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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung
zum Herstellen von Buchdecken mit abgerundeten Ecken gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 bzw. des Anspruchs 7.
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Buchdecken
mit runden Ecken weisen keine scharfkantigen Ecken auf und bieten
zudem eine erhöhte
Gebrauchsbeständigkeit.
Sie werden z.B. eingesetzt für
Fotoalben, Taschenkalender, Schreibmappen und Kinderbücher. Die
Deckelpappen solcher Buchdecken weisen abgerundete Ecken auf, über die
das an den Ecken sternförmig
ausgestanzte Deckenbezugsmaterial gezogen und angedrückt wird.
Die konkrete Sternform, die für
eine saubere Ausführung
der Einschläge
an den Ecken verantwortlich ist, hängt vom Radius der späteren Rundung,
dem Bezugsmaterial und der Deckeldicke ab. Es dürfen weder größere Materialanhäufungen
auftreten noch sichtbare Zwischenräume.
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Aus
der
DE 41 29 241 A1 ist
ein Verfahren und eine Vorrichtung bekannt, mit denen die Bezüge in den
Eckbereichen um die Kanten der Deckelpappe umgefaltet und angeklebt
werden können.
Die im Bereich der abgerundeten Ecken zungenförmig ausgestanzten Überstände des
Bezuges werden zunächst aufgerichtet
und gegen die Stirnseiten der Seitenkanten gedrückt, umgefaltet und abschließend gegen
die Innenseite der Deckelpappe gedrückt. Das Rundeckeneinschlagwerkzeug
weist hierzu eine Anlegefläche
auf, die der Kontur der abgerundeten Ecke angepasst ist, wobei oberhalb
der Anlegefläche
eine gerade verlaufende Kante vorgesehen ist, die bei der Aufwärtsbewegung
des Werkzeugs die überstehenden Laschen
ausgerichtet aufrichtet. Die Bewegungsrichtung beim Umfalten verläuft geradlinig
von den Seitenkanten weg in Richtung zur Mitte der Buchdecke, in
einem Winkel, der 45° zur
Längsseite
und zur Breitseite der Buchdecke liegt. In der
DE 41 29 241 A1 erfolgt
das Einschlagen der Ecken in einem separatem Arbeitsschritt nach
dem Seiteneinschlag und dem Kopf-/Fußeinschlag.
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In
der Buchdeckenmaschine BDM 20 R der Firma Hörauf ist eine derartige Rundecken-Einschlag-Vorrichtung
in einer zusätzlichen
Bearbeitungsstation vor der Seiteneinschlagstation und der Kopf-/Fußeinschlagstation
realisiert, wobei den drei Einschlagstationen noch eine Kalibrierstation
zum Nachformen der abgerundeten Ecken nachgeordnet ist. Der konstruktive
Aufwand für
die beiden zusätzlichen
Stationen sowie für
das erweiterte Transportsystem zum taktweisen Weitertransport in
die nacheinander angeordneten Bearbeitungsstationen ist nicht unerheblich.
Außerdem
vergrößert sich
die erforderliche Stellfläche
für die
Maschine.
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Der
vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
und eine Vorrichtung zum Herstellen von Buchdecken mit abgerundeten
Ecken gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 bzw. des Anspruchs 7 dahingehend zu verbessern,
dass qualitativ hochwertige Rundecken kostengünstig herstellbar sind. Das
Verfahren soll durch Nachrüstung der
Vorrichtung in bestehende Buchdeckenmaschinen anwendbar sein. Die
Vorrichtung soll bei einfacher Konstruktion ein zuverlässiges und
einwandfreies Einschlagen der Rundecken ermöglichen.
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Diese
Aufgabe wird efindungsgemäß bei dem
Verfahren durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des Anspruchs
1 und bei der Vorrichtung durch den kennzeichnenden Teil des Anspruchs 7
gelöst.
