-
Die
Erfindung betrifft Glasfassaden mit Festverglasungen als Außenscheiben
gemäß dem Oberbegriff
des Hauptanspruches 1.
-
Es
ist bekannt, Ganzglasfassaden linienförmig oder durch Anpressleisten
oder punktförmig
zu halten. Die Vertikallasten werden immer über eine untere horizontale
Traverse oder Rahmenteile abgetragen, wobei die Außenscheibe – als Einfachverglasung
oder als Isolierglas – mit
der unteren Glaskante direkt oder über Holz oder Kunststoffklötzchen im Rahmen
aufsitzt. Der Nachteil und Schwachpunkt derartiger Fassaden ist
der hohe Fugenanteil, der sich aus der Kantenlänge der einzelnen Scheiben
ermittelt und bereits bei einer nur 100 m2 großen Fassade
und 1 m2 großen Scheiben 4.000 Laufmeter trägt. Diese
langen Fugen erfordern Dichtungen, die jedoch immer der Gefahr der
Undichtigkeit, besonders in der unteren Lagerfuge, unterliegen.
Problem der Fugen ist das Risiko von kapillaren Wassereinläufen in
den Glasfalz. Im Glasfalz bildet sich aufgrund der Umweltbelastung
ein chemischer Sumpf, der die Dichtstoffe des Isolierglases angreift
und zur Zerstörung
des Randverbundes führen
kann.
-
So
genannte ,structural glazing'-Fassaden zeichnen
sich dadurch aus, dass die Außenscheiben entweder
nur durch Klebung oder zumindest in Bereichen der vertikalen und/oder
horizontalen Stoßfugen durch
Silikon abgedichtet sind. Auch hier sitzt die Scheibe über die
untere Glaskante auf einer Tragkonstruktion auf. Der technische
und gestalterische Vorteil der Silikonfugen liegt in der Flächenbündigkeit mit
den Glasscheiben, die einen Selbstreinigungseffekt durch den Ablauf
von Regenwasser erlaubt und Schmutzablagerungen auf sonst vorhandenen
Deckleisten und Dichtungsprofilen verhindert. Dennoch liegen diese
Fugen im Bereich der Sonneneinstrahlung und des Wind- und Regenanfalls,
müssen
gewartet werden, können
reißen
und gewährleisten
keinen dauerhaft garantierten Schutz.
-
Problematisch
bei ,structural glazing'-Fassaden
ist die Halterung der Außenscheiben
gegen Winddruck, Windsog und Eigenlasten, besonders dann, wenn eine
gute Wärmedämmung der
Profilkonstruktion erforderlich ist. Es geht bei allen bekannten
Metallkonstruktionen immer darum, Wärmebrücken gerade im Bereich krafteinleitender,
metallischer Bauteile zu verhindern, insbesondere bei Verankerungen
gegen Sogkräfte
in der Fassade.
-
Holzunterkonstruktionen
bieten hier Vorteile, da diese schlechte Wärmeleiter sind. Verankerungen in
Form von Verschraubungen können
direkt in die Holzunterkonstruktion eingebracht werden. Holz wird jedoch
bei großen – zum Beispiel
Hochhausfassaden – nie
verwendet, da die Gefahr der Verrottung bei Feuchteanfall infolge
Undichtigkeit in Fugen und bei Kondensatanfall besteht. Um die Vorteile
von Holzkonstruktionen unter Gesichtspunkten der Wärmedämmung, Ökologie
und Kosten gerade bei großen Hochhausfassaden
nutzen zu können,
werden besondere Maßnahmen
erforderlich, das Holz vor Feuchtigkeit und Witterungsanfall zu
schützen.
-
Von
Verglasungen von Einzelfenstern ist bekannt, die Flügelrahmenkonstruktionen
mit einer Außenscheibe
aus vierseitigem Stufenisolierglas zu überlappen, so dass von außen nur
die äußere Scheibe
zu sehen und der Fensterflügelrahmen selbst
verdeckt ist. Das an der Außenscheibe
ablaufende Regenwasser muß dann
jedoch innerhalb der Fassade entwässert werden. Der Nachteil
ist, dass sich nach wie vor offene Fugen in der Fassade ergeben.
