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Die Erfindung betrifft einen IGBT
(Bipolartransistor mit isoliertem Gate) mit monolithisch integrierter
antiparalleler Diode gemäß dem Oberbegriff der
unabhängigen
Patentansprüche
1 und 12.
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Ein derartiger IGBT ist zum Beispiel
in Proceedings of 1990 International Symposium on Power Semiconductor
Devices and ICs, Tokyo auf den Seiten 131 bis 136 unter dem Titel: "EFFECTS OF SHORTED
COLLECTOR ON CHARACTERISTICS OF IGBTs" von J. Akiyama et al. beschrieben.
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Bei dem in diesem Artikel beschriebenen IGBT
sind streifenförmige
Emitter- (bzw. Kollektor-)Shortgebiete gebildet, die in einem Winkel
von 45° zur
ebenfalls streifenförmigen
Zellstruktur gedreht sind. Die Emittershortgebiete werden im folgenden
auch kurz als Emitter-Shorts bezeichnet.
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Allgemein werden für die Realisierung
eines IGBTs mit antiparallel geschalteter Diode im Stand der Technik
folgende Möglichkeiten
vorgeschlagen:
- (a) In einem ersten Konzept
werden ein IGBT und eine Diode separat in einem Gehäuse untergebracht.
Damit liegt keine monolithische Integration vor. Vorteilhaft dabei
ist aber, dass die jeweiligen Technologien für den IGBT und die Diode unabhängig voneinander
entwickel- und optimierbar sind. Ein Nachteil liegt darin, dass
eine größere Chipfläche erforderlich
ist, da für
den IGBT und die Diode jeweils ein Hochvoltrand benötigt wird, dieser
also zweimal vorhanden sein muss. Außerdem liegen durch die separate
Ausführung
ein größerer Montageaufwand
und ein höherer
Bauelementeausschuss vor. Schließlich ist noch bei kleinen
Chips, wenn insbesondere die Diode nur eine geringe Stromtragfähigkeit
benötigt,
die minimale Chipgröße durch
die Montage und/oder den Radius des Hochvoltrands begrenzt.
- (b) In einem zweiten Konzept zur Realisierung eines IGBTs mit
antiparallel geschalteter Diode wird die Diode mit einer Driftzone
unter dem Hochvoltrand des IGBTs integriert. Derartige IGBT-Strukturen
mit integrierter antiparalleler Diode sind in US 5 475 243 und US 6 222 248 beschrieben. Die 1A und 1B zeigen in einer Draufsicht bzw. einer
Detaildarstellung eines schematischen Querschnittes eine solche
IGBT-Struktur mit
einem IGBT 10, der unter einer oberen Metallisierungs-Lage 18 aus
Aluminium p-leitende Bereiche 16 von Transistorzellen (IGBT-Kathoden),
die die Anode der Diode bilden, innerhalb eines durch einen ringförmigen Hochvoltrand 11 umgebenen Gebiets
aufweist. Ein p-leitender Emitter 15 des IGBTs 10 ist
auf der Chipunterseite vorgesehen, und die nleitende Kathode 17 der
Diode ist außerhalb
des Hochvoltrands 11 gelegen und bildet einen Anodenemitter.
Um letzteren auf Kollektorpotential zu legen, verbindet ein Bonddraht 13 von außerhalb
des Hochvoltrandes 11 diesen mit einem Leadframe (Leiterrahmen).
Ein Doppelpfeil gibt den Verlauf des Diodenstromes an. Der Vorteil
des Konzepts (b) ist die monolithische Integration der Diode, wobei
nur ein Hochvoltrand benötigt
wird. Ein Nachteil besteht insbesondere bei großen Chips darin, dass die Diode
nur kleine Ströme
aufgrund des Verhältnisses
von Randlänge
zu Diodenfläche
leiten kann. Ferner ist der zusätzliche
Bonddraht 13 erforderlich, was den Montageaufwand erhöht.
- (c) In einem dritten Konzept ist die antiparallel geschaltete
Diode in einer Unterbrechung des p-leitenden Emitters auf der Chipunterseite
in integrierter Weise realisiert. Diese Ausführung kann noch mit speziell
gestalteten Diodenbereichen auf der Chipvorderseite kombiniert werden.
