DE19956817A1 - Verfahren zum Relief-Dekorieren von Produkten aus keramischem Material oder aus Glas sowie die dadurch hergestellten Produkte - Google Patents
Verfahren zum Relief-Dekorieren von Produkten aus keramischem Material oder aus Glas sowie die dadurch hergestellten ProdukteInfo
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B44—DECORATIVE ARTS
- B44C—PRODUCING DECORATIVE EFFECTS; MOSAICS; TARSIA WORK; PAPERHANGING
- B44C1/00—Processes, not specifically provided for elsewhere, for producing decorative surface effects
- B44C1/20—Applying plastic materials and superficially modelling the surface of these materials
Landscapes
- Glass Compositions (AREA)
- Adornments (AREA)
Abstract
Verfahren zum Relief-Dekorieren von Produkten aus keramischem Material oder aus Glas, das aus den folgenden, aufeinanderfolgenden Verfahrensschritten besteht: DOLLAR A - es wird eine Reliefpaste bereitet, die flüssig genug ist, um die Form eines Abdrucks einer Perle von beliebiger Größe nicht unveränderlich zu bewahren, DOLLAR A - diese Reliefpaste wird auf die zu dekorierende Oberfläche in einer mindestens 0,5 mm dicken Schicht aufgestrichen, DOLLAR A - die Dekorteilchen werden in diese Reliefpastenschicht gemäß dem gewünschten Muster eingefügt, DOLLAR A - der so erzielte dekorierte Gegenstand wird einem ersten Brennvorgang unterzogen, DOLLAR A - die Oberfläche des Reliefs, die nicht mit Dekorteilchen bedeckt ist, oder die Fläche ohne Relief, werden koloriert, und DOLLAR A - der dekorierte und kolorierte Gegenstand wird einem zweiten Brennvorgang unterzogen.
Description
Diese Erfindung betrifft ein Verfahren zum Relief-Dekorieren von Produkten aus keramischem
Material oder aus Glas sowie die dadurch hergestellten dekorierten Produkte.
Insbesondere betrifft diese Erfindung ein Verfahren zum Relief-Dekorieren von Produkten mit
Keramikmaterial oder Glas, bei dem als Dekor Glas, auch groß bemessenes Glas, Steine, Per
len, Ton, Messing, Kupfer, Silber, Gold usw. verwendet werden.
Der Begriff "Keramikmaterial", wie er in dieser Beschreibung und in den Ansprüchen verwen
det wird, umfaßt jedes beliebige Material auf Basis von gebranntem Lehm, alle Sorten von Ter
racotta, verschiedenste Arten von Porzellan wie z. B. Sevre-, Capodimonte-, Limoges- Sasso
nia-Porzellan usw., Majoliken, Steingut usw.
Der Begriff "Glasmaterial", wie er in dieser Beschreibung und in den Ansprüchen verwendet
wird, umfaßt alle Arten von hitzebeständigem Glas, insbesondere Desag und Ochsenauge usw.
Der Begriff "Produkte", wie er in dieser Beschreibung und in den Ansprüchen verwendet wird,
umfaßt alle möglichen Formprodukte wie Teller, Tabletts, Vasen, Tassen, Rahmen, Lampen,
Broschen, Ohrringe, Fliesen, Füße für Tische, Kacheln, Plättchen zur Herstellung von
Schmuckstücken und Gürteln, usw.
Bekanntlich ist als eine Technik für das Relief-Dekorieren von Keramikprodukten die
"skandinavische" Technik bekannt. Dabei handelt es sich um ein Dekorieren auf Porzellan mit
Vertiefungen oder Reliefs, Perlchen, Fritten, harten Steinen, Farben wie z. B. mit einem dritten
Brennen hergestellte Emaillen, Metall Farben, Lüster usw., und Dukatengold, Silber, Platin
usw.