Das Stufenisolierglas dient zwar dem Schutz des Flügelrahmens
selbst, nicht jedoch der tra genden Konstruktion der Fassade. Derartige
Flügelrahmenverglasungen
sind nicht für
großflächige Glasfassaden
geeignet.
-
Aus
Glasdachbauten sind ebenfalls Stufenisoliergläser bekannt, bei denen im Traufbereich
die äußere Scheibe über die
Unterkonstruktion auskragt und diese vor ablaufendem Regenwasser
schützt. Hierbei
handelt es sich zum Beispiel um eine so genannte Zwei-Sprossen-Verglasung,
wobei die Lasten wie Windlasten und Eigengewicht über die
Sparren abgetragen werden.
-
,Structural
glazing'-Fassaden
werden im Allgemeinen durch eine Pfosten-Riegel-Konstruktion gehalten, wobei
meist die Pfosten an der Geschoßdecke
verankert werden und die Riegel kraftschlüssig in die Pfosten eingebunden
sind. Dies ist sehr aufwendig, zumal die Lasten vom Riegel in die
Pfosten umgeleitet werden müssen.
-
Die
Erfindung hat sich zur Aufgabe gestellt, eine großflächige ,structural
glazing'-Fassade
zu entwickeln, die eine Vielzahl von Einzelscheiben zu einer großen Glasfläche einer
Fassade vereint, wobei es primär
darum geht, die dauerhafte Dichtigkeit der unteren horizontalen
Fugen zu gewährleisten.
Neben Stahl, Aluminium oder Kunststoff soll insbesondere die Verwendung
von schlecht wärmeleitenden
Materialien wie z. B. Holz ermöglicht
werden, ohne dass wartungsintensive, der Witterung ausgesetzte Lagerfugen
entstehen. Die Aufgabe ist, die Unterkonstruktionen selbst durch
die Verglasung zu schützen
und den horizontalen Fugenanteil zu reduzieren bzw. die Glasfassade
von Fugen, die der direkten Witterung ausgesetzt sind, soweit möglich, vollständig zu
befreien, um eine dauerhaft dichte Fassade zu errichten. Die Aufgabe
ist, so zu konstruieren, dass mindestens die horizontalen, durch
ablaufendes Wasser am stärksten
belasteten Fugen unter langjähriger
Bewitterung der Fassade nicht altern.
-
Die
Aufgabe besteht zusätzlich
darin, gleichzeitig die statische Lastabtragung der Außenscheiben
in das Gebäude
zu sichern.
-
Diese
Kombinationsaufgabe wird gelöst
gemäß dem kennzeichnenden
Teil des Hauptanspruches.
-
Der
Vorteil der Erfindung ist erstens die Überlappung der horizontalen,
traversalen Unterkonstruktion durch die fest verglasten Außenscheiben und
damit
- – Schutz
der horizontalen Fugen vor Außenbewitterung.
- – garantierter
Schutz der Unterkonstruktion vor Außenfeuchte – auch bei undichten Fugen,
- – Verzicht
auf Spritzsilikon im unteren horizontalen Fugenbereich
- – Verzicht
auf schwierige Versiegelungsarbeiten an der Hochhausfassade,
- – die
Möglichkeit,
Holz als tragfähigen
und wärmedämmenden
sowie ökologisch
wertvollen Baustoff einsetzen zu können.
-
Die
Summe dieser Vorteile bautechnischer Art resultiert in weiteren
Vorteilen wie
- – vollständige Wartungsfreiheit der
unteren, sonst stark belasteten Fugen,
- – starker
Vereinfachung am Bau durch Wegfall von Versiegelungsarbeiten,
- – starke
Vereinfachung der Fassadenkonstruktion durch Vermeidung von Wärmebrücken im
Bereich der Verschraubung.
