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Vorliegende
Erfindung betrifft ein Lotdepot, das durch Legierung von mindestens
einer Gold- und Zinnschicht auf einem Benetzungsmetall (erstes Substrat)
herstellbar ist. Weiterhin betrifft vorliegende Erfindung ein Lötverfahren
zum Verlöten
von mindestens zwei Substraten unter Verwendung erfindungsgemäßer Lotdepots,
wobei eine definierte Temperatur zum Aufschmelzen nicht überschritten
wird und das zweite Substrat einen höheren Goldanteil als das Lotdepot
aufweist.
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Derzeit
werden dünne
Schichten galvanisch oder durch Sputtern oder Aufdampfen hergestellt.
In der Regel wird das Lot auf einer Seite hergestellt und auf der
Gegenseite eine benetzbare Metallisierung erstellt.
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Zum
Beispiel wird Au/Sn-Lot mit der eutektischen Zu sammensetzung Au/Sn
80/20 durch Aufdampfen oder Sputtern erzeugt. Das eutektische Lot besteht
aus den beiden Phasen Au5Sn und AuSn. Bei der
Montage kann vom Gegenpart weiteres Gold zur Verfügung gestellt
werden, um die Lotzusammensetzung zu verschieben und eine höherschmelzende Legierung
zu erhalten. Um die Menge des zulegierten Golds zu erhöhen und
somit die Lotzeit zu verlängern,
wird teilweise eine zinnreichere Lotzusammensetzung (Au/Sn 70/30)
angeboten. Das Lot 70/30 besteht dabei ebenfalls aus den 2 Phasen
Au5Sn und AuSn, aber mit einem Überschuss
an AuSn-Phase, so
dass das Lot bei eutektischer Temperatur (280 °C) nur teilweise aufschmilzt.
Ziel ist es bei dem im Stand der Technik beschriebenen Verfahren
aber nicht, das Benetzungsmetall unter dem Lot vor Auflösung zu schützen.
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Aufgabe
vorliegender Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung eines
Lotdepots sowie ein Lotdepot bereitzustellen, mit dem eine Auflösung eines
darunterliegenden Benetzungsmetalls weitgehend verhindert werden
kann. Ebenso ist es Aufgabe der Erfindung, ein Lötverfahren anzugeben, mit dem mindestens
zwei Substrate miteinander verlötet
werden können,
ohne dass eine Auflösung
des vorhandenen Benetzungsmetalls erfolgt.
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Diese
Aufgabe wird durch das Verfahren zur Herstellung eines Lotdepots
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie durch das Lotdepot mit den
Merkmalen des Anspruchs 15 gelöst.
Die Aufgabe, dass das Benetzungsmetall bei einem Lötprozess
erhalten bleibt wird mit dem Lötverfahren
mit den Merkmalen des Anspruchs 18 gelöst. Anspruch 27 gibt Verwendungen
des Verfahrens an. Die abhängigen
Ansprüche
stellen vorteilhafte Weiterbildungen dar.
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Erfindungsgemäß wird ein
Verfahren zur Herstellung eines Lotdepots bereitgestellt, bei dem mindestens
eine Gold enthaltende und eine Zinn enthaltende Schicht auf ein
Benetzungsmetall schichtweise aufgetragen wird, wobei das molare
Verhältnis von
Gold zu Zinn zwischen 70:30 bis 33:67 liegt und eine anschließende Temperaturbeaufschlagung
erfolgt, deren Temperatur und Dauer so aufeinander abgestimmt wird,
dass gewährleistet
ist, dass die mindestens eine Gold- und Zinnschicht zu einer Legierung
reagieren Dabei sind generell zwei verschiedene Ausführungsformen
denkbar. Zum einen kann es vorteilhaft sein, dass Gold und Zinn
je in einer Schicht aufgetragen werden. Dabei ist es ganz besonders
vorteilhaft, wenn die Schichtdicken für die Gold- und/oder Zinnschicht
im Bereich zwischen 1 μm
und 50 μm,
bevorzugt zwischen 2 μm
und 20 μm, ganz
besonders bevorzugt zwischen 2 μm
und 15 μm liegen.
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In
einer alternativen bevorzugten Ausführungsform wird das Gold und
das Zinn je in mindestens zwei alternierenden Schichten aufgetragen.
