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Füll- und Wiegevorrichtung zum Einsacken bestimmter Gutsmengen Die
Erfindung bezieht sich auf eine Füll- und Wiegevorrichtung für Säcke mit einem am
Waagebalken angeordneten Sackhalter, welcher eine selbsttätig lösbare Klemmvorrichtung
für einen Sack aufweist. Die Füll- und Wiegevorrichtung ist weiterhin mit einer
vom Waagebalken betätigten Einrichtung zur Steuerung des Füllgutzulaufs und mit
Arretier-und Dämpfungsvorrichtung für den Waagebalken versehen, wobei für die Übertragung
der Steuerimpulse elektrisch-pneumatisch betätigte Einrichtungen verwendet werden.
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Derartige Vorrichtungen sind bekannt, haben aber den Nachteil, daß
sie entweder keine Kombination der Einsackvorrichtung mit einer automatisch gesteuerten
Waage zulassen oder daß sie bei Verwendung von elektrischen Steuervorrichtungen
leicht störungsanfällig sind und besonders unter der beim Abfüllen von feinkörnigem
Gut unvermeidlichen - Staubaufwirbelung nicht einwandfrei arbeiten.
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Ziel der Erfindung ist eine Vorrichtung zum automatischen Abfüllen
und Einwiegen von pulverförmigem Gut in Säcken, die außerordentlich widerstandsfähig
ist und trotzdem Präzisionsmessungen ermöglicht, wobei trotz hoher Sackgewichte
noch kleine Fehlergrenzen bei der Gewichtsbestimmung gewährleistet sind. Zudem soll
die neue Vorrichtung ein schnelles Arbeiten ermöglichen, ohne daß dabei die Kontrolle
des Gewichtes leidet.
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Dieses Ziel wird gemäß der Erfindung durch einen an die Druckmittelleitung
zur Steuerung des Füllgutzulaufs angeschlossenen Zylinder erreicht, der mit einem
darin beweglichen, durch eine Feder belasteten Kolben zur Betätigung eines Umschalthahnes
für das Offnen bzw. Schließen der Klemmbacken am Sack halter versehen und ist ein
vom Waagebalken über Kontakte gesteuertes Relais, welches zur Freigabe bzw.
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Sperrung des Druckmittels zur Betätigung der Füllvorrichtung und
des an die gleiche Druckmittelleitung angeschlossenen Kolbens dient.
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Durch diese Anordnung wird ein hauptsächlich pneumatisch einwandfrei
arbeitendes Steuer- und Kontrollsystem geschaffen, das auch bei Verarbeitung chemischer
Mittel staub- und korrosionsunempfindlich ist.
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Es werden, lediglich als Beispiele, ohne daß etwa der Erfindungsgedanke
hierauf beschränkt sein soll, Ausführungsformen der Vorrichtung gemäß der Erfindung
im einzelnen an Hand der Figuren beschrieben. Von den Figuren ist Fig. 1 eine schematische
Seitenansicht einer vollkommen automatisch arbeitenden Vorrichtung; Fig. 2 veranschaulicht
eine automatische Betätigungsvorrichtung; Fig. 3 zeigt eine dem gleichen Zweck dienende
Vorrichtung mit einem Hitzdrahtrelais;
Fig. 4 zeigt eine weitere Ausführungsform
gemäß Fig. 3; Fig. 5 zeigt eine im Rahmen der Erfindung verwendbare Anordnung zur
Blockierung des automatischen Ablaufs der Arbeitsvorgänge, falls das Gewicht nicht
korrekt ist; Fig. 6 und 6 a zeigen eine andere Ausführungsform der Vorrichtung gemäß
Fig. 5; Fig. 7 veranschaulicht eine Sicherheitsvorrichtung gegen Überschreiten des
zulässigen Füllgewichts und Fig. 8 eine abgeänderte Ausführungsform der Vorrichtung
gemäß Fig. 7.