Eine solche, dem Oberbegriff des vorliegenden Patentanspruchs 1
entsprechende bekannte Gestaltung mit einer bei Thyristoren schon
seit längerem üblichen "Emittervershortung" (vgl. hierzu auch US 6 271 545 B1 , US 5 284 780 , US 5 105 244 , US 5 702 961 und US 5 141 889 ) ist in der oben schon erwähnten Druckschrift: "EFFECTS ON SHORTED
COLLECTOR ON CHARACTERISTICS OF IGBTs" erläutert
und in den 2A und 2B dargestellt. In der Oberseite
eines Chips 20 liegen unter einer Metallisierung 28 und
einer in 2A nicht. näher dargestellten
Isolierschicht 12 abwechselnd Transistorzellen 26 und
Diodenzellen 27 (letztere optional). Die Transistorzellen 26 sind
in der in 2B gezeigten üblichen
Weise aufgebaut und umfassen in der n-leitenden Innenzone des Chips 20 eine
p-leitende Wanne bzw. Bodyzone 23, eine n-leitende Sourcezone 24 und
eine Gateelektrode 14. Die gesamte Chiprückseite
ist von abwechselnden streifenförmigen
p-leitenden Emittern 25 des IGBTs und von streifenförmigen n-leitenden
Emitter-Shorts 29 bedeckt. Vorteile dieses Konzepts (c)
bestehen in der monolithischen Integration und in einer praktisch
beliebigen Einstellbarkeit der Stromtragfähigkeit der Diode im Verhältnis zur
Stromtragfähigkeit
des IGBTs. Ein Nachteil ist allerdings, dass eine größere Chip-Fläche notwendig
ist, um gleich gute Kollektor-Emitter-Spannungen
Vce im Sättigungsfall
zu erreichen, da die Emitter-Shorts nicht emittieren und deren Flächenanteil
für den
IGBT-Betrieb praktisch verloren geht. Ein weiterer Nachteil besteht
in einer ausgeprägten "Snapback"-Kennlinie nach dem
Einschalten von 0 V aus, insbesondere bei Realisierung eines Feldstoppbauteils.
Als weiterer Nachteil kommt die zur Bildung der Emittershorts vorzunehmende
Rückseitenfototechnik hinzu,
bei der zudem die Emittershorts zur IGBT-Diodenvorderseite justiert
werden müssen.
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Angesichts der obigen Nachteile des
Standes der Technik ist es Aufgabe der Erfindung, einen gattungsgemäßen IGBT
mit monolithisch integrierter antiparalleler Diode zu realisieren,
der insbesondere für
eine verhältnismäßig geringe
Diodenstromtragfähigkeit
geeignet ist.
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Diese Aufgabe wird bei einem IGBT
nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 bzw. 12 erfindungsgemäß durch
die in den jeweiligen kennzeichnenden Teilen angegebenen Merkmale
gelöst.
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Gemäß einem ersten Aspekt ist ein
gattungsgemäßer IGBT
dadurch gekennzeichnet, dass das bzw. die Emittershortgebiet(e)
nur im Bereich des Hochvoltrands integriert ist bzw. sind, so dass
die Emittergebiete innerhalb des Hochvoltrands keine Emitter-Shorts
aufweisen und dass die Gegenelektrode der antiparallelen Diode ausschließlich durch Halbleiterwannen
auf der Vorderseite des Chips gebildet ist.
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Bei einem Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen IGBTs
kann das bzw. können
die Emitteshortgebiet(e) in den Randbereichen des IGBTs über den
Hochvoltrand nach außen
bis zum Chipende reichen.
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Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel des
erfindungsgemäßen IGBTs
sind alle Emittergebiete zusammenhängend integriert, und die Emittershortgebiete
sind inselförmig
gebildet.
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Die Emittershortgebiete können streifenförmig integriert
sein, beispielsweise in Form ringförmiger Streifen, die ein zusammenhängendes
inneres Emittergebiet ringförmig
umgeben. Die Streifen können
dabei auch schräg,
beispielsweise unter einem Winkel von 30°, zum Hochvoltrand verlaufen.
