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Die Erfindung betrifft eine Dichtungsanordnung eines Fensters oder einer Tür mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
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Eine derartige Dichtungsanordnung kommt insbesondere zum Einsatz bei Fenstern oder Türen, bei denen auch im geschlossenen bzw. verriegelten Zustand des Flügels eine Belüftung des durch das Fenster oder die Tür geschlossenen Raumes möglich sein soll. Dazu weist die Dichtungsanordnung zumindest ein bewegliches Dichtungselement auf, das auch im geschlossenen Zustand des Flügels einen Spalt für Luftdurchtritt zwischen der festen Einfassung, d.h. einem Rahmen, und einem Flügel frei gibt. Es ist jedoch notwendig, dass die Dichtungsanordnung den Spalt zuverlässig verschließt, wenn kein Luftdurchtritt erwünscht ist.
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Aus der
DE 2 040 261 A ist eine bewegliche Dichtung zum Abdichten eines Luftspalts zwischen einem Flügel und einem Rahmen eines Wohnraumdachfensters bekannt geworden. Dabei können die Dichtungen verschiebbar oder klappbar ausgebildet sein.
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Aus der
DE 3 012 660 A1 ist eine fußbodenseitige Türdichtungsvorrichtung bekannt. In einer Profilschiene mit rechteckigem, unten offenem Querschnitt ist eine Leiste mit profiliertem Gummistreifen angeordnet. Durch den Gummistreifen ist bei geschlossener Tür ein gegen den Fußboden gedrückter Schlauch gebildet. An der Profilschiene ist unten an jeder Seite ein Vorsprung gebildet. Der profilierte Gummistreifen weist eine Wand auf, deren einer Rand an der Leiste befestigt ist, während der andere Rand am Vorsprung befestigt ist und in der Ebene der Anschlagfläche des Türblatts liegt.
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Aus der
JP 08074480 A ist eine Dichtungsanordnung für ein Wandpaneel bekannt. An einer bewegbaren Leiste ist eine schlauchförmige Dichtung vorgesehen. Zwischen der Leiste und dem Paneel ist eine Dichtung in Form einer Lippe vorgesehen.
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Aus der
DE 199 07 242 A1 ist eine Befestigung einer Dichtung an einem Dichtelement bekannt.
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In der
DE 33 46 735 A1 ist eine Bodenabdichtung für faltbare oder verschiebbare Türen oder Wände beschrieben, deren Flügel an Tragorganen längs in der Schließebene verlaufenden Tragschienen verfahrbar sind. Um auch bei der Anbringung derartiger Türen in den Außenwänden von Gebäuden eine ausreichend luft- und wasserdichte Abdichtung zu verwirklichen, sind mindestens an den unteren Horizontalkanten der Flügel vertikale Dichtflansche vorgesehen.
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Bei der in der
DE 195 16 530 A1 beschriebenen Dichtungsvorrichtung ist zwischen einem Dichtelement und einem Profil ein textiler Belag vorgesehen.
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Aus der
AT 185 264 B ist ein Verschluß für Türen, Fenster od. dgl. mit sich im Wesentlichen über die ganze Länge der Dichtungsfalze erstreckenden und seitlichen Verschlußnuten eingreifenden Verschlußleisten bekannt, wobei die Verschlußleisten zu einer gemeinsamen nach innen oder außen führenden Kreisbogenbewegung durch Winkelhebel über Eck miteinander gekoppelt sind.
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Gemäß der
DE 20 304 351 U1 ist in der Nut eines Türblatts eine als Dichtelement wirkende U-förmige Profilschiene vorgesehen, an der eine erste Dichtung angeordnet ist. Die erste Dichtung weist Schenkel auf. Beim Bewegen des Dichtungselements in eine Dichtstellung drücken die zur Nutwandung gerichteten freien Enden des Dichtelements die zweite Dichtung gegen die Nutwandung, so dass ein Spalt zwischen dem Dichtelement und der Nutwandung abgedichtet wird.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Dichtungsanordnung bereit zu stellen, mit der eine zuverlässige Abdichtung des Spalts möglich ist.
