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DE1010963B - Verfahren zur AEthinylierung von 17-Ketosteroiden - Google Patents

Verfahren zur AEthinylierung von 17-Ketosteroiden

Info

Publication number
DE1010963B
DE1010963B DESCH19730A DESC019730A DE1010963B DE 1010963 B DE1010963 B DE 1010963B DE SCH19730 A DESCH19730 A DE SCH19730A DE SC019730 A DESC019730 A DE SC019730A DE 1010963 B DE1010963 B DE 1010963B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
benzene
potassium
acetylene
keto
ethynylation
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DESCH19730A
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Gerhard Zuehlsdorff
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Bayer Pharma AG
Original Assignee
Schering AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Schering AG filed Critical Schering AG
Priority to DESCH19730A priority Critical patent/DE1010963B/de
Publication of DE1010963B publication Critical patent/DE1010963B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07JSTEROIDS
    • C07J1/00Normal steroids containing carbon, hydrogen, halogen or oxygen, not substituted in position 17 beta by a carbon atom, e.g. estrane, androstane

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Steroid Compounds (AREA)

Description

  • Verfahren zur Äthinylierung von 17-Ketosteroiden Man kennt bereits verschiedene Verfahren zur Äthinylierung der 17ständigen Ketogruppe in Steroiden. Wollte man nach diesen Verfahren Verbindungen, die an anderer Stelle des Moleküls, vorzugsweise in 3-Stellung, eine freie Ketogruppe enthalten, herstellen, so hielt man es bisher für erforderlich, diese Gruppe erst nachträglich einzu= führen oder aber die beizubehaltenden Ketogruppen durch intermediäre Abwandlung in ein Derivat, aus dem sie sich hinterher leicht regenerieren läßt, vor einer unerwünschten Einwirkung des angewandten Äthinylierungsreagenzes zu schützen.
  • Als geeignete Schutzmaßnahme sind beispielsweise die Reduktion der Ketogruppe zur sekundären Alkoholgruppe oder Acetalisierung bzw. Enolätherbildung bekanntgeworden, alles Reaktionen, die bei gleichzeitiger Anwesenheit einer 17ständigen Ketogruppe ihrerseits wieder nur dann auf die zu schützende Ketogruppe zu beschränken waren, wenn letztere von beiden Ketogruppen die reaktionsfähigere war.
  • Nur in Ausnahmefällen, wie im Falle der an sich äußerst reaktionsträgen, 11 ständigen Ketogruppe, konnte man auf deren Schutz während der Äthinylierung der 17ständigen Ketogruppe überhaupt verzichten.
  • Es wurde nun gefunden, daß ein solcher Verzicht überraschenderweise auch noch bei bestimmten anderen, sonst nicht besonders reaktionsträgen Ketogruppen, nämlich bei solchen, die zu mindestens einer Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung in Konjugation stehen, dann möglich ist, wenn man die an sich bekannte Äthinylierung der 17ständigen Ketogruppe mit Acetylen und einem Alkalimetall in flüssigem Ammoniak (vgl. Helv. Chim. Acta, Bd. XX, 1937, S. 1281) erfindungsgemäß bei Temperaturen unter -40°, vorzugsweise unter -60°, unter Verwendung von mehr als 2 Mol Alkalimetall; vorzugsweise von Kaliummetall, durchführt.