Bei einem anderen Beispiel können
alle Emittershortgebiete punktförmig
integriert sein. Dabei kann eine Vielzahl von punktförmigen Emittershortgebieten
ein zentrales zusammenhängend
integriertes Emittergebiet ringförmig
umgeben. Alternativ können
auch nur ein oder zwei Emittershortgebiete punktförmig integriert
sein. Es sind selbstverständlich
auch noch andere Gestaltungen der Emittershortgebiete in Bezug auf
das Emittergebiet möglich.
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Gemäß einem zweiten Aspekt ist
ein gattungsgemäßer IGBT
dadurch gekennzeichnet, dass die Emittergebiete und die Emittershortgebiete
weniger als 1 Mikrometer dick sind und die Emittergebiete mit einer
Dosis zwischen 1·1012 und 1·1015 cm–2 dotiert
sind. Vorzugsweise beträgt
die Lebensdauer der Minoritätsladungsträger im Halbleitersubstrat
mindestens 10 μs.
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Ein derartiger IGBT kann in Dünnwafertechnologie
hergestellt werden (vgl.
EP
0 330 122 B1 , die einen IGBT mit transparentem Emitter
beschreibt). Bei dieser Realisierungsform des erfindungsgemäßen IGBTs
ist die durch das Substrat gebildete Innenzone weniger 200 μm dick.
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Die Emittershortgebiet(e) können auch
nicht justiert zu den Transistorzellen integriert sein. Dies gilt
selbstverständlich
für beliebig
gestaltete Emitter-Shorts, also beispielsweise für Streifenform und für Punktform.
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Vorzugsweise bei der dem zweiten
Aspekt der Erfindung entsprechenden IGBT-Struktur ist ein Feldstoppgebiet
des zweiten Leitungstyps zwischen dem die Innenzone bildenden Substrat
und dem bzw. den Emittergebiet(en) und dem bzw. den Emittershortgebiet(en)
integriert.
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Bei einem Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen IGBTs
ist der erste Leitungstyp der p-Leitungstyp und der zweite Leitungstyp
der n-Leitungstyp.
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Bei einem erfindungsgemäßen IGBT
ist das die Innenzone bildende Substrat schwach dotiert, und das
bzw. die Emittergebiet e) ist bzw. sind mit einer wesentlich höheren Dotierungskonzentration
als die Innenzone dotiert.
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Der erfindungsgemäße IGBT kann insbesondere dort
vorteilhaft eingesetzt werden, wo die geforderte Stromtragfähigkeit
der Diode geringer ist als die des IGBTs. Beispiele hierfür sind Lampballastapplikationen
und SMPS-Anwendungen (SMPS = Switch Mode Power Supply). Hierbei
wird die hohe Stromtragfähigkeit
des IGBT, die im Vergleich mit einem MOSFET mit einer kleineren
Siliziumfläche
und wesentlich geringeren Herstellungskosten erreicht wird, mit
den Vorteilen der eine integrierte Rückwärtsdiode des MOSFETs bildenden
antiparallel geschalteten integrierten Diode kombiniert.
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Die obigen und weitere vorteilhafte
Merkmale werden aus der nachfolgenden, auf die Zeichnung bezogenen,
Beschreibung von erfindungsgemäßen Ausführungsbeispielen
eines IGBTs noch deutlicher. In der beiliegenden Zeichnung zeigen
im Einzelnen:
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1A und 1B jeweils eine Draufsicht
und eine Teil-Querschnittsdarstellung
eines bereits beschriebenen bekannten IGBTs;
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2A und 2B einen Querschnitt und
eine Detaildarstellung eines weiteren bekannten IGBTs;
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3A und 3B jeweils in Draufsicht
und in einem schematischen Querschnitt ein erstes Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen IGBTs;
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4A, 4B, 4C, 4D, 4E und 4F jeweils Draufsichten auf sechs weitere
alternative Ausführungsbeispiele
eines erfindungsgemäßen IGBTs
und
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5A und 5B graphisch das Verhalten
des Kollektorstroms abhängig
von der Kollektorspannung einerseits bei einem im Durchlass betriebenen
IGBT mit großer
Emittervershortung jeweils mit einem starken Feldstopp, schwachem
Feldstopp und ohne Feldstopp und andererseits bei einem im Durchlass betriebenen
IGBT mit Feldstopp jeweils bei einem kleinen Shortabstand, bei einem
großen
Shortabstand und ohne Emitter-Short.
