DE10117792A1 - Schanzkorb und Verfahren zu dessen Herstellung , - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft einen Schanzkorb mit aus mehreren aus Drahtgittern bestehenden, miteinander verbundenen Wänden sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung. DOLLAR A Erfindungsgemäß besteht zumindest eine Wand, vorzugsweise bestehen alle Wände aus kreuzweise zueinander angeordneten Metallstäben, die an mehreren Kreuzungspunkten miteinander verschweißt sind und deren Enden um 180 DEG umgebogen sind. In den hierdurch gebildeten Kehlungen ist entlang der gesamten jeweiligen Stanzkorbkante ein Metallstab als Kantenstabilisierung angeordnet. Die einzelnen Wände des Schanzkorbes sind an ihren jeweiligen Endseiten an der benachbarten Wand mittels Drähten oder Seilen befestigt.
Description
Die Erfindung betrifft einen Schanzkorb mit aus mehreren aus
Drahtgittern bestehenden, miteinander verbundenen Wänden sowie
ein Verfahren zu dessen Herstellung.
Schanzkörbe (Gabions) sind zu einem unverzichtbaren Hilfsmittel
zur Vermeidung von Erdrutschen und Erosionen an Hängen oder
Böschungen geworden. Die aus einem Gitterwerk bestehenden
Schanzkörbe werden mit Steinen, Kies, Erdreich befüllt und
nebeneinander, ggf. terassenförmig übereinander angeordnet und
dienen, ggf. in Verbindung mit über eine gefährdete Hangfläche
verspannten Drahtmatten, sowohl dem Erosionsschutz als auch der
Bodenerhaltung. Anwendungsgebiete sind Böschungen von Flußläu
fen, Berghänge sowie abfallende Küstenbereiche. Neben der
naturerhaltenden Maßnahme sind solche Stützbauwerke auch zur
Absicherung von Straßen, Gehwegen oder auch Wohngebieten nütz
lich.
Die nach dem Stand der Technik bekannten Schanzkörbe bestehen
aus Drahtgeflechten, wobei quaderförmige Schanzkörbe aus ein
zelnen flächigen Drahtmatten als Wände miteinander verbunden
sind. Zur Vermeidung von Korrosionen werden zum Teil kunst
stoffummantelte Drahtgeflechte verwendet. Nach dem Stand der
Technik ist es auch bekannt, diese Drahtgeflechte an Kanten
oder zur Erhöhung der Biegefestigkeit im Bereich der Wandflä
chen durch Metallstäbe zu verstärken.
Die Herstellung sowie die verwendeten Materialien sind relativ
kostspielig, was häufig Grund für einen Verzicht auf eine
objektiv erforderliche Erd-Bewehrung unter Inkaufnahme von
irreparablen Naturschädigungen oder auch Gefährdung von Men
schen und Tieren führt.
Es daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Schanzkorb
anzugeben, der einfach sowie stabil aufgebaut und preisgünstig
herstellbar ist. Ebenso ist es Aufgabe der vorliegenden Erfin
dung, ein kostengünstiges Herstellverfahren für einen solchen
Schanzkorb anzugeben.
Diese Aufgabe wird durch den Schanzkorb nach Anspruch 1 gelöst.
