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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Leistungshalbleiterbauelemente
werden insbesondere im Hinblick auf ihren Einschaltwiderstand Ron
sowie deren Durchbruchsfestigkeit hin optimiert. So wurden beispielsweise
IGBTs(Insulated Gate Bipolar Transistor) mit dynamischer Anpassungsfähigkeit
vorgeschlagen (T. Laska et. al, Field Stop IGBTs with Dynamic Clamping
Capability – A
New Degree of Freedom for Future Inverter designs?, proceedings of
EPE, 2005 Dresden), die sich dynamisch auf Spannungsspitzen einstellen,
welche beim Umschalten des Bauelements in den Sperrzustand auftreten können. Die
dynamische Anpassungsfähigkeit
von Leistungshalbleiterbauelementen erweitert deren zulässigen Einsatzbereich
(SOA, Safe Operating Area) und gestattet, die Ansteuerungselektronik
zu vereinfachen, d. h. auf aktive Klemmelemente sowie Überspannungsschutzelemente
ohne Erhöhung
des Gesamtwiderstands Rg zu verzichten.
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Leistungshalbleiterbauelemente
mit verbessertem Überspannungsschutz
bzw. verbessertem Kurzschlussverhalten sind in
DE 10 2005 004 354 A1 und
DE 103 19 515 B4 beschrieben.
Die
US 6 392 273 B1 befasst
sich ebenfalls mit der Verbesserung der Durchbruchsfestigkeit eines
IGBTs. Leistungshalbleiterbauelemente mit verbessertem Einschaltwiderstand
werden dagegen in
US
2003/0094624 A1 und
US 2005/0263853 A1 beschrieben.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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In
einer Ausführungsform
wird ein Verfahren zur Herstellung eines Halbleiterbauelements bereitgestellt.
Das Verfahren weist dabei die folgenden Schritte auf:
- – Bereitstellen
eines Halbleiterkörpers
mit einer ersten Oberfläche;
- – Bilden
einer Maske auf der ersten Oberfläche, wobei die Maske Öffnungen
zum Definieren der Lage von Gräben
aufweist;
- – Erzeugen
von Gräben
im Halbleiterkörper
unter Verwendung der Maske, wobei Mesa-Strukturen zwischen benachbarten
Gräben
verbleiben;
- – Einbringen
eines ersten Dotierstoffs vom ersten Leitungstyp unter Verwendung
der Maske in die Böden
der Gräben;
- – Durchführen eines
ersten Temperaturschritts;
- – Einbringen
eines zweiten Dotierstoffs vom zum ersten Dotierstoff komplementären zweiten
Dotierstoff zumindest in die Böden
der Gräben;
und
- – Durchführen eines
zweiten Temperaturschritts.
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In
einer weiteren Ausführungsform
wird ein Halbleiterbauelement bereitgestellt, das einen Halbleiterkörper mit
einer ersten Oberfläche
und einer der ersten Oberfläche
gegenüberliegend
angeordneten zweiten Oberfläche
aufweist. Eine Vielzahl von Gräben
erstreckt sich ausgehend von der ersten Oberfläche im Wesentlichen senkrecht
in den Halbleiterkörper,
wobei zwischen benachbarten Gräben
Mesa-Strukturen angeordnet sind. Zumindest ein Driftgebiet vom ersten
Leitungstyp ist zwischen den Gräben
und der zweiten Oberfläche
angeordnet. Bodygebiete vom zum ersten Leitungstyp komplementären zweiten
Leitungstyp sind in den Mesa-Strukturen zwischen dem Driftgebiet
und der ersten Oberfläche angeordnet.
Zumindest ein Puffergebiet vom ersten Leitungstyp ist zwischen dem
Driftgebiet und den Body gebieten angeordnet und umgibt einen zur
zweiten Oberfläche
hin weisenden unteren Bereich der Gräben einschließlich des
Grabenbodens, wobei das Puffergebiet eine höhere Dotierstoffkonzentration
als das Driftgebiet aufweist. Zumindest ein Schutzgebiet vom zweiten
Leitungstyp ist vollständig
in das Puffergebiet eingebettet und umgibt den Boden zumindest eines
Grabens.
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KURZBESCHREIBUNG DER FIGUREN
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Im
Folgenden werden in den anhängenden Figuren
gezeigte Ausführungsformen
beschrieben, aus denen sich weitere Vorteile und Modifikationen ergeben.
Die Erfindung ist jedoch nicht auf die konkret beschriebenen Ausführungsformen
beschränkt, sondern
kann in geeigneter Weise modifiziert und abgewandelt werden. Es
liegt im Rahmen der Erfindung, einzelne Merkmale und Merkmalskombinationen
aus einer Ausführungsform
mit Merkmalen und Merkmalskombinationen einer anderen Ausführungsform
geeignet zu kombinieren, um zu weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsformen
zu gelangen.
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Ausführungsformen
beziehen sich im Allgemeinen auf Halbleiterbauelemente. Konkreter
beziehen sich die Ausführungsformen
auf durch Feldeffekt steuerbare Halbleiterbauelemente. Im Speziellen
beziehen sie sich auf Leistungshalbleiterbauelemente und insbesondere
auf Feldeffekthalbleiterbauelemente mit oder ohne Bipolartransistorstruktur.
Weitere Ausführungsformen
beziehen sich auf ein Verfahren zur Herstellung eines Halbleiterbauelements,
das bspw. durch Feldeffekt steuerbar ist.
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1A bis 1F zeigen
eine erste Ausführungsform
eines Verfahrens zur Herstellung eines durch Feldeffekt steuerbaren
Halbleiterbauelements.
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2 zeigt
Simulationsergebnisse zur Bewertung der Durchbruchspannung BVces
in Abhängigkeit
von der verwendeten Implantationsdosis.
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3 zeigt
Simulationsergebnisse zur Einschätzung
der über
einem Halbleiterbauelement im eingeschalteten Zustand anliegenden
Spannung Vcesat in Abhängigkeit
von der verwendeten Implantationsdosis.
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4 zeigt
Simulationsergebnisse zur Bewertung der Einsatzspannung Vgeth in
Abhängigkeit von
der verwendeten Implantationsdosis.
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5A und 5B zeigen
Simulationsergebnisse zur Veranschaulichung der elektrischen Feldstärkeverteilung
beim Durchbruch für
ein konventionelles Halbleiterbauelement (5A) sowie für ein nach
der ersten Ausführungsform
hergestelltes Halbleiterbauelement (5B).
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6A und 6B zeigen
Simulationsergebnisse zur Veranschaulichung der Stossionisationsrate
für ein
konventionelles Halbleiterbauelement (6A) sowie
für ein
nach der ersten Ausführungsform
hergestelltes Halbleiterbauelement (6B).
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7A bis 7F zeigen
einzelne Schritte eines Herstellungsverfahrens gemäß einer
zweiten Ausführungsform.
