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DE10201374B4 - Wand- und Stützbauwerk - Google Patents

Wand- und Stützbauwerk Download PDF

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Abstract

Verfahren zur Erstellung von Wand- und Stützwandbauwerken, bei dem Erd- und Gesteinsmaterial mittels Geotextil- oder Geokunststoffbahnen gestützt ist, dadurch gekennzeichnet dass Geotextil- oder Geokunststoffbahnen zu einem Körper gebildet werden, der stehende Schleifen mit Stegen und Flanschen enthält, wobei mehrere Schleifen im Abstand zueinander in einer Linie aufgebaut werden und an den Flanschen Geotextil- oder Geokunststoffbahnen angebracht werden, wobei die Flansche (2.1) Hülsen (3) beinhalten, welche die Aufnahme jeweils eines Stabes (11) ermöglichen und die Schleifen und die dazwischen liegenden Wandbereiche mit Erd- oder Gesteinsmaterial befüllt werden.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Wand- und Stützwandbauwerk, bei dem Erd- und Gesteinsmaterial mittels Geotextil- oder Geokunststoffbahnen gestützt ist, und ein Verfahren zur Erstellung der Wand- und Stützwandbauwerke.
  • Die Erfindung ist in folgenden technischen Gebieten einsetzbar: Zur Erstellung von Geländeterrassierungen und Wandkonstruktionen als Flutwasser- und Erosionschutz, zur Errichtung von Stützwänden, Verkehrs- und Staudämmen, Lawinenverbauten, Ufermauern, Brückenwiderlagern, Lärmschutzwänden, etc.
  • Es ist bekannt, dass Stützwände und freistehende Mauern traditionell vor allem in der Trockenmauerwerksbauweise errichtet werden. Das Trockenmauerwerk erfüllt dabei zum einen eine statischkonstruktive Funktion als Schwergewichtskonstruktion, zum anderen besitzt das Trockenmauerwerk Eigenschaften, die sich auf das landschaftsökologische Umfeld der Bauwerke auswirken: So entstehen beispielsweise aufgrund der thermischen Speichermasse des Trockenmauerwerks Kondensationsfeuchtigkeit oder Wärmespeicher die einen positiven Effekt auf das Pflanzenwachstum und Klima im Umfeld von Trockenmauerwerks-konstruktionen haben. Des Weiteren bietet die Trockenmauerwerksbauweise in den Zwischenräumen der Mauersteine auch Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere.
  • Es ist weiter bekannt, dass im modernen Verkehrs- und Wasserbau zum Erstellen von Wand- und Stützwandkonstruktionen verschiedene Verfahren angewendet werden, beispielsweise
    • – Beton- und Betongitterkonstruktionen (Winkelstützwände, Formsteine, Pflanztröge),
    • – Gabionenbauwerke (Drahtgeflechtkörbe mit Lockergesteinfüllung);
    • – System "Bewehrte Erde" als Geotextil- oder Geokunststoffkonstruktion (Ballenwand, Polsterwand) und als Zugankerkonstruktionen (Plattenwand).
  • Die Erfindung stellt ein grundsätzlich neues und unbekanntes System im genannten Gebiet dar. Aufgrund der verwendeten Materialien besteht eine gewisse Ähnlichkeit zu traditionellen Trockenmauerwerkskonstruktionen, Gabionenbauten und dem System "Bewehrte Erde" als Geotextil- oder Geokunststoffkonstruktion. Im Folgenden werden die technischen Merkmale und die daraus resultierenden Nachteile dieser, im Bereich der Erfindung als "Stand der Technik" heranzuziehenden Konstruktionen aufgezeigt:
    Die traditionelle Methode, bei der einzelne Steine mörtellos ineinander gefügt und aufgeschichtet werden, weist vor allem folgende Nachteile auf ein Laufmeter traditionell erbauter Trockenmauerwerkswand wiegt ca. eine Tonne, die durchschnittliche Tagesleistung eines erfahrenen Trockenmaurers beträgt bei freistehenden Mauern und Terrassenmauern ca. zwei Laufmetern pro Tag und einmal pro Jahr müssen herausgefallene Steine wiedereingesetzt werden; dadurch ist diese Methode in der Herstellungsphase langsam und teuer und in der Betriebsphase wartungsintensiv.
