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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines integrationsfähigen NPN-Bipolar-Transistors
und eines PNP-Bipolar-Transistors.
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Bipolar-Transistoren
sind als Halbleiterbauelemente allgemein bekannt. Eine kurze Übersicht über die
vielfältigen
Herstellungsverfahren von Bipolartransistoren ist in dem Zeitschriftenartikel „Advances
in Bipolar VLSI" von
George R. Wilson in Proceedings of the IEEE, Vol. 78, No. 11, 1990,
S. 1707 bis 1719 angegeben.
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Nachfolgend
wird ein Standardprozess zur Herstellung von Bipolar-Transistoren
näher beschrieben.
Zunächst
wird eine auch als vergrabene Schicht bezeichnete Subkollektorzone
in ein p-dotiertes Halbleitersubstrat eindiffundiert, durch die
der Kollektorbahnwiderstand des Transistors wirksam reduziert werden
kann. Anschließend
wird das Halbleitersubstrat mit einer epitaktischen n-leitenden
Schicht überzogen.
Danach werden in der epitaktischen Schicht elektrisch isolierte
Gebiete abgeteilt. Die Isolation dieser sogenannten epi-Inseln erfolgt über in Sperrrichtung
gepolte pn-Übergänge, die
durch tief eindiffundierte p-Zonen geschaffen werden. Es folgen
weitere Diffusionsschritte, mit denen die Basis und Emittergebiete
des NPN-Bipolar-Transistors definiert werden. Anschließend wird
die Kontaktierung für
die Transistoranschlüsse
vorgenommen.
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Die
DE 198 44 531 A1 beschreibt
ein vereinfachtes Verfahren zur Herstellung von Halbleiterbauelementen,
insbesondere Bipolar-Transistoren, bei dem ein Epitaxie- und Isolationsprozess
wie beim Standardbipolarprozess nicht mehr erforderlich ist. Das
vereinfachte Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass auf das Halbleitersubstrat
eine Maske aufgebracht wird, die ein Fenster definiert, das von
einer umlaufenden Kante begrenzt wird, und eine n-dotierte bzw.
p-dotierte Wanne mittels Hochvoltionenimplantation in dem Halbleitersubstrat
erzeugt wird. Die Hochvoltionenimplantation erfolgt mit einer Energie, die
ausreichend hoch ist, so dass an der Oberfläche des Halbleitersubstrates
eine p-dotierte bzw. n-dotierte
Innenzone verbleibt, während
die Randzone der n-dotierten bzw. p-dotierten Wanne bis an die Oberfläche des
Substrats reicht. Ausgehend von dieser Halbleiterstruktur lassen
sich sowohl NPN- als auch PNP-Transistoren herstellen. Die
DE 198 44 531 A1 schlägt eine
Implantation von Phosphorionen mit einer Implantationsenergie von
6 MeV vor.
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Herkömmliche
integrierte Bipolartransistoren sind vertikale Transistoren, d.
h. der Kollektor-Emitter-Strom fließt senkrecht zur Waferoberfläche. Da die
lateralen Dimensionen meistens viel größer als die vertikalen sind,
kann man den Transistor zunächst
auf ein eindimensionales Bauelement reduzieren. Im gesperrten Transistor
fällt die
angelegte Spannung an der Kollektor-Basis-Sperrschicht ab. Sie muss daher für möglichst
hohe Durchbruchspannungen ausgelegt sein. Die Feldlinien sind ebenfalls senkrecht
zur Waferoberfläche
ausgerichtet. Bei angelegter Sperrspannung werden die Majoritätsladungsträger beiderseits
des pn-Übergangs
zurückgezogen,
wodurch eine Zone entsteht, die an beweglichen Ladungsträgern verarmt
ist (Verarmungszone). In dieser verbleiben die ortsfesten negativ
geladenen Akzeptoren und die ebenfalls ortsfesten positiv geladenen
Donatoren, so dass eine Raumladung entsteht, die ein elektrisches
Feld aufbaut. Daher heißt
die Verarmungszone auch Raumladungszone. Mit zunehmender Sperrspannung
steigt die Raumladung zu beiden Seiten des pn-Übergangs
an und damit auch die Feldstärke.
Die lokale Feldstärke
E(x) erhält
man durch Integration der Raumladung von einer Kante x1 der
Raumladungszone bis zur Tiefe x geteilt durch die Dielektrizitätskonstante.
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Da
die Raumladungszone an Majoritätsladungsträgern verarmt
ist, ergibt sich die Raumladung aus dem Produkt der Elementarladung
q und der Differenz der (Volumen-)Konzentrationen der Donatoren
ND und der Akzeptoren NA. Auf der p-dotierten Seite dominieren die
negativ geladene Akzeptoren und auf der n-dotierten Seite die positiv geladnen
Donatoren. Wegen der Neutralitätsbedingung
müssen die
Ladungen auf beiden Seiten des pn-Übergangs vom Betrag gleich
groß sein.
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Durch
die Integration der Feldstärke über die Raumladungszone
erhält
man die an dem pn-Übergang
anliegende Spannung V.
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Die
Integrationsgrenzen x1 und x2 entsprechen
dabei den Kanten der Raumladungszone.