Die Erfindungsidee liegt darin, dass das Andrücken des umgelegten Eckenrandes
mit dem Andrücken
des Seitenrandes einer benachbarten Seitenkante erfolgt, sodass
im Gegensatz zu bekannten Verfahren und Vorrichtungen kein zusätzlicher
Andrückhub
des Rundeckenwerkzeugs erforderlich ist. Der Pressdruck beim Andrücken des
Seitenrandes ist zudem wesentlich höher als bei einem Rundeckenwerkzeug,
das nämlich
aufgrund seiner filigranen Gestaltung nur geringe Presskräfte zulässt. Die Herstellung
qualitativ hochwertiger Rundecken wird ermöglicht. Die Arbeitsschritte
zum Aufrichten, Umlegen und Andrücken
werden in einer der beiden Einschlagstationen für die Seitenränder durchgeführt, wobei
das Aufrichten des Eckenrandes wie auch des Seitenrandes bereits
beim Hineintransport der montierten Buchdecke in die Station erfolgt.
Das Umlegen des Eckenrandes erfolgt unmittelbar vor dem Umlegen
und Andrücken
des betreffenden Seitenrandes. Eine separate Rundeckeneinschlagstation
mit einer Vielzahl von Steuerbewegungen und einem Transportsystem
zum Zu- und Abführen
der Buchdecken ist nicht mehr erforderlich. Die Vorrichtung ist
konstruktiv einfach und ermöglicht
die kostengünstige Herstellung
der Rundecken. Das Rundeckenwerkzeug kann in eine vorhandene Einschlagstation
bestehender Buchdeckenmaschinen, die bisher nicht für die Herstellung
von Buchdecken mit abgerundeten Ecken vorgesehen waren, nachgerüstet werden, sodass
das Verfahren auch in diesen Maschinen anwendbar ist.
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In
einer ersten Ausführungsform
des Verfahrens erfolgt die deckeleinwärts gerichtete Umlegebewegung
für den
aufgerichteten Eckenrand parallel zur betreffenden Seitenkante.
Anschließend
wird das Rundeckenwerkzeug von dieser Seitenkante weg zur Deckelmitte
bewegt. Zum Umlegen der Laschen genügen bereits wenige Millimeter
des parallel zur Seitenkante durchgeführten Umlegehubes, sodass die notwendigen
Arbeitsschritte in zeitlich rascher Folge durchführbar sind, denn die Wegbewegung
des Rundeckenwerkzeuges von der Seitenkante kann zeitgleich mit
der Einwärtsbewegung
des Einschlagwerkzeuges erfolgen. Die rasche Abfolge ermöglicht hohe
Taktleistungen.
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In
einer zweiten Ausführungsform
des Verfahrens wird der Eckenrand von einem im Wesentlichen diagonal
zu den benachbarten Seitenkanten deckeleinwärts bewegten Werkzeug umgelegt.
Das Werkzeug bewegt sich dabei mit einer Bewegungskomponente von
der Seitenkante weg, die dadurch unmittelbar folgend umgelegt wird.
Das Umlegen des Eckenrandes und der Seitenkante erfolgt quasi gleichzeitig,
wodurch hohe Taktleistungen ermöglicht werden.
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Es
ist vorteilhaft, wenn bei einem mehrfach ausgestanzten Eckenrand
die einzelnen Laschen kontrolliert nacheinander aufgerichtet und
ausgerichtet werden, damit sich die einzelnen Laschen nicht gegenseitig
behindern, was beim anschließenden Umlegen
zu Materialanhäufungen
oder sichtbaren Zwischenräumen
führen
würde.
Vorzugsweise wird die mittlere Lasche zuerst aufgerichtet. Eine
vorteilhafte Verfahrensfolge ergibt sich, wenn nach dem gemeinsamen
Andrücken
des Eckenrandes und des einen benachbarten Seitenrandes der andere
benachbarte Seitenrand in einer nachgeordneten Station umgelegt
und angedrückt
wird. Die umgelegten Laschen des Eckenrandes liegen dann unter den
umgelegten Seitenrändern.
In bevorzugter Ausgestaltung des Verfahrens wird der Eckenrand unmittelbar
vor dem Umlegen des Seitenrandes der Kopf-/Fußseite umgelegt und zusammen
mit diesem mit dem Deckel verpresst.
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Bei
der Vorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens ist das wenigstens eine Rundeckenwerkzeug in der
ersten Station zum Umlegen und Andrücken der Seitenränder von
ersten parallel zueinander liegenden Seitenkanten angeordnet. Das
Rundeckenwerkzeug ist zum Umlegen des aufgerichteten Eckenrandes
unmittelbar vor der Umlege- und Andrückbewegung der Einschlagmittel
deckeleinwärts bewegbar
und aus dem Wirkbereich der Einschlagmittel wegbewegbar, zum Andrücken des
umgelegten Eckenrandes mit der Andrückbewegung der Einschlagmittel.