  • Bei Gabionenbauwerken werden Drahtgeflechtkörbe mit Gesteinsmaterial befüllt und aufeinander geschichtet. Gabionenbauwerke sind reine Schwergewichtskonstruktionen. Dadurch erfordern diese viel Gesteinsmaterial zur Füllung der entsprechend groß dimensionierten Drahtgeflechtkörbe. Diese sind wiederum geometrischen Einschränkungen unterworfen. Diese Eigenschaften zeigen, dass Gabionenbauwerke materialintensiv und im Gelände kaum flexibel einsetzbar sind.
  • Nach Herold A., Magnus M.: "Planung und Ausführung einer begrünten Steilwand in der Bauweise kunststoffbewehrte Erde" in Geotechnik 21 Vol. 4, S. 305–309, 1998; ist es bekannt, den Baukörper in horizontalen Lagen von Boden und Geotextil aufzubauen. Dabei wird Erde in Lagen von Geotextil "eingepackt". Die Ansichtseiten der fertigen Konstruktion werden mit verschiedenen Materialien verblendet oder mit zusätzlichen Begrünungsmatten versehen und begrünt.
  • Dadurch dass die Füllung des Baukörpers durch eine Vielzahl von Lagen aus Geotextil oder Geokunststoff unterbrochen ist, sind die Bepflanzungsmöglichkeiten auf solchen Bauwerken schweren Einschränkungen unterworfen, da die einzelnen Lagen in vertikaler Richtung nicht durchwurzelbar sind.
  • Aufgrund des Fehlens von Material mit hoher thermischer Speichermasse erfüllen diese Konstruktionen die landschaftsökologischen Parameter traditionell erbauter Trockenmauerwerkswände nicht und es entsteht auch kein zusätzlicher Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere, die sich bevorzugt in den Zwischenräumen von Trockenmauern ansiedeln.
  • Die Begrünung der Ansichtsseiten dieser Konstruktionen ist nur in bestimmten Klimazonen möglich, bei stärkerer Wandneigung wird sie problematisch und bietet nur geringen Schutz vor mechanischen Verletzungen der Wandkonstruktion.
  • Verblendungen sind mit hohem konstruktivem Aufwand verbunden und arbeitsintensiv. Direkte Sonneneinstrahlung auf Geotextil oder Geokunststoffe vermindert die Lebensdauer der Materialien und sollte bereits während der Bauphase weitestgehend eliminiert werden, was beim System bewehrte Erde nicht immer gewährleistet ist.
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und ein Stützbauwerk anzugeben, mit dem Stützbauwerke, Geländeterrassierungen und Wandbauwerke rationell zu erstellen. Dabei sollen auch landschaftsökologische, hydrologische und klimatische Vorteile traditioneller Trockenmauerwerkskonstruktionen mit geringstem Aufwand Beachtung finden. Die aufgezeigten Nachteile traditioneller und moderner Bauweisen sollen eliminiert werden.
  • Erfindungsgemäß wird die Aufgabe mit einem Verfahren, welches die in Anspruch 1 angegebenen Merkmale und mit einer Anordnung, welche die in Anspruch 2 angegebenen Merkmale enthält, gelöst.
  • Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
  • Ein wesentliches Merkmal der Erfindung besteht darin, dass im Gegensatz zum System bewehrte Erde das Geotextil, bzw. der Geokunststoff nicht in einer Vielzahl von horizontalen Lagen, sondern vertikal oder leicht geneigt angeordnet ist. Die Anordnung der Geotextil- bzw. Geokunststoffbahnen unterteilt sich in Wandbereiche und Schleifen, die mit Flanschen aus demselben Material kraftschlüssig verbunden sind (Verweben, Vernadeln, Verschweißen, Verkleben, Vernähen, Verklammern).
  • Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
  • Bei der in 1 dargestellten Ausführung werden zunächst zwei Geotextil- bzw. Geokunststoffbahnen variabler Breite und Länge (entsprechend der erwünschten Bauteilhöhe) durch kraftschlüssige Verbindung so zueinander angeordnet, dass sich der entstehende Körper in eine Schleife mit variablem Durchmesser (1), zwei Stege, deren variable Länge und Neigung durch die Breite, Länge und Anordnung der kraftschlüssigen Verbindung (2, 2') bestimmt wird, und vier Flansche unterteilt ( 1a).