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8 zeigt
Simulationsergebnisse für
die Bewertung der Durchbruchsspannung BVces in Abhängigkeit
von der verwendeten Implantationsdosis.
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9 zeigt
Simulationsergebnisse zur Bewertung der über einem Halbleiterbauelement
im eingeschalteten Zustand anliegen den Spannung Vcesat in Abhängigkeit
von der verwendeten Implantationsdosis.
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10 zeigt
Simulationsergebnisse zur Bewertung der Einsatzspannung Vgeth in
Abhängigkeit von
der verwendeten Implantationsdosis.
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11 zeigt
die Implantationsverhältnisse für die erste
Ausführungsform.
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12 zeigt
die Implantationsverhältnisse für die zweite
Ausführungsform.
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AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG
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Nachfolgend
sollen einige Ausführungsformen
erläutert
werden. Im Rahmen der vorliegenden Beschreibung soll unter „lateral" bzw. „laterale
Richtung" eine Richtung
bzw. Ausdehnung verstanden werden, die parallel zur lateralen Ausdehnung
eines Halbleitermaterials bzw. Halbleiterkörpers verläuft. Typischerweise liegt ein
Halbleiterkörper
als dünner Wafer
bzw. Chip vor und umfasst zwei auf gegenüberliegenden Seiten befindliche
Flächen,
von denen eine Fläche
als Hauptfläche
bezeichnet wird. Die laterale Richtung erstreckt sich damit parallel
zu diesen Oberflächen.
Im Gegensatz dazu wird unter dem Begriff „vertikal" bzw. „vertikale Richtung" eine Richtung verstanden,
die senkrecht zur Hauptfläche
und damit zur lateralen Richtung verläuft. Die vertikale Richtung verläuft daher
in Dickenrichtung des Wafers bzw. Chips.
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Die
Ausführungsformen
werden überwiegend
anhand von Feldeffekttransistoren mit Bipolartransistorstruktur,
insbesondere Leistungshalbleiterbauelemente und speziell IGBTs mit
pnp-Bipolartransistorstruktur,
beschrieben. Die Ausführungsformen sind
jedoch nicht darauf beschränkt
und können
auch als Leistungsfeldeffekttransistoren, beispielsweise npn-Feldeffekttransistoren,
ausgebildet werden. Die in den Ausführungsformen gezeigte Dotierung
kann auch entsprechend invertiert werden.
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Die
in den Figuren gezeigten Strukturen sind nicht maßstabsgetreu
gezeichnet, sondern dienen nur dem besseren Verständnis der
Ausführungsformen.
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1A bis 1F zeigen
einzelne Schritte eines Herstellungsverfahrens gemäß einer
ersten Ausführungsform.
Ziel dieses Verfahrens ist die Herstellung einer im Halbleiterkörper tief
vergrabenen n-leitenden Schicht, welche Gräben und insbesondere den unteren
Bereich der Gräben
einschließlich
der Grabenböden
umgibt. Weiterhin werden p-dotierte Schichten gebildet, welche in
der n-dotierten Schicht eingebettet sind und die Grabenböden umgeben.
Dadurch wird erreicht, dass ein an den Wänden der Gräben gebildetes Gateoxid insbesondere
im Bereich der Grabenböden
vor hohen elektrischen Feldstärken,
welche im Sperrzustand sowie beim Umschalten des Halbleiterbauelements
in den Sperrzustand auftreten können,
geschützt
wird.
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Ausgangspunkt
des Verfahrens ist beispielsweise ein Halbleiterkörper 2,
der typischerweise ein schwach dotiertes Halbleitergebiet 48 aufweist.
Bei dem Halbleitergebiet 48 handelt es sich typischerweise
um die Hintergrunddotierung des Halbleiterkörpers 2, welche in
der vorliegenden Ausführungsform schwach
n-dotiert ist und eine Dotierstoffkonzentration von etwa 2·1013/cm3 aufweist.
Teile dieses Halbleitergebiets 48 können nachfolgend das Driftgebiet bzw.
die Driftstrecke des Halbleiterbauelements bilden.
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Im
Halbleiterkörper 2 kann
eine optionale tiefe P-Wanne 30 ausgebildet sein, welche
den Randbereich des zu bildenden Halbleiterbauelements darstellt
und den aktiven Bereich des Halbleiterbauelements umgibt. Die P-Wanne 30 kann
teilweise mit einem thermisch oxidierten optionalen Feldoxid 32 bedeckt
sein.
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Unabhängig davon,
ob die P-Wanne 30 und das Feldoxid 32 vorhanden
sind oder nicht, wird auf eine erste Oberfläche 4 des Halbleiterkörpers 2 eine Maske 6 gebildet.
Bei der Maske 6 kann es sich um eine Hartmaske handeln.
Zur Bildung der Maske 6 wird beispielsweise eine TEOS-Schicht
ganzflächig abgeschieden
und unter Verwendung einer hier nicht gezeigten Lackmaske geeignet
strukturiert, wobei dadurch Öffnungen 8 in
der TEOS-Schicht
geätzt werden,
welche die Lage der späteren
Gräben
definieren. 1A zeigt die fertig strukturierte
Maske 6 mit den Öffnungen 8.
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Unter
Verwendung der Maske 6 werden Gräben 10 im Halbleiterkörper 2 gebildet.
Dazu wird beispielsweise das Halbleitermaterial des Halbleiterkörpers 2 geätzt. Die Ätzung erfolgt
selektiv zum Material der Maske 6 und wird typischerweise
als anisotrope Ätzung
ausgeführt,
so dass Gräben 10 mit
im Wesentlichen vertikalen Seitenwänden entstehen. Die Gräben 10 werden
typischerweise einige μm
tief in den Halbleiterkörper
geätzt,
wobei die Gräben 10 bis in
eine Tiefe von etwa 4 μm
bis etwa 8 μm
reichen können.
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Die
Art der Ätzung,
d. h. das oder die verwendeten Ätzgase
sowie die Ätzzeit,
hängt unter
anderem vom verwendeten Material des Halbleiterkörpers 2 und dem Material
der Maske 6 ab. In der vorliegenden Ausführungsform
besteht der Halbleiterkörper 2 beispielsweise
aus monokristallinem Silizium. Zur anisotropen Ätzung von Silizium eignen sich beispielsweise
die folgen den Ätzgase:
SF6 und HBr. Anstelle von Silizium kann
der Halbleiterkörper 2 jedoch
auch aus anderen Halbleitermaterialien bestehen, beispielsweise
Siliziumcarbid (SiC), Verbindungshalbleiter wie beispielsweise III-V-Verbindungshalbleiter
und Heterostrukturen der genannten Halbleitermaterialien.
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Die
nach der Ätzung
erhaltene Struktur ist in 1A gezeigt.