  • Daß sich die Verwendung von mehr als 2, evtl. sogar von 10 Mol Alkalimetall in einem Falle, in dem man die Umsetzung nur einer Ketogruppe anstrebt, als günstig erwiesen hat, muß zunächst überraschen und ist wohl nur durch bevorzugte Bildung eines Metallenolats an der nicht äthinylierten Ketogruppe zu erklären.
  • Als bevorzugte Ausgangsstoffe für das erfindungsgemäße Verfahren eignen sich sowohl die 3, 17-Androstendione als auch die entsprechenden 19-Nor-3, 17-Androstendione mit mindestens einer Doppelbindung in 4 (5)- oder 1 (2)-Stellung. Die genannten Verbindungen können gewünschtenfalls an anderen Stellen des Moleküls, z. B. in 11-Stellung, weitere Substituenten, insbesondere Hydroxylgruppen in freiem oder verestertem Zustande, enthalten. -Beispiel 1 Äthinylierung von Androst-4-en-3, 17-dion In einem dreifach tubulierten 11 fassenden Rundkolben, der sich in einem Thermogefäß befindet und mit Aceton und fester Kohlensäure auf etwa -60° gekühlt wird, werden etwa 200 ccm aus einer Stahlflasche entnommenes Ammoniak kondensiert, das durch Trockentürme geleitet wird, die mit Natronkalk und Kaliumhydroxyd beschickt sind. In das kondensierte Ammoniak werden unter gleichzeitigem Durchleiten eines schwachen Acetylenstromes, der zur Reinigung und Trocknung über Ätzkalistangen geleitet wird, 4,9 g Kalium portionsweise eingetragen, das mit blauer Farbe in Lösung geht. Danach verstärkt man den Acetylenstrom. Sobald alles Kalium zum Acetylid umgesetzt ist, fügt man zu dem entstandenen dünnen Brei unter Umschwenken eine Lösung von 14,3 g Androstendion in einem Gemisch von 100 ccm Benzol und 100 ccm Äther im Laufe einiger Minuten hinzu und spült mit 20 ccm Benzol nach. Der Ansatz wird aus dem Kühlbad herausgenommen und bleibt nun bis zum folgenden Tag stehen, worauf das schwach verfärbte Reaktionsprodukt mit etwa 600 ccm Wasser vermischt wird. Nach 1stündigem Stehen wird die Benzolschicht abgehebert, mit Wasser neutral gewaschen und im Vakuum zur Trockne eingedampft. Beim Anreiben des Rückstandes mit Methanol und anschließendem Absaugen erhält man sofort 0,21 g fast reines 17-Äthinyltestosteron vom F.262 bis 266°, entsprechend 1,35°/o der Theorie. Die weniger reine Hauptmenge wird aus dem Filtrat mit Wasser gefällt, abgesaugt und mit Wasser neutral gewaschen, wobei man 14,81 g Rohprodukt vom F. 242 bis 248°, entsprechend einer Rohausbeute von 94,90/, der Theorie, erhält. Zur Reinigung wird mit 100 ccm Methanol angeschlämmt und erneut abgesaugt. Man erhält dabei zunächst 12,3 g vom F.-255 bis 264°.
  • Wird dieses Produkt nun in 600 ccm eines Chloroform-Methanol-Gemisches (1 : 1) in der Siedehitze gelöst und anschließend die Lösung im Vakuum bei einer Temperatur nicht über 30° auf 1/5 eingeengt, so erhält man beim Abkühlen als erstes Kristallisat 8,22 g reines Äthinyltestosteron vom F. 265 bis 267°. Das ergibt zusammen mit den 0,21 g aus der Benzollösung eine Reinausbeute von 54 °/o der Theorie. Bei weiterem Einengen erhält man als zweites und drittes Kristallisat 2,55 g vom F. 255 bis 260°, durch erneute Reinigung in der zuletzt beschriebenen Weise erhöht sich die Gesamtausbeute an reinem 17-Äthi-, nyltestosteron schließlich auf - 65 Beispiel 2 Äthinylierung von 19-Nor-Androst-4-en-3, 17-dion Ein mit dem Einleitungsrohr, Ableitungsrohr und eingeschliffenem Rührer versehener Dreihalskolben, der in eine Mischung von Kohlensäureschnee und Aceton eintaucht, wird