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Ab
einer bestimmten material- und dotierungsabhängigen Feldstärke EDB, die bei Silizium zwischen 150–1000 kV/cm
liegt, findet ein Lawinen-Durchbruch statt. Um eine hohe Sperrspannung zu
erreichen, ohne die Durchbruchsfeldstärke EDB zu überschreiten,
ist eine bestimmte Mindesttiefe und ein geeignetes Dotierungsprofil
für den
Kollektor erforderlich. Bei herkömmlichen
Transistoren ist die Durchbruchsspannung zwischen Basis und Kollektor UCB0 durch die Tiefe der Kollektordotierung
und deren Dotierungsprofil limitiert. Da mehrere Mikrometer tiefe
Dotierungen nicht nur aufwändig
herzustellen und schwierig von der Oberfläche her anzuschließen sind,
sondern auch lateral zu großen
Strukturen führen
und damit viel kostbare Chipfläche
benötigen, weisen
integrierte Bipolartransistoren nur eine sehr begrenzte Spannungsfestigkeit
auf. Verschärft
wird dieser Umstand dadurch, dass bei offener Basis bereits bei
einer wesentlich geringeren Spannung UCE0 (<< UCB0) ein
Kollektor-Emitter-Durchbruch (UCE0-Durchbruch stattfindet). Er resultiert
daraus, dass in Gebieten ausreichend hoher Feldstärke thermisch
generierte Ladungsträger
so stark beschleunigt werden, dass sie genügend Energie haben, um durch
Herausschlagen von weiteren Elektronen aus den Bindungen des Si-Kristalls
weitere Elektron-Loch-Paare
zu erzeugen (Multiplikationseffekt). Geschieht dies in der Raumladungszone
des Kollektor-Basis-Übergangs
direkt unter dem Emitter-Basis-Übergang,
so können
im Fall eines NPN-Transistors die erzeugten Löcher über die Basis in den Emitter
abfließen
und wirken dabei wie ein Basisstrom. Dieser wird im Emitter als
um die Stromverstärkung
B erhöhter
Elektronstrom wieder emittiert, der seinerseits in den Kollektor
fließt,
wo er erneut per Multiplikationseffekt verstärkt wird. So entsteht durch
eine positive Rückkopplung
der UCE0-Durchbruch.
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Der
Zusammenhang zwischen U
CE0, U
CB0 und
Stromverstärkung
B kann durch folgende Gleichung beschrieben werden:
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Die
Angaben für
den empirischen Parameter n lauten unterschiedlich:
n = 4
n
= 4 für
NPN- und n = 2 für
PNP-Transistoren
n = 4 für
NPN- und n = 6 für
PNP-Transistoren
n = 4 für
n-Silizium und n = 2 für
p-Silizium
oder pauschal n = 3 .. 6.
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Mit
dem am häufigsten
genannten Wert von n = 4 und einer typischen Stromverstärkung von
B = 100 erhält
man UCE0 ≈ 1/3·UCB0. Mit zunehmendem Kollektorstrom reduziert
sich die Durchbruchsspannung sogar noch etwas, so dass der sichere
Arbeitsbereich eines Bipolartransistors im Allgemeinen nur bis etwa
5 V unter UCE0 reicht.
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Aus
der
US 2001/0
017 379 A1 ein NPN-Transistor in einem n-dotierten Halbleitersubstrat
bekannt, der über
eine vergrabene p-dotierte Schicht und eine oberhalb der vergrabenen
p-dotierten Schicht angeordnete n-dotierte Schicht verfügt, die
den Kollektor bildet. Oberhalb der n-dotierten Schicht, die den
Kollektor bildet, befindet sich eine p-dotierte Schicht, die die
Basis bildet. Innerhalb der p-dotierten Schicht, die die Basis bildet,
ist eine n-dotierte Schicht angeordnet, die den Emitter bildet.
Zwischen der die Basis bildenden p-dotierten Schicht und der den
Kollektor bildenden n-dotierten Schicht bildet sich eine erste Raumladungszone
aus, während
sich eine zweite Raumladungszone zwischen der den Kollektor bildenden
n-dotierten Schicht und der vergrabenen p-dotierten Schicht ausbildet.
Der Transistor zeichnet sich dadurch aus, dass die sich beim Betrieb
mit zunehmendem Potential am Kollektor ausdehnende erste und zweite
Raumladungszone die gesamte Tiefe der den Kollektor bildenden n-dotierten
Schicht durchdringen, bevor die kritische Feldstärke für einen Durchbruch zwischen
Kollektor und Emitter erreicht wird.
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Bei
dem bekannten NPN-Transistor wird die vergrabene p-dotierte Schicht
durch einen konventionellen Implantationsschritt hergestellt, bevor
die den Kollektor bildende n-dotierte Schicht im Epitaxie-Verfahren
aufgetragen wird.
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Darüber hinaus
sieht der aus der
US
2001/0 017 379 A1 bekannte NPN-Transistor nicht eine vollständige Isolation
des Transistors von dem Substrat vor.
