Fenster-System
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Fenster- System, welches einen Fensterrahmen, mindestens eine Scheibe und einen Scheibenrahmen einschliesst. Trotz der in den letzten Jahren rasanten Entwicklung im Wärmeschutzvermögen von Verglasungen und Rahmen bleiben die Fenster an einem Bauwerk im Prinzip Wärmelöcher. Durch die Fenster geht im mitteleuropäischen Klima rund ein Drittel der Heizenergie im Haus verloren. Vor allem der Rahmen ist das Problem am Fenster. Während früher der Rahmen den besseren Wärmedämmungskoeffizient (k-Wert) als die Verglasung aufwies, ist das heute umgekehrt, weil die Verglasungstechnik grosse Fortschritte machte. Heute werden meist Zweifachverglasungen, zum Teil gar Dreifachverglasungen eingesetzt, und die Luft in den Zwischenräumen wird oft so gut wie möglich ersetzt durch Edelgase wie Krypton oder Xenon. Dadurch lassen sich die k- Werte der Verglasung wesentlich verbessern. Durch diese Verbesserung der Wärmedämmung wird auch eine geringere Kondensatbildung auf der raumseitigen Scheibe erreicht. In vielen Ländern gibt es Wärmeschutz- Verordnungen für Neubauten und Altbautensanierungen. In der Schweiz wird eine Wärmeschutzverglasung mit einem Mindest-k-Wert von 1.8 Watt/m2K gefordert. Die besten Dreifach- Wärmeschutzgläser erzielen k-Werte um die 0.4 Watt/m2K, wobei die Zwischenräume mit teurem Xenon gefüllt sind. Die beste Verglasung hilft jedoch nichts, wenn der Rahmen ungeeignet ist. Die Dichtigkeit der Anschlussstelle zwischen Scheibe und Rahmen einerseits sowie auch der Anschluss des Rahmens in die Fensterlaibung ist von besonderer Bedeutung. Wenn diese Übergänge nicht sorgfältig ausgeführt sind, so kann die Dämmwirkung der Verglasung um bis zu 70% geschmälert
werden. Die Holzrahmen dämmen am besten, sind vergleichsweise preiswert und bieten die grössten Gestaltungsmöglichkeiten. Trotzdem haben in den letzten Jahren neben den traditionellen Holzrahmen die Metall- und Kunststoff-Rahmen immer mehr Verbreitung gefunden. Sie sind nämlich dauerhafter und müssen nicht von Zeit zu Zeit gestrichen werden. Kunststoff-Fensterrahmen aus PVC sind etwas billiger als Holzrahmen und haben nur wenig schlechtere Dämmeigenschaften. Bei gewissen Kunststofftypen ist die Entsorgung nicht gelöst, indem bei deren Verbrennung Dioxine entstehen und freigesetzt werden. In Diskussion stehen deshalb chlorfreie Kunststoffe wie Polyolefm und Polyurethan. Metallrahmen, namentlich Aluminiumrahmen, dämmen schlechter als Holz- oder Kunststofifrahmen, und sind dazu erst noch teurer. Sie bieten aber den Vorteil, dass sie besonders witterungsbeständig, leicht und stabil sind und dadurch selbst grosse Dreh- und Kippfenster leicht zu bedienen sind. Das Hauptproblem der Holzrahmen besteht darin, dass sie, wenn sie der Witterung ausgesetzt sind, unweigerlich stark leiden und somit eine beschränkte Lebensdauer aufweisen. Holzfenster benötigen halb soviel Energie für die Herstellung, den Unterhalt und die Endverwertung wie etwa Konstruktionen aus Holz- Aluminium und Kunststoff, wie das der Forschungsbericht 115/24 der Eidgenössischen Materialprüfüngsanstalt EMPA in CH- 8600 Dübendorf aufzeigte. Diese Tatsache macht die Holzfenster gegenüber