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Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Dichtungsanordnung mit den Merkmalen des Anspruchs 1. Wenn das Dichtungselement beweglich an dem Flügel oder der festen Einfassung angeordnet ist, ergibt sich in der Regel ein geringer Spalt zwischen dem Dichtungselement und dem Flügel bzw. der festen Einfassung, durch den zusätzlich Luft von außen in einen Innenraum dringen kann, obwohl die erste Dichtung dichtend an der Dichtungsanlagefläche anliegt. Eine verbesserte Dichtwirkung der Dichtungsanordnung kann daher erreicht werden, wenn auch dieser Luftdurchtritt verhindert wird, indem eine zweite Dichtung vorgesehen ist, die den Spalt zwischen Flügel bzw. fester Einfassung und zugeordnetem Dichtungselement abdichtet.
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Unter einer Bewegung des Dichtungselements in Falzquerrichtung wird sowohl eine Linearbewegung senkrecht oder schräg zum Falz als auch eine Schwenkbewegung verstanden. Das bewegliche Dichtungselement kann dabei an dem Flügel oder an der festen Einfassung angeordnet sein und sich relativ zu diesen bewegen.
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Das Dichtungselement weist vorzugsweise an einem einer zugeordneten Dichtungsanlagefläche zugewandten Ende die erste Dichtung auf. Die Dichtungsanlagefläche kann beispielsweise die Falzseite eines Rahmenquerholms einer festen Einfassung sein oder an einer daran befestigten Schiene bzw. einem daran befestigten Profil ausgebildet sein.
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Eine Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die erste Dichtung verformbar ist und sich im abdichtenden Zustand bei Anlage an der Dichtungsanlagefläche verformt. Durch diese Maßnahme bildet sich zwischen der Dichtung und der Dichtungsanlagefläche eine Dichtfläche aus. Zur Ausbildung dieser Dichtfläche ist wegen der Verformbarkeit der ersten Dichtung nur eine geringe Kraft erforderlich. Insbesondere muss die Dichtung nicht mit einem großen Anpressdruck gegen die Dichtungsanlagefläche verpresst werden. Im abdichtenden Zustand der Dichtungsanordnung wird der Luftdurchtritt durch den Spalt daher sicher verhindert.
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Die erste Dichtung weist eine Hohlkammer auf. Dies bedeutet, dass die Dichtung schlauchartig ausgebildet sein kann. Dadurch ergibt sich eine besonders gute Wärmeisolierung. Sie erfüllt dadurch eine Doppelfunktion: die Abdichtung gegen Luftdurchtritt und die Wärmeisolierung. Eine Dichtung mit einer Hohlkammer ist einfach verformbar. Vorzugsweise ist sie außerdem elastisch ausgebildet, so dass sie im Öffnungszustand der Dichtungsanordnung ihre ursprüngliche Form annimmt.
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Erfindungsgemäß ist die zweite Dichtung mit einem Ende an der ersten Dichtung befestigt. Bei einer Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die zweite Dichtung einen lappenartigen flexiblen Dichtabschnitt aufweist. Durch die lappenartige flexible Ausbildung der zweiten Dichtung kann das gegenüberliegende Ende der zweiten Dichtung dabei ständig an dem Flügel oder der festen Einfassung, an dem oder der das Dichtungselement angeordnet ist, anliegen, unabhängig davon, ob sich das Dichtungselement in einer abdichtenden oder in einer Öffnungsstellung befindet. Dies bedeutet, dass durch die zweite Dichtung die Bewegung des beweglichen Dichtungselements aufgefangen bzw. mitgemacht wird. Alternativ kann vorgesehen sein, dass die zweite Dichtung am Flügel oder der festen Einfassung, an dem oder der das Dichtungselement angeordnet ist, befestigt ist und mit einem freien Ende an dem beweglichen Dichtungselement entlang gleitet und dadurch eine Dichtwirkung erzielt wird.
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Besonders vorteilhaft ist es, wenn die erste und zweite Dichtung miteinander verbunden sind. Dadurch kann es ausreichend sein, nur eine der beiden Dichtungen mit dem Dichtungselement zu verbinden. Außerdem wird es bei dieser Ausführungsform möglich, die erste und zweite Dichtung derart auszubilden, dass das Dichtungselement so nach außen abgeschirmt wird, dass es keine Kältebrücke bildet. Eine Tauwasserbildung an dem Dichtungselement, das häufig aus Aluminium hergestellt ist und dadurch ein guter Wärmeleiter ist, kann dadurch verhindert werden.