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In
vorteilhafter Ausgestaltung der Vorrichtung weist die Aufrichtkante
des Rundeckenwerkzeugs höhenversetzte
Abschnitte auf, die jeweils einer ausgestanzten Lasche zugeordnet
sind, wodurch beim vertikalen Hineintransport der montierten Buchdecke
in die erste Station die einzelnen Laschen eines mehrfach ausgestanzten
Eckenrands kontrolliert nacheinander aufgerichtet und ausgerichtet
werden. Vorzugsweise steht ein mittlerer Abschnitt der Aufrichtkante
gegenüber
den benachbarten Abschnitten vor, sodass der mittlere Abschnitt
zuerst aufgerichtet wird.
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In
vorteilhafter Ausgestaltung sind in der ersten Station für alle vier
Buchdeckenecken Rundeckenwerkzeuge vorgesehen, wobei je zwei den
Einschlagmitteln einer der beiden, in der Station einzuschlagenen
Seitenkanten zugeordnet sind. So sind an allen vier Ecken gleichzeitig
Rundecken herstellbar.
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Vorzugsweise
ist das Rundeckenwerkzeug an einem Ausleger der Einschlagmittel
aufgenommen. Ein solcher Ausleger ist beispielsweise in bekannten
Buchdeckenmaschinen für
den Eckenknicker vorhanden, der bei der Herstellung von Buchdecken
mit spitzen Ecken zum Einsatz kommt. Der Eckenknicker wird also
ersetzt durch das Rundeckenwerkzeug, wodurch sich die Maschine schnell von
einer Produktionsart auf die andere umstellen lässt. Dieser Ausleger ist hinsichtlich
der Buchdeckengröße verstellbar.
Die Verstelleinrichtung ist somit auch für das Rundeckenwerkzeug nutzbar.
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In
weiterer vorteilhafter Ausgestaltung ist die Anlegefläche am unteren
Ende von einer Umlegekante begrenzt, welche nach dem Hineintransport der
Buchdecke oberhalb des Deckels liegt, wobei das Rundeckenwerkzeug
parallel zur Hauptfläche
der Buchdecke deckeleinwärts
bewegbar ist.
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In
weiterer Ausgestaltung der Vorrichtung ist eine erste Ausführungsform
gebildet durch eine deckeleinwärts
gerichtete Umlegebewegung des Rundeckenwerkzeugs, die parallel zu
der Seitenkante erfolgt, deren Seitenrand unmittelbar nachfolgend umgelegt
und angedrückt
wird, wobei das Rundeckenwerkzeug anschließend aus dem Wirkbereich der
Einschlagmittel wegbewegbar ist. Vorzugsweise vollführt das
Rundeckenwerkzeug dabei nur einen geringen Umlegehub von ein bis
fünf Millimetern.
In vorteilhafter Ausgestaltung dieser ersten Ausführungsform
ist das Rundeckenwerkzeug von den Einschlagmitteln angetrieben wegbewegbar.
Mit der Einwärtsbewegung
der Einschlagleiste wird das Rundeckenwerkzeug synchron zur Deckelmitte
hin bewegt und liegt somit immer außerhalb des Wirkbereichs der
Einschlagmittel. Zusätzliche
Antriebsmittel für
die Wegbewegung sind nicht erforderlich. Da die Einschlagleiste
dem Rundeckenwerkzeug unmittelbar folgt, werden die umgelegten Laschen
ständig
niedergehalten und können
so nicht aufsperren. In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung weist
das Rundeckenwerkzeug ein Andrückelement
auf, das nach Abschluss der parallelen, deckeleinwärts gerichteten Umlegebewegung
zumindest an einem Teil der Rundecke anliegt und diesen verpresst.
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Eine
zweite Ausführungsform
der Vorrichtung ist gebildet durch das schwenkbar am Ausleger der
Einschlagmittel aufgenommene Rundeckenwerkzeug, welches mit der
Umlegebewegung der Einschlagmittel im Wesentlichen diagonal zu den
benachbarten Seitenkanten der betreffenden Ecke deckeleinwärts schwenkbar
ist.