Alternativmaterialien insgesamt umweltfreundlicher. Ein weiterer Themenkreis bildet die Aesthetik. Von Architekten und Bauherren werden zunehmend Fenster gewünscht, die möglichst schlanke oder gar keine Mittelpfosten aufweisen. Hier haben die Metallfenster Vorteile gegenüber Kunststoff- und Holzfenstern, da ihre Stabilität dünnere Rahmendicken erlaubt. So kann der Rahmen allseitig gestrafft werden, um die lichte Höhe und Breite der Fensterlaibung durch den Rahmen möglichst nicht zu verringern. Trotzdem muss bei heutigen Konstruktionen mit einer allseitigen Reduktion des Lichtmasses von bis zu 3.5 cm gerechnet werden. Bei einem Normfenster von 2.56 m2 verkleinert der Rahmen die lichte Fläche um immerhin 8.5%. Es gibt auch Verbundrahmen, die zum Beispiel aussen aus witterungsbeständigem Aluminium bestehen, auf der Innenseite jedoch aus gut dämmendem Holz. Diese sind etwa 25% teurer als reine Holzrahmen, jedoch etwa 10% billiger als reine Alufensterrahmen. Optimale Isolationswerte und eine überragende Solidität bieten ausgeklügelte Rahmenkonstruktionen mit gar mehreren Dichtungsebenen und komplizierten Hohlprofilen, die zum Teil in Verbundbauweise ausgeführt sind. Diese Qualität kann aber bisher nur mit relativ hohen Herstellungskosten erkauft werden.
Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Fenster-System zu schaffen, das vorallem einen erheblich besseren Wärmedämmungseffekt aufweist, einfacher und somit kostengünstiger in Herstellung und Montage ist, das weiter den Einsatz von Holz als Fensterrahmen-Material erlaubt, ohne dessen Nachteile wegen des Witterungsverschleisses in Kauf nehmen zu müssen, und das in den ästhetischen Gestaltungsmöglichkeiten vielseitiger ist und insbesondere eine grössere effektive Fensterscheibenfläche bei einer bestimmten Fensterlaibung ermöglicht als die bisher bekannten Konstruktionen.
Diese Aufgabe wird gelöst von einem Fenster-System, bestehend aus Fensterrahmen, Scheibe und Scheibenrahmen, das sich dadurch auszeichnet, dass der Fensterrahmen aus- schliesslich von der Fensterinnenseite her in eine Aussparung an der inneren Kante der Fensterlaibung einbaubar ist, sodass er diese in Richtung gegen die Fenstermitte hin nirgends überragt und so von der Fensteraussenseite her gesehen nicht einsehbar ist.
In den Figuren wird das neue Fenster-System in verschiedenen Ansichten gezeigt und in der nachfolgenden Beschreibung erläutert. Es zeigt:
Figur 1 : Einen horizontalen Querschnitt durch Fensterlaibung, Fensterrahmen,
Scheibenrahmen und Fensterscheibe in einer Draufsicht;
Figur 2 Eine perspektivische Schnittzeichnung des erfindungsgemässen Prinzips des Fenster-Systems;
Figur 3 Einen horizontalen Querschnitt durch Fensterlaibung, Fensterrahmen,
Scheibenrahmen und Fensterscheibe einer spezifischen Ausführung im Bereich eines senkrecht verlaufenden Rahmenteiles;
Figur 4 Einen vertikalen Querschnitt durch Fensterlaibung, Fensterrahmen, Scheibenrahmen und Fensterscheibe dieser spezifischen Ausführung im unteren, horizontal verlaufenden Rahmenteil;
Figur 5 : Ein Abschnitt eines Dichtungsprofiles;
Figur 6 Ein weiteres Dichtungsprofil im Querschnitt;
Figur 7 Einen Eckteil des Dichtungsprofils mit integriertem Entwässerungskanal.
