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Verfahren zur Herstellung von Mischpolymerisaten Man hat bereits Olefine
unter der katalytischen Einwirkung von Radikalbildnern mit solchen Olefinen mischpolymerisiert,
die im Molekül noch Alkylenoxydgruppen enthalten. Dabei wird eine reine Polymerisation
von Vinylgruppen untereinander beobachtet, ohne daß die Alkylenoxydgruppierungen
angegriffen werden.
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Es wurde nun gefunden, daß man neuartige hochmolekulare Verbindungen
dadurch herstellen kann, daß man ALkylenoxyde mit mindestens einer Epoxygruppe in
Gegenwart von für kationisch angeregte Polymerisationen bekannten Katalysatoren
bei Raumtemperatur oder höheren Temperaturen mit Verbindungen polymerisiert, die
mindestens eine polymerisierbare C=C-Bindung enthalten.
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Die Polymerisation folgt dem Formelschema
Hierbei bedeuten n eine ganze Zahl zwischen 2 und 4, a und 7 ganze Zahlen und R
Wasserstoff und/oder beliebige Substituenten, die auch untereinander verschieden
sein können. Über die Art der Verteilung der einzelnen L O(CR2)n-] beziehungsweise
soll hierbei keine Aussage gemacht werden. Möglicherweise tritt bei Verwendung aromatischer
Systeme noch eine Verknüpfung der Komponenten durch Anlagerung von Doppelbindungen
oder Epoxygruppen an die aromatischen Ringe ein. In jedem Falle sind die erfindung
gemäßen Verfahrensprodukte durch
| R R |
| I |
| O(CR2) C- C--Gruppen |
| R R |
im Molekül gekennzeichnet.
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Als Alkylenoxyde mit mindestens einer Epoxygruppe seien beispielsweise
angeführt die unsubstituiertenAlkylenoxyde wie Äthylenoxyd, Trimethylenoxyd, Tetrahydrofuran
sowie deren Alkyl- und Arylsubstitutionsprodukte, von denen als wenige Beispiele
Propylenoxyd, Butylenoxyd4,2, Butylenoxyd-2,3, Styroloxyd, in 3-Stellung substituierte
Trimethylenoxyde, wie sie in der britischen Patentschrift 758450 angegeben werden,
und substituierte Tetramethylenoxydderivate wie z. B. 1,4-Epoxycyclohexan genannt
seien. Ferner können die Alkylenoxyde sowohl in der Kette als auch seitenständig
noch andere Atomgruppierungen enthalten wie beispielsweise Halogene, Hydroxy-, Ester-,
Amid-, Nitro-, Äther-, Thioäther-, Sulfo-, Carboxyl-, Urethangruppen, heterocyclische
Ringe oder auch ungesättigte Gruppierungen.
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Als Beispiele seien insbesondere angeführt: Epichlorhydrin, die in
der britischen Patentschrift 758450 zitierten Trimethylenoxydderivate und deren
Oxyderivate wie beispielsweise 3-Äthyl-3-hydroxymethyl-trimethylenoxyd und 3,3-Bis-hydroxymethyl-trimethylenoxyd,
Glycidäther von einwertigen Alkoholen wie 1-Allyloxy-2,3-epoxypropan, SVinyl-cyclohexen-epoxyd
und die in der USA.-Patentschrift 2 692 876 zitierten Olefine, die noch Epoxygruppen
enthalten.
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Als Verbindungen mit mehreren Epoxygruppen seien z. B. das Dioxaspiroheptan
und seine Derivate sowie das Divinylbenzoldioxyd, Butadiendioxyd und Diglycid genannt.
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Als Olefine kommen praktisch alle Verbindungen in Betracht, die eine
oder auch mehrere polymerisierbare Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindungen enthalten.
Als Beispiele seien aufgeführt Kohlenwasserstoffe mit einer polymerisierbaren Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung
wie beispielsweise Äthylen, Propylen, Polypropylene, Butylen, Isobutylen, Diisobutylen,
Styrol, Cyclohexen, Trimethyläthylen oder auch solche mit mehreren polymerisierbaren
Doppelbindungen
wie Butadien, Isopren, Divinylbenzol oder Dicyclopentadien. Des weiteren können
die Olefine auch noch weitere Atomgruppierungen enthalten, wie sie bereits bei den
Alkylenoxyden an geführt wurden. Derartige Verbindungen sind beispielsweise Vinylchlorid,
Allylchlorid, Acrylnitril, Acrylsäureester, Zhntsäureestei, Maleinsäureester, Vinylester
und Vinyläther, Chloropren.
