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Die vorliegende Erfindung betrifft Gläser, insbesondere
Uhrgläser, mit eingefassten Diamanten, insbesondere
Brillanten, oder anderen Edelsteinen, Halbedelsteinen
oder synthetischen Steinen und Verfahren zum Herstellen
derartiger Gläser. Vorzugsweise weisen die
erfindungsgemäßen Uhrgläser, die z. B. zum Einbau in eine Armbanduhr
oder Taschenuhr dienen, ein integriertes Zifferblatt
bzw. eine integrierte Zeitskala auf mit z. B. ein, vier
oder zwölf Steinen in Form von Diamanten und/oder
Schmucksteinen und/oder synthetischen Steinen,
vorzugsweise in verschiedenen Größen und/oder Farben.
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Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Verfahren zum
Einfassen von Steinen in Glas:
Zum einen das Einfassen des Steins mit einem Goldrand,
wobei anstelle von Gold auch ein anderes geeignetes
Material verwendbar ist. Das heisst der Stein ist in ein
Material wie Gold eingefasst, und dieses Material wird
dann zusammen mit dem Stein ins Glas eingebracht. Ein
zweites Verfahren besteht in dem Einfassen des Steins
ohne umgebendes Material, direkt ins Glas.
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Beim Einfassen von Steinen in Glas treten folgende
Schwierigkeiten auf:
Glas hat je nach Zusammensetzung verschiedene
Ausdehnungskoeffizienten, Floatglas hat z. B. ca. 83 × 10-7 als
Ausdehnungskoeffizient, gezogenes Glas um die 93 × 10-7,
Borosilikatglas 34 × 10-7, Quarzgläser haben noch
geringere Ausdehnungskoeffizienten.
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Diamant hat einen Ausdehnungskoeffizient von ca. 8 × 10-7
bei Normaltemperatur. Je heisser der Diamant wird um so
höher wird sein Ausdehnungskoeffizient. Bei 1000 Grad
Celsius ist der Ausdehnungskoeffizient ca. 40 × 10-7.
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Nicht nur ist der Ausdehnungskoeffizient bei Diamant
anders als bei Glas, sondern auch die Änderung des
Ausdehnungskoeffizienten bei den verschiedenen Temperaturen
verläuft nicht analog zum Glas.
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Um den Stein nicht nur ins Glas einzukleben, sondern um
ihn richtig einfassen zu können, muss das Glas auf eine
Temperatur erhitzt werden, bei der es zumindest weich
ist. Diese Temperatur liegt bei etwa 750 Grad Celsius.
Bei Quarzglas liegt die Temperatur viel höher, bis zu
1300 Grad Celsius.
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Wenn der Stein nun bei hoher Temperatur ins Glas
eingebracht wird, dann zieht sich Glas und Diamant (oder jeder
andere Stein) beim Abkühlen unterschiedlich zusammen.
Dies ergibt Spannungen an der Stelle wo sich die beiden
Materialien berühren. Im Normalfall springt dann das
Glas.
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Ein weiteres Problem ist, dass der Diamant (reiner
Kohlenstoff) bei höheren Temperaturen an der Oberfläche
graphitisiert, bzw. sogar verbrennt. Gleiche oder
ähnliche Schäden treten auch bei anderen Edelsteinen auf.
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Ein drittes Problem ist, dass die Wirkung des Diamanten,
bzw. Edelsteins darauf beruht, dass das Licht durch
Reflektion (bevorzugt eine Totalreflektion) an der Unter-
Seite des Steins zurück nach oben dirigiert wird und
somit dem Betrachter wieder ins Auge fällt. Das Funkeln
des Steins beruht auf diesen Reflektionen des Lichts
innerhalb des Diamanten (Edelsteins).
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Die Reflektion (insbesondere die Totalreflektion) erfolgt
aufgrund der verschiedenen optischen Dichten von
Edelstein und Luft. Der Brechungsindex des Steines (bei
Diamant der höchste überhaupt = 2,54) bestimmt die
Winkelgröße des Totalreflektionswinkels (bei Diamant
65°).