Die Figur 1 zeigt das Prinzip der Erfindung in einem horizontalen Querschnitt durch den senkrechten verlaufenden Fensterrahmen und die dortige Fensterlaibung, von oben gesehen. Die Fensteraussenseite befindet sich in dieser Darstellung oberhalb des Bildes. Die Konstruktion besteht im wesentlichen aus einem Fensterrahmen 1 mit Dichtungsprofil 3, einem Scheibenrahmen 2, sowie aus einer Fensterscheibe 4. Der Fensterrahmen 1 und der Scheibenrahmen 2 sind vorzugsweise aus Holz gefertigt. Das besondere an diesem Fenstersystem ist es, dass kein einziger Holzrahmenteil mehr der Witterung ausgesetzt ist, und dass die Fensterscheibe 4 vollständig die lichte Höhe und Breite der Fensterlaibung 9 ausfüllt. Die Scheibe 4 wird bei geschlossenem Fenster aussen mittels einer umlaufenden Gummidichtung 7 abgedichtet, die im Profil 3 eingelegt ist. Dieses Profil 3 ist bündig mit den vier Ebenen der Fensterlaibung 9. Der ganze Fensterrahmen 1 ist ausschliesslich von der Fensterinnenseite her in eine Aussparung an der inneren Kante der Fensterlaibung 9 einbaubar, sodass er diese in Richtung gegen die Fenstermitte hin nirgends überragt und so von der Fensteraussenseite her gesehen gar nicht einsehbar ist. Die Aussenwand 6 besteht hier aus einer Mauer oder aus Holz und sie ist aussen mit einer Aussenisolation 5 verkleidet. Die Innenkante der von dieser Wand und der dazugehörigen Aussenisolation gebildeten Fensterlaibung weist eine Ausnehmung auf, in welche der Fensterrahmen 1 bündig mit der Innenwand eingebaut werden kann. In der Praxis kann das simpel einfach mittels einer Verschraubung in das Mauerwerk oder in das Holz der Aussenwand erfolgen. Anschliessend wird der Scheibenrahmen 2 mit der von ihm eingefassten Scheibe 4 eingesetzt. Dieser ist im hier gezeigten Beispiel über das Scharnier 8 mit dem Fensterrahmen 1 verbunden. Auf der gegenüberliegenden Seite wird der Scheibenrahmen 2 im geschlossenen Zustand des Fensters mittels eines konventionellen Schliess-Mechanismus an den Fensterrahmen 1 und dort an die Gummilippe 7 des am Fensterrahmen befestigten Profils 3 gepresst.
Die Figur 2 zeigt das Prinzip des neuen Fenster- Systems in einer perspektivischen Ansicht, wobei auch der untere Teil des Fensters dargestellt ist, welcher identisch wie der obere Teil ausgeführt sein kann. Im hier gezeigten Beispiel hat man eine Zweifach- Verglasung. Die zwei Scheiben 4 sind in herkömmlicher Weise in einem Scheibenrahmen 2 gehalten, der scharnierend an den eigentlichen Fensterrahmen 1 angelenkt ist. Die Gummidichtung 7 umläuft die ganze Fensterlaibung 9 in Ebenen, die praktisch bündig mit der Fensterlaibung 9 sind. Wird das Fenster geschlossen, so wird die Aussenscheibe 4 rundum an diese Gummidichtung 7 gedrückt, was für eine optimale Wärmedämmung sorgt. Ausserdem wird die Fensterlaibung 9 nicht vom Rahmen in ihren Dimensionen reduziert, weder vom Scheibenrahmen 2 noch vom Fensterrahmen 1. Die durchblickbare Scheibe 4 füllt die ganze lichte Weite der Fensterlaibung 9 vollständig aus. Ausser der eigentlichen Aussenscheibe 4 sind bei geschlossenem Fenster nur noch das Dichtungsprofil 3 und die Gummidichtung 7 der Witterung ausgesetzt. Diese beiden Elemente liegen jedoch nicht einmal in der Fensterebene, sondern senkrecht dazu, sodass die Witterung nur sehr reduziert auf sie einwirken kann. Wird als Dichtungsprofil 3 zum Beispiel ein