Diese skandinavische Technik besteht darin,
- - auf dem zu dekorierenden Produkt Vertiefungen oder Reliefs zu bilden,
- - Hell/Dunkel-Effekte zu schaffen, indem die Reliefs in dem vertiefen Teil des Produkts mit Glanzgold oder auch mit einer Emailfarbe, evtl. unter Abtönung dekoriert werden,
- - kleine Glasstückchen, Glasperlchen oder Fritten, koloriertes Murrina-Glas, Körnchen oder Mehl von koloriertem Glas, harte Steine usw. einzufassen und mit Klebstoff aufkleben,
- - ggf. das Produkt entlang der Reliefs zu vergolden, und schließlich
- - das kolorierte Produkt bei einer Temperatur von mindestens 600°C zu brennen.
Die vertiefen Flächen, die feine oder tiefe, großflächige oder kleine, glatte, gleichmäßige oder
sehr ungleichmäßige Vertiefungen sein können, werden hergestellt, indem mit dem Spatel auf
der Oberfläche des zu dekorierenden Produkts eine gummiartige Schmelzpaste, fein zerstoße
nes Glas, gemischt mit Fett oder Kopaikabalsam, aufgetragen wird, in die aufgestrichene Paste
Glassand eingedrückt wird, um mehr oberflächliche Vertiefungen zu erzielen, und Glasperlen
oder -stücke eingedrückt werden, um tiefere Vertiefungen zu erzielen, das Produkt bei 800-
850°C gebrannt wird, und mit Hilfe eines Spatels die "Craquelé"-Oberfläche abgesprengt
wird, die sich überall dort gebildet hat, wo die Schmelzpaste mit dem Sand und den Perlen
aufgetragen wurde.
Diese Technik des Dekorierens wird zwar mit einem gewissen Erfolg angewendet, doch hat sie
auch Nachteile. So können bei dieser Technik keine allzu großen Steine oder Glasstücke ver
wendet werden, da sie beim Brennen abplatzen würden. Ferner stoßen sich die auf der Außen
fläche aufgeklebten Dekors der erhabenen Stellen leicht ab und verlieren dabei Ihren ursprüng
lichen Glanz, und sie können sich von Ihrem Untergrund lösen, besonders wenn sie sehr groß -
sind, und dabei offene Löcher hinterlassen. Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß der zum
Aufkleben verwendete Klebstoff sehr häufig sichtbar ist und dem äußeren Erscheinungsbild des
Dekors dadurch abträglich ist.
Es ist Aufgabe dieser Erfindung, die obengenannten Nachteile zu beseitigen.
Insbesondere ist es Aufgabe dieser Erfindung, ein Verfahren des Relief-Dekorierens zu schaf
fen, bei dem das Dekor Bestandteil dieser Reliefs selbst sind und damit nicht brechen oder sich
lösen können.
Allgemein können mit dieser Erfindung die oben genannten Aufgaben gelöst werden, indem die
Dekors gemäß dem gewünschten Muster in das Relief das eine Dicke von mindestens 5 mm
hat, eingefügt werden und der dekorierte Gegenstand einem ersten Brennvorgang bei einer
Temperatur von nicht mehr als 800°C unterzogen wird.
Gegenstand dieser Erfindung ist daher ein Verfahren zum Relief-Dekorieren von Gegenständen
aus keramischem Material oder aus Glas, das aus den folgenden, aufeinanderfolgenden Verfah
rensschritten besteht:
- - es wird eine Reliefpaste bereitet, die flüssig genug ist, um die Form eines Abdrucks einer Perle von beliebiger Größe nicht unveränderlich zu bewahren,
- - diese Reliefpaste wird auf die zu dekorierende Oberfläche in einer mindestens 0,5 mm dicken Schicht aufgestrichen,
- - die Dekorteilchen werden in diese Reliefpastenschicht gemäß dem gewünschten Muster ein gefügt,
- - der so erzielte dekorierte Gegenstand wird einem ersten Brennvorgang bei einer Temperatur von nicht mehr als ca. 800°C unterzogen,
- - die Oberfläche des Reliefs, die nicht mit Dekorteilchen bedeckt ist, oder die Flächen ohne Relief werden koloriert, und
- - der dekorierte und kolorierte Gegenstand wird einem zweiten Brennvorgang unterzogen.