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Zur Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens können sowohl die
Olefine als auch die Alkylenoxyde einzeln-oder im Gemisch eingesetzt werden. Die
Mengenverhältnisse können beliebig variiert werden, wodurch eine weitgehende Variation
der Eigenschaften der Verfahrensprodukte erzielt wird. Die Mengenverhältnisse richten
sich insbesondere auch nach der Reaktionsfähigkeit der jeweiligen in Reaktion-tretenden
Epoxygruppen und olefinischen Doppelbindungen in den Reaktionskomponenten. Bei Verwendung
von Verbindungen mit mehreren in Reaktion tretenden Gruppen kann man dabei die Umsetzung
weitgehend so lenken, daß eine funktionelle Gruppe bevorzugt in Reaktion tritt und
man auf diese Weise zu Verfahrensprodukten gelangt, die noch Epoxygruppen bzw. Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindungen
im hochmolekularen Endprodukt enthalten. Insbesondere lassen sich dabei auch vernetzte
hochmolekulare Endprodukte herstellen.
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Man arbeitet dabei in Gegenwart von Katalysatoren, wie sie für kationisch
angeregte Polymerisationen bekannt sind. Angeführt seien beispielsweise Borhalogene
wie Bortrifluorid, Bortrichlorid und deren Additionsprodukte an Äther wie Diäthyläther
oder Tetrahydrofuran; anorganische und organische - Säuren wie Schwefelsäure, Oleum,
Perchlorsäure, Salzsäure, Trichloressigsäure; anorganische und organische Säurechloride
wie Phosphortrichlorid, Phosphorpentachlorid, Phosphoroxychlorid, Schwefeldichlorid,
Chlorsulfonsäure, Fluorsulfonsäure, Sulfochlorierungsprodukte von aliphatischen
Kohlenwasserstoffgemischen, Siliciumtetrachlorid; wasserfreie Metallhalogenide wie
Eisen (III)-chlorid, Zinkchlorid, Zinntetrachlorid, Zinkbromid, Antimonpentachlorid,
Aluminiumchlorid; organische Sulfonsäuren wie p-Toluolsulfonsäure und hiervon abgeleitete
höhermolekulare Kondensations- und Polymerisationsprodukte, ferner die bei der Polymerisation
von Tetrahydrofuran gebräuchlichen Katalysatoren und Katalysatorkombinationen, wie
sie beispielsweise in den deutschen Patentschriften 741 478, 766208 und in der-
französischen Patentschrift 898269 beschrieben sind.
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Namentlich erwähnt seien hier die Katalysatorkombinationen aus Acetylchlorid
- Aluminiumchlorid, Phosphornxychlorid - Eisen (111)-chlorid und Essigsäureanhydrid
- Perchlorsäure.
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Die Menge an eingesetztem Katalysator kann in weiten Grenzen schwanken
und hängt ab von der Reaktionsfähigkeit der Einzelkomponenten, der Verdünnung, der
Polarität des eventuell verwendeten Verdünnungsmittels; es kommen etwa 0,01 bis
30O1o, bezogen auf die Ausgangsmatenalien, in Frage.
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Man kann die Ausgangsmaterialien in beliebiger Reihenfolge zusammenbringen,
wobei man ihre Reaktionsfähigkeit berücksichtigen wird. Insbesondere kann man die
Umsetzung auch in Gegenwart von Polymerisationsinhibitoren, wie z. B. Hydrochinon,
vornehmen. In vielen Fällen ist die zusätzliche Verwendung eines Lösungsmittels,
z. B. von aliphatischen oder aromatisuchen Kohlenwasserstoffen, Chlorkohlenwasserstoffen,
Estern, Äthern, Ketonen, günstig. Man kann sich auch der Verfahrensprodukte selbst
als Verdünnungsmittel bedienen. Die Umsetzung erfolgt im allgemeinen bei tZimmertemperatur.