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Je größer der Unterschied der optischen Dichte der beiden
optischen Medien, um so größer der Totalreflektions-
Winkel, um so besser die Lichtausbeute des zurück
reflektierten Lichts und damit um so besser die Wirkung des
Edelsteins (Funkeln, Feuer, Dispersion des Lichts etc.)
An Stellen wo der Diamant oder Edelstein das Glas direkt
berührt besteht ein ganz anderer Unterschied der
optischen Dichte als zwischen Diamant und Luft. Der
Unterschied ist sehr viel geringer. Somit wird das Licht nicht
reflektiert, sondern ins Glas ausgeleitet. Damit verliert
der Stein an Feuer und Brillanz. Es muss also aus Gründen
der optischen Wirkung ein Kontakt zwischen Glas und
Diamant möglichst vermieden werden.
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Das Problem des Verbrennens des Edelsteins kann dadurch
vermieden werden, dass ein Vakuumofen verwendet wird, in
dem das Glas mit dem Diamanten verbunden wird und den man
mit Stickstoff flutet. Es ist wichtig, dass keinerlei
Restluft in dem Ofen übrig bleibt und sich mit dem
Stickstoff vermischt, denn selbst eine ganz geringe Menge von
Luftsauerstoff führt zur Veränderung der Oberfläche des
Diamanten während des Schmelzungsvorganges des Glases.
Erfindungsgemäß wird daher ein Vakuumofen als
Arbeitsplatz verwendet um den Stein ins Glas einzufassen. Vor
der Erhitzung des Ofens evakuiert man den Ofen zunächst
und flutet ihn dann mit Stickstoff.
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Damit erhält man aber nie ein totales Vakuum, bzw. ein
totales Fehlen des Luftsauerstoffs. Wenn beim Evakuieren
ein Restdruck von einem Tausendstel bar bestehen bleibt,
dann genügt der 0,1 Prozent Original-Luftanteil, der dann
mit dem Stickstoff vermischt wird, schon, um den Stein
immer noch zu beschädigen. Bei den normalen Vakuumpumpen
kann man die Luft bis zu ca. 1 Prozent Restluft
entfernen, kaum mehr.
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Also wird das Stickstoff-Luftgemisch nach dem ersten
Evakuieren und Fluten nochmal evakuiert und der Ofen nochmal
mit Stickstoff geflutet. Theoretisch müsste man dann
einen Restanteil an Luft von 1 Prozent von einem Prozent
also ein Zehntausendstel Prozent haben.
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Dies ist aber nur theoretisch so, denn wenn eine
Vakuumpumpe in der Lage ist ein Vakuum von 1 Prozent aufrecht
zu erhalten, dann bedeutet dies, dass sie so viel Luft
absaugt, wie durch undichte Stellen (oft durch die Pumpe
selbst) wieder in das Vakuum eintritt. Sie hält also das
Gleichgewicht bei ca. 1 Prozent Druck (bzw. Luft). Die
wieder eintretende Luft jedoch verändert das
Luft-Stickstoffgemisch zu Ungunsten des Stickstoffs. Wenn also der
Ofenraum mehrmals evakuiert und wieder mit Stickstoff
geflutet wird, um einen Restanteil an Luft von einem
Bruchteil von 1 Prozent zu erhalten, dann bleibt dieser
niedrige Sauerstoffanteil nicht gleich während die
Vakuumpumpe läuft, sondern er verschiebt sich langsam wieder zu
dem einen Prozent zurück.
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Deswegen umgibt man erfindungsgemäß den ganzen Vakuumofen
mitsamt der Vakuumpumpe, während des Erhitzungsvorgangs
ebenfalls mit Stickstoff bzw. man flutet alle
potentiellen undichten Stellen des Vakuumkörpers ebenfalls mit
Stickstoff. In diesem Falle saugt die Vakuumpumpe keine
Frischluft nach, sondern Stickstoff.
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Erst mit diesem doppelten Stickstoffkreislauf erreicht
man erfindungsgemäß eine so totale Entfernung des
Luftsauerstoffs, dass der Diamant (bzw. Edelstein) den
Erhitzungsvorgang unbeschadet übersteht.