Das zwischen benachbarten Gräben 10 verbliebene
Halbleitermaterial des Halbleiterkörpers 2 bildet dort
Mesa-Strukturen 12,
in welchen in späteren
Verfahrensschritten beispielsweise die Bodygebiete des Halbleiterbauelements
ausgebildet werden.
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Nachfolgend
wird unter Verwendung der Maske 6 ein erster Dotierstoff
in die Böden 14 der Gräben 10 eingebracht,
beispielsweise implantiert. Die ursprünglich für die Ätzung der Gräben 10 vorgesehene
Maske 6 dient demnach auch als Implantationsmaske, so dass
der erste Dotierstoff 16 im Halbleiterkörper 2 lediglich in
die Böden 14 der
Gräben 10 implantiert
wird. Dies ist in 1B angedeutet. Der erste Dotierstoff 16 ist
wie die Hintergrunddotierung des Halbleiterkörpers 2 vom ersten
Leitungstyp, d. h. in der vorliegenden Ausführungsform ein n-Dotierstoff.
Beispielsweise kann Phosphor als erster Dotierstoff verwendet und
mit einer Dosis von ungefähr 6·1012/cm2 bis etwa bis
etwa 3·1013/cm2 und insbesondere
mit einer Dosis von etwa 8·1012/cm2 bis etwa 2,5·1013/cm2 implantiert
werden. Anstelle von Phosphor können
auch Arsen und Antimon verwendet werden. Alternativ kann der erste
Dotierstoff 16 auch durch einen Ofenprozess unter Verwendung
von flüssigen
oder festen Quellen eingebracht werden. Im Fall von Phosphor kann
dies beispielsweise auf Basis von POCl3 erfolgen.
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Nachfolgend
wird die Maske 6 beispielsweise mittels nasschemischer Ätzung, beispielsweise mit
gepufferter HF-Säure,
selek tiv zum Material des Halbleiterkörpers 2 entfernt.
Die Ätzung
kann dabei zeitgesteuert erfolgen, d. h., dass eine Ätzung mit vorgegebener Ätzzeit oder
mit Endpunktkontrolle durchgeführt
wird. Nachfolgend wird ein erster Temperaturschritt, typischerweise
ein Hochtemperaturschritt, durchgeführt. Mit diesem Temperaturschritt wird
der implantierte erste Dotierstoff 16 zumindest teilweise
ausdiffundiert. Da der erste Dotierstoff 16 in die Grabenböden 14 implantiert
wurde, erfolgt die Ausdiffusion aus dieser Region, d. h. die sich
dabei ausbildenden Ausdiffusionsgebiete werden in der Tiefe des
Halbleiterkörpers 2 und
typischerweise von der ersten Oberfläche 4 des Halbleiterkörpers 2 beabstandet
ausgebildet. Wird der erste Temperaturschritt so lange durchgeführt, dass
diese Ausdiffusionsgebiete miteinander verschmelzen, entsteht dadurch
eine vergrabene und zusammenhängende n-leitende
Schicht, welche den unteren Bereich der Gräben einschließlich der
Böden 14 umgibt.
Diese n-leitende Schicht, die sich im Wesentlichen in lateraler
Richtung erstreckt, wird im Folgenden als Puffergebiet 26 oder
Pufferschicht bezeichnet. Das Puffergebiet 26 bzw. die
Ausdiffusionsgebiete sind, wie in 10 angedeutet,
in vertikaler Richtung etwa symmetrisch zu den Böden 14 ausgebildet.
Es versteht sich von selbst, dass nachfolgende Temperaturschritte
zu einer weiteren Ausdiffusion des ersten Dotierstoffs 16 führen können. Diese
weitere Ausdiffusion ist der Einfachheit halber in den nachfolgenden
Figuren nicht wiedergegeben. Das Ausmaß der weiteren Ausdiffusion
hängt dabei
stark von der Temperatur und der Zeitdauer der weiteren Temperaturschritte ab.
Die Ausdiffusionsgebiete des ersten Dotierstoffs müssen beim
ersten Temperaturschritt jedoch nicht notwendigerweise zusammenwachsen.
Dies kann auch erst bei nachfolgenden Temperaturschritten erfolgen.
Der erste Temperaturschritt ist jedoch der wesentliche Temperaturschritt
zur Ausbildung der separaten Puffergebiete (sofern kein Verschmelzen gewünscht ist)
oder des durchgehenden Puffergebiets 26 (sofern die Ausdiffusion
zu einem Verschmelzen führt).
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Der
erste Temperaturschritt kann beispielsweise bei einer Temperatur
im Bereich von etwa 1000°C
bis etwa 1200°C
und insbesondere bei etwa 1150°C
für etwa
140 Minuten durchgeführt
werden. Der erste Temperaturschritt kann auch für längere Zeiten durchgeführt werden.
Ggf. können
mittels des ersten Temperaturschritts hier nicht gezeigte andere Dotierstoffe,
beispielsweise zur Ausbildung von Feldringen im Randbereich des
Halbleiterkörpers 2,
ausdiffundiert werden. Dabei können
die Ausdiffusionsgebiete eine Ausdehnung von etwa 3 bis 4 μm, gemessen
von den Grabenböden 14,
erreichen. Die Mesa-Strukturen 12 haben eine laterale Ausdehnung von
typischerweise etwa 4 μm
bis etwa 10 μm.
Die Dotierstoffkonzentration der Ausdiffusionsgebiete bzw. des Puffergebiets 26 kann
dabei zwischen 4·1015/cm3 bis etwa 3·1016/cm3 liegen.
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Wie
aus dem Vergleich der 1B und 1C erkennbar,
führt der
erste Temperaturschritt auch zur weiteren Ausdiffusion der P-Wanne 30. Während des
ersten Temperaturschritts kann sich auf den freiliegenden Oberflächen des
Halbleiterkörpers 2 weiterhin
eine Hilfsoxidschicht 20 bilden. Diese Hilfsoxidschicht 20 bedeckt
die erste Oberfläche 4 sowie
die freiliegenden Oberflächenbereiche
der Gräben 10.
Die Hilfsoxidschicht 20 dient bei der nachfolgenden Implantation
eines zweiten Dotierstoffs 18 als Streuoxid.
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Die
Implantation des zweiten Dotierstoffs 18 (1D),
der vom zum ersten Leitungstyp komplementären zweiten Leitungstyp ist,
ist in 1D dargestellt. Bei dem zweiten
Dotierstoff kann es sich beispielsweise um Bor handeln, das mit
einer Dosis von etwa 4·1013/cm2 bis etwa 1·1014/cm2, insbesondere mit
einer Dosis von etwa 6·1013/cm2 bis 9·1013/cm2 und beispielswei se
mit einer Dosis von etwa 8·1013/cm2 implantiert
wird. Die Implantation erfolgt dabei sowohl in die Grabenböden 14 als
auch in die freiliegenden Bereiche der ersten Oberfläche 4,
d. h. insbesondere in die oberflächennahen
Bereiche der Mesa-Strukturen 12.