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In
vorteilhafter Ausgestaltung der Vorrichtung umfassen die Einschlagmittel
eine Einschlagleiste, welche zunächst
in einer parallel zur Deckelhauptfläche gerichteten Bewegung den
Seitenrand umlegt und anschließend
in einer Senkrechtbewegung diesen Seitenrand und den umgelegten
Eckenrand auf den Deckel fest andrückt und verpresst. Im Gegensatz
zu anderen Einschlagmitteln, wie Einschlagbürste, ermöglicht die Einschlagleiste
hohe Presskräfte,
sodass im Eckenbereich die Laschen und Seitenränder nahezu ebenbündig verpressbar sind.
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Beispielhafte
Ausführungsformen
der Erfindung werden anhand der beigefügten Zeichnungen detailliert
beschrieben. Es zeigen:
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1 eine
perspektivische Ansicht einer Kopfeinschlagvorrichtung für eine (Kopf-)
Seitenkante einer montierten Buchdecke mit zwei Rundeckenwerkzeugen
für die
beiden abgerundeten Ecken der betreffenden Seitenkante in einer
ersten Ausführungsform;
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2 eine
Schnittansicht der Kopfeinschlagvorrichtung gemäß Schnittverlauf II-II in 1,
in der sich die montierte Buchdecke oberhalb der Kopfeinschlagvorrichtung
befindet.
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3 eine
perspektivische Ansicht einer Kopfeinschlagvorrichtung mit zwei
Rundeckenwerkzeugen in einer zweiten Ausführungsform.
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In
der 1 ist eine Kopfeinschlagvorrichtung 1 dargestellt,
der erfindungsgemäß zwei Rundeckeneinschlagvorrichtungen 2a,b
zugeordnet sind. Die Kopfeinschlagvorrichtung 1 bildet
mit einer nicht näher
dargestellten, gegengleichen Fußeinschlagvorrichtung
eine Kopf-/Fußeinschlagstation
für eine Buchdeckenmaschine,
in der Buchdecken 6 hergestellt werden, die aus je zwei
Deckeln 7a,b aus Karton, einem dazwischen liegenden Pappenschrenz 7c sowie
einem auf die Pappenteile 7a,b,c geklebten Bezugsmaterial 8 bestehen.
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In
einer der Kopf-/Fußeinschlagstation
vorgeordneten Fügestation
werden die Pappenteile 7a,b,c auf das ganzflächig beleimte,
in Übergröße bereitgestellte
und in den Eckenbereichen sternförmig
ausgestanzte Bezugsmaterial 8 aufgebracht. In der Kopf-/Fußeinschlagstation
werden die an der Kopf- und Fußkante
der Buchdecke 6 überstehenden Seitenränder 11a,b
eingeschlagen und in der darauffolgenden Seiteneinschlagstation
die Seitenränder 12 der
quer zu den Kopf-/Fußseiten
liegenden Seitenkanten. Abschließend werden die Buchdecken von
Presswalzen einer Andrückstation
angerieben und in einer Ausfuhrvorrichtung in Stapeln aus der Buchdeckenmaschine
transportiert.
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Das
Einschlagen umfasst das Aufrichten der überstehenden Seitenränder 11a,b, 12,
das Umlegen auf die Innenseite der Deckel 7a,b sowie das
Andrücken
und damit Verpressen mit den Deckeln 7a,b. Beim Kopf-/Fußeinschlag
erfolgt das Aufrichten der Seitenränder 11a,b beim Hineintransport
der montierten Buchdecke 6 in die Kopf-/Fußeinschlagstation.
Die von Saugern 25 gegen Auslegerstützen 26 gehaltene
Buchdecke 6 wird dabei in einem vertikalen Hub mit der
Kopf- bzw. Fußkante
an einer Aufrichtkante 22a einer Hubplatte 22 entlang
bewegt und mit den Auslegerstützten 26 auf
einen Tisch 21 niedergedrückt. Das Umlegen erfolgt dann
mit einem Einschläger 24,
der von einer Schiebeplatte 23 aufgenommen in einem geringen
Abstand zu den Deckeln 7a,b deckeleinwärts bewegt wird. Mit dem Absenken
der Hubplatte 22, in der die Schiebeplatte 23 horizontal
verschieblich geführt
ist, drückt
anschließend
der Einschläger 24 auf
den umgelegten Seitenrand 11a.