Dabei ist es vorteilhaft, wenn die Schichtdicken für je eine
Gold- und/oder Zinnschicht
unabhängig
von der mindestens einen anderen Schicht im Bereich von 0,1 μm und 5 μm, bevorzugt
zwischen 0,25 μm
und 2,5 μm,
ganz besonders bevorzugt zwischen 0, 5 μm und 1 μm liegen.
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Günstig ist
es dabei, wenn die Schichten deckend, d.h. formschlüssig aufeinander
aufgebracht sind. Dabei können
die Schichten geometrisch beliebig, in Abhängigkeit vom jeweiligen Verwendungszweck
ausgestaltet sein, beispielsweise rechteckig, rund, ringförmig oder
asymmetrisch.
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Besonderer
Vorteil des Lotdepots ist es, dass das Benetzungsmetall (erstes
Substrat) dabei lediglich die Maßgabe erfüllen muss, dass es einen Schmelzpunkt
von mehr als 500 °C
aufweist. Somit ist eine Vielzahl von Metallen und Legierungen denkbar.
Bevorzugt ist das Benetzungsmetall jedoch ausgewählt aus der Gruppe bestehend
aus Nickel, Palladium, Platin, Titan, Silber und/oder Legierungen
hieraus. Optional kann das Benetzungsmetall zum Schutz vor Oxidation
mit einer dünnen
Goldschicht mit einer Dicke im Bereich von beispielsweise 0,1 bis 10 μm versehen
sein.
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Vorteilhaft
ist es, wenn das molare Verhältnis von
Gold und Zinn des Lotdepots zwischen 60:40 und 40:60, weiter zu
bevorzugen zwischen 55:45 und 45:55, ganz besonders bevorzugt bei
50:50 liegt.
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Wird
ein solches Depot in zwei Schritten durch eine aufeinanderfolgende
Abscheidung von Gold und Zinn und anschließender Temperaturbeaufschlagung
erzeugt, dann kann die Phase AuSn bei geeigneter Auswahl des molaren
Verhältnisses
entstehen.
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Dabei
ist es günstig,
wenn die Temperatur zwischen 180 und 500 °C, bevorzugt zwischen 180 °C und 419,3 °C, weiter
bevorzugt zwischen 250 und 340 °C,
weiter bevorzugt zwischen 250 und 309 °C, besonders bevorzugt zwischen
250 und 278 °C
gewählt
wird. Dabei wird die Temperatur insbesondere nach der Zusammensetzung
des Lotdepots ausgewählt.
So ist für
goldreiche Zusammensetzungen eine Temperatur zwischen 250 °C und 278 °C zu bevorzugen
(eutektische Reaktion von AuSn20) und zwischen
250 °C und
309 °C dür die peritektische
Reaktion der AuSn2-Phase.) Bei dieser Wärmebehandlung
entsteht erfindungsgemäß die Legierung
durch Diffusion. Die dabei verwendeten Temperaturen reichen jedoch
noch nicht aus, die Legierung aufzuschmelzen. Wird die Zusammensetzung
AuSn (50:50) erreicht, schmilzt das Lot nicht unter 419,3 °C auf (siehe
auch das in 1 abgebildete Phasendiagramm
eines Au-Sn-Systems). Jedoch ist es auch denkbar, dass außer Au und
Sn noch weitere Metalle in der Legierung vorhanden sind, so dass
mindestens ein Dreiphasensystem vorliegt. Dadurch kann bevorzugt
auch eine Schmelztemperatur des Systems eingestellt werden, die über oder
unter der monotektischen Schmelztemperatur der intermetallischen
Phase AuSn liegt. Im Falle eines Zweikomponentensystems aus Au und
Sn im molaren Verhältnis
von 50:50 ist es jedoch bevorzugt, wenn die Temperatur unterhalb
419,3 °C
gewählt
wird.
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In
einer zu bevorzugenden Ausführungsform erfolgt
dabei die Temperaturbeaufschlagung über einen Zeitraum von Sekundenbruchteilen über einige Minuten
bis mehreren Stunden, je nach Temperatur und des durch die Diffusion
auszugleichenden Konzentrationsgradienten. Bevorzugt dauert die
Temperaturbeaufschlagung dabei zwischen 0,1 s bis 5 Std., bevorzugt
zwischen 0,2 s und 60 min.
