DE1038012B - Verfahren zur Herstellung von mit einem durch Quecksilber gut benetzbaren Metall ueberzogenen eisernen Traegern fuer fliessende Quecksilberkathoden in senkrechten elektrolytischen Zellen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von mit einem durch Quecksilber gut benetzbaren Metall ueberzogenen eisernen Traegern fuer fliessende Quecksilberkathoden in senkrechten elektrolytischen ZellenInfo
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Description
In waagerechten Quecksilberzellen sind die Träger
der fließenden Quecksilberkathoden meist Bleche aus Stahl oder Eisen. In senkrechten Quecksilberzellen
wird als Träger der Kathode ausschließlich Eisen verwendet. Es ist überdies bekannt, daß der metallische
Träger völlig amalgamiert sein muß, um ein Überrieseln oder Ausbreiten des Quecksilbers in der
vollkommensten Weise sicherzustellen und um Korrosion des Trägermetalls durch Elektrolysenprodukte
zu vermeiden. Die Benetzbarkeit der metallischen Oberflächen durch Quecksilber ist daher von großer
Wichtigkeit, insbesondere bei Inbetriebnahme der Zelle.
Aus der deutschen Patentschrift 692 954 ist es bekannt, den kathodischen Träger, insbesondere wenn
er aus Eisen ist, mit einer sehr dünnen Schicht eines anderen Metalls, z. B. Zinn, Kupfer, Blei od. dgl., zu
überziehen. Dieser Metallüberzug soll das Benetzen durch das Quecksilber begünstigen, da diese Überzugsmetalle
bekanntlich leicht amalgamierbar sind.
Dieses Verfahren ist jedoch nicht frei von Nachteilen. Die so aufgebrachten Metalle lösen sich in dem
Quecksilber mit der Folge, daß die eisernen Träger sehr bald wieder bloßliegen und es notwendig wird,
die Elektrolyse zu unterbrechen und den amalgamierbaren Überzug zu erneuern. Überdies gelangt das in
das Quecksilber in Lösung gegangene Metall mit in die Zersetzungspile für das Alkaliamalgam, wo es
sich auf dem Graphit der Kathoden der Pilen niederschlägt
und deren Aktivität rasch verringert. Außerdem kann das Eisen infolge der durch das Überzugsnietall
und das überzogene Eisen1 gebildeten Lokalelemente leicht korrodiert werden.
Die Erfindung bezweckt nun, diese Nachteile zu beseitigen. Sie beruht auf der Feststellung, daß die
Art des als Trägermetall der Quecksilberkathode einer Elektrolysenzelle benutzten Eisens einen wesentlichen
Einfluß auf die Amalgamierbarkeit dieses Trägers besitzt. So ist elektrolytisches Eisen viel leichter
amalgamierbar und bewahrt seine gute Amalgamierbarkeit während einer viel längeren Zeit als gewöhnliches
Eisen oder Stahl.
Die Erfindung besteht daher in einem Verfahren zur Herstellung von Trägern für fließende Quecksilberkathoden
in senkrechten Elektrolysezellen, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man auf eine Aletallplatte,
vorzugsweise aus weichem Eisen, eine bis einige Zehntelmillimeter dicke Schicht aus reinem
Eisen elektrolytisch niederschlägt.
Dieses elektrolytische Eisen, dessen Reinheit sehr hoch sein kann, löst sich nicht in dem Quecksilber,
wie es die bisher für diesen Zweck benutzten leicht anialgamierbaren Metalle tun. Dieser Überzug auf
dem Grundmetall wird ein für alle Mal aufgebracht, Verfahren zur Herstellung
von mit einem durch Quecksilber
gut benetzbaren Metall überzogenen
eisernen Trägern für fließende
Quecksilberkathoden in senkrechten
elektrolytischen Zellen
Anmelder:
Solvay & Cie., Brüssel
Solvay & Cie., Brüssel
Vertreter: Dr.-Ing. A. van der Werth, Patentanwalt,
Hamburg-Harburg 1, Wilstorfer Str. 32
Hamburg-Harburg 1, Wilstorfer Str. 32
Beanspruchte Priorität:
Belgien vom 23. Mai 1956
Belgien vom 23. Mai 1956
Jean Clement, Ixelles, Brüssel (Belgien),
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
denn die Dauerhaftigkeit des Überzugs ist sehr lang im Vergleich zu der der erwähnten anderen Metalle.