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Der Fülltrichter 1 wird, z. B. in bekannter Weise durch einen biegsamen
Schlauch 28 aus Kautschuk, abgeschlossen, der durch Rollen 29 a und 29b abgeschnürt
werden kann, welche durch um Achsen 31 a und 31 b schwenkbare Hebel 30a und 30 b
betätigt werden. Die gleichzeitige Bewegung der Hebel 30a und 30b in einander näherndem
und sich voneinander entfernendem Sinne wird durch Wirkung von miteinander kämmenden
Zahnrädern 32 a, 32 b erzielt, von denen das Zahnrad 32a <i fest mit einem Hebel
33
verbunden ist, der durch den doppeltwirkenden Kolben 6 angetrieben
wird. Der Zylinder des Kolbens 6 ist an einen Verteiler 9 angeschlossen.
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Je nach der Stellung dieses Verteilers wird über ihn die von einem
Kompressor 10 erzeugte Preßluft in eine Leitung 7, unter gleichzeitigem Schalten
der Leitung 8 auf Auspuff oder umgekehrt, in eine Leitung 8 unter Schalten der Leitung
7 auf Auspuff eingeleitet. Das Umschalten des Verteilers 9 zu diesem Zweck erfolgt
entweder durch Einleiten von Preßluft in eine Leitung 11 durch Öffnen eines Hahnes
12 und hierdurch bewirktes Anheben des Kolbens des Verteilers oder durch Schalten
der Leitung 11 auf Auspuff mittels eines gewichtsbelasteten Ventils 13, das die
Abwärtsbewegung des Kolbens 6 zur Folge hat.
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Der Waagebalken 14 weist Endschneiden 15 b, 15 c auf, die den Gewichtsträger
16 bzw. den Sackträger tragen, und ruht selbst auf mittleren Schneiden 15a auf.
Der Sackträger selbst besteht aus einer Armatur 17, welche die Muffe 18 trägt und
an die die Vorrichtung zum Halten des Sackes an der Muffe angehängt ist. Diese Vorrichtung
besteht aus zwei symmetrischen Paaren von Gelenkhebeln, welche die Haltebacken betätigen
und ihrerseits durch zwei zueinander symmetrisch angeordnete federbelastete Kolben
betätigt werden. Aus Fig. 1 ist eins der Paare von Gelenkhebeln 19 a, 19 b und der
eine der Kolben 21 mit der ihn belastenden Feder 22 ersichtlich.
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Zur Begrenzung der Bewegung des Kolbens 6 nach unten ist ein Gegenkolben
34 vorgesehen, der sich absenkt, wenn er auf Auspuff geschaltet ist, und sich hebt,
sobald seinem Zylinder durch einen Verteiler 35, welcher durch einen Elektromagneten
36 betätigt wird, Preßluft zugeführt wird. Die Bewegung des Elektromagneten 36 wird
durch einen Unterbrecher 37 gesteuert, auf den ein regelbarer, mit dem Gewichtsträger
fest verbundener Anschlag 38 einwirkt.
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Ferner ist ein Hahn 39 vorgesehen, der es vermöge seiner Ausbildung
ermöglicht, Preßluft gleichzeitig den Zylindern der Kolben 21 und dem Raum unterhalb
des Kolbens des den Kolben aufnehmenden Zylinders, der fest an dem Rahmen, oberhalb
des Gewichtsträgers gelagert ist, zuzuführen, während gleichzeitig der Zylinderraum
oberhalb des Kolbens 40 auf Auspuff geschaltet ist.
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In einer anderen Stellung des Hahnes 39 wird im Gegensatz hierzu
der Zylinder, in welchem die Kolben 21 des Sackträgers beweglich sind, auf Auspuff
geschaltet, gleichzeitig Preßluft in den Zylinderraum oberhalb des Kolbens 40 eingeleitet
und der Zylinderraum unterhalb dieses Kolbens auf Auspuff gestellt.
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Die Arbeitsweise dieser Vorrichtung, die in Fig. 1 in der Stellung,
die ihre verschiedenen Organe in der Endphase des Wiegevorganges einnehmen, dargestellt
ist, ist wie folgt: In dieser Gleichgewichtslage des Waagebalkens hängt der volle
Sack an dem Sackträger, da die Preßluft noch die Backen des Sackträgers schließt,
der biegsame Schlauch 29 ist völlig geschlossen, und die Kolben 6 und 34 befinden
sich in ihrer unteren Stellung.