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Nach
erfolgter Implantation des zweiten Dotierstoffs 18 wird
die Hilfsoxidschicht 20 beispielsweise nasschemisch entfernt
und eine Gateoxidschicht 22 insbesondere thermisch gebildet,
wobei die Gateoxidschicht insbesondere die Gräben 10 auskleidet und
auch die freiliegenden Bereiche des Halbleitermaterials des Halbleiterkörpers 2 an
dessen erster Oberfläche 4 bedecken
kann.
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Die
Gräben 10 werden
nachfolgend mit einem leitfähigen
Material, beispielsweise Polysilizium, gefüllt. Dies kann beispielsweise
durch Abscheiden einer Polysiliziumschicht mit nachfolgender Dotierung
und Strukturierung dieser erfolgen. Die Polysiliziumschicht wird
typischerweise hoch dotiert, so dass das Polysilizium in den Gräben 10 eine
Dotierstoffkonzentration von etwa 1·1020/cm3 aufweist. Das in die Gräben 10 gefüllte leitfähige Material
bildet dort die Gateelektrode 24 für die einzelnen Zellen des Halbleiterbauelements.
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Anschließend erfolgt
ein zweiter Temperaturschritt zur zumindest teilweisen oder weitgehend
vollständigen
Ausdiffusion des implantierten zweiten Dotierstoffs 18.
Der zweite Temperaturschritt kann bei einer Temperatur im Bereich
von etwa 1000°C
bis etwa 1200°C
und insbesondere bei etwa 1150°C
für etwa
60 Minuten durchgeführt
werden. Typischerweise erfolgt der erste Temperaturschritt bei im
Wesentlichen gleicher Temperatur wie der zweite Temperaturschritt,
jedoch für
eine längere
Zeit. Wie bereits weiter oben beschrieben, kann der zweite Temperaturschritt
ebenfalls zu einer weiteren Ausdiffusion des ersten Dotierstoffs 16 führen. Durch
den zweiten Temperaturschritt wird der in die Grabenböden 14 implantierte
zweite Dotierstoff 18 unter Bildung von vergrabenen und
in das Puffergebiet 26 vollständig eingebetteten Schutzgebieten 28 zumindest
teilweise ausdiffundiert. Die Schutzgebiete 28 umgeben
dabei weitgehend vollständig
die Grabenböden 14 und
sind in Bezug auf die Grabenböden 14 in
vertikaler Richtung in etwa symmetrisch ausgebildet. Die Schutzgebiete 28 können eine
Dotierstoffkonzentration von etwa 3·1016/cm3 bis etwa 1·1017/cm3 aufweisen. Der zweite Temperaturschritt
ist hinsichtlich der Ausdiffusion des zweiten Dotierstoffs 18 der
wesentliche Temperaturschritt.
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Durch
den zweiten Temperaturschritt wird weiterhin der in die oberflächennahen
Bereiche der Mesa-Strukturen 12 implantierte zweite Dotierstoff 18 in
den Halbleiterkörper 2 hinein
ausdiffundiert. Dadurch werden Bodygebiete 34 zwischen
den Gräben 10 gebildet.
Die Bodygebiete 34 weisen eine maximale Dotierstoffkonzentration
von etwa 5·1016/cm3 bis etwa 5·1017/cm3 auf. Wie in 1E gezeigt,
grenzen die Bodygebiete 34 direkt an das Puffergebiet 26 an
und führen
dort zur Ausbildung eines pn-Übergangs 35.
Die vertikale Lage des sich im wesentlichen lateral erstreckenden
pn-Übergangs 35 hängt von
der Tiefe der Gräben 10,
der verwendeten Implantationsdosis für den ersten und zweiten Dotierstoff sowie
die Temperatur und Länge
des ersten und zweiten Temperaturschritts ab. Ebenso spielt die
Diffusionskonstante der einzelnen Dotierstoffe eine Rolle.
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Wie
aus den 1C und 1E erkennbar, diffundieren
das Puffergebiet 26 und die Bodygebiete 34 aufeinander
zu, da die Ausdiffusion der Bodygebiete 34 von den oberflächennahen
Bereichen der Mesa-Strukturen 12 und die Ausdiffusion des
Puffergebiets 26 aus dem Bereich der Grabenböden 14 erfolgt.
Die Ausdiffusion des Puffergebiets 26 aus der Tiefe des
Halblei terkörpers 2,
d. h. aus dem Bereich der Grabenböden 14, hat mehrere
Vorteile.
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Zum
Einen beginnt die Ausdiffusion des Puffergebiets gerade in solchen
Bereichen im Halbleiterkörper 2,
in denen das Puffergebiet 26 ausgebildet werden soll. Dies
ist insbesondere im Vergleich zu solchen Herstellungsverfahren von
Vorteil, bei denen eine Ausdiffusion von der Oberfläche des
Halbleiterkörpers
her erfolgt. Bei solchen Herstellungsverfahren muss nämlich der
eingebrachte Dotierstoff zur Bildung eines Puffergebiets sehr lange
oder bei sehr hohen Temperaturen ausdiffundiert werden, damit das
Puffergebiet 26 auch die Böden der Gräben 10 umschließt. Durch
das Verfahren der vorliegenden Ausführungsform kann daher die Diffusionszeit
bzw. Diffusionstemperatur und damit das erforderliche Temperaturbudget
deutlich reduziert werden. Außerdem
erfolgt die Ausbildung des Puffergebiets 26 praktisch von
selbst um die Grabenböden 14 herum.
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Zum
Anderen, da der erste Dotierstoff nur in die Grabenböden 14 und
nicht in oberflächennahe Bereiche
der Mesa-Strukturen 12 implantiert wird, wirkt der erste
Dotierstoff 16 in den Mesa-Strukturen 12 auch
nicht als Hintergrunddotierung des zweiten Dotierstoffs 18.
Dadurch kann die Implantationsdosis für den zweiten Dotierstoff 18 vergleichsweise
gering sein, wodurch sich die Eigenschaften der Bodygebiete 34 insbesondere
im Hinblick auf eine geringe Kanaldotierung und erhöhte Kanalmobilität der Ladungsträger leichter
gezielt einstellen lassen. Die bezweckte Implantation des ersten
Dotierstoffs 16 lediglich in die Grabenböden 14 wirkt
sich ebenfalls günstig
auf die Einsatzspannung der Halbleiterbauelemente aus. Da der erste
Dotierstoff 16 nicht in die Mesa-Strukturen 12 implantiert
wird, kann er dort auch nicht die Einsatzspannung der Halbleiterbauelemente
beeinflussen. Bei Implantationsverfahren werden häufig lokale
Schwankungen der implantierten Dosis beobachtet, die zu Schwankungen
der Dotierstoffkonzentration und damit auch der Einsatzspannung
führen
können.
