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Die
Erfindung betrifft ein Halbleiterbauelement mit einer integrierten
Widerstandsstruktur. Bei einer solchen Widerstandsstruktur kann
es sich beispielsweise um einen Lateralwiderstand eines Thyristors
handeln. Derartige Lateralwiderstände werden üblicherweise dazu eingesetzt,
die Stromdichte in kritischen Bereichen des Bauelements zu begrenzen. So
ist es beispielsweise bekannt, bei lichtzündbaren Thyristoren mit Zündstufenstruktur
(Amplifying-Gate-Struktur) den Strom der innersten, zündempfindlichsten
Zündstufe
insbesondere im Fall hoher Stromanstiegsgeschwindigkeiten sowie
im Falle einer hohen Stoßstrombelastung
zu begrenzen und auf diese Weise eine Zerstörung der Zündstufe und damit des Thyristors
zu vermeiden. Dazu ist es erforderlich, dass der integrierte Widerstand
insbesondere während
des Einschaltvorgangs eine möglichst hohe
Spannung aufnehmen kann.
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Allerdings
ist die Spannungsaufnahme eines herkömmlichen integrierten Lateralwiderstands
unter typischen Einschaltbedingungen im Allgemeinen dadurch begrenzt,
dass durch Ladungsträger,
welche im Bereich des Lateralwiderstandes injiziert werden, eine
so hohe positive Raumladungskonzentration entsteht, dass es aufgrund
der sich daraus ergebenden Verteilung der elektrischen Feldstärke zu einer Ladungsträgermultiplikation
im Bereich des Lateralwiderstandes kommen kann. Die dadurch entstehenden
freien Elektronen können
die Verteilung des elektrischen Feldes so modifizieren, dass es
zur Ausbildung eines negativ differentiellen Widerstandes der transienten
Strom-Spannungs-Kennlinie des Lateralwiderstandes kommt. Dies führt im Allgemeinen
zu einer Stromfilamentierung, in deren Folge der Lateralwiderstand
zerstört
werden kann.
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Ein
anderes Beispiel für
eine integrierte Widerstandsstruktur sind so genannte Emitterkurzschlüsse bei
einem Thyristor oder einer Diode. Bei solchen Emitterkurzschlüssen handelt
es sich um komplementär
zu einem Emittergebiet dotierte Halbleiterzonen, die sich ausgehend
von einem an das Emittergebiet angrenzenden Halbleitergebiet in
das Emittergebiet hinein reichen. Derartige Emitterkurzschlüsse können anodenseitig
und/oder kathodenseitig vorgesehen sein. Der Zweck solcher Emitterkurzschlüsse besteht
darin, die Festigkeit des Thyristors gegen starke Spannungsanstiege
(”dU/dt-Festigkeit”) zu verbessern.
Allerdings behindern solche Emitterkurzschlüsse die Ausbreitung der Zündfront während des
Zündvorganges.
Außerdem
erhöhen sie
die Durchlassspannung des Thyristors.
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Die
Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Halbleiterbauelement
bereitzustellen, das hohen Stromanstiegsgeschwindigkeiten und hohen
Stoßstrombelastungen
standhält,
und das eine ausreichende dU/dt-Festigkeit sowie eine niedrige Durchlassspannung
aufweist.
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Diese
Aufgabe wird durch Halbleiterbauelemente gemäß den Patentansprüchen 1 und
50 gelöst.
Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindungen sind Gegenstand
von Unteransprüchen.
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Das
Halbleiterbauelement gemäß Patentanspruch
1 umfasst einen Halbleiterkörper,
in dem eine Halbleiterzone mit einem einheitlichen Leitungstyp ausgebildet
ist. Diese Halbleiterzone weist eine Widerstandsstruktur mit einem
ersten Abschnitt und einem zweiten Abschnitt auf, sowie einen zwischen dem
ersten Abschnitt und dem zweiten Abschnitt angeordneten dritten
Abschnitt. Der zweite Abschnitt, der dritte Abschnitt und der erste
Abschnitt sind in einer ersten Richtung in der genannten Reihenfolge aufeinander
folgend angeordnet weisen denselben Leitungstyp auf. Der dritte
Abschnitt besitzt eine Netto-Dotierstoffkonzentration,
die kleiner ist als die Netto- Dotierstoffkonzentration
des ersten Abschnitts und größer als
die Netto-Dotierstoffkonzentration des zweiten Abschnitts.
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Der
Verlauf der Netto-Dotierstoffkonzentration der Widerstandsstruktur
in der ersten Richtung ist so gewählt, dass der erste Abschnitt
ein erstes lokales Maximum mit einer ersten Netto-Dotierstoffkonzentration
N1 und der zweiten Abschnitt ein lokales Minimum
mit einer zweiten Netto-Dotierstoffkonzentration N2 umfasst.
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Bei
einem Thyristor, in dessen Halbleiterkörper in einer zur ersten Richtung
senkrechten vertikalen Richtung ausgehend von einer Rückseite
hin zu einer Vorderseite aufeinander folgend ein p-dotierter Emitter,
eine n-dotierte Basis, eine p-dotierte
Basis und ein n-dotierter Hauptemitter angeordnet sind, kann es
sich bei einer solchen Widerstandsstruktur um einen Lateralwiderstand
handeln, der sich in der p-dotierten Basis zwischen einer Zündeinrichtung des
Thyristors und dem Hauptemitter erstreckt.
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Der
dritte Abschnitt ist dem ersten Abschnitt in Richtung der Zündeinrichtung
vorgelagert und wird daher nachfolgend auch als ”vorgelagerter Abschnitt” bezeichnet.
Als Netto-Dotierstoffkonzentration eines Halbleitergebietes ist
eine Differenz zwischen der absoluten Akzeptorkonzentration und
der absoluten Donatorkonzentration dieses Halbleitergebietes zu verstehen,
d. h. p-dotierte Halbleitergebiet weisen einen Akzeptorüberschuss,
n-dotierte Halbleitergebiete einen Donatorüberschuss auf.
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Der
Verlauf der Netto-Dotierstoffkonzentration in der ersten Richtung
weist ein in dem ersten Abschnitt befindliches erstes lokales Maximum
mit einer Netto-Dotierstoffkonzentration N1 und
ein in dem zweiten Abschnitt befindliches erstes lokales Minimum
mit einer Netto-Dotierstoffkonzentration N2 auf. Die
Netto-Dotierstoffkonzentration kann an jeder Stelle des dritten
Abschnitts vorzugsweise einen Wert aufweisen, der größer ist
als 0,25·N1 + 0,75·N2 und
kleiner als 0,75·N1 + 0,25·N2.