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Nunmehr dreht der Bedienungsmann den Hahn 39 um 900 entgegen dem
Sinne des Uhrzeigers, wodurch dem Zylinder 21 Preßluft zugeführt und der Zylinder
des Kolbens 40 auf Auspuff gestellt wird. Der Kolben 40 senkt sich demzufolge, drückt
auf die Gewichtsträgerseite des Waagebalkens unter Anheben der Sackträgerseite desselben
und blockiert den Waagebalken in dieser Stellung, in der sich der Gewichts-
träger
auf das Ventil 13 aufgesetzt hat und dieses geschlossen hält.
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Durch weitere Drehung des Hahnes 39 um 900 werden die Zylinder der
Kolben 21 auf Auspuff gestellt. Durch die Bewegung der Kolben werden die Backen
des Sackträgers geöffnet, die den Sack abfallen lassen. Das Abfallen des Sackes
hat keine Wirkung auf den Waagebalken, weil dieser durch den Kolben 40 in der der
tiefsten Lage des Gewichtsträgers entsprechenden Lage blockiert ist. Nunmehr steckt
der Bedienungsmann einen leeren Sack auf den Sackträger auf und dreht den Hahn 39
in die Stellung gemäß Fig. 1 zurück, wodurch die Zylinder, in denen die Kolben des
Sackträgers beweglich sind, an die Preßluft angeschaltet werden und demzufolge nur
der Sack durch die Backen an den Sackträger angedrückt wird. Gleichzeitig wird nunmehr
Preßluft dem Zylinderraum unterhalb des Kolbens 40 zugeleitet, der sich demzufolge
hebt, den Waagebalken freigibt und bewirkt, daß der Kontakt 37 zur Anlage an den
Anschlag 38 gelangt. Durch diese Bewegung wird die Stromzuleitung zu dem Elektromagneten
36 unterbrochen, so daß der Verteiler 35 sich abwärts bewegt, was zur Folge hat,
daß der Kolben 34 über die Leitung 47 unter die Wirkung der Preßluft gelangt und
sich aufwärts bewegt. Durch kurzes Öffnen des Hahnes 12 setzt der Bedienungsmann
die durch das Ventil 13, auf dem der Gewichtsträger ruht, geschlossene Leitung 11
unter Druck. Demzufolge vertauscht der Verteiler 9 die Druckluftversorgung und das
Schalten auf Auspuff der Zylinderräume des Kolbens 6. Dieser Kolben wird nach oben
bewegt und hierdurch der biegsame Schlauch 28 völlig geöffnet, so daß das Gut schnell
in den Sack einströmt.
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Mit fortschreitender Füllung des Sackes fällt der Druck, den der
Gewichtsträger auf das Ventil 13 ausübt, ab. Zu einem gegebenen Zeitpunkt, in welchem
der Sack eine Gutsmenge enthält, die etwa unterhalb der der Tara entsprechenden
liegt, überwiegt der Druck des Ventils 13, welches sich demzufolge etwas öffnet
und dadurch augenblicklich die Leitung 11 auf Auspuff stellt. Das bewirkt eine Absenkung
des Verteilers 9 und erneut ein Vertauschen der Versorgung der Zylinderräume des
Kolbens 6 mit Preßluft und ihres Schaltens auf Auspuff.
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Der Kolben 6 bewegt sich abwärts, jedoch trifft, bevor er seine untere
Endstellung erreicht, seine Kolbenstange auf den Gegenkolben 34 auf, der sich in
seiner oberen Stellung befindet. Deshalb können die Druckrollen 29 a und 29 b den
Schlauch 28 nicht völlig schließen, so daß das Gut weiter, aber nur noch in geringer
Menge, in den Sack einfließen kann.