Erfindungsgemäß besteht zumindest eine Wand, vorzugsweise
bestehend alle Wände, aus kreuzweise zueinander angeordneten
Metallstäben, die an mehreren Kreuzungspunkten miteinander ver
schweißt sind und deren Enden um 180° umgebogen sind. In den
durch Umbiegung gebildeten Kehlungen sind entlang der gesamten
jeweiligen Schanzkorbkante Metallstäbe als Kantenstabilisierung
angeordnet. Die einzelnen Wände des Schanzkorbes sind an ihren
jeweiligen Endseiten an der benachbarten Wand mittels Drähten
oder Seilen befestigt. Der Vorteil dieses Schanzkorbes liegt
einerseits in einem einfachen Aufbau, der mit geringen Hilfs
mitteln geschaffen werden kann. Es müssen weder teuere Maschen
draht-Geflechte hergestellt bzw. gekauft und zur Montage des
Schanzkorbes angeliefert werden noch sind zur Herstellung der
Schanzkörbe aufwendige Vorrichtungen oder besondere Fachkennt
nisse erforderlich. Zur Herstellung der einzelnen Wände werden
lediglich leicht transportable Metallstäbe benötigt, die am
Herstellort oder an dem Platz, an dem der Schanzkorb benötigt
wird, kreuzweise übereinandergelegt werden und an den Kreu
zungspunkten miteinander verschweißt werden können. Die Anzahl
der Schweißpunkte wird entsprechend der anzunehmenden Belastung
gewählt, denen der Schanzkorb am Verbringungsort ausgesetzt
ist. Es ist somit nicht erforderlich, daß jeder Metallstab-
Kreuzungspunkt geschweißt wird. Nach der Fertigung eines flä
chigen Drahtgitters werden die freien Enden der Metallstäbe
entlang einer Biegelinie jeweils um 180° umgebogen, wobei eine
Kehlung gebildet wird, in der ein Metallstab anliegt. Ggf. kann
der Metallstab auch entlang der Biegelinie fixiert werden und
beim Umbiegen als Formwerkzeug dienen. Die derart gefertigten
einzelnen Wände, die später die Boden- und Seitenflächen und
ggf. den Deckel des Schanzkorbes bilden, werden abschließend
mit Drähten oder Seilen verbunden. Dies kann in der Form
geschehen, daß entlang einer jeden Kante, die durch zwei
Schanzkorbwände gebildet wird, nur wenige Verbindungspunkte
ausgewählt werden, oder daß ein biegefähiger Draht entlang der
jeweiligen Kante mit dem Kantenverstärkungsstab bzw. den
U-förmigen Endprofilen der Metallstäbe einer jeden Wand wendel
förmig verbunden wird. Um den Schanzkorbdeckel schwenkbar anzu
lenken, wird dieser nur entlang einer Kante befestigt. Die vor
stehenden Ausführungen zeigen, daß außer einem Schweißgerät und
einfachen Handwerkzeugen keine kostspieligen Apparate oder
Maschinen benötigt werden. Dies ist insbesondere für Entwick
lungsländer von erheblicher Bedeutung, da die dortigen Einwoh
ner bereits in die Herstellung der Schanzkörbe eingebunden wer
den können.
Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
beschrieben.
So ist der Schanzkorb vorzugsweise quaderförmig ausgebildet,
d. h., die einzelnen Wände stehen senkrecht zueinander. Der
Schanzkorb kann aus einem Boden und vier Seitenwänden bestehen,
also nach oben hin offen sein oder auch einen mit einer Seiten
wand angelenkten Deckel besitzen. Der quaderförmige Aufbau
erleichtert die Herstellung, da hierbei von einfachen recht
eckigen Wandzuschnitten ausgegangen werden kann.
Vorzugsweise sind die Metallstäbe an ihren Kreuzungspunkten
bzw. einem Teil der Kreuzungspunkte durch Punktschweißen mit
einander verbunden.
Um den Anforderungen des Schanzkorbes an die notwendige Stabi
lität zu genügen, sind die Metallstäbe entsprechend auszuwäh
len. Beispielsweise besitzen Schanzkörbe eine Bodengrundfläche
von 2 m × 1 m und eine Seitenhöhe von 1 m. Für solche Bemaßun
gen empfiehlt sich die Verwendung von Stahlstäben mit einem
Durchmesser zwischen 3 mm bis 10 mm, vorzugsweise von 5 mm.
Die Wände des Schanzkorbes werden bevorzugt mittels eines sich
zumindest über einen Teil erstreckenden wendelartig gewundenen
Drahtes miteinander verbunden. Hierbei sind auch solche Verbin
dungen eingeschlossen, bei denen ein Draht am Kantenende begin
nend und sich bis in den Bereich der jenseits der Ecke liegen
den nächsten Kante erstreckt. Die Kantenmitten können entweder
singuläre Draht- oder Seilbefestigungen oder ebenfalls sich
partiell über die Kante erstreckende Verbindungen in Form von
wendelförmig geschlungenen Drähten besitzen.
Der als Kantenverstärkung dienende Metallstab besitzt vorzugs
weise einen Durchmesser zwischen 5 mm bis 15 mm, wobei der
Abstand der beiden U-Schenkel eines jeden Metallstabes der Wand
etwa dem Durchmesser des als Kantenverstärkung dienenden
Metallstabes entspricht. Der als Kantenverstärkung dienende
Metallstab kann bereits durch Reibschluß fixiert werden. Im
Rahmen der vorliegenden Erfindung ist es jedoch ebenso möglich,
die Enden der Metallstäbe einer jeden Wand um geringfügig mehr
als 180° umzubiegen, was den Metallstab zusätzlich sichert.