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In
einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltungsform wird das Lotdepot
während
der Temperaturbeaufschlagung von einer Flüssigkeit mit einem Siedepunkt
von über
250 °C bedeckt.
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Vorteilhafterweise
wird die Flüssigkeit
dabei ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus Glycerin, Ölen, Alkoholen und/oder Zuckern.
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Der
besondere Vorteil bei einer derartigen Herstellung aus Gold und
Zinn bestehenden Lotdepots ist es, dass die Auflösung des darunterliegenden Benetzungs metalls
nahezu unterbleibt, da ein Aufschmelzen der gold- und zinnhaltigen
Legierung verhindert wird. Somit ist ein Transport des Benetzungsmetalls,
z.B. Nickel durch Lösung
und Konvektion in das Lot nicht möglich; der Transport erfolgt
ausschließlich
durch die viel geringere und ineffizientere Festkörper-Diffusion.
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Erfindungsgemäß wird ebenso
ein Lotdepot bereitgestellt, wobei das molare Verhältnis von
Gold zu Zinn zwischen 70:30 bis 33:67 liegt und die Legierung auf
einem Benetzungsmetall ganzflächig
oder bereichsweise aufgebracht ist.
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Bevorzugt
weist das Lotdepot eine Dicke auf, dass genügend Substanz vorhanden ist,
die ein Lot von guter Qualität
mit einem weiteren Substrat gewährleistet.
Die Schichtdicke ist somit lediglich vom Verwendungszweck bzw. dem
weiteren Substrat abhängig.
Vorteilhaft beträgt
die Dicke des Lotdepots jedoch zwischen 0,2 und 100 μm, bevorzugt
zwischen 1 und 20 μm,
besonders bevorzugt zwischen 2 und 5 μm.
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Das
Lotdepot lässt
sich dabei vorteilhaft nach dem oben angegebenen Verfahren herstellen, es
sind jedoch auch alternative Herstellungsmethoden denkbar, beispielsweise
die separate Herstellung der Legierung in der gewünschten
Schichtdicke und nachträgliches
Aufbringen auf das Benetzungsmetall.
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Erfindungsgemäß wird ebenso
ein Verfahren zum Verlöten
von mindestens zwei Substraten unter Verwendung eines Lotdepots
mit den voranstehenden beschriebenen Merkmalen bereitgestellt, das sich
dadurch auszeichnet, dass das Lotdepot bei einer Temperatur, die
unterhalb 500 °C
liegt, mit einem zweiten Substrat in Kontakt gebracht wird, das
einen höheren
Goldanteil aufweist.
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Dabei
ist es vorteilhaft, wenn das zweite Substrat eine Beschichtung aus
Gold oder eine Beschichtung aus einer Gold enthaltenden Legierung aufweist
und das Lotdepot mit dieser Beschichtung in Kontakt gebracht wird.
Dabei ist es ein erfindungsgemäßer Vorteil,
dass die eigentliche Matrix des zweiten Substrats, auf dem die goldhaltige
Beschichtung aufgebracht ist, aus den verschiedenartigsten Materialien
bestehen kann. Somit lässt
sich das erfindungsgemäße Lötverfahren
auf alle möglichen
Materialien anwenden, die einzige Bedingung dabei ist, dass die
jeweiligen Materialien mit einer goldhaltigen Beschichtung, die
einen höheren
Goldanteil als das Lotdepot aufweisen, beschichtet werden.
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Falls
lediglich Gold und Zinn die Bestandteile des Lotdepots sind, ist
es dabei bevorzugt, wenn die Temperatur des Lötverfahrens unterhalb von 419,3 °C liegt.
Hierbei handelt es sich um den monotekischen Schmelzpunkt der intermetallischen
Phase AuSn. Jedoch sind durch Zugabe weiterer Metalle zum Lotdepot
jedoch auch höhere
Schmelzpunkte denkbar, so dass eine Temperaturerhöhung des
Verfahrens denkbar ist, die jedoch unterhalb von 500 °C liegen
muss, um eine übermäßige Auflösung des
Benetzungsmetalls zu unterbinden.
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Erfindungsgemäß ist es
ebenso zu bevorzugen, wenn die Temperatur beim Lötvorgang mindestens bei 280 °C, bevorzugt
bei mindestens 320 °C liegt.