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Durch
die erfindungsgemäße Integration
von insgesamt vier Rundeckeneinschlagvorrichtungen 2a,b
in der Kopf-/Fußeinschlagstation
können
die Eckenränder 10 von
abgerundeten Ecken 9 der Buchdecke 6 gleichzeitig
mit den Seitenrändern 11a,b
der Kopf-/Fußkanten
eingeschlagen werden, sodass eine zusätzliche separate Station hierfür in Fortfall
kommt.
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Die
Rundeckeneinschlagvorrichtung 2a,b umfasst ein Rundeckenwerkzeug 3,
das von einem Schlitten 14 aufgenommen in einer Linearführung 15 parallel
zur Kopfkante geführt
ist. Die Linearführung 15 ist
auf einem Träger 16 befestigt,
der außerdem einen
Klotz 18 trägt,
in dem ein kleinbauender, das Rundeckenwerkzeug 3 über eine
Mitnahme 20 antreibender Pneumatikzylinder 19 aufgenommen
ist. Der pneumatisch einfach ansteuerbare Pneumatikzylinder 19 weist
eine Rückstellfeder
auf, mit der das Rundeckenwerkzeug 3 in seiner Ausgangsposition gehalten
wird, welche derart bestimmt ist, dass beim Hineintransport der
montierten Buchdecke 6 in die Kopf-/Fußeinschlagstation die abgerundete
Ecke 9 entlang einer konkav geformten Anlegefläche 4 transportiert
wird.
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Die
Anlegefläche 4 ist
am oberen, der hineintransportierten Buchdecke 6 entgegengerichteten Ende
von einer Aufrichtkante begrenzt, die drei zueinander höhenversetzte
Aufrichtkanten 5a,b,c aufweist. Die mittlere Aufrichtkante 5a steht
dabei gegenüber
den beiden benachbarten Aufrichtkanten 5b,c vor und ist
einer mittleren Lasche 10a des sternförmig ausgestanzten Eckenrandes 10 zugeordnet. Beim
Hineintransport der Buchdecke 6 wird so die mittlere Lasche 10a vor
den beiden benachbarten Laschen aufgerichtet. Die kontrolliert aufgerichteten
Laschen werden in weiterer Transportbewegung der Buchdecke 6 von
der Anlegefläche 4 an
die abgerundete Ecke 9 des Deckels 7a bzw. b angedrückt.
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Sobald
die Buchdecke 6, von den Auslegerstützen 26 niedergedrückt, auf
dem Tisch 21 aufliegt, wird das Rundeckenwerkzeug 3 vom
Pneumatikzylinder 19 um einen geringen Hub von ein bis
fünf Millimeter
parallel zur Kopfkante der Buchdecke 6 deckeleinwärts bewegt.
Eine Umlegekante 4a, die die Anlegefläche am unteren Ende begrenzt,
streicht dabei im geringen Abstand über den Deckel 7a bzw.
b und legt die aufgerichteten Laschen um. Ein an der Hinterseite
des Rundeckenwerkzeugs 3 angebrachtes Andrückblech 13 legt
sich dabei an einen Teilabschnitt der Rundecke an und verpresst
diesen.
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Unmittelbar
auf die Umlegebewegung des Rundeckenwerkzeugs 3 folgend
wird die Schiebeplatte 23 mit dem Einschläger 24 deckeleinwärts bewegt.
Durch eine Mitnahme wird das Rundeckenwerkzeug 3 ebenfalls
von der Kopfkante weg deckeleinwärts
bewegt. Hierzu ist die Rundeckeneinschlagvorrichtung 2a bzw.
b auf einem Ausleger 17 befestigt, der mit einem Klotz 27 in
einer Linearführung 29 horizontal
und quer zur Kopfkante geführt
ist, wobei der Klotz 27 wiederum eine Gleitführung 27a aufweist,
in der ein von der Schiebeplatte 23 ausgehender Winkel 28 geführt ist.
Die beiden Rundeckeneinschlagvorrichtungen 2a,b befinden
sich dadurch immer im gleichen Abstand zum Einschläger 24.