Alternativ ist es ebenso möglich, den als Kantenverstärkung
dienenden Metallstab an mindestens einem Punkt mit einem
Metallstab einer Wand zu verschweißen. Die Länge der umgeboge
nen Kantenenden beträgt mindestens 10 cm, vorzugsweise 12,5 cm.
Zur Herstellung des Schanzkorbes wird eine Mehrzahl von Metall
stäben kreuzweise übereinandergelegt, wobei vorzugsweise
jeweils eine erste Gruppe von gleich langen Metallstäben im
Abstand parallel zueinander angeordnet wird und eine zweite
Gruppe von Metallstäben hierzu in einem etwa gleich großen
Abstand senkrecht hierzu angeordnet wird. Die Abstände, in
denen die jeweiligen Metallstäbe zueinander angeordnet sind,
definieren die Maschenweite des Schanzkorbes und werden auf das
Material, mit dem der Schanzkorb befüllt wird, abgestimmt. Bei
einer Befüllung mit grobem Steinmaterial kann die Maschenweite
entsprechend größer gewählt werden, d. h., es werden weniger
Metallstäbe benötigt. Allerdings ist es bei großer Maschenweite
ggf. erforderlich, den Metallstabdurchmesser entsprechend grö
ßer zu wählen, um eine genügend große Stabilität des Schanzkor
bes zu gewährleisten. Soweit der Schanzkorb, ggf. zusätzlich,
mit Erdreich befüllt werden soll, empfiehlt es sich in Einzel
fällen, den Schanzkorb mit einer Innenverkleidung aus wasser
durchlässigem Gewebematerial zu versehen.
Die Metallstäbe müssen anschließend an ihren Enden, wie bereits
oben beschrieben, umgebogen werden, wonach oder wobei ein die
Kanten verstärkender Metallstab eingelegt wird. Die derart vor
gefertigten Wände werden abschließend miteinander verbunden.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen
dargestellt. Es zeigen
Fig. 1 eine schematische perspektivische Ansicht eines
Schanzkorbes,
Fig. 2 eine Draufsicht auf den Schanzkorb nach Fig. 1,
Fig. 3 eine Detailansicht x gemäß Fig. 2,
Fig. 4 eine Draufsicht auf kreuzweise übereinanderge
legte Metallstäbe zur Ausbildung einer Wand und
Fig. 5 eine Seitenansicht eines an den Enden umgebo
genen Metallstabes.
Der in Fig. 1 dargestellte Schanzkorb 10 besteht aus einem
Boden 11, jeweils parallel zueinander angeordneten Seitenwän
den 12 und 13 sowie einem optional vorhandenen Deckel 14. Sämt
liche Wände 11 bis 14 des Schanzkorbes bestehen aus einem
Metallgittergeflecht, wobei (siehe Fig. 2) optional noch diago
nale Verstärkungsstreben 15 vorgesehen sein können.
Der Aufbau und die Herstellung des Korbes werden anhand des im
folgenden beschriebenen Herstellverfahrens deutlich.
Wie aus Fig. 4 ersichtlich, werden zur Herstellung eines Boden
teiles oder eines Deckels 10 längere im Querschnitt runde
Metallstäbe 16 mit äquidistantem Abstand zueinander aufgereiht,
worauf rechtwinklig hierzu zwanzig kürzere Metallstäbe 17,
ebenfalls in äquidistantem Abstand zueinander abgelegt werden.
An zuvor ausgewählten Kreuzungspunkten 18, von denen in Fig. 4
zwei herausgegriffen sind, werden die Metallstäbe 16 und 17
durch Punktschweißen miteinander verbunden, so daß sich ein
flächiges Metallstab-Gitter ergibt. Anschließend werden die
Metallstäbe entlang jeweiliger Biegelinien 19 und 20 an den.