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Bei einer vorteilhaften Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass die Dichtungen materialschlüssig verbunden sind. Durch diese Maßnahme sind die erste und zweite Dichtung besonders gut gegeneinander abgedichtet.
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Vorteilhafterweise bilden die erste und zweite Dichtung eine einstückige Dichtung. Dies bedeutet, dass die erste und zweite Dichtung zusammen, d.h. in einem Herstellungsvorgang hergestellt werden können.
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Die Montage wird erleichtert und die Verbindung der ersten Dichtung mit dem Dichtungselement verbessert, da die erste Dichtung einen ersten Befestigungsabschnitt, insbesondere ersten Verankerungsabschnitt, zur Befestigung an dem Dichtungselement, insbesondere zur Verankerung in einer zugeordneten Verankerungsaufnahme des beweglichen Dichtungelements, aufweist. Der Verankerungsabschnitt kann mit Spreizelementen oder Widerhaken ausgebildet sein, so dass der Verankerungsabschnitt zur Verankerung nur in die Verankerungsaufnahme eingesteckt werden muss und dort ohne weitere Befestigungsmaßnahme sicher hält.
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Die zweite Dichtung ist an dem Flügel oder der ersten Einfassung, an dem oder der das Dichtungselement angeordnet ist, befestigt. Durch diese Maßnahme wird eine besonders gute Abdichtung des Dichtungselements gegenüber dem Flügel oder der festen Einfassung erzielt.
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Die zweite Dichtung weist einen zweiten Verankerungsabschnitt auf, der in einer zugeordneten Verankerungsaufnahme des Flügels oder der festen Einfassung verankert ist. Durch diese Maßnahme wird die Befestigung der zweiten Dichtung an dem Flügel oder der Einfassung besonders einfach möglich. Auch der zweite Verankerungsabschnitt kann Spreizelemente oder Widerhaken aufweisen und dadurch in der Verankerungsaufnahme gehalten werden.
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Nachstehend wird die Erfindung anhand schematischer Darstellungen zu Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen:
- 1 einen teilweisen Querschnitt durch ein Ausführungsbeispiel einer nicht erfindungsgemäßen Dichtungsanordnung;
- 2 einen teilweisen Querschnitt durch ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Dichtungsanordnung;
- 3 einen Querschnitt durch eine erste und zweite Dichtung;
- 4 einen Querschnitt durch ein Dichtungselement.
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1 zeigt eine erste Dichtungsanordnung 1 zur Abdichtung eines Spalts 2 zwischen einem Flügel 3 und einer festen Einfassung 4 . Von der festen Einfassung 4 ist ein Teil eines Rahmenholms dargestellt. Vom Flügel 3 , der als Schiebetürflügel ausgebildet ist, ist nur ein falzseitiger Teil dargestellt, der eine Beschlagteilnut 5 aufweist. Die Dichtungsanordnung 1 umfasst ein erstes und ein zweites Dichtungselement 6 , 7 . Die Dichtungselemente 6 , 7 sind linear in Falzquerrichtung beweglich. Das Dichtungselement 6 ist in einem Öffnungszustand gezeigt und das Dichtungselement 7 ist in einem abdichtenden Zustand gezeigt. Obwohl die Dichtungselemente 6 , 7 in der 1 in unterschiedlichen Stellungen gezeigt sind, sind sie normalerweise gekoppelt, so dass sie gemeinsam einen abdichtenden oder einen Öffnungszustand einnehmen. Dichtungsanordnungen mit nur einem Dichtungselement 6 , 7 sind ebenfalls denkbar. An der festen Einfassung 4 sind Dichtungsanlageflächen 8 , 9 vorgesehen. An der den Dichtungsanlageflächen 8 , 9 gegenüber liegenden Stirnseite weisen die Dichtungselemente 6 , 7 Verankerungsaufnahmen 10 , 11 auf, in die als erste Verankerungsabschnitte 12 , 13 ausgebildete Befestigungabschnitte von ersten Dichtungen 14 , 15 eingesteckt sind. Die ersten Dichtungen weisen eine Hohlkammer 16 , 17 auf und sind aus elastischem Material ausgebildet, so dass sie sich in Anlage mit der Dichtungsanlagefläche 8 , 9 verformen. Dies ist anhand der ersten Dichtung 15 besonders gut zu erkennen. Eine zweite Dichtung 21 , 22 ist in einem Spalt 18 , 19 zwischen den Nutflanken 25 , 26 und den Dichtungselementen 6 , 7 vorgesehen.