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Mit
der Umlegebewegung des Einschlägers 24 wird
der Seitenrand 11a umgelegt, wobei der Seitenrand die zuvor
umgelegten Eckenränder 10 teilweise
mit abdeckt. Umgelegte Eckenränder 10 und der
Seitenrand 11a werden abschließend mit der vertikal erfolgenden
Andrückbewegung
des Einschlägers 24 nahezu
ebenbündig
mit den Deckeln 7a,b verpresst.
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In
den beiden 1 und 2 sind an
den bewegten Bauteilen der Kopfeinschlagvorrichtung 1 Richtungspfeile
mit Bezugszeichen a bis d eingezeichnet, aus der die Reihenfolge
der einzelnen Funktionsschritte für die erste Ausführungsform
ersichtlich wird:
- a vertikale Zuführtransport
der Buchdecke 6 in die Kopfeinschlagvorrichtung 1 und
damit Aufrichten der Eckenränder 10 und
des Seitenrandes 11a;
- b horizontale, parallel zur Kopfkante deckeleinwärts gerichtete
Umlegebewegung des Rundeckenwerkzeugs 3 zum Umlegen des
Eckenrandes 10;
- c horizontale, quer zur Umlegebewegung des Rundeckenwerkzeugs 3 deckeleinwärts gerichtete
Umlegebewegung des Einschlägers 24,
wobei das Rundeckenwerkzeug 3 durch Mitnahme von der Kopfkante
synchron wegbewegt wird;
- d vertikale Andrückbewegung
des Einschlägers 24 zum
Andrücken
des eingeschlagenen Seitenrandes 11a der Kopfkante gemeinsam
mit den Eckenrändern 10 der
zugehörigen
abgerundeten Ecken der Kopfkante.
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Bei
dem Ausleger 17 handelt es sich um einen in bekannten Buchdeckenmaschinen
vorhandenen Ausleger, an dem zur Herstellung von Buchdecken mit
spitzen Ecken der Eckenknicker aufgenommen ist. Durch einfachen
Austausch der Werkzeuge lässt
sich die Buchdeckenmaschine schnell von einer Produktionsart auf
die andere umstellen. Vorteilhaft ist nicht nur, dass die Bewegung
dieses Auslegers für beide
Produktionsarten nutzbar ist, auch die Verstellung der Ausleger
hinsichtlich der Buchdeckengröße ist identisch
nutzbar, sodass zur Integration der Rundeckeneinschlagvorrichtung 2a,b
keine größeren Konstruktionsaufwände erforderlich
sind, außer
einem Pneumatikanschluss für
die Pneumatikzylinder 19 und einem entsprechenden Steuercode
in der Ablaufsteuerung.
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Eine
zweite Ausführungsform
der Erfindung ist in 3 als Rundeckeneinschlagvorrichtungen 35a,b
dargestellt. Das Rundeckenwerkzeug 3 ist hierbei an einem
Schwenkarm 30 aufgenommen, der oberhalb der Hubplatte 22 über ein
Drehgelenk 32 an einem Halter 33 aufgenommen ist
und zwischen Führungsplatten 31 geführt ist.
Durch eine am Schwenkarm 30 angreifende Zugfeder 34 wird
das Rundeckenwerkzeuges 3 in seiner Ausgangsposition gehalten.
Die Zuführung
der Buchdecke 6 mit dem Aufrichten des Eckenrandes 10 an
den Aufrichtkanten 5a,b,c erfolgt wie bei der ersten Ausführungsform.
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Die
zweite Ausführungsform
unterscheidet sich jedoch in der Form der Umlegebewegung des Rundeckenwerkzeugs 3 und
seiner Betätigung.
Eine direkte Betätigung
des Rundeckenwerkzeugs 3 ist nämlich nicht vorgesehen. Das
Rundeckenwerkzeug 3 schwenkt mit der Umlegebewegung des
Einschlägers 24 deckeleinwärts, indem
der Einschläger 24 das
Rundeckenwerkzeug 3 entgegen der Federkraft vor sich herschiebt.
Dabei vollführt
das Rundeckenwerkzeug 3 eine im Wesentlichen zu den beiden
benachbarten Seitenrändern 11a und 12 diagonale,
deckeleinwärts
gerichtete Umlegebewegung.