  • An je zwei der gegenüberliegenden Flansche werden je eine weitere Geotextil- bzw. Geokunststoffbahn variabler Breite und Länge kraftschlüssig angebracht und zwar so, dass ein Hohlraum (3) zur späteren Aufnahme eines Stabes zur Befestigung der Distanzstücke entsteht (1b). Bei Bedarf können zusätzlich Laschen mit Hülsen aus Geotextil- bzw. Geokunststoff auch in den Wandbereichen zur späteren Aufnahme von Stäben kraftschlüssig angebracht werden (1f: 3'). Der Vorgang (Vorfertigen der Schleifen, Anbringen der Geotextil- bzw. Geokunststoffbahnen) wird bis zum Erreichen der gewünschten Bauteillänge wiederholt, wobei der Abstand zwischen den Schleifen (1f: 4) variabel ist. Die Geotextil- bzw. Geokunststoffbahnen der Wandbereiche und Schleifen stehen gegenüber der beabsichtigten Fertighöhe der Wand in variabler Länge nach unten über. Am Berührungspunkt mit der Geländeoberfläche wird dieser Überstand jeweils nach Innen eingeklappt (1c, d, f: 5; 6). Dadurch erhält die Konstruktion einen "Schuh" – die Standfestigkeit der Konstruktion kann durch die Länge der Einklappung des Geotextils bzw. Geokunststoffs entsprechend spezieller Erfordernisse (z. B. Tragfähigkeit des Untergrunds, Hangneigung, Unregelmäßigkeiten im Relief) variabel verbessert werden. Durch eine Erhöhung, bzw. Verringerung der verschiedenen variablen Parameter (Breite und Länge der verwendeten Geotextil- bzw. Geokunststoffbahnen; Abstand der Schleifen zu den Wandbereichen (abhängig von Breite, Länge und Neigung der Stege) (1a, d, f: 2); Durchmesser der Schleifen (1a, f: 1); Abstand der Schleifen untereinander (1f: 4); Länge der Überstände bzw. Einklappungen (1c, d, f: 5; 6) kann die Konstruktion speziellen statischen oder architektonischen Ansprüchen angepasst werden. Am Einsatzort werden die Schleifen mit Erd- oder Gesteinsmaterial befüllt (1f, e: 7). Dadurch entstehen relativ standfeste geotextil- bzw. geokunststoffumschlungene, tonnenförmige Baukörper.
  • Durch die folgende Befüllung der dazwischen liegenden Wandbereiche mit Erd- oder Gesteinsmaterial (1e, f: 8) ergibt sich eine Stützwölbung und eine Verzahnung (Druck und Gegendruck) zwischen den Schleifen und der Befüllung der Wandbereiche. In die vorgefertigten Hülsen (1b: 3) an der Verbindung der Flansche mit dem Geotextil- bzw. Geokunststoff der Wandbauteile werden Stäbe aus verwitterungsbeständigem Material eingeschoben (nach Bedarf auch in die Hohlräume der Laschen (1f: 3') am Geotextil- bzw. Geokunststoff der Wandbauteile). Dort werden das Geotextil- bzw. der Geokunststoff gelocht, oder das Material ist entsprechend grobmaschig, so dass Distanzstücke (1d, f: 9) aus verwitterungsbeständigem Material eingeführt und bspw. mittels Haken an den Stäben befestigt werden können. Am vorderen Bereich der Distanzstücke wird Drahtgeflecht (1d, f: 10) angebracht und mit einem weiteren Stab (1d, f: 11) aus verwitterungsbeständigem Material, der durch Ösen in den Distanzstücken geschoben wird, nach außen arretiert. Das jeweils oberste der Distanzstücke (1d: 9') ist länger, dadurch wird ein Überstand des Drahtgeflechts über das Geotextil- bzw. Geokunststoff der Wandbauteile erreicht.
  • Der entstehende Raum zwischen Geotextil- bzw. Geokunststoff der Wandbauteile und dem Drahtgeflecht dient der Aufnahme einer Lockergesteinfüllung oder anderer Baustoffe hoher thermischer Speicherkapazität, z. B. Betonrecyclingmaterial, die bis zur Oberkante des Drahtgeflechts eingebracht werden (1e, f: 12) und dort den oberen Abschluss der Konstruktion bilden.