mit 150 ccm getrocknetem flüssigem Ammoniak beschickt. Hierauf werden 10 g kleingeschnittenes Kaliummetall eingetragen. Man rührt kurze Zeit, um möglichst viel Kalium in Lösung zu bringen, und leitet in die tiefblaue Lösung dann so lange über Kaliumhydroxyd und Natriumdraht getrocknetes und über »Heratola (eine chromsäurehaltige Masse zur Entfernung besonders von phosphorhaltigen Verunreinigungen aus Acetylen nach Patent 406 636, vgl. C. 1925, I, 1104) gereinigtes Acetylen ein, bis eine an der vollständigen Entfärbung erkennbare quantitative Umsetzung des Kaliummetalls zu Kaliumacetylid eingetreten ist. Zu dem entstandenen Brei läßt man unter kräftigem Rühren oder besser unter gutem Umschütteln bei =60° bis -70° eine Lösung von 12,3 g 19-Nor-Androst-4-en-3, 17-dion in einem Gemisch von 75 ccm absolutem Äther und 75 ccm absolutem Benzol langsam zutropfen. Anschließend wird bei gleicher Temperatur weitere 3 Stunden Acetylen durchgeleitet. Hierauf wird der Reaktionskolben aus dem Kühlbad genommen und 20 Stunden bei Zimmertemperatur stehengelassen, wobei das Ammoniak verdampft.
  • Zur Aufarbeitung wird der Abdampfrückstand mit einem halben Liter Wasser verdünnt und das hierbei Ungelöste durch Abnutschen abgetrennt. Das Filtrat wird mehrfach mit Benzol ausgeschüttelt. Die vereinigten Benzolauszüge werden mit Wasser gewaschen und über Natriumsulfat getrocknet. Durch Abdestillieren des Benzols bei vermindertem Druck erhält man einen öligen Rückstand, der durch Zugabe einiger Tropfen Methanol zum Umkristallisieren gebracht wird. 4 g Ungelöstes vom F. 180 bis 192° und Benzolrückstand 8,5 g vom F. 174 bis 186° ergeben zusammen eine Ausbeute von 12,5 g = 92,6 °/o der Theorie rohes 19-Nor-17-Äthinyl-androsten-17-ol-3-on.
  • Dieses wird durch Umkristallisieren aus Methanol gereinigt, wobei die Hauptmenge sofort als reines Endprodukt vom F. 199 bis 202° und der spezifischen Drehung [a]D =-23,5' (in Chloroform) erhalten wird. Die in den Mutterlaugen verbleibenden Anteile werden durch Chromatographieren über die 50fache Gewichtsmenge Aluminiumoxyd nach Wo elm (Qualität »sauer« mit 101, Wassergehalt) ebenfalls rein erhalten. Man gießt zu diesem Zweck eine verdünnte Lösung der Mutterlaugenprodukte in einer Mischung von Methylenchlorid und Tetrachlorkohlenstoff im Verhältnis 2: 1 auf die Aluminiumoxydsäule auf und eluiert mit dem gleichen Lösungsmittelgemisch, wobei die Verunreinigungen auf der Säule haftenbleiben.
  • Beispiel 3 Äthinylierung von 4, 6-Androstadien-3, 17-dion In der gleichen Apparatur, wie im vorgenannten Beispiel beschrieben, werden etwa 100 ccm Ammoniak kondensiert. Unter Durchleiten eines schwachen Acetylenstromes werden 7,6 g Kalium (etwa vierfache molare Menge gegenüber der später zuzusetzenden Steroidverbindung) portionsweise eingetragen. Nachdem der größte Teil in Lösung gegengen ist, wird durch Verstärken des Acetylenstromes das gesamte Kalium zum Acetylid umgesetzt: Danach fügt man unter Umschütteln noch 5 ccm Aceton hinzu. Es wird dann innerhalb von 1 bis 2 Minuten eine Lösung von 14,2 g 4, 6-Androstadien-3, 17-dion vom F. 167 bis 168° in einem Gemisch von 100 ccm Benzol und 100 ccm Äther hinzugegeben und mit 20 ccm Benzol nachgespült. plan läßt das Reaktionsgemisch noch 18 Stunden bei 10° stehen, wobei es sich