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In 3A und 3B sind in Form einer schematischen
Draufsicht und eines schematischen Querschnitts ein erstes Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen IGBTs 30 mit
monolithisch integrierter antiparalleler Diode veranschaulicht.
Auf der Oberseite eines eine schwach dotierte n-leitende Innenzone
bildenden Substrats 32 liegen nebeneinander beispielsweise
streifenförmig
angeordnete Transistorzellen 36 jeweils innerhalb von p-leitenden Wannen 33.
Die Transistorzellen 36 sind in gleicher Weise wie die
Transistorzellen 26 (vgl. 2B)
aufgebaut. Es ist aber nicht zwingend erforderlich, dass alle Wannen 33 wie
die Wannen 23 Sourcezonen enthalten und damit Transistorzellen 36 bilden.
Vielmehr können
auch einzelne Wannen 33 ohne Sourcezonen vorgesehen sein.
Der aktive Bereich des IGBT ist mit einer Metalllage 38a abgedeckt
und zum Chiprand hin von einem ringförmigen Hochvoltrand 31 nach
außen
umgeben. Auf der Rückseite
des IGBTs ist ein pleitendes Emittergebiet 35 angeordnet. Das
p-leitende Emittergebiet 35 ist bis in den Bereich unterhalb
des Hochvoltrandes 31 ausgedehnt. Eine Elektrode der monolithisch
integrierten antiparallelen Diode ist in Form eines n-leitenden
Emittershortgebietes 39 gebildet, das vorzugsweise bis
zum Außenrand
des Bauteils hin an das Emittergebiet 35 anschließt. Dieses
Emittershortgebiet 39 erstreckt sich nur im Bereich des
Hochvoltrands 31, und die Emittergebiete 35 weisen
keine Emitter-Shorts auf, wie dies in 3B gezeigt
ist. Die Gegenelektrode der Diode ist ausschließlich durch die Halbleiterwannen 33 auf
der Vorderseite des Chips gebildet. Diese Wannen 33 müssen aber
nicht alle Sourcezonen aufweisen. Es ist vielmehr ausreichend, wenn
der überwiegende
Teil der Gegenelektrode durch Halbleiterwannen mit Sourcezone gebildet
wird. Unter "überwiegendem
Teil" sind dabei
80 % der Fläche
der Gegenelektrode und mehr und vorzugsweise 90% dieser Fläche und
mehr zu verstehen.
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Das Emittershortgebiet 39 kann
sich über den
Hochvoltrand 31 hinaus bis an den Rand des Bauteils erstrecken,
wodurch die Notwendigkeit für eine
genaue Justierung entfällt.
Das Emittergebiet 35 kann wenigstens teilweise auch in
den Bereich des Hochvoltrandes 31 des Bauelements ausgedehnt sein
(vgl. 3B), so dass auf
diese Weise auch aus diesem Bereich Beiträge zur Anhebung der Konzentration
freier Ladungsträger
im Durchlasszustand des IGBTs erhalten werden. Um jedoch im Sperrzustand den
anodenseitigen Verstärkungsfaktor
im Bereich des Hochvoltrandes 31 des IGBTs zu reduzieren
und die freien Ladungsträger
besser ausräumen
zu können,
geht das Emittershortgebiet 39 bis an den Rand des Bauteils,
wie dies bereits oben erwähnt
wurde.
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3A zeigt
einen im Zentrum das Bauteils gelegenen Punkt X. Verglichen mit
dem eingangs anhand der 2 beschriebenen
bekannten IGBTs ist der horizontale Bahnwiderstand Rh vom Punkt
X zum Emittershortgebiet 39 wesentlich größer. Bei
steigender Vorwärtsspannung
wird die IGBT-Zündspannung Uv
von 0,7 V zuerst am Punkt X erreicht, wobei die Strom/Spannungskennlinie
des Bauteils von der MOS-Kennlinie auf die IGBT-Kennlinie zurückspringt (Snapbackpunkt gemäß den 5A und 5B). Der Abstand zwischen dem Punkt X
und dem Emittershortgebiet 39 sollte besonders groß sein,
damit die Zündung
bei einem möglichst
niedrigen Strom erfolgt.