  • Abhängig von der Nutzung wird abschließend der Bereich zwischen den beidseitigen Lockergesteinfüllungen bis zur erwünschten Höhe mit Erd- oder Gesteinsmaterial (1e: 13) oder mit einer Schicht Mutterboden (1e: 13) aufgefüllt und kann bepflanzt werden. Für die Befüllung der einzelnen Elemente mit Erd- oder Gesteinsmaterial können vorzugsweise vor Ort erhältliche Stoffe verwendet werden.
  • Gegenüber den bekannten Bauweisen weist die Konstruktion folgende Vorteile auf: Die Lockergesteinfüllung erfüllt die landschaftsökologischen Kriterien der traditionellen Tockenmauerwerksbauweise und dient gleichzeitig als UV-Schutz und Schutz gegen mechanische Verletzung für das Geotextil bzw. für den Geokunststoff. Die Stärke der Lockergesteinfüllung kann jedoch im Ggs. zu Gabionenbauten auf ein in diesem Sinne notwendiges Maß reduziert werden (Gewichtsreduzierung, dadurch weniger Energieaufwand) und muss nicht in der arbeits- und wartungsintensiven Trockenmauerwerksbauweise erstellt werden. Dadurch, dass die Lockergesteinfüllung mit dem Drahtgeflecht, Stäben und Distanzstocken von der Tragstruktur aus Geotextil bzw. Geokunststoff auf einfache Weise getrennt werden kann, ist es möglich, diese Komponenten bei möglichen Alterungserscheinungen mit geringem Aufwand zu erneuern.
  • Die Tragstruktur aus Geotextil bzw. Geokunststoff ist industriell mit geringem Energieaufwand herstellbar und bildet eine Leichtgewichtskonstruktion. Dadurch, und dass i. d. R. ein größtmöglicher Anteil vor Ort erhältlichen Material statisch wirksam gemacht wird, minimiert sich der Transportenergieaufwand. Durch die vertikale oder leicht geneigte Anordnung des Geotextils bzw. des Geokunststoffs ist die Erdfüllung komplett durchwurzelbar.
  • Durch Veränderung der variablen Komponenten kann auf einfache Weise, jedoch gezielt und flexibel auf spezielle statische, geometrische oder architektonische Anforderungen reagiert werden.
  • Die Konstruktion ist aus einfachsten, langlebigen Materialien zusammengesetzt und ist einfach vorzubereiten und rationell zu errichten.
  • Mit der vorgestellten Konstruktion wird durch die Verbindung traditioneller Methoden und der innovativen Anwendungsform bestehender und langzeiterprobter Baustoffe ein Gesamttragwerk vorgestellt, das die statischen Eigenschaften der einzelnen Bauteile ideal ausnützt und diese in ihrer Anordnung und Kombination zu einer neuen Qualität zusammenführt (Synergistischer Effekt).
  • In statischem Sinne ergänzen diese sich in vorteilhafter Weise wie folgt: Hochzugfestes Material (Geotextil bzw. Geokunststoff) wird vor allem auf Zug beansprucht. Die Füllung innerhalb der Schleifen unterstützt die Konstruktion als Schwergewichtsbauwerk. Die Erdfüllung der Wandbereiche ergänzt diese und ermöglicht eine Stützwölbung und Verzahnung der Bauteile ineinander. Die Lockergesteinfüllung unterstützt die Gesamtkonstruktion als Schwergewichtsbauwerk, das Druck und Schub aufnimmt und wird durch leichte Distanzstücke und Drahtgeflecht gehalten, die entsprechend ihrer Eigenschaften auf Zug beansprucht werden.
  • Die 1 zeigen das System für eine freistehende Wandkonstruktion, das beispielsweise als Grenzmauer, Dammbauwerk oder Lärmschutzwand verwendet werden kann. Dabei werden zunächst die Schleifen aus Geotextil bzw. Geokunststoff mit dem gewünschten Durchmesser in beschriebener Weise angeordnet (1a) und seitlich an den Flanschen mit zwei weiteren Bahnen aus Geotextil bzw. Geokunststoff verbunden (1b). Da die Stege (2) zwischen Schleifen und Wandbauteilen im vorgestellten Fall infolge der gewählten geometrischen Anordnung der Verbindung rechtwinklig verlaufen ergibt sich eine senkrechte Wand. Wäre die gewählte geometrische Anordnung der Verbindung in Richtung der Außenseiten unten länger (2) als oben (2'), so ergäben sich schräge Stege und dadurch nach innen variabel geneigte Wände.