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Die
DE 198 44 531 A1 beschreibt
ein Verfahren zur Herstellung von integrationsfähigen Transistoren, ausgehend
von einem p-dotierten Halbleitersubstrat. Auf das Halbleitersubstrat
wird zunächst eine
Maske zur Definition eines von einer umlaufenden Kante begrenzten
Fensters aufgebracht. Anschließend
wird eine n-dotierte Wanne in dem Halbleitersubstrat mittels Ionenimplantation
mit einer Energie erzeugt, die ausreichend ist, dass an der Oberfläche des
Halbleitersubstrats eine p-dotierte Innenzone verbleibt, wobei die
Randzone der n-dotierten Wanne bis an die Oberfläche des Halbleitersubstrats reicht.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren zur Herstellung
eines vollständig
sperrschichtisolierten NPN- oder PNP-Transistors anzugeben, dessen
relevante Sperrspannungen erhöht sind.
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Die
Lösung
dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß mit den in den unabhängigen Patentansprüchen angegebenen
Merkmalen.
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Das
Grundprinzip der erfindungsgemäßen Transistoren
bzw. des erfindungsgemäßen Verfahrens
liegt in der relativ niedrigen Dotierungskonzentration der vergrabenen
Schicht. Die Dosis der Implantation liegt in einem Bereich, der
weit unterhalb der Implantationsdosis bei den bekannten Verfahren liegt.
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Im
Folgenden werden verschiedene Ausführungsbeispiele der Erfindung
unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert.
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Es
zeigen:
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1a–1g die
Verfahrenschritte zur Herstellung eines NPN-Transistors in einem
p-dotierten Halbleitersubstrat, der aber nicht Gegenstand der Erfindung
ist.
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2 die
Dotierungskonzentration N und Feldstärke E in dem Halbleitersubstrat
als Funktion der Tiefe entlang der Linie A-A von 1g,
wobei eine hohe Dotierungskonzentration für den Kollektor angenommen
wird,
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3 die
Dotierungskonzentration N und die Feldstärke E als Funktion der Tiefe
entlang der Linie A-A von 1g mit
dem erfindungsgemäßen Dotierungsprofil
für den
Kollektor,
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4a–4g die
Verfahrensschritte zur Herstellung eines erfindungsgemäßen PNP-Transistors
in einem p-dotierten Substrat,
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5 die
Dotierungskonzentration N und die Feldstärke E als Funktion der Tiefe
entlang der Linie B-B von 4g mit
dem erfindungsgemäßen Dotierungsprofil,
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6 die
Dotierungskonzentration N und die Feldstärke E als Funktion der Tiefe
entlang der Linie C-C von 4g,
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7a–7g die
Verfahrensschritte zur Herstellung eines PNP-Transistors in einem
n-dotierten Substrat, der aber nicht Gegenstand der Erfindung ist,
und
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8a–8g die
Verfahrensschritte zur Herstellung eines erfindungsgemäßen NPN-Transistors
in einem n-dotierten Substrat.
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Zunächst werden
die Verfahrensschritte zur Herstellung eines NPN-Bipolartransistors in einem p-dotierten
Substrat beschrieben, der aber nicht Gegenstand der Erfindung ist.
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Auf
ein schwach p-dotiertes Halbleitersubstrat 1 (Wafer) wird
eine Maske 2 aufgebracht, die ein Fenster 4a aufweist,
das von einer umlaufenden Kante 4b begrenzt wird. Für das Grundmaterial
wird vorzugsweise ein Wafer aus schwachdotiertem monokristallinem
Silizium mit einem Widerstand von ca. 6 Ωcm verwendet, was einer Grunddotierung
von etwa 2,3 × 1015 cm–3 entspricht. Das Maskenmaterial
kann aus Fotolack, Metall, Glas oder auch anderen Materialien bestehen.
Vorzugsweise wird die Struktur durch fotolithographische Verfahren geschaffen.
Zwischen den einzelnen Implantationsschritten wird jeweils eine
neue Maske aufgebracht. Auch dies ist dem Fachmann bekannt.
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Nach
der Maskenerstellung mit den bekannten Prozessen erfolgt eine Dotierung,
vorzugsweise eine Implantation von Phosphor-Ionen mit einer Implantationsdosis,
die abhängig
von der Substratdotierung zwischen 5 × 1011 Atome/cm2 und 5 × 1012 Atome/cm2 liegt.
Bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel
ist die Dosis 1,7 × 1012 Atome/cm2 und
die Implantationsenergie 6 MeV. Dadurch wird eine vergrabene n-dotierte
Schicht 3 in dem p-Substrat 1 geschaffen, die
den Kollektor K des Transistors bildet. Die vergrabene Schicht wird
auch als Wanne bezeichnet (1a).
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Die
Dotierungskonzentration fällt
ausgehend von einem Maximum von der mittleren Reichweite der Ionen
nicht nur in die Tiefe des Substrats hin ab, sondern auch zur Waferoberfläche. Im
Gegensatz zu eindiffundierten Wannen spricht man hierbei von einer
n-Wanne mit „retrogradem" Profil. Bei einer
ausreichend tiefen Ionenimplantation bzw. einer ausreichend hohen
Grund- bzw. Substratdotierung bleibt die Substratdotierung an der
Waferoberfläche
erhalten. Dies ist jedoch bei der Herstellung eines NPN-Transistors
im p-Substrat nicht zwingend erforderlich.
