DE10252394B4 - Verfahren zum Verblenden von Mauerstrukturen und Platte hierfür - Google Patents
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Abstract
Verfahren zum Verblenden von Mauerstrukturen oder dergleichen durch Natursteine, bei welchem die Natursteine mit einer Fuge aneinandergrenzend angeordnet werden, wobei zunächst zwei oder mehr Platten (1) mit derselben Außenkontur und mit Natursteinen an ihrer Vorderseite erzeugt werden, und die Platten anschließend an der Mauerstruktur befestigt werden, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzeugung einer ersten Platten (1) mit unregelmäßiger Außenkontur in eine der Platte (1) entsprechende Form (6) zufällig gewählte unregelmäßig geformte Natursteinscheiben (2, 3, 4) unter Bildung einer Fuge (5) nebeneinanderliegend eingelegt werden, so dass der Eindruck einer echten Natursteinmauer komplett ist, wobei in die Form (6) zunächst eine dünne Sandschicht (7) eingegeben wird, auf die die Natursteinscheiben (2, 3, 4) gelegt werden und dann eine Bindemittelschicht (8) von der Rückseite der Natursteinscheiben (2, 3, 4) her in die Form (6) gefüllt wird, und dass auf gleiche Weise zumindest eine weitere Platte (1) erzeugt wird, die sich von der ersten Platte...
Description
- Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verblenden von Mauerstrukturen oder dergleichen durch unregelmäßig geformte Natursteine oder dergleichen, bei welchem die Natursteine mit einer Fuge aneinandergrenzend angeordnet werden. Weiterhin betrifft die Erfindung eine Platte für die Durchführung des vorgenannten Verfahrens.
- Das Verblenden von Mauerstrukturen mit Natursteinen (Zyklopenmauerwerk) ist derzeit äußerst arbeitsaufwändig, so dass hierfür sehr hohe Kosten entstehen. Weiterhin treten oftmals technische Probleme auf, die dazu führen, dass Risse entstehen oder sich ganze Bereiche von Natursteinen vom Mauerwerk ablösen. Ursache hierfür können Belastungen des Mauerwerkes durch Chemikalien oder Feuchtigkeit sein. Weiterhin ist oftmals festzustellen, dass die Verblendungen nicht mit dem Untergrund oder den Fugen des Unterbaus „zusammenarbeiten” und deshalb die vorgenannten Mängel auftreten.
- Beim Verfliesen von Böden mit sehr kleinen Plättchen ist es bekannt, diese bereits beim Hersteller auf größere, rechteckige Platten aufzubringen, damit man beim Fliesenlegen nicht jedes Plättchen einzeln auf den Fußboden kleben muss, sondern mittels der Platten stets größere Bereiche auf einmal verlegen kann. Ebenso werden die einzelnen Stäbchen von Parkettfußboden üblicherweise auf Platten aufgebracht, so dass man beim Verlegen die großflächigen Platten verwenden kann. Beim Verblenden von Mauerstrukturen ist dieser Weg nicht gangbar, weil das beim Verfließen und bei Parkettfußböden erwünschte regelmäßige Bild bei Natursteinmauerwerken gerade vermieden werden soll.
- Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art zu entwickeln, welches besonders kostengünstig ausführbar ist und zu dauerhaften, gut haltbaren Verblendungen von Mauerwerk führt. Weiterhin soll eine Platte zur Durchführung dieses Verfahrens geschaffen werden.
- Das erstgenannte Problem wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass zunächst zumindest eine Platte mit unregelmäßiger Außenkontur erzeugt wird, indem in eine der Platte entsprechende Form Natursteinscheiben unter Bildung einer Fuge nebeneinanderliegend eingelegt werden und dann eine Bindemittelschicht von der Rückseite der Natursteinscheiben her in die Form gefüllt wird und dass danach die auf diese Weise erzeugten Platten an der Mauerstruktur befestigt werden.
- Ein solches Verfahren ist sehr kostengünstig ausführbar, da in Steinbrüchen Natursteinscheiben meist als Nebenprodukt anfallen. Auch wenn man sie dort speziell herstellt, sind sie weit billiger als komplette Natursteine. Da die erfindungsgemäßen Platten eine unregelmäßige Kontur haben, können sie in verschiedenen Positionen so aneinander gesetzt werden, dass zwischen ihnen kein unnatürlich wirkendes, regelmäßiges Fugenbild entsteht. Die einzelnen Natursteinscheiben werden zufällig gewählt und zur Bildung der Platte in die Form eingelegt, so dass der Eindruck einer echten Natursteinmauer komplett ist.