-
Weiterer
Vorteil ist die Krafteinleitung der vertikalen Eigenlasten der Außenscheibe über das traversale
Glasauflager direkt in die Geschoßdecke über Rahmenteile oder Schienen,
die rückseitig
mit der Außenscheibe
verklebt sind. Dies macht sonst übliche
Pfosten völlig
entbehrlich – es
erspart nicht nur Material, sondern eröffnet die Möglichkeit, insgesamt schlanker
zu konstruieren. Die Außenscheiben bzw.
die Isolierglasscheiben können
im Bereich der vertikalen Stöße stumpf
gestoßen
werden, ohne diese durch einen Pfosten zu hinterlegen. Die Lasten werden
nicht mehr über
den Umweg der Pfosten, sondern unmittelbar auf das traversale, horizontale Glasauflager
und über
dieses in die Decke eingeleitet. Die Lastabtragung der Außenscheibe
erfolgt bei Isolierglas über
die innere Scheibe über
den Abstandhalterrahmen. Die Klebung des Isolierglasrandverbundes
und die Abstandhalterrahmen übernimmt im
Sinne der erfindung die Lastübertragung
auf die innere Scheibe, die ihrerseits auf das traversale Glasauflager
abgesetzt wird. Die inneren Scheiben der Isoliergläser werden über Abstandhalterrahmen gehalten,
die zur Innen- und zur Außenscheibe
geklebt sind. Die Lastaufnahme des Eigengewichtes der Außenscheibe
erfolgt primär über die
vertikalen Rahmenteile. Primär
die Klebung der vertikalen Rahmenteile übernehmen die auftretenden
Scherkräfte. Die
Erfindung ist daher im Wesentlichen auf solche Fassaden anwendbar,
bei denen die Scheiben Hochformate haben, um die auftretenden Scherkräfte aufnehmen
zu können.
-
Sollte
Isolierglas nicht eingesetzt werden, wird auf die Innenseite der
Außenscheibe
ein Rahmen aufgeklebt, der auf das traversale Glaslager abgesetzt
wird. Die Lastaufnahme der Eigengewichte der Außenscheibe erfolgt primär durch
die aufgeklebten vertikalen Rahmenteile, die die in der Klebung entstehenden
Scherkräfte
aufnehmen.
-
Der
wesentliche Erfindungsgedanke ist also – neben dem Schutz der horizontalen
unteren Fuge – die
Lastabtragung der Außenscheibe über vertikale, aufge klebte
Rahmenteile, die die entstehenden, großen Scherkräfte aufnehmen können.
-
Außerdem muß – auch das
ist Teil des Erfindungsgedankens – die Außenscheibe so befestigt, verankert
bzw. abgedichtet sein, dass diese im Fall von Glasbruch von außen aus-
und eingebaut werden kann. Da die Scheibe nur unten auf dem traversalen
Glaslager aufsitzt, kann diese bei Ein- und Ausbau nach außen ,ausgekippt' werden.
-
Unter
traversalem Glasauflager ist die gesamte Konstruktion, die die vertikalen
Eigenlasten der Glasscheiben in die Deckenkonstruktion ableitet, zu
verstehen. Zum Glasauflager gehören
auch die Glasklötzchen,
auf denen das Glas abgestellt wird, aber auch sonstige Leisten und
Profile, Stahl- oder Holzplatten, die Last aufnehmend und Last abtragend
bzw. in die Decke Last übertragend
wirken.
-
Glasauflager
können
aus Holz, Stahl, Aluminium, Kunststoff oder auch aus Verbundmaterialien bestehen.
Besonders vorteilhaft ist, die innere Scheibe des Isolierglases
bzw. horizontale, aufgeklebte Rahmenteile auf eine weiche Kunststoffdichtung,
z. B. EPDM abzusetzen, wodurch die Fuge infolge Eigengewicht der
Scheibe in weiche Auflager abgedichtet ist.
-
Weitere
Vorteile werden anhand der Figuren erläutert.
-
1 zeigt
den Schnitt durch eine Geschoßdecke 10 mit
der Außenscheibe 11 eines
oberen Geschosses und der Außenscheibe 12 eines
unteren Geschosses. Die Außenscheibe 11 besteht
aus einem Zweischeiben-Stufenisolierglas mit einer die Auflagerkonstruktion 15 überlappenden äußeren Glasscheibe 13 und
einer kleineren Innenglasscheibe 14, die über Klötze 16 auf
dem Glasauflager, einer Holztraverse 15 abgesetzt ist.