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Zur
lateralen Isolation und als Anschluss des Kollektors K wird eine
ringförmige
n-dotierte Schicht 5 durch Implantation oder Diffusion
in das p-Substrat 1 eingebracht, die sich bis zu der vergrabenen
n-dotierten Schicht 3 erstreckt. Die laterale Isolation
kann aber beispielsweise auch durch Ätzung eines Grabens erfolgen.
Diese Vorgehensweise ist dem Fachmann bekannt (1b).
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In
die von der n-dotierten Wanne 3, 5 eingeschlossene
p-dotierte Schicht 6 wird durch Ionenimplantation eine
zentrale beispielsweise rechteckige oder runde p-dotierte Schicht 7 mit einer üblichen Konzentration
(NA = 1017–1018 cm–3) eingebracht, die stärker als
das p––-Substrat
dotiert ist (1c).
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Anschließend werden
durch Ionenimplantation eine oberflächennahe umlaufende n+-Übergangszone 8 mit
einer üblichen
Dotierungskonzentration (ND = 1022 cm–3) in die Randzone der
Wanne 3, 5 und eine oberflächennahe n+-dotierte
Schicht 9 (ND = 1022 cm–3)
in die p-dotierte Schicht 7 eingebracht (1d).
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In
einem weiteren Implantationsschritt wird dann eine oberflächennahe
p+-dotierte Übergangszone 10 (ND = 1022 cm–3)
in die p-dotierte Innenschicht 7 eingebracht (1e).
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Daraufhin
wird die Isolationsschicht (Isolator) aufgebaut (1f)
und die Kontaktierung (Metall) der Transistoranschlüsse an den
n+- bzw. p+-Übergangszonen nach den bekannten
Verfahren (s. o.: G. R. Wilson) vorgenommen.
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Die
n-dotierte Wanne 3, 5 bildet bei dem NPN-Transistor
im p–-Substrat
den Kollektor K, die p-dotierte Innenschicht 7 zusammen
mit der p+-Übergangszone 10 und
der p–-dotierten
Schicht 6 die Basis B und die n+-dotierte
Schicht 9 den Emitter E des NPN-Transistors.
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2 zeigt
die Dotierungskonzentration N und die Feldstärke E als Funktion der Tiefe
entlang der Linie A-A von 1g unter
der Annahme, dass die Dotierungskonzentration der n-dotierten Wanne 3 einer
relativ hohen Konzentration nach dem Stand der Technik entspricht.
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Um
den Zusammenhang zwischen Dotierungskonzentration und Kollektor-Emitter-Sperrspannung
UCE0 zu veranschaulichen, wird davon ausgegangen,
dass der NPN-Transistor nicht angesteuert wird und kein Basisstrom
fließt,
d. h. der Emitter E auf dem gleichen Potential liegt wie das Substrat (Masse)
und der Kollektor K auf positivem Potential liegt. Unter dieser
Annahme bauen sich am inneren und äußeren pn-Übergang des Kollektors Raumladungszonen
RLZ 1 und RLZ auf. Überschreitet
die Kollektor-Emitter-Spannung UCE die Kollektor-Emitter-Sperrspannung
UCE0, so bricht die Kollektor-Emitter-Strecke
durch. Bei höheren
Spannungen ist ein sicherer Betrieb des Transistors nicht mehr sichergestellt.
Nur unter gewissen Bedingungen kann der Transistor mit einer niederohmigen
Basisansteuerung noch für
einen Schaltbetrieb bei kleinen Kollektorströmungen genutzt werden.
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2 zeigt
die Ausbildung der ersten Raumladungszone RLZ 1 zwischen der p-dotierten Schicht 7,
die die Basis B bildet, und der den Kollektor K bildenden n-dotierten Wanne 3.
Eine zweite Raumladungszone RLZ 2 bildet sich zwischen der Wanne 3 und
dem p–-Substrat 1 aus.
Dazwischen bleibt eine feldfreie Zone erhalten. In 2 ist
die Feldstärke
E für unterschiedliche
Potentiale an dem Kollektor dargestellt. Beim Betrieb des Transistors
dehnen sich die Raumladungszonen mit zunehmendem Potential an dem
Kollektor in vertikaler Richtung aus. Bei der Dotierungskonzentration
aus dem Stand der Technik bleibt aber zwischen den Raumladungszonen
immer ein feldfreier Bereich bestehen. Mit zunehmendem Kollektorpotential
erhöht
sich die Feldstärke
zu beiden Seiten der Raumladungszone soweit, bis die kritische Feldstärke für den Durchbruch
zwischen Kollektor und Emitter erreicht ist.
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Es
hat sich in überraschender
Weise gezeigt, dass die Kollektor-Emitter-Durchbruchspannung UCE0,
die mit der Kollektor-Basis-Durchbruchspannung UCB0 zusammenhängt (vgl.
Gleichung (3)), beträchtlich
erhöht
wird, wenn die Flächendosis
des Kollektors abgesenkt wird.