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Dabei
stellt sich der erfindungsgemäße Vorteil
ein, dass das Lotdepot bei Kontakt mit dem mindestens ei nen weiteren
Substrat aufschmilzt. Hierbei kann der Goldanteil sowohl des Lotdepots
als auch des zweiten Substrats so hoch eingestellt werden, dass
das gemeinsam gebildete Lot eine eutektische Zusammensetzung aufweist
oder aber auch mit so viel Gold auflegiert wird, dass das Lot in
Au5Sn, das einen Schmelzpunkt von 520 °C besitzt,
umgewandelt wird und wieder erstarrt.
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Durch
den höheren
Goldanteil des mindestens einen weiteren Substrats ist es gewährleistet, dass
Gold aus dem mindestens einen weiteren Substrat in das verflüssigte Lotdepot
hineindiffundiert. Ganz besonders vorteilhaft ist es dabei, wenn
die Aufkonzentration des Goldes so lange erfolgt, bis die Solidustemperatur
der gemeinsamen gebildeten, neuen Legierung unterschritten wird,
und somit wenn die Lotstelle wieder fest wird. Dies hat den Vorteil, dass
durch einmaliges Erhitzen beim Lötvorgang
sowohl Aufschmelzen als auch Wiedererstarren des Lotes gewährleistet
ist und somit kurze Lotvorgänge ermöglicht werden.
Dabei ist es vorteilhaft, wenn solange Gold in das Lot hineindiffundiert,
bis das molare Verhältnis
von Gold zu Zinn zwischen 90:10 und 25:75, bevorzugt zwischen 85:15
und 50:50 liegt. Dabei bildet sich bevorzugt die Phase Au5Sn, die einen Schmelzpunkt von 520 °C aufweist
und somit über der
maximal verwendeten Löttemperatur
liegt.
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Vorteilhaft
wird beim Löten
unter inerter und/oder reduzierender Atmosphäre gearbeitet.
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Erfindungsgemäß findet
das Verfahren Anwendung bei der Herstellung von elektronischen Bauteilen.
Diese können
bevorzugt ausgewählt
sein aus der Gruppe bestehend aus Leiterplatinen, Leistungsverstärker, Wär mespreizern,
Wärmesenken, Dioden,
Transistoren und/oder andere Leistungsbauelemente.
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Ebenso
können
die Bauteile optoelektronische Bauteile sein, beispielsweise ausgewählt aus der
Gruppe bestehend aus Lasern, Laserbarren, LEDs, Photodioden, Modulatoren,
Photodetektoren und/oder Monitordioden.
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Weiterhin
können
die Bauteile Sensoren sein, die beispielsweise zueinander eng benachbart auf
eine Platine gelötet
werden sollen.
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Zudem
können
Bauteile als einzelne elektronische Schaltungen (ICs) auf einen
Wafer gelötet werden.
Dieses Verfahren erlaubt die weitere Anwendung von Wafer-Level-Prozessen
nach vollständiger Bestückung des
Wafers. Anstelle von ICs können auch
Deckel aus Silizium, Glas, Keramik oder Metall auf einen IC-Wafer oder einen
MEMS-Wafer mit Lot montiert werden.
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Ebenso
wird eine Verwendung ermöglicht bei
der die Bauteile Sensoren sind, die zueinander eng benachbart auf
eine Platine gelötet
werden sollen.
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Eine
weitere Verwendungsmöglichkeit
ist, dass die Bauteile als einzelne elektronische Schaltungen (ICs)
auf einen Wafer gelötet
werden.
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Zudem
können
Bauteile, z.B. Deckel aus Silizium, Glas, Keramik oder Metall auf
einen IC-Wafer oder einen MEMS-Wafer gelötet werden.
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Im
Allgemeinen eignet sich das Verfahren insbesondere zur Herstellung
von Bauelementen mit hoher Verlustleistung, die wegen eines geringen Wärmeübergangs
nur eine dünne
Lötschicht
besitzen sollen. Das Verfahren ist aber auch für andere Anwendungen vorteilhaft, wenn
aus anderen konstruktiven Gründen
eine nur geringe Lotschichtdicke erforderlich ist. Weiterhin ist
dieses Verfahren vorteilhaft, wenn der Wafer (oder ein Substrat
mit vielen benachbarten Montageplätzen) mit den zu bestückenden
Bauteilen bei höherer
Temperatur gehalten werden kann und das Lot nur im Kontakt mit dem
Bauteil aufschmilzt und auf diese Weise alle anderen Lotdepots ohne
Kontakt mit dem Bauteil fest bleiben und wesentlich langsamer mit
einem darunterliegenden Benetzungsmetall reagieren.