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Eine eventuell vorhandene n+-leitende Feldstoppzone 34 zwischen
dem Substrat 32 einerseits und den Emittergebieten 35 und
dem bzw. den Emittershortgebieten 39 andererseits verringert
den horizontalen Bahnwiderstand und erhöht damit den für ein Erreichen
der Zündspannung
von 0,7 V benötigten
Zündstrom.
Je höher
die Dotierungskonzentration in der Feldstopp zone 34 ist,
desto stärker
ist der Effekt der Zündstromerhöhung.
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In den 5A und 5B ist das Snapback-Verhalten
von IGBTs mit integrierter Diode dargestellt und zwar in 5A anhand der ICE/VDE-Durchlasskennlinien (ICE =
Kollektor-Emitter-Strom; VCE = Kollektor-Emitter-Spannung)
eines IGBTs mit starker Emittervershortung, wobei die dünn ausgezogene Kennlinie
für einen
Transistor mit starkem Feldstopp, die gestrichelte Kennlinie für einen
Transistor mit schwachem Feldstopp und die dicke ausgezogene Kennlinie
für einen
Transistor ohne Feldstopp gelten. Es ist ersichtlich, dass der Snapback-Effekt am ausgeprägtesten
bei einem IGBT mit starkem Feldstopp auftritt. Die ICE/VCE-Durchlasskennlinien in 5B zeigen, wie der Snapback-Effekt mit
den durch die Erfindung vorgeschlagenen Maßnahmen verringert werden kann.
Zugrunde liegt ein IGBT mit Feldstopp, und die dünn ausgezogene Durchlasskennlinie
zeigt, dass der Snapback-Effekt um so geringer wird, je größer der
Shortabstand, das heißt
der Abstand vom Emittershortgebiet 39 zum Punkt X ist (vgl.
die 3A, 3B und auch die noch zu erläuternden 4A – 4C).
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Bei dem IGBT 30 können eine
oder mehrere der nachfolgenden erfindungsgemäßen Merkmale realisiert werden,
mit denen die im Stand der Technik auftretenden Nachteile des Flächenverlusts
und der ausgeprägten
Snapbackkennlinie vermieden sind:
- (a) Auf der
Seite des IGBT-Emittergebiets 35 liegen keine zusätzlichen
Diodengebiete. Für
den Stromfluss durch die Diode werden nur die eingebauten Kurzschlüsse zwischen
den n-leitenden Emittershortgebieten 39 und den pleitenden
Wannen 33 in der Oberseite des Bauteils genutzt.
- (b) Auf den im Stand der Technik als Designregel vorgegebenen
Abstand zwischen Diodengebiet und IGBT-Gebiet wird verzichtet.
- (c) Die n-leitenden Emittershortgebiete 39, also die
Dioden-Kathodengebiete,
werden ausschließlich
im Bereich unter dem Hochvoltrand 31 integriert.
- (d) Bereiche unter dem Hochvoltrand 31 können zusätzlich zu
den n-leitenden Emittershortgebieten 39 auch p-leitende
Emittergebiete 35 enthalten.
- (e) Zur schnellen Zündausbreitung
im IGBT-Gebiet sind alle pleitenden Emittergebiete 35 des Chips
zusammenhängend.
Mit anderen Worten, die n-leitenden Emittershortgebiete 39 sind
inselförmig.
- (f) Die Anordnung der n-leitenden Emittershortgebiete braucht
nicht justiert zu den IGBT-Zellen zu sein.
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Es gibt Anwendungen, zum Beispiel
die oben erwähnte
Lampballastanwendung, bei denen zunächst die Diode im Durchlass
betrieben und nicht hart kommutiert wird, wobei die Stromumkehr
relativ langsam erfolgt. Üblicherweise
wird dabei noch im Diodenbetrieb der MOS-Kanal des IGBTs eingeschaltet.