Weiterhin kann die Netto-Dotierstoffkonzentration der Widerstandsstruktur
in der ersten Richtung einen Gradienten aufweisen, dessen Betrag
an zumindest einer Stelle des dritten Abschnitts vorzugsweise kleiner
ist als 1016 cm–3/μm.
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Optional
kann das Halbleiterbauelement auch eine oder mehrere Inseln vom
Leitungstyp der Emitterzone aufweisen, die in jeder zur vertikalen Richtung
senkrechten lateralen Einrichtung vom ersten Abschnitt umschlossen
ist.
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Durch
den vorgelagerten Abschnitt und – sofern vorgesehen – durch
die wenigstens eine Insel vom Leitungstyp der Emitterzone wird eine
durch freie Majoritätsladungsträger gebildete
Raumladungskonzentration im äußeren Randbereich
der Widerstandsstruktur abgesenkt oder sogar schwach invertiert,
was der Ausbildung einer unerwünschten
Ladungsträgermultiplikation
entgegenwirkt.
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Das
Halbleiterbauelement gemäß Patentanspruch
umfasst einen Halbleiterkörper
mit einer Emitterzone eines ersten Leitungstyps und mit einer daran
angrenzenden Zone eines zum ersten Leitungstyp komplementären zweiten
Leitungstyps. Die an die Emitterzone angrenzende Zone umfasst eine
oder mehrere Kurzschlusszonen vom zweiten Leitungstyp, die die Emitterzone
ausgehend von der an die Emitterzone angrenzenden Zone durchdringen. Die
Kurzschlusszonen umfassen jeweils einen ersten Abschnitt, sowie
einen zweiten Abschnitt, der eine schwächere Netto-Dotierstoffkonzentration
aufweist als der erste Abschnitt und der zwischen dem ersten Abschnitt
und der an die Emitterzone angrenzenden Zone angeordnet ist.
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Die
Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf Figuren näher
erläutert.
Es zeigen:
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1 einen
vertikalen Abschnitt eines Thyristors, der eine Zündeinrichtung
und eine vier Zündstufen
aufwei sende Zündstufenstruktur
umfasst, wobei zwischen zwei benachbarten Zündstufen ein Lateralwiderstand
in der p-dotierten Basis angeordnet ist, der eine Anzahl stark p-dotierter
Abschnitte aufweist, sowie einen dem äußersten dieser stark p-dotierten
Abschnitte zur Zündeinrichtung
hin vorgelagerten Abschnitt mit gegenüber dem äußersten Abschnitt reduzierter
Netto-p-Dotierstoffkonzentration,
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2 eine
vergrößerte Ansicht
des in 1 dargestellten, den Lateralwiderstand umfassenden Thyristorabschnitts 11,
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3 ein
Beispiel für
einen Verlauf der Netto-p-Dotierstoffkonzentration in einer in 2 dargestellten,
zur vertikalen Richtung senkrechten Schnittebene B-B', wobei die Netto-p-Dotierstoffkonzentration
in dem vorgelagerten Abschnitt einen in Bezug auf die laterale Richtung
positiven Gradienten aufweist,
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4 ein
Beispiel für
einen Verlauf der Netto-p-Dotierstoffkonzentration entsprechend 3, bei
dem die Netto-p-Dotierstoffkonzentration in dem vorgelagerten Abschnitt
einen in Bezug auf die laterale Richtung negativen Gradienten aufweist,
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5 ein
Beispiel für
einen Verlauf der Netto-p-Dotierstoffkonzentration entsprechend
den 3 und 4, bei dem die Netto-p-Dotierstoffkonzentration
im Bereich des vorgelagerten Abschnitts eine Horizontalstelle aufweist,
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6 eine
vergrößerte Ansicht
des in 2 dargestellten Thyristorabschnitts 12,
wobei zusätzlich
auf die Vorderseite eine strukturierte Maskierungsschicht zur Herstellung
eines Lateralwiderstandes ein schließlich des vorgelagerten Abschnitts
aufgebracht ist,
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7 ein
Beispiel für
einen dem Thyristorabschnitt 12 gemäß den 2 und 6 entsprechenden
Thyristorabschnitt, bei dem der dem vorgelagerten Abschnitt in Richtung
des Hauptemitters nächstliegende
der stark p-dotierten Abschnitte eine n-dotierte Insel aufweist,
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8 einen
Horizontalschnitt durch den Zündstufenbereich
eines im Wesentlichen rotationssymmetrischen Thyristors in einer
in 7 dargestellten Ebene C-C',
bei dem eine Anzahl von n-dotierten Inseln in lateraler Richtung
voneinander beabstandet im selben der stark p-dotierten Abschnitte des
Lateralwiderstandes angeordnet sind,
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9 ein
alternatives Beispiel für
die Ausgestaltung des in den 2 und 6 dargestellten Thyristorabschnitts 12 bzw.
des in 7 dargestellten Thyristorabschnitts 12', bei dem der
dem vorgelagerten Abschnitt in Richtung des Hauptemitters nächstliegende
der stark p-dotierten Abschnitte des Lateralwiderstands von dem
vorgelagerten Abschnitt beabstandet ist,
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10 einen
Thyristorabschnitt entsprechend dem in 9 dargestellten
Thyristorabschnitt 12'', bei dem in
dem dem vorgelagerten Abschnitt in Richtung des Hauptemitters nächstliegenden
der stark p-dotierten Abschnitte des Lateralwiderstands eine n-dotierte
Insel angeordnet ist,
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11 beispielhaft
den typischen Verlauf der transienten Strom-Spannungs-Kennlinie
einer erfindungsgemäßen Lateralwiderstandsstruktur
im Vergleich zum Verlauf der Strom-Spannungs-Kennlinie einer herkömmlichen
Widerstandsstruktur, die einen negativ differentiellen Widerstand
aufweist, wobei die angegebenen Strom- und Spannungswerte je nach Thyristordesign
um typisch ein bis zwei Größenordnungen
variieren können.