Enden um 180° umgebogen. Die mit 21 bezeichnete Länge der umge
bogenen Metallstabenden (siehe Fig. 5) beträgt beispielsweise
12,5 cm. Der Abstand 22 der durch Umbiegen geschaffenen Schen
kel beträgt 3 cm. In den Bereich der durch Umbiegung entstande
nen Kehlung 23 wird entlang der Biegekanten 19 und 20 ein ent
sprechend langer, als Kantenverstärkung 24 dienender Metallstab
eingelegt, der z. B. einen Durchmesser von 12 mm besitzt. Die
anhand des Bodenteiles (oder Deckels) vorbeschriebene Herstel
lungsweise gilt in entsprechender Weise für die quadratischen
Seitenflächen 13 oder die ebenfalls rechtwinkligen Seitenflä
chen 12. Die derart hergestellten Wände werden entlang der
Quaderkanten 25 mit Drähten oder Seilen entweder an singular
gewählten Punkten miteinander verbunden oder mittels eines
Drahtes, der sich zumindest über einen Teil der Kante 25
erstreckt, in wendelförmiger Umschlingung befestigt. Singulare
Drahtbefestigungen sind in Fig. 3 durch Bezugszeichen 26
erkennbar. Die Diagonalstrebe 15 kann entweder vor dem Verbin
den der einzelnen Wandflächen oder Abschließen an einer Schanz
korbwand befestigt werden, wobei optional eine Befestigung
mittels Drähten oder Seilen oder durch Schweißen an den Kreu
zungspunkten mit den Metallstäben 17, 16 befestigt werden. Am
Rand einer jeden Wand 11 bis 14 ist ein Metallstab 24 angeord
net, der dem Quader eine erhöhte Steifigkeit verleiht. Die
Schanzkorbdimensionen können dem Einsatzzweck angepaßt werden,
wobei Schanzkörbe auch würfelförmig mit großer Bodenfläche und
geringer Höhe oder ähnlichen Ausführungen im Rahmen der vorlie
genden Erfindung liegen. Ebenso und wie durch Vergleich der
Fig. 4 und 2 deutlich, richtet sich die Anzahl der verwendeten
Stäbe 16 und 17 und deren gegenseitige Anordnung, welche die
Maschenweite festlegt, nach dem Gut, mit dem die Schanzkörbe
befüllt werden sollen.
Claims (8)
1. Schanzkorb (10) mit aus mehreren aus Drahtgittern beste
henden, miteinander verbundenen Wänden (11 bis 14),
dadurch gekennzeichnet,
daß zumindest eine Wand, vorzugsweise alle Wände (11 bis
14), aus kreuzweise zueinander angeordneten Metallstä
ben (16, 17) bestehen, die an mehreren Kreuzungspunk
ten (18) miteinander verschweißt sind und deren Enden um
180° umgebogen sind, wobei in den hierdurch gebildeten
Kehlungen (23) entlang der gesamten jeweiligen Schanzkorb
kante (25) ein Metallstab (24) als Kantenstabilisierung
angeordnet ist, und daß die einzelnen Wände (11 bis 14) an
ihren jeweiligen End-Seiten an der benachbarten Wand mit
tels Drähten oder Seilen (26) befestigt sind.
2. Schanzkorb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Wände (11 bis 14) unter Bildung eines Quaders (10)
miteinander verbunden sind, der entweder oben offen ist
oder einen nur über eine Kante schwenkbar angelenkten
Deckel (14) besitzt.
3. Schanzkorb nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Metallstäbe (16, 17) an ihren Kreuzungspunk
ten (18) durch Punktschweißen miteinander verbunden sind.
4. Schanzkorb nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die einzelnen Wände (11 bis 14) aus
Metallstäben (16, 17), vorzugsweise Stahlstäben mit einem
Durchmesser von 3 mm bis 10 mm, vorzugsweise von 5 mm,
bestehen.
5. Schanzkorb nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Wände an den Schanzkorbkanten (15)
mittels eines sich zumindest über einen Teil erstreckenden
wendelartig gewundenen Drahtes verbunden sind.
6. Schanzkorb nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die als Kantenverstärkung dienenden
Metallstäbe (24) einen Durchmesser von 5 mm bis 15 mm
besitzen.
7. Schanzkorb nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die Länge (21) der umgebogenen Kan
tenenden mindestens 10 cm, vorzugsweise 12,5 cm, beträgt.
8. Verfahren zur Herstellung eines Schanzkorbes nach einem
der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß eine
Mehrzahl von Metallstäben (16, 17) kreuzweise übereinan
dergelegt und durch Punktschweißen an den Kreuzungspunk
ten (18) miteinander zu einem Gitter verbunden wird, daß
die an den Gitterseiten überstehenden freien Enden der
Metallstäbe (16, 17) jeweils entlang einer Kante als Bie
gelinie (19, 20) um jeweils 180° umgebogen werden, hier
nach oder bereits beim Biegevorgang ein Metallstab (24) in
die Kehlung (23) entlang der Biegelinie (19, 20) einge
führt wird und abschließend die Gitter an ihren Kan
ten (25) zu einem Schanzkorb (10) mittel Drähten oder Sei
len (26) verbunden werden, vorzugsweise zu einem quader
förmigen Körper.
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2001
- 2001-04-10 DE DE2001117792 patent/DE10117792A1/de not_active Withdrawn
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