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Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Einfassen von
Diamanten und anderen Steinen, wie es insbesondere im
Zusammenhang mit den Fig. 3a bis 10b näher beschrieben
ist, erfolgt daher zumindest das Erhitzen vorzugsweise in
einem Vakuumofen mit doppeltem Stickstoffkreislauf.
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Wenn man Stickstoff kauft gibt es verschiedene Reinheiten
des Stickstoffs. Die normale Reinheit die zu technischen
Zwecken verwendet wird, reicht für den erfindungsgemäßen
Zweck nicht aus; man muss speziell reinen Stickstoff
verwenden.
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Bei einem Brillanten haben wir drei Zonen die
verschiedene Bedeutung für die Lichtführung haben, das Oberteil,
die Rundiste und das Unterteil.
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Das Oberteil hat die Aufgabe das Licht in den Stein
einzulassen. Dabei wird das Licht durch die Tafel relativ
ungebeugt eingelassen und durch die Oberteilfacetten,
welche um die Tafel herum liegen, so gebeugt, dass es in
idealem Winkel eintritt.
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Weiter hat das Oberteil die Aufgabe das reflektierte
Licht dann wieder aus dem Stein herauszulassen. Dabei
wird das Licht durch die Tafel bzw. durch die
Oberteilfacetten so gebeugt, dass es letztendlich nach
Möglichkeit dorthin zurückfällt, wo es ursprünglich herkam.
Dadurch hat der Stein für den Betrachter die größte
Wirkung.
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Das Unterteil des Steines hat die Aufgabe das Licht,
welches durch das Oberteil eingefallen ist, so zu
reflektieren, dass es möglichst ohne Lichtverluste wieder durch
das Oberteil austritt, und noch dazu im richtigen
Ausfallswinkel austritt.
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Die Rundiste (die Verbindung zwischen Oberteil und
Unterteil) hat meist nur technische Bedeutung und keine
optische Bedeutung. Die Rundiste ist ein Band um den
Stein (wie eine Art Gürtel), welche senkrecht zur Tafel
steht. Würden Oberteil und Unterteil ohne Rundiste
aufeinander treffen, dann würde hier eine messerscharfe
Kante mit spitzem Winkel entstehen. Diese würde zu
Ausbrüchen führen und der Stein wäre immer beschädigt.
Deswegen wird eine Rundiste von ca. 1 bis 3 Prozent der
Gesamthöhe des Steines mit zur Tafel senkrecht stehenden
Übergangsflächen um den Stein herum angelegt.
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Licht, welches von innen auf die Rundiste trifft, geht
normalerweise für das Lichtspiel des Diamanten verloren.
Es tritt nach außen aus, oder wird so reflektiert, dass
es nicht im richtigen Winkel durch das Oberteil austritt.
Wenn der Diamant an der Rundiste mit dem Glas
zusammentrifft dann hat dies keine Bedeutung für eine optische
Wirkung des Diamanten.
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Erfindungsgemäß wird ein Diamant vorzugsweise so ins Glas
eingefasst, dass er möglichst nur mit der Rundiste oder
den unmittelbar angrenzenden Bereichen von Oberteil und
Unterteil im Glas sitzt, um die optischen Qualitäten des
Steins zu erhalten. Außerdem sollte darauf geachtet
werden, dass der Stein so gefasst wird, dass in den
"Luftbereich" um das Unterteil des Steins herum keine
Flüssigkeiten, bzw. Hautcreme oder sonstige
Verunreinigungen eindringen. Denn sonst verliert der
Stein dadurch ebenfalls seine volle optische Wirkung. Der
Stein sollte also so gefasst werden, dass unzugängliche
Stellen des den Unterteil
umgebenden "Luftbereichs" wasserdicht abgeschlossen sind.
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Es gibt mehrere Möglichkeiten Diamanten (oder andere
Edelsteine) in Glas einzufassen obwohl beide Materialien
unterschiedliche Ausdehnungskoeffizienten haben. Eine
Möglichkeit ist, ein Material zwischenzuschalten, welches
entweder elastisch oder in seiner Ausdehnung flexibel
ist, so dass es die unterschiedlichen Koeffizienten
überbrückt. So ein Material ist z. B. Feingold, das sich
unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten anpasst, wenn
es zwischen Glas und Diamant sitzt.