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Mittels
Ionenimplantation wird in dem p-Substrat eine n-dotierte Wanne 3, 5 erzeugt,
die derart beschaffen ist, dass die sich beim Betrieb des Transistors
mit abnehmendem Potential am Kollektor ausdehnende erste und zweite
Raumladungszone RLZ 1 und 2 die gesamte Tiefe der vergrabenen n-dotierten
Schicht 3 durchdringen, bevor die kritische Feldstärke für einen
Durchbruch zwischen Kollektor und Emitter erreicht wird. Bei dem
vorliegenden Ausführungsbeispiel
ist die insbesondere von der Substratdotierung abhängende Kollektor-Implantationsdosis
von 1,7 × 1012 Atome/cm–2.
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3 zeigt,
dass mit zunehmendem Potential am Kollektor und Ansteigen der Feldstärke die Raumladungszonen
aufeinander zulaufen, und sich schließlich treffen. Entscheidend
ist, dass sich die Raumladungszonen treffen, bevor die kritische
Feldstärke
für den
Kollektor-Emitter-Durchbruch erreicht ist. Der Kollektor, der räumlich gesehen
unterhalb der Basis liegt, ist dann vollständig verarmt, d. h. die maximal
verfügbare
Raumladung des Kollektors ist somit ausgeschöpft. Damit können sich
die Raumladungszonen nicht weiter ausdehnen. Folglich kann auch
die Feldstärke
in der Kollektor-Basis-Sperrschicht nicht weiter ansteigen. Die
Ladungsträger-Multiplikation
bleibt unter der kritischen Schwelle. Somit ist nicht nur der UCE0-Durchbruch, sondern auch der (vertikale)
UCB0-Durchbruch
unterdrückt. Diese
geforderte vollständige
Verarmung legt eine untere Grenze der Kollektordosis fest.
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Die
Spannung am Kollektoranschluss darf weiter angehoben werden, solange
kein Lawinen-Durchbruch zwischen Kollektoranschluss und Substrat
auftritt. Voraussetzung dafür
sind jedoch ausreichende Vorkehrungen gegen laterale Durchbrüche zur
Basis und zum Substrat.
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Der
im gesperrten Transistor vollständig
verarmte Kollektor ist sehr hochohmig, doch sobald der Transistor
durchschaltet, nähert
sich das Kollektorpotential dem Emitterpotential an, und der Kollektor
erhält
seine Leitfähigkeit
zurück.
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Soll
der Transistor für
beliebige Spannungen am Emitter eingesetzt werden, erhöht sich
die Differenzspannung zwischen Basis und Substrat. Trotzdem bleibt
die Basis vom Substrat isoliert. Um die vollständige Verarmung zu erreichen,
muss der Kollektor ein in der Mitte gegenüber dem Substrat und der Basis
angehobenes Potential besitzen. Dieses bildet eine ausreichende
Barriere für
die Löcher
in der Basis, um zu verhindern, dass die Löcher ins Substrat abfließen. Nur
wenn die Kollektordotierung so schwach ist, dass die Raumladungszone
zwischen Kollektor und Substrat die Kollektorzone durchdringt, findet
ein sogenannter Punch-Through-Durchbruch statt. Dabei gelangen die
Löcher aus
der Basis ins Substrat. Diese Durchbruchsmöglichkeit legt eine untere
Grenze der Kollektordosis fest.
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Um
einen niederohmigen Kollektor zu erhalten, sollte die Kollektordosis
so nahe wie möglich
an der oberen Grenze liegen.
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Beide
Grenzen der Kollektordosis hängen hauptsächlich von
der Substratdotierung ab und liegen zwischen 5 × 1011 Atome/cm–2 und
5 × 1012 Atome/cm–2.
Die Obergrenze der Substratdotierung für spannungsfeste Transistoren
ist durch den Lawinen-Durchbruch zwischen Kollektor und Substrat
gegeben. Die entsprechende Durchbruchspannung fällt mit abnehmenden Waferwiderstand
ab. Eine noch sinnvolle Obergrenze der Substratdotierung liegt bei einem
Waferwiderstand von ca. 0,6 Ωcm.
Zu niedrigeren Substratdotierungen hin gibt es keine prinzipielle
Grenze, doch nimmt die zulässige
Kollektordosis und damit die erzielbare Kollektor-Leitfähigkeit
ab, da die Wanne zunehmend nur noch von der Basis her verarmt wird.
Weitere Einflussgrößen auf
die zulässige
Kollektordosis sind die Implantationstiefe, die gewünschte Punch-Through-Festigkeit zwischen
Basis und Substrat, die Basistiefe und die Dicke der Kollektordotierung.
Sie bestimmen auch die Toleranzbreite des zulässigen Dosisbereichs, der umso
größer ist,
je größer die
Kollektortiefe ist, je dünner
die Kollektorwanne ist und je niedriger die maximale Spannungsdifferenz
zwischen Basis und Substrat ist. Bei kleinen Toleranzbreiten für die Kollektordotierung
kann es erforderlich sein, die Dosis den Schwankungen der Substratdotierung
anzupassen.
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In
Versuchen hat sich gezeigt, dass sich bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel
die UCE0-Spannung bei einer Dosis zwischen
2 × 1013 Atome/cm–2 und
2 × 1012 Atome/cm–2 nur
wenig ändert.
Senkt man die Dosis ausgehend von 2 × 1012 Atome/cm2 allerdings nur um 15% ab, so steigt UCE0 um den Faktor 4 oder mehr an. Es gibt
also einen sehr scharfen Übergang,
ab dem die vollständige Verarmung
die beiden Durchbrüche
unterdrückt.