Kunststoffprofil verwendet, so ist dieses ja äusserst witterungsbeständig. Auch die Gummidichtung 7 ist kaum dem Wetter ausgesetzt und sollte sie infolge der Sonneneinstrahlung mit der Zeit spröde werden, so lässt sich diese Dichtung 7 sehr einfach ersetzen. Die anderen Teile dieses Fensters sind bei diesem System dem Witterungseinfluss gänzlich entzogen. Deshalb kann ohne weiteres Holz als Rahmenmaterial verwendet werden. Dieses ist umweltfreundlich und obendrein sehr preisgünstig. Es müssen bloss die beiden Profile 1,2 für Fensterrahmen 1 und Fensterscheibe 4 hergestellt werden, entweder durch Ausfräsen aus Vollmaterial oder mittels Verleimen mehrerer Profilstücke. Die Montage des Fenster- Systems ist denkbar einfach. Der Fensterrahmen 1 wird lotrecht an die Wand geschraubt. Sollte die Fensterlaibung 9 nicht genau stimmen, so lässt sich das einfach korrigieren. Ist sie zum Beispiel etwas zu gross, so kann das Profil 3 vom Fensterrahmen 1 abgenommen werden und dieser wird dann dort etwas abgehobelt, wonach das Profil 3 wieder am Fensterrahmen 1 montiert wird. Umgekehrt, wenn die Fensterlaibung 9 etwas zu klein ist, kann zwischen dem Profil 3 und dem Fensterrahmen 1 etwas unterlegt werden. Allfälliger Zwischenraum kann mit einer Dichtungsmasse ausgefüllt werden.
Anstatt den Scheibenrahmen 2 scharnierend am Fensterrahmen 1 anzulenken, kann der Scheibenrahmen 2 in einer weiteren Ausführung auch parallel in den Fensterrahmen 1 einfahrbar sein. Mittels einer besonderen Mechanik kann er dann aus der Ebene des Fensterrahmens 1 gegen das Rauminnere hin parallel verschoben werden, wonach er dann gegen oben, unten oder zur Seite hin verschiebbar ist. Wenn die Verscliiebung gegen oben oder unten erfolgen soll, können Gegengewichte bei der Betätigung die nötigen Verschiebekräfte reduzieren.
Die Figur 3 zeigt einen horizontalen Querschnitt einer beispielsweisen Ausführung des Fenster-Systems im Bereich des senkrecht verlaufenden Rahmenteiles 1 mit Fensterlaibung 9, Fensterrahmen 1, Scheibenrahmen 2 und Fensterscheibe 4. Die Fensterinnenseite befindet sich in dieser Darstellung oberhalb des Bildes. Der in die Fensterlaibung 9 eingebaute Fensterrahmen 1 liegt auf Dichungselementen 10 auf, wodurch der Rahmen keinen direkten Kontakt mit den Wänden hat. Die Fugen zwischen Fensterlaibung 9 beziehungsweise Wand
6 und Fensterrahmen 1 sind nach aussen hin mit Silikonkitt 11 abgedichtet. Der Fensterrahmen 1 und der Scheibenrahmen 2 sind in dieser Ausführung aus Holz gefertigt. Die Fensterscheibe 4 füllt vollständig die lichte Höhe und Breite der Fensterlaibung 9 aus und die Scheibe 4 wird bei geschlossenem Fenster aussen mittels der umlaufenden Gummidichtung
7 abgedichtet, die hier in eine in den Fensterrahmen 1 eingearbeitete Nut 3 eingelegt ist, die als Dichtungs-Aufnahmeprofil wirkt. Mit dieser konstruktiven Lösung ist kein einziger Holzrahmenteil mehr der Witterung ausgesetzt. Der Scheibenrahmen 2 ist über das Scharnier 8 mit dem Fensterrahmen 1 verbunden. Auf der gegenüberliegenden Seite wird der Scheibenrahmen 2 im geschlossenen Zustand des Fensters mittels eines konventionellen Schliess-Mechanismus an den Fensterrahmen 1 gepresst, egal, ob es sich um ein einflügeliges oder mehrflügeliges Fenster handelt. Dabei kommt der Scheibenrahmen 2 auf die Dichtung 12 zu liegen und an der Fensteraussenseite drückt die Scheibe 