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Gold hat einen Ausdehnungskoeffizient 140 × 10-7, der
größer ist als der von Glas: Aber durch seine Weichheit
spielt das keine Rolle. Man kann Gold mit Glas zusammen-
Schmelzen ohne dass das Glas springt.
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Um mit Gold als Fassungsrand des Diamanten zu arbeiten
gibt es zwei mögliche Arten von Gold. Je nach
Designwünschen kann man Gelbgold, bzw. Feingold verwenden oder
Weißgold.
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Bei Gelbgold ist das reine Feingold das beste Material.
Es verbindet sich mit dem Glas am leichtesten. Bei
Weissgold ist eine Legierung aus 85 Gewichtsteilen Feingold
und 15 Gewichtsteilen Palladium am geeignetsten.
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Wenn man den Diamanten aus Designgründen ohne
Fassungsrand direkt ins Glas einfassen möchte, kann man als
Puffer-Material "Lotglas" verwenden. Dies ist ein Glas
welches den Ausdehnungskoeffizienten zwischen Normalglas
und allen möglichen Materialien (z. B. Keramik)
überbrücken kann.
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Ein anderes Verfahren um Spannungsrisse im Glas zu
verhindern, besteht darin, einfach den Diamanten vom Glas zu
trennen. Man kann mit einem Trennmittel das
Zusammenwachsen von Diamant und Glas während des Schmelzvorgangs
verhindern. Allerdings verändert das Trennmittel meist die
optischen Qualitäten des Diamanten, bzw. ist selbst
sichtbar, wenn es nicht durchsichtig ist. Man kann es
aber unter Umständen nach dem Schmelzvorgang wieder
entfernen. Dadurch sitzt der Diamant dann etwas locker in
der Fassung. Je nach Design des Objektes muss dies nicht
störend sein. Man kann aber den Diamanten auch nach dem
Schmelzvorgang des Glases wieder fixieren, z. B. mit einem
feinen Silikonkleber, der an der Rundiste langläuft und
den Stein an dieser Stelle mit dem Glas verbindet. Dies
ist zugleich eine gute Möglichkeit um zu verhindern, dass
Flüssigkeit oder Cremes in den "Luftbereich" der
Diamantenfassung eindringen.
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Im folgenden wird die Erfindung anhand schematischer
Zeichnungen an Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Es zeigt:
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Fig. 1a eine schematisch gezeichnete Draufsicht einer
ersten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Uhrglases;
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Fig. 1b einen schematisch gezeichneten Schnitt längs
der Linie b-b durch das Uhrglas gemäß Fig. 1a;
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Fig. 2a eine schematisch gezeichnete Draufsicht einer
zweiten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Uhrglases;
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Fig. 2b einen schematisch gezeichneten Schnitt längs
der Linie b-b der Fig. 2a;
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Fig. 3a einen schematisch gezeichneten Schnitt durch
eine Glasplatte mit einem eingefügten
Lotglasabschnitt, der eine Stufenbohrung
aufweist, in die ein Diamant eingeführt ist in
vergrößertem Maßstab; vor dem Erhitzen;
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Fig. 3b einen Schnitt analog Fig. 3a durch die
Glasplatte und den Diamanten nach dem Erhitzen auf
eine Temperatur zwischen etwa 400 und 750 Grad
Celsius, angepasst an die Verschmelztemperatur
des Lotglases, die je nach Zusammensetzung
desselben zwischen 400 und 700 Grad Celsius liegt;
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Fig. 4a einen Schnitt ähnlich Fig. 3a durch eine
Glasplatte mit einer Stufenbohrung in die ein
Diamant mit einer Goldzarge eingeführt ist;
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Fig. 4b einen Schnitt analog Fig. 4a durch die
Glasplatte und den Diamanten nach dem Erhitzen auf
etwa 750 Grad Celsius;
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Fig. 5a einen Schnitt ähnlich Fig. 4a durch eine
Glasplatte mit einer durchgehenden Stufenbohrung in