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12 Querschnitt
durch einen Abschnitt eines Thyristors, der Anoden- und Kathodenkurzschlüsse aufweist,
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13 einen
vergrößerten Abschnitt,
der einen Kathodenkurzschluss im Bereich des in 12 dargestellten
Thyristors zeigt,
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14 einen
vergrößerten Abschnitt,
der einen Anodenkurzschluss im Bereich des in 12 dargestellten
Thyristors zeigt,
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15 eine
alternative Ausgestaltung des in den 1 und 2 dargestellten
Thyristorabschnitts 11, bei der die Widerstandsstruktur
mehrere stark dotierte Abschnitte aufweist, denen jeweils ein schwächer dotierter
Abschnitt vom gleichen Leitungstyp vorgelagert ist, und
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16 ein
Beispiel für
einen möglichen
Verlauf der Netto-p-Dotierstoffkonzentration
der in 15 gezeigten Widerstandsstruktur,
wobei die Netto-p-Dotierstoffkonzentration im Bereich eines jeden
der vorgelagerten Abschnitte eine Horizontalstelle aufweist.
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Sofern
nicht anders angegeben bezeichnen gleiche Bezugszeichen gleiche
Elemente mit gleicher Funktion.
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1 zeigt
einen vertikalen Schnitt durch einen Abschnitt eines im Wesentlichen
um eine Achse A-A' rotationssymmetrischen
lichtzündbaren
Thyristors mit Zündstufenstruktur.
Der Thyristor umfasst einen Halbleiterkörper 1, in dem in
einer vertikalen Richtung v ausgehend von einer Rückseite 14 hin
zu einer Vorderseite 13 aufeinanderfolgend ein p-dotierter
Emitter 8, eine n-dotierte Basis 7, eine p-dotierte Basis 6 und
ein n-dotierter Hauptemitter 5 angeordnet sind. Auf die
Rückseite 14 ist
eine Anodenmetallisierung 9 aufgebracht.
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Der
Thyristor umfasst eine Zündeinrichtung BOD,
die dadurch gebildet ist, dass sich ein Abschnitt 71 der
n-dotierten Basis 7 weiter in Richtung der Vorderseite 13 des
Halbleiterkörpers 1 erstreckt
als in den anderen Bereichen des Thyristors. Im Bereich des Abschnitts 71 weist
der pn-Übergang
zwischen der p-dotierten Basis 7 und einem Abschnitt 61 der p-dotierten
Basis 6 eine Krümmung
auf, durch die die Zündempfindlichkeit
des Thyristors lokal herabgesetzt ist, so dass im Bereich der Zündeinrichtung BOD
auf die Vorderseite 13 einfallendes Licht die Zündung des
Thyristors auslösen
kann. Die vorliegende Zündeinrichtung
BOD wird auch als Durchbruchsdiode (break over diode) bezeichnet.
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Im
Sinne der vorliegenden Anmeldung wird nachfolgend jede zur vertikalen
Richtung v senkrechte Richtung als laterale Richtung bezeichnet.
Eine dieser lateralen Richtungen ist die in 1 dargestellte
laterale Richtung r1. In dieser wie auch in allen möglichen
anderen lateralen Richtungen von der Zündeinrichtung BOD beabstandet
weist der Thyristor einen Hauptkathodenbereich HK auf, der sich
flächenmäßig über den
weitaus größten Bereich
des Halbleiterkörpers 1 bis
an oder bis nahe an dessen seitlichen Rand erstreckt. Der Hauptkathodenbereich HK
umfasst den n-dotierten Hauptemitter 5 sowie eine auf die
Vorderseite 13 aufgebrachte Kathodenmetallisierung 4,
die den Hauptemitter 5 kontaktiert. Von diesem Hauptkathodenbereich
HK ist in 1 jedoch nur ein kleiner, der
Zündeinrichtung
BOD zugewandter Abschnitt dargestellt.
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Zwischen
der Zündeinrichtung
BOD und dem Hauptkathodenbereich ist eine Zündstufenstruktur mit vier Zündstufen
AG1, AG2, AG3 und AG4 angeordnet. Jede dieser Zündstufen AG1, AG2, AG3, AG4
umfasst einen n-dotierten Zündstufenemitter 51, 52, 53 bzw. 54,
den eine korrespondierende, auf der Vorderseite 13 angeordnete
Metallisierung 41, 42, 43 bzw. 44 kontaktiert.
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Die
p-dotierte Basis 6 umfasst den bereits erläuterten
Abschnitt 61, sowie weitere Abschnitte 62, 63, 64 und 65.
Der Abschnitt 62 ist zwischen den Abschnitten 61 und 63 angeordnet
und schwächer
dotiert als der Abschnitt 61. Zwischen den Abschnitten 63 und 65 ist
eine Widerstandsstruktur 64 angeordnet, welcher einen Lateralwiderstand
des Thyristors bildet.
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Nach
dem Auslösen
einer Zündung
des Thyristors im Bereich der Zündeinrichtung
BOD werden in der lateralen Richtung r1 zeitlich aufeinanderfolgend
die Zündstufen
AG1, AG2, AG3, AG4 und letztlich der gesamten Thyristor im Bereich
der Hauptkathode HK gezündet.
Die Zündempfindlichkeit
der Zündstufen
AG1, AG2, AG3 und AG4 nimmt ausgehend von der Zündeinrichtung BOD zum Hauptkathodenbereich
HK hin ab. Um sicherzustellen, dass beim Zündvorgang eine Zündstufe
oder mehrere Zündstufen – in dem
vorliegenden Ausführungsbeispiel
sind das die erste und zweite Zündstufe – nicht überlastet wird
bzw. werden, ist der Lateralwiderstand 64 vorgesehen, der
vor der dritten Zündstufe
AG3 angeordnet ist und der den von dieser Zündstufe AG3 aufgenommenen Zündstrom
begrenzt.
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Ein
den Lateralwiderstand 64 umfassender Abschnitt 11 des
Halbleiterkörpers 1 ist
in 2 vergrößert dargestellt.
Der Lateralwiderstand 64 umfasst in der lateralen Richtung
r1 voneinander beabstandete, stark p-dotierte Abschnitte 21, 22, 23 und 24,
die eine stärkere
Netto-p-Dotierstoffkonzentration aufweisen als die zwischen benachbarten
der stark p-dotierten Abschnitte 21, 22, 23, 24 angeordneten Abschnitte 81, 82 bzw. 83 der
p-dotierten Basis 6, und als ein Abschnitt 84 der
p-dotierten Basis 6,
der zwischen der Zündeinrichtung
BOD und dem der Zündeinrichtung
BOD nächstgelegenen 24 aller
stark p- dotierten
Abschnitte 21, 22, 23, 24 des
Lateralwiderstands 64 angeordnet ist.
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Von
allen stark p-dotierten Abschnitten 21, 22, 23 und 24 des
Lateralwiderstands 64 ist der Abschnitt 21 der
der dritten Zündstufe
AG3 und dem n-dotierten Emitter 5 nächstgelegene Abschnitt. Diesem
stark p-dotierten Abschnitt 21 ist auf der der Zündeinrichtung
BOD zugewandten Seite ein p-dotierter Abschnitt 20 vorgelagert.