Durch Vermeidung der Implantation des ersten Dotierstoffs 16 in
die Mesa-Strukturen 12 können daher die Schwankungen der
Einsatzspannung zwischen benachbarten Zellen deutlich verringert
werden.
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Ein
weiterer Vorteil ist, dass keine zusätzlichen Implantationsmasken
verwendet werden, sondern lediglich die zur Ätzung der Gräben 10 genutzte Maske 6 nachfolgend
auch als Implantationsmaske verwendet wird. Dadurch ist das Herstellungsverfahren
insgesamt kostengünstig.
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Das
Herstellungsverfahren benötigt
somit keine zusätzlichen
Masken, führt
weder zu einer Erhöhung
des thermischen Budgets, noch zu einer Erhöhung der erforderlichen Prozessschritte
und verhindert gleichzeitig eine hohe Konzentration des zweiten
Dotierstoffs 18 in der Kanalregion, welche zu unerwünschten
Variationen der Einsatzspannung der einzelnen Zellen des Halbleiterbauelements
führen kann.
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Günstig ist,
ein Verhältnis
der Implantationsdosis von erstem Dotierstoff zu zweitem Dotierstoff 18 von
etwa 1:3 bis etwa 1:10 einzustellen. Dadurch wird erreicht, dass
das Verhältnis
der Dotierstoffkonzentration von Puffergebiet 26 zu Schutzgebieten 28 im
Bereich der Grabenböden 14 etwa
zwischen 1:4 und etwa 1:12 liegt. Diese Bereiche haben sich als günstig für die Leistungsfähigkeit
von Halbleiterbauelementen und insbesondere zur Vermeidung von elektrischen
Durchbrüchen
im Bereich der Grabenböden 14 herausgestellt.
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Zum
besseren Verständnis
der geeigneten Implantationsdosen für die erste Ausführungsform wird
auf 11 verwiesen, welche eine grafische Darstellung
geeigneter Implantationsdosen zeigt. Mit 60 ist der maximale
Bereich für
die Phosphorimplantationsdosis (etwa 6·1012/cm2 bis etwa 3·1013/cm2) und die Borimplantationsdosis (etwa 4·1013/cm2 bis etwa 1·1014/cm2) für ein Beispiel
gezeigt, während
mit 61 der Bereich für
ein zweites Beispiel (Phosphor: etwa 8·1012/cm2 bis etwa 2,5·1013/cm2; Bor: etwa 6·1013/cm2 bis etwa 9·1013/cm2) angedeutet ist. Dabei kann zusätzlich noch
die Nebenbedingung hinsichtlich des Verhältnisses der Implantationsdosen
von Phosphor zu Bor berücksichtigt
werden, wobei 62 eine Grenze des Verhältnisses von 1:10 und 63 die andere
Grenze des Verhältnisses
von 1:3 zeigt. Beispielsweise können
die Implantationsdosen so gewählt
werden, dass sie innerhalb des Bereichs 60 und zusätzlich innerhalb
des Bereichs zwischen den Geraden 62 und 63 liegen,
bzw. innerhalb des Bereichs 61 und den Geraden 62 und 63.
In einigen Beispielen hat sich gezeigt, dass die Borimplantationsdosis
(zweiter Dotierstoff) im Verhältnis
zur Phosphorimplantationsdosis möglichst
hoch gewählt
werden sollte (beispielsweise 8·1013/cm2), um die Einsatzspannung Vgeth geeignet
einstellen zu können.
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Abschließend erfolgt
die Bildung eines Emittergebiets 50 an einer der ersten
Oberfläche 4 gegenüberliegenden
zweiten Oberfläche 56 des
Halbleiterkörpers 2 durch
beispielsweise geeignete Implantation oder Belegung und Ausdiffusion.
Zwischen dem Emittergebiet 50 und dem Driftgebiet 48 kann auch
eine hier nicht gezeigte Feldstoppschicht, bei der es sich um eine
hoch dotierte n-leitende Schicht handelt, ausgebildet werden. Auf
der zweiten Oberfläche 56 wird
dann eine Rückseitenelektrode 52 mit einem
Elektrodenanschluss 54 gebildet.
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In
oberflächennahen
Bereichen der Mesa-Strukturen 12 werden. Sourcegebiete 36 und
Bodyanschlussgebiete 38 gebildet. Die Sourcegebiete 36 sind
hoch dotierte n-leitende Gebiete und weisen eine maximale Dotierstoffkonzentration
von etwa 1·1020/cm3 bis etwa 1·1021/cm3 auf. Die Sourcegebiete 36 bilden
mit den Bodygebieten 34 einen pn-Übergang 37 und grenzen
an die Gräben 10 an.
Die Bodyanschlussgebiete 38 sind hoch dotierte p-leitende Gebiete
und weisen eine Dotierstoffkonzentration von etwa 1·1018/cm3 bis etwa 1·1020/cm3 auf. Die Gräben 10 werden
mit einem Isolationsgebiet 40 verschlossen, so dass sie
gegen die nachfolgend aufzubringende Vorderseitenelektrode 44 isoliert
sind. Die in den Gräben 10 angeordneten
Gateelektroden 24 werden durch geeignete Gateanschlüsse 42 kontaktiert.
Die Vorderseitenelektrode 44 ist mit einem Elektrodenanschluss 46 verbunden.
Die so erhaltene Struktur ist in 1F dargestellt.
Dabei handelt es sich hier um einen IGBT. Alternativ ist es möglich, einen
Leistungsfeldeffekttransistor herzustellen. Dabei wird anstelle
des in 1F gezeigten Emittergebiets 50 ein
n-dotiertes Draingebiet an der zweiten Oberfläche 56 des Halbleiterkörpers 2 erzeugt.
In beiden Fällen
handelt es sich um sogenannte vertikale Bauelemente, da der Stromfluss
im Wesentlichen von der ersten Oberfläche 4 zur zweiten
Oberfläche 56 verläuft.
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Durch
die einzelnen Gräben 10 werden
separate Zellen eines Halbleiterbauelements definiert, die zusammen
ein Leistungshalbleiterbauelement bilden. Durch Bildung von entsprechend
vielen Zellen kann der wirksame Querschnitt für den Stromfluss entsprechend
erhöht
werden, so dass Leistungshalbleiterbauelemente mit hohen Nennströmen typischerweise
viele Zellen umfassen. Die in 1F im
rechten Bereich gezeigte Zelle bildet dabei eine Randzelle. Nach
links setzt sich dagegen die Struktur symmetrisch fort und wird
dann erneut von einer Randzelle abgeschlossen.