die ein Diamant mit Goldzarge eingeführt ist,
wobei die Stufenbohrung oben mit einer
zusätzlichen Deckglasplatte abgedeckt ist;
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Fig. 5b einen Schnitt analog Fig. 5a durch die
Glasplatte und den Diamanten nach dem Erhitzen auf
etwa 750 Grad Celsius;
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Fig. 6a einen Schnitt ähnlich Fig. 5a durch eine
Glasplatte mit einer nicht durchgehenden
Stufenbohrung in die ein Diamant mit Goldzarge
eingeführt ist, wobei die obere Öffnung der
Stufenbohrung mit einer Deckglasplatte abgedeckt ist;
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Fig. 6b einen Schnitt analog Fig. 6a durch die
Glasplatten und den Diamanten nach dem Erhitzen auf
etwa 750 Grad Celsius;
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Fig. 7a einen Schnitt ähnlich Fig. 6a durch eine
Glasplatte mit einer durchgehenden Stufenbohrung in
die ein Diamant mit Goldzarge auf den Kopf
gestellt, d. h. mit seinem Oberteil nach unten
eingeführt ist, wobei die obere Öffnung der
Stufenbohrung, die dem Unterteil des Diamanten
zugewandt ist, mit einer Deckglasplatte
abgedeckt ist;
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Fig. 7b einen Schnitt analog Fig. 7a nach dem Erhitzen
auf etwa 750 Grad Celsius;
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Fig. 7c einen Schnitt entsprechend dem Schnitt der Fig.
7b nach dem Abschleifen des Teiles der
Glasplatte der in Fig. 7b nach unten über den
Oberteil bzw. die Tafel des Diamanten vorsteht und
dem anschließenden Wenden der Glasplatte;
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Fig. 8a, 8b und 8c jeweils einen Schnitt ähnlich Fig. 7a,
7b bzw. 7c einer abgewandelten Ausführungsform,
bei der der Diamant keine Goldzarge aufweist,
sondern im Bereich seiner Rundiste mit einem
Trennmittel versehen ist;
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Fig. 9a einen Schnitt ähnlich Fig. 4a durch eine
Glasplatte mit einer nicht durchgehenden
Stufenbohrung in die ein Diamant eingeführt ist, der
jedoch keine Goldzarge aufweist, wobei zwischen
dem Diamanten und der Wandung der Stufenbohrung
ein Trennmittel vorgesehen ist;
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Fig. 9b einen Schnitt analog Fig. 9a nach dem Erhitzen
auf etwa 750 Grad Celsius;
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Fig. 10a einen Schnitt durch eine Glasplatte ähnlich
Fig. 9a, wobei die Stufenbohrung an ihrer
oberen Öffnung jedoch mit einer Deckglasplatte
abgedeckt ist, die im Bereich der Stufenbohrung
als Sammellinse ausgebildet ist; und
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Fig. 10b einen Schnitt analog Fig. 10a nach dem Erhitzen
auf etwa 750 Grad Celsius.
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Fig. 1a zeigt in Draufsicht ein erstes
Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Glases, das als Uhrglas 10
mit einem integrierten Zifferblatt, bzw. einer
integrierten Zeitskala ausgebildet ist, die vier Steine
18 in Form von Brillanten aufweist, die direkt in das
Uhrglas 10 eingefasst sind. Anstelle der vier Brillanten
18 können auch andere Diamanten und/oder Schmucksteine
und/oder synthetische Steine in einheitlicher Größe,
Farbe und Steinart oder in unterschiedlichen Größen,
Farben und Steinarten verwendet werden. Dabei werden für
ein Zifferblatt bzw. eine Zeitskala ein, vier oder zwölf
oder auch mehr Steine verwendet. Wie aus Fig. 1b
ersichtlich, sind die Steine 18 direkt in das Uhrglas 10
eingefasst. Ferner ist aus Fig. 1b ersichtlich, dass das
Uhrglas 10 einen Rand 12 aufweist und im Bereich des
Unterteils der Steine 18 jeweils eine Ausnehmung 15b als
Luftbereich zwischen Stein und Diamant.
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Fig. 2a zeigt in Draufsicht eine zweite Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Uhrglases, das ähnlich Fig. 1a
ausgebildet ist, wobei die Steine 28 jeweils eine
Steinfassung in Form einer Goldzarge 27 aufweisen und mit
dieser Steinfassung in das Uhrglas 20 eingearbeitet sind.