Von da ab bestimmten nur noch der Lawinen-Durchbruch zwischen Wannenanschluss
und Substrat und der Punch-Through-Durchbruch zwischen Basis und Substrat
die maximale Betriebsspannung. Bei einer Dosis von 2 × 1013 Atome/cm–2 beispielsweise
beträgt UCE0 26 V, bei 2 × 1012 Atome/cm–2 30
V und bei 1,7 × 1012 Atome/cm–2 mehr
als 120 V.
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Bei
der Herstellung des NPN-Bipolartransistors hat sich der Einsatz
der Hochvoltionenimplantation als besonders vorteilhaft erwiesen,
um die Implantationsdosis auf einen Wert genau einstellen zu können, der
nur knapp unterhalb der kritischen Grenze liegen sollte.
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Die 4a bis 4g veranschaulichen
die Prozessschritte zur Herstellung eines erfindungsgemäßen PNP-Bipolartransistors
in einem p-dotierten Substrat.
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Nach
Aufbringen der Maske 2 auf das schwach p-dotierte Substrat 1 wird
mittels Hochvoltionenimplantation wieder eine auch als Wanne bezeichnete
vergrabene n-dotierte Schicht 11 in dem schwach p–-dotierten
Substrat 1 geschaffen (4a und 4b).
Die Hochvoltimplantation ist so zu bemessen, dass entweder an der
Waferoberfläche
der Substrat-Leitungstyp erhalten bleibt oder durch eine zusätzliche
Dotierung wieder hergestellt wird. Analog zu 1a wird
die Wanne beispielsweise durch eine weitere Dotierung 13 zur
Seite hin isoliert und angeschlossen. In der n-dotierten Wanne 11, 13 verbleibt die
p–-dotierte
Schicht 12. In die p–-dotierte Schicht 12 wird
in einem weiteren Implantationsschritt eine zentrale n-dotierte
Schicht 14 eingebracht (4c). Anschließend werden
eine umlaufende oberflächennahe
n+-Übergangszone 15 in
der Randzone 13 der Warme 11 und eine oberflächennahe
seitliche n+-Übergangszone 16 in
die zentrale n-Schicht 14 durch Ionenimplantation eingebracht
(4d). Daraufhin werden dann eine umlaufende oberflächennahe
p+-Übergangszone 18 in
die p–-Schicht 12 und eine
seitliche oberflächennahe
p+-Schicht 17 in die zentrale n-Schicht 14 durch
Ionenimplantation eingebracht (4e).
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Zum
Schluss erfolgt die Isolation (Isolator) und die Schaffung der Anschlüsse (4f und 4g)).
Die innere p–-Schicht 12 bildet
nun den Kollektor K, die zentrale n-Schicht 14 die Basis
B und die seitliche p+-Schicht 17 den
Emitter E des PNP-Transistors, wobei die hochdotierten Übergangszonen
zur Herstellung einer ohmschen Verbindung zu den Transistoranschlüssen. vorgesehen
sind.
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Die
Kontaktierung der Transistoranschlüsse kann wieder mit den bekannten
Prozessen erfolgen. Um den UCE0- und UCB0-Durchbruch zu unterdrücken, muss auch beim PNP-Transistor
im p-Substrat der (p)-Kollektor unterhalb der n-Basis vollständig verarmen,
bevor die UCE0 erreicht ist. Die n-Wanne
dagegen darf an dieser Stelle jedoch nicht verarmen, da sie ihrerseits
den (p)-Kollektor verarmen soll. Daraus ergibt sich in gegenseitiger
Abhängigkeit
voneinander eine obere Grenze für
die (p)-Kollektordotierung und eine untere Grenze für die Implantationsdosis der
n-Wanne.
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5 zeigt
die Dotierungskonzentration N und die Feldstärke E als Funktion der Tiefe
entlang der Linie B-B von 4g. Es
bilden sich eine erste Raumladungszone RLZ 1 zwischen der n-dotierten Schicht 14 und
der p–-dotierten
Schicht 12 und eine zweite Raumladungszone RLZ 2 zwischen
der p–-dotierten
Schicht 12 und der vergrabenen n-dotierten Schicht 11 aus.
Die beiden Raumladungszonen dehnen sich beim Betrieb des Transistors
mit abnehmendem Potential am Kollektor K zu beiden Seiten aus.
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Mit
der Ionenimplantation wird die vergrabene n-dotierte Schicht mit
einem Dotierungsprofil erzeugt, das derart beschaffen ist, dass
die sich beim Betrieb des Transistors mit abnehmendem Potential an
dem Kollektor ausdehnenden Raumladungszonen RLZ 1 und RLZ 2 die
gesamte Tiefe der p–-dotierten Schicht 12 durchdringen,
bevor die kritische Feldstärke
für einen
Durchbruch zwischen Kollektor K und Emitter E erreicht wird.
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Eine
dritte Raumladungszone bildet sich zwischen der vergrabenen n-dotierten
Schicht 11 und dem p–-Substrat 1 aus.