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Der verbleibende Öffnungsgrad des Schlauches28 kann entsprechend
der Beschaffenheit des einzusakkenden Gutes und der erforderlichen Genauigkeit des
Wiegevorganges durch Verstellen der Länge der Kolbenstange, z. B. mittels eines
mit einem Gewinde versehenen Kopfstückes 6a, eingeregelt werden.
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Schließlich erreicht das Gewicht des in den Sack eingefüllten Gutes
das der Tara entsprechende, und der Waagebalken schwingt in seine Gleichgewichtsstellung.
Durch diese den Gewichtsträger anhebende Bewegung wird gleichzeitig der Anschlag
38 angehoben, der sich deshalb von dem Kontakt 37 trennt, so daß der Elektromagnet
36 wieder Strom erhält, den Verteiler 35 anhebt und den Kolben 34 auf Auspuff schaltet.
Der Kolben 34 bewegt sich deshalb nach unten, wodurch der Kolben 6, der immer noch
unter Druck steht, sich schnell in seine tiefste, dem völligen Schließen des Schlauches
28 entsprechende Stellung
abwärts bewegt. Der Sack enthält nunmehr
die vorgeschriebene Gutsmenge, und die Füllung des nächsten Sackes kann beginnen.
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Während des Füllvorganges wird dem frei aus dem Vorratsbehälter in
den Sack fallenden Gut eine gewisse kinetische Energie erteilt, die das Gewicht
verfälschen könnte. Um einen solchen Fehler zu vermeiden, wird die Anordnung so
getroffen, daß der biegsame Schlauch 28 in die Muffe 18 des Sackträgers hineinreicht
und derart der Niveauunterschied zwischen dem den unteren Teil des Vorratsbehälters
und dem in dem Sack befindlichen Gut verringert wird.
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Bei allen bisher beschriebenen Konstruktionen mußte der Hahn 39 von
Hand betätigt werden.
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Die Fig. 2 bis 4 veranschaulichen Vorrichtungen, welche eine automatische
Betätigung des Hahnes 39 und damit der verschiedenen Arbeitsvorgänge ermöglichen.
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In Fig. 2 ist mit 45 ein Zylinder bezeichnet, in welchem sich ein
Kolben 450 bewegen kann. Dieser Zylinder steht über die Leitung 46 mit der in der
Leitung 47 enthaltenen Preßluft in Verbindung. Auf den Kolben wirkt ferner eine
Gegenfeder 45b. Der Kolben45a ist an dem Hahn 39 über eine nachgiebige Verbindung
angeschlossen und bewirkt die Drehung des Hahns entgegen dem Drehsinne des Uhrzeigers,
wenn er unter der Wirkung der Feder von rechts nach links bewegt wird. Während der
Gesamtdauer des Vorwiegens und Fertigwiegens steht die Leitung 47 unter Druck, so
daß der Gegenkolben 34 angehoben bleibt. Demzufolge steht auch der Kolben 45a unter
Druckeinwirkung, die Gegenfeder 45 b ist zusammengedrückt, und der Kolben wirkt
nicht auf den Hahn 39. Am Ende des Wiegevorganges wird die Leitung 47 auf Auspuff
gestellt, um das Absenken des Gegenkolbens 34 und das völlige Schließen der Rollen
29a und 29b zu bewirken. Demzufolge sind die Leitung 46 und der Zylinder 45 ebenfalls
auf Auspuff gestellt, so daß der Kolben 45a unter der Wirkung der Feder 45 b sich
nach links bewegt und dadurch den Hahn 39 verdreht. Gemäß einem weiteren Merkmal
der Erfindung ist, um zu verhindern, daß die Bewegung des Kolbens ausgelöst wird,
solange der Waagebalken sich noch nicht in seiner im Gleichgewichtszustand stabilisierten
Lage befindet, ein Relais vorgesehen.
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Dieses Relais wird, wie aus Fig. 3 ersichtlich, durch eine Leiste
mit Schiebegewicht gesteuert. Sie besteht aus einer an dem Rahmen fest angeordneten
Schneide 49, die sich in der Gleichgewichtsstellung des Waagebalkens an einem Anschlag
50 abstützt. Die Schneide wird, solange der Gleichgewichtszustand noch nicht erreicht
ist, durch den Anschlag 42 in angehobenem Zustande gehalten.