Das Eigengewicht der überlappenden äußeren Glasscheibe 12 wird über die
Klebung des Abstandhalterprofils auf die innere Glasscheibe 14 und über Auflagerklötzchen 16 in
die horizontale Traverse eingeleitet.
-
Die
Holztraverse als Glasauflager 15 besteht zum Beispiel aus
einer horizontalen Bohle, die aus einem Schichtholz hergestellt
ist und die auf die Decke 10 aufgelagert und über eine
Halfenschiene 17 mit der Decke 10 verankert ist.
Durch die Überlappung der äußeren Außenscheiben 13 ist
das Glasauflager aus Holz geschützt,
außen
auftreffendes Regenwasser tropft an der unteren Scheibenkante ab,
ohne dass das Wasser je mit der Holztraverse 15 oder einer
horizontalen Fuge in Berührung
kommt. Die horizontale Fuge 18 ist witterungsgeschützt. Sinnvollerweise
wird die Bodenfuge im Bereich der Klotzung 16 mit Silikon
ausgespritzt, so dass eine Winddichtigkeit der Fassade hergestellt
ist. In diesem Fall ist es noch nicht einmal notwendig, die Außenscheibe 13 im
unteren Bereich abzudichten. Es ist jedoch sinnvoll, die Scheibe
gegen eine vertikale Anpressdichtung zu drücken, die in die Fuge 18 eingebracht
ist. Diese Anpressdichtung kann eine Trockendichtung, zum Beispiel
aus Schaumbad oder zum Beispiel aus EPDM sein. Die untere Kante
der Scheibe 38 bildet eine Tropfkante.
-
Sinnvoll
ist es, anstelle der Klötze 16 eine
lineare EPDM Auflagerdichtung oder einen anderen weichen Kunststoff über das
gesamte Glasauflager zu führen,
in das sich die innere Scheibe 14 eindrückt und somit automatisch dichtet.
-
Die
Außenscheibe 11 ist
gegenüber
Windsog durch eine Verschraubung 19 gesichert, die zum Beispiel
in der Fuge zwischen zwei nebeneinander stehenden Scheiben in die
Holzunterkonstruktion eingebracht wird. Über eine Unterlegscheibe 20 werden
beide Scheiben gehalten. Hier zeigt sich der weitere Vorteil der
Erfindung. Mit einer metallischen Verschraubung in das statisch
tragfähige
Glasauflager aus Holz kann die Scheibe gegen Sog gesichert werden,
ohne dass eine Wärmebrücke entsteht.
-
Gegenüber Winddruck
ist die Scheibe durch ein U- oder Winkelprofil 21 auf der
Innenseite zusätzlich
gesichert. Dieses wird sinnvoller Weise als U-Profil ausgeführt, um
eventuell ablaufendes Schwitzwasser auffangen zu können. Zwischen
dem U-Profil 21 und der inneren Glasscheibe 14 ergibt sich
eine Fuge, die durch ein geschäumtes
Vorlageband 22 und/oder durch Einbringen von Silikon versiegelt
ist. Der anschließende
Fußboden
ist zum Beispiel als schwimmender Estrich ausgeführt und besteht aus einer Styroportrittschalldämmung 24,
einem Estrich 25 und einem Bodenbelag 26.
-
Der
obere Fensterbereich wird analog zum Fußpunkt ausgebildet. Die Unterkonstruktion 15 kann
beispielsweise als Holzrahmen ausgebildet werden, in den die Außenscheibe
als Stufenisolierglas eingelegt ist. Die Sicherung gegenüber Windsog erfolgt
durch eine Verschraubung 30, analog der Verschraubung 19 am
Fußpunkt.
Die Außenscheiben könnten allerdings
auch als Einfachverglasung in den Holzrahmen eingelegt sein, wie
dies in 1.1 zu sehen ist. In diesem
Fall könnte
beispielsweise ein Aluminiumprofil 31 über die Außenscheiben übergreifen und
diese zusätzlich
gegen Windsog sichern.
-
Im
Bereich der Geschoßdeckenstirnkante
ist eine Wärmedämmung 33 eingebracht
und durch eine Verkleidung 34 gegen Außenbewitterung geschützt. Das
Wetterschutzprofil 34 wird in eine Unterkonstruktion 35 eingehängt. Dieser
Einhängepunkt
stellt im Allgemeinen einen Schwachpunkt einer Konstruktion dar.