In einzelnen Fällen wird es sich auch
empfehlen, bei höheren Temperaturen wie beispielsweise
bis oberhalb 1000 C zu arbeiten. Man kann eine Komponente vorlegen und die zweite
Komponente gleichzeitig mit dem Katalysator zusetzen. Man kann andererseits auch
beide Komponenten gleichzeitig zum vorgelegten Katalysator hinzufügen. In anderen
Fällen wird es vorteilhaft sein, beide Komponenten vorzulegen- und den Katalysator
hinzuzugeben oder auch beide Komponenten und den Katalysator nebeneinander in das
Verdünnungsmittel einlaufen zu lassen. Nach beendeter Umsetzung wird der Katalysator
in üblicher Weise entfernt und das Rohprodukt von gegebenenfalls noch vorhandenem
nicht umgesetztem Ausgangsmaterial sowie von Nebenprodukten befreit.
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Die neuen Mischpolymerisate zeigen sowohl gegenüber den Polymerisationsprodukten
von olefinischen als auch gegenüber den polymeren Alkylenoxyden mannigfache Vorteile.
Im Gegensatz zu den polymeren Olefinen können sie noch reaktionsfähige Gruppen,
z. B. Hydroxylgruppen, besitzen, die sie als geeignete Ausgangsmaterialien für viele
weitere Umsetzungen geeignet erscheinen lassen. Im Gegensatz zu reinen Polyalkylenoxyden
sind sie wesentlich hydrophober. Da sie sich durch die vielen Variationsmöglichkeiten
ihres Herstellungsverfahrens sowohl hinsichtlich ihres Molekulargewichtes als auch
ihrer Struktur und der gegebenenfalls noch vorhandenen reaktionsfähigen Gruppen
in vielen Varianten herstellen lassen, bieten sie sich für vielerlei Verwendungszwecke
an. So eignen sie sich beispielsweise als bereits hochmolekulare Ausgangsmaterialien
für Kunststoffe ebenso wie beispielsweise zur Modifizierung von Epoxyharzen wie
auch zum Einbau in Polyester.
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Sie sind auch als Weichmacher geeignet.
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Weitere Einzelheiten zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
sind den folgenden Beispielen zu entnehmen.
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Beispiel 1 a) In ein gegen den Zutritt von Außenfeuchtigkeit geschütztes
Gefäß gibt man 25 ml Bortrifluoridätherat, 25 ml Benzol und 0,5 g Hydrochinon. Nun
läßt man innerhalb von 2 bis 3 Stunden eine Mischung aus 208 g (2 Mol) Styrol und
116 g (2 Mol) Propylenoxyd unter Kühlung so einlaufen, daß eine Temperatur von 30
bis 35° C beibehalten wird. Das Reaktionsprodukt hält man noch weitere 8 Stunden
bei 35° C und Iäßt dann 3 Tage bei Zimmertemperatur stehen. Zur Aufarbeitung versetzt
man mit 200 mol Wasser und neutralisiert mit wäßriger Natriumbicarbonatlösung. Die
wasserunlösliche Phase wird abgetrennt und mit Wasser gewaschen; die wäßrigen Phasen
werden noch mit wenig Benzol ausgeschüttelt und dieses mit dem Hauptprodukt vereinigt.
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Bei der Destillation des Hauptproduktes, zuletzt bis 1500 C Außentemperatur
bei 12 mm Hg, werden 118 g Styrol zurückerhalten. Der Rückstand stellt in einer
Ausbeute von 191 g (93 01o des Einsatzes nach Abzug des zurückgewonnenen Styrols)
eine gelbbraune viskose Masse dar. n200 1,5168; cP 75" C = 735; OH-Zahl 70,0; Säurezahl
0,5; 75,90°/0 C; 9,130/UIE; H; 14,47°/o 0.
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Das Produkt ist gut löslich in Benzol und Petroläther.
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In Methanol ist es schwer löslich. Durch fraktionierte Fällung mit
Methanol aus benzolischer Lösung kann so eine amorphe Substanz mit 3001, Ausbeute
erhalten werden, die folgende Werte besitzt: OH-Zahl 50; 85,15°/o C; 8,65°/o H;
6,300in 0.
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Die UR-Spektren beider Substanzen sind qualitativ identisch, jedoch
treten im letzteren Falle die Extinktionen
der benzolischen Einheiten
mehr in den Vordergrund. Die reinen Polymeren der Ausgangsstoffe liegen nach dem
UR-Spektrum nur in ganz untergeordnetem Maße vor. b) Wird der Ansatz nach Beispiel
1, a) nach der Zugabe von Styrol und Propylenoxyd innerhalb von 2 Stunden auf 70°
C gebracht und 5 Stunden auf dieser Temperatur gehalten, so wird kein Styrol zurückerhalten.
Nach Aufarbeitung erhält man 300 g (920/o Ausbeute) einer fast festen gelben Masse.