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Die
Gräben 10 sind
typischerweise vom Driftgebiet 48 beabstandet und oberhalb
von diesem ausgebildet. In der vorliegenden Ausführungsform umgibt das Puffergebiet 26 den
unteren Bereich der Gräben 10 vollständig, so
dass die Gräben 10 oberhalb
des Driftgebiets 48 angeordnet sind. Das Puffergebiet 26 grenzt
ebenfalls an die Bodygebiete 34 an. Sofern das Puffergebiet 26 nicht
als durchgängige Schicht
ausgebildet ist, kann das Driftgebiet 48 auch zwischen
den Gräben 10 bis
zu den Bodygebieten 34 reichen. Der untere Bereich der
Gräben 10 einschließlich der
Grabenböden 14 bleibt
jedoch vollständig
von dem Puffergebiet 26 sowie den Schutzgebieten 28 umgeben.
Es ist ebenfalls möglich,
das Puffergebiet 26 als durchgängige Schicht auszubilden ohne
dass sie in direktem Kontakt mit den Bodygebieten 48 steht.
In diesem Fall ist das Puffergebiet 26 als vergrabene Schicht
in dem Driftgebiet 48 ausgebildet und der pn-Übergang
bildet sich zwischen einem oberhalb des Puffergebiets 26 verbleibenden Bereich
des Driftgebiets 48 und den Bodygebieten 34 heraus.
Typischerweise sind die Bodygebiete 34 oberhalb der Grabenböden 14 angeordnet
und von diesen beabstandet.
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Die
Wirkungsweise des Puffergebiets 26 sowie der Schutzgebiete 28 soll
anhand der in 1F gezeigten Struktur eines
IGBTs erläutert
werden. Im Sperrfall wird die Sperrspannung im Puffergebiet 26 bzw.
dem Driftgebiet 48 abgebaut. Stellt man sich die elektrischen
Verhältnisse
anhand der Potentiallinien vor, so treten hohe Feldstärken in
solchen Bereichen auf, in denen die Potentiallinien gedrängt sind.
Die Lage der Potentiallinien wird dabei durch die Dotierstoffverteilung
sowie geometrische Randbedingungen bestimmt. Inhomogenitäten führen typischerweise
zu einer Verdichtung der Potentiallinien und damit zu einer lokalen
Erhöhung
der Feldstärke.
Daher werden hohe Feldstärken
auch im Bereich der Grabenböden 14 beobachtet.
Durch die p-dotierten Schutzgebiete 28 werden die elektrischen
Verhältnisse
nun so verändert,
dass die elektrischen Potentiallinien aus der unmittelbaren Umgebung
um die Grabenböden 14 herum
zumindest teilweise herausgedrängt
werden. Dadurch wird dort die Ausbildung von hohen Feldstärken vermieden.
Dies ist beispielsweise in 5A und 5B dargestellt. 5A zeigt dabei
die Struktur eines konventionellen Halbleiterbauelements, bei dem
kein Schutzgebiet vom zweiten Leitungstyp im Bereich der Grabenböden 14 vorhanden
ist. Wie erkennbar, ist dort unmittelbar unterhalb des Grabenbodens
die elektrische Feldstärke vergleichsweise
stark. Im Gegensatz dazu ist, wie in 5B gezeigt,
das Maximum der elektrischen Feldstärke weiter in die Tiefe des
Halbleiterkörpers 2 und aus
dem Bereich der Grabenböden 14 verschoben. Dies
wird durch die Schutzgebiete 28 erreicht.
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Verbunden
damit ist auch ein Verschieben des Ortes der höchsten Stoßionisationsrate beim Durchbruch,
wie aus dem Vergleich der 6A und 6B erkennbar
ist. Aufgrund der Schutzgebiete 28 ist das Maximum der
Stoßionisationsrate
lokal von den Gräben 10 und
insbesondere den Grabenböden verdrängt, wodurch
die Wahrscheinlichkeit, dass heiße Ladungsträger in das
Gateoxid 22 injiziert werden können, deutlich reduziert ist.
Die Injektion von heißen
Ladungsträgern
in das Gateoxid 22 ist für ein Verschieben der Schaltparameter
bei Zuverlässigkeitstests
verantwortlich, bei denen Ströme,
die 2- bis 7-mal so hoch sind wie der Nennstrom des Halbleiterbauelements,
mehrfach geschaltet werden. Eventuell dabei injizierte heiße Ladungsträger würden langfristig
zum Ausfall des Halbleiterbauelements führen. Daher verbessern die
Schutzgebiete 28 die Langzeitzuverlässigkeit der Halbleiterbauelemente.
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Wie
sich bei Versuchen herausgestellt hat, führt das Verschieben des Durchbruchsorts
weg vom Gateoxid auch zu verbesserten dynamischen Schalteigenschaften
des Halbleiterbauelements, welches damit besser in der Lage ist,
sich dynamisch an Spannungsspitzen, die beispielsweise durch Selbstinduktion
beim Abschalten von hohen Lastströmen auftreten können, anzupassen.
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Darüber hinaus
führt das
im Vergleich zum Driftgebiet 48 höher dotierte Puffergebiet 26 zu
einer Verbesserung der Bauteileigenschaften im Durchlassfall, da
das höher
dotierte Puffergebiet 26 zu einer Verringerung des Einschaltwiderstandes
Ron führt.
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Aus
den 2 bis 4 ist der Einfluss der Borimplantationsdosis,
d. h. der Implantationsdosis des zweiten Dotierstoffs 18,
auf die Durchbruchspannung BVces (2), die
Spannung Vcesat im eingeschalteten Zustand (3) sowie
die Einsatzspannung Vgeth (4) zu erkennen.
Mit BVces wird die Spannung zwischen Vorderelektrode 44,
welche schaltungstechnisch auch als Emitter bezeichnet wird, und
der Rückseitenelektrode 52,
welche schaltungstechnisch auch als Kollektor bezeichnet wird, bezeichnet.
Vcesat wird ebenfalls zwischen Vorderelektrode 44 und Rückseitenelektrode 50 ermittelt. Vgeth
ist die Spannung, welche an die Gateelektrode 24 angelegt
werden muss, damit im Bodygebiet 34 ein leitfähiger Kanal
aufgebaut wird.
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Die
entsprechenden Abhängigkeiten
wurden bei unterschiedlichen Phosphorimplantationsdosen, d. h. Dosis
des ersten Dotierstoffs 16, aufgetragen. Die jeweiligen
Phosphorimplantationsdosen in cm–2 sind
in der entsprechenden Legende zu jeder Kurve angegeben. Zu erkennen
ist, dass die Borimplantationsdosis höher sein sollte als die Phosphorimplantationsdosis.