Die Sperrspannungen werden weiterhin erhöht, wenn das Dotierungsprofil
darüber
hinaus derart beschaffen ist, dass ausgeschlossen ist, das sich
die zweite und dritte Raumladungszone RLZ 2 und RLZ 3 beim Betrieb
des Transistors treffen.
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Nachfolgend
werden Ausführungsbeispiele zur
Beschaltung der n-Wanne angegeben.
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Von
der n-Basis über
den p-Kollektor zur n-Wanne erstreckt sich ein parasitärer NPN-Transistor.
Wegen der geforderten vollständigen
Verarmung des p-Kollektors,
zu dem die n-Wanne einen beträchtlichen
Anteil hat, ist einerseits die Basis dieses NPN-Transistors vergleichsweise
schwach und der Emitter des NPN-Transistors
vergleichsweise hoch dotiert. Die Folge ist eine hohe Stromverstärkung und eine
geringe Kollektor-Emitter-Punch-Through-Durchbruchsspannung. Daher muss die
Differenzspannug zwischen der n-Wanne und der n-Basis des PNP-Transistors
niedrig gehalten werden. Ein weiterer Grund dafür ist auch die erwünschte Sperrspannung
zwischen p-Kollektor und n-Wanne, wegen der beabsichtigten Verarmung
des p-Kollektors (von unten). Um die n-Wanne als vierten Anschluss des Transistors
zu vermeiden, der eine separate Beschaltung erfordert, bieten sich
folgende zwei Möglichkeiten
an:
Die n-Wanne wird mit dem Emitter verbunden. Die Spannungsdifferenz
zwischen n-Basis und der n-Wanne beschränkt sich auf eine Diodenfluss-Spannung
von ca. 0,7 V. Ein Vorteil dieser Konfiguration ist, dass die n-Wanne
immer – selbst
im Sättigungsfall
des Transistors- auf höherem
Potential liegt als der Kollektor und so der Substrat-PNP (Kollektoranschluss – n-Wanne – Substrat)
immer gesperrt bleibt, wodurch ein ungewollter Substratstrom vermieden wird.
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Die
n-Wanne kann aber auch mit der Basis verbunden werden. Dadurch wird
der parasitäre NPN-Transistor
(n-Basis/p-Kollektor/n-Wanne) deaktiviert, weil seine Kollektor-Emitter-Strecke
kurzgeschlossen wird. Dadurch kann der PNP-Transistor bei höheren Kollektorströmen betrieben
werden, als mit einer Verbindung zwischen n-Wanne und Emitter. In
letzterem Fall schließt
nämlich
der parasitäre
NPN, im (Quasi-)Sättigungsfall
die Basis-Emitter-Strecke des Haupt-PNP-Transistors kurz und führt so zu
einem verfrühten
Abfall der Stromverstärkung.
Mit der n-Wanne an der Basis vermeidet man diesen Nachteil, erkauft
ihn jedoch durch einen Substratstrom im (Quasi-)Sättigungsfall.
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Nachfolgend
wird der Zusammenhang zwischen der Kollektordotierung und der Kollektor-Basis-
bzw. Kollektor-Emitter-Sperrspannung näher erläutert.
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Da
sich der (p)-Kollektor innerhalb der n-Wanne bzw. oberhalb des Konzentrationsmaximums
des Wannenprofils befindet, d h. weniger tief unter der Basis liegt
als im Fall des NPN-Transitors, ergäbe sich bei einem hochdotiertem
Kollektor eine kleinere UCE0 als beim NPN-Transistor
mit hochdotiertem Kollektor (n-Wanne), wobei vorausgesetzt wird,
dass für
NPN- und PNP-Transistoren
die gleiche Implantationstiefe bzw. -energie verwendet wird. Folglich
muss der (p)-Kollektor bereits bei niedrigeren (negativen) Kollektorspannungen
gegenüber
der Basis vollständig
verarmen, so dass sich daraus eine obere Grenze für die (p)-Kollektordotierung
und damit für
die Kollektor-Leitfähigkeit
ergibt. Eine vollständige
Verarmung bei kleineren Kollektorspannungen heißt zunächst, dass die maximal erlaubte
(p)-Kollektordosis
eher niedriger ist, als beim NPN-Transistor. Da aber der p-Kollektor nicht nur
von oben durch die n-Basis, sondern auch von unten durch die gegenüber dem
p-Kollektor höher
dotierte N-Wanne verarmt, wird der Nachteil der kleineren UCE0 zumindest teilweise kompensiert.
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Es
sei bemerkt, dass die n-Wanne für
den PNP-Transistor die gleiche Funktion übernimmt, wie das Substrat
für den
NPN-Transistor. Der Unterschied ist jedoch, dass beim PNP-Transstor
die Kollektor-Volumen-Dotierkonzentration niedriger liegt als die
der darunter liegenden n-Wanne. Beim NPN-Transistor dagegen liegt
die Kollektor-Volumen-Dotierkonzentration höher als die des darunter liegenden
Substrats. Folglich hat beim PNP-Transistor die Raumladungszone
unter dem Kollektor eine höhere
Durchdringungsfähigkeit
des Kollektors als beim NPN bei gleicher angelegter Spannung.