Wie aus Fig. 2b ersichtlich, weist das Uhrglas 20
unterhalb der Steine 28 jeweils eine Ausnehmung 25b auf und
ist mit einem Rand 22 versehen.
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Fig. 3a und 3b zeigen ein erfindungsgemäßes Verfahren zum
direkten Einfassen eines Diamanten 18 in eine Glasplatte
10 mit einem eingefügten Lotglasabschnitt 11, der eine
Stufenbohrung 14a, 15a mit einer Ringschulter 16
aufweist, wobei der Diamant 18 von oben in die Stufenbohrung
14a, 15a eingeführt wird. Die Anordnung von Glasplatte
10, 11 und Diamant 18 werden angepasst an die
Verschmelztemperatur des Lotglases, die je nach Zusammensetzung
desselben zwischen 400 und 700 Grad Celsius liegt, auf
eine Temperatur zwischen etwa 400 und 750 Grad Celsius
erhitzt. Nach diesem Erhitzen erhält man eine
einheitliche Glasplatte 10, 11, d. h. der Lotglasabschnitt 11 ist
nicht mehr erkennbar und der Diamant 18 ist mit seiner
Rundiste 19 im Glas fest eingeschmolzen.
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Fig. 4a und 4b zeigen ein Verfahren zum Einfassen eines
Diamanten 28 mittels einer Goldzarge 27 in eine
Stufenbohrung 24a, 25a einer Glasplatte 20, wobei die
Stufenbohrung so ausgebildet ist, dass der Diamant 28 mit
seiner Goldzarge 27 zur Anlage an die Ringschulter 26
kommt. Nach dem Erhitzen von Glasplatte 20 und Diamant 28
auf etwa 750 Grad Celsius erhält man eine stabile
Einfassung des Diamanten 28, wie aus Fig. 4b ersichtlich.
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Fig. 5a zeigt einen Schnitt durch eine Glasplatte 30b mit
einer durchgehenden Stufenbohrung 34a, 35a in die ein
Diamant 38 mit einer Goldzarge 37 eingeführt ist, wobei
die Stufenbohrung oben mit einer zusätzlichen
Deckglasplatte 3I abgedeckt ist. Nach dem Erhitzen auf etwa 750
Grad Celsius sind die Glasplatten 30a und 31 zu einer
Glasplatte 30b verschmolzen, wie aus Fig. 5b ersichtlich
ist.
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Fig. 6a zeigt einen Schnitt ähnlich Fig. 5a durch eine
Glasplatte 30c mit einer nicht durchgehenden
Stufenbohrung 34a, 35c in die ein Diamant 38 mit einer Goldzarge
37 eingeführt ist, wobei die obere Öffnung der
Stufenbohrung mit einer Deckglasplatte 31 abgedeckt ist. Nach dem
Erhitzen auf etwa 750 Grad Celsius sind die Glasplatten
31 und 30c zu einer Glasplatte 30d verschmolzen, wie aus
Fig. 6b ersichtlich ist und der Diamant 38 ist in einem
geschlossenen Hohlraum 34b, 35d eingeschmolzen.
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Fig. 7a zeigt einen Schnitt ähnlich Fig. 6a durch eine
Glasplatte 30e mit einer durchgehenden Stufenbohrung 34e,
35e in die ein Diamant 38 mit Goldzarge 37 auf den Kopf
gestellt, d. h. mit seinem Oberteil nach unten eingeführt
ist, wobei die obere Öffnung der Stufenbohrung 34e, 35e,
die dem Unterteil des Diamanten 38 zugewandt ist, mit
einer Deckglasplatte 31 abgedeckt ist. Wie aus der Fig.
7b ersichtlich ist, ergibt sich nach dem Erhitzen auf
etwa 750 Grad Celsius eine einheitliche Glasplatte 30f.
Danach wird der Teil der Glasplatte 30f der in Fig. 7b
nach unten über die Linie 33 vorsteht abgeschliffen,
sodass die Oberfläche der Glasplatte mit der Oberfläche
d. h. der Tafel des Diamanten 38 fluchtet und nach dem
Wenden erhält man die in Fig. 7c dargestellte Glasplatte
30g.