Günstige
Prozessparameter für
die in 1A bis 1F gezeigte
Ausführungsform
sind beispielsweise eine Phosphorimplantationsdosis von 1·1013/cm2 und eine Borimplantationsdosis
von etwa 8·1013/cm2. Dadurch ergibt
sich ein Verhältnis
der Implantationsdosen von etwa 1:8. Die gewählten Implantationsdosen führen zu
einer Dotierstoffkonzentration des Puffergebiets 26 von
etwa 8·1015/cm3 und der Schutzgebiete 28 von
etwa 8·1016/cm3. Dies entspricht
einem Verhältnis
der Dotierstoffkonzentrationen von etwa 1:10. Das im Vergleich zu
den Implantationsdosen leicht erhöhte Verhältnis der Dotierstoffkonzentrationen
wird dadurch verursacht, dass das Puffergebiet 26 räumlich weiter
ausdiffundiert als die Schutzgebiete 28. Die Ausbildung
von Puffergebiet 26 bzw. Puffergebieten 26 und
Schutzgebieten 28 führt
auch zur Verbesserung der Abstimmung zwischen Vcesat-Eoff (Vcesat-Eoff
trade-off).
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Mit
Bezug auf die 7A bis 7F wird eine
zweite Ausführungsform
des Herstellungsverfahrens beschrieben. Die ersten Schritte dieser
Ausführungsform,
die in 7A und 7B gezeigt sind,
stimmen mit den in 1A und 1B gezeigten
Schritten überein.
Daher wird auf eine Wiederholung der Beschreibung verzichtet.
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Im
Gegensatz zur ersten Ausführungsform wird
nach erfolgter Implantation des ersten Dotierstoffs 16 die
Maske 6 nicht entfernt. Die Maske 6 verbleibt
daher auch während
des ersten Temperaturschritts auf der ersten Oberfläche des
Halbleiterkörpers 2.
Dadurch entstehen während
der Ausdiffusion des ersten Dotierstoffs 16 Hilfsoxidschichten 20 lediglich
auf den freiliegenden Oberflächenbereichen der
Gräben 10.
Die erste Temperaturbehandlung der zweiten Ausführungsform kann prinzipiell
bei den gleichen Prozessparametern wie bei der ersten Ausführungsform
durchgeführt
werden. Die so erhaltene Struktur zeigt 7C.
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Nachfolgend
wird unter Verwendung der Maske 6 der zweite Dotierstoff 18 implantiert.
Aufgrund der Maske 6 erfolgt die Implantation lediglich
in die Grabenböden 14.
Im Vergleich zur ersten Ausführungsform
kann die Implantationsdosis des zweiten Dotierstoffs 18,
bei dem es sich hier um Bor handelt, auf Werte zwischen ungefähr 2·1013/cm2 bis etwa 5·1013/cm2 reduziert
werden. Dadurch liegt das Verhältnis
der Implantationsdosis von erstem Dotierstoff 16 zu zweitem
Dotierstoff 18 beispielsweise etwa zwischen 1:3 bis etwa
1:5.
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Typische
Implantationsdosen für
die zweite Ausführungsform
können
der 12 entnommen werden, wobei mit 70 ein Bereich
für die
Phosphorimplantationsdosis (von etwa 1·1012/cm2 bis etwa 3·1013/cm2) und die Borimplantationsdosis (von etwa 3·1012/cm2 bis etwa 1·1014/cm2) für ein erstes
Beispiel und mit 71 ein Bereich für ein zweites Beispiel (Phosphor:
von etwa 2·1012/cm2 bis etwa 2·1013/cm2; Bor: etwa
von 1,2·1013/cm2 bis etwa 6·1013/cm2) jeweils gezeigt
ist. Zusätzlich
können
Nebenbedingungen hinsichtlich des Verhältnisses der Implantationsdosen
von Phosphor zu Bor berücksichtigt
werden, wobei 72 ein Verhältnis von 1:10 und 73 ein Verhältnis von
1:3 angibt. Die Implantationsdosen können so gewählt werden, dass sie innerhalb
der Gebiet 70 bzw. 71 und zusätzlich innerhalb der Geraden 72 und 73 liegen.
Gegenüber
der ersten Ausführungsform können die
Implantationsdosen reduziert werden.
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Durch
eine nachfolgende zweite Temperaturbehandlung wird der zweite Dotierstoff 18 ausdiffundiert
und bildet dabei Schutzgebiete 28 im Bereich der Grabenböden 14.
Danach werden die Hilfsoxidschichten 20 sowie die Maske 6 geeignet,
beispielsweise nasschemisch, entfernt.
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Die
Implantationsdosis des zweiten Dotierstoffs 18 kann in
Abhängigkeit
von der Implantationsdosis des ersten Dotierstoffs geeignet skaliert
werden. Beispielsweise ist es möglich,
den zweiten Dotierstoff 18 mit einer etwa 4-mal so hohen
Implantationsdosis wie den ersten Dotierstoff 16 zu implantieren.
Dadurch wird sichergestellt, dass der zweite Dotierstoff 18 immer
in einer ausreichend hohen Konzentration vorliegt. Es ist jedoch
auch möglich,
die Implantationsdosis des zweiten Dotierstoffs auf Werte von etwa
1,5·1013/cm2 bis etwa 2·1013/cm2 zu reduzieren.
In diesem Fall sollte jedoch die Implantationsdosis des ersten Dotierstoffs
entsprechend gering gewählt
werden, um einen Abfall der Durchbruchspannung BVces, wie beispielsweise
aus 8 ersichtlich, zu vermeiden.
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Nachfolgend
erfolgt, vergleichbar zu den im Zusammenhang mit 1E der
ersten Ausführungsform
beschriebenen Schritten, die Bildung der Gatelektroden 24 in
den Gräben 10,
d. h. die Gräben 10 werden
mit einem leitfähigen
Material 24 weitgehend gefüllt. Danach wird ein dritter
Dotierstoff 19 in oberflächennahe Bereiche der Mesa-Strukturen 12 eingebracht,
beispielsweise implantiert. Beim dritten Dotierstoff 19 kann
es sich beispielsweise um Bor handeln, der mit einer Implantationsdosis
von etwa 8·1012/cm2 bis etwa 5·1013/cm2 implantiert
wird. Durch das Füllen
der Gräben 10 mit
dem leitfähigen
Material werden die Grabenböden 14 geschützt, so
dass bei der Implantation des dritten Dotierstoffs 19 dieser nicht
in die Grabenböden 14 implantiert
wird. Die so erhaltene Struktur zeigt 7E.
-
Mit
einem nachfolgenden dritten Temperaturschritt erfolgt die Ausdiffusion
des dritten Dotierstoffs 19, wodurch sich die Bodygebiete 34 in
den Mesa-Strukturen 12 herausbilden. Ggf. kann der zweite Temperaturschritt
auch mit dem dritten Temperaturschritt zusammengefasst werden, so
dass dann gleichzeitig Bodygebiete und Schutzgebiete ausdiffundiert
werden. Die so erhaltene Struktur zeigt 7F. Der
dritte Temperaturschritt kann bei einer Temperatur im Bereich von
etwa 1100°C
bis etwa 1200°C
und insbesondere bei etwa 1150°C
für etwa 60
Minuten durchgeführt
werden.