- Die Platten können aus einem am Bau üblichen Material bestehen, wenn die Bindemittelschicht ein Mörtel ist. Hierbei ist es auch möglich, in der Mörtelschicht übliche Bewehrungsmittel vorzusehen. Bei dem Mörtel kann es sich beispielsweise um einen hydraulischen Mörtel oder um einen Kunstharzmörtel handeln. Es ist jedoch auch möglich, die Platten leichter auszuführen, indem die Bindemittelschicht ein Kunststoffmaterial ist. Hierbei kann es sich beispielsweise um einen Kunststoffschaum oder ein Recyclingmaterial handeln. Hierdurch hat man die Möglichkeit, die Platten möglichst großflächig auszubilden, ohne dass sie aufgrund ihres Gewichtes nicht mehr zu handhaben sind. Wenn man als Bindemittelschicht einen Hartschaum, beispielsweise Vinylhartschaum, verwendet, ist es vorteilhaft, zur Erhöhung der Festigkeit eine Bewehrung aus beispielsweise Glasfasermaterial einzulegen.
- Das Bindemittel ist bei der fertigen Platte von vorn her nicht sichtbar, wenn gemäß einer anderen Weiterbildung der Erfindung in die Form zunächst eine dünne Sandschicht eingegeben wird und darauf die Natursteinscheiben gelegt werden.
- Die Platte sieht besonders vorteilhaft aus, wenn ein in einer gewünschten Fugenfarbe gefärbter Sand verwendet wird. Hierdurch lässt sich eine räumliche Wirkung der Struktur erreichen.
- Unerwünscht große Fugen zu den Natursteinscheiben der angrenzenden Platte lassen sich vermeiden, wenn die Form ausgehend von ihrem Rand mit Natursteinscheiben belegt wird.
- Die Montage der Platten kann genau wie übliche Verkleidungen auf vielfältige Weise erfolgen. Besonders einfach ist das Montieren, wenn die Rückseite der Platten mit Befestigungsmitteln versehen ist. Hierbei kann es sich um gebräuchliche Formstücke handeln.
- Das Bild einer Verblendung wird um so unregelmäßiger und erscheint um so natürlicher, je mehr verschiedene Platten verwendet werden. Es hat sich jedoch gezeigt, dass meist schon Platten mit zumindest zwei unterschiedlichen Formen ausreichend sind. Wegen der auftretenden Wärmedehnungen ist es sinnvoll, die einzelnen Platten dauerelastisch zu verfugen. Die unvorteilhafte Wirkung der Fugen aus Kunststoff lässt sich durch Aufbringen von Sand vermeiden.
- Oftmals genügt sogar schon eine einzige Plattenform, ohne dass bei den verlegten Platten ein unerwünscht regelmäßiges Fliesenbild entsteht, wenn die einzelnen Platten jeweils im Wesentlichen rechteckig sind und ihre gegenüberliegenden Seiten einander entsprechend gekrümmt verlaufen, so dass die linke Seite jeder Platte weitgehend bündig gegen die rechte Seite einer identischen Platte und die obe re Seite jeder Platte weitgehend bündig gegen die untere Seite jeder Platte anlegbar ist. Die Unregelmäßigkeit des Bildes entsteht dabei vor allem deshalb, weil die einzelnen Platten unterschiedlich mit Natursteinen belegt sind. Es wird also immer eine einzige Plattenform benutzt, jedoch weichen die Platten durch ihre Belegung voneinander ab.
- Das zweitgenannte Problem, nämlich die Schaffung einer Platte zum Verblenden von Mauerstrukturen, wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass sie eine unregelmäßig geformte Außenkontur hat und auf ihrer Vorderseite mit Natursteinscheiben abgedeckt ist. Mit solchen Platten sind Verblendungen von Mauerstrukturen zu erreichen, die sehr kostengünstig herstellbar sind und den Eindruck einer herkömmlichen Natursteinmauer erzeugen.
- Die Erfindung lässt verschiedene Ausführungsformen zu.