  • Vor Ort wird das Bauteil ausgelegt und die Stäbe zur späteren Befestigung der Distanzstücke in die vorgesehenen Hülsen (3) gesteckt, so dass das Bauteil in der ungeführen vertikalen Entwicklung ausgerichtet werden kann. Darauf folgt das Einklappen der zuvor berechneten Überstände des Geotextils bzw. Geokunststoffs der Schleifen und der Wandbauteile (5,6). Nun werden die Schleifen mit Erdstoff befüllt (7) und in Lagen verdichtet, woraufhin diese sich zu tonnenförmigen, geotextil- bzw. geokunststoffumschlungenen Baukörpern ausbilden. Es folgt das Befüllen und Verdichten der Zwischenräume der Wandbauteile mit Erdstoff (8), woraufhin die Konstruktion sich in sich verzahnt sich eine Stützwölbung ausbildet. Danach werden die Distanzstücke (9, 9') an den dafür vorgesehenen Stellen (3, 3') an den Stäben befestigt, das Drahtgeflecht (10) angebracht und mittels Stäben (11) arretiert, so dass der entstehende Zwischenraum mit Lockergestein verfüllt werden kann (12). Abschließend wird eine Schicht Mutterboden (13) zwischen die Lockergesteinfüllungen gebracht und bepflanzt (1e).
  • Die 2 zeigen ein System für eine Wand- bzw. Stützwandkonstruktion, die beispielsweise zur Erstellung von Geländeterrassierungen verwendet werden kann.
  • Es wird zunächst eine Geotextil- bzw. Geokunststoffbahn variabler Breite und Länge (entsprechend der erwünschten Bauteilhöhe) durch kraftschlüssige Verbindung so angeordnet, dass sich der entstehende Körper in eine Schleife mit variablem Durchmesser (1), einen Steg, dessen variable Länge und Neigung durch die Breite, Länge und Anordnung der kraftschlüssigen Verbindung (2) bestimmt wird, und zwei Flansche unterteilt (2a).
  • An den Flanschen wird eine weitere Geotextil- bzw. Geokunststoffbahn variabler Breite und Länge kraftschlüssig angebracht und zwar so, dass eine Hülse (3) zur späteren Aufnahme eines Stabes zur Befestigung der Distanzstücke entsteht (2b). Bei Bedarf können zusätzlich Laschen mit Hülse aus Geotextil- bzw. Geokunststoff auch in den Wandbereichen zur späteren Aufnahme von Stäben kraftschlüssig angebracht werden (2f: 3'). Der Vorgang (Vorfertigen der Schleifen, Anbringen der Geotextil- bzw. Geokunststoffbahnen) wird bis zum Erreichen der gewünschten Länge der Terrassierung wiederholt, wobei der Abstand zwischen den Schleifen (2f: 4) variabel ist.
  • Da die Stege zwischen Schleifen und Wandbauteilen im vorgestellten Fall infolge der gewählten geometrischen Anordnung der Verbindung rechtwinklig verlaufen ergibt sich eine senkrechte Wand. Wäre die gewählte geometrische Anordnung der Verbindung in Richtung der Außenseiten unten länger (2a: 2) als oben (2a: 2'), so ergäbe sich eine nach innen geneigte Wand.
  • Vor Ort wird das Bauteil ausgelegt und die Stäbe zur späteren Befestigung der Distanzstücke in die vorgesehenen Hülsen (3) gesteckt, so dass das Bauteil in der ungefähren vertikalen Entwicklung ausgerichtet werden kann. Darauf folgt das Einklappen der zuvor berechneten Überstände des Geotextils bzw. Geokunststoffs der Schleifen und der Wandbauteile (5, 6). Nun werden die Schleifen mit Erdstoff befüllt (7) und in Lagen verdichtet, woraufhin diese sich zu tonnenförmigen, geotextil- bzw. geokunststoffumschlungenen Baukörpern ausbilden. Es folgt die Hinterfüllung der Wandbauteile mit Erdstoff (8), woraufhin die Konstruktion sich in sich verzahnt und eine Stützwölbung ausbildet. Danach werden die Distanzstücke (9, 9') an den dafür vorgesehenen Stellen (3, 3') an den Stäben befestigt. Um die Vorderfront an die Geländeneigung anzupassen ist das jeweils unterste Distanzstück entsprechend der Neigung länger (9''). Anschließend wird das Drahtgeflecht (10) angebracht und mittels Stäben (11) arretiert, so dass der entstehende Zwischenraum mit Lockergestein verfüllt werden kann (12). Abschließend wird eine Schicht Mutterboden (13) bis auf die erwünschte Höhe hinter die Lockergesteinfüllung gebracht, so dass eine Terrassenebene entsteht, die bepflanzt werden kann (2e).