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An dem Anschlag 50 ist ein elektrischer Kontakt 50a angeordnet, der
auf ein Hitzdrahtrelais wirkt, welches ein in der Leitung 46 liegendes elektromagnetisch
betätigtes Ventil 52 steuert. Das Absperrorgan dieses Ventils ermöglicht den Anschluß
des Zylinders 45 an die Außenluft über die Leitungen46 und 47 erst dann, wenn es
durch Ansprechen des Relais angehoben worden ist.
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Sobald der in der beschriebenen Weise durchgeführte Wiegevorgang
beendet ist, befindet sich der Waagebalken 14 unter der Voraussetzung des ordnungsgemäßen
Gewichts des Sacks in der Stellung, in der sich die Leiste 48 an dem den Kontakt
50a betätigenden Anschlag 50 abstützt. Nach einer durch das Hitzdrahtrelais 51 eingeregelten
Zeitdauer öffnet sich das Ventil 52 und schaltet den Zylinder 45 auf Auspuff, wodurch
der Waagebalken blockiert und der
Sack freigegeben wird. Wenn aus einem zufälligen
Grunde, z. B. als Folge irgendeines äußeren Einflusses der Waagebalken bis in die
Gleichgewichtsstellung schwingt, ohne sich in dieser zu blockieren, würde ohne Verwendung
der vorstehend beschriebenen Verzögerungseinrichtung die Auslösung des Fertigwiegesystems
erfolgen, bevor das tatsächliche Gewicht des Sackes der Tara entspricht. Bei einer
mit der letztbeschriebenen Vorrichtung ausgerüsteten Anlage gemäß der Erfindung
stützt sich, falls der Waagebalken sich nicht in seiner horizontalen Gleichgewichtsstellung
stabilisiert, die Leiste 48 nicht ständig an dem Anschlag 50 ab, so daß der Kontakt
50a nur während einer kurzen Zeit wirksam ist, die nicht ausreicht, um das thermische
Relais bzw. das Ventil 52 zu betätigen.
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Demzufolge bleibt der Sack angehängt, bis der Füllvorgang beendet
ist.
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Mit der letztbeschriebenen Vorrichtung kann eine beliebige zusätzliche
Anzeigevorrichtung, wie z. B. ein Schall- oder Lichtsignal, kombiniert werden.
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Der Rahmen der Erfindung wird nicht verlassen, falls eine beliebige
andere Vorrichtung verwendet wird, die es ebenfalls ermöglicht, das Gewicht in der
gleichen grundsätzlichen Weise zu kontrollieren, z. B. der elektromagnetisch betätigte
Schieber 52 durch einen Verteilungszylinder oder das thermische Relais 51 durch
eine langsam nachlassende Verzögerungseinrichtung ersetzt wird, wie das im folgenden
an Hand von Fig. 4 beschrieben werden wird.
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Bei dieser Ausführungsform ist ein Verteilungszylinder 53 vorgesehen,
in dessen unterer Kolbenstellung die Leitung 46 mit dem Zylinder 45 verbunden ist,
dagegen in der oberen Stellung des Kolbens diese Verbindung unterbrochen ist. Mit
dem Hahnl2 ist ein Schnellschlußhahn 12a kombiniert, der in der von dem Kompressor
10 kommenden Druckluftleitung liegt und über den das Druckmedium einer Leitung 54
zugeführt wird, die in den unteren Zylinderraum des Verteilungszylinders mündet,
so daß die Druckluft den Kolben dann in seiner oberen Stellung hält.
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Der Kolben des Verteilungszylinders bleibt in dieser Stellung, in
der er den Zylinder 45 abschaltet, solange nicht das Leckventil 50 b durch das Kippen
der Leiste 48 für eine Zeitdauer angehoben gehalten wird, die ausreicht, um das
Ausströmen der Druckluft, welche den Kolben des Verteilerzylinders in seiner oberen
Stellung hält, zu ermöglichen.