4 gegen die im Fensterrahmen 1 befestigte Gummidichtung 7. Die Verbundglasscheiben 4 sind nach konventioneller Art im Scheibenrahmen 2 mittels T-Profilschienen 13 befestigt. Diese T-Profilschie- nen 13 können zum Beispiel aus Kunststoff oder aus Aluminium gefertigt sein. Im gezeigten Beispiel kommt dieser T-Profilschiene 13 noch eine weitere Aufgabe zu. Die Gummidichtung 7 weist nämlich ein spezielles Profil auf, derart, dass sie einerseits in die Nut 3 am Fensterrahmen 1 einpressbar und andererseits über die Aussenränder 14 des Fensterrahmens 1 stülpbar ist. Beim Schliessen des Fensters wird deshalb die T-Profilschiene 13 im Bereich
des Fensterrahmens 1 zunächst gegen den übergestülpten Teil der Gummidichtung 7 ge- presst, bevor die Dichtung 7 vollständig gegen die Scheibe 4 drückt. Die Dichtung weist spezielle Lippen 15 auf, die nach Art eines Scheibenwischerblattes auf der Scheibe aufliegen. Bei geschlossenem Fenster wird die Dichtung 7 in leicht deformiertem Zustand gehalten, was gewährleistet, dass auch bei ungünstigen Witterungsverhältnissen die Lippen 7 dichtend an der Scheibe 4 anliegen.
Die Figur 4 zeigt einen vertikalen Querschnitt des Fenster-Systems im unteren Bereich des Fensters. Die Fensteraussenseite befindet sich hier rechts vom Bild. Bei der gezeigten Ausführung ist der untere, horizontal verlaufende Abschnitt der Gummidichtung 7 mit einem Profil 16 abgedeckt. Dieses Profil 16, zum Beispiel aus Aluminium oder Kunststoff gefertigt, ist am Fensterrahmen 1 befestigt und verläuft breitseitig von der Fensterscheibe 4 aus nach aussen und schräg nach unten. Das Profil 16 liegt aber nicht an der Fensterscheibe 4 an. Bei geschlossenem Fenster verbleibt zwischen dem Profil 16 und der Scheibe 4 also ein schmaler Spalt, so dass zwar bei starkem Regen das Wasser aussen über die Scheibe 4 und das Profil 16 abläuft, geringe Wassermengen aber entlang der Scheibe 4 und der Dichtung 7 ablaufen. Um ein Anstauen dieses Wassers im Raum zwischen dem Profil 16 und der Gummidichtung 7 zu verhindern, sind im Profil 16 Löcher 17 vorgesehen, durch welche das Wasser abfliessen kann. Am Profil 16 ist aussen ein Wetterschenkel 18 angebracht, der im gezeigten Beispiel als Fenstersims dient und über den das vom Fenster ablaufende Wasser abfliessen kann. Sowohl das Profil 16, das die Dichtung 7 abdeckt, wie auch der Wetterschenkel 18 sind im gezeigten Beispiel nur am unteren, horizontal verlaufenden Fensterrahmen 1 angebracht. Es ist auch denkbar, dass das Profil 16 zum Schutz der Dichtung 7 rundum die Fensterlaibung entlang der gesamten Dichtung 7 verläuft und diese einfasst. Ebenso können entlang der gesamten Fensterausnehmung Wetterschenkel 18 montiert sein, um die Fensterlaibung 9 abzudecken beziehungsweise zu verkleiden. Für die Wetterschenkel 18 kommen alle gängigen, für Aussenverkleidungen verwendeten Materialien, wie zum Beispiel Holz, Kunststoff, Aluminium oder Stein in Frage. Auf der Fensterinnenseite ist der Scheibenrahmen 2 etwa so breit, dass beim Blick durch das geschlossene Fenster der Fensterrahmen gerade abgedeckt wird. In einer anderen Ausführungsvariante ist aus ästhetischen Gründen der Scheibenrahmen 2 breiter ausgeführt, wie es in der Zeichnung 4 mit ge-
strichelten Linien 19 angedeutet ist. Dadurch sind von innen sowohl die Dichtung 7 wie auch das Profil 16 verdeckt und nicht mehr einsehbar.