Claims (9)

  1. Verfahren zur Erstellung von Wand- und Stützwandbauwerken, bei dem Erd- und Gesteinsmaterial mittels Geotextil- oder Geokunststoffbahnen gestützt ist, dadurch gekennzeichnet dass Geotextil- oder Geokunststoffbahnen zu einem Körper gebildet werden, der stehende Schleifen mit Stegen und Flanschen enthält, wobei mehrere Schleifen im Abstand zueinander in einer Linie aufgebaut werden und an den Flanschen Geotextil- oder Geokunststoffbahnen angebracht werden, wobei die Flansche (2.1) Hülsen (3) beinhalten, welche die Aufnahme jeweils eines Stabes (11) ermöglichen und die Schleifen und die dazwischen liegenden Wandbereiche mit Erd- oder Gesteinsmaterial befüllt werden.
  2. Wand- und Stützwandbauwerk, bei dem Erd- und Gesteinsmaterial mittels Geotextil- oder Geokunststoffbahnen gestützt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Geotextil- oder Geokunststoffbahnen senkrecht oder geneigt und als stehende Schleifen mit Stegen und Flanschen angeordnet sind, wobei mehrere Schleifen im Abstand zueinander in einer Linie aufgebaut sind und an den Geotextil- oder Geokunststoffbahnen angebracht sind, wobei die Flansche (2.1) Hülsen (3) beinhalten, welche die Aufnahme jeweils eines Stabes (11) ermöglichen und die Schleifen und die dazwischen liegenden Wandbereiche mit Erd- oder Gesteinsmaterial befüllt sind.
  3. Wand- und Stützwandbauwerk nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Geotextil- oder Geokunststoffbahn mit den Schleifen (1) an gegenüberliegenden Flanschen (2.1) verbunden sind.
  4. Wand- und Stützwandbauwerk nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass in Wandbereichen zusätzlich Laschen mit Hülsen (3') aus Geotextil oder Geokunststoff zur Aufnahme von Stäben (11) angeordnet sind.
  5. Wand- und Stützwandbauwerk nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Geotextil- oder Geokunststoffbahnen der Wandbereiche und der Schleifen (1) gegenüber der beabsichtigten Fertighöhe der Wand nach unten überstehen und an den Berührungsflächen mit der Geländeoberfläche jeweils nach innen eingeklappt sind.
  6. Wand- und Stützwandbauwerk nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass an den Stäben (11) Distanzstücke (9) aus verwitterungsbeständigem Material befestigt sind und am vorderen Bereich der Distanzstücke (9) ein Drahtgeflecht (10) angebracht ist.
  7. Wand- und Stützwandbauwerk nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Drahtgeflecht (10) mit Stäben (11) aus verwitterungsbeständigem Material, die durch Ösen in den Distanzstücken (9) geschoben werden, nach außen arretiert ist.
  8. Wand- und Stützwandbauwerk nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der entstehende Raum zwischen Geotextil- oder Geokunststoff der Wandflächen (4) und dem Drahtgeflecht (10) mit Lockergestein oder anderen Baustoffen hoher thermischer Speicherkapazität verfüllt ist.
  9. Wand- und Stützwandbauwerk nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass auf die in den Schleifen (1) und in Zwischenbereichen (8) angebrachten Füllschichten mindestens im oberen Bereich eine Schicht Mutterboden (13) aufgefüllt ist.
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HEROLD,A., MAGNUS,M. DR.-ING.: Planung und Ausführ ung einer begrünten Steilwand in der Bauweise Kuns tstoffbewehrte Erde. In: Geotechnik, H.2, Nr. 4, S .305-309
HEROLD,A., MAGNUS,M. DR.-ING.: Planung und Ausführung einer begrünten Steilwand in der Bauweise Kunststoffbewehrte Erde. In: Geotechnik, H.2, Nr. 4, S.305-309 *

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DE10201374A1 (de) 2003-08-14

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