Je nach dem gewünschten endgültigen Erscheinungsbild kann der so erzielte dekorierte Gegen
stand mit Dukatengold, Silber, Platin oder anderen wertvollen Metallen feinbearbeitet werden.
Der zweite Brennvorgang kann bei einer beliebigen Temperatur erfolgen, die ausreicht, um die
Farbe zu stabilisieren; allgemein können Temperaturen von ca. 600 bis 1000°C angewendet
werden.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann jede beliebige Reliefpaste verwendet werden,
vorausgesetzt, sie wird so verdünnt, daß sie die erforderliche Konsistenz hat. Insbesondere
kann diese Relielpaste hergestellt werden, indem ein organisches Naturharz für Relief
(Medium) mit einem verglasbaren, bleihaltigen Keramikprodukt (weiße Reliefpaste) vermischt
wird. Die Dicke der Pastenschicht kann zwischen 0,5 mm und 5 cm betragen.
Als Dekorteilchen können Perlen, Glassplitter oder Fritten, auch große, Körnchen oder Mehl
von koloriertem Glas, koloriertes Murrina-Glas, Natursteine, Nil- oder Flußsteine, Gegenstän
de oder Skulpturen aus Ton, Messing, Kupfer und anderen, der Fantasie des Künstlers überlas
senen Materialien dienen.
Das Verfahren dieser Erfindung ist besonders geeignet für Glasdekors, da das Glas während
der Brennvorgänge schmilzt und auf der darunter befindlichen Oberfläche rutscht, wobei un
vorhergesehene und originelle Effekte entstehen, die mit einem einfachen direkten Dekor nicht
zu erreichen sind. Diese Wirkung kann betont werden, indem als Dekor verschiedene kolo
rierte und nicht kolorierte Gläser wie z. B. die von Murano, Kathedralglas, Opalglas, Deckglas
und Kombinationen dieser Gläser verwendet werden, wobei jedes wieder andere Eigenschaften
und/oder Farben aufweist und dadurch Ergebnisse und Kombinationen mit originellen Effekten
entstehen, die zum Teil auch darauf zurückzuführen sind, wie sie sich in geschmolzenem Zu
stand miteinander kombinieren und ineinander verlaufen.
Während des ersten und des zweiten Brennens ändert die Paste ihr Volumen und verändert
damit auch das der Glasdekors, die ungewöhnliche, sich verändernde und zufällige Formen und
Dimensionen annehmen können.
Das Dekor kann sich über die gesamte Oberfläche des zu dekorierenden Produkts oder einen
Teil von dieser ausbreiten und kann auf einer oder auf allen Seiten oder Flächen des Produkts
hergestellt werden. Ferner kann das Dekor in jeder beliebigen Position angebracht werden:
vertikal, horizontal und schräg.
Die Kolorierung der Oberfläche, die nicht mit Dekorteilchen bedeckt ist, oder der Flächen ohne
Relief kann mit Glanzgold, mit Farben durch einen dritten, eventuell gepufferten Brennvor
gang, mit Metall Farben aus Pulvern auf Metallbasis, wie Gold, Kupfer, Zink; Silber, Zinn,
Aluminium, Bronze usw., die mit einem fetthaltigen Medium gemischt werden, um ein besseres
Eindringen in die Paste zu gewährleisten, und/oder mit Lüster in allen Farben und Farbnuancen
erfolgen.
Die Lüsterfarben können sich in einem weiten Bereich von Grün- und Rosapastelltönen bis zu
dunklen Farben wie Schwarz oder Rauchgrau hin bewegen. Mit Lüsterfarben können auch
marmorierte, gefleckte, Bronze- oder Pastelltonwirkungen hervorgerufen werden.
Eine bevorzugte Methode besteht darin, das "Medium" auf der Oberfläche, die koloriert wer
den soll, mittels Pinsel oder Wattebausch zu verteilen und daraufhin das Metallpulver aufzu
stäuben. Einzelne Teile können mit der Sgraffitotechnik abgenommen werden.