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Um
den PNP-Transistor bei Versorgungsspannungen oberhalb der Lawinen-Durchbruchsspannung
zwischen p-Kollektoranschluss und n-Wanne betreiben zu können, muss
die n-Wanne in diesem Bereich vollständig verarmen, bevor der Lawinen-Durchbruch
einsetzt. Das Dotierprofil und der Feldstärkeverlauf entspricht dem NPN-Transistor
im Bereich der p-Basis. Der Unterschied liegt jedoch darin, dass
die vollständige
Verarmung erst bei einer deutlich höheren Spannung einsetzen muss,
die beim NPN-Transistor der UCB0 entspricht.
Die daraus resultierende obere Grenze für die Implantationsdosis der
n-Wanne liegt somit höher
als im Fall des NPN-Transistors.
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6 zeigt
die Dotierungskonzentration N und die Feldstärke E als Funktion der Tiefe
entlang der Linie C-C von 4g. Diese
Schnittebene schließt
die n-dotierte Zone 14 nicht
mit ein. Die zweite und dritte Raumladungszone RLZ 2 und RLZ 3 durchdringen
wieder beim Betrieb des Transistors mit abnehmendem Kollektorpotential
die n-Wanne 11. Da das Substrat mit dem negativen Potential
innerhalb der Schaltung, in der der Transistor eingesetzt wird,
verbunden ist, liegt es immer auf dem Kollektorpotential oder negativer.
Das Potential der n-Wanne liegt jedoch auf oder zumindest nahe dem
Basis-Potential. Folglich kann man davon ausgehen, dass die Sperr-Spannung
an der dritten Raumladungszone RLZ 3 mindestens so groß ist wie
die an der zweiten Raumladungszone RLZ 2. Sobald sich mit abnehmendem
Kollektorpotential die beiden Raumladungszonen treffen, kann in
ihnen die Feldstärke
nicht weiter ansteigen, wie unter Bezugnahme auf 3 beschrieben
ist. Ist die Dotierkonzentration ausreichend niedrig gewählt, so
dass sich die Raumladungszonen treffen bevor die kritische Feldstärke für einen
Durchbruch zwischen Kollektoranschluss und der n-Wanne erreicht
ist, so ist dieser Durchbruch unterdrückt.
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Die
Sperrspannungen werden noch weiter erhöht, wenn auch in dieser Schnittebene
eine Dotierkonzentration gegeben ist, die derart geschaffen ist,
dass sich die zweite und dritte Raumladungszone beim Betrieb des
Transistors mit abnehmenden Kollektorpotential treffen, bevor die
kritische Feldstärke für einen
Durchbruch zwischen Kollektoranschluss und n-Wanne erreicht wird.
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Da
der p-Kollektor im allgemeinen Fall beliebige Potentiale zwischen
Masse und Versorgungsspannung einnehmen kann, muss – analog
zum NPN-Transistor – der
Punch-Through-Durchbruch des Substrat-PNP-Transistoren (Kollektoranschluss – n-Wanne – Substrat)
vermieden werden. Daraus ergibt sich eine weitere untere Grenze
für die
Implantationsdosis der n-Wanne.
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Die 7a bis 7d zeigen
die Verfahrensschritte zur Herstellung eines PNP-Transistors im n-Substrat, der aber
nicht Gegenstand der Erfindung ist. Die einzelnen Verfahrensschritte
entsprechen den Schritten der 1a bis 1g,
die den Herstellungsprozess für
den NPN-Transistor im p-Substrat veranschaulichen. Der PNP-Transistor
im n-Substrat unterscheidet sich von dem NPN-Transistor im p-Substrat in seinem
Aufbau nur dadurch, dass alle p-Dotierungen gegen n-Dotierungen und alle n-Dotierungen
gegen p-Dotierungen ersetzt werden. Ansonsten sind die Verfahrensschritte
gleich. Die einander entsprechenden Schichten werden daher auch
mit den gleichen Bezugszeichen versehen. Es gelten die gleichen
Zusammenhänge
zwischen der Höhe
der Sperrspannungen und der Dotierungskonzentration.
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Die 8a bis 8g zeigen
die Verfahrensschritte zur Herstellung eines erfindungsgemäßen NPN-Transistors
im n-Substrat. Die einzelnen Prozessschritte entsprechen wieder
den Verfahrensschritten zur Herstellung des PNP-Transistors im p-Substrat,
die die 4a bis 4g veranschaulichen.
Auch hier sind wieder alle p-Dotierungen durch n-Dotierungen und
alle n-Dotierungen durch p-Dotierungen ersetzt. Die einander entsprechenden Schichten
sind daher ebenfalls mit den gleichen Bezugszeichen versehen. Auch
gelten wieder die gleichen Zusammenhänge zwischen der Höhe der Sperrspannungen
und der Dotierungskonzentration.
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Der
komplementäre
Prozess unter Verwendung eines schwach n-dotierten Substrates ist
insofern eine vorteilhafte Ausführungsform,
als an die Stelle der n-Wanne
eine p-Wanne tritt. Wenn die p-Wanne mit einer Bor-Ionenimplantation geschaffen wird,
können
mit wesentlich kleineren Ionenenergien die gleiche Wannentiefe erreicht
bzw. mit der gleichen Ionenenergie tiefere Wannen erzeugt werden.