-
Vorliegend
ist durch die überlappende
Außenscheibe 11 auch
dieser Punkt vor Witterungseinflüssen
geschützt.
-
Im
unteren Geschoß 40 ist
zusätzlich
auf der Rauminnenseite eine Isolierverglasung 41 eingebracht,
die von innen her eingebaut wird. Dadurch ist sichergestellt, dass
eine Jalousie 42 von innen her gewartet werden kann.
-
Hierbei
kommt es auf einen möglichst
wasserdampfdiffusionsdichten Einbau der inneren Verglasung 41 an.
Kommt es zu einer verstärkten
Wasserdampfdiffusion, so führt
dies bei kalter Außenwitterung
zu Kondensat an der Außenscheibe,
sofern der Luftzwischenraum 49 zwischen Außenscheibe 12 und
innerer Verglasung 41 nicht hinterlüftet ist. Die Hinterlüftung gilt
es jedoch zu vermeiden, damit die Wärmedämmwirkung der Außenscheibe 12 bzw. Luftschicht 49 nicht
verloren geht. Auch geht es darum, die Verschmutzung im Luftzwischenraum
zu verhindern.
-
Um
dies zu gewährleisten,
ist ein weiterer Erfindungsgedanke – im Gegensatz zur hinterlüfteten zweischaligen
Fassade – eine
nicht hinterlüftete, zweischalige
Fassade zu entwickeln. Hierzu werden folgende konstruktive Maßnahmen
ergriffen:
- – Die Dichtung 44, 45 zwischen
Rahmen 46, 47 und Glasscheibe 41 sind
möglichst
wasserdampfdiffusionsdicht bzw. sperrend oder mindestens wasserdampfdiffusionsbremsend
auszuführen,
- – in
den Glasfalz wird zusätzliches
Trockenmittel eingebracht,
- – durch
eine Wasserdampfdiffusionssperre 48 wird eine Wasserdampfdiffusion
vom Innerraum 40 in den Luftraum 49 verhindert.
-
Die
Diffusionssperre kann auch dadurch erzielt werden, indem der Rahmen
aus Aluminium gefertigt ist. Im Beispiel der 1 ist ein
Alu-U-Profil 47 eingebaut, gegen den die Innenscheibe 41 mittels
eines Butylbandes 45 angedichtet ist. An Stelle des Butylbandes
kann auch eine Silikonschnur eingelegt werden.
-
Die
Wasserdampfdiffusion findet primär
in den Eckstößen der
Rahmen 47 und 15 statt. Als weitere Maßnahme sind
daher die Rahmenecken mit Butyl oder einem geeigneten Silikon auszuspritzen oder
in die Ecken werden Dichtungen in der Art von Butylschnüren oder
Silikonschnüren
zur Fugendichtung eingebracht.
-
Bei
den beschriebenen Maßnahmen
geht es um wasserdampfdiffusionsbremsende Vorkehrungen, da eine
vollständige
Sperre technisch-handwerklich kaum umzusetzen ist. Der Druckausgleich im
Luftzwischenraum 49 muß in
jedem Fall über
eine Öffnung
nach außen
erfolgen, damit in kälteren
Gegenden grundsätzlich
kühlere
Außenluft
von außen angesaugt
wird, die weniger feuchtigkeitshaltig ist. Sollte Kondensat in den
Luftzwischenraum 49 entstehen, wird dieses bei Sonneneinstrahlung
verdampft. Die eingetretene Feuchtigkeit wird durch Druckausgleich
nach außen
abgeführt.
-
Mindestens
der untere Scheibenrand der äußeren Scheibe 13 der
Außenscheibe 11 ist
mit einer gestrichelt gekennzeichneten Bedruckung 37 versehen,
um den Randverbund vor UV-Strahlung zu schützen und die Unterkonstruktion
und die Versiegelung 18 zu verdecken.