In diesem Fall sind die im Diodenbetrieb injizierten Ladungsträger für den Schaltvorgang
nützlich,
denn sie verringern die Einschaltüberspannung des IGBTs und damit
den Snapback-Effekt.
Bei einem erfindungsgemäßen IGBT,
wie er in 3B dargestellt
ist, verbessert die Einbringung der Emittershortgebiete 39 allein
im Bereich des Hochvoltrands 31 die Zündeigenschaften des IGBTs im Vergleich
zu einem schachbrettartigen oder streifenförmigen Einbringen von Emittershortgebieten
(vgl. 2). Der Grund
dafür ist
der im Vergleich zu den schachbrettartigen oder streifenförmigen Emittershortgebieten 29 größere Abstand
vom Punkt X zu dem Emittershortgebiet 39 bzw. den Emittershortgebieten
und der daraus resultierende größere horizontale
Bahnwiderstand. Der Effekt des erhöhten Bahnwiderstands ist oben
bereits erläutert
worden.
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Ferner trägt die bereits beschriebene
Maßnahme,
das p-leitende Emittergebiet 35 auch
in den Bereich des Hochvoltrandes 31 des Bauelements auszudehnen,
um somit auch aus diesem Bereich Beiträge zur Anhebung der Konzentration
freier Ladungsträger
im Durchlasszustand des IGBTs zu erhalten, zu einer zusätzlichen
Minimierung der Durchlassspannung Vcsat im eingeschalteten Zustand
bei. Um im Sperrzustand den anodenseitigen Verstärkungsfaktor im Bereich des
Hochvoltrandes 31 des IGBTs 30 zu reduzieren und
die freien Ladungsträger besser
auszuräumen,
können
erfindungsgemäß in diesem
Bereich die n-leitenden Emittershortgebiete 39 bis zum
Rand des Bauteils gehen.
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4A zeigt
ein weiteres Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen IGBTs 40a.
Hier sind unter einem Hochvoltrand 41a mehrere, z. B. zwei ringförmige parallel
laufende streifenförmige
Emittershortgebiete 49a gebildet. Wie oben anhand von 3B erwähnt wurde, können im
Bereich des Hochvoltrands 41a des IGBTs 40a auch
p-leitende Emittergebiete 45a liegen.
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4B zeigt
ein weiteres Ausführungsbeispiel
eines IGBTs 40b gemäß der Erfindung.
Unter einem Hochvoltrand 41b ist eine Vielzahl punktförmiger n-Emittershortgebiete 49b auf
der Bauteilerückseite
ringförmig
angeordnet.
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4C zeigt
ein weiteres Ausführungsbeispiel 40c eines
erfindungsgemäßen IGBTs
mit einem einzigen punktförmigen
n-Emittershortgebiet 49c unter dem Hochvoltrand 41c.
Durch diese singuläre
Anordnung des Emittershortgebiets 49c in einer Ecke des
Chips wird der Abstand und damit der Bahnwiderstand Rh zum Punkt
X maximal.
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In den 4D, 4E und 4F sind weitere Ausführungsbeispiele eines erfindungsgemäßen IGBT 40d bzw. 40e bzw. 40f dargestellt,
bei denen Emittershortgebiete 49d, 49e und 49f nicht
justiert zu den auf der Chipoberseite liegenden Transistorzellen
integriert sind. Dabei sind in 4D die
Emittershortgebiete 49d streifenförmig nicht justiert und in 4E die Emittershortgebiete 49e punktförmig nicht
justiert integriert.
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4F zeigt
ein zu 4D ähnliches
Ausführungsbeispiel
mit streifenförmigen
Emittershortgebieten 49f. Diese Emittershortgebiete 49f verlaufen schräg unter
beispielsweise einem Winkel von 30° zu dem Hochvoltrand 41f.