Dieser p-dotierte Abschnitt 20 weist eine Netto-p-Dotierstoffkonzentration auf,
die geringer ist als die Netto-p-Dotierstoffkonzentration des stark
p-dotierten Abschnitts 21, und größer als die Netto-p-Dotierstoffkonzentration
des dem Abschnitt 20 nächstgelegenen
Abschnitt 81 der schwach p-dotierten Abschnitte 81, 82, 83, 84.
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3 zeigt
einen möglichen
Verlauf der Netto-p-Dotierstoffkonzentration N(r1) in einer aus 2 ersichtlichen
und zur vertikalen Richtung v senkrechten Schnittebene B-B' in Abhängigkeit
von der lateralen Richtung r1. Die Netto-p-Dotierstoffkonzentration N(r1) weist
lokale Maxima M1, M3, M5 und M7 auf, von denen jeweils eines in
den stark p-dotierten Abschnitten 21, 22, 23 bzw. 24 angeordnet
ist. An den lokalen Maxima M1, M3, M5 und M7 besitzt die Netto-p-Dotierstoffkonzentration
N(r1) die Werte N1.
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In
den schwach p-dotierten Abschnitten 81, 82, 83 und 84 hingegen
weist die Netto-p-Dotierstoffkonzentration N(r1) lokale Minima M2,
M4, M6 bzw. M8 mit dem Wert N2 auf. Im Bereich
des vorgelagerten Abschnitts 20 besitzt die Netto-p-Dotierstoffkonzentration
N(r1) einen Wert, der kleiner ist als der Wert N1 im
Maximum M1 des Abschnitts 21, und größer als der Wert N2 im
Bereich des dem Abschnitt 21 in Richtung der Zündeinrichtung
BOD vorgelagerten Abschnitts 81. Die Netto-p-Dotierstoffkonzentration N(r1)
weist vorzugsweise über
einen Bereich von mindestens 50% der lateralen Ausdehnung des Abschnitts 20 einen
Wert auf, der größer ist
als 0,25·N1 + 0,75·N2 und
kleiner als 0,75·N1 + 0,25·N2,
d. h. die Netto-p-Dotierstoffkonzentration N(r1) liegt in der Schnittebene
B-B' gemäß 2 und
in der lateralen Richtung r1 an jeder Stelle des Abschnitts 20 in
einem Intervall, das symmetrisch ist zum Mittelwert 0,5·(N1 + N2) der Netto-p-Dotierstoffkonzentrationen N1, N2 im Maximum
M1 des Abschnitts 21 bzw. im Minimum M2 des Abschnitts 81,
und das eine Intervallbreite von 0,5·(N1 – N2) aufweist.
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Wie
aus 3 weiter ersichtlich ist, kann die Netto-p-Dotierstoffkonzentration
N(r1) an zumindest einer Stelle des vorgelagerten Abschnitts 20 einen positiven
Gradienten ∂NA/∂r1
aufweisen. Beispielsweise kann die Netto-p-Dotierstoffkonzentration N(r1)
in der lateralen Richtung r1 in dem gesamten vorgelagerten Abschnitt 20 ausgehend
von der der Zündeinrichtung
BOD zugewandten Seite des dritten Abschnitts 20 hin zu
der dem Hauptemitter 5 zugewandten Seite des dritten Abschnitts 20 monoton oder
streng monoton zunehmen.
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Alternativ
oder zusätzlich
zu einem positiven Gradienten ∂NA/∂r1
kann die Netto-p-Dotierstoffkonzentration N(r1) in dem vorgelagerten
Abschnitt 20 auch – bei
sonst gleichen Bedingungen – zumindest eine
Stelle mit einem negativen Gradienten ∂NA/∂r1 (4)
und/oder zumindest eine Stelle mit einem Gradienten ∂NA/∂r1
gleich Null (5), d. h. mit einer Horizontalstelle,
aufweisen. Der Betrag des Gradienten ∂NA/∂r1 kann
so gewählt
sein, dass er an jeder Stelle des vorgelagerten Abschnitts 20 kleiner
ist als ein vorgegebener Wert, z. B. kleiner als 1·1016 cm–3/μm, kleiner als z. B. 5·1015 cm–3/μm, oder kleiner als 1·1015 cm–3/μm.
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Die
Herstellung eines Lateralwiderstandes mit einem einen Gradienten ∂NA/∂r1
der Netto-p-Dotierstoffkonzentration N(r1) aufweisenden vorgelagerten
Abschnitt 20 kann durch Einbringen von Akzeptoren in den
Halbleiterkörper 1 unter
Verwendung einer strukturierten Maske 15 erfolgen, die – wie in 6 dargstellt – auf die
Vorderseite 13 des Halbleiterkörpers 1 aufgebracht
ist. Die Strukturierung der Maske ist so gewählt, dass der Akzeptoreintrag
in den Halbleiterkörper 1 in
Richtung der Hauptkathode zunimmt. Dies kann dadurch erreicht werden,
dass der mittlere Abstand benachbarter Öffnungen der Maske 15 zur
Zündeinrichtung
BOD hin zunimmt und/oder dass die mittlere Öffnungsfläche der Maske 15 zur
Zündeinrichtung
BOD hin abnimmt. Die Akzeptoren können nach dem Einbringen in
den Halbleiterkörper 1 mittels
eines thermischen Eintreibschrittes noch weiter in den Halbleiterkörper 1 eindiffundiert
werden. Dabei unterwandern die Akzeptoren die Maske 15 in
lateraler Richtung r1.
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Oberhalb
des vorgelagerten Abschnitts 20 besitzt die zu dessen Herstellung
verwendete Maske 15 eine in der lateralen Richtung r1 zunehmende Durchlässigkeit,
was bewirkt, dass der fertig gestellte Abschnitt 20 auf
seiner dem Hauptemitter zugewandten Seite eine höhere Netto-p-Dotierstoffkonzentration
besitzt als auf seiner der Zündeinrichtung
zugewandten Seite. Im Ergebnis weist die Netto-p-Dotierstoffkonzentration
N(r1) im Abschnitt 20 einen positiven Gradienten ∂NA/∂r1
auf, wie er z. B. in 3 dargestellt ist.