-
2 zeigt
eine zweischalige Fassade, bestehend aus Außenscheiben 50, 51,
den Innenverglasungen 52, 53 und der Unterkonstruktion 54. Während die
Fassade in 1 zum Beispiel als Fertigbauteil
geschoßweise
vorfabriziert und zwischen den Geschoßdecken verankert wird, handelt
es sich bei 2 um eine Ganzglasfassade, die
am Bau zu verglasen ist, wobei die obere Außenglasscheibe 55 die
untere Außenglasscheibe 56 überlappt.
Zwischen den Scheiben 55 und 56 wird eine zusätzliche
Wärmedämmung 57 eingebracht,
die dafür
sorgt, dass der in der Doppelfassade liegende Jalousiemotor 58 nicht überhitzt.
Die Außenscheibe 55 ist
mindestens im unteren Bereich mit einem Siebdruck 49 versehen,
so dass die gesamte Unterkonstruktion und die Jalousie in der Außenansicht
verdeckt sind. Die Innenscheiben 52, 53 sitzen
zum Beispiel auf einer Balkenkonstruktion 60 auf, so dass
sich ein Deckenhohlraum 61 bildet.
-
Zur
Vermeidung von Tauwasserbildung auf den Innenseiten der Außenscheiben 50, 51 wird
innerhalb der zweischaligen Fassade ein Luftkanal 62 geführt, der
getrocknete Luft in die Fassade einbringt. Dieser Luftkanal kann
zum Beispiel ringförmig
um die ganze Fassade herum laufen und an einen Lufttrockner oder
an eine zentrale Klimaanlage angeschlossen sein. Weitere Varianten
bestehen darin, diesen Luftstrom im Winter zu heizen oder im Sommer
zu kühlen.
Die Entlüftung
der zweischaligen Fassade erfolgt entweder über einen nicht dargestellten,
zweiten Abluftkanal oder über
Druckausgleichsöffnungen.
-
Sollte
ein solcher Zuluftkanal für
trockene Luft nicht vorgesehen sein, müsste ein Druckausgleichsventil
in kalten Gegenden nach außen,
in warmen, feuchten Gegenden zum gekühlten Innenraum hin vorhanden
sein, so dass die Fassade bei Abkühlung trockenere, kältere Luft
ansaugt, so dass sich kein Tauwasser bilden kann. Ein solcher Druckausgleich
kann entweder fensterweise oder geschoßweise durch eine kleine Öffnung erfolgen,
in der ein Staubfilter z. B. in der Art eines Zigarettenfilters
eingebracht ist. Eine solche Öffnung
wird vorzugsweise durch einen kleinen Luftschlauch hergestellt,
der in die Versiegelung eingebracht ist und das Atmen der zweischaligen
Fassade ermöglicht.
-
Es
versteht sich, dass die Außenscheibe nicht
notwendigerweise eine Isolierglasscheibe sein muß. Diese kann auch als Einscheibenverglasung 69 wie
in 2.1 ausgeführt
sein. In diesem Fall erfolgt die vertikale Lastabtragung mindestens über vertikale,
mit der Außenscheibe 69 durch
Klebung oder Verschraubung verbundene Rahmenteile 72, die
auf die Unterkonstruktion 54 abgesetzt werden oder zusätzlich über einzelne
Anker 70, die aus Gründen
der Wärmedämmung in
die traversale Holzkonstruktion 54 eingelassen und über Verschraubung 71 gesichert
sind. Die in 2.1 dargestellte zusätzliche Verankerung 70 der
Scheibe 69 läßt sich
analog auf eine Konstruktion gemäß 1 übertragen.
-
3 zeigt
eine in der Außenwirkung ähnliche
Fassade wie 2, jedoch aufgebaut aus geschoßhohen Rahmenkonstruktionen,
die im Vertikalschnitt, bestehend aus den Hölzern 80, 81, 82 und 83 hergestellt
sind. Diese Holzrahmen werden auf ein Stahlauflager 84 abgesetzt
und mit der Betondecke 85 verankert. Die Rahmen 80 bis 81 sind
außenseitig mit
einer Wasserdampfdiffusionssperre 90, 91 z. B.
in Form einer Aluminiumkaschierung bekleidet. Die Erfindung ist
jedoch nicht auf Rahmenmaterial aus Holz beschränkt. Wie bereits erwähnt, kann
der Rahmen auch aus metallischen Werkstoffen oder Kunststoffen hergestellt
sein.