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Gemäß einer abgeänderten Ausführungsform kann die KontroIle des Gewichts
des Sackes durch ein Verriegelungssystem erfolgen, welches den automatischen Ablauf
der Arbeitsvorgänge der Vorrichtung blokkiert, falls das Gewicht nicht korrekt ist.
Eine solche Anordnung wird nachstehend an Hand von Fig. 5 beschrieben.
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In der von dem Kompressor 10 kommenden Preßluftspeiseleitung mit
zwei Abgängen liegt ein Klappenventil 12 c, welches es ermöglicht, gleichzeitig
über die Leitung 11 (Fig.3) das Leitungssystem für das Vorwiegen zu versorgen. In
einer Abzweigung der Leitung 54 liegt ein pneumatischer Riegel 55. Dieser Riegel
blockiert den Hahn 39 so lange, wie das Leckventil 50 b nicht durch Kippen der Steuerleiste
48 eine vorbestimmte Zeit lang in der angehobenen Stellung gehalten wird. Die Rückbewegung
des Hahnes 39 unter der Wirkung der auf den Kolben 45 wirkenden Feder kann durch
das Dämpfungsmedium 56 und das Drosselventil 45b in ihrem Ablauf verzögert werden.
Diese Gesamtanordnung kann mit einem Medium von größerer Dichte als Luft, z. B.
mit Öl, betrieben werden.
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Eine andere, in Fig. 6 dargestellte Ausführungsform der Vorrichtung
ermöglicht die Rückdrehung des Hahnes 39 in zwei genau festgelegten Zeiten unter
der Druckwirkung einer Feder. Diese Vorrichtung besteht aus einem einfach wirkenden
pneumatisch betriebenen Kolben 61, dessen Stange auf einen an dem Hahnküken 39 fest
angeordneten Nocken wirkt. Die Bewegung dieses Kolbens 61 erfolgt in Abhängigkeit
von der des Kolbens 40. In Fig. 6 ist die Stellung der Teile zueinander während
des Wiegevorganges dargestellt. Der Raum 610 ist über die Leitung 62 und die Öffnung
400 auf Auspuff geschaltet, so daß die Kolbenstange durch die Feder 61 b an den
Nocken angedrückt wird. Demzufolge kann das Hahnküken, sobald es von der Verriegelung
55 frei ist, nur eine Viertelumdrehung ausführen, um dann in der in Fig. 6 a dargestellten
Stellung blockiert zu werden. In dieser Stellung des Hahnes 39 sind Druckmittelzufuhr
und Auspuff der Zylinderräume des Kolbens 40 umgekehrt, und dieser wird nach unten
gedrückt. Am Ende seines Hubes gelangt die Öffnung 40a in Verbindung mit der Druckkammer,
und der Druck wird demzufolge über die Leitung 62 in der Kammer 61 a wirksam. Der
Kolben drückt die Feder zusammen, gibt den Nocken frei, und das Hahuküken 39 dreht
sich weiter um 900, so daß die den Sack haltenden Backen geöffnet werden und der
volle Sack freigegeben wird.
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Der Betätigungsgriff des Klappventils 12c (Fig. 5) kann so ausgebildet
werden, daß er einen Anschlag für den Betätigungsgriff des Hahnes 39 nach dessen
Drehung um 1800 im Sinne des Uhrzeigers bildet.
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Diese Anordnung ermöglicht die Betätigung des Hahnes 12 c nur am Ende
des von Hand erfolgenden Öffnens des Hahnes 39.
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Unter diesen Bedingungen genügt ein einziger Handgriff des Bedienungsmannes,
nämlich die Drehung des Hahnes um 1800 im Uhrzeigersinne, um den gesamten Wiegeprozeß
auszulösen.
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Die vorstehend an Hand der Fig. 3 bis 6 beschriebenen Sicherheitsvorrichtungen
blockieren den Hahn 39 im Falle eines nicht ausreichenden Gewichtes des Sackes.
Sie alarmieren aber den Bedienungsmann nicht, falls ein zufälliger Gewichtsirrtum
im umgekehrten Sinne vorkommt, d. h. ein oberhalb einer zulässigen Toleranz liegendes
Gewicht gegeben wird.
