens ein amphoteres
Dispergiermittel der Formel
RNH7n(CH2CH2COOM),,
enthält, in der R eine Alkylgruppe mit 12 bis 18 Kohlenstoffatomen bedeutet, m den Wert O
oder 1, ρ den Wert 2—m hat und M ein Wasserstoff-,
Natrium-, Kalium- oder Ammoniumion bedeutet.
7. Photographisches Material, dadurch gekennzeichnet, daß es aus einem mit mindestens einer
photographischen Emulsionsschicht nach Ansprach 1 beschichteten Träger besteht.
8. Material nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Teilchen des Additionspolymeren
in der Emulsion einen mittleren Durchmesser von weniger als 400 ηΐμ und ein mittleres
Molekulargewicht von mindestens 10 000 aufweisen.
9. Material nach Ansprach 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Additionspolymere in derEmul-
sion ein Polyacrylsäurealkylester ist, bei dem die Alkylgruppe 1 bis 8 Kohlenstoffatome enthält.
10. Material nach Ansprach 7, dadurch gekennzeichnet,
daß das Additionspolymere in der Emulsion ein Polyacrylsäureäthylester ist.
11. Material nach Ansprach 7, dadurch gekennzeichnet,
daß das Polysaccharid in der Emulsion Dextran ist.
12. Material nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Emulsion mindestens ein
amphoteres Dispergiermittel der Formel
RNHnJ(CH2CH2COOM),,
enthält, in der R eine Alkylgrappe mit 12 bis 18 Kohlenstoffatomen bedeutet, m den WertO
oder 1, ρ den Wert 2—m hat und M ein Wasserstoff-,
Natrium-, Kalium- oder Ammoniumion bedeutet.
ao In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Auslegeschriften Nr. 1121 468,
076;
USA.-Patentschriften Nr. 2 835 582, 2 811 494,
USA.-Patentschriften Nr. 2 835 582, 2 811 494,
848 434, 2 768 080.
© 309 750/322 11.63
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