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OH-Zahl 47,0; Säurezahl 0,4; n2D = 1,5338; 83,20°/o C; 8,92°/o H;
8,65°/o 0.
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Das UR-Spektrum ist qualitativ mit dem Spektrum des nach Beispiel
1, a) erhaltenen Produktes weitgehend identisch. Der höhere Gehalt an eingebautem
Styrol äußert sich in einer stärkeren Extinktion der aromatischen Einheiten. c)
Wenn im Ansatz nach Beispiel 1, a) an Stelle des Bortrffluoridätherates 70 g einer
mit 2% Divinylbenzol vernetzten Polystyrolsulfonsäure verwendet werden, so erhält
man etwa 80% der Ausgangsmaterialien zurück und mit 15% Ausbeute ein Produkt, das
mit dem nach Beispiel 1, a) erhaltenen Produkt nahezu identisch ist. d) Dem Ansatz
nach Beispiel 1, a) setzt man nur 3 ml Bortrifluoridätherat zu und läßt 7 Tage bei
Zimmertemperatur stehen. Bei der Aufarbeitung erhält man 56 g Propylenoxyd und 93
g Styrol zurück. Als Rückstand bleiben 136 g eines bei Zimmertemperatur erstarrenden
Polymerisates: OH-Zahl 32,5; 80,69% C; 8,57% H; 9,90 % 0.
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Beispiel 2 a) 72 g Tetrahydrofuran und 0,5 g Hydrochinon werden unter
Wasserausschluß bei 100 C mit 4,5 g Acetylchlorid und 6,6 g Aluminiumchlorid so
versetzt, daß die Temperatur 20"C nicht übersteigt. Dann läßt man innerhalb 1/2
Stunde 100 g Styrol bei Zimmertemperatur zulaufen.
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Nachdem das Reaktionsgemisch 5 Tage gestanden hat, wird es mit 75
mol Tetrachlorkohlenstoff, 2 mol Wasser und 20 g Soda 5 Stunden bei Zimmertemperatur
gerührt.
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Man filtriert ab und destilliert das Filtrat, wobei man etwa 50% der
Ausgangsmaterialien zurückgewinnt. Es bleibt ein hochviskoses Produkt, das im UR-Spektrum
Schwingungsbanden besitzt, die bei den Polymerisaten der Einzelkomponenten fehlen.
b) Beispiel 2, a) wird unter Verwendung von 12,8 ml Phosphoroxychlorid und 12,6
g Eisen(III)-chlorid wiederholt. Man erhält in etwa 600/0iger Ausbeute eine hochviskose
dunkelbraune Masse, die gleichfalls im UR-Spektrum neue Schwingungsbanden anzeigt.
c) Beispiel 2, a) wird unter Verwendung von 9 g Antimonpentachlorid als Katalysator
wiederholt. Bei der Aufarbeitung wird das Antimon durch Zusatz von Weinsäure abgetrennt.
Die Ausbeute an Produkt beträgt 10 bis 15%; dies entspricht in seinen Eigenschaften
den in den vorhergehenden Beispielen erhaltenen Polymerisaten. d) 72 g Tetrahydrofuran
und 104 g Styrol werden tropfenweise unter Kühlung zuerst mit 12 g Essigsäureanhydrid,
dann mit 16,6 g 600/0iger Perchlorsäure versetzt. Nach Stägigem Stehen bei Zimmertemperatur
arbeitet man nach Beispiel 1 auf. Bei der Destillation gewinnt man 200/, Ausgangsmaterial
zurück und erhält 123 g (65 bis 700/0 Umsatz) eines Polymerisates. n200 =1,5711;cP/250C
= 2100; OH-Zahl 5; 86,40% C; 7,8001, H; 5,80°/o O.
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Das Produkt ist gut löslich in Benzol und Petroläther, mäßig löslich
in Methanol und unlöslich in Wasser. Im
UR-Spektrum treten neue Banden auf, die nicht
denpolymerenEinzelkomponenten zugeordnet werden können.
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Läßt man das Reaktionsgemisch unter Verwendung von nur 6 g Essigsäureanhydrid
und nur- 8,4 g 600/0iger Perchlorsäure 8 Tage bei Zimmertemperatur stehen, so beträgt
der Umsatz 60 bis 65°/og Das erhaltene Material hat eine OH-Zahl von 5, eine Viskosität
von 3800cP/25°C und einen Brechungsindex von nD20 = 1,5742.