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Fig. 8a, 8b und 8c zeigen jeweils einen Schnitt ähnlich
Fig. 7a, 7b bzw. 7c eines abgewandelten Verfahrens, bei
dem der Diamant 38 keine Goldzarge aufweist, sondern im
Bereich seiner Rundiste 39 mit einem Trennmittel 40
versehen wird, das vorzugsweise als Paste aufgetragen,
die z. B. aus einer Mischung von feingemahlenem
Graphitpulver und Spiritus oder feinkörnigem Kaolin und
Wasser bestehen kann.
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Nach dem Trocknen der Paste wird auf etwa 750
Grad Celsius erhitzt und man erhält, wie in Fig. 8b
dargestellt, eine einheitliche Glasplatte 30f, die bis
zur Linie 33 abgeschliffen wird. Weiter wird durch
Auswaschen das Trennmittel entfernt. Der Diamant ist
jedoch auch nach dem Entfernen des Trennmittels in dem
Hohlraum 35f, wenn auch locker gehalten, da der
Durchmesser der Bohrung 34e etwas kleiner als der
Außendurchmesser des Diamanten 38 gewählt wurde, wie aus
Fig. 8a ersichtlich ist.
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Erfindungsgemäß kann der Diamant nach dem Entfernen des
Trennmittels durch einen Kleber 41, vorzugsweise einen
Silikonkleber, der an der Rundiste langläuft, wieder
fixiert werden, wobei der Lüftbereich 35f gleichzeitig
gegen das Eindringen von Flüssigkeiten und Cremes oder
dgl. geschützt wird.
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Fig. 9a zeigt einen Schnitt durch eine etwas dickere
Glasplatte 30h mit einer tiefen aber nicht durchgehenden
Stufenbohrung 34h, 35h, in die ein im unteren und
mittleren Bereich mit einer Trennpaste 40 bestrichen
Diamant, vorzugsweise passgenau von oben eingeführt ist.
Nach dem Trocknen der Paste wird auf etwa 750 Grad
Celsius erhitzt, wobei das Glas die Tendenz hat den
Diamanten 38 zu Umschließen. Nach dem Abkühlen und dem
Entfernen des Trennmittels sitz der Diamant 38 locker in
dem Hohlraum 35i, der einen Luftbereich zwischen Diamant
und Glas darstellt, und kann mittels eines Klebers 41
fixiert werden.
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Fig. 10a zeigt einen Schnitt durch eine Glasplatte 43 mit
einer durchgehenden Stufenbohrung, deren unterer Teil 47
einen kleineren und deren oberer Teil 48 einen größeren
Durchmesser als der Diamant 38 aufweisen, wobei das Glas
im Bereich der Ringschulter 49 mit einer Trennpaste 40
bestrichen ist und der Diamant 38 danach von oben in die
Bohrung 48 eingeführt wird. Anschließend wird die Bohrung
48 mittels einer Glasplatte 44 abgedeckt, in die im
Bereich der Bohrung 48 oberhalb des Diamanten 38 als
konvexe Auswölbung 45 eine Sammellinse integriert ist,
welche die optische Wirkung des Diamanten verstärkt.
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Beim Erhitzen auf etwa 750 Grad Celsius werden die
Glasplatten 43 und 44, vorzugsweise durch Fusen, das
erfindungsgemäß im Vakuumofen, vorzugsweise mit doppeltem
Stickstoffkreislauf stattfindet um Luft- bzw. Gasblasen
zu vermeiden, zu einer Glasplatte 43g miteinander
verbunden, wie in Fig. 10b dargestellt. Nach dem
Entfernen des Trennmittels kann der Diamant 38 mittels
eines Klebers 41 in dem Hohlraum 48g, 47g fixiert werden.
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Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind alle einzeln
oder in Kombination in der vorstehenden Beschreibung, den
anliegenden Zeichnungen und/oder den folgenden Patentansprüchen
offenbarten Merkmale der erfindungsgemäßen Gläser und der
erfindungsgemäßen Verfahren zu deren Herstellung.
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Erfindungsgemäß können an Stelle von Glas auch Plexiglas
oder andere Kunststoffplatten oder Kristallplatten
verwendet werden.