-
Die
Innenverglasung 100, 101 der zweischaligen Fassade
kann auch als Öffnungsflügel ausgebildet
werden. Die geschoßhohen
Fertigteilkonstruktionen können
mit den Außenscheiben
bereits im Werk vorfabriziert werden. Die Fassade wird dann von
den unteren Geschossen beginnend aufgebaut. In allen Fällen lässt sich
die Außenscheibe
im Falle von Glasbruch auch nachträglich von außen ausbauen.
Die Luftdichtigkeit der Fassade wird zusätzlich durch Dichtungsbänder 87, 88 gesichert.
Zusätzlich kann
eine Fugenversiegelung an der unteren Außenscheibenkante 89 mit
Silikon erfolgen.
-
4 zeigt
einen horizontalen Fassadenschnitt durch einen Pfosten 60,
der Teil der Holzrahmenkonstruktion, zusammen mit dem traversalen Glasauflager 15 aus 1 bzw. 80, 81 aus 3 sein
kann. Die Außenscheibe 61 überlappt
auch die vertikalen Pfosten 60. Es ist der Anschluß zu einem Fensterelement 62 dargestellt,
das nach innen öffnet. Zwischen
der Außenscheibe 61 und
der Innenscheibe 63 liegt die Jalousie 64. Der
Pfosten 60 ist von außen
mit einer Isolierung 65 und Verkleidung 66 versehen.
Der u-förmige
Winkel 68 sichert die Außenscheibe gegen Sogkräfte. Außenseitig
vor dem Fenster 62 sind Lamellen 67 angeordnet.
-
5 zeigt
die Ansicht des Knotenpunktes zu dem Horizontalschnitt aus 4 und
dem Vertikalschnitt aus 3. Gepunktet dargestellt ist
die Bedruckung 75. Gestrichelt eingezeichnet ist die Holzrahmenkonstruktion 70, 71 mit
dem horizontalen, traversalen Glasauflager und dem Pfosten bzw.
der oberen Traverse. Die Tropfkante 76, die vertikale Glasstoßfuge 72 und
die Kante 74 begrenzen eine Außenscheibe. Die Verschraubung
mit der Unterlegscheibe 78 zur Aufnahme der Sogkräfte sitzt
in der Fuge 72 und ist in die untere horizontale, traversale Holzkonstruktion 70 kraftschlüssig eingeschraubt. Über einen
Aufsteckwinkel 77 (siehe 68 aus 4) ist
die Außenscheibe
auch an der Außenkante
gegen Sog gesichert.
-
Die 6 zeigt
einen größeren Ausschnitt der
erfindungsgemäßen Fassade
in der Ansicht. Es sind die zu einer Gesamtfassade zusammengefügten Außenscheiben 91 bis 96 mit
der Randbedruckung 91.1 bis 96.1 zu erkennen.
Das Lamellenraster 90 entspricht den Lamellen 67 aus 4.
-
7 zeigt
ein weiteres Montageprinzip der erfindungsgemäßen Fassade. Es wird ein Aufnahmeelement 110 über Halfenschienen 111 an
der Stirnkante einer Decke befestigt. In das Aufnahmeelement 110,
das entweder nur punktuell oder als durchgehende Schiene vor der
Deckenstirnkante sitzt, wird die horizontale Auflagertraverse 113 eingeschoben.
Der Vorteil dieser Konstruktion ist die leichte Justierbarkeit in
3 Dimensionen. Das Aufnahmeelement 110 weist über die
Befestigung in den Halfenschienen eine vertikale Verschieblichkeit
zum Ausgleich gegen Höhendifferenzen
auf. Das Aufnahmeelement selbst weist Langlöcher senkrecht zur Fassade
auf, um Toleranzen in horizontaler Richtung aus einem Schrägverlauf
der Deckenkante auszugleichen. Das traversale Glasauflager weist
Langlöcher parallel
zur Deckenkante auf und lässt
sich damit in horizontaler Richtung parallel zur Fassade justieren. Das
Absetzen und die Befestigung der Außenscheiben erfolgt in schon
beschriebener Art.