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Beispiel 3 Gemäß Beispiel 1 läßt man zu -einer Mischung aus 25 ml
Benzol, 25 ml Bortrifluoridätherat und 0,2 g Hydrochinon bei 35°C unter Außenkühlung
eine Mischung aus 92,5 g Epichlorhydrin und 104 g Styrol innerhalb von 21/2 Stunden
zulaufen. Anschließend hält man 6 Stunden auf 35"C und läßt über Nacht stehen. Die
zähe Masse wird dann auf 50"C erwärmt, mit etwa 200 ml Benzol verdünnt und gemäß
Beispiel 1 aufgearbeitet. Bei der Destillation im Vakuum von 0,1 mm Hg und -einer
Außentemperatur von 230°C erhält man kein Ausgangsmaterial zurück. Als Rückstand
bleiben 180 g einer beim Abkühlen erstarrenden Masse: OH-Zahl 40; Säurezahl 1,0;
69,540/<> C; 6,90% H; 8,10°/o 0; 15,30°/o CL Beispiel 4 Eine Mischung aus
25 ml Benzol und 25 ml Bortrifluoridätherat wird innerhalb von 2 Stunden bei einer
Höchsttemperatur von 350 C mit der Mischung von 104 g Styrol und 120 g Styroloxyd
versetzt. Dann läßt man noch einen Tag stehen und arbeitet nach Beispiel 3 auf.
Nach einer Vakuumbehandlung bis 2000 C/0,4 mm Hg bleiben als Rückstand etwa 170
g (75 <>J<> °t0 Ausbeute)Ausbeute) einer erstarrenden spröden Substanz.
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OH-Zahl 28,0; Säurezahl 0,8; 87,50°toC; 7,05% H; 5,14°/o 0.
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Beispiel 5 20 ml Benzol, 0,2 g Hydrochinon und 25 ml Tetrahydrofuran-bortrifluorid-ätherat
werden unterhalb 35°C mit einer Mischung aus 52 g Styrol und 58 g 3-Äthyl-3-hydroxymethyl-trimethylenoxyd
versetzt. Man hält 8 Stunden bei 35°C, verdünnt am anderen Tag das sehr zähe Produkt
mit 300 ml Benzol und arbeitet nach Beispiel 3 auf. Als Rückstand bleibt eine zähe,
klebrige Masse, die in Benzol, Essigester - und Aceton gut, in Methanol mäßig und
in Wasser nicht löslich ist. Die Ausbeute ist praktisch quantitativ; die OH-Zahl
des Produktes beträgt 160.
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Beispiel 6 Zu einer Mischung von 25 ml Bortrifluoridätherat, 120
ml Benzol und 0,2 g Hydrochinon gibt man bei 35° C ein Gemisch aus 58 g Propylenoxyd
und 100 g 60°/Oigem Divinylbenzol (der Rest besteht aus Äthylstyrol). Es entsteht
sofort eine zähe Masse, die beim Stehen bei Raumtemperatur vollständig zu einem
in Benzol, Aceton, Essigester und Dimethylformamid unlöslichen hochvernetzten Produkt
erstarrt.
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Beispiel 7 In einen Autoklav gibt man unter Feuchtigkeitsausschluß,
Rühren und Kühlung zu 25 ml Bortrifluoridätherat in 70 ml Benzol bei 30° C innerhalb
von 2 Stunden eine Mischung aus 145 g Propylenoxyd und 140 g Isobutylen. Man beläßt
das Reaktionsgemisch für 4 Stunden bei 300 C und noch 6 Stunden bei 50° C. Das erhaltene
Produkt wird nach Beispiel 1 aufgearbeitet und fraktioniert. Neben den Ausgangsstoffen
und einem nicht näher untersuchten Nebenprodukt erhält man nach der
Destillation
bis 1300 C/12 mm Hg als Rückstand 140 g einer braunen Flüssigkeit, deren UR-Spektrum
weitgehend dem Polypropylenglykol ähnlich ist und keinerlei Banden von polymerem
Isobutylen zeigt. Die analytischen Daten lauten: §120 =1,4385; cP/25° C = 18,9;
OH-Zahl 62,5; Säurezahl 0,5; 65,660/o C; 10,95% H; 23,350/o O.
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Zum Vergleich die Werte für Polypropylenglykol: nD20 = 1,4495; cP/25°
C =400; OH-Zahl60; 61,250/o C; 10,35% H; 28,40°/o 0.