Ein wesentlicher Punkt bei diesem Fenster-System ist die Dichtung 7, deren Aufgabe es ist, das Fenster von aussen nach innen vollständig gegen Wind und Wasser abzudichten. Je nach Ausführung, Form und Grosse eines Fensters kann das Profil dieser Dichtung 7 unterschiedlich sein. Vorzugsweise ist die Dichtung 7 einstückig gefertigt. Sie kann aber auch aus zwei- oder mehreren Teilen zusammengesetzt sein. In den Figuren 5 und 6 sind besondere Ausführungsbeispiele für Profile einer solchen Dichtung 7 gezeigt. Die in Figur 5 gezeigte Dichtung 7 besteht aus einem hohlen Gummiprofil, das an seiner Unterseite zwei Profilfortsätze 23 als Montageprofile 23 für seine Montage aufweist, die in entsprechende Ausnehmungen oder Nuten im Fensterrahmen 1 einpressbar sind. Das Profil weist Hohlräume 24 auf und auf seiner der Fensterscheibe zugewandten Seite sind drei übereinander angeordnete Lippen 15 vorhanden, die gegen oben immer weiter nach aussen versetzt plaziert sind. Die gestrichelte Linie 22 deutet die Ebene der Glasscheibe bei der ersten Berührung mit der Dichtung 7 beim Schliessen des Fensters an, wenn sich also die Scheibe im Bild von links nach rechts an das Profil annähert. Es ist deutlich zu erkennen, dass zunächst die oberste Lippe 15 gegen das Glas gedrückt wird. Gleichzeitig berührt die Scheibe oder der Scheibenrahmen die vordere wulstartige Pufferleiste 20. Beim weiteren Schliessen des Fensters drückt die Scheibe auch gegen die anderen Lippen 15 und die Pufferleiste 20. Der Hohlraum 25 in dieser Pufferleiste 20 wird zusammengedrückt und die Pufferleiste 20 wird schliesslich zwischen Fensterrahmen und Scheibe beziehungsweise Scheibenrahmen fest eingeklemmt. Der ganze untere, horizontal verlaufende Teil der Dichtung 7 ist dadurch in den Einlegenuten fest gehalten. Die Lippen 15 werden durch den Druck der Scheibe leicht deformiert und liegen nach Art eines Scheibenwischerblattes dichtend an der Scheibe an. Dadurch, dass die Dichtung 7 aus elastischem Material besteht und gegen das Fenster hin leicht geneigt ist, wirkt sie in diesem Bereich wie eine Feder und drückt die Lippen 15 gegen die Scheibe. Zwischen den Lippen 15 sind Rippen 26 am Profil 7 vorgesehen, die parallel zu den Lippen 15 verlaufen. Sobald diese Rippen 26 beim Schliessen des Fensters die Scheibe berühren, wird über sie der obere Bereich der Dichtung 7 nach aussen gedrückt, was ein zu starkes Deformieren der Lippen 15 verhindert.
In der Figur 6 ist eine weitere Ausführungsform der Dichtung 7 gezeigt. Sie unterscheidet sich hauptsächlich durch die speziell geformte Kralle 28 an der Unterseite des Gummiprofils, die der Befestigung der Dichtung 7 am Fensterrahmen 1 dient. Mit Hilfe dieser Kralle 28 ist die Dichtung 7 so am Fesnterrahmen montierbar, das bei Beaufschlagen der Lippen 15 durch die Fensterscheibe die Dichtung 7 mittels der Kralle 28 fest am Fensterrahmen gehalten wird, indem diese die nötigen Reaktionskräfte liefert. Damit ist sichergestellt, dass auch bei der Deformation aller Lippen 15 die Dichtung 7 immer noch fest am Fensterrahmen hält und nicht aus der Befestigungsnut springt. Je nach Art des Fensters und des Fensterrahmens kann durch die Wahl eines entsprechend geeigneten Profils für die Dichtung 7 eine optimale Wirkung erzielt werden. Dabei spielt natürlich die Grosse des Fenster und das verwendete Fensterrahmen-Material eine wesentliche Rolle.