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In der 2 ist eine alternative Dichtungsanordnung 20 im Querschnitt dargestellt. Die den in der 1 entsprechenden Bauteile sind mit denselben Bezugsziffern bezeichnet wie in der 1. In Verankerungsaufnahmen 10 , 11 auf der der festen Einfassung 4 zugewandten Seite der Dichtungselemente 6 , 7 ist jeweils ein erster Verankerungsabschnitt 12 , 13 eingesteckt, wobei die ersten Verankerungsabschnitte 12 , 13 Teil einer ersten Dichtung 14 , 15 sind. Mit der ersten Dichtung 14 , 15 verbunden ist eine zweite Dichtung 21' , 22' , die einen lappenartigen flexiblen Dichtabschnitt 23 , 24 aufweist. Durch die zweite Dichtung 21 , 22 wird Luftdurchtritt durch einen Spalt zwischen den Dichtelementen 6 , 7 und dem Flügel 3 , insbesondere den Nutflanken 25 , 26 verhindert. Durch die zweite Dichtung 21' , 22' wird jedoch auch verhindert, dass Luft unmittelbar mit den Dichtelementen 6 , 7 in Kontakt tritt. Da die Dichtelemente 6 , 7 häufig aus einem gut wärmeleitfähigen Material, beispielsweise Aluminium hergestellt sind, werden durch diese Maßnahme Kältebrücken verhindert. Die zweite Dichtung 21' , 22' weist einen Verankerungsabschnitt 27 , 28 auf, der in einer Verankerungsaufnahme 29 , 30 gehalten ist. Die Verankerungsaufnahme 29 , 30 sind als Nuten ausgebildet, die parallel zur Nut 5 verlaufen. Insbesondere in Holzrahmen werden diese Nuten 29 , 30 ohnehin im selben Arbeitsgang wie die Nut 5 eingebracht. Diese Nuten werden daher vorzugsweise als Verankerungsaufnahmen 29 , 30 verwendet. Die Dichtabschnitte 23 , 24 sind flexibel ausgebildet, so dass eine Bewegung der ersten Dichtung 14 , 15 zusammen mit den Dichtelementen 6 , 7 nicht behindert wird.
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In der 3 ist eine Dichtung 35 , die sich aus einer ersten Dichtung 14 und einer zweiten Dichtung 21' zusammensetzt. Die erste und zweite Dichtung 14 , 21 sind an der Stelle 36 materialschlüssig miteinander verbunden. Die erste Dichtung 14 weist einen Verankerungsabschnitt 12 mit als Widerhaken ausgebildeten Stegen 37 . Die Stege 37 sind elastisch ausgebildet, so dass sie sich beim Einbringen in die zugeordnete Verankerungsaufnahme an den Verankerungsabschnitt 12 anlegen und anschließend seitlich gegen die Verankerungsaufnahme drücken. Dadurch wird ein sicherer Halt in der Verankerungsaufnahme sichergestellt. Die erste Dichtung 14 weist eine Hohlkammer 17 auf, durch die eine gute Wärmeisolation erreicht wird.
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An der zweiten Dichtung 21 ist ein zweiter Verankerungsabschnitt 27 vorgesehen, der einseitige Stege 38 aufweist, die sich ebenfalls an dem Verankerungsabschnitt 27 beim Einbringen in die zugeordnete Verankerungsaufnahme anlegen können und anschließend von innen gegen eine Seitenwand der Verankerungsaufnahme drücken. Durch die Ausgestaltung der Verankerungsabschnitte 12 , 27 wird sichergestellt, dass Luft nicht entlang der Verankerungsabschnitte 12 , 27 in den Verankerungsaufnahmen durchtreten kann. Mit dem Verankerungsabschnitt 27 und der ersten Dichtung 14 ist der lappenartige flexible Dichtabschnitt 23 materialschlüssig verbunden.
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In der 4 ist ein Dichtelement 6 dargestellt, welches eine erste Verankerungsaufnahme 10 aufweist. Die Verankerungsaufnahme 10 weist Hintergriffe 40 , 41 auf, die die Stege 37 des ersten Verankerungsabschnitts 12 hintergreifen und dadurch die erste Dichtung 14 über den Verankerungsabschnitt 12 sicher halten.