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In
entsprechender Weise lässt
sich auch ein vorgelagerter Abschnitt 20 mit einem negativen
Gradienten ∂NA/∂r1
erzeugen, wie er beispielsweise in 4 gezeigt
ist, indem eine Maske 15 mit einer in der lateralen Richtung
r1 abnehmenden Durchlässigkeit
verwendet wird.
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Die
in den 3 bis 5 dargestellte Länge d20
des Abschnitts 20, d. h. die Abmessung des Abschnitts 20 in
der lateralen Richtung r1, kann z. B. größer oder gleich 5 μm, oder größer oder
gleich der Länge
d22 des dem vorgelagerten Abschnitt 20 in Richtung der
Zündeinrichtung
BOD nächstgelegenen Abschnitts 22 gewählt werden.
Die Länge
d20 des vorgelagerten Abschnitts 20 kann des Weiteren größer oder
gleich sein dem Abstand t22 zwischen der Vorderseite 13 des
Halbleiterkörpers 1 und
der der Rückseite 14 zugewandten
Seite des stark p-dotierten Abschnitts 22. Im Sinne der
vorliegenden Erfindung erstrecken sich die stark p-dotierten Abschnitte 21, 22, 23, 24 in
der lateralen Richtung r1 jeweils von dem in der lateralen Richtung
r1 vor dem lokalen Maximum M1, M3, M5 bzw. M7 des betreffenden stark p-dotierten
Abschnitts 21, 22, 23 bzw. 24 gelegenen Wendepunkt
der Netto-Dotierstoffkonzentration N(r1) bis zu dem in der lateralen
Richtung r1 nach dem lokalen Maximum M1, M3, M5 bzw. M7 des betreffenden
stark p-dotierten Abschnitts 21, 22, 23 bzw. 24 gelegenen
Wendepunkt der Netto-Dotierstoffkonzentration N(r1).
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Entsprechend
erstrecken sich die schwach p-dotierten Abschnitte 81, 82, 83, 84 in
der lateralen Richtung r1 jeweils von dem in der lateralen Richtung r1
vor dem lokalen Minimum M2, M4, M6 bzw. M8 des betreffenden schwach
p-dotierten Abschnitts 81, 82, 83 bzw. 84 gelegenen
Wendepunkt der Netto-Dotierstoffkonzentration
N(r1) bis zu dem in der lateralen Richtung r1 nach dem lokalen Minimum
M2, M4, M6 bzw. M8 des betreffenden schwach p-dotierten Abschnitts 81, 82, 83 bzw. 84 gelegenen
Wendepunkt der Netto-Dotierstoffkonzentration N(r1).
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Der
vorgelagerte Abschnitt 20 erstreckt sich zwischen zwei
in der lateralen Richtung r1 voneinander beabstandeten Wendepunkten
der Netto-Dotierstoffkonzentration N(r1), wobei beide Wendepunkte in
der lateralen Richtung r1 auf derselben Seite des lokalen Maximums
M1 angeordnet sind. Die beiden Wendepunkte können in der lateralen Richtung
r1 benachbart sein, so dass kein weiterer Wendepunkte der Netto-Dotierstoffkonzentration
N(r1) zwischen ihnen liegt.
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Anstelle
oder zusätzlich
zu dem vorgelagerten Abschnitt 20 kann auch eine n-dotierte
Insel 30 vorgesehen sein, wie sie in 7 dargestellt
ist. Die n-dotierte Insel 30 ist in jeder lateralen Richtung
von dem dem Zündstufenemitter 53 und
dem dem n-dotierten Hauptemitter nächstgelegenen Abschnitt 21 der
stark p-dotierten Abschnitte 21, 22, 23 und 24 umgeben.
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Dies
wird in der Ansicht gemäß 8 deutlich,
die einen Horizontalschnitt durch den Zentralbereich des Thyristors
in einer in 7 dargestellten, zur vertikalen
Richtung v senkrechten Schnittebene C-C' zeigt. In dieser Ansicht ist erkennbar,
dass eine Anzahl n-dotierter Inseln 30 in azimutaler Richtung voneinander
beabstandet in dem stark p-dotierten Abschnitt 21 angeordnet
ist. Zur besseren Erkennbarkeit sind die Zündstufenemitter 51, 52, 53, 54 und die
stark p-dotierten Abschnitte 21, 22, 23, 24 unterschiedlich
dicht gepunktet dargestellt. Wie aus dieser Ansicht ebenfalls hervorgeht,
kann der Halbleiterkörper 1 optional
zumindest im Bereich der Zündeinrichtung
BOD und der Zündstufen
mit Ausnahme der n-dotierten
Inseln 30 rotationssymmetrisch um die durch die Zündeinrichtung
BOD in der vertikalen Richtung v verlaufende, aus 1 ersichtliche
Rotationsachse A-A' ausgebildet
sein. Bei einem solchen rotationssymmetrischen Aufbau sind die Zündstufenemitter 51, 52, 53, 54,
sowie die stark p-dotierten Abschnitte 21, 22, 23 und 24 ringförmig aufgebaut und
weisen in allen zur vertikalen Richtung v senkrechten Schnittebenen
kreisringförmige
Schnittflächen
auf. Die n-dotierten
Inseln 30 können
insbesondere äquidistant
voneinander beabstandet in demselben Abschnitt 21 der stark
p-dotierten Abschnitte 21, 22, 23, 24 angeordnet
sein.
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9 zeigt
einen vertikalen Schnitt durch einen Abschnitt 12'', der bei einem Thyristor gemäß 1 anstelle
des in den 2 und 6 dargestellten
Abschnitts 11 bzw. 12 bzw. anstelle des in 7 dargestellten
Abschnitts 12' vorgesehen
sein kann. Abweichend von den Abschnitten 11 und 12 gemäß den 2 und 6 bzw. 12' gemäß 7 können der
vorgelagerte Abschnitt 20 und der dem Zündstufenemitter 53 und
dem n-dotierten Hauptemitter nächstgelegene
Abschnitt 21 der stark p-dotierten Abschnitte 21, 22, 23, 24 des
Lateralwiderstands 64 auch voneinander beabstandet sein,
was beispielhaft in 9 gezeigt ist. Zwischen den
Abschnitten 21 und 20 befindet sich ein schwach
p-dotierter Abschnitt 80 der p-dotierten Basis 6, dessen Netto-p-Dotierstoffkonzentration kleiner
ist als die Netto-p-Dotierstoffkonzentration sowohl des Abschnitts 21 als
auch des diesem Abschnitt 21 vorgelagerten Abschnitts 20.