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Die
nachfolgend abgebildete 1 zeigt ein Phasendiagramm des
Gold-Zinn-Systems.
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Vorliegende
Erfindung wird anhand nachfolgender Beispiele näher erläutert, ohne die Erfindung auf
die Merkmale der Beispiele einschränken zu wollen.
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Beispiel 1: Herstellung
eines Lotdepots aus zwei Schichten
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Auf
einem abgeschiedenen Benetzungsmetall (Nickel) mit einer Schichtdicke
von 2 μm
werden eine Goldschicht der Dicke 2 μm und eine Zinnschicht der Dicke
3 μm aufgebracht.
Die beiden Schichten ergeben zusammen eine Zusammensetzung der eutektischen
Phase AuSn. Eine Homogenisierung der AuSN-Phase wird nach einer
Wärmebehandlung
bei 200 °C
für eine
Stunde durch Diffusion erreicht.
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Beispiel 2: Hohes Lotdepot
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Die
Herstellung eines hohen Lotdepots erfolgt analog Beispiel 1, lediglich
dass Gold in einer Schichtdicke von 10 μm und Zinn in einer Schichtdicke
von 15 μm
aufgebracht wird.
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Beispiel 3: Lotdepot aus
alternierenden Gold- und Zinnschichten
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Analog
Beispiel 1 wird auf einem Benetzungsmetall (Nickel, Schichtdicke
5 μm) alternierend Gold-
und Zinnschichten aufgebracht, deren gesamte Schichtdicke der Zusammensetzung
der AuSn entspricht. Dazu wird zunächst eine Goldschicht mit einer
Dicke 0,5 μm,
anschließend
eine Zinnschicht der Dicke 1 μm,
anschließend
wiederum eine Goldschicht von 0,5 μm und eine Zinnschicht von 1 μm, zum Schluss
eine Goldschicht der Dicke 0,5 μm
aufgebracht. Der Beschichtungsgang kann beliebig oft fortgesetzt
werden, so dass auf analoge Weise zu Beispiel 2 auch hohe Lotdepots
so hergestellt werden können.
Eine homogene Phase wird nach einer Wärmebehandlung durch Diffusion
erreicht.
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Beispiel 4: Lötvorgang
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Ein
mit Gold beschichtetes Bauelement wird mit dem Lotdepot in Kontakt
gebracht, so dass sich das Gold in das Lotdepot hineinlegiert; dabei
wird das Lotdepot flüssig.
Weiteres Gold, das in das Lotdepot eindiffundiert, verschiebt die
Zusammensetzung zum goldreichen, so dass das Lot bei der Temperatur
als Au5Sn wieder erstarrt. Der Schmelzpunkt
von Au5Sn liegt bei 520 °C. Die Temperatur beim Lötvorgang liegt
dabei zwischen 280 °C
und 419 °C,
vorzugsweise wird der Lötprozess
bei 320 °C
durchgeführt.
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Beispiel 5: Lötverfahren
mit goldbeschichtetem Substrat
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Das
Verfahren wird analog Beispiel 4 durchgeführt, lediglich dass das dabei
verwendeten Substrat nicht aus Gold besteht, sondern eine Goldschicht aufweist.
Alternativ dazu ist es auch möglich,
dass eine Schicht verwendet wird, die aus einer goldhaltigen Legierung
besteht. Einzig maßgebliches
Kriterium dabei ist, dass der Goldanteil der Schicht dabei den des
Lotdepots übersteigen
muss.
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Beispiel 6: Lötvorgang
unter Verwendung hochsiedender Flüssigkeiten
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Während des
Lötvorgangs,
der analog Beispiel 4 durchgeführt
wird, wird das verwendete Substrat während der Temperaturbeaufschlagung
von Glycerin bedeckt und die Temperatur bis 280 °C aufgeheizt. Da der Siedepunkt
des Glycerins bei 280 °C liegt,
kann somit eine weitere Temperaturerhöhung auch bei Zufuhr höherer Leistung
vorteilhafterweise begrenzt werden.