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Bei einem erfindungsgemäßen IGBT
mit einer monolithisch integrierten antiparallelen Diode kann somit
die Geometrie, insbesondere für
Anwendungen, in denen zunächst
die Diode im Durchlass betrieben wird, kein hartes Kommutieren erfolgt
und die Stromumkehr relativ langsam vonstatten geht (wie zum Beispiel
bei Verwendung des IGBTs in Lampballast-Anwendungen), an spezielle
Anforderungen angepasst werden. Die gleichzeitige Nutzung der IGBT-Zellen
als Dioden-Anode bedeutet eine Flächeneinsparung. Weiterhin erhöht die Beschränkung der
Dioden-n-Emitter-Shorts auf den Randbereich des Bauteils den horizontalen
Bahnwiderstand, ohne die Steigerung der Robustheit im Randbereich
zu vermindern. Wenn keine hohe Stromtragfähigkeit der Diode erforderlich
ist, kann der Emitter-Short in einer Chipecke platziert werden,
so dass der horizontale Bahnwiderstand maximal wird (vgl. 4C).
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Gemäß einem zweiten Aspekt kann
ein erfindungsgemäßer IGBT
mit einer integrierten antiparallelen Diode in einer Dünnwafertechnologie
hergestellt sein, bei der die Dicke des die Innenzone definierenden
Substrats kleiner als 200 μm
ist und die Dicke des Emittergebiets bzw. der Emittergebiete und des bzw.
der Emittershortgebiete weniger als 1 μm beträgt. Die Emittergebiete sind
dann mit einer Dosis zwischen 1·1012 und
1·1015 cm–2 Ladungsträgern dotiert,
wobei die Lebensdauer der Minoritätsladungsträger im Substrat 32 mindestens
10 μs beträgt. Ein Ausheilen
wird nach der Implantation bei Temperaturen unter 600° C vorgenommen.
Im übrigen
kann der IGBT nach diesem zweiten Aspekt in gleicher Weise aufgebaut
sein wie die vorstehend beschriebenen IGBTs der 3A, 38 und 4A bis 4E.
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Bei dem IGBT nach dem zweiten Aspekt
liegt ein sogenannter transparenter Emitter vor. Bei diesem in Dünnwafertechnologie
hergestellten IGBT ist ein Feldstoppgebiet 34 besonders
vorteilhaft, um den Fluss eines sogenannten "Tailstroms" zu verringern und damit die Abspaltzeit
zu verkürzen.
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Die in den oben beschriebenen Ausführungsbeispielen
angegebenen Leitungstypen können auch
jeweils umgekehrt sein. Es kann also beispielsweise auch von einem
p-leitenden Substrat ausgegangen werden. Als Halbleitermaterial
für das
Substrat können
neben Silizium beispielsweise Siliziumcarbid, Verbindungshalbleiter
usw. gewählt
werden.
-
- 10,
20
- IGBTs
mit antiparalleler Diode gemäß des
-
- Standes
der Technik
- 11,
21
- Hochvoltrand
- 12
- Isolierschicht
- 13
- Bondverbindung
zum Leadframe
- 14
- Gateelektrode
- 15,
25
- IGBT
und p-Emittergebiete
- 16,
26
- p-Gebiete
der Transistorzellen auf der
-
- Bauteilevorderseite
- 17,
27
- n-Diodenkathode
und optionale Diodenzel
-
- len
auf der Bauteilevorderseite
- 18,
28
- Aluminiummetallisierung auf
der Bauteil
- vorderseite
-
- 24
- Sourcezone
- 30,
40a, 40b,40c, 40d, 40e, 40f
-
-
- IGBT
gemäß der Erfindung
- 31,
41a, 41b, 41c, 41d, 41e, 41f
-
-
- Hochvoltrand
- 32
- Innenzone
(niedrig dotiertes Substrat)
- 23,
33
- p-Wannen
auf der Bauteilevorderseite
- 34
- Feldstopp
- 35,
45a, 45b
- p-Emittergebiet(e)
- 36
- Transistorzellen
- 38a,
38b
- Aluminiummetallisierung auf
der Bautei
-
- levorder-
und -rückseite
- 39,
49a, 49b, 49c, 49d, 49e, 49f
-
-
- n-Emittershortgebiet bzw.
-gebiete auf
-
- der
Bauteilerückseite
- Ice
- Kollektorstrom
- Vce
- Kollektorspannung
- Rh
- horizontaler
Bahnwiderstand
- Uh
- horizontaler
Spannungsabfall am jeweili
-
- gen
Bahnwiderstand