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Wie
weiter in 10 anhand eines dem Abschnitt 12'' gemäß 9 entsprechenden
Abschnitt 12''' gezeigt ist, können in dem von dem Abschnitt 20 beabstandeten
stark p-dotierten Abschnitt 21 eine oder mehrere n-dotierte
Inseln 30 angeordnet und in jeder lateralen Richtung von
dem stark p-dotierten Abschnitt 21 umgeben sein. Analog
zu der Darstellung gemäß 8 können die
n-dotierten Inseln 30 in azimutaler Richtung, beispielsweise äquidistant,
voneinander beabstandet in demselben Abschnitt 21 der stark
p-dotierten Abschnitte 21, 22, 23, 24 des
Lateralwiderstandes angeordnet sein.
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In 11 sind
die transiente Strom-Spannungs-Kennlinie 92 eines erfindungsgemäßen Lateralwiderstandes
und die transiente Strom-Spannungs-Kennlinie 91 eines herkömmlichen
Lateralwiderstandes einander gegenübergestellt. Übersteigt bei
dem herkömmlichen
Lateralwiderstand, die am Lateralwiderstand auftretende Spannung
einen Wert von etwa 1500 Volt, so kommt es dort in dem dem Hauptemitter
zugewandten Bereich des Lateralwiderstandes bedingt durch eine hohe
Löcherkonzentration
zu einem starken Anstieg des elektrischen Feldes und damit verbunden
zu einer signifikanten Lawinenmultiplikation der Ladungsträger. Die
dabei entstehenden freien Elektronen führen im Inneren des Widerstandsbereiches
zu einer Reduktion der elektrischen Feldstärke. Erstreckt sich der Bereich,
in dem die elektrische Feldstärke
auf diese Weise reduziert wird, über
ein hinreichend großes
Gebiet, so kann das Gesamtintegral über die elektrische Feldverteilung
längs des
Lateralwiderstandes in lateraler Richtung, d. h. die über dem
Lateralwiderstand abfallende Spannung, absinken, obwohl das elektrische
Feld in dem dem Hauptemitter zugewandten Bereich des Lateralwiderstands
angestiegen ist. Als Folge bildet sich ein negativ differentieller
Widerstand der transienten Strom-Spannungs-Kennlinie
aus, der typischerweise zu einer Stromfi lamentierung und im ungünstigen
Fall zu einer Schädigung
des Lateralwiderstandes führt.
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Demgegenüber wird
bei einem erfindungsgemäßen Lateralwiderstand
die an dem Lateralwiderstand abfallende Spannung wirkungsvoll begrenzt und
ein negativ differentieller Widerstand vermieden.
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Die
vorliegende Erfindung wurde beispielhaft anhand verschiedener Ausgestaltungen
eines Thyristors mit vier Zündstufen
AG1, AG2, AG3, AG4 insbesondere im Bereich eines zwischen der zweiten AG2
und der dritten AG3 Zündstufe
angeordneten Lateralwiderstandes 64 erläutert. Alternativ oder zusätzlich zu
einem solchen Lateralwiderstand 64 kann ein entsprechend
aufgebauter Lateralwiderstand auch zwischen zwei anderen benachbarten
Zündstufen
AG1/AG2, AG3/AG4 und/oder zwischen der Zündeinrichtung BOD und der ersten
Zündstufe
AG1, und/oder zwischen dem Hauptemitter 5 und dem dem Hauptemitter 5 nächstgelegenen
Abschnitt 21 der stark p-dotierten Abschnitte 21, 22, 23, 24 des Lateralwiderstandes 64 angeordnet
sein. Weiterhin muss der Thyristor nicht notwendigerweise vier Zündstufen
AG1, AG2, AG3, AG4 aufweisen. Ebenso können nur eine, zwei, drei oder
auch mehr als vier Zündstufen
vorgesehen sein. Es können
auch zwei oder mehrere dieser Widerstände zwischen den drei oder
mehreren Zündstufen
vorgesehen werden.
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Weiterhin
weist der in den vorangehenden Beispielen gezeigte Lateralwiderstand 64 vier
stark p-dotierte Abschnitte 21, 22, 23, 24 auf.
Ebenso kann ein solcher Lateralwiderstand 64 jedoch nur
eine, zwei, drei oder mehr als vier derartige stark p-dotierte Abschnitte 21, 22, 23, 24 umfassen.
Abweichend von den vorangehenden Beispielen muss die Netto-p-Dotierstoffkonzentration
N(r1) in den Maxima M1, M3, M5, M7 der stark p-dotierten Abschnitte 21, 22, 23, 24 des
Lateralwiderstandes 64 nicht identische Werte N1 aufweisen. Ebenso muss die Netto-p-Dotierstoffkonzentration
N(r1) in den Minima M2, M4, M6, M8 der schwach p-dotierten Abschnitte 81, 82, 83, 84 des
La teralwiderstandes 64 nicht identische Werte N2 aufweisen. Allerdings können die Werte für die Netto-p-Dotierstoffkonzentration
N(r1) so gewählt
werden, dass die größte der
in den Minima M2, M4, M6, M8 aller schwach p-dotierten Abschnitte
des Lateralwiderstandes vorliegenden Netto-p-Dotierstoffkonzentrationen
kleiner ist als die kleinste aller in den Maxima M1, M3, M5, M7
des Lateralwiderstandes vorliegenden Netto-p-Dotierstoffkonzentrationen.
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Anstelle
oder zusätzlich
zu der als lichtzündbaren
Durchbruchsdiode ausgebildeten Zündeinrichtung
kann auch noch eine als Gateelektrode ausgebildete Zündeinrichtung
vorgesehen sein, die die Vorderseite des Halbleiterkörpers kontaktiert.
Ein Lateralwiderstand kann dann zwischen der Durchbruchsdiode – sofern
eine solche vorgesehen ist – und
der Gateelektrode und/oder zwischen der Gateelektrode und dem Hauptemitter
angeordnet sein.
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12 zeigt
einen Querschnitt durch einen Abschnitt eines Thyristors, dessen
Grundaufbau dem des in 1 gezeigten Thyristors entspricht.
Im Unterschied zu diesem weist der Thyristor gemäß 12 beispielhaft
nur zwei Zündstufen
AG1 und AG2 auf. Abweichend davon kann der Thyristor jedoch auch
keine, eine, drei, vier oder mehr Zündstufen besitzen. Ein dem
Lateralwiderstand 64 gemäß 1 entsprechender
Lateralwiderstand wird bei dem Thyristor gemäß 12 nicht
erläutert,
kann aber optional zwischen beliebigen benachbarten Zündstufen
AG1, AG2 bzw. zwischen der äußersten Zündstufe
AG2 und dem Hauptkathodenbereich HK vorgesehen sein.