Der in richtiger Weise aufgebrachte elektrolytische Eisenüberzug stellt eine sehr fein aufgerauhte (runzelige)
Oberfläche dar, die, insbesondere in senkrechten Zellen mit beweglicher Quecksilberkathode, das Quecksilber
und das Amalgam festhält und so ein leichtes Ingangbringen der Vorrichtung und ein regelmäßigeres
Arbeiten bewirkt.
Um einen solchen Eisenüberzug aufzubringen, dessen Dicke beispielsweise 0,9 mm erreichen kann, verwendet
man ein Bad bekannter Zusammensetzung, z. B. 300 g FeCl2 · 2 H2O und 150 g CaCl2 pro Liter
Lösung von einem pH 1.5 bis 2 mit oder ohne ergänzende Zusätze. Die Stromdichte kann zwischen 4 und
5,5 Ampere pro dm2 Kathodenoberfläche und die Temperatur bei etwa 90° C liegen.
Die Erfindung ist nicht auf die Bildung von Trägern1
für Quecksilberkathoden mit gleichförmig glatter Oberfläche beschränkt. Sie umfaßt auch die Herstellung
gerillter oder gaufrierter Träger, wie sie in der belgischen Patentschrift 526 054 beschrieben sind.
Gemäß einer besonderen Ausführungsform der Erfindung zeichnet man auf die Tragplatte ein Liniennetz
mit Hilfe eines Isolierlacks auf und erzeugt danach einen elektrolytischen Niederschlag reinen Eisens
auf den nicht mit Lack bedeckten Oberflächenteilen (wobei dieser Niederschlag einige Zehntelmillimeter
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Dicke erreichen kann), wonach man den Lack vom Grunde der so entstandenen Rillen weglöst. Der Lack
muß natürlich den physikalischen und chemischen Angriffen, denen er während der Erzeugung des Eisenniederschlags
ausgesetzt ist, widerstehen können.
In gleicher Weise kann man Erhöhungen beliebiger Form aus Niederschlagen elektrolytischen Eisens erzeugen.
Die so hergestellten Träger besitzen außer den bereits erwähnten Vorzügen auch noch den eines ge- ίο
ringeren Einstandspreises als dem einer auf mechanischem Wege mit Rillen versehenen Kathode. Überdies
kann man auf diesem Wege auch die komplizierteste Gaufrierung, die auf mechanischem Wege nur
schwierig zu erzielen wäre, verwirklichen und Oberflächen jeglicher Form und beliebiger Abmessungen
behandeln.
Die Überzüge aus elektrolytischem Eisen können in der elektrolytischen Zelle selbst, in der die Träger
später verwendet werden sollen, erzeugt werden, nachdem man in dieser Zelle vorübergehend die Graphitanoden
durch Eisenanoden' und den Elektrolyten durch eine geeignete Eisensalzlösung, die die oben angegebene
Zusammensetzung haben kann, ersetzt hat. Auf diese Weise erspart man zusätzliche Anlagen und
damit Raumbedarf und Kosten für die Herstellung der Ul>erzüge.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung von mit einem durch Quecksilber gut benetzbaren Metall überzogenen
eisernen Trägern für fließende Quecksilberkathoden in senkrechten elektrolytischen Zellen,
dadurch gekennzeichnet, daß man auf eine Metallplatte, vorzugsweise aus weichem Eisen,
eine bis einige Zehntelmillimeter dicke Schicht aus reinem Eisen elektrolytisch niederschlägt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man auf einer Metallplatte, vorzugsweise
aus weichem Eisen, ein Netz von Linien mittels eines Isolierlacks aufzeichnet und danach
eine bis einige Zehntelmillimeter dicke Schicht reinen Eisens auf den nicht mit dem Lack bedeckten
Oberflächenteilen elektrolytisch niederschlägt, wonach man den Lack am Grunde der so entstandenen
Rillen weglöst.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man den elektrolytischen Niederschlag
aus reinem Eisen auf der Metallplatte in der Elektrolysenzelle selbst, in der der Träger
später verwendet werden soll, erzeugt, nachdem man in dieser Zelle vorübergehend die Graphitanoden
durch Eisenanoden und den Elektrolyten durch eine geeignete Eisensalzlösung ersetzt hat.
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