orangerot verfärbt. Man zersetzt es dann mit 800 ccm Wasser. Nach 1stündigem Stehen wird die Benzolschicht abgehebert, neutral gewaschen und eingedampft (2,09 g). Mit Methanol verrührt und abgesaugt liefert der Eindampfrückstand 1,01 g 17-Äthinyl-6-dehydrotestosteron vom F. 256 bis 260°, entsprechend 6,5 °/o der Theorie. Die im Wasser ausgefallene Hauptmenge des Steroids wird abgesaugt, mit Wasser neutral und danach mit 140 ccm Methanol gewaschen. Nach dem Trocknen erhält man 11,69 g vom F. 248 bis 253°. Beide Kristallisate werden zusammen aus Chloroform-Methanol 1 : 1 umkristallisiert und liefern 11,53 g vom F. 260 bis 262°; [a]D = ^100,6° (in Pyridin). Ausbeute: 75,10/, der Theorie. Weitere 2 bis 3 % des Endproduktes lassen sich ohne weiteres noch aus den Mutterlaugen isolieren. Beispiel 4 Äthinylierung von 4, 6-Androstadien-3, 17-dion In der gleichen Apparatur, wie im Beispiel 2, werden etwa 230 ccm Ammoniak kondensiert. 'Unter Durchleiten eines schwachen Acetylenstromes werden 4,9 g Kalium mit Acetylen zu Kalium-Acetylid umgesetzt. Man fügt dann eine Lösung von 14,2 g 4,6-Androstadien-3, 17-dion vom F.= 167 bis 168° in einem Gemisch von 100 ccm Benzol und 100 ccm Äther hinzu und spült mit 20 ccm Benzol-Äther 1 : 1 nach. Man läßt die Reaktionsmischung ;etwa 20 Stunden stehen und fügt dann 800 ccm 'Wasser hinzu. Die Benzolschicht wird abgehebert, neutral gewaschen und eingedampft. Man erhält 5,15 g eines schaumigen Materials, das mit Methanol angerieben 1,03 g 17-Äthinyl-6-dehydrotestosteron vom F. 250 bis 255° liefert. Die Hauptmenge des Steroids wird aus dem wäßrigen Anteil durch Absaugen und Waschen mit Wasser und Methanol gewonnen. Man erhält 7,02 g vom F. 251 bis 255°. Beide Anteile werden zusammen aus Chloroform-Methanol 1 : 1 umkristallisiert und liefern 7,08 g 17-Äthinyl-6-dehydrotestosteron vom F. 259 bis 261° in einer Ausbeute von 45,7 °/o der Theorie; [a]D = 100,2° in Pyridin.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zurÄthinyherungvon 17-Ketosteroiden mit Acetylen und Alkalimetall in flüssigem Ammoniak, dadurch gekennzeichnet, daß man solche 17-Ketosteroide, in deren Molekül weitere Ketogruppen, insbesondere in 3-Stellung, in Konjugation zu mindestens einer Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung vorhanden sind und die im übrigen weitere Substituenten, insbesondere freie oder acylierte Hydroxylgruppen enthalten können, dem genannten Äthinylierungsverfahren bei Temperaturen unter -40°, vorzugsweise unter -60°, und unter Verwendung von mehr als 2 Mol Alkalimetall, vorzugsweise von Kaliummetall, unterwirft.
DESCH19730A 1956-03-10 1956-03-10 Verfahren zur AEthinylierung von 17-Ketosteroiden Pending DE1010963B (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1080106B (de) 1957-11-29 1960-04-21 Chimiotherapie Lab Franc Verfahren zur Herstellung neuer Derivate des 1, 4-Androstadien-3, 11, 17-trions [1(2)-Dehydroadrenosterons]
US3052693A (en) * 1959-03-13 1962-09-04 Schering Ag Steroid alkyl ethers and process therefor

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1080106B (de) 1957-11-29 1960-04-21 Chimiotherapie Lab Franc Verfahren zur Herstellung neuer Derivate des 1, 4-Androstadien-3, 11, 17-trions [1(2)-Dehydroadrenosterons]
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