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Das
Umlegen des Seitenrandes 11a erfolgt dabei fast gleichzeitig
mit dem Umlegen des Eckenrandes 10. In der 3 ist
deshalb der Funktionsschritt des Umlegens des Eckenrandes 10 durch
das Rundeckenwerkzeug 3 mit einem gestrichelten Richtungspfeil
ge kennzeichnet, wobei noch die Bezeichnung b ← c angegeben wurde. Die nacheinander
ausgeführten
Funktionsschritte der zweiten Ausführungsform sind wie folgt:
- a vertikaler Zuführtransport der Buchdecke 6 in die
Kopfeinschlagvorrichtung 1 und damit Aufrichten der Eckenränder 10 und
des Seitenrandes 11a;
- c horizontale, deckeleinwärts
gerichtete Umlegebewegung des Einschlägers 24, wobei die
beiden Rundeckenwerkzeuge 3 durch synchrone Mitnahme in
einer horizontalen, diagonal zu den Seitenrändern 11a und 12 deckeleinwärts verlaufenden Umlegebewegung
(b) von der Kopfkante weggeschwenkt werden, zum Umlegen der Eckenränder 10 unmittelbar
vor dem Umlegen des Seitenrandes 11a;
- d vertikale Andrückbewegung
des Einschlägers 24 zum
Andrücken
des eingeschlagenen Seitenrandes 11a der Kopfkante gemeinsam
mit den Eckenrändern 10 der
zugehörigen
abgerundeten Ecken der Kopfkante.
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Die
Integration der Rundeckeneinschlagvorrichtung 35a,b gemäß der zweiten
Ausführungsform erfordert
keine außerordentlichen
Konstruktionsaufwände.
Zur Aufnahme der Halter 33 ist lediglich eine ortsfeste
Schiene 36 in der Kopfeinschlagvorrichtung 1 vorzusehen.
Die Rundeckeneinschlagvorrichtung 35a,b benötigt keine
zusätzlichen
Antriebsmittel, sodass auch keine Änderungen in der Ablaufsteuerung der
Buchdeckenmaschine erforderlich werden.
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Die
Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist nicht beschränkt
auf die Herstellung von vierteiligen Buchdecken. Mit der Vorrichtung
sind ebenso Spielbretter als zwei bzw. dreiteilige Deckelkonstruktionen
wie auch komplexe, sechs- oder mehrteilige Buchdecken mit abgerundeten
Ecken herstellbar. Dabei ist das Verfahren und die Vorrichtung nicht
beschränkt
auf das Einschlagen von sternförmig
ausgestanzten Eckenrändern 10.
Ebenso sind auch Einzellaschen verarbeitbar. Neben spitz auslaufenden
Laschen können
auch zungenförmig und/oder
hinterschnitten ausgebildete Laschen eingeschlagen werden.
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- 1
- Kopfeinschlagvorrichtung
- 2a,b
- Rundeckeneinschlagvorrichtung
- 3
- Rundeckenwerkzeug
- 4
- konkave
Anlegefläche
- 4a
- Umlegekante
- 5a
- vorstehende
Aufrichtkante
- 5b,c
- Aufrichtkante
- 6
- Buchbdecke
- 7a,b
- Deckel
- 7c
- Pappenschrenz
- 8
- Bezugsmaterial
- 9
- abgerundete
Ecke
- 10
- Eckenrand
- 10a
- Lasche
- 11a
- (Kopf-)
Seitenrand
- 11b
- (Fuß-) Seitenrand
- 12
- Seitenrand
- 13
- Andrückblech
- 14
- Schlitten
- 15
- Linearführung
- 16
- Träger
- 17
- Ausleger
- 18
- Klotz
- 19
- Pneumatikzylinder
- 20
- Mitnahme
- 21
- Tisch
- 22
- Hubplatte
- 22a
- Aufrichtkante
- 23
- Schiebeplatte
- 24
- Einschläger
- 25
- Sauger
- 26
- Auslegerstütze
- 27
- Klotz
- 27a
- Gleitführung
- 28
- Winkel
- 29
- Linearführung
- 30
- Schwenkarm
- 31
- Führungsplatte
- 32
- Drehgelenk
- 33
- Halter
- 34
- Zugfeder
- 35a,b
- Rundeckeneinschlag
-
- vorrichtung
- 36
- Schiene