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Diese Gefahr wird durch die nachstehend an Hand von Fig. 7 beschriebene
Anordnung ausgeschaltet.
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Eine um eine auf dem Rahmen gelagerte Schneide 57a kippbare Leiste
57 stützt sich über eine Schneide 57b auf der Leiste 48 ab, auf der ein Ausgleichsgewicht
48a verschiebbar ist, welches es ermöglicht, das Trägheitsmoment des Systems auf
einen sehr kleinen Wert einzustellen. Das andere Ende der Leiste 57 trägt eine Einstellschraube
57c, die unter Umständen zur Anlage an einen Anschlag 58 des Gewichtsträgers gelangen
kann. In Fig. 7 ist der Waagebalken im Gleichgewichtszustand dargestellt. Wenn dieser
Gleichgewichtszustand durch ein zu hohes Gewicht des Sackes überschritten und demzufolge
der Gewichtsträger in anormaler Weise angehoben wird, so gelangt sein Ansatz 58
zur Anlage an die Einstellschraube 57 c, wodurch das Kippen der Leiste 57 und der
Leiste 48 bewirkt wird. Dadurch wird der Zapfen 48 b abwärts bewegt und gelangt
außer Kontakt mit dem Ventil 50b, so daß die Luft aus der Leitung 54 nicht mehr
ausströmen kann und der Riegel 55 den Hahn 39 blockiert.
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Selbstverständlich wirken sich die gleichen Vorgänge im Falle der
betreffenden Anordnungen ebenso
auf den Verteilerzylinder 53 oder über den Kontakt
50a auf den elektromagnetisch betätigten Schieber 52 aus.
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In Fig. 8 ist eine gegenüber der in Fig. 7 dargestellten abgeänderte
Ausführungsform veranschaulicht, bei welcher mit der Leiste 48 eine auf einer am
Rahmen festen Schneide 60 aufruhende Leiste 59 kombiniert ist, die mit der Leiste
48 über eine Einstellschraube 59 b zusammenwirkt. Der Kopf dieser Schraube bildet
einen Anschlag und ruht auf dem Rahmen. Sobald der Waagebalken als Folge eines zu
hohen Gewichts die normale Gleichgewichtslage überschreitet, nimmt er die Leiste
59 mit, wodurch das Kippen der Leiste 48 bewirkt wird und die Wirkung der Zapfen
48 b auf das Ventil 50 b aufhört.
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Die in Fig. 8 dargestellte Stellung der Leisten entspricht der, die
sie während der Füllphase des Sackes einnehmen, während der die Leiste 48 auf dem
mit dem Waagebalken fest verbundenen Anschlag 42 aufruht.
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PATENTANSPRUCRE 1. Füll- und Wiegevorrichtung für Säcke mit einem
am Waagebalken angeordneten Sackhalter, welcher eine selbsttätig lösbare Klemmvorrichtung
für einen Sack aufweist, sowie mit einer vom Waagebalken betätigten Einrichtung
zur Steuerung des Füllgutzulaufs und mit Arretier-und Dämpfungsvorrichtungen für
den Waagebalken versehen ist, wobei für die Übertragung der Steuerimpulse elektrisch-pneumatisch
betätigte Einrichtungen vorgesehen sind, gekennzeichnet durch einen an die Druckmittelleitung
(47) zur Steuerung des Füllgutzulaufs angeschlossenen Zylinder (45) mit einem darin
beweglichen, durch eine Feder (45 b) belasteten Kolben (45u) zur Betätigung eines
Umschalthahnes (39) für das Öffnen bzw. Schließen der Klemmbacken (20a, 20b) am
Sackhalter (18) und ferner gekennzeichnet durch ein vom Waagebalken über Kontakte
(37, 38) gesteuertes Relais (35), welches zur Freigabe bzw. Sperrung des Druckmittels
zur Betätigung der Füllvorrichtung und des an die gleiche Druckmittelleitung (47)
angeschlossenen Kolbens (45a) dient.