Bei der Ausführung dieser Erfindung können viele Alternativen und Varianten angewendet
werden, die sich im Rahmen des Gedankens und der Lehre bewegen und die der Fachmann aus
der oben erfolgten Beschreibung ableiten kann. Die Erfindung deckt daher alle Alternativen
und Varianten innerhalb des Gedankens und geschützten Rahmens der folgenden Ansprüche
ab.
Claims (8)
1. Verfahren zum Relief-Dekorieren von Produkten aus keramischem Material oder aus Glas,
das aus den folgenden, aufeinanderfolgenden Verfahrensschritten besteht:
- - es wird eine Reliefpaste bereitet, die flüssig genug ist, um die Form eines Abdrucks einer Perle von beliebiger Größe nicht unveränderlich zu bewahren,
- - diese Reliefpaste wird auf die zu dekorierende Oberfläche in einer mindestens 0,5 mm dicken Schicht aufgestrichen,
- - die Dekorteilchen werden in diese Reliefpastenschicht gemäß dem gewünschten Muster ein gefügt,
- - der so erzielte dekorierte Gegenstand wird einem ersten Brennvorgang bei einer Temperatur von nicht mehr als ca. 800°C unterzogen,
- - die Oberfläche des Reliefs, die nicht mit Dekorteilchen bedeckt ist, oder die Flächen ohne Relief werden koloriert, und
- - der dekorierte und kolorierte Gegenstand wird einem zweiten Brennvorgang unterzogen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der dekorierte Gegenstand nach dem zweiten Brennvor
gang je nach dem gewünschten endgültigen Erscheinungsbild mit Dukatengold, Silber, Platin
oder anderen wertvollen Metallen feinbearbeitet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Reliefpaste hergestellt wird, indem ein organi
sches Naturharz für Relief (Medium) mit einem verglasbaren, bleihaltigen Keramikprodukt
(weiße Reliefpaste) vermischt wird.
4. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der zweite Brennvorgang bei einer
Temperatur von 600 bis 1000°C erfolgt.
5. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Dicke der Reliefpastenschicht
zwischen 0,5 mm und 5 cm beträgt.
6. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Dekorteilchen Perlen, Glas
splitter oder -Fritten, auch große, Körnchen oder Mehl von koloriertem Glas, koloriertes Mur
rina-Glas, Natursteine, Nil- oder Flußsteine, Gegenstände oder Skulpturen aus Ton, Messing,
Kupfer und anderen, der Fantasie des Künstlers überlassenen Materialien sein können.
7. Verfahren nach Anspruch 6, wobei die Dekorteilchen kolorierte und nicht kolorierte Gläser
Murano-Glas, Kathedralglas, Opalglas, Deckglas und Kombinationen dieser Gläser sein kön
nen.
8. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Kolorierung der Oberfläche, die
nicht mit Dekorteilchen bedeckt ist, oder der Flächen ohne Relief mit Glanzgold, mit Farben
durch einen dritten, eventuell gepufferten Brennvorgang, mit Metall-Farben und/oder mit Lü
sterfarben in allen Farben und Tönen erfolgt.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| ITBG980068 IT1304733B1 (it) | 1998-11-26 | 1998-11-26 | Procedimento per la decorazione in rilievo su prodotti sia inmateriale ceramico sia in vetro e oggetti decorati cosi' ottenuti. |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19956817A1 true DE19956817A1 (de) | 2000-05-31 |
Family
ID=11336647
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1999156817 Withdrawn DE19956817A1 (de) | 1998-11-26 | 1999-11-25 | Verfahren zum Relief-Dekorieren von Produkten aus keramischem Material oder aus Glas sowie die dadurch hergestellten Produkte |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19956817A1 (de) |
| IT (1) | IT1304733B1 (de) |
-
1998
- 1998-11-26 IT ITBG980068 patent/IT1304733B1/it active
-
1999
- 1999-11-25 DE DE1999156817 patent/DE19956817A1/de not_active Withdrawn
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| ITBG980068A1 (it) | 2000-05-26 |
| IT1304733B1 (it) | 2001-03-29 |
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