Die Figur 7 zeigt einen Eckteil einer einstückigen Dichtung 7. In den Ecken des Profils sind bereits bei der Herstellung Kanäle 27 eingearbeitet, die von innen diagonal nach unten und nach aussen verlaufen. In den vorgängig gezeigten Ausführungen der Dichtung 7 liegen die Lippen 15 bei geschlossenem Fenster an der Scheibe an. Zwischen der untersten, das heisst der dem Fensterrahmen 1 nächstgelegenen Lippe, und der wulstartigen Pufferleiste 20 von Figur 5, welche zwischen Fensterrahmen 1 und Scheibenrahmen 2 bei geschlossenem Fenster eingeklemmt ist, befindet sich ein Hohlraum 21. In diesem Hohlraum 21 könnte sich Wasser ansammeln, wenn solches bei extremen Witterungsbedingungen, zum Beispiel starkem Wind und Regen, zwischen der Scheibe 4 und den Dichtungslippen 15 hindurchsickern könnte. Dieses Wasser kann über die Kanäle 27 nach aussen abgeleitet werden. Gleichzeitig dienen diese Kanäle 27 auch der Entlüftung bzw. der Belüftung des Hohlraumes 21 und somit auch einem Druckausgleich im Hohlraum 21.
Dieses hier vorgestellte Fenster- System erlaubt es, grössere Fensterflächen bei bestehenden Fensterlaibungen zu realisieren und dabei eine optimale Wärmedämmung sicherzustellen. Dadurch wird ein grösserer Lichteinfall bei einer bestehenden Grosse einer Fensterlaibung erzielt, was zu helleren Räumen im Innern führt und im Grundsatz angestrebt wird. Die Fenster sollten allgemein weniger oft unterteilt werden, denn wenn man die Fenster zum Lüften öffnet, sollte ohnehin das Fenster möglichst weit geöffnet werden und die Lüftung sollte in kurzen Zeitintervallen erfolgen, um einen möglichst grossen Luftmengenaustausch
bei möglichst wenig Wärmeverlust zu erzielen. Hierfür eignet sich ein grosses, einteiliges Fenster besser als eines mit mehreren kleinen Fensterflügeln. Kleine Fensterflügel mögen ihre Berechtigung haben, um ein Fenster zum Hinausschauen zu öffnen, zum Beispiel, damit man den Kopf aus dem Fenster hinausstrecken kann oder jemandem, der draussen ist, etwas zurufen kann. Viele Fenster werden heute jedoch im Prinzip unnötig unterteilt, aus purer Gewohnheit. Aber längst nicht bei jedem Fenster muss man nämlich unbedingt einen Fensterflügel öffnen und den Kopf aus dem Fenster hinausstrecken können. Zudem muss man sich die Frage stellen, wie oft denn ein Öffnen zu diesem Zweck in der Tat erfolgt. In den meisten Fällen werden die Fenster doch ausschliesslich zum Lüften oder zum Reinigen der Scheiben geöffnet. Für jede unnötige Unterteilung eines Fensters handelt man sich eine erhebliche Reduktion der Wärmedämmung ein. Soll das Fenster aus ästhetischen Gründen unterteilt sein, so lässt sich das bei diesem neuen Fenster- System aber ebensogut realisieren. Es können nämlich Metall-, Kunststoff- oder Holzprofile zu reinen Zierzwecken auf die Aussenseite der Fensterscheibe geklebt werden, oder, wie das schon herkömmlich gemacht wird, zwischen den Scheiben eingelegt werden. Das gleiche kann auch auf der Innenseite realisiert werden. In dieser Weise können auf Wunsch selbst filigranste Verzierungen realisiert werden. Diese Unterteilungen haben dann keine technische Funktion mehr, dafür verschlechtern sie auch nicht die Wärmedämmung.