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Beispiel 8 Zu einer Mischung aus 25 ml Bortrifluoridätherat und 70
ml Benzol gibt man in einen Autoklav unter Rühren und Kühlung bei 30° C innerhalb
von 2 Stunden eine Mischung aus 145 g Propylenoxyd und 105 g Propylen.
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Man hält dann 6 Stunden auf 40° C und 9 Stunden auf 80° C. Das braune
Reaktionsprodukt wird nach Beispiel 7 aufgearbeitet. Nach der Destillation, bei
der gleichfalls etwa 10% nicht weiter untersuchte Nebenprodukte anfallen, bleiben
114 g gewünschtes Polymerisat: n20 = 1 4522; cP/250 C = 55,0; OH-Zahl 159; 63,00°/o
C; 10,35% H; 26,70010 O.
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Beispiel 9 Eine Mischung aus 25 ml Bortrifluoridätherat, 25 ml Benzol
und 0,5 g Hydrochinon wird nach Beispiel 1 bei 30° C Höchsttemperatur mit einer
Mischung aus 106 g Acrylnitril und 185 g Epichlorhydrin innerhalb von 2 bis 3 Stunden
vereinigt. Nach 4 Tagen wird, wie im Beispiel 1, aufgearbeitet und flüchtiges Material
bis 140° C Außentemperatur und 12 mm Hg abdestilliert, wobei man etwa 50% des Ausgangsmaterials
zurückerhält. Der Rückstand besteht aus 110 g einer festen zähen Masse: OH-Zahl
145; 43650/o C; 6,10o/c H; 3,43% N; 18>550/o 0; 24,850/o Cl Beispiel 10 Gemäß
Beispiel 1 läßt man zu einer Mischung aus 25 ml Benzol, 25 ml Bortrifluoridätherat
und 0,5 g Hydrochinon ein Gemisch aus 58 g PropyIenoxyd und 88,5 g Chloropren so
zulaufen, daß eine Temperatur von 300 C nicht überschritten wird. Nach 4 Tagen wird
neutral gewaschen und flüchtiges Material bis 140° C Außentemperatur und 12 mm Hg
abdestilliert. Hierbei erhält man
etwa 60% des Ausgangsmaterials zurück. Es bleiben
45 g Rückstand mit folgenden Werten: 9,60% H; 5,80-°/o C1; 22,10O/o 0; 62,400/o
C; OH-Zahl 97,0; Jodzahl 24,6; n2D = 1,4650.
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Beispiel 11 Nach der Verfahrensweise des Beispiels 10, jedoch unter
Verwendung von 120 g Styroloxyd an Stelle von 58 g Propylenoxyd, werden nach Destillation
bis 1900 C/ 0,04 mm Hg unter Zurückgewinnung von 40% des Ausgangsmaterials 134 g
eines hochviskosen Produktes erhalten: = = 1,5581; OH-Zahl 46; Säurezahl 2,0; Jodzahl
65,0; 78,800/o C; 6,300/, H; 8,52% 0; 7,050/o Cl Beispiel 12 144 g Tetrahydrofuran
und 0,5 g Hydrochinon werden unter Schütteln in einem Autoklav nacheinander mit
10 g Tetrahydrofuran-bortrifluorid-ätherat, 20 g Essigsäureanhydrid, 25 g 600/0iger
Perchlorsäure und 250 ml Isobutylen dergestalt versetzt, daß die Temperatur 200
C nicht übersteigt. Man läßt 4 Tage bei Zimmertemperatur stehen, neutralisiert,
wäscht mit Wasser und entfernt nicht umgesetztes Ausgangsmaterial durch Destillation
bis 140° C/12 mm Hg. Es bleiben 70 g Rückstand: n2D = 1,4548; cP/250 C = 108; OH-Zahl
18.
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PATENTANSPRVCHE yerfahren zur Herstellung von Mischpolymerisaten
aus Alkylenoxyden mit mindestens einer Epoxygruppe und epoxygruppenfreien Verbindungen
mit mindestens einer polymerisierbaren C=C-Bindung im Molekül, dadurch gekennteichnet,
daß die Mischpolymerisationskomponenten in Gegenwart von für kationisch angeregte
Polymerisationen bekannten Katalysatoren bei Raumtemperatur oder höheren Temperaturen
polymerisiert werden.
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In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr.
855 292, 944222; USA.-Patentschrift Nr. 2 807 599.