-
Ein
Vorteil dieser Ausführungsform
ist, dass die Implantation für
die Bildung der Schutzgebiete 28 und der Bodygebiete 34 unabhängig voneinander
erfolgt und dadurch besser auf die ge wünschten Anforderungen angepasst
werden kann. Außerdem
gestatten die separaten Temperaturschritte eine bessere Kontrolle
der Ausdiffusion. Beispielsweise kann die Implantationsdosis für den ersten
Dotierstoff 16 im Bereich von etwa 1·1013/cm2 und für
den zweiten Dotierstoff 18 bei etwa 4·1013/cm2 liegen. Dies entspricht einem Verhältnis der
Implantationsdosen von etwa 1:4. Diese Implantationsdosen führen zu
einer Dotierstoffkonzentration des Puffergebiets 26 von etwa
8·1015/cm3 und der Schutzgebiete 28 von
etwa 4·1016/cm3. Dies entspricht
einem Verhältnis
von etwa 1:5. Die Dotierstoffkonzentration des zweiten Dotierstoffs 18 kann
daher im Vergleich zur ersten Ausführungsform reduziert werden.
Dies wirkt sich jedoch nicht nachteilig auf die Dotierstoffkonzentration der
Bodygebiete 34 aus, da zu deren Herstellung eine separate
Implantation erfolgt. Grundsätzlich kann
die Dotierstoffkonzentration für
das Puffergebiet 26 zwischen etwa 8·1014/cm3 und etwa 3·1016/cm3 und für
die Schutzgebiete 28 zwischen etwa 2·1015/cm3 und etwa 1·1017/cm3 liegen.
-
Abschließend erfolgt,
vergleichbar zu den im Zusammenhang mit 1F der
ersten Ausführungsform
beschriebenen Schritten, die Bildung eines Emittergebietes bzw.
eines Draingebietes, der Rückseitenelektrode
sowie der Sourcegebiete, Bodyanschlussgebiete und der Vorderseitenelektrode.
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Das
Verfahren der zweiten Ausführungsform hat,
wie bei der ersten Ausführungsform,
ebenfalls die Vorteile, dass keine weiteren Masken benötigt werden
und die Ausdiffusion "aus
der Tiefe" des Halbleiterkörpers 2 erfolgt.
Mit dem Verfahren der zweiten Ausführungsform lassen sich ebenfalls
die gleichen Strukturen erzeugen und die gleichen Vorteile erreichen
wie mit dem Verfahren gemäß der ersten
Ausführungsform,
weshalb auf eine Wiederholung verzichtet wird.
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8 bis 10 zeigen
Simulationsergebnisse bezüglich
der Durchbruchspannung BVces (8), der
Spannung Vcesat im eingeschalteten Zustand (9) und der
Einsatzspannung Vgeth (10) in Abhängigkeit von der Phosphor-
und der Borimplantationsdosis. Die hier gezeigten Simulationsergebnisse
beruhen auf Halbleiterbauelementen, die gemäß der zweiten Ausführungsform
hergestellt wurden. Die angedeuteten Borimplantationsdosen beziehen
sich auf die Implantation des zweiten Dotierstoffs 18 in
die Grabenböden 14.
Allen Simulationen wurde eine Grabentiefe von etwa 4 μm zugrunde gelegt.
Bei den Kurven, bei denen die Borimplantationsdosis mit der Phosphorimplantationsdosis
skaliert, ist die jeweilige Borimplantationsdosis unmittelbar angegeben.
Bei den übrigen
Kurven ist in der Legende die jeweilige konstante Borimplantationsdosis angegeben.
Die Implantatationsdosen sind in cm–2 angegeben.
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Wie
erkennbar, ist bei vergleichsweise geringen Phosphorimplantationsdosen
von kleiner als 1·1013/cm2 die Durchbruchsspannung
BVces sehr hoch. Der Abfall der Durchbruchsspannung BVces oberhalb
einer Phosphorimplantatiopnsdosis von etwa 1·1013/cm2 kann durch Erhöhung der Borimplantationsdosis
bzw. durch Skalrierung der Borimplantationsdosis mit der Phosphorimplantationsdosis,
beispielsweise im Verhältnis
von 1:4 von Phosphorimplantationsdosis zu Borimplantationsdosis,
kompensiert werden. Ebenso hat sich in hier nicht gezeigten Simulationen
und Experimenten herausgestellt, dass die Durchbruchsspannung Bvces
bei gleichen Implantationsdosen, allerdings bei einer Grabentiefe
von etwa 6 μm,
geringer ist. Da bei der zweiten Ausführungsform die Implantationsdosen
in einem vergleichsweise großen
Bereich variiert werden können, lassen
sich Bvces, Vcesat und Vgeth auch bei Variation der Grabentiefe
geeignet einstellen.
-
Die
Erfindung ist nicht auf die vorstehend beschriebenen Ausführungsformen
beschränkt,
sondern umfasst geeignete Modifikationen innerhalb des durch die
Ansprüche
aufgezeigten Rahmens. Die anhängenden
Ansprüche
sind als erster, nicht bindender Versuch zu verstehen, die Erfindung
mit allgemeinen Worten zu beschreiben.
-
- 2
- Halbleiterkörper
- 4
- erste
Oberfläche
- 6
- Maske
- 8
- Öffnungen
- 10
- Gräben
- 12
- Mesa-Strukturen
- 14
- Grabenböden
- 16
- erster
Dotierstoff
- 18
- zweite
Dotierstoff
- 19
- dritter
Dotierstoff
- 20
- Hilfsoxid
- 22
- Gateoxid/Gatedielektrikum
- 24
- Gateelektrode
- 26
- Puffergebiet
- 28
- Schutzgebiet
- 30
- P-Wanne
- 32
- Feldoxid
- 34
- Bodygebiet
- 35
- pn-Übergang
- 36
- Sourcegebiet
- 37
- pn-Übergang
- 38
- Bodyanschluss
- 40
- Isolationsgebiet
- 42
- Gateanschluss
- 44
- Vorderseitenelektrode
- 46
- Elektrodenanschluss
- 48
- Driftgebiet
- 50
- Emittergebiet
- 52
- Rückseitenelektrode
- 54
- Elektrodenanschluss
- 56
- zweite
Oberfläche
- 60
- erster
Bereich
- 61
- zweiter
Bereich
- 62,
63
- Verhältnis zwischen
Implantationsdosen
- 70
- erster
Bereich
- 71
- zweiter
Bereich
- 72,
73
- Verhältnis zwischen
Implantationsdosen