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Der
Thyristor umfasst einen Halbleiterkörper 1, in dem in
einer vertikalen Richtung v ausgehend von einer Rückseite 14 hin
zu einer Vorderseite 13 eine p-dotierte Emitterzone 8 (p-dotierter Emitter), eine
n-dotierte Basiszone 7 (n-dotierte Basis), eine p-dotierte
Basiszone 6 (p-dotierte Basis) und eine n-dotierte Emitterzone 5 (n-dotierter
Hauptemitter) aufeinanderfolgend angeordnet sind. Kathodenseitig ist
eine An zahl p-dotierter Kurzschlusszonen 69 (”Kathodenkurzschlüsse”) angeordnet,
die ausgehend von der p-dotierten Basis 6 den an die p-dotierte
Basis 6 angrenzenden n-dotierten Emitter 5 durchdringen.
Entsprechend weist der Thyristor anodenseitig eine Anzahl n-dotierter
Kurzschlusszonen 79 (”Anodenkurzschlüsse”) auf,
die ausgehend von der n-dotierten Basis 7 den an die n-dotierte
Basis 7 angrenzenden p-dotierten Emitter 8 durchdringen.
Abweichend vom dem in 12 dargestellten Thyristor können auch
nur Anodenkurzschlüsse 79 oder
nur Kathodenkurzschlüsse 69 vorgesehen
sein. Solche Anodenkurzschlüsse 79 bzw.
Kathodenkurzschlüsse bilden
eine Widerstandsstruktur mit einem von der darin herrschenden Stromdichte
abhängigen
elektrischen Widerstand.
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Die
Anodenkurzschlüsse 79 und
die Kathodenkurzschlüsse 69 können inselartig
in den jeweiligen Emitter 8 bzw. 5 eingebettet
und über
die Fläche des
jeweiligen Emitters 8 bzw. 5 verteilt sein. Alternativ
zu einer inselartigen Ausgestaltung mit einer Vielzahl voneinander
beabstandeten Anodenkurzschlüssen 79 bzw.
Kathodenkurzschlüssen 69 können diese
auch netzartig ausgebildet sein und den jeweiligen Emitter netzartig
durchsetzen, so dass ein zusammenhängendes Netz ausreichen kann.
Selbstverständlich
können
auch mehrere Teilnetze vorgesehen sein. Ebenso können eine netzartige Struktur und
eine inselartige Struktur auch gemeinsam miteinander eingesetzt
werden. Wesentlich ist in jedem Fall, dass solche Kurzschlussstrukturen 69, 79 ausreichend
dicht in dem jeweiligen Emitter angeordnet sind.
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Die
Dotierung der Kathodenkurzschlüsse 69 ist
in einer vergrößerten Ansicht
gemäß 13 anhand
eines einzelnen Kathodenkurzschlusses 69 gezeigt. Hierbei
ist zu erkennen, dass sich der Kathodenkurzschluss 69 in
der vertikalen Richtung v bis in die Tiefe t69 des n-dotierten Emitters 5 erstreckt.
Der Kathodenkurzschluss 69 weist einen ersten Abschnitt 66 und
einen zwischen dem ersten Abschnitt 66 und der p-dotierten Basis 6 angeordneten
zweiten Abschnitt 67 auf. Die Netto-Dotierstoffkonzentration p67
des zweiten Abschnitts 67 ist schwächer gewählt als die Netto-Dotierstoffkonzentration
p66 des ersten Abschnitts 66.
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Die
Herstellung solcher in den n-dotierten Emitter 5 eingebetteter
Kathodenkurzschlüsse 69 kann
beispielsweise ausgehend von einem Halbleitersubstrat erfolgen,
welches eine schwach n-dotierte Schicht aufweist, die sich bis an
die Vorderseite 13 des Halbleiterkörpers 1 erstreckt.
Davon ausgehend kann in dem Halbleiterkörper 1 ein p-dotierter
Abschnitt erzeugt werden, der sich ausgehend von der Vorderseite 13 in
entgegen der vertikalen Richtung v in den Halbleiterkörper 1 hinein
erstreckt und der mit einem verbleibenden Abschnitt der schwach
n-dotierten Schicht den späteren
pn-Übergang
zwischen der p-dotierten Basis und der n-dotierten Basis bildet.
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Die
Herstellung einer solchen p-dotierten Abschnitts kann beispielsweise
durch eine zweistufige Aluminiumbelegung mit einem jeweils auf die
Belegung folgenden thermischen Eintreibschritt erfolgen. Der so
erzeugte, p-dotierte Abschnitt weist dann eine Ausdiffusionsform
auf.
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Mittels
einer nachfolgenden Anhebung der p-Dotierung in einem vorderseitigen
Abschnitt des Halbleiterkörpers 1 kann
dann eine Schicht erzeugt werden, die später die ersten Abschnitte 66 der
Kathodenkurzschlüsse 69 bildet.
Diese Anhebung kann z. B. durch Dotierung mit einem Akzeptor erfolgen. Wird
hierzu ein Akzeptor verwendet der, wie z. B. Indium bei einem Halbleiterkörper mit
dem Grundmaterial Silizium, ein tiefes Energieniveau aufweist, so verringert
sich der elektrische Widerstand der Kathodenkurzschlüsse 69 vorteilhafter
Weise mit zunehmender Temperatur.
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Danach
kann der n-dotierte Emitter 5 durch eine vorderseitige,
maskierte n-Dotierung, bei einem Halbleiterkörper mit dem Grundmaterial
Silizium z. B. mit Phosphor oder Arsen, erzeugt werden.
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Korrespondierend
zu 13 zeigt 14 die
Dotierungsverhältnisse
bei den Anodenkurzschlüssen 79,
welche sich in der vertikalen Richtung v bis in die Tiefe t79 des
p-dotierten Emitters 8 erstreckten. Ein Anodenkurzschluss 79 weist
einen ersten Abschnitt 76 und einen zwischen dem ersten Abschnitt 76 und
der n-dotierten Basis 7 angeordneten zweiten Abschnitt 77 auf.
Die Netto-Dotierstoffkonzentration n77 des zweiten Abschnitts 77 ist schwächer gewählt als
die Netto-Dotierstoffkonzentration
n76 des ersten Abschnitts 76.