- Zur weiteren Verdeutlichung ihres Grundprinzips wird nachfolgend auf die Zeichnung Bezug genommen. Diese zeigt in
-
1 eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Platte, -
2 eine zweite Ausführungsform der Platte, -
3 einen Schnitt durch eine Form während der Erzeugung der Platte. - Die
1 zeigt eine Platte1 , die eine unregelmäßige Außenkontur hat. Dem Betrachter zugewandt sind auf der Vorderseite der Platte1 Natursteinscheiben2 ,3 ,4 , zwischen denen jeweils eine Fuge5 verläuft. Die Platte1 ist so groß, dass sie auf einer üblichen Palette transportiert werden kann. - In
2 wird gezeigt, dass die Platte1 eine obere Seite10 hat, die entsprechend ihrer unteren Seite11 ausgebildet ist. Deshalb kann die Platte1 mit ihrer oberen Seite weitgehend bündig gegen die untere Seite11 einer anderen Platte1 angelegt werden. Weiterhin hat die Platte1 eine linke Seite12 , die entsprechend ihrer rechten Seite13 ausgebildet ist, so dass auch die Seiten der angrenzenden Platten dicht aneinanderliegend verlaufen. - Die
3 zeigt eine nach unten hin geschlossene Form6 , in die zunächst eine dünne Sandschicht7 eingestreut wurde. Auf diese Sandschicht7 legt man anschließend die Natursteinscheiben2 ,3 ,4 . Dann füllt man eine Bindemittelschicht8 in die Form6 . Dieses Bindemittel sollte eine erdfeuchte Konsistenz haben, damit es nicht an unerwünschten Stellen der Natursteinscheiben laufen kann, leicht sein und gut verarbeitet werden können. Es kann durch übliche Bewehrungsmittel stabilisiert werden. Das Bindemittel bindet neben den Natursteinscheiben auch den zwischen den Natursteinscheiben liegenden, die Fugen5 bildenden Sand. Weiterhin gleicht der Sand Niveauunterschiede der Natursteinscheiben aus. An der Rückseite der Form können Befestigungsmittel9 , beispielsweise Schienen oder andere, herkömmliche Montagesysteme, vorgesehen werden. -
- 1
- Platte
- 2
- Natursteinscheibe
- 3
- Natursteinscheibe
- 4
- Natursteinscheibe
- 5
- Fuge
- 6
- Form
- 7
- Sandschicht
- 8
- Bindemittelschicht
- 9
- Befestigungsmittel
- 10
- obere Seite
- 11
- untere Seite
- 12
- linke Seite
- 13
- rechte Seite
Claims (8)
- Verfahren zum Verblenden von Mauerstrukturen oder dergleichen durch Natursteine, bei welchem die Natursteine mit einer Fuge aneinandergrenzend angeordnet werden, wobei zunächst zwei oder mehr Platten (
1 ) mit derselben Außenkontur und mit Natursteinen an ihrer Vorderseite erzeugt werden, und die Platten anschließend an der Mauerstruktur befestigt werden, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzeugung einer ersten Platten (1 ) mit unregelmäßiger Außenkontur in eine der Platte (1 ) entsprechende Form (6 ) zufällig gewählte unregelmäßig geformte Natursteinscheiben (2 ,3 ,4 ) unter Bildung einer Fuge (5 ) nebeneinanderliegend eingelegt werden, so dass der Eindruck einer echten Natursteinmauer komplett ist, wobei in die Form (6 ) zunächst eine dünne Sandschicht (7 ) eingegeben wird, auf die die Natursteinscheiben (2 ,3 ,4 ) gelegt werden und dann eine Bindemittelschicht (8 ) von der Rückseite der Natursteinscheiben (2 ,3 ,4 ) her in die Form (6 ) gefüllt wird, und dass auf gleiche Weise zumindest eine weitere Platte (1 ) erzeugt wird, die sich von der ersten Platte durch ihre Belegung unterscheidet. - Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bindemittelschicht (
8 ) ein Mörtel ist. - Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bindemittelschicht (
8 ) ein Kunststoffmaterial ist. - Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Bindemittelschicht (
8 ) ein Hartschaum mit einer eingelegten Bewehrung ist. - Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein in einer gewünschten Fugenfarbe gefärbter Sand verwendet wird.
- Verfahren nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Form (
6 ) ausgehend von ihrem Rand mit Natursteinscheiben (2 ,3 ,4 ) belegt wird. - Verfahren nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückseite der Platten (
1 ) mit Befestigungsmitteln (9 ) versehen ist. - Verfahren nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen Platten jeweils im Wesentlichen rechteckig sind und ihre gegenüberliegenden Seiten einander entsprechend gekrümmt verlaufen, so dass die linke Seite jeder Platte weitgehend bündig gegen die rechte Seite einer identischen Platte und die obere Seite jeder Platte weitgehend bündig gegen die untere Seite jeder Platte anlegbar ist.
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