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Durch
die erläuterte
Ausgestaltung der ersten Abschnitte 66 bzw. 76 kann
erreicht werden, dass die Kathodenkurzschlüsse 69 bzw. die Anodenkurzschlüsse 79 bei
einem geringen die jeweiligen Kurzschlüsse 69 bzw. 79 durchfließenden Strom
I1 einen elektrischen Widerstand R1 aufweisen, der geringer ist
als ihr elektrischer Widerstand R2 bei einem höheren Strom I2. Ursache hierfür ist das
sich mit zunehmendem Strom in den zweiten Abschnitten 67 bzw. 77 aufgrund
der Raumladung ausbildende, starke elektrische Feld.
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Die
Netto-Dotierstoffkonzentration der zweiten Abschnitte 67 der
Kathodenkurzschlüsse 69 und/oder
der zweiten Abschnitte 77 der Anodenkurzschlüsse 79 kann
beispielsweise 1013 cm–3 bis
1015 cm–3 betragen.
Weiterhin kann der elektrische Widerstand der kathodenseitigen Kurzschlusszonen 69 und/oder
der anodenseitigen Kurzschlusszonen 79 in Bezug auf den
die jeweiligen Kurzschlusszonen 69, 79 durchfließenden Strom
einen Gradienten dI/dR aufweisen.
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In
den vorangehenden Beispielen wurde die Erfindung anhand eines stark
p-dotierten Abschnitts 21 erläutert, dem ein schwächer p-dotierter
Abschnitt 20 vorgelagert ist. Grundsätzlich kann eine Widerstandsstruktur
jedoch auch zwei oder mehr stark p-dotierte Abschnitte aufweise,
denen jeweils ein schwächer
p-dotierter Abschnitt vorgelagert ist. Als Beispiel hierzu zeigt 16 eine
alternative Ausgestaltung des Ab schnitts 11 des Thyristors
gemäß 1, 17 den zugehörigen einen Verlauf der Netto-p-Dotierstoffkonzentration
in einer in 16 dargestellten Schnittebene
D-D' in Abhängigkeit
von der lateralen Richtung r1.
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Wie
in 16 zu sehen ist, kann eine Widerstandsstruktur 64 abweichend
von den in den 1 bis 5 gezeigten
Anordnungen nicht nur einen stark p-dotierten Abschnitt 21 aufweisen,
dem ein schwächer
dotierter Abschnitt 20 vorgelagert ist, vielmehr können insgesamt
zwei, drei, vier oder mehr stark p-dotierte Abschnitte 21, 22, 23, 24 vorgesehen sein,
wobei den stark p-dotierte Abschnitten 22, 23, 24 jeweils
ein Abschnitt 20' vorgelagert
sein, der schwächer
dotiert ist als der betreffende stark p-dotierte Abschnitt 22, 23, 24.
Für Ausgestaltung
eines jeden der schwächer
dotierten Abschnitte 20' gelten dieselben
Kriterien und Merkmale wie für
den anhand der vorangehenden Beispiele erläuterten schwächer dotierten
Abschnitt 20. Soweit bestimmte Merkmale des Abschnitts 20 von
der Ausgestaltung des zugehörigen
stark p-dotierten
Abschnitts 21 abhängen, gelten
die entsprechenden Merkmale für
die schwächer
dotierten Abschnitte 20' in
gleicher Weise, wobei an die Stelle des stark p-dotierten Abschnitts 21 der jeweilige
stark p-dotierte Abschnitt 22, 23, 24 tritt, dem
der jeweilige schwächer
dotierte Abschnitt 20' vorgelagert
ist. Die Längen
d20', die die schwächer dotierten
Abschnitte 20' in
der lateralen Richtung r1 aufweisen, treten an die Stelle der in
den vorangehenden Beispielen erläuterten
Länge d20.
Entsprechend treten die Längen
d22, d23 bzw. d24 der betreffende stark p-dotierten Abschnitte 22, 23, 24 an die
Stelle der in den vorangehenden Beispielen erläuterten Länge d21.
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Grundsätzlich können zwei,
mehrere oder ein jeder der vorgelagerten, schwächer dotierten Abschnitte 20 mit 20' hinsichtlich
ihres Verlaufs der Netto-p-Dotierstoffkonzentration in der lateralen
Richtung r1 identisch ausgestaltet sein, was jedoch nicht zwingend
erforderlich ist.
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Im
Fall von wenigstens zwei schwächer
dotierten Abschnitten 20, 20' sind diese in der lateralen Richtung
r1 aufeinander folgend angeordnet, wobei sich jeweils zwischen zwei
benachbarten der schwächer
dotierten Abschnitte 20, 20' einer der stark p-dotierten Abschnitte 81, 82, 83, 84 befindet.
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Bei
dem in 16 gezeigten Beispiel weist die
Netto-p-Dotierstoffkonzentration
N(r1) in der lateralen Richtung r1 im Bereich eines jeden der vorgelagerten
Abschnitte 20, 20' eine
Horizontalstelle auf, wie dies anhand von 5 näher erläutert wurde. Abweichend
davon kann die Netto-p-Dotierstoffkonzentration N(r1) in der lateralen
Richtung r1 im Bereich genau eines, mehrerer oder eines jeden der vorgelagerten
Abschnitte 20, 20' jeweils
an zumindest einer Stelle einen positiven Gradienten ∂NA/∂r1 aufweisen,
wie dies anhand von 3 erläutert wurde. Ebenso kann die
Netto-p-Dotierstoffkonzentration N(r1) in der lateralen Richtung
r1 im Bereich genau eines, mehrerer oder eines jeden der vorgelagerten
Abschnitte 20, 20' jeweils
an zumindest einer Stelle einen negativen Gradienten ∂NA/∂r1
aufweisen, wie dies anhand von 4 erläutert wurde.
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Die
vorangehenden, anhand der Figuren erläuterten Ausführungsbeispiele
beziehen sich jeweils auf einen Thyristor. Die Erfindung ist jedoch
nicht auf einen Thyristor beschränkt.
Sie kann vielmehr auch bei Widerstandsstrukturen in anderen Halbleiterbauelementen,
z. B. bei Dioden, eingesetzt werden. Innerhalb eines Bauelements
können
auch mehrere Widerstandsstrukturen miteinander kombiniert werden.
Zum Beispiel ist es möglich,
eine als Lateralwiderstand ausgebildete Widerstandsstruktur, wie
sie anhand der 1 bis 11 erläutert wurde,
mit einer oder mehreren als Kurzschlussstrukturen ausgebildeten
Widerstandsstrukturen, wie sie anhand der 12 bis 14 erläutert wurden,
innerhalb eines Halbleiterbauelements miteinander zu kombinieren.